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Full text of "Sirius. Zeitschrift für populäre astronomie .."

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SIRIUS. 



Zeitschrift für populäre Astronomie. 



heirorragender Fachmänner und astronomischer -Schriftsteller 



Dr. HERMAN J. KLEIN 



XI. Band, oder Neue Folge VI. Band. 




LEIPZIG, 1878. 
Karl Soholtzo. 



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t 



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Alphabetisches Namen- und Sachregister 



Begleiter des. S. 133. 



. Bande. 

I, 1':][]j".:I.S.'jl'-L. 



Beobachtungen, aatrophjsil 



Duppelatem tf hu Krebs. S. I2L 
lM]}|K'lit.:rii M, Herunlia. S. 888, 
l)ij|j|'sls(ir[iii, Ji- «k'litifrerru und interea- 
SBDtiren. S. LL 32. BA. BL ISO, 30B. 

F. 

Farbe nünderungen beim Funkeln der Sterne. 

Feuerkugel. 5. äfi. 

Fisulincuel Nr. S. 12Ü. 

FintL-rn m iE l.'L.h'iii"ii.l.'[ Iü^.tiI.i-v.'.'.-mii.: 

S. ISt'. 

Fissternf, Entfernungen der. S. B13. 
Flock, Uebur ilen hdlen, in der Nncbtaeite 

des Merkur. S. lfiB. 
Folgerungen nus der Constitution des Son- 



I^uhK-Tist<-n' in der Corona der Sonne, S. 231. 
Komet, der Encke'sche. 3. lffi. 
Komet von Swift. S. 233. 



Kreislauf, der. losi 



a Hyginus. S. LH. 
her Systeme. S. LL 



mhied van Waaliington und 



STara, Darstellung des. S. ISO. 
Mars, Flecke und Rotation. S. 02. 
Maramuade, die beiden. S, SS. 133. 
Mira, physische Beubacbtungun des. S. SL 
JlorlLüiJurcbgang vom (L Jini 1878. S. OL 
.Miriüivlnn-hsoug, ilii'Uu'hfouj,™ des, in 

Slessier, Kreter nuf dem Hunde. S. 212. 

i 1BL 
3. 110. 
id Gcstnl- 



M ir:- Ii. !ii 

Mund, der, ira.l II i-.-t.-l ii.il sn 
tung seiner OberrlKche 

M.iruliitiuiMI.häre. S. UÜ 
HoudUDsterniBS am 12, August. S. 1 
Jftradfiq stern iss, iipectroskopisehe Beot 

Mondkarte, Lohrmsnn's. S. HL 



Nobel, der dreifache im Sclmtien. S. 
Nebel fleck - Beobachtungen. S. 231. 
Nebeltleck im Orion. S. 23. 
Nebelflecke, ihn Bedeutung und fieob; 



8(i 



Phut'Wra] liie, ihre Anwendung in der 

Astronomie. S. 22. 
Planet, der intraraerkurak. S. 193. 218. 
Planet. S. 158. 100. 238. 
Planctenstollnng. S. 24. -18. 72. 06. 120. 

14.1. 168. 316. 240. 268. 
PoterflH*, ländlicher, des Harn. S. 70. 

K. 

Refraktor, grosser, in SiJney. S. 70. 
Rillen, die, der MiradeberfiSdie. 8. 7. 64. 
F.iogneuel in der Luvsr, Titi.WliliiiiLri'M .Ilt 



i gegenwärtiger 



Satnrn, Baretellnng 
Saturn nnd Hein I 

Jahre. S. 38. 
Sauerstoff in der Sonne. S. S6. 
Scrclii, Anfeie-. 8. 71. 
Stenographische Gesellschaft. S. 118 
Sirius uri.1 sein Begleiter. S. IM. 
Sonne, die Entfernnng der. S. 85. 
Sonncnfrastemiss am 29. Juli. S. 102. 
Sonnenflccke, Bildungsreise der. 8. 287. 
Sonnenflccke und Protuherauzcn , Peräudici- 

tit der. 8. 174. 285. 
Sonncnllccte and Kogcnfall. S. 22. 



Kii:i]ii;]ii'l'i-rf!äcli<i, Temperatur der. S. IIS. 
Sonnenobcrflüclie, Constitution der. S. 130. 
Sonncoapcetruni. helle Linien im. 8. 195. 
Scranenrand, ilor. im Jahre 1877. S. 104. 



Stodius, Ringgcbirg 



Uhr, die mittlere 



V.-l- ii-rlicher 0 Ganitdon 

Veränderlicher, neuer S. 



ia der Ei 
lirde, S. 187. 
Yulcan, Entdeckung des. 



;':!i1!t>l; 
S. 218. 



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Band XI oder neue Folge Band Vt. 



1. Heft. 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 

Zentralonaii für alle Fremde und Förderer der Himmelsliifle. 

BoratiBgtgebtni unter Mitwirkung 

hervorrage iid er Fachmänner nnd astronomischer Schriftsteller. 



Sie Sternwarte zu trraenwM. 

Iu mehr als einer Beziehung ist (Ins britische Xationalobservatormm 
zu Greenwidr als Uas Muster einer Sternwarte ku bei rae.hte.ii. Denn uieht 
allein durch die hohe Vollendung seiner Instrumente und die bewunderns- 
würdige Genauigkeit seiner 3 i - ■ <_■] j i « et i n i > . ■ -ii , -undern aueh durch die ltegel- 
mässigkeit, mit welcher darf. gewiss" Himmelserselieitmugüii Jalir aus Jahr 
ein beobachtet werden, nimmt die Sternwarte zu lirei-nwioh einen hohen 
Rang ein. Im Gegensatze zur Pariser Sternwarte, wussle man iu England 
bei Gründung des ilivemvielie.r l (lissrvatonums sehr genau, was man wellte 
und hatte ganz bestimmte und in erster Linie lediglich |.:a.!;li;e):^ Xiveekr 
im Auge. Gegen linde de? s:ebeir.'.etinie:i .liihrliunderts bedeckten Englands 
Schiffe bereits fast alle bekannten Meere und schon hatte Grosshritamiien 
die Grundlagen zu seinem heutigen umermeesdichen Keiche in Indien gelegt. 
Mehr und mehr maehte sie.ii dabei die Viisie.hurhe.it uud TJn Vollkommenheit 
der Selriffaleitung über den Ocean nach Compass und Log fühlbar uud man 
erkannte, dass hier Hülfe und zwar von Seiten der Astronomie geschafft 
werden müsse. Die Ortsbestimmung auf dem Meere ist ein Problem, das 
nur mit Hülfe astronomischer Beobachtung gelöst werden kanu. Die geo- 
graphische Breite oder Polleihe »viril leidil erbiilten i;nd zwar fast unmittel- 
bar durch Beobachtung der Höhe des Polarsterns über dem Horizont. Weit 
complieirter ist die Ermittelung der geegrisi.hiselu-n ! ;i:ige, denn sie erfor- 
dert die Kenntniss der wahren Ortszeit des Pnnkies, wu sieh das Schiff be- 
findet und gleichzeitig eines andern seiner geographischen Lage nach be- 
kannten Punktes. Es ist hier nieiit der < ut. auf die verschiedenen in Vorsehlag 
gebrachten Lflsui ;:s genügt, zu bemerken, 

dass man damals in sehr richtiger Weise die Messung von Monddistanzcii 



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zn diesem Bekufe vorschlug. Dm aber diese Methode praktisch anwenden 
ku Mimen, musate die Bewegung des Mondes so genau im Voraus bekannt 
sein, dass man den Ort unseres Trabant™ für jede verknete Zeit leiclit an- 
geben konnte. Unglücklich erweise war gegen Hude des siebeuzebnten Jahr- 
hunderts die Mondbewegung noch sehr wenig erforscht und es erschien daher 
vor allen Dingen nothwendig, diese genauer keimen •/,» lernen. Dazu waren 
aber zunächst möglichst zahlreiche und genaue Huobachtungen erforderlich 
und vorzüglich um diese anzustellen, befahl Karl II. durch Ordonnanz vom 
2. Juni 1675 den Bau einer Sternwarte, Auf den llatu von Sir Chriatopner 
Wrea, der gleichzeitig Baumeister und Astronom war, wurde der Park von 
Oc-rmvick, drei Stunden südöstliek von London am rechten Ufer der Themse, 
gowihlt uro dort die Sternwarte zu erbauen. Daselbst erhob sich ein aiter 
Thurm, Greenwich Castle, den man niederlegte und an dessen Stelle u;ick 
den Plänen Flamsteed's der neue Bau errichtet wurde. 

Dieser, damals sulion henilmitc, Astronom war geboren am 19. August 
1646 zu Denby bei Derby und zeigte schon in früher Jugend eine grosse 
Neigung zu astronomischen Beobachtungen. So beobachtete er, kaum lil.kilire 
alt, die Sonnenfinsterniss vom 13. Septbr. 1lkl2, deren genaues Eintreffen 
zur vorher bestimmten Stunde, auf ikn einen min :!,t igen Kindruek machte. 
Mit Eifer warf er sich nun auf asuouomise.be. Hecknungen und lieferte 
Vorausbestimmungen der Sonnenfinsternisse vom 21. Juni lti66 und vom 
25. Oktober 1668. In dem letzteren Jahre gelangte er auch in den Besitz 
eines Quadranten, mit dem er Heissig den Mond, Mars und Jupiter beob- 
achtete und die Tafeln ihrer Bewegung zu verbessern suchte. Eine Heise 
nack London brachte ihn in nahe Verbindung mit Sir J. Moore, der sich 
in hohem Grade für die Sternkunde inlen-siird- and den jungen Flamsteed 
bestimmte, in London zu bleiben und dort seine liroLaekiung-'n fei tiii;id/en. 
Dies war die luikere Yerank-.ssuug. ilass sein Name auch bei Hofe Inniger 
genannt wurde und hier traf ihn das königliche Decret^ welches seine Er- 
nennung zum Director der neuen Hterinvarle enlkieli und ihn r.ugleidi mit 
der Leitung des Baues betraute. Dem „königlichen Astronomen" wurde ein 
Jabresgekalt von 100 Pfd. Sterl. ausgeworfen und ihm /agleich eine Summe 
von 500 Pfd. für das Observatorium zur Disposition gestellt Flamsteed 
und Wreu einigten sich dahin, einen achteckigen Thurm mit zwei Etagen 
zu bauen, deren untere zur Wohnung des Astronomen, die obere dagegen 
zur Aufstellung der Instrumente und zu Beobachtungen dienen solle. Diese 
lei.7f.ere. bestand aus einem einzigen fiar.me, der . '!•. in.: mit hohen Fenstern 
versehen war und das Ganze, auf einem Hügel erbaut, ragte weithin über 
den Park von Greenwich hinaus. Debor dem Haupteiugange des im Ver- 
gleick zum Pariser Observatorium armseligen Gebäudes, las man folgende 
Inschrift: 

Carolus secundus, res optiiuus, Astrouomiae et nautieae 
artis patronus maiimus, specularn hanc in utrrusquo 
commodrun feeit. 

Am 10. August 1675 war der Grundstein m der Sternwarte ge- 
legt worden, am 10. Juli des folgenden Jahres war si« bereits vollendet 
und l'lanisteed bezog seinen Thurm, Leider hatte man die Hauptsache 
ziemlich vergessen, nämlich die uötbigen Fonds zum Ankauf geeigneter In- 



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Karte sei oder auch, dass 
Flamsteed auf Privalwcgc wohl für luslrumente kol-^ui. werde. Dieser 
letztere besass allerdings einen Quadranten von 3 Fuss Radius, auch zwei 
blasrobrahnlichc Teleskope, die er von IMuliv mith in ach r, hatte; aber was 
.seilte das für « iu Saii.jiüilui^fiviitufiiini! 1 In dieser V*-i 1,^1-iJn-il. wandte sich 
der königliche Astronom an seinen Freund Sir .Irinas Moore »ml die-er 
inattifci; der Sternwarle zwei l'eridrhihrcu 7.11m (icsrhrnk, ebenso einen seolis- 
lüssigen Sestauten, dar am Hände mit Zähnen versehen war. Mit diesem |>ri- 
mitiveii lustrutnrniu begann Flamsteed am III. Srpthr. liiTn die Keila:- der 
lieol'iLchtiingrn auf der (irccnwicher Sternwarte. Kr observirte durch die 
Neuster des ncnt.erkigc» Thunucs und manss Stern- und Monddistanzen, 
sowie l'ositioncn der damals bekannten Flaucten. l'.m an. diesen Messungen 



liess. Einem Manne wie Flamsteed kourdc die Uniuhiiejlichkoii. ja Jas 
absolut VergeUirhe seiner lieobnchtmigcn nicht verborgen bleiben, er 

wandte sieb daher sehen bald an die britische Iterierung »111 Ann ciriing 
der nothige» Knuds zur Herstellung eines in iler Ebene des Meridian auf- 
zu^telh.unleu Insli umeiites. Atier alle seine Hemühungeii in dieser lieziehuug 
waren vergeblieb, so dass er endlich auf eigene Kosten einen Mauerkreis von 
uabe Ii Fuss liadius her-tellen liess. den er mit eigner Hand in (Irade tbeilte. 
Zur Aufstellung dieses Instruments wai der achteckige 'l'lmi-in aber durch- 
aus nicht geeignet und es ward daher für dasselbe in der südlichen Ecke 
des llarb-ns ein kleines llolzgcbiiude ernriitet. und dieses bildete von da ab 
eigentlich das wahre Observatorium. Die Beobachtungen begannen am 
1^. Sept. IViXM und wurden ohne Culerbrechung bis tu Flamstecd's Todo 
fortgeführt Sic erstreckten iich zunächst auf J!e;liumiung der Lage des 
Kriihlirigspiinktcs, der Schiele der Ukliptik uud der geographischen lireile 
der Sternwarte, Daten, deren genaue Kenntuiäs nöthig war, um scharfe Po- 
sitionen der Fixsterne und dir wahren iSeweguiigeu der Senne, des Hundes 
und der l'laurtn, zu bestimmen. Udingens war es schwierig, Eiu-ieht. in 
diese Beobachtungen oder Kenntniss ihrer Hesullate zu erhallen, „Dieser 
Astronom, der mit so viel Ausdauer und I-Teiss beobachtete, be.ass bezüglich 
der Reduction eine gewisse Langsamkeit, eine Ar! I hiculschlosseEiheit oder 
vielmehr ein Streben nach Genauigkeit, das ihn verhinderte, irgend etwas zu 
Ende nu führen". Uni dieselbe Zeil. Ijeseliiflk'ir sieh Newton mit der Ver- 
vollkommnung der Mondtheone und er bedurfr..» 711 dieser» Zwecke dringend 
der lleobiichtingen Fla 111 st oed 's, llr setzt« sich dicscrhalb mit letzterem 
in Verbindung, kennte jedoch alisoivt Nichts ei halten. Selbst, sein Vorschlag, 
die liciil.ai.-iiiuiigi'ii auf seine eigenen Kesten in Cambridge redueiren zu 
lassen und dem Grcenwicher Astronomen die Portionen, unmittelbar naoh- 
dom sie berechnet worden, 1 11 i mitheilen, nutzte nichts. Flamsteed war 
nicht zu bewegen, auch nur eine der vun ihm beobaehlcien Petitionen 7.11 
verulfenilichcn. sü dass der Zweek, zu dem Grei-u'.vieh eigentlich gcenirulct 
worden war, ganz ausser Acht zu sein schien. Zwanzig .bahre lang balle 
Flamsteed auf seiner Sternwarte heubaclitct, aber niehls war von dem 
schönen Observatorium aus in die Oefl'entlicbkeit gedrungen; es schien als 
arbeite dor königliche Astronom nur fm sich und höchstens für eiuen sehr 



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engen Kirii von freunden; ja, Jlanriii? munkelten sninir davon, die Beob- 
.u-hlmsL'.-iM^ifli'r der llreeuwicher Sternwarte sei«« leer und lief dortige 
Astronom li.ii'i; lai.ii:eht'.lo kmir ui/hls irrthu::. 

Unter sol.-l.'Mi l":i].^i:.deii\erle.|- Newton die Geduld. Kr war damals 
l'riisideiit der kun glichen Gesellschaft ..tcr Wisseiischirtton und that min 
Namens dieser Korporation hei der Ite^eruiiL; S.;r; r it (■■, eaimii diese Flaiu- 
steed vaii HoiaiiMpile stirii.T ISeoliachlungen anhalte.. Im Jahre 170-1 wurden 
1200 Pfd. SterliiiR für die Kosten der nriiekle(!iini; lirwillyi und Prinz 
Georg von Dänemark. Geniahl der Königin Anna, ernannte i'iu ComiU aus 
Milgüedern der königlichen Gesellsil.at'r. um die Publikation der ("irecnwitdmr 
Beobachtungen zu überwachen. Aber es bedurfte der langwierigster Ver- 
handlungen, die auch keineswegs stets in einem liölliehe.n Turn; «(■führt 
wurden, um überhaupt von Hlamsteed etwas herauszubekommen. Endlich 
einigte man -iii h dahin, dass die siimnit liehen Keohr,ditun!;en in zwei Gruppen 
vortheilt putiliiun, werden sollten, von denen die erste alle Bestimmungen 
von ltiSK) mit dem So* lauten, die ;;we:te dangen alle iie^haehtiingen am 
.Maiiiikr.'is'.' seit jenem dalire. umfassen sollte. Der erste Tljcil erschien 
endlich 1707 unter dem Titel: „Historie coelestis britannica"; was dageixen 
den /.weiten Theil anbelangt, so erhoben sieh über dessen Pnblieirung aher- 
mals Schwierigkeiten der bedeutendster. Art. Zunächst glaubte Flanlsteod, 
diese ISeobaehiiingen -eleu Licht zahlreich gcnin;, um ihre ;m stiebende Ge- 
ininigkeil vertreten i.a können, dann halten ;im-;i, tr"iz der Mithülfe von A. 
Sil :i , die liediiciidnsreehnunnvn nicht i^le ennt.rollifi werden können und 
schliesslich bestritt V hl jusl eed überhaupt das lle.idil des Staate« all Beob- 
achtungen, die mit. In-Ifiinienti'n seines l':ival hesil /,s angestellt worden seien. 
Ha trat ein v-dkändige. /.erwiivlmss /.wischen dein königlichen Astronomen 
und dem Coniite der : iiiir.gHc.hen l ;-■-.■] I ~i-li,il"t der Wissenschaften ein. Letz- 
terem gelang es indess, eine Ordonnanz iler Königin Anna zu erwirken, wele.be 
eine Inspection der Sternwarte durch eine Commission von Mach kundigen 
befahl. £)ic=e (.'ommii-sion iie-l.ii. 1 uns .lein damaligen l'iäsidenlen Koh-r: s, 
Dr. Arbuthnot, E. Halle;-, Ur. Mead, Sir Ohr. Wren und Dr. Sloanc. 
^i-. 1 entledige si;h des ihr gewordenen Auftrags nud nahm ein Inventar der 
auf dem Observatorium vorhandenen lntrumente auf. Das war das erste der 
seitdem üblich gewordenen Inspections-Coinitca, die unter dem Namen Board 
of Visitors bekannt sind. Flamsteed erhielt, wn Jemselhen den gemesse- 
nen Auftrag, seine Hochachtungen auszuliefern und E. Hallcy ward mit 

'Seien |i]|i ■kl: ;.'i[ii;i be(ran'. 

Endlich, im Jahre 1712, erschien der ^veile Iiand der Historia coelestis 
l-'i-ihuiniea und /.war mit einer Vorrede von Halley, in welcher dieser sieh 



April 1 
l.'nlcrllrückmi 
tragte. Aber 



nig freundsohaftlicl 
Ii nicht der Mann, sieh ii;.;. inl etwa 



rerthfiOten Esemplare 



Halley'schen Angabe seiner Lieobaehtnnge 
jede Mpur der l.'ndank barkeit der beiden Zeitgenossen verschwinde, die ihn 

übler behandelt hätten, als jemals Tycho Brahe in Dänemark behandelt 



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worden wäre. Von juwt beschäftigte sich Flamsteod ausehliesHÜe.li nur 
mit dcui I>ru<;k seiner Beobachtungen, den er auf ci^unu Kosten untcniahin. 
der aber erst 1T2"j, lange naeh seinem Tode, beendigt wurde. 

Am 31. Dezember 1710 starb V 1 ;l in st.uu (1 und bereits acht Tage später 
erfolgte die Ernennung ^i-itn-s Nu eh Nigers in der Person das berühmten 
Edmund Halley, eines der hervorragendste n Asl reiumien aller Zeiten. 

Halley, geboren zu London am 8. November 1 <iü>(> als Soliu einen 
reichen dortiger Kaufmanns, zeigte schon in 1'rüher Jugend eine ausser- 
ririliiitlii liii Vorliebe für diu Astronomie. Seine Mittel gematteten ihm die 
lirei'i Innig einn:' Anzahl vorzüglicher Instrumente, sowie die Krrichtnng 
eines rijiciii! n Observatoriums, auf dem er wichtige llco:.afhrniLgcn anstellt... 
Ka'im ztvaiiiig -Jr.h r. ■ alr, schiffte er sich nach der Insel Helena ein, um dort 
die Sterne des südlichen Himmels zu beobachten, von denen ein Katalog da- 
mals nouh niuht vorbanden war. Dieser bewundernswürdige Eifer war jedoch 
leider nicht von entsprechendem Erfüll fekrüut. iiie VV i1 ti i nn>. vt-rh fi Et - 

msse der Insel St. Helena erwiesen sich weit ungünstiger als vornusz-.i-Lhcii 
war, su dass im Vorlaufe eines Jahres nur etwa MO Sterin; beobachtet 
werden konnten. Diese Beobachtungen erschienen 1679 in dem Werke Ca- 
tak"_'l;s ;ti-ll;iilliii aUslruü um. 

Während seines Aufenfhal tos auf der Insel ilelenii beobachtete Halley 
am 27. November liV7T einen Vovübeiguug lies Merkur vor der Sonueu- 
scheibe und erkannte hei dieser ' lelegenheit, die Wichtigkeit solcher Durch- 
gänge für die Ermittelung der Soll neu] wallaxe. (Uoich/eilig fand er aber 
auch, dass Merkur wegen seiner großen Nähe he; der Snriüc wenig ijeeignet 
ist, scharfe Besultate au gewähren, dass dagegen die Venusdurehgünge atisser- 
'i;ilen:lieli vortheilhaft zu diesem Zwecke benutzt werden können. Noch 
gegenwärtig bietet die von Halley vorgeschlagene Methode die grüsste 
Scharfe unter allen, welche zur Ermittelung der Sonnenparallaso bis jekt in 
Anwendung gekommen sind — und sie wird YOrJiissici;lli,;h auch auf langt 
hinaus Veranlassung sein, die. leider so seltenen, Venusdurehgünge mit. Aw- 
bictum.- aller Hülfsmittcl der Wissens ciafl an möglichst von einander ent- 
fernten Orten der Erde zu beobachten. 

Halley war von St Helena kaum nach England zurückgekehrt, als er 
niii einem, uns allerdings gegenwärtig ziemlich eigentümlich ersebeineuilen. 
Auftrage der königlichen Gesellschaft der Wissenschaften nach Danzig ge- 
sandt wurde. Es handelte sieb nämlich um üntscheiduug der Frage, oh bei 
astronomischen Messungen die Anwendung des Fernrohres oder die ein- 
fache Benutzung von Dioptern sicheierc Resultate liefere. Heute kann selbst- 
redend die Entscheidung keine Sekunde zweifelhaft sein, aber vor 200 Jahren 
war man in diesem Punkte durchaus nicht einig. Picard, Kümer und 
Hooko behaupteten freilich, die Benutzung des Fernrohrs bei astronomischen 
Messungen liefere die sichersten Resultate, allein dem widersprach Hevel in 
Danzig, dessen Beobachtungen nicht ebne Grund als von.ilglicb betrachtet 
wurden. Halley sollte mm mit Hevel zugleich beobachten und zwar unter 
Anwendung des Fernrohres, während der Dan/iger Astronom dieses Iiistru- 
'iMOt #«io*n Mfann^-n ni.|ii*lt H. i*l iii>il<«l|r>1i^ u i ■ . I in 

^enis-ier Beziehung für uns beute ganz unerklärlich, dass bade Beobachter 
beim Vergleiebe ihrer Messungen eine ausserordeutlich nahe üebereinst inim- 
ung fenden; selten stiegen die Unterschiede anf mehr als 30 Bogensekutideu 



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die den Beobacbb 
Wie dem aber a 
■ Uc b Erzeugung vt 



in liezug auf die Tlieuiir h!h riu;lo[rij[.liil] i i j- lirukn-lii. 
iUibcliiiyte, hu hol fmlidi diu britisii-lie N nt i o nal stein wart.e 
quellen dar, die Milieu K I am.-it e d's bellen sogar die n- 
Inali'iiiuciili' iiU ihr Kii;\-iil Iiinii ni'^rKi'immeii und dius I 
toriums zeigte den Anblick IvostkW Oed«. Halley lieg 
rin Instrument nach der Idee Uömer's aufstellte, ein 1 
dessen Fernrohr h'k Fuss üivniuvritc und ein nicht aehn 
von 2 Zoll Durchmesser bcsass. In der Khenc des ge 



le horizontal, der ändert v rU c ; 1 1 var und ih-:v:i K rutizuujispuukt g 
>ridian lag. MittuUi. drs -o Linl^L-k-llt^i U-.tailranton konnte Hall 
etasceusionen und Deklinationen zugleich beobachten und diese ". 
, nachdem sie allerdings gegen Ende des vorigen Jahrhunderte o 



ä Königin Karoline das Grei 
i lebhaftes Interesse für die i 
»enden Gelehrten wie Halle; 



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innerung daran, dass dieser 
maudo eines Seeschiffes gefiil 
Sternwarte iiüirlich 101) Pfd.. 



keine einzige der HidleyVirhen regelmiiNsigen Beobachtungen auf der (ireen- 
wicher Sternwarte jemals puMicirt worden, auch gegenwärtig keine Hoffnung 
dazu mehr vorhanden, obgleich diese Beobachtungen wegen des beträchtlichen 
Zeitraumes, der sie von den unseligen trennt, einen bedeutenden Werth 



irectoratc der Ijreeriwie.lier Sternkarte der griisste Beobachter de 
irhunderts, James Bradley, der Entdecker der Abirrung de 
des Wankens der Erdase. (Forts, folgt.) 



ierigsteu wahrnehmbaren, 
ierflaclio des Mondes dar- 
dungen, welche man erst 



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Cassini, Biancliini, Luhin-, Tobias TvT ;;>>.■ i- u::d sollst William Hersehel, haben 
keine Spur dieser Bildungen mhrgenommon und Mildler betont, dass dio 
Auffindung der ersten Mondrille mir wenige Monate früher datire als die 
des innersten Sahirusmomles. Man bezeichnet mit. dem Niur;t:i Killen, schmale, 
furche nartige Vertiefungen der Mondoberfläehe mit steilen Bändern, die sieb, 
meist in annähernd gerader Linie, meilenweit hinziehen, durchschnittlich 
überall gleich breit sind und meist an den Endpunkten dadurch unsichtbar 
werden, dass sie flach auslaufen. Auf der Knie beri lache esistirt unter den 
Naturgehihlen ein Analogon zu den \londrillen nicht und man kann letztere 
etwa nur mit unseren künstlich angelegten Kanälen vergleichen, darf dabei 
jedoch nicht ausser Acht lassen, dass die Kille!; nur naliirlicbe Fünnationeu 
sind. Durch direkte Beobachtung würde man anderseits freilich nicht mit 
Sicherheit entscheiden können, ob die Killen nicht wenigstens zum Thßü mit 



eifrige Beobachter sah am 5. Oktober 1787 mittelst seines siebenfüssigen 
Spiegelteleskops iiurdiiitlioli vuni iiingi;chirgc ArisÜLrclms und nördlich von 
dem daneheti liegenden Binggebirge Hei'odolus ein „scbhingerifürmiLjes Thal" 
und konnte dasselbe um 7. Oktober aoeh etwa- weiter fortlaufend verfolgen*). 
Von Schröter rühr, auch die Hcnenuiing .1.1. " her. Die Kille des Herodot 
ist, was Breite, und 'fiele anbelangt, eine der bedeutendsten auf der gauzeu 
Mondscheibe und sie kann, wenigstens im südlichen Theile ihres Zuges, schon 
mir. gewöhnlichen Ferngläsern wahrgenommen werden. Neben ihr zahlen 
zu den leicht wahrnehmbaren, mit A Chromaten von 2'/ s Zoll Oeffimng bereits 
sichtbaren Killen, die folgenden; 

2) Die Kille welche durch den Krater Higin.is zieht und deren nord- 
östliche Hiilfte Sehröter am 5. Dezember 178S zuerst auffand. Den übrigen 
Theil sah er erst später, me sehr bezeichnend für die geringe optische 
Scharfe seiae- S]iic-i.!t.l,-ko]is kc 

3) Die Ariadüus- Hille, westlich vou der vorhergehenden und ebenfalls, 
wenigstens in ihrem Tlaigit.zuge. leicht aiitzaifiude.n. Auch sie wurde von 
Schröter entdeckt, am 29. Februar 1792. 

4) Die grosse, hreile Kille im Innern des Hinggebirges Betavius, von 
Schröter am IG, September 1788 aufgefunden und ausgezeichnet durch den 
Glanz ihrer ltander. 

5) Das breite Killeubett westlich vom llinggebirge Ramsdon, von Schmidt 
1849 am 4. Januar entdeckt. 

Neben diesen leicht sieht baren Hillen, evisliren zahlreiche Uebergangs- 
stnfen bis zu don feinsten Linien die noch obon bei günstigster Luft iu kralt- 
vollen und vor allen Dingen scharf biL'icn/cndcu Ferngläsern erkannt wer- 
den können. Mä'dlor hebt hervor, ehiss sich die Rillen im Vollmonde als zarte, 
weisse Linien auszeichnen, in den Bimsen daseien häulig als schwarze, in- 
dem mau alschiim gewöhnlich mir die Schallen des einen Bamles erblicke. 
Imless sind linr wellige der grösseren Rillen im Volbnoude als helle Linien 
sichtbar, auch sieht man nur bei wenigen hinlänglich deutliche. Schatten, 



■J Scliriitcr, Sefciietoi). w -.i|ilLKelie IViaianih'. Heimstellt 1791. S. SSI. 



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keineswegs bot nlleu. Viele zeigen sich vielmehr dadurch, dass der Boden 
der Kille eine etwas andere, meist dunklere Färbung oder Erleuchtung besitzt 
als die Umgebung. Mädler liat nur sehr wenig Killen zu sehen vermocht 
und auch diese nur unvollkommen. Bei den meisten erkannte er so gut wie 
gar kein Detail und zeichnete und beschrieb sie als Furchen mit geradlinigen 
Kündern. Die genauere Untersuch nag mit besseren optischen Hülfsmittelu 
und häufig mehr als 400fucln-ti Verirrf.*<*riiiiüwi hei vorzüglichster Schärfe 
der liilder, hat mir im Verlaufe der Zeit »en-! r l, dass jene Vorstel Inn gsw eise 
nur eine äusserst unvollkommene isl. Hie meisten Rillen, bei denen man 
überhaupt diese schwierigsten Untersuchungen noch anstellen kann, zeigen 

parallelen Ufern wie unsere Kinase. Wo sieh bei Vergrößerung von etwa 
200 mal, eine gerade, rill.'nthnibrn Ldeieli hieile liillcnrurche zeigt, da erblickt 
mau bei günstiger I.ul'f und mehr als -lOHfiither Verbesserung kleine 
Schlängelungen der Ufer und letztere treten bald näher an einander heran, 
bald entfernen sie sieh mehr von einander. Ich muss ausdrücklich hervor- 
liehen, dass es sich hierbei in den meisten Fällen jedoch nicht um krater- 
artigo Erweiterungen handelt, sondern durchaus um lokale Ausbuchtungen 
ganz analog denjenigen an d«u Ufern unserer irdischen Flüsse. Diese Ört- 
lichen Unregelmässigkeiten der Rillenufer sind nur mittelst sehr vollkom- 
mener Instrumente, bei ■_>fi[i~l isfi-in l.u: L/.'.islan Ii- und grosser Uebung im 

Auffassen der kleinst« <lh-gensli' ! .ude der M Inf.e: darin- « ah r/u nehmen. Ich 

will in dieser Beziehung ein rrül'uii^.-i'lö-ki hii-r angehen, Oestrich von 
dem KiuggebirgC Thesit im mittlem Thnil<- der Mondselieihe, befindet sich 
eine Hille, die Schröter am 15. Mai 170ii zuerst und unvollkommen sah. 
Mädler fand sie 1834 am 18. März und beschreibt sie in seinem Killenkata- 
logo"') mit folgenden Worten: „Vou einem schwachen aber hellen Hügel 
durch das ebene Maro nubiuin zum steilen Walle eines kleinen Ringgebirges 
ziehend. Schwer zu erkennen und wohl nicht über 300 Xoison breit". In 
der Mappa Selouographica ist sie als gerade Linie gezeichnet In Wirklich- 
keit zieht die Rille nicht von dem Hügel, sondern durchkreuzt deuselben in 
einer tief ausgerissenen, gewundenen Selilneld, schlangelt sieh dann durch das 
di'nHe jlare rubium mit verandn Ii-. her ISieile, wobei die Ufer unsymmetrische 
Ausbuchtungen zeigen und der ^hüllen in der Tief« sichtbar ist Die Rille 
zeigt ganz den L-hai akk-r eiir.'S Flusses. ,uu;h iinift. sie nicht zu dem steilen 
Walle des kleinen liiu^gidiir i; s minder:! »ehl -slli.iii daran vorbei. Wer diese 
Eigentümlich keilen im Ihm« der Ufer dieser Hille mir Leichtigkeit wahrzu- 
nehmen vermag, kann als /u genauem l'niersnclimn.'en solcher Gebilde aus- 
gerüstet, betrachtet werden. ISeih'infe heiuerkt hat von den früheren Be- 
obachtern Niemand die hier besprochene Kille genauer gesehen als Gruit- 
buisen. „Diese Furche", sagt er**), „entdeckte ich am 1. Januar 1822 
Abends 7 Uhr 45 Minuten, bei naher Liühlgi4nze im Osten mit dem fdnf- 
fuseigen Fraunbofei -'sehen Tabus mit JSDmalip'r VergrÖsserung und zeichnete 
sie sogleich ... Sie hat eine Länge von 7.8 geogr. Meilen und geht vou 
der Ostseito des doppelton Ringgebirgs a in leichter Krümmuug nach einer 
scheinbaren Erhabenheit bei b und endet in derselben mit einer scheinbaren 



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— 10 — ■ 

Erweiterung". Diese scheinbare Erweiterung, von der M&dler nichts wabr- 
zni,.' Im KU vermochte, Hi mm nichts anderes als die tief eingerissene, ge- 
wundene Schlucht durch welche die Kille den Hachen Hügel zerspaltet, wie 
ich oben angegeben. Wie bereits erwähnt, war Schröter der Erste der ilie 
ltillcnformation auf dem Monde entdockte. Im Vorlaufe seiner vieljahrigen 
Beobachtungen hat derselbe im Ganzer. 11 iiilleu aufgefunden, nämlich ausser 
den oben genannton (des Horodot, Higinu.s, Ariadäus, l'etaviua und Thebit) 
uoch folgende; 

l'IUli ir ■•■',).' Hhi'wh.yq-- J'h.iiiiu- :X:'. f'iij des RillelikiM vmi ^lmiiih.j. 
Diese Rille ist -ziemlich leicht sichtbar und ausser in einem kleinen Theile 
ihres Zuges llacli. 

Rille südlich vota lliwjijetiirm: Arrhii,i< Uns. Schröter sah sie am 

S. September 1 7 HS i beschreibt sie als ein 8 bis 9 geogr. Meilen langes, 

Vs bis */ s Meile breites Thal, das sieh in der Hiclitimg n;u:h den Ruinen 
üiiii':. KiiiL'^.'liiiiip erstrecke. Madler liihrt diese Kille nicht auf, wohl aber 
Lohrmann*). Schmidt führt in seinem Kataloge die Rille auch nicht auf, 
wenigstens könnte nur seine Nr. 183 hier passen, doch stimmt die Lage 
dieser let.ztcni nicht. 

Bitte heim Rhiijiß-.binje Guy Iammc. Ein hiebt sichtbares, breites 
Felsenthal zwischen zahlreichen Berge». Am G. Febr. 1797 entdeckt. 

Eittenartige Schlucht beim Rmtitiehinje Hörschel, am 5. Oktober 1791 
entdeckt 

Tlialarüye RHU beim RiuyijeUrge Capetta, am 8. August 179G 
entdeckt 

Rille, südöstlich iwisehnt Ai-iflmrhit.~ und lltnulvliis. Am 28. Dezem- 
ber J789 sah Schröter diese leine liilie von einem bügelarltgen Bergrücken 
begleitet Iiis jetzt ist sie nur von Schmidt zweifelhaft wiedergesehen 
worden. Mit Ausnahme dieser sind die übrigen von Schröter entdeckten 
Rillen wenigstens in einzelnen 'Miellen leieht zu seilen; trotz der grossen 
Anlincrkscmikeir. und ilem helMirlieiien bleibe dicc; IScobüditeiv- verhinderte 
ihn doch der Mangel au Schürfe bei seinen Reflektoren weitere Hillen zu 
finden. Erst Lohrmann fand bei meiner .eetianeu topographischen Aufnahme 
des Mondes seit 1820 eine belrdchliicjic A:i/ihl neuer Killen, wozu ihn die 
Srhiiife si'lues ' if i'issig,.'ii Fne.iuh efc r'so hell lict'taktora von Ü4 1 ' pbjectivdurch- 
mes-er vurzü^livh bchihigl-c. Xoi-i. früher aber hat Gmithuiaen Zi-hlreicdie 
Hille:« entdeckt, dieselben jedoch nicht kartographisch niedergelegt. Kr selbst 
gibt die Zahl der von ihm aufgefundenen auf 100 an und hat etwa die 
Hüllte davon unter iler Ke/eicbuung ; Klüfte, i'lussbetleu und (ieiäunit« im 
dahre 1S24 namhaft gemach! le.h komm« weiter Hillen siii'/ieller auf 

rlie Ausführungen Gin ithuisens über die Mondrilleu zurück und will liier 
nur bemerken, dass er denselben für die genauere lienntniss der Mwubiorr- 
flaehe eine grosse ih deiMiing beilegte, nährend Lohrmann diese Bildungen 
rein .-achlieii bespricht ohne sich über ihre Natur oder KuisteiiiingsiveiH 
weiter auszulassen. Im Ganzen hat letzterer, von dessen Mondkarte bei Leb- 
zeiten nur i Blatter erschienen, nach den Angaben ?on Schmidt, der die 



•j T. |,.^r:,|.;,i,. ,i ..Olli in r:H. M.'N,i..l„-rll:ii;lli;. SMt. IV. Und S. HS de» Teilai. 
") Kätners Archiv \k\. ], lieft 2, S. IM— 10. 



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vollständige Arbeit von Lolirmann rodigirle, 7". Killen entdeckt, daruntei 
mehrere, die bis jetzt- n.n kidiiem andern Lenba.idiler « ieilergeseheu worden sind 
Beer nnd Madler haben zahlreiche Killen anlitidundeii, viele davoi 
hatte freilich schon Lohruiaun trüber gesehen, zieht man diese ab, a( 
bleiben 55 Killen, die Hädlcr zuerst entdeckte. In einer ausgezeichnete! 
Abhandlung gab dieser berühmte Selenograph im .Jahr« 1811 einen beschrei- 
benden Katalog aller damals brannten Killen. Mit wenigen Ausnahm« 



einem achromatischen Fernrohr von 44" n.-fflmng, dessen sich Madler be- 
diente, kaum übersehen werden konneu. Bin merk« ünligi's. [!,■ i spiel dieser 
Art bietet das Hillensysl.em des Itamsden und ich halte es für sieller. dass 
dasselbe zu Madlers Zeit nic.lii Heine heutige Augenfälligkeit besass. Im 
Allgemeinen ist, jedoch hei Sehliisscn dieser AH die. gn'issle Vorsicht und 
/.uräckhiUimg eii.irdei-lieli. um nicht in Irrt.liiijner zu verfallen. leb will in 
dieser Beziehung ein Heispiel anführen. Südöstlich, vom Krater Higiuus 
liegt das Kinggebirgü Triesneokcr in einer l'asl freien tibeue. Westlich davon 
entdeckte Uädler am 110. April 18;«) mehrere Killen, eines wie wir heute 
wissen ausgedehnten Systems, hie dentlielislo licj-selbeu beschreibt er als 

neeker hihle we^ne^ettan^e EAe and dies Mi Vre deaUichste SteUe. 
Das ist in der That der Fall, aber im Ganzen ist die Kille recht leicht zu 
sehen; seihst bei ziemlich liebeln tsnnnonslwidi' zeigt sie sieh als ein Syslom 
zarter Linien die etwas dunkler sind als ihre Umgebung. Nun hat Lohr- 
inanii die ümgebung des Triesneekn obenlalls mitgenomme;! und in Sec- 
tiou I seiner Karte niedergelegt, Diese harstollung ist im Urossen Und 
ijnul>-n i'iin' "—.Ii i'. iijn - ••• m- (• i Mü ll- > ••• iJ«--'.> «. hil 1 . i .-i 
dem Killeusyatflni des Tricsnccker keine Spur vorhanden, Lolirmann hat 
ni Iii Iw i' nniM' AIm.'iii^ •l-*-.*lt , u MuwN mäii In oi- 1.( ^Ijul- n. 

dass dieses Hillen Sutern in der Zeit zwischen den Ueohaehtungen Lohr- 
manns und Mudlors entstanden wäre? Dieser Schluss würde iudess ein 
sehr nnriehiiger sein, denn s.ehon im Jahre IKK hat < Iriiithuiseu .las ii: 



die Kille als Flussbett. „Dieses Flnsshett", sagt er, „entspringt bei dem 
Lohrmann'schen Ilinggebirge K an dessen nördlichem Fusse mit vier Armen 
und einem Nebenarme, Der Slamm lauft, indem er immer breiter wird, 
dem Kinggehirge Tiiesiieeker zu. nne.'hi hier, wo er am breitesten ist und 
um tiefsten y.u sein sebeinl , ein Knie; wird nun wieder sehmfiler, indem er 
dem dunklen Fleck Iliginus sieh zuwendet; hier macht er, nachdem er den 
Arm /' aufgenommen, ein zweites Knie, nimmt dann vom rireellchcn i und 
von der entgegengesetzten Seite kleine Zweige nnd einen grossen vom Tries- 
uirker kommenden laugen Ast auf und läuft, nun letzten Knie an geraden 
Wests dein länglichen Liel'iige 73 der Itfhi'rnaun'sehen Karie zu, mach; hier 
eine kleine Kiegung und zerstreut sieb ein kleines Delta bildend, ähnlich 
dem der Kluft bei Higiuus. Die ganze Länge dieses Plussbetts beträgt 



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t das Knie I 
als ich aucl 



I.ohrmanu in Dresden 
■ li'^i; liilli':; r^ali, 
Krst als dieser e'ux Koi 



Letztere ist in der TiuU aullallig; ih* ]-A/.W M-mdvi.i t J Ual -ui j. in Ti-i: 

Nachmittags 2 Uhr 28 Min. ein und die Rille liättt; ..lemnaeh sichtbar sein 
können. Leider hat Gruitliuiseji weder auj^üvthm, wilelies Femrohrs er 
sieh hei der Beobachtung bedient«, noch — und dies wäre das Wichtigste 
gewesen — was er von dem kleinen Detail der Mondoberfiiche beim Higinus 
/.a sehen vermocht«. Ich selbst habt! die Hi^imisrilln in den letzten 12 
Jahren immer mit »b'ielicr Dcmlirlik-it ^.rlien und linde weder bei Mäd- 



dass maji weder au "Wolken noch au Nebel, die in jener 9 Meilen lajigen 
Schlucht lagern könnten, zu denken vermag. Bei hinreichenden Yergrüsse- 
ruugen und günstigem Lufhusianrte erkenne iub ib!iitlb:b, dass die inneren Ah- 



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— 13 — 

liämri* iLi'r Her dieser Hille kleine l-'arbi'iiiiuterscbiede zeigen. Von manchen 
Stellen st.inhli das Sntiiicnlicht .■ubt-biedcn -vlUidi zurück, andere "ianzcn 
weias. lila wenn *ie mit Schnee licdeckl wären. Im Heben mochte ich diesen 
Tlinil der Higinusrille etwa dem Rheinihale zwischen Hingen und Cehlenz 
vergl-deln-ii; aber dieses nihde, vom Mumie ans gesehen, nicht den Anblick 
.tn- l-Visch.. darbieten, welche die l'elsen der i f igi nusri j le aus z e i oh H et , auch 
würden dort tlialsäohlioh Nebel häufig wahrgenommen werden. 

Ausser dem iiillensystem des Triesuceker hat Gruithuiaeii noch ein 
ganzes Nota sehr schwach er Killen entdeckt, welche diu siiilv.fat.Uche Hälfte der 
11 iginus rille mit der grossen Kille de- Arindäus verbinden. „Sie hatten", sagt 
it, „sau/ das Ansehen, wie eine holländische Spezinl karte, worauf Kanäle 
verzeichnet sind". Von diesen Hillen ist bis jetzt nur eine wiedergesehen 
wordeu, welche du; Verbindung zwischen der Ariadaus- i;iid Hiirimt! rille her- 
stellt. Eine andere von Gruitlutiseu angegebene Hille, die von der des 
Higiuu; das netibislliche Made di'i Ariadnnsrille sich hinziehen soll, 

habe k:li uuier den ver.el.iedenstea lCi l'Mii:;itiii^:i nkiliiiis-iii und günstigsten 
Bedingungen nicht aufzufinden vermocht. 

Die grosse Hille zwischen den BtaggeWrgen Hesiodns und Capuanus 
entdeckte Gruithuisen am 2<l. September 1815, doch fand er auch spater in 
der Mitte der Kille eine Unterbrechung gerade wie I.ohrmann Und lädier. 
Letzterer bezeichnet dio beiden Hälften dieser Rille als schwer sichtbar. sie 
gehören jedoch zu denjenigen, bei welchen man ziemlich viel Detail unter- 
scheiden kann. Besonders der nordwestliche Theil im llüg.-lgelände cos lle- 
siodus S'»w:ih'': einen interessanten Anblick. Die Kille läuft hier wie ein unge- 
heures Thal liach aus. Sie zeigt dabei mehrere Krümmungen ihrer rauhen 
Felswände, die gegen das Hiniig.diirge Hesiodns hin niedriger worden, aus- 
einander treten und sich bis zum I i •■• seine; Wallet verfolgen lassen. Bei 
zunehmendem Monde, wenn die Lichter;; uze durch k:s Kitigocbirgc liiiläeid'.is 
;;Lhi. ieigt. sieh der nordwestliche Theil dieser Kille in überrasche u der Deut- 
lichkeit. Alan erkennt- daun bei starker Vergrößerung mehrere Unebenheiten 
des Bodens der Kille auch erblickt man etwa 5 Meilen von ihrem End- 
punkte entfernt einen mächtigen Vorsprung des Südufers. Dieser Einsprang 
ist zu beträchtlich, um annehmen zu kennen, es handle sieh hierbei Hm eine 
örtliche Abrutschung der südlichen Wund; eher mochte ich an einen kleinen 
Kriinlionslscu-el .lenken, der sich am Runds de,- Hille erhoben hat. 

Die Rille beim Ringgebirge Sahine. gerade unter dem Aeuuator des 
Mondes, ist von GniiUiuisen am 14. November 1817 mit einem kleinen 
trau uh nie r'schen Kornrohre von 18 Zoll Brennweite entdeckt wurden. .Sic 
zieht in geschlängeltcr Gestalt durch die dunkle Kbone des Ma-e trfaiqnilli- 
tatis. Auch die interessante und leicht sichtbare Kraterrille östlich von Era- 
tosthenes (Nr. 41 des Katalogs von Mädler. Nr. 174 des Katalogs von 
Schmidt) sowie mehrere benachbarten ähnliehen Killen hat Gruithuisen 
seil- ISLiJ entdeck! m:d ihren (.'barakter erkannt. Diese merkwürdigen Killen. 
d'.]^leici]..'li -'s ilüch viele andere oüd. bilden eigentlich Reihen von Kralern, 
die in inniger Verbindung mit einander stehen, indem ihre Wälle Oeffnungen 
aus der einen in die andere Tiefe l'rei las.-on. Bei der genannten Hille bei 
Eratosthenes, die sehr gm sichtbar isl, habe ich vergebens versucht, das Ma,- 
Mrial der fehlenden Wall^egmeiit" in der Tiefe wahrzunehmen: es läs-t sich mit 
Sicherheit nichts dergleichen erkennen. Wie bereits Schmidt erkannt hat, 



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zeigen bai starken Vergribi seimigen viele Hillen krater.irlige Ausbuchtung? n 
und deiiseihe Iren'i In ii Ii' Keleiiograidi ln-liLHijili-t-. dass il-n-inst kräftigere In- 
>-t-ii]tt].'i]!i- J i:n -]j ivf Hürden, dass die l'erni tli>r K rat enei heil nie hei tf 
iistlieh viiii ('amrarms d.'ii meisten Hillen ganz "der Iheilwcise eigen sei. 
Nach SehDiidt sieht man dieses Auftreten der Krale] form besonders schfin 
in und auf den Killen, am Higinna, an der Hille des Heiner, und in den 
Killen des Furnerius, Messala und Atlas. Die kraterartigen Ausbuchtungan 
zeigen aich am deutlichsten in der Thsit hei der HiKiiiusrilln .und haben 
Madler zu der Meinung veranlasst, daaa die Kille hier auf Krater trolle 
deren Wälle aic gesprengt habe. Hei stinken Vrrgresseiu n::en erkennt iiiil.ii 
aber, dasa es sieh offenbar hier nur um lokale Ibwetlcrmigou des Killen- 
betteB handelt. Dagegen mündet die Kille offenbar in den Krater Higiuus, 
der nur eineu niedrigen Wsill he-il./.t. Wo die Kille im Westen diesen Wali 
trifft, erhellt sieh auf let/.teriii südlich ein kuppeiförmiger, ihm gegeuHber 
ein apitz aufsteigender Hügel und /.wischen beiden hat die Rille ihr« breite 
Miiiiiluni; in den Wal! des lliginns eiiiyesehuitten. Das Innere des le|/lent 
acheint nicht sehr tief zu sein und man erkeunl, zur Zeit wenn die Licht- 
grenze noch nicht zu weit östliuh über den Higinus hinaiisgeriickt ist, den 
Lauf der Kille im Innern des Kraters an einem hellen Ktreifen der gegen 
Neribi.-ten zieht, ivo die Kille in ihrer Fortsetzung den Wall /um /.weiten 
Male schneidet- Mädlcr i:o:i>tatiite srlie.it 1832 am 13. September 5 Uhr 
Morgens, dass die Kille selbständig durch das Innere des Higinua lieht, 
indem er dort ihre Hander als zwei sehr t/ine, glänzende Lielitliuien erkannte 
Ities.: ltei.>ha'-:iliii:g kennte, -n viel ich weiss, bis jetzt uueh -1 it w:ei[erhid". 
werden, dagegen erkenne ich ohne i-ii-lm ii.-riyke-ir den hellen Streifen im 
Innern des Higinus, der dort die beiden ffallilui-.'bbriii.-lie /n verbinden 
seheint (Schluas folgt.) 



Bie wichtigeren und interessanteren Doppelaterne, 

mit besonderer [terüetisiehlignug der scJuvn in gewfdmlichen Teleskopen 
sichtbaren Ohjekte. 

35 im Haar der llerenice (1687) 
Rietanr. 191° S2' Dekl. + 22" 3' 
Ein dreifacher Stern, dessen entfernter Itegleiter von W. Berschel am 
fj. Febr. 1782 zuerst gesehen wurde. Der l[uu]itste.m ist nach Strlive 5. Gr. 
U. gelblich, der nähere Begleiter 7.8 llr. n. blau. Die Distanz hat seit Struve 
abg''];'i:;nnen. Letzterer fand 

1829 Distanz 1.4:12" I'os.-Wiukel 25.30». 
Nach Demhowaki hat man für 1863: 

Diatauz 1.3" Pos.-Winkel 50.33°. 
W. Herschcl vermochte diesen Hegleiter mit seinen Spiegelteleskopen nicht 
zu aehen. Der entferntere Satellit ist nach Struvo 9. Gr. nnd mau hat für 
dessen Bewegung folgende Bestimmungen: 



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— 15 - 

W. Hörschel 1783 Distanz: 31.28" Pos.-Winkel 126.85° 

South 3821 „ 29.49 „ 128.30 

Stare 1830 „ 28.605 „ 124.71 

Dembowski 1857 „ 28.391 „ 125.71 

Anonyma in der Giraffe (1694) 
HecteHc. 11)2' 0'. Deklin. + 8i° 12 1 . 
Ein leicht zu benfauMHuler Doppelst*™, dor sieh schon in kleineren 
[■'crnrohicii sehr bestimmt darstellt. Her Haiintfilrni ist niii'h SfriivB 4.9 Gr., 
iliT lii-^li-ili'i' ojiif halbe Grösse nklasse schwiiehei- und hehle sind ueiss. Kine 
Vcriliiacriins! 'iif Hut ■ ■ I ] Lt-Crti hat sieh sdt ilen .Messuni^ii South's im .la.hrc M:!2 
noch nicht gezr.i«t. Niiili Sl.ruvc betrag 

1832 Distanz 21.755" Pos.-Winkel 327.24" 

12 in den Jagdhunden. (1692) 



1 . . ■ i t. nic-.lit luich/.imeisen. TiMl/iiem isl diese; \)<, w ,-Uh-tu als ein physischer 
/u lKt.i-ach1.eu, «eil der Satellit die liigenhewegung seines 1 :,nti lüstern.: [Wil!. 
Letztere beträgt nach Argelander in Itcctasc — 0.296", in Deklination 
+ 0.054", in liogen grössten Kreises 0.235" jährlich. Struve's Messungen 
ergaben 1830: Distanz 19.917" l'os. -Winkel 227.29". 

Dieser Doppelstern verdient bezüglich seiner Farbe aufmerksame Ver- 
folgung, da sich zwischen der. einzelnen Beobachtern in dieser Beziehung 
bi'träi'-h fliehe Differenzen zeigen. 

5 Jungfrau (1724) 
Rtotasc. 195° 37' Dekl. + 4° 4G' 
Ein dreifacher Stern: den entfernten Begleiter sali W. Hersehel am 
14. Mai 1781, den nähern erkannte er erst am 6. Februar des folgenden 
Jahres. Der Hauptstern ist. nach Slrnve 4. Gr. u. weiss, der nähere Begleiter 
9 Gr. Der letztere scheint sich seit Herschel's Zeit etwas vom t'eui.ral- 
stenui entfernt zu haben. Seine Stellung war nach Struve 

1830 Distanz 7.07:1" l'os.- Winkel 343.97« 
Sir John Hersehel u. fonlls erklärten 1824 diesen Doppelst?.™ ffir ein 
gutes Prüfungsohjckt. eines lrmllii-si;:cn Teleskops. Der entferntere Begleiter 
ist 10. Gr. a. W. Hörschel bestimmte 1781 seine Distanz zu 63.9", den 
Pos.-Winke1 zu 294.0». 

42 Haar der Beronice (1728) 

Bwtaac. 195" 44' Dekl. + 18" 18' 
Einer der interessantesten aber auch schwierigsten Doppelsterne, hei 
welchem der Hegleiier mir um wenn; isiiiuier hell erscheint als der Central- 
stern (fi. Gr.). Struve entdeukte die Uujjlicitäl 1H27, dneh koniili- ihunals 
nur der Positionswinkel bestimmt werden u. auch in den Jahren lHllli u. :(4 
war reihst b.'i I I>Um';icher Vcrsrriiri-svniiig eine Trennung nicht möglich. Folgende 
l'ebersicht lässt die Schwierigkeit der Beobachtung erkennen. 



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11.0 Distanz 0.G4O" 
1833.37 „ „ — Kiiifauli 
1834.43 „ „ 228.5 etwas länglieh. 
„ 1835.30 „ „ 191.2 Bicher länglich, aber nicht getrennt. 
183G.41 „ „ 190.2 Diataoi 0.303" 
1841.37 „ „ 3.7 „ 0.324 
Midier 1843.G5 „ „ 190.G länglich. 
184G.49 „ „ 214.G 
1847.41 „ „ 199.5 Distanz 0.21" 
1851.32 „ „ 195.0 „ 0.39 
»ernbowski 1803.22 „ „ 189.10 länglieh. 

Till Jalllfl 1871 fand abermals eine ncgenseitigr Bedeckung der beiden 
l''..i)]li'Hii']ik'ii statt. J il' vk-rte seit Entdeckung der Diiididtiit-. Hie geringe 
l.lislau/., die sein iiiiln: <;h':elic Hellirjieil iiiul der [ 'liiilaml . dass (Iii' liahn 
ili's H,'L'h'il"i- nahe mit unserer Ijcsicluslmit! /li^imiJictiliiUl , madieu diu 
Babnbestimniuug sehr sclniieng. Ullo Slrnvc liüt jedueh die I ii'nUicH mi^en 
durch folgende. Kti'itLi'iitt' hi'Iji- gm, i[;t[v.[j^tclli-ii vermocht: 
Umlaufszeit 25.7 Jahre 
halbe grosse Aie 0.66". 
Eiientrizität 0.480 
I'eriastrum 1859.9. 
Die L'mlaufsila.iH'i- des Ite.gieilers isl die kürj.estc, welche bis jetzt hei 
einem Dopjielsterne gefunden worden. Nach Argelamler betrügt die liigen- 
bewcgung dieses Systenu in Kectasc. - 0.448", in Ileliliu. -(- 0.155", in 
Hugen gnissten Kreises 0.448" jährlich. 



«—{!"'! ■>■»» ■ + STÄ) 

Beide Sterne sind fast gleich hell, der grünere, j.j Cr, der andere etwas 
schwächer und dieser wie Steine glaubt sicher veränderlich. Schon ein ge- 
lU'hulk'ln'S 0|,cr:iL'las neigt beide Sterne L-etreiiut. (jtruvc fand 
1835 Distanz 289.977" Pos.-Wiukel 297.5". 

Ohne Bewaffnung ist die Treu im [ig jedoch nicht wahrzunehmen, indem 
selbst das ausserge wohnlich scharfe Auge von Heis nur einen Stern 5. Cr. 
hier zu erkennen vormochte. 

£ grosser Bttr (1744) 

Iiecbuc. 10'J" 112' DeU. + 55" «' 
Einer der seligsten [)n[>pclste!']ie ries Himmels nnd schon mit einem 
n eh roraati sehen Ferngl;(..r vmi /.w.-i Zell < Üijwl iv^uri-iimesse]- vm erkennen. Der 
Hauptstern ist nach Strute 2,1 Gr., der Begleiter 4.2 Gr. und beide sind 
p-ünlich weiss. Der ISegleiter wurde zuerst von C. Kirch am 1. Sept. 1700 
mittelst eines uiidü.achroinalisi-hra KeinuhLses erkannt. Die Distanz beider 
betrügt gegenwärtig nahe 1.1.5", sie ist sein- iveiiig te Kinderlieb, ebenso wie 
der Poiitiiniswinkcl. Lel/ierer hat sieh teit der lti;i.ib;irl:; niig llrädley's (1755) 
noch nicht um Ii" geändert, sodass diu rinlaul'.^cit \ ieileicht einige Jahr- 
tausende betragt. Dass man es aber liier mit einem physischen Doppelsterue 



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— 17 — 

in thun hat, ist wegen der gleichen Eigen bewe^mg beider Cornponenten un- 
zweifelhaft. Dieselbe beträgt nach Argolandcr jährlich in Eecta.sc. + 0.274" 
in Dekl. — 0.034". in grossteni Kreise O.iei". 

In der Nahe von £ hcfinden sich noch mehrere Sterne, darunter g oder 
Alkor, dessen Trennung schon ein mittelmässigos Auge fast hei jedem Luft- 
zustando wahrnehmen kann. Kadi Auwers Mesiunu'en betrug 1SG1 die 
Distanz 707.24", der Pos. -Winkel 71.30°. Ei sehc-inc, ikss -ich dieser Ab- 
stand von g und £ bis jetzt nicht merklich veriLnderl hat; in diesem Falle 
würmi dann hehl" Sterne « iihv^le'nlhdi rmrli pliy.iise.ti mit einander verbunden. 
In ilfr NH.hr liciimlel sich, ausser mehreren kleineren Sternen auch ein Stern 
8. Gr. den Kimmart im .lahre 1 t'itU zuerst tiemer'üie imil dem er, sehr un- 
in.fliiyer Weise, den pomphaften Namen Lud wintern (Sidns I.udovi.'umum) 
beilegte. Nach Anwe.rs Me.iimiHeii ist die l.:;;;e dieses Hrernchens zu £: 
1862 Distanz 8' 30.42" Position^-! ::l;el 101.:.^". 



Ein schwieriger Doppelstern, den Struve im Jahre 1829 entdeckte. Damals 
betrug die Distanz 1.054", 1843 war sie auf 0.713" gesunken und seitdem 
ist sie so gering, d.-vss keine Messungen mr^lieli sind. Der Hauptsteru ist 
5.7 Gr. der Begleiter 7.6 Gr. 

t Bootis 
Koctasc. 205" t>'. Doklin.' + 18" IV. 
Ein Stern 5. bis 4. Grösse der mich .Mu; llerschel in 20" Distanz einen 
sehr schwachen Begleiter hat. Hr^.'hel ;e.]vaMe denselben 16. Grosse, was nach 
Struve 11. Gr. oder Argelander's 13. Grösscnklasse entspricht. Ks ist also min- 
destens eiu 6?,olliger Refraktor erforderlieh, um diesen Begleiter zu erkennen. 



Rectsac. 205" «*. IleVlin. + 21° 59'. 
Der Hauptsteru 5. Gr. hat, wie W. Hörschel am 12. Marz 1782 zuerst 
fand, einen Begleiter 7. oder 8. Griese. South fand dafür 

1825 Distanz 86" Pos.- Winkel 208.2°. (Forts, f.) 



( l)er Kreislauf kosmischer Systeme und die neuere Wärmetheorie. 

Kaum über irgend eint' Krage auf dum Gebiete physikalisch - astrono- 
mischer Forschung ist in jüngerer Zelt heftiger gestritten worden, als über 
die Zukunft des organisirten und in bestimmte fii-Utt:t dilterenzirten Welt- 
organisnius. Während die Kineo den Kosmos von einer gewissen zukünf- 
tigen Zeit ab zur absoluten Kulm iL'rurlle'ileu, zum v.'irklichen Wärmetodo, 
bestellen Andere mit gleicher Festigkeit :uii einem ewigen Kreislauf der 
Materie. In jüngster Zeit hat nun Herr Loselimidt der Wiener Akademie 
der Wissensehaften eine Uni ersuch im;' TOTgelegt „filier den Zustand des 
Wännegloichgewiehtes eines System? von Kerpern mit Rücksicht auf die 

Silin.. H.ftl. ISIS. s 



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18 — 



wegs glauben, das?, die lintt L>u.:hiuiL r .>i] des Herl 
e^dgcltij lösci:, ja i'bgleicb wir sogar der ADsicht sind, dass der Ausgangs- 
punkt dir Untersuchung nicht zu üisujr [■hit.scheidiing fuhren kann, vielmehr 
die Schwere selbs! nach innerer Meinung keine allgemeine Eigenschail der 
Materie ist, sondern nur ein sekundärer Effekt, so mSgen doch die SoUdsb- 
l'olgerungeti des Herrn Loschmidt Iiier Platu finden, um auch abweichen- 
den Anschauungen gerecht zu werden. Derselbe sagt: 

„Was nun zunächst die Uonsequenzen hetiiltt, zu denen die neuere 
Wäruielheorie in dieser lleziebimg führt, so sind dieselben ven deren be- 
rn feuste:! Yerr.rere.rn liierst festgestellt. Dieselben sind zi-'ir.l ich allgene'h 



gleichseitig au: : iimn ['ütersue. Innige :i nie. u::'crr:;suj:en.lc folgen, ng, dass das 
gesammta Universum in oiner endliehen, wenn auch uocli so langen Zeit, 
unfehlbar seinem Ende entgegengehe. Und zwar wird dieser Endzustand 
durch zwei Momente ehuntklerisirt. Erstens werden alle ponderablen Massen 
des gesammteu Wellalls in einen einzigen pressen Khmpen zusammenge- 
.flössen sein, und zweitens wird auf (ieinscllieu alle sichtbare Bewegung auf- 
gehört haben, indem die gesummte lebendige Kruft an die molekulare Be- 
wegung übergegangen sein wird, welche als Wärme von überall gleicher 
Temperatur durch jene Masse verbreitet ist. 

Und dieser Zustand der Erstarrung und des allgemeinen Todes wird 
dann ilnncni in alle Ewigkeit. 

Die Ungeheuerlichkeit dieser Folgerungen war es, welche mich Jahre 
hindurch am rieh, ilie ( irmullagcn derselben immer aufs Neue der Prüfung 
/.ti unterziehen. J. innre blieben diese ]lcmiihun<.'e:i erfolglos, zumeist des- 
halb, ivoil ich, wie alle Welt, im ziveiten Hauptsätze der mechanischen 
WäMiiethcorie den Un|ucll des Uehels suchte. Vergeblieh aber blieben alle 
meine Bemühungen, gegen diesen stichhaltige Hinwürfe aufzubringen. 
Schliesslich machte ich die überraschende Entdeckung, dass die Quelle gar 
nicht in dem zweiten Hauptsatze, sondern in den von Thomson und 
Clausius aufgestellten Axiomen zu suchen sei. Dieselben wurden von 
ihren Urhebern als Axiome ohne Beweis aufgestellt zu dem Zwecke, jenen 
Hauptsatz beweisen zu Winnen. Heute weiss man, dass dazu jene Axiome 
nicht noth wendig sind, inilein der Beweis für denselben, zuerst von Boltz- 
manu und später von Clausiiis selbst, auf ganz anderen 1 1rundlaL'en ge- 
führt wird. Der zweite Hauptsatz mag ganz unangefochten lestehen: schall 
es gelingt, der allgemeinen ( iiavital ion eia-'ii ciititluss auf das Wiirnicglcicb- 
gewicht der ponderablen Masse zu viiulicireu, ist der Bann gebrochen, und 
der Ausblick in die Zukunft des Universum* gewahrt ein gar sehr verschie- 
denes Bild. Versuchen wir dasselbe in allgemeinsten einrissen anzudeuten. 

"Wir adoptiren zunächst die heutzutage allgemein verbreitete Ansicht, 
ihiss sich unsere Sonne ilennaleii im Ziiskindc ■ ■: rn e launsain foilsohrciletuiou 
Abkühlung belinde, und die Heil unabwendbar heran rückt, in welcher ihre 
( djerlläclic ersliirrt sein wird, nachdem die sie jetzt umkreisenden Planeten 
längst auf sie hiuahgestüizl sind und ihre obersten, und auch ein Theil 
ihrer tiefer liegenden J-chichleu nabezii die Temperatur des Weltraumes 



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L9 



ärin wird, behaupten wir znglciwi, das-, riiese Huli.<- 
/.uit niiti; '.Uli iiliIj.-tui;^::!' Ihiu^r -uin könne. Denn der eingetretene Zll- 
süiud kann nach unserer Theorie kein Zustand de.n Gleu-hsrewiclitiw sein. 
Dur voraiii^pmp'üi! ilii^itru ZusüuhI der Seuiuiimiis.-vu but iiiimlioh eine 
fortwährende Mischung der dorn Guntram näher liegenden, also heisseren 
Partien mit den der Oberllächu naher liegenden in der Abkühlung mehr 
vin-;;i'scii]-i1.:i>]ii-n mir Foljju irt-lmM. Dudiiruli war abur 'lie Ausliildutisi di's 
Teiiiperaturgleitligi^vir.liti'rf, wululics eino lif.-diimul.^ Zunahme der Temperatur 
i:au.|i iii]],.n im vmiiesscm., huliindurt. Iis wurden im Uninuiitu der Kista:- 



tlieiluug im Inner 
dauernder Bein. 



:t also auf 100 Millionen Grad C. Diese Ziller wird erbübt, 
:s nureiiselinUtsuudekiil du. Sonnen massi- statt des Sauerstoffs 
s wählt. Nimmt man /.. 15. lioliluin-uurun Kalk als solches, so 
e auf 125 Millionen. Mit diesem Ur^bniss.. kann man die- 



baben, so hätte sieh jene Turni'uninir enw.nehund IiuIk-i' berechnet. So i. B. 
mit Xnuruudele^iiii;: w. K iusuisäure oder kohlensaurem Kalk, deren "Warme- 
capacitat circa 0.2' ist. uinu ']'uiu]>u.atiir von MO Millionen Graden. 

Die nahe rehuivmiiinimu.ii;; U'iilur Kalilon s|uicliv ffir eine Poriodi- 
eitilt in der Gese.hiehte der Ken ue n sy stein e. Im ersten Tlieil seiner 
kosmischen Periode absorbirt der dunkle urstniilu Wultkiiper Wärme aus 
dem Vorrathe des Universums und erhobt dadurch die Temperatur in seinen 
■i- 



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— 20 — 

innersten Tiefen allmählich ins Unermessliche. Daun tritt der Moment ein, 
wo die äussere starke Hülle dem steigenden Drucke der eingeschlossenen 
vergasten Massen nicht langer zu widerstehen verum-* Es muss zu einer 
i--üpi:jHinti;;;;Vtiwn K;it;;?tfü]ilii' kommen. Der urösserc Theil der in Gasform 
aufgel ästen Masse wird filier einen srosse.i liaum /.ers-irna und dadureh der 
weit überwiegende Tlieil der aufgehäuften Wärme in Grnvitatiunsaibcit imd 
in leL'i-sniijrc- Kiuft sichtbarn Rotationsbewegung der so zerstreuten Massen 
umgesetzt. 

ünd nun beginnt der zweite Abschnitt der klaren Periode, dessen 
Verlauf als CoiKiensiUionsprw.e-s komischer Xeheimasscn und naehh^-nder 
hiii^aiiier Abkf.lili.uj; der dadurch gebildeten Wcltkorper seit den Tagen 
von Laplace sehen so oft Gegenstand der Sii.^ : u];Uio[i gewesen. 

Im Vorhergehenden haben wir veisiu-Ll, ilcn hjdschen Verlauf einer 
kosmischen l'nitniir ?.n schildern, nenn dieselbe den thermischen ijesel7.cn 
jiomäss K«r vollständigen Iii, Haltung gelaugte. Es ist aber überaus wahr- 
sehi-inlieh, dass diese volle Kiitfiillmiy; sich mir äusserst selten an einem 
Somuti Systeme wird realisireu kennen, insofern diu Dauer der Warme- 
absorption meistentlieils einen rarzeitigen Abschluss finden wird dureh die 
rnmi^liehkeit. dass die äussere starre Hülle dem euormeu Drueke der 
eiuo.rsciilosseueu Gasmasscn hin /.ur Heislelluue, des Temper nturmuxiULUnli< 
Widerstand leiste. Auf unserer Sonne würde z. E. im Zustande des Tem- 
miatm-leiche.owuLles an der t 'herlläclie eine Temperatur von— 140" C. 



den Substanzen bereits im Zustande der l'VncrtlüssIgkcit sich hidiinien. 
Wir dürfen tlaher nnr auf eine teste Sehale um höchstens einer halben 
Meile Dicke rechnen. Offenbar wird der Frozesa in unserem Falle nicht 
bis zu diesem Stadium fortschreiten, iudem eine vorzeitige Eruption den 
!vpi?chen Verlauf abkürze« wird, 

Die iniheren l'mstäLde, so wie die Folgen einer solchen solareu Erup- 
tion werden UUter verschiedenen Verhältnissen sieh sehr veischiciicnaitic: 
gestalten können. Se wird es hei ^erineerer Anbaul'nng von Wärme und 
minderer Tension nur zu einem abermaligen Auflodern eines bereits er- 
leschcl.en Gestirnes kommen, während bei' etwas stärkerer Wärmecoucel:- 
tratien eii„.eliM- Partien von der Jhmptmässc ähnlest und in nassere Miit- 



sich h'iehl übersehen, dass unter Annahme passende Vc hälinisse durch 
eine solche Eruption rech! wühl Masse, vcruleichha: den dennaligen Planeten 
unseres Systems auf ihren Ort hinausgefühlt und mit der lebendigen Kraft 
zu ihrer Umlaufs- und Rotationsbewegung ausgestattet werden konnten, 
dabei aber in der zuiückhieihendeu Soiiurtmiasse imitier noch ein Vorrat!; 
von Wärme zuruekhliohc, welcher eine weil höhere Temperatur auf der- 
sidhcn bewirkte, als Jjeji niyc, i\ek-::i; dernialeu ui.f unserer Sonne YM banden 
i-i. Es väre dieselbe iiuuuiehr aufs Xtue hehiiiUfl. durch lange Zeiten hin- 
durch Licht und Wärme an ihre Planeten und ins Universum abzugeben, 
bis wii'der der Moment der Erstarrung ihrer Uherlläcln- und der he^iuiici;- 
den Wärmeau Sammlung herangekommen ist. Das Qesammtresultat bleibt 



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unter den verschiede i ist rn Vntrtlini^ u immer das gleiche: Periodizität 
der solaren dynamischen Phänomene. 

Wenn wir uns nun schlirsslirb am Fix'ierduuinirl uarti F j l' ~ t ; i t i LT i ■ [ l ■ ! t ■ 1 1 
Belegen für unsere Tlu-erir imideLon wollieu, nach welchen Erscheinungen 
würden wir wühl da um-n Auge lirhtcn? ülfenbar nach dunklen erlosciie- 
iiHii RoütiLii einerseits, und midi uh.izHch aul UkI-i «den Sannen ander.cib. 
Und merkwürdigerweise hat naiueidlicb dir neueste Zeit für hehle Ckis-en 
dieser Krscheimiurcu dir IJetegMürkr geliefert. Für dir erloschene« Sennen 
den sehon von lirasei aus den Störungen iMrauslirierbiieteu, von A. Clark 
und Bend 1SI>2 «irklieli ^riehem-r 'lULikirii l!r;;]ritr[- des Sirius. Derselbe 
besitzt nahezu dir siebenfache SonEummasse und ist seiner Dunkelheit halb«!' 
mit den allerbesten Instrumenten nur eben zur Sichtbarkeit gebracht worden. 
Dann zweitens ein Iiis jetzt nur rrst berechneter, wegen grössn'er Dunkel- 
heit noch gar nicht sti^iOh'Jjl-l- ISrglijiter des l'rocjon. 

Belege für erneute Ineandesccnz liefern uns jene plötzlieh hell auf- 
l.idrrudrn Gestirne, deren Giua/ hald wirder ciliscln, von wehdien die Gc- 
sebielne der Astronomie mehrere merkwürdige iVLllt aufzählt. So die 
lirideu berühmt fre wordenen nrurn Sterne von Tycho Krabe und Kepler. 
Am wichtigsten aher, weil s[ieclralaualrtiseh untersucht, sind zwei neuere 
Fälle. Am 12. Mai ISi'O stieg ein kleinrr Stern zehnirr Grösse in der 
Corona plötzlich zur /weiten (iriissc hinan und, wie die Spoctralbenb.ich'.ung 
zeigt«, war es ein Ausbruch glührmtni Wasseisfedrs gewesen, welcher die 
[der/lirlie Auflielluug bewirkte. Dieselbe dauerte nur 12 Tage. 

Und ähnlich verhält rs sich mit dem jüngsten der neuen Sterne, wel- 
chen Schmidt in Athen 1 8?ti zielst, biiuhnrhtrt hat. Sein Speetruiii weist 
ebenfalls vornehmlich auf glühendes Wasseratoltgan hin." 



Vermiscfite Nachrichten, 

Die säkulare Beschleunigung der mittlem Bewegung des Mondes, die 

bekanntlich von Halle; entdeck! worden ist und in Folge deren die Um- 
lautszeit des Mundes um die Erde sich in einem Jahrhundert um beiläufig 
12 Zeitsekunden verkürzt, ist, bekanntlich von l.aplace ans der säkulareu 
Veränderung der Friibahii-lAcentricilät erklärt wurden, Mährend die Späteren 
l'ntersuchuugen von Adams und Drlaiis;ay zrigtrn, dass aus dieser Quelle 
etwa nur die Hüllte der htubm-liteten lirsehleuuigung abgeleitet werden 
könne. Die letztgenannten Mathematiker glaubten die andere Halfto nur 
durch eine Süknlare Verlangsam« ng der Kidiiiiatinn erklären zu können, 
i'rof. A. Weiler hat nun unlängst eiue neue Untersuchung Über das Pro- 
blem der Beschleunigung der mittlem M.^id benannt pnblicirt, -ivol:-i-i der- 
selbe einen ganz iiudern "Weg der Untersuchung als seine Vorgänger ein- 
geschlagen hat Das Kesultat, Z'.i welchem ilm die Auahsis geführt, ist, dass 
die säkulare Beschleunigung der Meidbewegung, in ihrem vollen Betrage 
ans dem Einfluts der snhüroidiichcn Gesiali der Erde hergeleitet werdau 
könne. Prof. Weiler fmdel, dass in Fclgr der spliiLrt.idisehen Gestalt der 
Erde, die Exoentririttu der Mendt. ahn eine:- Sterling von setir langer Periode 
unterworfen ist, deren Dauer beiläufig 300,000 Lunationen umfasst. Die 
veränderliche Eicentricität bat eine verändert lebe Umlanl'szeit zur Folge und 



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Prof. Weiler niaeht jerlo.-li -»ul" imtmi'rküam, das< .Ii™. Zahlet, etwas zu 

lioeli gegritTen sind, weil hei ihm' Bestimm 11115; V0LI der Voraussetzung aus- 
gegangen werden iimsste, dass ilns Kiilsidiän.id t-inf lifuuogeiiD Masse habe, 
während hl Wirklich keil die Itielde ge^mi den Krdmittelpuntit bin xunimnit 



Hl 



-Schnür 



nonßecken erkennen lasse. Die in Gemeinschaft mit Herrn Huuter ver- 
anstaltete Gruppinmi; dieser Halen eiyali min luvendes: „Wir fanden, dass 
die Verluste von vergeh erten Scliill'i'ii iU-h vereinigten Königreiches um 17 '/» 
l'roeent grösser lvuren in den y.wei Jahren tWi Maximums der Sonnen Heeke 11 



Untersuchungen über die Anwendung der Photographie in der Astronomie. 

Seitdem man die Photographie in der messenden Astronomie benutzt bat, 
mussto die untor dem Namen der photograpfabchen liradiation bekannte 
allmähliche Verbreiterung der l.lilder helle: lic^eiistünde auf Kosten der 



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dunkeln Umgebung als wii-hUu*' Vi hlenpicllc bedachtet werden. Hr. A. Angot 
hat durch i'ini' «enaue T"jjt«'> jihtIhüiu; 'Iii' (*j>üi1j" dcisell.cn v..>11 kuii i mt'Ji fest- 
LTh^li'llt instl damit, auch dir -M "\L, r l u-likcil- gegeben, ihren Kiiiiliissen Kochniing 

Angot erzeugte i'lict"giaphi;cho Itibler (IiugnoiTc'sohe I'hittou) eines 
Objektes, das ans twei gleichen durch einen dunklen Zwischenraum getremi- 
tf'ti tiechierken bestand. il.'iiiLin: Messung der utiT^i wrsohieileiLen ['mstäude.n 
erzielten AbbiMutig<-ii lieferte Mim. im wesentlichen folgende liesultate. 

Die Intensität des Lichtes steigert diu Aus brcititii» des photogra- 
nhisehon Bildes. Dieselbe kann über bei geringer Lichtstärke sogar hinirr 
der «co m et ri seilen nirüc.kbleiben. 

Die Dauer der Bestrahlung wirkt im gleichen Sinne wie die Inten- 
sität; es findet über keine l'rop'irl inualilit /.wischen beiden Grössen statt. 

Mit der Hiiipliudlichkcit der Hatte wächst die Irradiation gleichfalls. 

Durch Verkleinerung des Objektives bei gleichzeitiger entsprechender 
Vermehrung der Lieh! stärke wurde nachgewiesen , dass das Bild mit dem 
lleciprokeii des llmelimeasrrs zunimmt 

Auch eine vorhergegangene Bestrahlung der Platte übt auf die 
Grösse des Hildes einen hänftuss aus. Auf bereits belichteten Blatten ent- 
stellt ein kleinere? Bild als auf frischen. 

Die Erklärung albi dieser klrscheiiiungen findet Angot in dar Beugung 
der Lichtstrahlen 'au den Rändern des Objektivs, unter Aufstellung" der 
IJy|iii;beie. dass i ine Halle vun lictiiiiimtc: Kmplkdlichkcii in einer be- 
stimmten Zeit keinen Kittdiuck erleidet, sobald diu Stärke der l!i:st :ji1i;u;i" 
niebt einen gewissen l.kenzwe.th ähcrsleigi.. du: absolut gemessen, die Sen- 
sibilität der Platte numerisch definirea wurde. (Pogg. Beibl. I, p. 504). 

Der Nebelfleck im Orion. Der Güte des Herrn Wilhelm Tempel ver- 
danke ich die prachtvoll iginalzeichnung des < hir.u-Nehels. deren niiig- 

lir.bsl treni' Nachbildung dem gegenwärtigen Hefte des „Sirius" beigegeben 
ist. Obgleich auf die \Vinder«a he der i Irighaldarsl eliimg die grösste Sorg- 
falt verwendet wurde, so ist es doch vollkommen niiiieiglieh, die zarten Licht- 
abstnfungen de: Zeichnung des Hrn. Tempel ahsolul genau wiederzugeben. 
Wer den Orion-Ncbcl mil lichtstarken lustruincu:eu selbst beobachtet bat, 
erstaunt Über die wundervolle Treue, mit welcher der Astronom von Arcetri 
das verwickelte Bild des «rossen Uiim-Nebels wi< dcfiiigcbcn wusste. Selten 
linde! sich aber aneb bei eiii''in Hcobaohte: das Vcinkgcn scharfer Amtassuis- 
mit der Kunst der geemclLLsc.htrcucu Nachbildung Jcs Wahrgeuemmictien. in 
so emmonlem firado vereinigt, als bei Hm. Tempel. Verschiedene Zeich- 
nungen von Nebeldecken, die Hr. Tempel atigefeit igt, lassen bei Verglcicli- 
ung mit solchen, welche von denselben llehiblen die beiden Hörschel ge- 



ilurcb Zeichnung zu lisircu, Kine 
lichlslarkeu ltetiaktoi e, die ihm : 
wissenschaftlichen Werth haben. 



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- 24 - 
Planetenstallung im Monat April 1878. 



2 :i8ii:; 57 23-5 1 0 S8 



Vi is 52 M - 

4.-, äl G7 

H L> Sl-lü 

■;i lü äs-n:> 



2 40 25-8 | 21 Ii 



1 IM 11-87 ■'>!! l-' S 

z isi .Uhu is 8 2!"' 

2 ai SS-SS +13 1! I: 



-10 37 55 61 m : 
13 21 51G 1 18 ■ 
-18 0 4.9 1 IS 



Monrl in Erdnil] s. 
I Vollmond. 
1 Letztes Viertal. 

Mond in Erdferne. 



Verflntierungen der Jupitermond?. 



17 IS 25.4 



April 13. 1.(1. 14» 4-VC. 
„ 20. IS 48 459 



IN. April i. 8 

vki:r Uli IVribrl. April Ii. i'f jm:inLir um 
April ■!. Uli. N..],m.ii mit ,l.-,r, M<.n.:.< in ( 
mit (Inn Mumie in Cmijiirnli.in in lti-c 



i.l : in <'!ini]i;n|.|i:in in hWLns- 



n ('.,-,]„,,. 



„ --T iisilich..:- i-.l-.|i-i:U. 

.1,-ni Hi.n.k ii. i'inii;n,:ii..ii in Ii..d.;um!llsi(it 
,1er W.nw. April ib. 2V Vonns im llkhlc.M _ .... 
ili;r fimin^ in < ;..nj nn.-t ion. April. 'Ii. 1 '' Venns l.ilr .l.ün .M, |-,.l, 
i.'n.-imi. April. -2- IUI' Sulimi mit. t'-m M..tnlc ii: ('.injiLii|.|I(in . . 

(Alle MtimBiil™ nnrli mittlsrcr Berliner Zeit.) 



im ,:iipii..T m 
Quadratur ni 
Anril 37. 6» Neptun n 



: Dr. Hb rin. .1. Klei«, 



Band XI oder neue Folge Baud VI. 



2- Heft 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 



Zeitralora ilr alt Frei* nüd Färaerer der Hiielsti*. 

Heransicegclien nnter Mitwirknng 

herTorrftgciider Fachmänner nnd astronomischer Schriftsteller. 



Die Hebelflecke, ihre Beoüaohtung und Darstellung. 

Seit William Herscliel's Durchmusterungen der IMmmMsräirme mittelst 
grosser Spiegelteleskope, isl die lleohachtung der Nebelflecke vielfach -nnd 
mit Vorliebe vou den mit geeignet kraftvollen lustmmenten versehenen Astro- 
nomen kultivirt worden. Abgegeben von denjenigen Arbeiten (d'Arrest's, 
Schonfeld's, Vogel's und Anderer), bei denen ea ausschliesslich auf mög- 
lich-,; irriLiiic ÜMtbust immun g der helleren, relativ gnt begrenzten Xebel- 
objekte abgesehen Kar. Intimi um- die irniäson Teleskope der nacbheraehel'achon 
Zeit zahlreiche neue Nebel bezüglich ihrer nüheruugsweisen Lage und ihres 
allgemeinen Aussehens kennen gelehrt, aber letzteres, wenn man von ein 
paar Monographien ibsieht, doch nur in sehr rohen Zügon. Selbst über die 
all^'-iin'ii."!] > ich [.lii-.:k''iosvt.'i hält niHiie ik:r kosmischen Nrbelwolken ist man 
zur Zeit kaum über Vi.iriiiiii.iien liiiiv.'esi. Während muri gerauine Zeit hin- 
durch unter dem Eindrucke der bedeutenden Ijeisiimjjeii der Spiegelteleskope 
Herschel's, für die Sichtbarkeit der meisten Nebel Instrumente ersten Ilanges 
verlangen zu müssen glaubte, stellt sieh nach und nach immer deutlicher 
heraus, dass sehr zahlreiche schwächt! Nebel schon in Kometensuchern von 
4 Zoll Objektivdnrchmesser gesehen werden können, falls ihre scheinbare 
Grösse nicht zu gering ist. Schon d'Arrest und Sehfiufeld haben bei 
ihren Kingmikrometer-Bcobaehtungeu zahlreiche iichrsehwaehr- »br-l bequem 
an benachbarte Sterue anzuschliessen vermocht, aber, so viel ans bekannt, 
hat zuerst Wiuneeke mit vollem Nachdruck darauf aufmerksam gemacht, 
dass die jetzt herrschenden Vorstellungen über die Sichtbarkeit von Nebelu 
in Instrumenten von s;ei , ;iiL'ii: , e:i Dimensionen, rifol^e seiner Erfahrungen der 
Berichtigung bedürfen. Im so erfreulicher ist es daher, zu vernehmen, dass 
anter Leitung des Herrn Director Bruhns auf der Leipziger Sternwarte 



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!6 



des Himmels in Bezug : 
wohnlichen Kometensuche] 
Ssig durchirr Iii Ii rl, 



1 Hr. Tci 



d.iittinii'.-dsjr leieht iv:üii n;ilbüi, lUi^i-giih in 'ii'in Jlfiissif;en Refraktor der 
SleiLwarie zu Pnlkowa. '.vt'Jii^*.' Taft« nachher erst als' vorhanden orkaunte, 
als das Fernrohr bei 150faoher Ver^rüsseriiu;;. rasch liin und her bewegt 
wurde. Äehnlich erging es d'Arrest mit dem Kopmhagener Refraktor. 
Woher diese AiKuiLLLlieV Hr. Tempel bemerkt in dieser IW.ielmiij; Mon- 
des: „Das Widersprechende der Sichtbarkeit dieses Nebels liegt nicht in den 
äfriisscni oilcr kleinem r'ernivhren, — was gar nii'til lngiseh kluigl ; denn 



ia den Oculttien u:e.i den: ^hfelde. Hätte d'Arrest ;'i:i nceli sdnMudieies 
Ocuhtr. als sein <)5ii!al vei-nisseindes LLU^-WiLUlt. das ein Sehfeld von 20 
bis 25' Durchmesser -Hieben hatte: der Nebel wäre kinderleicht zu sehen 
gewesen und jede Hypothese über eine Veränderlichkeit hätte keinen Platte 
gefunden. Ks ist sehen mit den hiesigen zwei Kein ei' Ii reu ein grosser Unter- 
thier! der Shriitliurkoit. Amiei I, - Ohjekliveiliniuy 0. l:l LiSfl. Hrennweite 
.j.:lT Meter, mit der seliwäehsieu Veitfii^eiimir um 1 13 und 20' Hebfeld — 
zeigt ihn weit schwächer als Amiei II, — Objcktivüll'nuiu; 0. m 283, Brenn- 
weile -t.\S M. mit ili'iuni-liii ii nenliiro, aber bloss in T.jniiiiiitcr Yergi iisseruni; 
und 34' Sehfeld, im letztem ist der Nebel so klar und deutlich, dass man 
sich verwundert, wie er nicht läu^l s.ditvi allgemein gesehen wurde und 
noch nicht Julien wird. Dass derselbe Nebel in Lord ltosse's Kiesen- 
teleskope ebenfalls nicht zu sehon ist, hat nur in den an sandten ü.je.htreu 
seine Ursache." 

Diese Erklärung, die beiläufig auch sebon um anderer Seite angedeutet 



Nehmen wir an, es fallen von einem St um parallele Lichlstrahleu auf die 
i ibeilii'n-l.e drs Objekt ivirlases eines v-eL-iosseniden 1 ■''.■!':! rubre;. Diese Lieht- 
strahle» erselieine» tiaeb ihrem Austritte aus dem Oeulare auf einen schma- 
lereu Itanm y.usiimmeiiL'edri'ini:! , ^.visseim aussen eondensirt und die Pupille 
des Auges empfangt deshalb durch Vorm ittl Uli"; des In- n im'» res mehr I.icht- 
stiulilen tils ohne dieselbe, lief gunstigste Kall in dieser Beziehung wird 
dann eintreten, wenn die Pupille diese l.iciilstruhle.» s ämmtlicji empfängt, 
und der Durchmesser des austretenden StrahlenbüsclielB so gross ist als der 



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— 27 



Iturrhmessoi- der l'upille. Der Durchmesser des heim Oeitlar austretenden 
Strahlenbüsehols ist aber nach einfachen optischen Prinzipien um eo viel mal 
kleiner wii: der Obicklivdurchmesscr. als das i-'ernridi!' vers.'Tösscrt. Bezeichnet 
daher e jenen 1 hirchmcssor des Strahlcnbfindels, il den Durchmesser des 
Objektivs und m die VergrOaserung das Fernrohre, so hat mau einfach 



Obj i'kti v d il roh messe r tfi ig e 1 1 ige 
Iiichtmenge ins Auge gelang!, 
niss des l"upillondurchmessers 



lässig-ni YcigrösscriiLig ist. iiml ferner, dass r [ i h ■ ■ 1 1 1 1 ■ !c.liirlii-!i durch die Ge- 
nauigkeit iter Kennlniss von o oder des l'upillendm-ehmessers bedingt er- 
scheint. Isl nun der Werth von Vi„ Zoll, der hiertiir dnn-h gängig ;j rij^c n inti rn.-ti 
wird, wirklich zuverlässig? Wir glauben nicht. Schon der ältere iiersehel 
hat. in dieser iieziehi'ng \' nr> Il.i Ii i ■ angestellt, die KU einem lm.ii/ abweichenden 
Ergebnisse führten. In seiner achten Abhandlung von 1817 sagt er: „Den 
27. Dezember 1801 sah ich " Leier, das eine Auge geschlossen, (Ins andere 
mil eini'in Schirm versehen, von Messing, in welchem Löcher von verschie- 
dener Grösse waren. Durch diu Oolfnung. welche 0.2S Zoll nahe an Durch- 
messer hafte, sah ich den Stein ebenso gut, wie i>Iliii- den beschränkenden 
Schirm: diess beweint, dass die Den"nung der Pupille niebt grösser als 
0.2S Zoll ist. leb untersuchte den nämlichen Stern durch 0.3-1 Zoll und 

noch gleich gut Der Streifen von Messing war so nahe als möglich an das 
Auge gehalten. Die nächste Oell'nung, die ie.b untersuchte, hatte 0.17 im 
Durchmesser, durch diese kennte ich eine kleine Abnahme von Licht ge- 
wahr werden, so dass die > led'nnni: der l'tirdlle grösser ist als 0.17 Zoll. 
Die Nacht ist schwerlich denke! genug, um eine «rossi' Genauigkeit zu er- 
halten. Nachdem ich lange im l)ti:iki-!ii gewesen, und da- nämliche Expe- 
riment mit mehrerer ii grossem und kleinem Sternen machte, stimmen sie 
alle überein. dass 0.21 niebt merklich Lieht anhangt, das.s aber weniger, ge- 
wiss das Objekt liebttebwäeber macht.; so dass in meinem Auge die Oell'- 
nung der Pupille 0.2 Zoll gesetzt werden kann." 

Man hätte sonach nach Iicrsohcl mindestens e — Zoll zu setzen. Nach 
anderweitigen Angaben von UcdMcldern lindd sieb für den Durchmesser 
der Pupille bei Nacht der Werth von 7.5 Millimeter oder 0.2S Zoll. Dnter- 
snchiuigen, welche Verfasser die-es angestellt, ergaben durch direkte Messun- 
gen boi zerstreutem Tageslicbre einen l'iijdlh udurrhnicsser von 5 Millim. 
so dass für das Nnchtdnnkel ein Werth von ehva 7 Millimeter oder rund 
Vi Pariser Zoll als der durchschnittliche und wahrscheinlichste mit hoher 



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Sicherheit anzunehmen ist. Hiernach hätte mau also c 
messer eines Fernrohres nach Zollen, mit 4 m multipliziron, um die Ver- 
grössening der Maximal h elligkeit zu erhalten. 



Kefraktor \ 


ou 18" Oeffi 


wng: 120fach 






„ 14 


110 „ 






,. 10 V» 


80 „ 


45 l 




„ 9 


72 „ 


36 „ 




r 3 


60 „ 


32 „ 




„ 7 


67 „ 


28 „ 




- 0 


50 „ • 


24 „ 




. i'h 


32 „ 


n „ 




- 4 


27 „ 


16 „ 






24 „ 


14 „ 






32 „ 


12 „ 



Man sieht, ditss hier in keinem einzigen falle die theoretische Mini- 
ma Ivergrüsserung auch nur entfernt erreicht ist: ähnlich verhält es sich mit 
den Kcfrikturcn von Keinfchlcr S Hertel und Steinheil in München. Die 
Komeleiisucher, welche aus diesen Instituten hervorgehen, besondere die 
grossen von Reinfelder & Härtel, Imbun dagegen allerdings diu dem Obigen 
ents^rechcndt']] Minimal vcrgrosseruiigi'i]. Hilf übe l iege in: Wirkung b...v.i;gli.;h 
misgedehiiler und sehr lichtschuichi.r Objekte, besonders der Nebelliceke. ist 
daher begreiflich. 

Es ist selbstredend, dü.-- mit liisl:-;iiiicntt.';i um bedfUieudem Ohjektiv- 
dmelmiesser das Detail der Nebeldecke sieh enlsiuvi-heiul besser darstellen 
wird, auch werden gewisse l'ai+.hu-n eines »beigebiblcs in minder kräftigen 
luTiivCdiren unsichtbar bleiben, die i:i grösseren Lieschen werden kennen. 
Nichtsdestoweniger sind doch die Ur.terseliiedi^ in den Zeichnungen, welche 
verschiedene Beobachter von einem un.l demselben n-.ji'Mc gäben, bisweilen 
zu b'-deutend, um sie der Ungleichheit der teleski.]d:=cbcn Mittel zuzuschrei- 
ben, ebenso wcnii: in.ii)] inen an physiche Veränderungen denken, die wahr- 
scheinlichste tLiklarm.g ist vielmehr in der ungl ichcn Virtuosität im Zeich- 
nen zu suehen. Nur solche IteLibachtci, die wirtlich geschulte Zeichner sind 
und etwas auch unter schwierigen Verhältnissen Sichtbares objektiv darzu- 
stellen vermögen, sollten sieh au die Zeichnung von Nebelflecken nagen. 
Hill solcher iieobachfer isl Hr. Wilhelm Tem^e], gegenwärtig ObserViitor der 
Sternwarte in Aeetri bei l'loreii/, dein der ..Sirius-' auch die iierrliehe Dar- 
stellung des Orion-Nebels verdankt, welch,' das 1. lieft dieses Jahrganges 
schmückt, l-ls ist. im !iei'h>ten tir.nle eilreulieh, dass diesem ausge/.eielinei ™ 
Beobachter gegenwärtig Teleskope r.n Gebote stehen, welche au opt.ischer 
Kraft die llefiektore llersehel's entschieden liintei sich lassen. Wer die Nebct- 
zeiehnungeu Tempo Ts gesehen bat. wie Ii. seine iierrliehe Darstellung 
des berühmten Omega-Nebels, itmss gestehen, dass die meisten früheren 
Versuche dieser Art, auch viele der Hcrsclicl'schou, bloss rohe Skizzen sind, 
welche nur einen sehr limitirten Werth hiuasi'iurhc:] k- -j:d l- ti. 

Hr. Tempel hat über seine Erfahrungen bei N^kdlieukichiimgeu t-limu'es 



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veröffentlicht und heben wir diBui Nachstehendes hervor. Einige Zeich- 
nungen gewisser Xrl'r-l, -nr: i 'biiraktciisirtiug des Folgenden, die wir der 
Freundlichkeit des Hrn. Tempel verdanken, werden in einem spateren Hefte 
des „Sirius" erscheinen. 

„Wenn man meine wenigen Skizzen, die ich früher mit meinem 4-Zöller 
gemacht habe, wie auch den Orion-Nebel, den ich 1S<11 lithi'gi-nphirte, — 
wenn man diese mit den Skii/en vergleicht, die ich hier mit Amici I ge- 
maclit iiabe, — so wird mau alsogleich die Aehnliclikeit in der Haupt form 
mit den neueren erkennen, trotz der Kleinheit der früheren und dein Fehlen 
von vielen Details. Und ich hatte damals für den Orion-Nebel keine andern 
Sterne, nls die ich mir ans der berliner Karte H. V heraoskopirta, wo das. 
Zeichnen vom Kleinen /.um Grossen viele, fehler gibt; iletin die Koidntiig 
vom Grossen in's Kleine wird immer richtiger und treuer sein, als das Um- 
gekehrte. Hätte ich die vortreffliche Unterlage aller Sterne von Bond, — die 
ich erst hier zum ersten Male sab, — schon damals gehabt, so wurde der 
Orion-Nebel auch seihst mit dem kleinen Steinheil viel hesser und ausführ- 
licher geworden sein, als er ist. Diese genaue Basis aller- Sternchen hei 
grossen Nebeln iiut nicht, allein für die Zukunft, grossen Werth, um Ver- 
änderungen sicher zu constatireu, sondern erleichtert auch ungemein das 
Zeichnen ,1er Nebel[.ar;hien. Meine grnsse Unou-Nehel-Ski/.ze mit Amici 1 
hilhe ich Anfang ISTti in n—u Tagen vollendet, was gar nicht möglich ge- 
wesen wäre ohne die llond'jchen Sterne. Aller die Vetgleichmigen der vor- 
handenen Zeichnungen von Nebeln, — der früheren mit den spateren von 
demselben Astronomen, — lassen oft gar keine Aehnlichkeit desselben Na- 
bels erkennen, ja man mu;> mweileu in den Beschreibungen nachsuchen, ob 
es auch wirklich derselbe Gegenstand vom Himmel ist. — Lasaell, der so 
ausserordentlich viele Sternchen leichter zu sehen seheint, als die Nebelmasscn, 
gibt auf seinen Skizzen die Grössen dieser Sternchen uft nicht gut an, was 
ja darakteris tisch ist und ■. s j ■ ■ Ycruleicif.iug mit ileni lliunuel sehi erleich- 
tert. Wenn ich hier mit dem kleinen Sucher eine weitentf ernte Villa ab- 
zeichne, und dann eine andere Zeichnung von derselben Villa mit Amici II 
mache, so werden und müssen beide liilder in der Hauptfbrm übereil islim- 
men, wenn auch die letzte Zeichnung mehr Details enthalten sollte. Dies 
sollte doch auch mit himmlischen Stieben der Fall sein, — wie es"auch ist; 
aber alle bisherigen Zeichnungen bissen r.t'l von demselben Nebel eine Aehn- 
lichkeit weder in der II im pi tonn mich in Detail* '.vuileieikeiineu und zeigen 
zuweilen gar curiose Figuren, die doch von gleich grossen Instrumenten ge- 
macht wurden. — Diese ISctraclilutig von so verschiedenen Fennen eines 
i.iejeuiia Ildes lägst natürlich jede Annahme über Veraiid-.'i'Ldikeit oli:ie 
sichern Grund, wenn das Vertrauen auf die Gen.r.iiidieii ihrer /.eich nun geil 
so untergraben wird. — Um diesä recht augenscheinlich zu machen, habe 
ich bei einem grossen Theil meiner Skizzen alle vorhandenen Zeichnungen 
auf ein Blatt vereinigt, um weitere Item erklingen jedem Anschauer selbst zu 
überlasten, 

Als ich hier mit Amici I meine Skizzen anfing, war ich nicht wenig 
verwundert, bei den grossen l'iseli- Nebeln*) (sie sind kleiner, gedrängter, als 



*) Prüf. Winneeln nennt aie „Spbdd-Mrtd." 



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der Andromeda- Nebel und es gibt ihrer ungemein viele) — zu bemerken, 
wie das Auf- und Abwallen der Helligkeit genau dieselbe Erscheinung darbot, 
die ich bei dem Coggia'schon Kometen gesehen und die ich — etwas un- 
vorsichtig, ■ Iiis „ein Leben im Sehweite" beschrieben liatte. — Da nun 
aber die Natur eines Nebels sicher verschieden ist von der eines Kometen 
und ich weder Physiker noch Chemiker bin, so war ich im AnEmg in grossem 
Zweifel, was es sei und nb ich auch richtig gesehen hätte. Doch habe ich 
nun viele wiederholte Üeo'/iichlimgoi] i/emacht. und <;i-it:in ila^M-lbi- gefunden. 
— Ich kann es nicht anders benennen als mit ,, pht i s ph niese iren" und ioli 
finde keinen andern Vergleich als wuii man im dunklen Zimiiu'r bei feuchter 
JVitterung ein Xüudln'dz'cjicn au der Wand streicht-, so sich! man ebeninlls 
dieses Anf- und Abwallcu der Helligkeit auf .le.n gemachten Strichen. Ich 

und' Wand, oder der feuchtgewordene Phosphor des Hölzchens. Für obige 
Ki-M-Leinu;;; hei Nihehi haben mit ribe" neuere Ueobachtungeti gezeigt, dass 
dieselbe in meinen eigenen Angm liest. )iie Krklärung ums ich Physikern 
uliorlri-wcti und führe nur Folgendes ;tn: Wenn it'.un am Tage dettumden ins 
Fernrohr sehen linst und dabei dessen Ange beobachtet, so sieht man das 
" Wölben, Aufbauschen, überhaupt- die grosse Hewcgung der äussern HoinhauE; 
und Wie gross und stark mag die Bewegung: im Innern des Auges sein von 
allen unsichtbaren Schichten und Nerven. Ünd um wie viel stärker wird diese 
Verschiebung und Ai-ommndirnng alier dazu ;:ehö:-igTe Nerven und Fäserchen 
des Nachts sein, wo sieh ja. bckaiiullieh ilie klein,- Pupille um \iele Millimet e r 
erweitert. Gewiss liegt daher ein grosser Theil dieses Auf- und Abwallen 
des Lichtes im Auge, hervorgerufen durch den hellen tiegenstand im be- 
grenzten, dunkeln ttaume. Da nun die Helligkeit- eines Selvds in dem grossen 
ISnsse'srhcu Spiegelteleskop die hundertfache eines kleinen Fernrohres sein 
wird, so ist auch dieses ..Phospitori-sciren'- im Auge des Beobachters im 
erstem so gross und es entstehen i'iehildc uml Strnlituren. die gar nicht dem 
eigentlichen Gegenstände des Himmels angehören. Daher sind die Zeich- 
nungen von Kusre'ielie!! Xebelllerkoti. - so unwahrscheinlich sie auch aus- 
sehet), insofern nur richtig, als sie genau wiedergeben was der gros.se Stiegel 
gezeigt bat. wovon aber ein grosser Thcil wegge lassen werden mitss was 
diesem Phospbore seilen und iier Phantasie zugctnirl und dnrehiUts nicht am 
Himmel vorhanden ist. Es ist somit auch klar, dass ein nicht, kleiner Theil 
aller daran!' -je: .au '.er Hypiithi-sen y.u hcricnl igen bleib'." — „Wenn man seit, 
einigen Jahren Sebelileeken mit. verschiedem-n l'Viiiri ihren gesehen hat, sie 

nun auch mit ziemlich gros-en I tut riiincul i-a zeichnen kann uml 1 1 diese 

Skizzen mit. den pnbliurtcn vergleicht,; — so kann mau hei dem Anblicke 
so vieler Nebel von L. Itcs^e, die eine Spiralform zeigen, sieb des < iedankens 
nicht erwehren, dass diese l'ormen und (festalt.cn mir l'hantasiegebildc sind, 
ja aus ihrer liest hreibung und /.eichniu'.g ein Hestrebcn erkennbar wird, allen 
Nebeln diese Form zu geben. Dieser Ausspruch klingt hart: aber waium 
soll ich ihn verschweigen wenn er meine feste rober/eugung ansd-aiic-kt. die 
ich auch beweisen kauu? Diese Beweisführung ist gar nicht so schwer, w ie 
es scheint, ein Jeder kann sie selbst machen. Müh 'zeichne einen Nehel mit 
einem grossen Fern rubre so treu nie möglich vom Himmel ah, und zeichne 
dann alle vorhandenen Zeichnungen daneben, so wird mau, uaeb Durehlesiing 
einiger dazugehörenden Itesili reib nagen, bald die reber/euguug Inhalten, dass 



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die Spiralform in den Nebeln am Himmel nicht eiistirt und nur gezwungen 
bei ganz wenigen sich diese Form anpassen lässt, wovon aber ein grnsser 
Theil in; lielitvollen Spiegel den tliiind Imt. Fi ei dieser Itetrae.htnng von allen 
vorhandenen Zeichnungen desselben Nebels, find ott nicht 'i. Ton Ii die, be- 
stimmt anzeigen, diess ist genau derselbe NebeL Auf meinem Skizzen blatte 
vom plaiieturischoii Nebel: Gen. Cat. — 12008, IV, 1, habe ich 

uaneU'U antl. L;t- : .- : -jHV und I.. liü^t's Figur i_- ■. f ] ■ i i _ t u:id dabei /linierkt.: ..Wenn 
mau auch meine Skizze ganz ausschliefet und nur die zwei andern Zeich- 
nungen, betrachtet, so wird ein Jeder sauen müssen, dass diese zwei Figuren 
nidiL einen und denselben (It^ciiriUnJ des Himmels darstellen, sundern zwei 
ganze verschiedene Nebel sind, Ja, man wird sagen, die Ue beschriften seien 
verwechselt. Die obere (Lassell's) Figur sei niii dem liiesenteleske.rje um 
L. liosse gemacht und die untere von Lasseil. Diese zwei Figuren bezeugen 
recht augenscheinlich, dass wir weder dem einen noch dem andern Zeichner 
vertrauen können, wenn mit so grossen Inslrumeuien 'derselbe Gegenstand des 
Himmels' so verschieden in der äussern Form dargestellt wird, von seineu 
Details ganz zu schweigen." — Wenn wir also frolz aller grossen Instrumente 
über die äussere Form der Sehe! noch so im Ungewissen sind, wio kann 
man dann verlangen, dass die, auf solehcin imsiebem Grunde autüc bauten 
Hypothesen werthuulcr sein .^oLLnV Urne -ticuiaTe Kritik auf diesem Ge- 
biete der Forschung wäre schon seit Laugom von Nöthen gewesen und wenn 
Sie auch scheinbar vcilcl*ti! sollte, so vc:lau L 'l dueli du: e* ; .kve Wi^ci.schall 
ein freies Urthal. 

Der HiudWlie, angeblich veränderliche Nebel im Stier. Teil habe mit 
Amioi I sorgfaltig diesen mir schon laugst Ii kaiitiieii Nebelort angesehen: 
ganz dii'lil um und lud dem veränderlichen Sieru« ist. ieiehl ein nebliger 
Sehein wahrzunehmen; ich habe aber bei andern veränderlichen Sternen, 
z. B. bei einem Goldsclimidt.'schen. der «an/, versehvi unden war, einen ähn- 
lichen nebligen Schein am Orte gesehen, ehe der Stei n wieder sichtbar wurde. 
Aber dieser neblige Schein, der sehr schwach ist, kann wohl nicht von Hind 
als wirklicher Nebel angefühlt sein, als er seine Karten machte Es sind 
aber nahe diesem veränderlichen Sterne zwei kleine Sternhäufchen, — daher 



liebem Nebel sicher keine Si'iir. ■.venu eben da; Fernrohr diese Gruppen auf- 
lüden kann; i"cr andere F-rui ehre inay eine oder die aiidut <.,ruj.]..c .ich e.ls 
Nebel zeigen. 

Ich liabe eine Skizze «emaelil, wie ieb das Ganze mit Amici I sehe und 
es wäre wichtig, wenn andere Astronomen mit grossen Fernrohren ebenfalls 
zeichneten, was sie in diesem NV heimle sehen, um Vergleich ungen anzustellen, 
ob sie zu denselben An siebten kommen, oder Anderes auffinden. Ilie uüe'iste 
Gruppe bei dem veränd eil leben Steine enthält einig« Sfenichetl mehr als die 
vorangehende. — Wenn man aber den Himmel ein wenig kennt, so weiss 
man, dass er viele lausende iibniicber (irupv'cn eulbiilt. Da wir aber über 
die Grenze zwischen Stern bauten und Mebel noch nicht sicher sind; so erlaube 
ich mir aus meinem Notizbuchs eine hierhergehörende Hemorkung beizufügen. 
John Hörschel hat i:i seinem Ceneral-K.ilaloi; einen ..Guster 1 ' No. yu, =— ^ Ii 114, 
uud sagt: 150 - -2U0 Sternelien der 10. bis 18. Grösse. Es ist nun sonderbar, 
dass diese reiche Gruppe für kleinere Instrumente nicht wenigstens als grosser 



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— 32 — 

Nebel zu selten ist Ich kenne ilm wohl schon seit mit ui[>in«m Steinbeil 
und sah auch das Auf'ntiViren einiger Sternchen, aber iu Carringtou's und. 
Ar-rrelandei-'n Atlas ist nichts von iiini er.viibnt. (Mit Amiei I habe ich ihn 
noch nicht- KSüiic.h!.). Dae^en, bei dein Nebe] l ien. -Katalog 1267 = h 368 
= Mess. 78, wo d'Arrest einen neuen runden Nebel fietimden hat, dar von 
Herscliel um] [j. Iuissi' fi In 'js-'heti worden, — habe ich noch einen uetien 
Nebel gefunden — vielmehr einen N>lielsl.rcil>n, — und bei der Skizie be- 
merkt: d'Arnst's neuer Nebel. 5f>v.it> raein neuer \"rbe]strei;e!]. bestehen viel- 
leicht bloss ans sehr wenigen Sternchen." Ks ist also in diesen -J Keobacht- 
ungen Scheinbar ein Widerspruch, dnss ein Stcrnlii'iulcln'ii vna l,:,u Wi Weinen 
fiidil als "Neliel ^scheint, wiihreüd einige, wenitre Sternchen sieh schon als 
Veb'.i (eigen. Ja, ieh habe bei meinem Skizzireu der Nebel, wo ich mir Mühe 
gehe, alle feineu Sternchen in der Nahe anxuevhni. kleine Xcbel von bloss 
5" — 10" Durchmesser ffel'uuden n:i'i ^/cicjuiH. und hei der Revision meiner 
Zeiehnnug nach einigi'r7eit, fand ich keine Nebel mehr, sondern ein klares, 
winziges Sternchen am Orte. Diese Beobachtung ist noch neu für mich, 
(lilnss linf -2 ttki//en| und ich habe noch keine Gelegenheit gehabt nachzu- 
sehen, ob diese ,Ster:iehe.n '.lieder Achtbar sein werden, oder ob wieder ein 
kleiner Nchel M si'heu fein wird, wo (lau n die Verschiedenheit der Atmo- 
sphäre Ursache sein könnte. Mbehlen andere Zeichner und Beobachter auf 
diese Krscheimmg aufmerksam gemacht sein." 



. Die wichtigeren und interessanteren Doppelsterae, 

mit besonderer Heii'uksichii-nu!: dn- srhen in wi'^ülii-hcn Teleskopen 
sichtbaren Objekiv 

(PoriaetmnB.) 
n Bootis (1864) 
Eectasc. 818° 2B'. Deklin. + 17" 8'. 
Dieser schone Doppelst«™ ward als solcher zuerst von Hornsby 1776 
erkannt. Der llauiilslern ist nach fitruve 4M Hr., der Heureiter f';_o und 
beide sind glänzend weiss. Distanz u. t'ositionswinkel scheinen zuzunehmen, 
wie folgende Messungen zeigen: 

Strnve 1830 Distanz 5,831" Pos.-Winbol 99.20» 
Auwers 1862 „ 6.634 „ 100.75 . 

£ liootia (1865) 
BsstaBC. 218° 34'. Dsklta + W 22'. 
Dreifach; der nähere Begleiter am 5. April 1796, der entferntere schon 
am 29. Nov. 1782 von W. Hörschel gesehen. Der Haupfsteru ist. nach Strtive 
3.5 Gr., der nächste Begleiter 3.9 u. veränderlich. Die Distanz hat seit 
W. Hörschels Zeit™ lorhvührciid ate:e:;o!umcii. wie MLremle Messungen xeigen: 
South 1323 Distanz UiB" IV.- Winkel 307.0" 

Struve 1830 „ 1.19 „ 309.13 

üawes 1843 „ 1.089- „ 307.03 
Dembowski 1855 „ — „ 306.51 

ilngelmann 1864 „ 0.87 „ 306.0 



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— 33 — 

Im Jahre 1854 konnte Webb mit ehiem Tullcy'schen Refraktor von 
3.7 engl. Zoll OefFuung bei 140 und 250maliger Vergrößerung eine längliche 
Figur oder zwei sich berührende Sterne sehen; 1869 zeigte ihm ein Keflektor 
von fl'/s" Spiegeieffnung bei 450maliger Vergröascrung die Trennung voll- 
kommen. 

Der entferntere Begleiter riebt in etwa 90" Distanz u. einem Poa .-'Winkel 
von ca. 270". Diese Werth« Gurt 1782 W. Hörschel und scheint der Stern 



54 Hydra 

Eectusc. 218> 24' Dell. - 24° iB', 
Von W. Hersuliül am 10, Januar 1783 al» doppelt erkannt Der Haupt- 
stern ist 6. Gr., der Begleiter ntiyi'l'älir 8. Gr Kapitän Jaoob fand 
184S Distanz 9.04" Pos-Winkel 131.5". 
Der Stern steht für unsere Breiten sehen zu südlich um genau unter- 
sucht werden zu können. 

t Bootis (1877) 
lifttaec, 213' 40' Dekl. -f- 27° 41'. 

Dieser schöne Doppetstern (Dupki pulcherrima nennt ihn Struve und 
Smytb bezeichne', ihn als ..lovely ubjed") r.! sulion mit einem gaton Fern- 
rohre von 30" ObjektivOst'tinni; rieuilieii /.n 1'rkeiinen. ■ Der Hauptstorn ist 
nach Struve 3.0 Gr. und sehr gelb, der Begleiter G.S Gr. und blau. Dio 
Disdin/. iiimint langsam sin; der Mus- Winlel sciiehil lub-rkwih-tli^.' Anomalien 
darzubieten, selbst wenn man nur die ni-uevea üenbai likiiiseii lien'n-l^iibtyj. 
llersrhel und South gehen keine Distanzen, sodass Messungen der let/,1 uvn 
erst mit Struve beginnen. 

Struve 1828 Distanz 2.G8Ü" l'os.-Winkel 321.10" 

Madler 1843 „ 2.610 „ 322.50 

Dembowald 1856 „ 3.027 „ 324.30 

1858 „ 2.864 „ 322.95 

Auwers 1862 ' „ 2.889 „ 328.20 

In einem lichtstarken Fernrohre kann man diesen Doppelstern auch am 

A-nonyina im Drachen (1S78) 

RwtiUiP. 219" BEI, Dekün. 4- 61° 52'. 
Der Hanptatern nach Struve 7. Gr. (nach Heis (3. Gr.) der Begleiter 
6.2 Gr. Dio Distanz betrug 1832 3.083", dor Pos.- Winkel 336.37°. 

<I Bootis 

Eoctisc. 206° 53', DcMin. + 10' 8'. 
Der Hauptstern 3. Grosse hat iu etwa 2' Distanz einen sehr schwachen 

Begleiter, dor aber nur optiseb mit ihm verbunden ist. Mau bat dafür 

folgende Messungen: 

W. Hörschel I7S3 Distanz ca. 00" Pos.-Winkel 1 15» — 120» 
South 1822 „ 126.2" „ 119.5» 



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- 34 - 

i Jungfrau 
Bectasc. 203" W Heldin. + 2' 1B'. 
Von W. Hörschel am 4. ludirunr 1782 als doppelt erkannt. Der Haupt- 
stern ist 4. Gr., der ISegleitei Gr., nach South. Letzterer gibt folgende 
Messung: 1823 Distanz 79.3" Pw.-Winkel 290». 

Anonyma in der Jungfrau. 

BmUso. all" 14'. Deklin. + 3» 5'. 
Her Hauptstern 5. bis i. ür. hat nach John Hörschel in 40" Distanz 
u. dem Positionswinkel 1214" einen Hegleiter 12. Grösse (-= 10.5 Gr. nach 
Struve's Skala). 

* Hootis (1821) 
Itectac 212° 4'. Dellia. + 53" 27'. 
Entdeckt von W. Herschel am 27. Sept. 1779. Der Hauptsteni ist nach 
iStnive 5.1 ür. u. -liimir.h, der lWlriler 7.2 Iii. u. bläulich. Stnive fand: 
1832 Distanz. 12.597" Pos.-Winkel 237.71". 

i Bootia (3124) 

Kectaac. 212° 46'. Deklin. + B2° 2'. 
Dreifach; der entferntere Begleiter am 27. September 1779 von 
W. Herschel, dar nähere erst 1836 von Struve entdeckt. Der Hanptetem, 
oder vielmehr dil l 5!.'; , und sein nauiriu' JiDiih/itor vereinigt, ist 4.9 Gr., der 
entferntere Begleiter 7.5 Gr. Die Distanz des letztem hat sich ebenso wenig 
wie der Positionswinkel wesentlich geändert. Struva fand 
183C DiBtanz 38.053" Pos.-Winkel 33.2» 
Der nähere Begleite kann nur durch Instrument« ersten Ranges wahr- 
genommen werden u. wird auch von diesen nicht immer dargestellt Stnive 
hat folgende Messung: 

183G Distanz 0.27" Pos.-Winkel 159.5» 
Mädler fand 1842 „ 0.196 „ 157.1 

Anonyma im Bootes (1835) 

Reotaao. 314° 4' Dell + 9° 6' 
Der Hauptstern 5.5 Gr., der l^gleit.T ti.H ür., letzterer von Lalande 
am 5. Mai 1795 zuerst gesellen. Die Distanz- betrug nach Struve 1832 
6.0IS" der Pos.-Winkel 186.47 11 . Stnive findet den Hauptstern grünlichwoiss, 
den Begleiter blüul ich weiss. Dembowski notirte erstem goldgelb, letztem 
rosaroth. 

g> Jungfrau (184fi) 

Eertaac. 215° 11'. Deklin. - 1° 35'. 
Der Hauptstern is! 5.-J. der Gefeiter 9.7 Gr.. du- Distanz betrug nach 
Struve 1829 :i'728" dor IV .-Winkel 108,H2°. Eiu Fernrohr von 42" 
(Mfniiiis; he;J3 d''n Begleiter 180-1 nicht erkennen. 

o Bootis 
HectBsc. 216" 24'. DdtUn. + 81* 0'. 
Dieser Stern 4. bis 3. Grosse hat nach Sir Jolin Herscliel einen sehr 



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a Wage 
liectu^c. 320° 43' DeU. — 15' 26' 
Zwei Sterne, von denen der hellere 3. der andere 5.ö Gr. ist, beide 
2SIJ.8" von eliminier i;n t ]"f-!-nt aber '.loch mi( unln'KiUlinrtem Auge nieht mehr 
gi-ti-emir am neuen. Suutli fand 182:1 den 1-Mh.- Winkel de* Hi;<il,:iiers 311.55". 
I'er lieUi-re Steril ist vnii liiiisi ijclliüclu'r Favlic, der amiere iniiuiveiss. Beide 
sind wahrscheinlich physisch mit ei 11:1m ler verbunden. 

f Bootia (1888) . 



1852 „ 6.512 „ 316.58 

»embowski 1856 „ 5.908 „ 310.85 

1858 „ 5.850 „ 308.54 

1863 „ 5.590 „ 303.03 

Reit der Zeit "W". Herscbel's bat eine bedeutende Aeudcrung dea Pos.- 
Wiukels stattgefunden, so dass schon MiLdler bei diesem Ilnpiielslenm den 
Versuch einer Baunberechnungmachte. Die neuMm Rm;1i minien von Doberek 
geben folgende Babn dos Begleiters. 

L'mlaufszeit 127.35 Jahre 
Periaafcrum 1770.7 
halbe gr. Aie 4.86" 
Kieentriottät 0.7081 
Wenn dieses Doppelstcrnsjstein eine Masse besitzt, welche dii;j.>iii;_'ii:; 

J. Herschel u. South haben in der Sähe von £ liootis noch drei 
tichtsehwachc Sternchen I). Ii, gesehen und ue.ren ],as;e bestimmt. Fol- 
gendes sind die von ihnen erhaltenen rehtivoii Positionen mit Bezug auf £ 
und die Helligkeiten, letztere auf Stntve's Grüssenk hissen redueirt, 
C Distanz 70" Pos.-Winkel 280.9». Helligkeit 10.4 Grösse 
D ., 180 „ 342.8 „ 10.5 „ 

E „ 80 „ 359.4 „ 11.6 „ 

39 Ilootis (1890) 
Roctasc. 221° 12' DeU. + 49" 20' 
Von W. Herschel am 8. Januar 1783 als (iopr.elt erknant. Der Haupt- 
stern ist nach Struve 5.8 Gr. u. weiss, der Begleiter 0.5 Gr. u. rötblieh. 



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— 36 — 

Beobachtung haben sieb Distanz und Position des 
iiw-.^L'iidii.-l] L'.vüii.Il-::. Es fanden nämücb: 

182S Distanz 3.657" Pos.-Winkel 44.00" 
.wski 1854 „ 3.946 „ 45.97 

nann 1864 „ 3.5G „ 45.70 



)9) 



lieh. Der Hai.ptst,.in, vielleicht auch ,h r Ü.-gl.'it.'r, u>rfmil.-i seine Hellig- 
keif . liiilil ist. ili'i I'iiti'r^.'hii-il Um* < ÜütiKcs volle 2 G rossen kl assen, bald 
mir eine halbe, ja Argelanile: bat. beide Sterne gleich hell gesehen. Seit 
den frühesten Beobachtungen hat die Detail/, heiler .Storiu- /ULT-aommen und 
betnvü 18113 nach Dembowski's Messungen 4.758", der Positioa^inkel 
23Ü. 53". Mädler Iiielt diesen lioppelstern ffir bloss optisch. Doberck bat 
Dagegen einen physischen Connes wahrscheinheh gemacht und eine Umlaufs- 
zoit des Begleiters von 261 Jahren berechnet. 

< Waage , 

Ilectasc. 225° 59' Dsll. - 1Ü° 14' 
Der Hauptstem ist nach Heis 4. bis 5. Grösse; in seiner Nähe fand 
W. HejHcbcl am 2-1. Mai 1781 i'uip srUach-ri li-üleiici-, de: nach Struve's 
Sliala 9. Gr. ist. South fand 1S22 d.'^Hi scheinbare Distanz 50.6", den 
PosidonswinVel 111, G5°. 

4 Bootis 
Rectosr. 227° 25' Dekl. + 33° 52' 

Von W. Horsehel am 23. Juli 1780 als doppelt erkannt, Der Haupt- 
stern ist mich Sinne 3.2 Gr. imd gelb, der Begleiter 7.4 Qr. u. weiss. 
Die Distanz scheint sich wenig in verändern, der I'os.-lViukel dagegen 
nimmt, wie schon Strnvi' erkannle. langsam ab. Letzterer fand 
1822 Distanz 104.8" Pos.-Wiukel 78.94° 

Schon etil kleines aehi-oniatisches Fernrohr von 2 Zoll Oettnung zeigt 
den Begleiter bequem. 

(l'ottactzung folgt) 



i Torkommen von Sauerstoff in der Sonne, 



Gedanke, daas wenu die 
zwischen der Photos). hare 



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wäre, wie die, bei der sich du* ^i-i^iil'-Spectmra ändert, 
dass das bekannte Saiierstull-Hpecliiiin hell erscheint, vollsianuig erKutrt 
WÜre. Das Specirum der niedrigeren 'Icninei-atiir, welches ich aus später 
anzugebenden Gründen das zusammengesotute Linien-Snectrum des Saner- 
Btoffs nennen werde. muss in diesem Fall« in dem Sped.nmi der Sonne um- 
gekehrt gefunden, werden, gerade so wie dar Rast der Frauuhofer'sehen 
Linien. 

Ich habe in Folge dessen all meine freie Zeit, während 3 Wochen der 
genauen Messung dieser vier Linien gen kirnet, und ich glaube, dass die 
Thateachen, die icli beizubringen im Begriffe bin, nicht zu weit abliegend 
gefunden werden von einem absoluten Beweise dafür, dass dieses Spectiuni 
wirklicti in der Sonne umgekehrt ist. 

Zwei Schwierige, ilcn stellen sich der exaeieu Mc>suug entgingen. Die 
erste Hegt in der ungemeinen Schwäche des Spectrums. Das Lieht selbst 

ist Hiebt heller, als das «ine. nicht 1. blenden llunsen'schen Flamme; und 

nachdem dieses Liebt durch vier Prismen gegangen, wie in den meisten 
meiner Versuche, oder durch sieben, wie in einigen, i.lcibt nicht mehr viel 
vom Spectrum, was gemessen weiden kann. Nur nachdem das Auge eine 
halbe Stund« im l.hinkidn verweilt, kann es arbeiten, und es gibt viele Tage, 
an denen das Auge niemals genügend.' Itm Endlich seil, erlangt, nm irgend 
welche zuverlässige Messungen anzustellen. Wenn aber meine Augen in 
hinreichend guter Verfassung waro:i, stimmten meine Messungen so gut, dass 
ich kein Bedenke]] lu'.ge zu Li-Iiiuii'tcn, da.-;* sie genuu sind, wie die 

Souneulinien, welche an ihrer Ü!>ite L-cfiindcu werden, liie zweite und ernstere 
Schwierigkeit liegt darin, dass die fragliehen Linien sieh bedeutend ver- 
breitern mit wachsendem Drucke, und zwar derartig, dass der hellste Theil 
und noch mehr die Mitte des Stieilens nach dem liu;.h hin verschoben wird. 
Ich war nicht im Stande, die Linien vollkommen scharf zu erhalten, und 
die Messung der Mitte der liaude wird somit «inen m hohen Werth der 
Wellenlänge geben. Die nachstehende Tabelle enthält die Zahlen, die ich 
erhaltet) hu in-. 

Sauersten' Breit« Ä. 8. 

o 6156,86 +0,3 6156.70 6156,69 

ß 5435,0.1 +0,3 5435,44 5435,56 

y 5:529,41 + 0,0 5329,3 5329,10 

4 4367,62 4367,58 
Die erste Spalte enthält die Wellenlängen dos zusammen gesetzten LiiKCn- 
Spectrums des Sauerstoffs. Die zwoite Spalte enthält die Zahl, welche zur 
Wellenlänge zugefügt, oder von ibr abgezogen werden muss, um den Rand 
der Linien zu erhalten, da ia der ersten Spalte die Mitten augeführt sind. 
Die (kitte und vierte spalte, geben die Wellenlängen der entsprechenden 
Sonuenlinien, wie sie beebaebtel wurden von A ngs trom (A) oder mir (S). 
Die grünste Differenz lindet sieb bei der Linie y; aber selbst diese Differenz 
steigt nur bis zum zwanzig^,«;] Theihi des Abslandi-s zwischen den Natrium- 
Linien, und man braucht ein Sinrlroskep ci.hl si-br guter Zerstreuuiigskraft 
und Sehärfe, um zwei Linien zu trennen, welche imi diesen Absland von 
einander entfernt sind. Gleichwohl ist der fragliche Werth grösser als die 
möglichen Ueobachtungsfehler, und ich glaube, der Unterschied rührt her 



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— 38 — 

von dem oben erwähnten Umstand«, das» die Linien sich ungleich massig 
erweitern. Man wird ans der Tabelle erschei:. dass die .Sonnen -Linie inner- 
halb der Sauerstoff-Linie fallen wird, aber clwa auf ein Drittel des Abstan- 
des ihrer brechbareren von der weni...w hrechlmren kaute. Hei einem höheren 
Diucke liegt der hellste Tlieil der Bande etwa bei 5331. Keine von den 
andern Linien vorl.i l itci I sieh so shirtr. und d ist. siels vollkommen scharf. 
Augström gibt sie als Eisen-Linie, ahm- ti^i-.h K" irch hol' I' ist die Sonnen- 
Linie ans zweien 7,tisarniuen<:es.>1/.t und durch einen Ahsland von etwa 0,1 

getrennt .... 

Ich möchte nun mit wenigen Worten die Bedeutung der erhaltenen 
Resultate hervorheben. Das zusammengesetzte Linien-Spectrnm des Sauer- 
stoffs kann nur ejistdren unter einer beschränkten Kcihc physikalischer Be- 
dingungen. Es wird bei einer höheren Temperatur in das. elementare Linien- 
Spectrum auseinander gebrochen und bei einer niedrigen Temperatur fliesst 
es zusammen in einem ccnünniiiiekeii iJ|ie..:.triiiü. Während seiner Eiistenz 
können seine Linien Aeuderunu'eu unterliegen, die vom Drucke herrühren. 
Das Speetrum des Sanei>ttdls ist somil in hervorragender Weise geeignet, 
um gleichzeitig den Maassstab ITlr den Druck und das Thermometer der 
Sonne zu sein. Wir können für den Moment, nn-lit genau die Temperatur 
der Punkte angehen, hei denen die Aendernn<' siaittindet; aber wir können 
mit Sicherheit sagen, warum die Linien-Spectra vieler Metalloide nicht in 
der Sonne umgekehrt gefunden werden, weil nämlich die Temperatur, welche 
diese Linien -Spectra gibt, höher ist, als die, welche das zusammengesetzte 
Linien -Spectnmi des Sauerstoffs gibt und also auch höher als die der um- 
kehrenden Schicht der Sonne. In Folge dessen müssen wir nach ihren Handen- 
Speetren suchen und nicht nach ihren Linien-Spectreu. Dasselbe mag gelten 
für die Spectra mancher der sebvereren Elemente, wie Gold, Silber und Platin, 
welche bis jetzt in der Sonne nicht entdeckt wonien. Das continuirlicho 
Speetrum des unteren Theiles der Corona ist sehr ähnlich dem coutinuir- 
lichen Spectrum des kühleren Sauerstoffs. 

In dem Maasse, als die Wissenschaft der Spectroskopio fortschreitet, 
werden wir im Stande sein, die nhvMkiilisohen Zustände, welche auf der 
Oberflaehe der Sonne existiren, mit einem eben so hohen Grade der Sicher- 
heit und einem viel «piiiigareu Craile von Unbequemlichkeit zu bestimmen, 
als wenn wir selbst uns dort befunden. Ich hoffe, dass diese Mittheilung 
als ein Schritt in dieser Dichtung sich .'nveisen wird. 

Alle Versuche sind im Cavendish Laboratorium ausgeführt. 



Saturn und sein Bing im gegenwärtigen Jahre. 

Unter alleu Planeten bietet Saturn durch das frei über seinem Aeqnator 
schwebende Ringsystom im Fernrohre den |iriiebtigston Anblick. Je nach 
der Stellung dieses Plauelen zur Wonne und zur Erde, erscheint sein Bing 
bald als mehr oder minder ;;eütfnete Ellipse, bald als fremde Linie, die im- 
mer schmaler wird und /.iifet/t. ausser für sehr kraftvolle Ferngläser, ganz 
verschwindet Wenn Saturn im Sterululde des Wassermanns oder des Löwen 
stobt, so verschwindet sein Hing, stobt er dagegen im Stier oder Skorpion, 



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-89- 
so zeigt «ich derselbe als am meisten j/ei'illiiete Ullipse. Tin gegenwärtigen 
Jahre bewegt tiieh Saturn an der Glänze des Wassermanns nn,l der Pisolift, 
sein King wird daher m.'.gliclisl schmal sein. Kur Zeit, der interessantesten 
Plinst' 1 , tümlidi ili's Verseliwindeiis des Hingen Anlangs .Mär/, in: (-ahnn 
leider nicht km sehen, da er alsdann nahe hei der Winnie steht, und am Tage 
ilureh den Meridian gebt, une/egen wird man ihn in der zweiten .lahresiitlhe 
in den Morgenstunden beobachten können. Iis durfte iimii nicht allein j'iir 
den mit eiuem Ferngluse verseheneu Freund des gestirnten Himmels, son- 
dern überhaupt für jeden Leser des Sirius viiii Interesse sein, ;ie,h im Voraua 
ein Bild von den verschiedenen Phasen, welche die Sichtbarkeit des Saturn- 
ringes bis zu seinem völligen Versub winden im gegeiiwüriigen Jahre durch- 
laufen wird, zu verschallen. Die ausgezeichneten M^s-ungen i'essel's haben 
die Mittel geliefert, in der Thal die Sicht ha:k, lisphnsi n des Satururinges 
für jede VM verlier bestimmen zu kennen und die nu eh Gehende Tafel ent- 
halt die »öthigcu Daten, um mittelst derselben Lage und Grosse des Saturn- 
riuges im gegenwärtigen Jahre kennen zu lernen. 



MoMt und Tag 


p 




a 


b 


Januar 


0 


+ 5« 


19.3' 


+ 3« 


0.4' 




+ 1.99" 




90 


+ 5 


11.2 


+ 2 


S.6 


üti.j? 


+ 1.38 


Februar 


9, 


+ 5 




+ 1 




35.86 


+ 0.71 


März 




+ 4 


40.5 


+ 0 


o!o 


35.49 


0,00 




21 


+ 4 


37.1 




82 


35.45 


— 0,71 


April 


10 


+ 4 


24.5 




14.7 


35.75 


— 1.40 


30 


+ 4 


12.8 


— 3 


13.8 


36.37 


— 2.05 


Mai 


20 


+ 4 


2.6 


— 4 


2.6 


37.29 


— 2.03 




9 


+ 3 


54.8 




37.1 


38.46 


— 3.10 




29 


+ 3 
+ 8 


50.0 


—4 




39,80 


— 3.41 


Juli 




48.8 


„4 




41.20 




August 


8 
28 


+ 3 
+ 3 


51,3 
57.0 


.— 4 
— 4 


:uü; 


42.49 
43.46 


— 3^42 

— 3.08 


September 




+ 4 


. 4.7 


- 3 


21.6 


■13.92 


— 2,58 


Oktober 


7 


+ 4 


13.0 


— 2 


39.0 


43.77 


— 2.02 




27 


+ 1 


19.9 




4.7 


43.04 


— 1.56 


November 


16 


+ 4 


24.2 




46-6 


41.87 


— 1.29 


Dezember 


6 


+ 4 




— 1 


46.9 


40.49 


— 1.26 




20 


+ 4 




— 2 


7.8 


39.10 


— 1.45 




31 


+ 4 


2i\H 




16.0 


38.77 


— 1.53 



In dieser Tabelle haben die einzelnen ('oliminen folgende Bedeutung: 
Die erste bezeichnet den Monatstag, fnr welchen die Angaben gelten; die 
mit p Überschnellen-* Tabelle gibt den Winkel, den die halbe kleine Aie 
der liingellipse mit den. Deklinationskreise, des Saturn bildet und war be- 
deutet das Zeichen + das der Winkel Jistlich (links) vom Dek Ii nations kreise 
liegt. Die mit 1 überschri ebene Spalte enthalt den Winkel, welchen die 



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Mene ftiluinrnigs mit der Wienc 'Irr Krdtaliu milcht. Wenn dieser 
Winkel Null ist, wen» also die- Ebene iin-erev Enlliaiin mit der Hi^elieiu: 
des Saturn zusammenfallt, so tCiinen wir natürlich nur die schmale Kante 
des Kiii^M'.-itt'ins erblicken miil die-e.. wird sieh daher als sehr feine üerade 
Linie darstellen oder auch ganz unsichtbar nein. Das Zeichen + in der 
l gesellen, die Erde sicli 
- dagegen, dass die 
a gibt den 



Am " 



>etindet. das Zeiebei: 
irgebeue befindet. Die Colli« 
[Systems, die grosse Aie der scheinbaren 
ie kleine Ase der Itingellipse. Diese kleine 
ing uns als gerade Linie erscheint 
erzen nun leicht in deu Stand, die Erscbei- 
iinges im gegenwärtigen Jahre durch eine 



'iiuimii des >atiirn und seines Kit! 
Zeichnung zn versinnlicben. Zu di 
Papier eine scnkrechle Linie a b. Dieselbe stellt den DekliuationsfiTeis des 
Safuru vor. Man nehme auf dieser Linie einen beliebigen Punkt, den wir 
e nennen »ollen und ziehe durch denselben eine ge;inle Linie d e unter 
einem Winkel d 0 a, der SO gross als p ist. Diese Linie muss man, wie 
es auch in nebenstellender Figur geschehen ist, so anlegen, dass der Winkel 
p links von a b zu liegen kommt, wenn (wie im gegenwärtigen Jahre) p 




s Zeichen - 
man durch de 
auf d e die 



cid 



s Rii 



r Hei- 



grossen, tm iL Li.- lüngcüipsi' selb-t 
Iii erlmlteii trage man auf dcrLinio 
f g von dorn Punkte c aus iu 
einem ludii-mgeii \1 aussehe die 
Hälfte der (irisse a in der vier- 
ten Ci.duiniL.' in der Richtung von 
c g und ebenso nach c f hin ab. 
Dadurch erhält muri eine Linie 
k 1», welche die grosse Aie der 
scheinbaren Uiugollipso bezeich- 
net. Trägt man jetzt auf dar 

gleich der Hälfte der für den batreffenden Tag in der Columne'b stehenden 
'/.!&.{ isi, sei beierVhticl m n den nurclmessei der kleinen Asc de; Kindes. 
Verbindet man zuletzt die Punkte k, n, h, m durch einen eUipsenffirmigen 



Hegen, so erhält mau den Uniriss der äusseren Form des Uinges für den 
Wenn der Winkel 1 da» Zeichen + vor sich hat, so 
'"" ' ' "ingebene und der südliche Theit derselben 
obere) liegt vor der Satnruseheibe und 



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— 41 — 

Satanisch eibe (im astronomischen Fernrohre der unten') vyidecltt. Wünscht 
man noch den Saturn selbst bc:/u:'.eicl.ncu. so bat man einfach um c als 
Mittelpunkt einen Kreis zu schlagen, dessen Halbmesser vom c k odor 
c h ist Die Breill' des Tün^os in der liichiung k c und h c beträgt nahezu 
'/a der Grösse k e; in dar Bichtung in n ist diese Breite in demselben Ver- 
hältnisse geringer als m u kleiner ist wie k Ii. qJ. 



Karl von Littrow 

von Prof. Dr. Edmund Weiss. 

Heute wird die sterbliche Hülle K. ton Littrow's zur Erde bestattet: 
eines Mannes, der ein Mcnschctukcr hindurch nicht nur auf die Entwicklung 
der Astronomie in Oesterreich den uachhaJirisleii Linllns.s ausübie. Sendern 
auch einen thätigen Autheil an allen ji'i^'U Kelermeii nahm, welche die Be- 
freiung der Unim-iiiülcn vu» Jen ailseiiigeu Hindernissen und liescliränkungen, 
die ihrer gedeihlichen Weitcieiitwickelang i:i Ali-' i.'st . -iri'i i-li eiilgeL'eiislaudeu. 
/um Ziele hatten. Fern von der Heimat, cntschlie! er am .Morgen di's 
IC. November in Venedig, einer Stadt , an welche ihn freund Ii, he lifick- 
eriiiueningeu fesselten, i 1 1 . L ■ ■ : i l itnii fast uiu Urämie seiner wissensehafllie.hen 
Thäiigiioi't, vor nunmehr 40 Jahren, die ehrenvolle Mission zn.Theil geworden 
war, dort eine Marine-Sternwarte tu erbauen und einzuricluen. Aiieiu wenn 
auch im fremden 1 .and ereilte ihn der Tod doch nicht unter fremden. Kr 
starb in den Armen seiner «eltebten t i :it.1 in. umgehen vo-i Um innig verehren- 
den Kindern, welche ihn mit der a i: h nid sten Liebe bin /.a -einem Linie 
pflegten und dio Hoffnung auf Wiedergonosung und die Kückkehr froher, 
giiicLiclicr Tage bis u. seinem lcl/.ten Alhciu/.ugc in ihm /.n erhalten wussteu, 

K. v. Littrow war der älteste Hohn des berühmten Astronomen J. J. 
v. littrow und wurde am IS. doli 1811 /.u Kasan gehören, wohin sein Vater 
k u j v. vorher als Direktor 'ier Sternwarte von k'mkiiu an- berufen norden war. 
Mit diesem übersiedelt i- er ISli'. uaeh Ofen, begann dort ungewöhnlich jung 
seine Gymnasiais Indien und vollendet,' dieselben so wie seine UniversiUts- 
stadien in Wien, weil sein Vater inzwischen im .lahre lsli> zum Direktor 
der hiesigen Sternwarte ernaiinl worden war. 

Das glänzende Vorbild seines Vaters und ein mächtiger innerer Drang 
veranlassten ihn, sich schon in seiner frühen Jugend dem .Studium der 
Astronomie zu widmen, und er Hiat dies mit solchem Lriblgc. dasa er bereits 
1831 als Assisteut an die Wiener Sternwarte kam und wenige .lahre nachher 
zum Adjuncten an dieser Ansiall. hchirdert wurde. liei dieser i.leicgiuhcit 
legte er aueh eiae edür.zei.de l'robe s. iner uuivcisillen ucisiigcu liilduiig ab, 
indem er die damals in Oesterreich übliche Cone.ursarbeii in fünf Sprachen 
lieferte. Im Jahre ISMO folgte er seinem Vater zuerst provisorisch, hierauf 
di'liuitiv als Direktor der S:eruwartc, welche unter seiner Leitung eine grosse 
iiü/irigkei! auf jenen tlehieieu der beobachtenden mnl leehiiemlen Asliciiomie 
eulfallete, auf welchen die bescheidenen Mittel der Anstalt so wie die un- 
günstigen, die Thaiigkcil derselben nach jeder liichiung hin iieniniendeii 
localen und banlichen Verhältnisse noch Iirspriessliches zu leisten gestatten. 



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— 42 — 

Dies sind namentlich licohachlmisjeii und Hahn berech nun gen der kleinen 
Planeten und Kometen. Ks sii;d mich in der 'Mut. die von Littrow heraus- 
gegebenen AnnaJen der Wiener Sternwarte durch die in ihnen enthaltenen 
zahlreichen Beobaclituti^m von Asteroiden und Kometen zu einer unentbehr- 
lichen Quelle für diese KiiJiluti.tr der astronomischen Forschung geworden, 
während die zahlreichen in den Schriften der knis. Akudemie der Wissen- 
schaften publicirten Babnberechnungen solcher Himmelskörper ein rühmliches 
Zeuguiss für die rechnende Thädt;keit des Institutes in den letzten 30 Jahren 



scheu Kometen", welche so gressesi Ankliiiiii fand, dass sie auch ins Fran- 
zösische abersetzt wurde. Von nun an veröffentlichte er in raeober Folge 
zahlreichere «rnpscre und kleinere astronomische Arbeiten, welche seinem 
Samen seh: bald ein.' hohe Aclihüts in der astronomischen W elt. verbell tili Ten. 
Es würde inriess hiev zu weit I (ihren, s.une '.vi-souschaftliche l'ii:, r L^ki-it ein- 
gehender zu besprechen : ich will mich, daher 1h'!_tlü lü-u, einige seiner Arbeiten 
icht nur für den Fachmann, sondern auch für Ivetten.' 



; infcit 



r Länge des 



welches den Ort einer Feucrshruust. mic.li in der dunkelsten Nacht rasch und 
sicher erkennen lässt und sich seither während eines inclir als vimiijjiihrisre:! 
imutilerhrochencu tlebrauches vollständig bewährt hat. 

Zur Zeit, als er das Amt eine- Adjuncteii der Wiener Sternwarte bc- 
kieidele, war der Anstalt auch die Ausbildung der Marin ecadetten iu Astro- 
nomie anvertraut. Um nun die Methoden der nautischen Astronomie auch 
praktisch kennen zu lernen, maehto er im Jahre 1837 eine Ucbunjsrcise der 
Eleven des damaligen k. k. .M n inikollegiums in Venedig mit und erdacht« 
dabei eine neue Methode der IaingeuhestitmtiutiL' y.ur See. welche er einige 
Jahre später vcrütleutlichtc. Dieselbe wurde bei der WcltnmseiiliLn;; der 



Havre 1868 mit einer IVdsniedaii;" ?,usL-<v.eiehuet wurde. 

Im Jahre 1841 liefert« er für (iehler's physikali.-rhcs Lexikon das voll- 
ständigste lii.sl'.erenstireti'le Vetv.eiebniss von g.''..L'ranliisclicn Ort-bcstimmungin. 
k.iniS'' .labre später fungirte er als Kommissär bei der Verbindung der öster- 
reichischen und russischen Landesvermessung ntnl veranlasste dabei unter 
Anderem eine genaue lies.; immune des Verhältnisses der Wiener Klafter zu 
frctmlländiscbfii Maassen. Im Jahre 1S.j3 begann er -ine umfassende Unter- 
suchung über die «'■t.'enseitigcn Aiinähern:i\."eii Jcr i.li eh t.ge drängten kleinen 
Planeten zwischen Man und Jupiter, um auf diesem Wege zur Kenntnis» 
der bisher noch unbekannten Massen jener Gestirne t.n %A\m«un, u.s. w., U.s.w, 

Ausserdem war Littrow auch im An flinken isi-it.b\idler astronomischer 



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in Mailand die tm-»-Iic.jL M.i:mski ij.l» d,-r ..Mtoria Celeste del 

nio di Palermo", d. h. die (i i u 11 . Hii-^i i l des berühmten Piarai 'seilen 
jes wieder auf und puhliKtrif. sie später in den Aunalon der Wiener 
Endlich verdanken ivir ihm die. Anffindiiiifr wichtij.'er Quellen 
genannten Kometen Karls V. (155t!) und den grossen Kometen 
welche die Kragen übet die Ucdum dieser Kometen mit anderen 
spJiter erschienenen zur Etilsebciduug brachten, 
a Denkmal der I'ieUit für deinen Vater iiesyrjrte er neno Auflagen 
)ii demselben beraus^HnDer Werke. Dies rjiit namentlich auch 



seines Lebens die Genugthuu 
gekrönt zu sehen, und iwar i 
lind namentlich Sr. Esc des Herrn Ministe]» für Kuhn* und Umerridit 



r.nler im i leren die „lt. A,truno;ni,:j| Soeicrv zu London, die „A-^nTieti 
Soiontifique de Ifruuee", die „Ac.dcmin dei I.ineei" zu Korn ete. ote, er- 
nannten ihn zw ihrem Mitsliede- diu Österreich i ;l -he meteorologische Gesell- 
schaft wählte ihn I Sr>7 zu ihrem Piäsnleuten; bei der Griiudum; der kais. 
Akademie der Wissciisthal'teu befand er sidi unter den kurresjumdireiideii 
Mitgliedern der erst eli Krneunuu'i und wurde füllt' Jahre spiiier zum wirk- 
lichen JIitj;liede erwählt, I'iir das hohe Ansehen, in dem er bei seinen 
Iüdb-.'u s:aud. .|uiel,t e-! vwill um deiitlielist.m. dü-s er. drieli la.rhdem liUO 
die Lienen InslilulioaHi unser,., I leohsehule ins l.tdirn Halen, ve.ni pihi-o]dd- 



akademische Würde. da* lirktorat, bekleidete, 
dener Staaten zollten v. Liltrow ihre Allerkell 
ein brasiliauiseber. ru^iselier, diinLieher uml t 



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Wenn nun so v. Liltrow auch in angenehmen äusseren und überdies in 
besonders K luL-Vlklu=:L :iud harmonischen Familien v-.nhiütnisseu lebte, bliebet) 
ihm des Lebens Sc] ii lic 11 i.h'ch keinem erspari. Der schwerste Scilla" 
aber traf ihn und »ine ganze Familie im Jahre 1864, wo sein ältester, zu 
den schönsten IloTau sisji' n '■ercchtk'enuer Selm Otto. d-'i sich durch mehrere 
gediegene Abhandlungen Lercüs emeu Manien unter den 1'livsikern errungen, 
im 21. Jahre plötzlich durch den Tod von seiner Seite »wissen wurde: dein, 
damit wurde der heilte Wunsch seines Lebens und das erhebende Bewußt- 
sein vernichtet, mm mm die dritte Generation für die Fortbildung der 
Wissen schart eintrete. 

Im persö 11 liehen Verkehre war v. L:ttiow stet? zurorkoitimend uud liebens- 
würdig, so dass er sofort alle Herzen Ihr sich gewann. Alle Vorzöge seines 
CliiiriLit-Tä lernten aber nur Jene kennen nnd schätzen. Teiche näher mit ihm 
in Berührung traten. Von der Piclät yegen seinen vortrefflichen Vater, die 
er bis zu seinein Lebensende bewahrte, wurde bereits msproehen; bei dem 
Tode desselben übernahm er die väterliche Sorge Sur reine drei jüngeren, 
ilamais noch iimc^.iiuten Brüder. Für iias Wehl seiner Familie war er fort- 
während auf das sorgsamste bedacht: seinen Untergebenen gegenüber bewies 
er sich mehr als väterlicher Freund und ltathgelier denn als Vorgesetzter: 
für das, was er für recht und billig hielt, trat er stels mannhaft und uner- 
schrocken ein. Diese und viele andere eile ( Iharakl enge machen es erklär: ich, 
warum er Alle, die ihm näher standen, so mächtig anzog. - 

Und nun, nachdem der unerbittliche Lauf der -Natur ihn aus unserer 



Vermischte Nachrichten. 

Spectroskopische Beobachtung einer Mondfmsferniss. Während der Mond- 
tiuslerui» am T-V August 1ST7 wurde e.nf dem fHiservaturiuni zu Green- 
wic.h das Specliuni des Mondlichtes wahrend der T.tulitäl und während der 
partiellen Phasen beobachtet, und als ein Theil des Mondes noch im Sehalten 
lag, wurde sein .Speetrum vendii-hen mit dem lies Theiles. der bereits heraus- 
getreten war. Nach dein Iterichte des Herrn G. B. Airj war wahrend der 
Tolalitiil ein starker Absorulionsstnureu lm (bdb siclithar'uud das rothe, wie 
das blaue Hude des .Speetnuns wa^en vollständig angeschnitten, während das 
Orange in der Intensität hec.uitei.d icdric.iri war. Das Gell) und Grün war 
verhäLlnissmäfsij hell und Schienen am' di'ii ersten KliH; das ganze' sichtbare 
S]icrtrum auszumachen. Die VVclluih; :igc des brechbareren lindes des starken 
Absorptiousstreifens war im Mittel aus II Messungen -f- 5, und um 

etwa 11 Uhr (während der Totalität) erstreckte es sieh bis zur Wellenlänge 
5900 d. i. bis naeh D. Als das finde der Letalen Phase sieh näherte 
(12 Uhr .1 Min.), wurde der Sl reifen schmaler, indem, (um 11 Uhr 45 Min.) 
seine Breit..; nur zweimal den '/,;■. iscbeurauui der J> = Linien ausmaebte, und 
um 12 Uhr 20 Min. während der paili eilen Phase wer er auf eine Linie au 
dem vertruste] teil Tlieile reduziit. Dieser Streifen lallt zusammen mit der 
starken llaude <f des atmiisjiluiii-rhen Succl rums, wie sie von Urewster und 
Gladstone angegeben ist, uud die besonders charakteristisch ist für das 



Di j.!.:e"j e ■ Co 



Speelruiii von Licht, das durch eine .linke .Schicht Lull gegangen, lins ruthc 
lind« des S]ieetrimis war iihi^f si -liKitt-'n durch ein.' dunkle' liande, die anliug 
etwa halbwegs /wichen /' und (.', in der eine schwarze Linie verniutliet 
wurde, lim die Mitte der Totalität schnitt eine dunkle. Knude, n ti t;[ iilts'U (t 
bei 5080 (nahe bei der Bande i des Brewster-Gladstorie'sehen Spectrams}, 
den ganzen liest des Spektrums ah, aber später um 11 llir :l'J Min. war das 
Spectrum sichtbar Ins etwa -I'XIO ulem Ort der Bande % im atmosphärischen 
Spectrum). Nach dem Ende der Totalität wurden das ruhe und blaue Linie 
von dem vcrlinslertcn Tlieile übe. diese Greußen Linau; sichtbar. Das Aus- 
sehen des Spectrums ..les Theres, der vrjm Schallen frei, aber noeli im Halb- 
schatten lag, war gänzlich versebiedeu. selbst als es auf denselben Grad der 
Schwäche leilin-in. war durch Verengerung des Spaltes. In diesem Rille 
blauste .Iiis S|ieerriiin im Ganzen ab von Jensens Ii bis nahe bei Cr im Violel. 

Der untersuchte Tbeil des Mundes, als die 1 Sunde <? sich am dunkelsten 
zeii.de, war die Gegend der Mare Xectaris und Mare Foecmiditatis, und die 
liande konnte nur am dunkelsten Tbeile des Moniles • gesehen worden, als 
Kepler eben aus dein Schatten auftauchte, wnbei sie schnell blasser wurde, . 
als das S.peelioskiiji nach dein lädieren Tlieile bin bewegt wurde. 

Das Licht, in widdiem der vertinstei te Mond sichtbar ist. scheint hier- 
nach durch eine dicke Schient der Ihdatmosphärc gegangen sein, und die 
eigen tbüinlicho kupferne Färbung zu erzeugen. 

Die Beobachtungen sind von Herrn Christie und Herrn Haunder 
«cmaclii. (Muntlilv .Vitie.es ef tho EwvliI Astronomien! Society Voi. XXXVII. 

p. 467. D. Naturf.) 

Der Langen unterschied zwischen Washington und Greenwioh. Die von 

Gould für das Xaval Obscrvntorv von Washington i. .1. 1 SG7 durch elektrische 
Signale vermillelsl des unterseeischen Kabels zwischen Irland nnd Neufund- 
Litnl bestimmte Länge von ,V' K™ lä. ;l ., s öder 77 u ,'i. s; ," West von Greenwieb 
ist sicherlich genauer, wie alle früheren durch astronomische Heobachtunge.il 
oder Cbrouoineterüheitragniigen, aber sie Hess doch noch einen grösseren 
Zweifel an ihrer vollständigen Genauigkeit zu, als für eine solche Fundamental- 
bestimmuag wunschenswerth war. Die Unsicherheit dieser Bestimmung rührte, 
wie ,T. E. Hilgard in seinem vriiiä'.itign: licrirhte über die Bestimmung der 
transatlantischen Längen erwähnt, zum Tbeil von dem Imstande her, dass 
mau. obgleich die tle-ammtzei; dir Tü.u-niijskn. dir Signale lIij'cIi d.i.: Labe! 
bin und zurück gemessen werden kann, noch nicht im Stande ist, ihre Zeit- 
dauer in den beiden ent gcgenge.sct/.tcii Hieb in [igen, jede für sieb, zu bestimme::, 
und dass mau ^'ujn'.rti i^i ist. beide Zeiten als deich anzunehmen; diese An- 
nahme kann aber bis auf den llruchthe.il einer Sekunde ungenau sein. 

Als das französische Kabel von llresl in Frankreich nach Duxburg iu 
Massachusels, Nordamerika, gebe,) war, bot sich ein Mittel dar. uider viillig 
anderen UmMantlen mnl unühhäugig von de:' früheren Bestimmung dieselbe 
auf ihm Genauigkeit /.u prüfen, Zu die. ein Zwecke wurde znnneb.st. von dem 
Assistenten der Toast Survey, 0. W. Dean, i. ,1. 1S70 der Liiiigenniitersebicd 
zwischen diesen beiden Orten durch tolegrapbi.ehe Signale bostimm!. Noch 
fehlt« die Kabelverbindung mit Hresr und ( ire-'nwidi ; als diese aber i. J. 1872 
hergestellt war, führte J. Ii. Hilgard, Assistent der das! Survey. die tele- 
graphischen Längenbcstiinmungen zwischen Brest — Paris, Brest— Greeuwich 



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und auf dem fraem-iselien Kabel von 1870 zwischen Bct 
St. Pierre bei Neufundland ilun-h-, die LiiiiL'ctilif.'timmnii« f. 
und Cambridge in Mas.JaelmsirtH ;Hanard Observatory) m!i( 
[ >f r allgemeine. 1'laii dieser 1 >i'L.T;Uk!i!Hi bi-scand darin, zh lirus' 



ln-dirninen 



phisehe Lage von Washington ( 
ai." + 0. BO " West von Green» 
erwähnten neuesten wlegraidiisel 



Hahneleinente wurden, ohne ISerüek-diihtisiiirii; der (iiiibrilHiteuden) Einwirkung 
der Erdanziehung auf dii* sich so ra^eli l'eweyvude IVu.rkugel sowie unter 
Vernachlässigung der (unbekannten] Grosse des IjiiCI ui-k-i blandes erhalten: 

Knoten 83" 49' 

Neigung 18 14 

Perihel 286 50 

halbe grosse Äse 0"137 

Escentrieitat 709 
Bewegung : direkt. 

Aebnliche Bahnen von aus;:es[ii tn-ivu Jn ] i.'il.n ■! i-c.hi'iii Charakter haben sicli 
twivit-i früher l'ür audeiv Felle rktivjehi iierausgestellt. 

Eine Uhr, welche mittlere Zeit und Sternzeit zugleich zeigt. Gelegent- 
lich wurde bei uns nmrh der JUigliulikeit der (.'oustrui-tioti einer solchen Uhr 
angelragt. Diese Möglichkeit nruss in der That hejahi werden, ja der ehe- 
malige berühmte Director de. l'ariser .Sternwarte. J. C. Burckhardt, hat 
schon vor vielen Jahren die iiin-irlitiEnjjen ausfeilen, welche bei einer sol- 
chen Uhr zu treffen sein würden, iii-a ail^inn'iiioiiHi lnleresscs halber, mögeu 
die Ausführungen Burckhardl's hier ['oben: ..Kiue. Uhr von dieser Einrichtung 
könnte für den Astronomen sehr konem S''in. .Man erreicht diesen Zweck 
auf folgende Art: Auf der Welle, die in einer Stunde mittlerer Zeit ihren 
Umlauf macht, und also den Miiiiileii/.eigrr ili.^er Zeil tragt, wird eiu Und 
von 49 Zähnen befestigt, um diese Welle dreht sieh frei und vermittelst 
einer Rühre (eiues hohlen L'jliudei-s) eiu ltad vou 82 Zähnen, und diese 



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— 47 — 

Röbre zeigt dann den MiimlHiy.riyer dir Stcrnwit. In die Peripherie des 
Rades von 49 Stöhnen mups ein anderes von 70 Zähnen eingreifen; uud an 
die Welle des letj.ierri befestigt [n:i n ein viertes Und von ">! Zähnen, dessen 
gezahnte Peripherie in das Bad von B2 Zähnen eingreift, Die Standen der 
mittlem und Stemmt sind auf zwei kleinen excentri sehen und von einander 
getrennten Zifierbhiiteni m lü'nierkni, fhn jeder dieser beiden Zeiger wird 
seine Bewegung durch den Zeiger der '■■jiTispundirenden Minuten auf dem 
gewöhnlichen Wege erhalfen. Üaii kennte .Hieb :-noi ( >r:fnungeu im Ziffer- 
blatt anbringen, wodurch die mittlen- 0 Stünde und die Stern-Stunde sieh 
zeigen. In Betreff der Steinzeit wild es am bequemsten sein, 24 Stunden 
in einem fort zu zahlen, allein bei der mittleren Zeit ist der gewöhnliche 
Gehrauch zu befolgen. Der Felder des von mir vorgeschlagenen Räder- 
werks geht nur auf i" in einem ganzen .Jahr, Ein noch genaueres gibt 
05 x 223 , „ 49 X 52 

die Ab weich um; beträgt dann jährlieh nur oine halbe Sekunde." 

Rother Stern. Hr. Torvald Köhl in Kopenhagen bemerkt, daas als 
er am 29. Dezember 10'' Abends mit seinem Fernrohr den Stern f; in den 
Zwillingen beobneh (>■!,.. dieser ihm «jan/. rotli H-sidiien und zivai' so intensiv, 
dass die Farbe nur mit derjenigen von o im Walfisch verglichen werden 
konnte. ^ Um sicher zu sein, richtete der Beobachter sein Fernrohr auf meii- 

wünscheusKertb, wenn die Fremde de., Sleinedimitmd.s. welche Ferngläser 
besitzen, den Farben der .Sterne ihre Auimerksamked /.luvenden wollten. 



Kcit.*flirift tili' pn|iiib'ive Nittheilungen aus dem Meldete der Aslnmo- 
mie und verwandter Wis.-einchafti'u, herausgegeben von Professor 
Peters in Altona, 

3 Bände. Preis C Mark (fmiter 9 Mark). 
Leipzig, Januar 1878. Wilhelm Mauke. 



Uhrmacher der k. k. Sternwarte in Prag, 
übernimmt Aufträge für astronomische. Pendeluhren, Box- und 
Tu sehe n-Chro iionieter 

Verkauf unter Garantie, bei sehr miixiiijen Freisen. 



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— 48 - 
Planetenstelliuig im Monat Mai 1878. 



■ ;m; i l? is um o 

: 4ün;,: in 1 ir>.3 2:1 ; 

' :i2-8a 1;: iu 7-5 33 

^ e-41 la n Ii- 5 aa 



2 55 »-84 -4-12 .in 41-ii 



i — 7 37 121 1 21 



2 48 
2 41 
2 85 



8 1C'32! 18 .W SM! Ii! 68 



ü 51 2iH2i + 13 -17 431 
1 51 48-71 ! 13 ■(?. W S! 
> f.2 1 +13 41 42-7 | 



I 2 23 43-53 I +12 23 4 2 I 23 38 

a 2-1 ar-i:; ia 31 :si 1 . 22 52 
a 2ü li-iä* +12 3ü ag-5 22 7 



Moni) in Erdnähe. 
Vollmond. 
LetstcB Viortal. 
Mond in Erdferne. 
Nomrarad 



Verfinsterungen der Jupitermonde. 



-0 Daten iulpeu in H]iiii:'i-i:iii il-'fi 



in Quadrslur 



Mai 2S. IN Vi'iius mit il.Mii M.inili' in ('inijniii-tiiHi in 1{i.'i'I;i.iv;iis!i.]i. 

h- 1 1 1 ji n i:iit 1 M.niiii i:i i , (irijnr:i:Ii m in Ii ■.■tiu-SMsiun. Mai liil'i .Merk u r 
Venns im AjW. 



Für nie itedaktion ! Dr. Horm. J. Klei: 



Band XI oder neue Folge Band VI. 



3. Hall. 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 



Zentralonan Uli allo Frei* mt Firtirer der Himslitite. 

HerauBgegelicn unter Mitwiiknng 

herrorragendcr Fuchniiiimcr und astronomischer Sclirifts 



Die Sternwarte zu ÖTeeirwich, 

(Fortsetzung.) 

Hradley, der dritte Direclor der üreemv klier Sternwarte, an dessen 
Namen sieh einige der sji-fisstcii astioiiiiinisdu'i; Liihiivkiingen knüpfen, war 
geboren zu Shirebnm in der en^liw-li™ Üriit's.'tint't iUoiieeitei' im Mär/. 
Sfiin Oheim war der Pfarrer James round zu Wansted, der durch einige 
astronomische Unter^ehmi^n elirmnoll bekannt ist, und dieser würdige 
Manu war es auch, der dem jungen Uindh-y jene gnw Liebe zur Astronomie 



Kosten f-itie 
französische . 
Polarsterns n 



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ljneus beschluss die Sache gl iindlich ™ untersuchen und Hess zu diesem 
/'werke von iU-jii berühmten Graham einen sogriiaunten Xenithseetor VOU 
24. Fuss liädius conslruiren. Ks int dies ein Winkelmessiusl rument, welches 
stall des i.'iin/fii Kinsiiiiiiiiiii.'s niii einen kleim-u Tbei! ■ i i-f i '.'ripherie, diesen 
aber höchst «criau ^ethoilt, umiassl. Dasselbe dient, dam, um geringe 
Winkelahstände vom Scheid tpuukt.c des HcolMcht.ers scharf /.u messen. Filr 
Kow kommt der Stern y im Drachen ■U-m /ciiitli Iiis auf wenige .Minuten 
nahe und Molvneus beschloss. den Anstand dieses Sterns vom Scheitelpunkte 
mit der höchsten Genauigkeit mittelst seines Zenithseetors zu messen. Es 

goheininissvollo liu-^o^rLjj^ ili:r Fi\s [eine wirklich stattfinde oder nicht, JIo- 
lyneui wühlte den Stern )■ im I'iLiel.en. weil dieser tust yenau das Zointh 
von Kew erreichte und in dieser Höhe der Fänlluss der lirechiing des Lichtes 
iii der Atmosphäre oder die astronomische IM'rnktioä, die muri damals noch 
nicht hinreichend gynan in liechnung ziehen konnte, völlig unmerklich ist. 
Kr begann seine Reohachi.uu:;«] am :'!. Dezember 1725, fiihrle sie aber bald 
mit Kradley 7äisiimmon fort und dieser kam nach Ablaut' eines Jabres zu 
dem Krgebnissc, il.iss der Stern / im Drachen eine l{i>wi'«iiiijr in Deklination 
von 3(1" zeig.-, ibo-oii 1 "j-iiijil ■ ■ i-in Jahr ist. Da Molyneui mittlerweile zum 

Beobachtung solcher (jterne ermöglichen, die mehrere Gra.de vom Sclmitel- 
IHuiklo entfernt bleiben. Am 1!>. Aiu/usl 1727 wurde der neun Zenilhscä.»' 
aäfircstelll und /.war bei Pound in Wausted und sofort begann Bradley 
jene grosse und sorgfältige [le.jl. iii'litiuii^reilie, die ihn zur Knldeekurn; d.'r 
Aiieriidion des Lichtes führte und damit seinem Namen die I usierblieliki'il 
verlieh. Am 0. Januar 1729 titeilte liradley der ken fliehen Gesellschaft 
in London die Abhandlung; mit. welche die lief deukuiig der Aberration ent- 
hält. Heute wissen wir, tos die Al.eiration aus der Kombination der Ge- 
sehwinuiirk-eit des: Lichtes und der Krde einsieht, infoige lieren jeder Stern 
(ausser ili'n in der Ekliptik stehenden) im Laufe des Jahres eine kleine 
Klliy.sc besehreibt, .leren grosse Axe stets 10.5" betrügt. Unter dieser ein- 
fache, reinen Komi /.eisrl sieh i'reilieh in den Beobachtungen die Abirrung 
des Lichtes keines wei's. erst das Genie liradlev's wus-to die wahrgenomme- 
uen Phänomene auf ihre normale Gestalt zurückzuführen. In Wirkliehki.it 
lauen die scheinbaren Oerter der beoliaehteten Fiisterne durchaus nieiit genau 
auf der Peri|iherie :1er jährlichen Aherru(.inus-L'lli[>se. senden! zeigten Ab- 
tteiehuuMeu ihiiiiu. ile'i':i Studium später Itrailley zu seiner zweiten grossen 
Entdeckung der N'utaiiou oder des Schwankens der linlaie fTthrte. 

Mit diesen L'iilersuchuiejen hesehäfti^t, erhielt Bradley seine Knien-. 
Illing zum Dirertor der Greenwichor Sternwarte. Es war die glücklichst.' 
Wahl, die jjeimtlen werden konnte, ja sie war i;ewisseniiaassen durch die 
Lrl'cdge dieses yciiialcti lle<.ha< lite's roi^esehrielieu. Im Februar 1.742 Über- ■ 
nahm Bradley das köi:if;liehe nliserratorillm, fand aber die Instrumente in 
einem Zustande, der kaum ihre Benutzung erlaubte. Halley hatte, in den 
lobten Jahren seines Lebens kränklich, wi'ilircnil dieser Zeit so gut wie gar 



Ute-rnorl.er am Mauer kreise ohne Vte< 
dass ein solches Instrument die Beut 
Meridian nicht mit. tiiiircii-Iicnder <i 
That ganz unmöglich ist, all« Thoil 
Meridian zu bringen und in dieser ) 
daher, dass die Keelaseensioiien dci 
]h.'k]i:.;:ü...ni.'i: diKe^u am Mauerkre 
Vorfahren war in der That. für den 



1750 * 

zeitige weit hinler sieh zurüekliess. ] 
z einen die Verhesseraugeu anzuführen 
Beobachtungsinethoden anbrachte, es 
wenn bei Tvclio die Rogenminute die E 
tirte, in liradley's ileolnicJitsiiu.ei] d 
selbst Druchthcile derselheii gesehiilnl 
(ienauigkeit- Sellien diesem aussen Ii 
dessen zu sein, was mit verbesserten 



fahren, Iiier 
■adley au den b 
Jemerfcung genüg 



dadurch bedinge Vergr 
auf diese WcLsu der I 
büdser! v.<ii-..leii. als Ura 



vorrath der Greenwicher 
bermalige Ortsbestimmung der Flamsteed'- 
g förderte, dass im Jahre 1762 bereits 



,000 lieehaeh Lungen vi 
b.'iiu.'iL Thntigkeii. mw-rt-s Asifuu.iiin.il einen alhriueinen Itegrui m: 
nn man bedenkt, dass «in grosser Theil der N'iklitc durch lied. 

mmel für di« lleuhiie.idiing vrihuvn »■■] nl d^o.dien der köni 

trouom die Ven.lliehhin- halle, jährlich :! Monate in Orford zu ver 
u an der dortigen I nivciHitiit- aslmnnmise.hir \' r.n-],^n iiL? ( -ti iu halten, i 
ren die lleobachtuugen damals zunächst noch nicht venvetthhar, 



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s Bradlev's Iteo 



Midi uusi'nii aTussen 
j Viertel di's gej-nuwärli- 
n Werth für die heutige 



gekiünkclt, am 13. Juli lriß und narb -einem Tode, wiederholte sieh daa 
nun schon auf der Greenwicher filemYvr.rie srr-wiihulicbo Schauspiel, dasa 
seine Erben sofort die Beobachtungsregister mit Beschlag belegten nnd da- 
durch der VcRdleutlichung entzogen. Zum grössten Glücke für die Wissen - 
sehn:'! blieben sie jedi.iJi nicht, auf Immer verleren, sondern kamen 1778 iu 
hIhii Hr. iL/. der l'Eiiversität Odordund wurden theils 1.798 theils erst 1805 
in zwei Bänden veröffentlicht. 

In den letzten 1>1hmls1ü^(:i] liradiey's halte ihm N'ataniel Bliss als 
Observator zur Seife gestanden und dieser erhielt das Hiredorat der Stern- 
warte. Seine Beobachtungen stehen au Genauigkeit denjenigen seines Vor- 
./liiiüei; entschieden nach; auch starb er schon am 2. September 1764 und 
ihm folgte in der Stellung des königlichen Ästronomen Nevil Maskelyne, 
wiederum ein hervorragender Forscher. 

Maskelyne wir geboren zu London am 5. Oktober 1732. Sein Beruf 
zum Astronomen entschied die Beobachtung der nahezu totalon Sonnon- 
tinstermss vom Jahre 17-18, deren genaues Eintreffen zur vorausbestimmteu 
Zeit die litjw 1 1 ■: r. 1 1 ljt de- -ecli-xc)inv.ili:ig'.e: .liiügUiiL': erweektä Später 
lernt« er Bradley kenneu und wurde von diesem in die astronomische 
Wisseu-cluift eingeführt, auch berechnete er auf dessen Hath und unter Be- 
!iiit.Kii]jj" der (ireemvicher Itcijba.lduijgea eir.e liei'rnktionstaf'.-l. die geraume 
Zeit hindurch von fast allen Aslrt'numeü benutzt wurde. Im Jahre 17(11 
wurde er zur Beoliaclilmig des Vcnn-durcliganges nach der Insel Helena ge- 
-andt, leider entzog 'lie tiewf.lkung des Himmels den selli'nci Hin wlclmgcn 
Vorgang seinen Blicken; ehenso wenig war es ihm vergönnt am' jener ent- 
legenen Station Beobachtungen über die Parallaxe des Moudes anzustellen, 
ila das Instrument, das ihm ersi. kurz vor 'Irr Iii n-e Ii Utting iiiicigelan worden, 
bedeutende Fehler zeigte, deren Kiuwirkung sich mein, mit hinreichender 
Schalle be-liitimen liess. Xiehtsdcsto weniger sollte die Heise decb mcht 
vergeblich sein, denn Maskelyne bninizle die Muse, welche dio Rückfahrt 
ihm gab, zur Prüfung di'r damals bekanuieii Methode dt:r LiUigenbesümmung 
auf See. Unmittelbar nach seiner llackUtir unterbreitete er den Lords der 
Admiralität die KrgelmisHe seiner destall-igcn Studien und gab dadurch 

Venmla— uug zur I rriunt.ing eine- i tischen Jalil inirlis. das anfangs unter 

dem Titel British miiiiuer's lilihlc erschien und die (iruudlagc lies heiiihm- 
len heutigen „Nautieul Ahiianac" wurde, diese- i'iir den Seefahrer von beute 
unentbehrlichen astronomischen lliltsbuchs. das alljährlich in einer Auflage 
von 20,000 Kycmnlu-.-eu gedruckt wird und auf allen Meeren zur Berech- 
nung des Schittbrts, benutzt wird. Maskelyne selbst bat 45 Jahre lang, 
bis zu seinem lode die ltedactaon seines nautischen Jahrbuchs geführt. 

etat 1765 und gleichzeitig wmdeu mehrere \ ei änderungon in den bisherigen 
Beslimmungen bezüglich der Direefion der Sternwarte getroffen. Zunächst 
wurde der Direotor verpflichtet, auf dem Observatorium selbst zu wohnen, 
auch durfte er kein Nebenamt bekleiden. Die seitherige Unsitte, das Iiinero 



□ igitizod by Google 



er unmögUcb 
eobaehtung zahlrei 



rne wurde die {rrösste Si. llf ;l';ilt. verwandt um! UasUlyu.. brachte in 
Beziehung mehrere namhafte YerlM-ss.'nm^en an. Wie wir wissen, 
lallcy im Ureiirmunkte den i »Jijpkr iv.=i seinem l^iisKniiis'mnient* drei 
e Faden angebracht, um den Austritt der Htenie au jedeir ' 
lachten und dadurch den Augenblick deä wahren Meri"" 
* zu ermitteln. MaskelvKu vermehrte die Anzahl di 
/odureb natürlich eine noeb grössere Genauigkeit t 
dann aber brachte er an den Beobachtungen eine v 



schaut, so erblickt i 



die Ursache t;"*^" [■'ehler bei ISml.iLohfnin; der Antritte der Sterne an 
diese Fäden, Fehler, die nl tt-v.äii i^- «ehr. <;crm<; sind, deren Vermeidung in- 
dess doch wünschenswert h erscheint, Maskelyne hob dieäe Fehler dadurch, 
dass er das Ocularfjla? neiikivrhf. mr Axe des Fernrohrs an einem Schieber 
beweglich machte. Der lieobiidite;' vemv.dite da^eibe nun etwas rechts 
oder links zu rucken und so jeden Faden, an dem er den Autritt eines 
Sterns beohaebten wollte, milleii in das U.^.-hWidil m bringen. Diese Ver- 
besserung der bisheri^r, liridjaH.im^methodc scheint vielleicht auf den 
erstell Blick geringfügig, sie war aber dennoch von grosser Iiedeutung und 
dies offenbarte sieh ball am-li du.Hi WniirnehmuiiLS einer Eigeiit.hfimlioh- 
keit, die lediglich eine Folg.. innerer bnj-p.-i-lr.-lirji rnvellkommenheit ist. 
Im .lahre 17yö bemerkte nämlich Maskelyuo, dass sein Gehilfe die 
Durchgänge der Sterne hinter dem Mittelfaden des l'assageaiiislnimeilts 



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v, umerämb-ljdien IJrll.-.ln Im ■■ t der Sekunde 
t. Er hielt das ttlr ein« fehlei-halu- Ange- 
iliu deshalb. Gegenwärtig wissen wir, be- 
niliativo zu diesen l'ntersuchungen Ü<'gel,en, 
ollkommenlieit unser,., < bgad-abm hiitulelf, 
ind (i.-lwr ni.-ht ab^lut yh-k-li/fit i.^ thäiig 
um Klint IWnsstsciu /u gelungen, einer ge- 
miedenen IVrsonen verschieden ist. 



Die Killen der Moudoberfläche. 



■ iariil.' :.r-i .!■>[■ Aru.iiiiimll,- irel-geatbeli an lokal;. atmosphärische liedeckuu- 

gon. alli'iti seiae schlechte!: Sp ■keb'ske.pe vermmdern in hohem Grade das 
Gewicht seiner Wahrnehmungen. Kimt wichtigen Beobachtung des scharf- 
sichtigen und wahrheitsliebenden ' Iruit hu vscn wurde bereits gedacht. 
Grosse Verändern ngcn sind übrigens auf keinen Kall zu erwarleu, sondern 
hi'clisleus nur sehr U'knli-, '.vobei ich zunächst a:i das Aull Meli iicbcladigc; 
Gebilde denken tuschte, die aber unmittelbar auf der Umidolierflücbe nitosn, 
uiebt frei über ihr schweben. Dieser fichhiss drängt sich dem Beobachter, 
der mit Aufmerksamkeit und mit scharten Ferngläsern bei starken Ver- 
■.'n'^s-riiin;.-i; das IVlilil ;.[i-wisser .M"];. beginnen imlersnchl . besonders Jt'r- 
Kiihren. dl- l.'iücn he.-it./cn. nisweihn auf. Allel di lies üben die ULret iouen 
'.ics Mondes auf die Siehtbarkeitsverhälttiisse des Details seiner nbeifliicho 
einen gewissen Kintluss ans, allem dieser ist in den mittleren Hegionen nur 
von geringer Einwirkung lind redueirt sich hier vollends auf Null bei Kilien. 
die eine genügende Läuse besitzen nn.i durchgängig sichtbar bleiben, wenn 
die Inchttrränzc über II) lind in.hr Grad.' der AI ..niiikn^.'l fortrückt. Wenn 
solch.- Hillen aber zu anderen Zeiten nahe der Lichigränzc vergebens gesucht 
werden, ja lauge unsichtbar bleiben, dann aber plötzlich leicht in die Augen 
fallen, so möchte ich solche Anomalien nieb t imm.'r auf Librationsoinwirkuug 
allein zurückführen. Es gibt mehrere Helenen des Mondes, die sich 
von diesen Gesichtspunkten aus als verdächtig erweisen. Hierhin gehört 
worauf zuerst Schmidt in Athen hingewiesen, ,lie Gegend nördlich vom 
Arislardi, dann aber auch der l'alus putre.linis zwischen Arohimedes und 
den Arennineii, tie-tzuem sich diese liegiou seheinbar in stets gleicher, 
wundervoller llenlliehkcit zeigt. Niehl, minder ist allen Moiidbeobachtern 
die liegend zww-hen Agrippi, Julius Cäsar, lioskowich um! Higinns zu 
empfehlen. Ks finden in den dortige,] tbeilwese ziemlich dunklen Flüchen 
Sichtharkeitsvariationeu doi " . .. 

würdig sind. Lohrmaun 



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schon Schröter gesellen, in der liiclituin; auf 
at liiere Verlängerung in .-einer Kurte- ziemlich 
jt nierkivfiruii.'envidse nicht g-.:.;ehen . dass diese 
hat und <lass der südlichste davon der be- 
idt orwähnt in seinem grossen Iii Uenk;e.:i Ion.' 
ein Beweis, dass er sie nicht gesehen hui. 
isou, der doch hd manche leine Hille gesehen. 
Arme der Higinusrille schon am 20. April 
ii ßmithuysan gesehen worden, ebeuso am 
ahres. Der lleel,achter bemerkt, dass aie nicht 
Am 3. Juli 1824, als die Lichtgrilnze über 
den westlichen Wall des Arisiillus um! Autedyciis ging, also hei zunehrnen- 
dom Monde schon weit ostwärts vorgeschritten war, sah er einen der drei 
Arme sehr nahe bis zum Agripra reiche», ein anderer von ihnen lag west- 
lich, riber vom drillen war keine Spur zu bemerken , der sich indess am 
27. Dezember wieder äusserst deutlieh zeigte. Von diesen Annen habe ich 
nur den östlichen und den milderen gesellen und letzterer ist derjenige, den 
auch Madler gezeichnet hat. Yen dein westlichen Arme ist dagegen Ins 
Mir heutigen Stunde nie eine sichere Si.tir wieder «eschen worden. Gruit- 
huysen hat auch eine Verbindung zwischen der Ariadiuis- und Higinusrille 
entdeckt Dieselbe beginnt da, wo die Ict/Igcnannle Kille die bereits er- 
sieh überhaupt der Ariadäuarille am meisten nähert. Sie ^reicht diese in 
einem flachen ] Sogen und macht ganz den K in druck, als sollten llior zwei 
Flügge auf dem kür/estou Wege durch einen Kanal verbunden werden. 
Natürlich fällt es mir nicht ein, zu behaupten, äieae Kille sei ein von den 
Mondbewohnern, angelegter Kanal. 1la7.11 erscheinen schon ihre Ufer zu un- 
gleichförmig und ausgebuchter,. Gruithuysen sah diese Verbindungslinie 
bald winkelig, bald, wie am 27. f! eptem her 1824, gerade. Merkwürdig ist, 
dass Lohrmann und Madler keine Spur dieser Verbind ungj rille «.'(sehen 
haben. Schmidt sah 3ie zueist am 17. Juni 1862; ich selbst habe sie 
hänfig vergebens gesucht, daun aber mit grosser Deutlichkeit wahrgenommen. 
Ausserdem hat Gruithuysen in dieser Gegend noch eine grosse Menge 
feiner Eiflen aufgefunden, die seitdem kein Ueebaelil ei wieder gesehen hat, 
obgleich dieser milllere Thcil der Mondscheibe hei jeder l.uiiation gleich 
gut für die Erde sichtbar ist. Merkwürdig ist mich eine vollkommen gerade 
Linie, die sich nach {', 1 11 i l,h u ys e n niinllh-ii von Agrippa bis m dein 1 'linkte 
hinzieht, in welchem die Vertiindungsrille in die giosse Ariadausrille ein- 
mündet. Hier breitet sich die letztere auf einer l'lisl reckung von ein paar 
Tausend Metern zwischen Mügeln kraleinilig iius. ohne jedoch einen wirk- 
licher, Krater zu bilden, wie Miidler dies daistclll. Wer ein kraftvolles 
Fernglas besitzt und in Beobachtung des feinsten Monddetails geübt ist, 
erkennt, wenn die LichtgKiiue diesen l'unkt iibei;ch:ittcn hat. au jener Stelle 
eine mit Hügeln und Felsen chaotisch angefüllte Flache. l>ie geaauide 
üOrade Linie entdeckte Gruithuvsen am 3ö. April 1 Sil. Abends S'/s Dlir, 
und sah sie bis zum Jahre 1824 noch öfter. Sie zeigt sich als schmaler, 
weisser Streifen. Am (i. November 182ii, Abends t>'/ s Uhr, sab er sie wieder 



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— 50 — 

und gleichzeitig ein« siivisite. kleinere, wcsllich davon, die mit ihr einen 
Winkel macht. „Die grosse helle Linie", sagt, (iruithnyseu, „habe ich 
also, mit aller llewissheit zwei Mal und liie kleine ein Mal beobachtet. 
Aiinnspliätische lledockangni verbärge:* sie aber SO oft, als ich 7,11 anderen 
/eile» niieli nach ilme:i umsah; ja SM.ir kamen stiiekwuse zuweilen andere 
L'erade und sc krümmte Linien zum Vorsehen, denen ich Sich:ii:iriedr 
dem Zufalle nur zuschreiben konnte, wie z. B. am 1. November 1821 und 
um 20. November i£'12, wo die Liohtgränzo wieder ebenso nahe war, wie 
am 27. Denember 182-1, und mau niuss auf weitere Entdeckungen in dieser 
Hinsiebt gegenwärtig Verzieht thun. bis die Inhaber der Kiesenfernrobre eich 
entsohliesseii, bei allerbester Luft biulänglich oft. den Mond aufmerksam zu 
betrachten." His beute hat. so viel ich weiss, Niemand diese bellen Linien 
wieder gesehen und SO oft ich Hindi die bezeichneten hegenden des Mondes 
aufs Genaueste untersuchte und alles kleine Detail, das sieb mir dort zeigte, 
musterte, hübe ich doch nicht einmal die leiseste Anden im ig irgend eines 
(Icüensiiiiidcs rinden können, der auf jene hellen Linien Bezug hallen künnie. 
Iis wäre sehr zu wünschen, wenn eine Anzahl liesitzor von grSssereu Fern- 
rohren sich zur gemeinsamen Kntr-rsucl.u::g diesi r Meudregion vereinigte; 
denn für den Einzelnen ist, weil in unseren Klimaten die gcciL'ueistcn 
Kunden häufig wegen trüber Witterung ungenutzt vorüber geben, die Arbeit 
kaum ausführbar. Mau niüsste 11:1! starken VergM.sscruugen von mindestens 
■100 Mal alle; Detail aufnehmen, wodurch allcruirgs die Anzahl der brauch- 
baren Nachte sehr reducirl wird. Geringere Ve.grüsse rangen u>:i 2U'» i"i.i;L 
oder noch weni-or, dehnten nicht weil, genug iu's Detail ein. nach muss das 
Fernrohr Alles -ehr scharf hegriinzt darstellen, weshalb ich von stpicgellel,- 
skft|ien in dieser Hinsicht weniger erwarte, als von lief Faktoren. 

Untersucht man das Vorkommen der Killen auf der Mondobern äche, so 
linden sieb dieselnen in allen Landseh-tien , die u;;s iiherhaipi hinrciolienii 
7.11 tiesieht, kommen. Selbst in der unmittelbaren Nachbarschaft der Hoch- 
gebirge treten sie auf. dagegen sunt die pressen Me.re-Flüchcn, besoiuiers da. 
wo sie auf v.ei:.: Kntlrrnune-.si relativ reell- eben erscheinen, der Killen- 
bi!dun<t oneiihar uugenssig. Diese letztere stellt sieh am häufigsten dar im 
gemischten Berg- und Hugellande, auch am Hände der Maren oder im 
Innern grosser Kinggcbirge. In mehreren Fällen erkennt mau deutlich, wir 
die Wälle von Kratern und Kingitehiraen von lallen durchbrochen werden, 
so dass letztere also ollmbar jünger sind, als erstore. Wie bereits hervor- 
gehoben, bat Madler den Durchschnitt der grossen llitiiniisrille durch den 
siieiebuamiL-en Krater genauer untersucht. Allein dicer Krater bat nur einen 

kleinen Walt; weit inferessa ■ zeigen sich die Killen du ich brüche bei den 

viel grosseren, aber allerdings aueh nicht sehr hohen I 'mwaihmgcu der Iterg- 
krünze Vurry mnl ISonpland und iles iiiiscliliessendeu l'r.i .Uanrn. Mfidler 
hat diese (hgerden genau untersucht , aber merkwürdigerweise vnu den liier 
anl:ivtei;deii Killen nie die t'eriu^te Hi-isr wahrgenommen. Urst Kinau 
erblickte am 12. April 184r! mil.-elst eines sechsfüssigen lielraktors von 
Lerebeurs östlich vom Kin—chir-c tiuetike ein rilleuähiiticbes Thal, das 
wahrscheinlich der südlichst.' Theil der grossen Kille ist, die Schmidt am 
10. April 1 So 1 entdeckte und welche Kra Mallro und Tarrv durchzieht. 

Sfäter hat tiaudibert gi'finub'n, ilass sich diese Kill eh weiter nordivnrls 

gegen die Ebene eistreokt und dort bei einem sehr kleinen Krater endigt; 



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— 57 — 

so dass ihre Gesamnitlänge nahezu 35 Meilen betrügt. Die Art, wie diese 
Kille den zwar nii-lit sehr buhen, aber nissige:! N'.nik'^t wall des Parry in 
einer schmalen, mit tiefach Warzen Schallen crfüllfeii Schlucht durchbricht, 
ist äusserst interessant, nmf 'Ins scheuste l!eis|del dieser AH, das ich kenne. 
Im Fra Mauro stellt sie sieb dar, wie eine Furche im Saude, denu das 
Innere dieses uralten, mannigfach zertrümmerten Bergkrauzes ist mit äusserst 
zahlreichen kleinen Unebenheit™, Hügeln und r-Vlslriimmciu hedeckt, welche 
es wie mit Saud angefüllt erscheinen' lassen. Die Hille selbst lauft im Parry 
:'.n i- i 1 i i -j j 1 jii: sich 'Laren Krater uinl dar.d.er tiiiniu? in die Hiinho auf Guerike 
zu. Merkwürdig ist, dass dieser Rille rechts und links eine Menge kleiner 
Krater nahe stehen, gleich den Stationen einer Eisenbahn. Der südliche 
Kingwall des Östlich anschliessenden lSwii'land wird von zwei Rillen durch- 
brochen, die der vorgenannten einUerniaas ; ;nii parallel laufeu. Die östlichste 
davon ist ziemlich leicht sichtbar, im Innern des Party etwas gekrümmt und 
geht südwärts in die Ebene, wo sie neben tineni Krater endigt. Wenn icli 
die Besehreibung v>:i Schmidt : fohl verstehe, sc durchbricht diese Kille 
auch den nördlichen Wall des Bonpland und endigt mitten im Fra Mauro. 
Diese Hälfte der Kille habe ich jedoch bin jetzt noch nicht zu sehen ver- 
mocht, .selbst unter ähnlichen l'rl ein ■btun;;- Verhältnissen hei denen Schmidt 
am 11. März IS.jI diese liegend untersuchte. Westlich davon fand Schmidt 
am 13. September ISlH eine kleine Hille oder einen Durchbrach im Süd- 
walle des Uonpland. Dieser Durchbrach wird durch eine ziemlich lange 
Kille verursacht, welche in der jnirdlielien lläil'te des 1 !ini|>land beginnt und 
in etwa 11° S. Br. endigt Ks ist merkwürdig, dass Schmidt nur ein 
kleines Stück dieser ziemlich l.iehl sichtbaren itille wahrgenommen bat, 
ilc:m ;ic ist bisweilen weit i7.ii y : 1 1 "; L E Li u;- t . al-i jene, welche durch den Parry 
zieht. Diese drei Killen bieten mit ihren viellachcn Durchbrechungen der 
sich berührenden Bergkriinze des Fra Mauro, Parry nud Uonpland einen inter- 
essanten nnd lehrreichen Anblick, Wenn man diese nahezu uatall eleu Schluch- 
ten betrachtet, welche die gemeinsamen W ille dreier uralter Ringgebirge 
zerrissen haben, so kann man sieh nicht des Gedankens, erwehren, dass diese 
RiUen Risse in der Mondoberuache sind, die durch eine allgemeine Ursache 
hervorgerufen wurden. Als solche I, richte ich diu Zusaiiimenziehung des 
Mondes in Folge seiner Erkaltung. Mit vulkanischen Erscheinungen hahon 
die Rillen meiner Ansieht nach gar nichts im Ihun. Dass sie bisweilen über 
Krater ihren Weg nehmen, erklärt sich dadurch, dass der Ifiss in dieser 
Richtung am leichtesten erfolgen musste. Auch liodenstösse mögen in ein- 
zelnen Fällen kleine Hillen erzeugt, haben, im Grossen und Ganzen haben 
wir aber sicherlich in den Hillen Uv.cuirni sse ,1er l'niitrae.tion der Mond- 
kruste vor uns. Diese Ansicht: lind.* meiner Meinung nach eine schöne Be- 
stätigung am Krater Hamsden, in dessen l"ni._'ei.ung sich das grosse von 
Schmidt entdeckte liillensystem befindet. Untersucht nun diesen Krater 
mit starken Ye.rgrcsserungen . so erkennt man, dass die Killen, welche im 
SW und NO ihn umgeben, seinen Wall durchbrochen haben. Die Wall- 
durchbrüche sind jedoch sehr schmal, beträchtlich schmaler, als die Rillen 
selbst. Besonders gilt dies fiir die Rille im Südwallo. ImNO, wo der Wall 
nangenartig von zwei breiten Killen augefasst wird, ist das zwischen beiden 
RiUen enthaltene Stück der Peri]>herie des Kraters bedeutend aus seiner 
normalen Richtung verschoben und nach aussen gerückt wurden. Man er- 



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kennt den scharfen Bruch des aus dem regulären AVa-lIkreiso versetzton 
Stückes. Diese Einzelnheiten über den Bau des Ramsden, welche ieh hier 
anführe, erfordern zu ihrer \\':;iinietimiiiig eine vorzüglich stille Luft und 
starko Vergrösaerung. Ieh erkannlo sie zu einer Zeit, als die Lichtgräuze 
des zunehmenden Mondes nicht weit Östlich vom Rainsden lag. Die hier 
e den Wall des Ramsden 
irrufonde Kraft ziemlich ober- 



rirkte, 
ist aut 



i dies 



llh-!L!lildll!l'J 

eulstriif-i 



Schon Kinau. der 1848 mif einen), für fran/ÜHisrlie t'ernröhre merkwürdig 
guten Instrumente, viele der Mi'uiler'iii-he.ü Hill™ revidirte, bemerkt, dass ihm 
oft der Gedanke gekommen sei, ob nicht manche von diesen Gebilden seit 
Mädlor's Aufnahmen deutlicher geworden oder selbst nou entstanden sein 
konnten. Schmidt neizt zu ;j im Ii dien An-rhium;iL. r en und auch ich muss 
gestehen, dass die Variationen der Siclnliarkeil vieler Hillen nicht durch 
ihre Projektion gegen den Beobachter und den Sonnenstand erklart werden 
konneu. Dass die von Schmidt entdeckten grossen Killen deij Hamsdeti zu 
i, bezweifle ich durch- 



Lohrmaun's 
aus nicht, ebenso n 
Folge von Vorgänger 
besitzen. Welcher A 
angeben; ich denke 
Bezi 



»ig, du* 



Hillen 



l^rltini- 



eitwf 



ltegionen der Mondoberil 
optischen Hilfsmittel zu studiren. Die gi 
welche hoffentlich bald endlich erscheinen v 
zum spezielleren Studium dar; Mädlor's 
eingehend genug, auch im kleini 



eignerer, 
I Wer 



schon 
ier den .Mor 



relativ 



■mates wegen 
id, das auch bald 
den grauen Fläch' 
ist gänzlich fehlei 
erden konnten, Bob 
i Beil 



. l.e^Ze 



bietung der besten 
rte von Schmidt, 
ine gute Grundlage 
)graphica ist nicht 



wf him 



r Erde. Schröter uud Hei 
sehr unvollkommenen Instrumenten hei einigen Ring- 
nentäre Schichtungen z,u erkennen geglaubt; das war 
;en hei sehr schräger lltdeiirbuing jene grossen Flächen, 
is, untersucht, erkennt liier Zeilenweise sehr deutliche 
in Gedanken an eine ehemalige Wasserbedeckung und 
iviriiien derselben si-lir nahe legen. 



Die beiden MarsmondB. 

Unsere Lehrbücher der deseriptiven Astronomie theilen gewöhnlich das 
l'lanetensystem der Hernie in drei Giiiimen : eine äussere inil vier sehr grossen, 
rasch rotireuden, uioiidbegieitden Planeten, eine innere mit vier weit kleineivu 



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— 59 — 

Körpern, deren Tag nahe 24 Stunden dauert, und beide trennend das System 
dar Planetoidon. In jener innern Gruppe nahm bisher unsere Erde vormögo 
des Besitzes eines Mondes eine Ausuahmertelluug ein. Von den übrigen 
Gliedern derselben ist zwar Venus iu dieser Beziehung mehrfach beargwöhnt 
worden, und noch ueuerdings bat Hr. Schon- sich gross' .Mühe gegeben, aus 
den vorbandeneu vagen und unsicheren Wahrre!) muntren die Esistenz eines 
Vennsmondes nachzuweisen; bei Mars aber ];ijr nii-li!. die leiseste Andeutung 
eines Trabanten vor. Und halte ein Mar-mon d mir lüiif Meilen Durchmesser, 
sagt Mädler, dessen Urtbeil in solchen Fragen vou grosser Autorität ist, ei' 
hätte uns in gfi listigen Oppositionen seines Hai]pl]dani:len nicht entgehen 
können. 

Doch ist dies lirilieil mit. einiger Reserve aufzufassen. Die Sichtbarkeit 
eines Trabanten ist nicht bloss von seinen räumlichen Dimensionen abhängig, 
sondern auch vou der lieseliatl'enlieii feiner nberlläche und, was in der Nähe 
eines hell leuchtenden, seine limgeliung üb erstrahl enden Planeten von be- 
sonderer Wichtigkeit ist, von der griissereL oder geringeren Kntfernnng von 
dem letzteren. In ü Heren Werken ist wohl als Grund der Nichtaufftudung 
eines etwa vorhandenen Marsmoudes die .M '"glich keil ; : .tu.'e geben, dass derselbe 
sich bis auf mehrere Gra.il« von seinem Hauptrlaueteu entferne, wo er dann, 
bei geringer Lichtstärke, sehr wohl gesehen ■,vur-lcu sein k.'iuue, ohne als Mond 
erkannt zu werden. Aber schon 18fi5 hat d'Arrest bemerkt, das« dies sehr 
unwahrscheinlich sei; denn dann würde dem Monde eine grössere Umiaufszeit 
Uli! Mais zukommen, als diesem in sein.': Buhn um die Sonne; eine Annahme, 
zu der doch keiner .h-r bekannte!: Munde aich nur entfernt berechtige. Hier 
stützt sich d'Arrest freilicn nur i-ui' eine Analogie; man k;i:m aber hinzufügen, 
dass in solchem Falle, die siOrende Kraft, mit der die Sonne auf den Trabanten 
wirkt, die anziehende des Mars, mit der ihn dieser in seiner Bahn erhalt, 
überwiegen würde, ein Umstand, der iu der Thai eine reguläre Trabanten bahn 
unmöglich machen würde. 

Bei der günstigen Stellung .ies .Mars im .'L-thre 18ii4 verfolgte d'Arrest 
den entgegengesetzte:! Gedanken, und prüfte in einigen wenigen heiteren 
Nächten mit dem l'J'/s/ülligeu Utjektiv dir Knpcnuag'iicr Ster-wai tr die 
nächste Umgebung iles Me.rs. .ill-'rdin^; mil negativem Erfolge. Er konnte, 
geblendet vou dem lullen Ulan/o ties 1 raupt! daseien, >d nie, die licbtschwacber 
waren als unsere zwölfte Helliükeit-sklasse, in geringeren Abstünden von Mars 
als S bis 10 Bogsnniiuuten nicht mehr erkennen. 

Das grosse Fernrohr der Sternwarte zu Washington von 21) englischen 
Zoll (GG Ceutiuieter) Obji'kti\''uliiuug bat jetzt iu den Händen von Asaph 
Hall und in dein schöuea, <r,iu/.:' lieihen von successive klaren Nächten ge- 
währenden Klima des ;1S. liivitengrailes mehr geleistet, und uns die Kennt- 
niss der beiden muthmnassliüli kleinsten der bisher ersehenen Glieder unseres 
Sonnensystems verschallt. Der äussere Mond wurde am 11. August zuerst 
gesehen und am 16. wurde sein.' Trabant calieivegmr,; eou-latirt; der innoro, 
dem Mars nähere, wurde am 17. August entdeckt. Ihre äusserste Kleinheit 
und die sehr geringe, selbst bei der nn gewöhnlichen Erdnähe des abgelaufenen 
Jahres nur auf 8b", bez. Li 3" steinende seheialure l'iutfernung derselben von 
Mars rechtfertigen d'Arrests negative Resultate. Der leichter siebtbare von 
beiden ist zwar nunmehr auch in dem Kojn imagem r Fernrohre gesehen worden; 
es ist aber etwae ganz anderes, solche L ich tpünk toben aufzufassen, wenn mau 
8' 



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unsere veränderliche Witterung dem Erkennen einer Bi 
Das Interesse dieser Hidilecktmg isl ein doppeltes. 
Astronomie ist die S,-)iü lt'.'. mit der au. <]>•; rmUiuts/idt eines Trabanten und 
seiner Entfernung vom Haupt plnnel/m die Masse des lel./teren bestimmt werden 
kann, von Wichtigkeit; für die allgemeine Topographie des Sonnensystems 
ist die Vervollständigung unserer Kenntnisse über die einzelnen Glieder des- 
selben nnd ihre eigentümlichen Naturverbaltnisse selbstverständlich von 
höchster Bedeutung. 

Die Wirkung des Mars auf die anderen Hauptplaneten ist nicht gross, 
seine Masse war also bisher nicht mit genügender Sicherheit zu ermitteln. 
Die filtere Annahme war '/»csossi, die Masse der Sonne als Einheit genommen. 
Lcverrier, bei seinen sehönon Untersuchungen über das System der Tier innern 
Planeten, fand es nütliig, sie um den winden Tftvil zu verringern, und seit- 
dem galt '/ssioooo als der plausibelste Werth. Eine genauere 7alil schien 
durch den periodischen Kometen zu erhalten, der deu Namen seines Ent- 
deckers de Vieo führt; derselbe, 18-t-t entdeckt und elliptisch berechnet, 
ist aber aus unbekannten Gründen, ähnlich wie IHOtl llicla's Komet, in keiner 
der fünf seitdem eingetretenen Sonnennähen wiedergefunden worden, und nun- 
mehr, nach 3:i .lahn'ii, nis vidlij; verschollen zu betrachten. 

Jetzt haben ein paar Wochen eine Bestimmung der Marsmasse gegeben, 
die von der bisherig!-:! Anr/ihme nicht allzubedeutend abweichend (Vsouoooo) 
an Sicherheit schon mit ihr rivalisirf, und die Fortsetzung der Beobachtungen 
wird diese Zahl mit aller wünsch enswerthen Genauigkeit durch weitere kleine 
Corrcetioneu zu verbessern gestatten. 

Ist nun diese Zahl nur dem Aftrot10mt.11 von Bedeutung, so siud dagegen 
die eigentümlichen Erscheinungen, welche die Marsmonde ihrem Pianoton 
zeigen, gegenüber der Art, wie dio analogen bei unserem Monde verlaufen, 
so sonderbar, dass sie das allgemeinste Interesse erregen. Dio Bahuelemeute. 
so sehr sio noch der Verbesserung bedürfen, sind zur Darlegung ihrer weseiit>- 
liebsten Grutnl/äg:! M'n.'ti p'iiii^end bekannt. 

Zunächst ist die Bahnlage derselben, wenigstens zur Zeit, von der des 
Marsäquators nur wenige, ungefähr vier Guide veisdiiedeti. Der Nordpol des 
Mars zeigt nicht, wie der uusrige nach dem hellen Sterne im Schwänze des 
kleineu Bären, sondern nach einem funkle, der etwa 10° von dem hellsten 
Sterne im Bilde des Sellens (Ib.ttelr. entfernt ist, Nahe eben dahin siud 
auch die Pole der Bahnen beider Trabanten gerichtet Diese gehen also 
nicht, wie unser Mond, durch seh- nr.rdlidio und sehr südliehe Sternbilder, 
sondern bleiben stets nahe dem Aequator. In nie weit sich dies vermöge 
i'räzession analog sind, im Verlauf der Zeit 
nicht angegeben werden. 
11 die vA-.i-n chemlcn Naturverhältnisse bei 
uns nur gering, so bewirken die kleinen Abstände der fdondo von Mars und 
ihre damit ziis;mmicnln.n:;ci:de.n kurien Intkinfäzerten desto grössere. 

Der äussere und desshalb laugsamer laufende Mond vollendet seinen 
Umlauf 11m Mars in 30 Stunden I I Miiiiit,e:t, und zwar wie unser Moud in 
der Richtuug von West nach Ost sieh bewegend. Er verschiebt sich also 
stündlich unter den Sternen um 11".007. Die Umlanfoalt des inneren ist 
nur 7 Stunden 38'/s Miauten, seine siüiulliulie [ien-cguu^ dorn entsprechend 



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grösser und = 

die Axeridveliiing des Planeten innvirkten ^i ] it L : jtl iavi-zi Keni-emii.: aller 1 iesiirne 
in der lliehtnng von ' isl narh West. Hit 1 stii>llicl:e lieivejrang unseres Mondes 
im uiiieen Sinne beträgt K:S Minuten, und da in derselben Zeit durch 
die liDtiitioti der Knie 1,1 tlrail in entgegengesetzter liirhtiing durch den 
.Meridian geführt werden, so ist die kleine llkferen/. iieini Munde nicht eben ■ 
sonderlich auftällig, seine Bewegung unter den Sternen i~1 wiiii', er scheint, 
im Osten auf-, im Westen uriiera'tini.l , im Wesentlichen' ,u: 'der fa-diclien 
Drehung der letzteren thcilzunebmeu und erst am tollenden Tage ist seine 
östlichere Stellung unler den Kisstcrnujä recht [tjfikliu :s «ewi.irdei]. Cnü da 
diu Erde seilet während eines Mrndumlaufs volle ; 11 Grade ihrer Bahn um 
die Secine /uiiicklcgL se, lull der Mein! mit ein. 'in wahren UnihLiu'e ime.li lange 
nicht wieder die «leh-he Stellung zur Senne erreicht, die Zeit /wichen je 
zwei Neu- oder Vollmondeu, eine Ltmation, ist um mehr als zwei Tage länger 
als seine wahre Umlanfszeit. 

Bei ganz gleichen Bewcgungsj'esct.'.eu ergeben sich leer aus den andern 
lieseewiiidie.ki-ilsvcrliällnissen in dem Marssys'em ganz aiiwcii-hende Nrschüi Ii- 



Minute übereilt. Nur. betraut die U.jhliorszcit de.- Mars um seine A\c. sein 
Tag, 24 Stundeil 37 Minuten 22 Y, Scctmde:i, es gehen also in einer Stunde 
etwas weniger als liei ues. genauer l l.iiL'O Grade des HmimclsLrcwfdbes von 
Ost naeh We-I durch den Meridian. Dies is'. ni.jlsr, als die eben ange_>ebonc 
Bewegung des äussern Trabanten, aber weniger als die des inneru. Bei dem 
enteren werden also davon nur 11 °.K>7 dereh seine östlich gerichieie Bewegung 
komnensirt. Er theilt dalier DOCh einigermaasseu die tägliche Bcwcgim:: der 
Gestirne, aller nur mil, der relativ geringen stündlichen Bewegung von 2°,713, 
d. h. er bedarf trotz seiner kurzen T'ndaiifs/eit. von ;!0 Stunden doch deren 
132 oder 5'/j Marstage, um \<>n einem l.'unkte der Marsoberhäche ausgesehen, 
wieder in dieselbe llimmelsriclitung zu gelangen. Bei dem inncrti Monde ist 
vollends die tägliche Drehung des Mais nieht hinreichend , um seine wahre 
r.i-wegun^siiehrnrig zu v.'ci] i-i^ki-n. Derselbe lieweei sich daher a:ich scheinbar 
von West nach Ost, or geht im Westen auf und im Osten unter, und der 
Cjclus dieser Erscheinungen ist 11.08 Stunden oder 0.45 Marstage gross. 
Beide Monde seheinen doinnaeii g.-ea einander zu laufen. 

Ebenso merkwürdig wie .Ii: Vorhaltiiisse des schein])««] Laufs sind die 
geringen Kn t fern ttr, seit der Meede rai dem Mittelpunkte ihres Planeten. 
Dieselben ljelri;p>:i nur iWQ und 23300 Kilometer, oder mit Bcsseh Werth 
für den Durchmesser der Mar.-kii.jcl ('i72f> KibiJiietei) 2.77 und ti.93 Mars- 
radien. Die Punkte der Obciilache des Mars, welchen ein Trabant im Zenith 
steht, sind ihm alsdann sogir lim einen Vellen liadins näher. Wir haben 
es also hier mit T-!:il fernliege:! vnn WelBoirpern in thun, die sieh recht wetil 
mit irdischen vergleichen lassen. Y.ii'.n näcbslen i'nnkl.i' der Marsidieriläche 
ist es vom äusseren Munde niehl weiter, als von Afrika durch den grossen 
Oceaii hinilurch nach Peru, und der innere steht ihr näher, als Deutschland 



vom Kap entfernt ist. In solcher Sähe erschein;, der Planet seinen Monden 
ausserordentlich gross; dem äussern zeigt, er einen scheinbaren Durchmesser 
von 16° 36', dem innern gar einen solchen von 42° 17'. Selbst der grosse 
Saturn wird von seinem auch schon ungewöhnlich nahen ersten Trabanten, 
nicht so Kroge geseku. wie der kleine Mars von seinem innern Monde. 

Die Hälfte dieser Zahlen sind die sogeiiaunWn Horizontalparaliaicn der 
Monde, d. b. die Höhen, in denen dieselben vnn .lern I'l i"ti.-l t -nuki-; de; .Mira 
aus noch über dem Horizonte eines Ortes auf seiner Oborfllicho erscheinen, 
wenn sie für diesen Ort herein uutei-gehcn. Die Monde sind also für alle 
Oberllächenorte bedeutend länger unter als Qher dem Horizonte; der äussere 
je 60 Stunden darüber, 72 darunter; bei dem innern sind die Zahlen. 4.24 
und 0.85. In dieser Zeit von 60 stunden vollendet der erster« zweimal seinen 
Phasencyclus, und ist also nidi; s,>:»!erlirb ibuu e;esehiekL, das Jahr in bürger- 
liche Zeitabschnitte zu tlieilen. Und beide sind nicht einmal während der 
ganzen Zeit ihres Vcrueilens über dum Huri/fml.e sichtbar. Denn wegen ihrer 
grossen Nähe bei Mars können sie nicht, wie unser Mond, wenn die Sonne 
gegenübersteht, dem behalten Qes lluupiiili-ineten in der Kegel nördlich oder 
südlich vorbeigehen, anstatt in denselben einzutauchen; vielmehr werden sie 
im Vollmonde bei der jetzigen H;i1iii!,il:p 'edesuMl. n ll< i ivenu etwa diese, wie 
oben bemerkt, säkularen Aeiiil,-niMe;ei, iijiier.vnri'eii sein sollte, wenigstens in 
den allermeisten Füllen verfinstert. Von Jen M Stunden Mondschein, die 
der äussere Mond gewahrt, gehen auf diese Weise mehr als 11 Stunden 
verloren, von den 4 Vi Stunden des innern mehr als zwei. Die Monde worden 
überhaupt nur in zu- und abnehmender Phase, nicht voll erleuchtet gesehen, 
und ein grosser Tbeil dieser schon beschrankten Sichtbarkeit fällt in die Zeit 
des Sonneusch eins, in den Tag; Verhältnisse, die übrigens auch bei den 
innern Monden des Jupiter und Saturn vorhanden und oft zur Widerlegung 
der W el la lisch a ti ;; i i diii-sjele.;;!- weiden sind, welche die Monde als lediglich 
dazu bestimmt betra.cblei, ihren ll»ii|>i |iliiin'te:i als nächilii-hes Licht in dienen. 
Den polaren Gegenden dienen die .Uarsnionde dazu iiheriiaupt nicht. Wegen 
ihrer grossen HoriKoatalniLral laxen und der uerinaen Neigung ihrer Ilalmebenen 
gegen die Ebene des Marsaiiuators kommen sie gar nicht über deren Horizont; 
namentlich bleibt der innere der Um^bmi" iler rdaispole bis auf ungefähr 

Der Eindruck,' den alle diese Vorgänge auf nus machten, wenn wir auf 



Hestimin'lli; 
üb,!' Nilher: 



u denn als Welt kodier im gewöhnlichen Sinne erscheinen 

lassen. Der Entdecker reehnei lieide Micide zur ilrei/eliiit.e;i Helligkeitsklasse; 
legt man nun den weiteren üelraclitnm'en die Zahl zu llrnude, die Stampfer, 
Zollner und Hcse.n für den photometrischen Werth einer Helligkeitsklasse 
nahe übereinstimme ml getmalcii huln-n, scv.ie Zöllner'.; llesrimimmg der Hellig- 
keit des Mars, und macht ferner die naheliegende Hypothese, dass die 
Oberflächen der Monde das Sonnenlicht in gleichem Verhältnisse wie ihr 



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r zwischen (i und 7 Kilometer. Er wäre im Verhättn 
vergrössern, wenn dii 1 Helligkeit der llunlp um eine Klasse unterschätzt sein 
sollte: m ve rdoppeln, wenn etwa Mais viermal so viel Sonnen strahlen reftek- 
tirte, als Beine ,Moi;d.' ; zu vi'nheitäehen. wenn das letztere Verhältniss neun 
wäre u. s. w. Ueberhaupt ändert sieh der Durehmesser in umgekehrtem 
Verhältnis mit der IJnä.kalv.nrad ans der ilctiestionsialLigkeit, der Oberfläche. 
Ist diese also sehr irtTMip. und es v.-j"o :{;■■? au? verschiedenen tlründen wohl 
möglich, so könnten dii: Monde iniinuhix von Mars aus gesehen, als düstere 
Liehtlljclieu von vielen ]3oL<unniiautu:i Diut-linicssur urscbeiiiun; dii' obigen 
"Warthe ergeben aber für diese scheinbaren Durchmesser, gesehen vom Mars- 
zentrum aus, mir 2'.5 und V.O. und s.dbsl für diu nächsten OburlUcheniciiiUe 
sti-iL'un diusu Kuhlen nur auf i'.O und V.2. Der Phasen wüchse! des inneren 
Mondes könnt« mithin dum iiuhewnll'ueten Auge ziemlich bequem sichtbar 
sein, der des äusseren nur einem niigeiv.Yiiiiliuh scharfen; uinun Ijindruck wie 
unser Mond machen aber die Marsinende nicht, und eist das Fernrohr würde 
einen vollen Einblick in die Phänomene gestatten. 

Für die N'al.nriikoiiomio des l'laiielen 'Main hat die Kleinheit seiner 
Mond« noch eine fundamentale Dedeutnug. Ilnser Mond, in analoge Ent- 
fernung, d. h, auf zwei Iiis drei Mrdradieti uns nahe genickt, würde durch 
die. Ilntcrsehiedo seiner Anziehung auf verschiedene Massentlieilo der Erde 
Fhithwcllcn erzeugen, deren liehe unseye höchsten Her™ erreichen, deren 
Gewalt den grSsstun J'hoil des Fcsile.udes unbewohnbar maehen würde, Es 



erzeiiL".. isv tuch «eriuger, a!:- die irdische, dii- vom äussern bewirkte iiceh 

vie] kleiner. 

Für den Forts eh ritt unserer Kcanluisse von diesem merkwürdigen Partial- 

systeme hat aber diu Kleinhcil der Minide ein mngenchme Seile, Nur 

sehr starke Fernrohre sind im Stande, dieselben ?ti zeigen, imd wenn auch 



Objekte mit sel r bellen Lroscizniäs..ice fehler zu hcliirchien . diu sieb durc.li 
Vervielfältig muj; der licobachumgeu niebt eliminirrn, sondern die Resultate 

l.cmgiich du' jlcsi homur.gssi ■.icke der [lab i direkt, verfälschen. Ks ist selbst 

zweilelbaft. ob der innere Mond unseren hat™ Fernröhren in denjenigen 
Oppositionen des Mars, die seiner Sonnenferne nahe liegen, zugänglich wer- 
den wird. 

Auf der andern Seite ist der Fortschritt in der Constroktion grosser 
r'eriiröhrc in den lebten dahivohenteii sehr bedeutend gewesen und es ist 
noch kein linde desselben wahrscheinlich. In Deutschland freilich ist die 
Ausrüstung der Sternwarten in Optischer Ite/.iehuic- etwas znräckgoliliel , 



und erst nach Vollendung der neuen Sternwarte zu Strassburg dürfen wir 
hoffen, auch in dieser IWieluiiist mit dem Auslände uns messen zu können. 

(Ausland.) 



Die wichtigeren und interessanteren Doppelsterne, 
mit besonderer [leriieksichtigiing der .stliun in gewöhnlichen Teleskopen 
sieht Daren Objekte. 

5 Schlange (1030) 

Kcctnsc. 227° 53'. Botliu. + 2° 19'. 

Von Ilerschel am 21. Mai 1783 als Doppelstern entdeckt, aber 183G 
von Strnve im Dm-pater Kefraiii.u dieil'ael: etl-annr, indem der Haupt- 
stern selbst doppell ist. Uehrigens- vermoehte .Struve damals diese beiden 
Sterne nicht zu trennen, sie orsehieaen als ein zusammen hängender läng- 
licher Stern, allein b'i der ;i u s:;(.-vo rdf 'i 1 1 1 : i ■ 1 1 :? ti V . .- r - r 1 1 1 n i - 1 1 1-r . ■ i t ..y-s ejussen 
JiefraktorB war eine i'äuscbung nicht anzunehmen. In der Tbat sah Mädler 
1844 die Trennung und sehiit/.ie die Disttu/. auf 0.2". Diese Centralsterne 
stellen pich im a'.lire meinen ais ein Stern j. Hr. dar. der .»inen selimichen 
Begleiter 10. Gr. besitut. Struve bestimmte dessen Lage wie folgt: 
1834 Distanz 10.201" Pos.-Winkel 40.81» 

Sämmtlichi' drei Slcrni! liüden ein physiches Kvslem, dessen Kigenbe- 
Vr'.'Ljiiiie; am Hmmiel iiLU.i) Ar^elunder iährlieh U-.j13'' beträgt. 

i) Krone (1937) 

Ecotaac. 220" 18'. Dcklin. + 30" 43'. 
Dieser interessante Doppelstern wurde ,un !i. Sepl. 1 7 Kl von W. Heisch <;1 
entdeckt. Der llauptstern ist. nüdi Strnve .12 Gr. und gelb, der Hegleiter 
5.7 Gr. u. etwas gelber oder ".ib.ltUt liii;. Die l'igeiinewegmig dieses Systems 
beträgt nach A rge liuuler (>:2S,v' jiilriieh. Die Distanz des Begleiters vom 
Hauptsterne ist stets sehr gering und zu gewissen Zeiten gelingt die Trennung 
nur in Instrumente:! ersten I!;lhs"'=. liiiffham sali den liegleiter mit einem 
(izolügen Refraktor. Der ältere Hersdiel hat keine DistaiiKmessmig ange- 
stellt, ebensowenig Wir .lohn Hörschel und South: diese Bestimmungen be- 
ginnen erst mit Struve im Jahre 1;2iJ. Die gei:iu;_'s;e Distanz des Begleiters 
vom Centralstern trat 1SÜ« ein, O.iltiG" nach Struve. Dembowski fand 
1863 Distanz 0.81" Pos.-Winkel 19.04«. 
Seitdem hat sich der Begleiter noch mehr entfernt und seine Distanz 
beträgt jetzt über 1". Dieser D«], F lstern ist durch die rasche Umlaufshe- 
weguiig seines KateHe..::; [jn-iki-MMiiif, doch war die Bahnbestimmung ge- 
raume Zeit hindurch unsicher, da in >Ier Aufzeichnung der Position swinkel 
durch W. Herseh ei ein Irrthum vvryeUiimnea ist. Gegenwärtig können jedoch 
folgende Elemente von "Wijkander als sehr nahe riehlig angesehen werden: 
Umlaufszeit 41.58 Jahre 

.l'eriastrum 1850.26 
halbe grosse Axe 0.827" 
ExcenL-ieitftt 0.2625 



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In der Nähe befindet sich noch ein kleiner Stern, den .lohn Herschel 
und South 15. Cr. schätzten (also etwa 11. (Jr. nach Btruve) und dessen 
Position war 1330 Distanz, 30" Pos.-Wiiikel 38.0». 



Ein dreifacher Stern, indem der Begleiter den Bradley zuerst be- 
obachtete wiederum doppelt ist, Letzteros fand W. Herscliel am 10. Sept 
1781. Der Hauplstern ist nach Struve 4. Gr. und gelhgruu, die beiden Be- 
gleiter 6.7 u. 7.3 Gr. Letzten' Vitien zeit '.v eil h_' nur in starken Ferngläsern 
zu trennen; 18(54 zeigte ein ."«(illiL'i'i- läf IVakkir nur eine längliche Figur. 
Man hat für sie u. a. folgeude Messungen 

South 18a:'. Distanz 1.(152" Pos-Winkel 333.42° 



Hind hat zuerst, eine Dalinbciwhmm;: versucht, neucnlings auch Doberck 
und letzterer findet: 

Umlaufszeit 290.07 Jahre 

Periaa trurn 18C3.5 

halbe grosse Aie 1.500" 

Exeeutricität 0.G174 
In Struve's ivulal y i'iiliM, d'nw: nm>p"lsti'ni die Nummer 1938. man 
bezeichnet ihn auch hiswilcn als /i ! Bootis. Von n ist er 108" eutfemt. 
im Pos.-Winkel von 171.6°, und da diese Distanz seil 1821 «instant blieb, 
der Pos.-Winkel sogar seit 1781 , so muss man an einen physischen Connei 
auch mit fi denken. Wir haben also liier ein System, in welche sich zwei 
Sterne in etwa 290 Jahren um ii.ivn Si-h f-l jumi^I Ikwc^cu, dabei aber gleich- 
zeitig einen auf Tankende voft .lahren mi schätzenden i mlanf um den ge- 
meinsamen Scliwerpunkt mit ß vollführen. 

i Schlange (1954) 
Rectasc. 231° 58'. Doklin. + 11° 2'. 
Von W. Hörschel am 3. Sept. 1782 entdeekt. Der gelbliche Haupl- 
stern ist 3. Gr., der Begleiter 4. Gr. Distui/ und IWliuiis winke] verändern 
sich nur sehr langsam. Demboivski's Messungen ergaben 

1863 Distanz 3.198" Fos.-Wmkel 192.20". 



Anonym», in der Wage (1962) 
Kcctaac. 232" 1«'. Dellin. - 8" 19'. 
Ein hübscher um! nichl fclmk'iisri'i' l>r>|>jH-lsLi:rii li.ü und G.4 Grösse, den 
Hersebel am 28. Mai 1785 xuurst, iieubaulitete. Die Distanz und Posiliuns- 
wiukel zeigen keine Veränderung. Demboivski's Messungen ergabeil 
1858 Distanz 11.878" Pos.-Winkel 186.50» 



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Leiclit zu bflnhiclittriiln- Ufipiiflilri-rn 1.1 «. 5. Omsse, von Hörschel am 
1. Okt. 1779 entdeckt. t>jf Distanz ~<:ti i Lut lati^am zuzunehmen, ebenso 
(kr Position* Winkel. Xaeh Dcitibowski war 

1853 Distanz G.153" Pos.-Winkul 302.02» 

y Krone (1967) 
Bectuc. 384* 10'. Cetlin. + 28' 46-. 
Ein ansserordenllieli fehwteri^cr DepneL-lerii 4. n. 7. Grösse, den Struve 
182G im Horjiatri- lietYaklor entdeckte. Kit lliiiij.tstcrii ist grünlich« iss, 
der Begleiter purpurfarbig. Zur Zeit der Entdeckung betrug die Distanz 
0.7", der Pos.-Winkel 111.05", in den tbl-enden dahren näherte sieh der 
Begleiter dem Hauiitsierm immer nicli- und lux: ~vhi«7.w .Struve seinen Ab- 
stand auf 0.4". Sehen damals war für die Hersehel'icheu Spiegelteleskope 
selbst itl ihrem vollkommensten Zustande und bei de]' Parkst'.'!! Zulagen Yer- 



d(!s lieuleileiv ijeiinie.lil und liiiiiet: 
['mlanfszcil 95.5 Jahre 

Periastram 1843.7 
halbe srfissi! Axc 0.70" 



noch nicht bis auf 0.7" von ihm entfernen wird. 

Die Eigenhe-wec-u ny dii'-iu Sterns hetriigt nach A lgclandor 0.117" 
jährlich. 

a Schlange 
Retinae. 2M- 17'. Dcklin. + 6" 58'. 
Dieser Stern 2.3 Gr. hat nach Sir -lohn Hersels! in 50"— 00" Distanz 
und 2" Pos, -Winkel einen schwachen Üeglciter 14.— 15. Gr, (=10.7 Gr. 
nach Struve). 

ß Sehlonge (1970) 

IJectmic. äS4* S3-. Deklin. + 15" 5S'. 
Von W. Hörschel am 13. Aug. 1781 als doppelt erkannt. Der bl»u- 
liehweise HaapLsleru isl 3. Gr., der Begleiter 9. Gr. Struvo's Messungen 
ergaben 1832 Distanz 30.040" Pns.-Winkel 2G5.00" 



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i Krone 

Bertasc. 237» 88'. DctliiL + SP 3ff. 
Dieser Storn 6. Gr. hat, wie Berschel am 18. Juli 1782 fand, einen 
schwachen Begleiter in D5" [JistauK und dem l'oe.-Winkol 56.8°. 



rtatase. 233» 53'. Dellic. + 33° 45'. 

Von W. Herscbel als Doppelstoni erkannt am 20. Aug. 1783. Der 
Hiiupistcni ist 6. bis 5. Grösse (nach Heis), der Begleiter 15. Gr. nach 
.Smith, iv;lü etwa 11-8 Gr. Struvu's L-utsuridit. Soutli's Uessiiu^-u e^abeu 
1825 Distanz 70 2" IV.-Winkel 125.1« 

(Kork, folgt ) 



Der Merkur-Durchgang am 6. Mai 1878. 



Deklination 

Deklination der Sonne 

Merkurs stall. Ucw. in lieolusceiision 

Der Sonne 

Merkurs „ „ „ Deklination 

Der Sonne „ 

Merkurs Aeqnatotial-llorizeiital-l'iiiallas 
Der Sonne 
Merkur: 



310" Gr «atl. Län^e von Green«. Iii« Cf üördl. lir. 

310 10 , , 16 43 „ „ 

254 6 , „ 16 46 „ „ 

198 '2 „ , 16 40 „ „ 

197 15 „ „ „ „ 16 49 „ „ 
Hiernach wird der ganze Verlan! der fci-ln'inutis nur in der ösllielion 
Hüllte Nordamerika;, (Irr i-Iinlriii- in \\'i;si-Ki]fn|>a. Afrika, Amerika und der 
Austritt in Nordamerika. Au.-tralirii und (>ri-Asi™ LrusL-lien werden. 

Der Eintrat orfol^t 15" östlich, ilfi Austritl erfolstl 1Ü0" westlich vom 
lüirdliulidteii l'uiiktu der Somic^cheitie für den Anblick mit blossem Auge. 



— (18 — 

Für Herlin, w» beiläufig die Senne etwa 20 Minuten vor der Mitte lU'i' 
Ih-suheinung nnleigehf, erfolgt: 

der Eintritt, äussere lleriihrung li. Mai 4 h 4» 38" 
innere „ 4 7 4G 

Jede Bogensekr.mli' iie.s sehoLniiareu Merkur-Durchmessers braucht lä.G 
/eitsekimden, um sicli am Sonnenrande fortzubewegen. 



Stellungen der Jupitersmonde und Phasen ihrer Verfinsterungen. 

Zukünftig wird de: ..Sirius" für iille Monate im Voraus die Stellungen 
der JllpitcrsiiHiiKii' i'cgen ilneu ITanffen uiitheilen, in der Weise, wie dies 
uinatehend für Jen Monat- Mai .uesehiehl. Der mittlere weisse Kreis be- 
zeichnet, den Jupiter, die kleinen 1'nnkte stellen die Trabanten vor. Die 
Nummern 1, 2, 3, 4 be/eiehuen die einzelnen Satelliten und die Stellung 
der Zahlen zu dem l'unkl.e gibl die liuditung an, noch welcher hin sieb 
der betreffende Mond beweyt. Diese läewegune; ^, -^c-lii.^lit nämlich nach der 
Seite hin, wo die Zahl steht. Hin weiter Kreis ;un liande der Tafel zeigt 
an, dass der betreibende Mond vor der Kejieibe des Jupiter steht, ein 
schwarzer Kreis dagegen, dass er dahinter steht oder verfinstert ist. Die 
Stellung ist für eine bestimmte Stunde eines jeden Tages anseereben, in der 
Jupiter am bequemsten beolinubtel werden kann. Diu betreffende stunde ist 
mittlere Zeit um Greenwieh. Iii demielb-'ii Zeitmomente ist es für '.'iui : n 
Ort Östlich von Greemvieh. so i iel Stunden und Minuten später, als der itt 
Zeit nnsgedrüekte Längen mit erschied di.'ses Olles von Greenwieh betrügt, 
für einen Ort westlich' von Greenwieh um ebenso viel früher. i)ie Stellungen 
um 14Vi h im Monat Mai entspreebeu also für Heidin 1Ö 1 ' 23™ 35", da diese 
Stadt 13" 23' 4. r ." 53™ IC." Zeil [Istlieh von Greenwieh liegt. 

Die Stellung™ di'f Tiahmteii sin-.j diejenigen, welche das astronomische 
Teleskop ze.isrt, ilas ilie (Ibjekie itmkHirt. Die vier obnen, grosseren l'iguren 
zeigen, ebenfalls für das umkehrende bVnivohr, die Stellung jedes d-r vier 
Monde mir. I!c™i< auf die Jnpilcrsobeilie für ilie Meinen \a j| lr er Verfinsterung 
und ihres Wiedererscheinens. Der betreffende Trabant verschwindet, wenn 
er die Lage des l'uuktcs d mit Deziig auf die .lupitersehoibe einnimmt und 
wird in dein Tunkte r wieder sichtbar. Wenn der l'unkr r nicht angegeben 
ist, so kaun der Austritt aus dem Subatlen uiebl betdiaeliloi werden. Wagen 
der fortwährenden Bewegung des Jupiter und der Erde verändert sieb die 
Lage seines Schaltens und damit der l'nnkle d uud r ununterbrochen. Die 
Zeichnungen gelten deshalb für dh' Mitle iles 1) et reffen den Monats, geuügen 
aber, ausser nahe der Opposition, für dii' übrigen Tage des betreffendeu 
Monats. Wenn ilaher in dein astronomiseheu Kalender fiir eben bestimmten 
Tag uud Clin; besLimmte Stunde und Minute .1er Hmtriil. eines der Jnpiters- 
moude in den Schatten oder sein Austritt aus demselben angegeben ist, so 
zeigt die. Figur durch die Lage von li und r, wohin man rechts oder links 
vom Jupiler im I-Yt'm'olir ileii lllick /.u wenden hat, um die l'rschc: imtej 
wahrzunehmen, llesonders fiir die Austritte aus dem Schattall ist dies sehr 
beimem, indem man genau weiss, wohin der Blick zu riebten ist, damit der 
Moment des Sichtbarwerdens sofort- bemerkl wird. 



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— 69 — 



Stellung der Jiipitcrsmöndc tmj 

\ Phasen der "V 


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■4 2. -t © 3- 
■ 4 .2 03-1. 

3- -4 10 a- 


24 
35 


.3 0-4 02-01- 
.3 0 -1 -1 


26 


1- 0 '.| -4 


•a 

28 


0 1'2- -3 .4 


2!' 

au 


2- .1 0 3- 4- 
-2 0 3-1. 4. 


81 


3- 1 © -2 4. 

-3 ©J; 4- 



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Vermischte TTachrichteu. 



auf Aclu-omasie, wie auf Deliijilioii als im biidisten llrade au 
was bei der relativ kurzen llreniiweile |»eldie iIhitJi die bauliche 
ller Sternwarte geinten war) ganz I icsfim (frs /.u beachten ist. Das 



Ii; 



Siid|)i.l dieses l'lanei.'ii rdiul in der lel/.ten njiue-sition 
gangnieii Jahre von Herrn A. Hall in Washington um! 
jiiirclli in Mailand l'nli ■i>Ui:!)iiiiL'eii angestellt wurden 
sieh des 2(i/(Uligen U.dYakturs v,.n' rhnk und einer 400f. 



Beobachter von der Knie aus eine weehselnde Helligkeit /.eigen und diese 
glaubte Maraldi in de* That wahrzunehmen. Herschel bestätigte dies 
vollständig. Spälev wurden schärfere Heidan-hl engen angestellt, indem man 
die l'ositions winkel des Mittelen utile? de: weissen Hecke direkt bestimmte 
und aus der Veränderung dieser Lage wahrend der Kotatiotl den Mars auf 
den Abstand den Pleokencentnims von dem Pole des Planeten schloss. 
Hierbei wird der l'olarlleek als kreisfurmiL: angenommen, was er dem Au- 



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— 71 - 

scheine zufolge auch wirklich nahe/ui ')-■:. Dieser Methode haben sich die 
Herren Hall und Srhiaimrelü r>hr-]itVills bedient. Die Heobachtiingon des 
Erstorcu liefern :V1 vullsiiiudi^ [Wümmingen für den Zeitraum vom 10. 
August bis 24. Oktober 1877, die des l.i.-t deren (iii liostimmuiigen für die 
Zeit vom 12. September bis 13. i Oktober. Zählt mau auf der Marskugel 
die Längengrade vou einem Weinen runden Heike, den Madler mit a be- 
zeichnete, so folgt iui- den rwijbai'litiiiim'ii Herrn Schia|.iarelli für 1877 
September 27 initiiere Zeit um flreetrwicb: 

Positionswinkel des süd!ieh,n K,i l|.unk!es der Marsaxe ll'.4,ft0° ± 0.000" 



l'olavlbvk-MiTtr:nni;ktrs Jn.iiii". liir liefen Distanz vom S::.li..,l,- 

5.18«. Diese rel.eienisliiimmn- isi ein isserordrntlieti lielriedi- 

deni ans den MiillVebi'H l i t ■ o . ; r i ■ ] i r i ; i l l_' i ■ : ^ der Mittelriinkr der gemmiitcri 
s mir 11 deutsche Meilen von dem Punkte iter südlielien Mars- 
re entfernt lie.L't. den ihm die Messungen des Herrn Sehi;i(arelli 
.M.'Lrlirlienveise würde die rebereinstimmuiiL' vielleielit noch « " 



scharf, auch maebte derselbe damals i[en Kiiulruik, als L'ige er etwas tiefer, 
wie die allgemeine Oberfläche des Planeten. 

Angelo Secchi. lauen grossen Verlust hai die 1 limmelskimde durch den 
am 20. Februar erfolgten 'l'od l'aler Secehi's erlitten. Die Arbeiten dieses 
berühmten l-'orsohors sind den Lesern des „Sirius" bekannt. Wir können 
lins daher hier vorläufig mit wenig« Noli/en über die Lebensverhältnisse die- 
ses Astronomen best liriiuken. Serc.hi war geboren am 20. Juni 1818 kii 
Keggio in der Lombardei, trat in den Jesuitenorden und wurde nach Nord- 
amerika gesandt Nach seiner Kuckkehr ward er Nachfolger de Vieo's im 
Direetorato der Sternwarte des Collegio llomniio. Er verliess seitdem Koni 
nur um Krisen im Interesse der Wissenschaft auszu führen. 



ührmaoher der k. k. Sternwarte in Prag, 
ilberriiinml. Auftrüge Im- astronomische Pendeluhren, Box- und 
Taschen-Chronometer 

Verhmf unlrr f.'uniMfic. hei *rhr um™ö/oi l'reisi-u. 



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Hanetenatelluiig im Monat Jiini 1878. 



1 2372 16 50 
1 27-13 19 9 
7 25-97 . 21 24 
9 11-74 23 13 
5 22 00 +24 14 



.7 !> 2:! 1 ■ j 

5 ii ■ ä;; -12 



1 40 19-: 

:i ar, -17-2 ül 

6 6 0-i " 



5-74 21 42 50-4 



[ :1-M' 1 

I ' 



) .Mi 13-77 ;+!;'. lid ai-s ; 



M01+18 44 19 9 I 21 30 
.13-42 ■ 12 i.U 4SI ' 20 '.0 



ni I Mondphasen. 



Juni 9. 10» 45» 



Irischer ISnuir. Jnni Ii. ü» Urnnns mit Jon 
Jum 11. 91' Vinns mir. \.:|itim ii: Cimjlluctio 
Nc|itun. Juni 17. I!'- 1 .luiiiti'i- mit ili'ni Monde in Ounjunctn 
21. II" Sonne tritt in 'IsL.s /ui:lii-]i .Ii-.-; kmlaea. Suininoraanfo 
in grfisskr stldl. lieli.im;iii.rjsclnT liivi!.-. Jtuii 22. lfi" Ratuti 
jnnction in Bectasa'nsiim. Juni üi. lim Saturn in (Jnmlnil 

•i«. &>■ Merkur im uuM. ink-]i Klint™. .'Imii 25. 17" Nuptt 

jnnction in BeislasiTiisiun. .Imii 2ii. M- M;irs in ^isi^t-sr n.U dl. h.jLiii-eutriselier Bri-ito- 
Jnni 27.01 1 Venus m:l sii-iii M.in [.■ in i.'..Tiimi. :ii.]i In üi i lusi-iTiiinn. Juni 29. IS" -Merkur 
mit (lern Monilis in r.niinn.-lir.i; in Knt.iMViis-i.m. Juni lN'i Merkur im I'orihol. 
I.AJli- /,.itan i ;iil.Mi -i;n l: mitt Utlt l.-rliu.T Xeit.j 
Fnr die Redaktion: Dr. Herrn. J. Klein in Köln. 



Juni 21. _. 
. dem Monde in Oon- 
nit der Sonno. Jnni 



Band XI oder neue Folge Band VI. 



i. Heft. 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie, 



Zrtralorgai mr * Frtrale M Pirierer fer liiielsfrti. 

[IcrsuiagcgeljGii «utev Mitwirkung 

hervorragend er Tacliuiüimer und astronomischer Sclirlfl steiler. 




W. G, lohimaim's Mondkaite. 

Eine astrauomiidie l'ublilirtliün erstr::i liange.s hat so eben die l'resse 
vorlasseu. ein Werk, auf welches wir als Deutsche stolz zu sein Ursache 
haben, es ist die Mondkarte von Lolirniami in 35 bedienen und !2 Erl&u- 
lerungstafclu.*) Wir wollen uns an diesem Orte etwas eingehender mit 
diesem hochwichtigen "Kartenwerke lu-seHiftigeii, vi.n dem wir hoffen, daas es 
das mehr und mehr erwachende Interesse für das Studium der Mondober- 

Bevor wir jedoch einen cingehe.Lden und kritischen Blick auf die Dar- 
Stellung der einzeln,.]] Itegiimen des M.mdes in den genannten Karlen werfen, 
möge »mächst das Nothwendige übet die flenesis derselben mitgetheilt 
werden, und zwar mit den einleitenden Worten von Julius Schmidt in Athen, 
unter dessen Mitwirkung die Vollendung und Herausgabe der Lohrmann 1 - 
schen Karten endlich vor sirli ging. Mnn wird aus dieser Einleitung er- 
k:-]-.ue]j, -.vlilji- Heli'Aii'i-ii;!;eiri']! m iiH'v.in Irn waren, nm dieses Kartenwerk, 
das seiner Natur nach mit deu Jahrhunderten an Wichtigkeit gewinnen wird, 
an's Tagesllirlit ?.u I) p fördern . 

Hören wir also zunächst Herrn Uirector Schmidt selbst: 
„Lohrmann's Arbeiten über die Topogriiuhie des Mondes nahmen ihren 
Anfang ku Dresden im Jahre 1321: sie wurden nach manchen Unter- 
brechungen um 183G beendet, v,äli:e:u": im Laute dieser Zeit die Herstellung 
der 25 Kupferstichtafelu nur langsam lort seh reiten konnte. Im Jahre 1824 
Muni die ersie A 1 ■ r 1 1 ■ ■ i I ! ] 1 1 L r il.'s Witbi-j ler'^Veiillielit Als Lohrmalm 1840 
starb, und Miidler inzwischen seine ausgezeichnete Mondkarte rollendet hatte, 



*| Verlag vor J. A. Harth in t,ei»zi(;, Preis SO Ml. 



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geiieth des lasieren niiternebniiiiig in Slucknng. weil yii-ti zunächst kein 
U.mdbecbiichl.'r länd. lii'r das ganze Werk hülle li'TaiHg.'ljen kennen, und 

e.S gleichzeitig Zweifelhaft- Sellien. "Ii ÜIKill für llilS Teclinhalll! (Inf Herstellung 

und des Vertriebes die eifdrderliebc gesi-lütilielic rntevstülzung zu finden 
sein würde. 

Unter solchen Umständen waren i's zwei Miimier, die, überzeugt von 
dem heben Werc hi- ihr ilcoliai'hlimgen l,e.hi'mann's, es als eine Kln-cusaHic 

ijctracbtcteu. alle Kräfte aufzubiet/.'u. jc.dieher Hindernisse ungeaelil el . 

dese lloiidkiirtä der wissenschaftlichen Welt zugänglich zu machen. Während 
in Leipzig Heer Willi. Amhr. Barth mit iin^ser Libcialüiit die ICustcu 
für den Kupferstich der Tafeln bestritt, hatte- Herr Fiuauzrath Opelt xn 
Dresden. Stilist ein Kenner der A st ru n oll l i < ■ ninl e,cübt in schwierigen Keidi- 
mmgen, schon früher die Bearbeitung der selcimgrnphischi'n (htshesl iiimmn- 
gen aus den Messungen l.oliriiiann's, und zwar nach den von Encke für 
dies-u /weck eiitvvii'kellen IWmeln, iiiiernommen ninl überwachte nunmehr 
auch die Fortsetzung des Kupferstiches und die Ccrrectur der Tafeln. 

Nach mancherlei Störungen lasste. Herr W. A. liarth den Entschluss, 
das Werk in rascherer Weise zu fordern, indem er im Februar 1851 zu 
Bonn mir die lleda.ct.ion den liauzen, also ausser der Xomenclatur und 
Corrcct.ur der Tafeln auch die Herstellung des Testes an trag. Weil ich zu 
jener Zeit mich bereits über is'lin Jahre lauf; mit der Topographie des 
Mondes beschäftigt hatte und die A. f i; t l r b üi 1 Iii: i 1 des l'ia:)c? anerkannte, 
libenialim ich den Antrag, und veriuuthlieh wären bis zum Abschlüsse des 
Werkes nicht viele Jahre verflossen, wenn nicht im Deccinhcr 1S51 der Tod 
uns die Hauptstütze des Cnnuncbniens. Herrn Harth, enlrissen Iiütte, den 
Mann, der durch lange Jahre ii.il opferwilliger ThätigkeÜ die hiuteila-ssenen 
Arbeiten Lohrmauu's begünstige und förderte. 

Für das fernere Schicksal dieser war es ein I ilück, dass der Sohn des 
Verstorhenen, Herr Dr. Adolph Ambr. Barth, sich der Angelegenheit so- 
gl.didi mit, lebhaftem Inleresse aunalmi. Mit diesem einsichtigen, mir lange 
befreundeten Manne setzte ich 1853 zu Leipzig 'Iii 1 Verhandlungen fort, und 
Hess mir von da au die l'robctafcln nach (Ihmitz senden, wo ich bis zum 
Jahre 1858 die eigenen Beobachtungen des Mondes mit besonderm Nach- 
drucke oud ohne grosso Unterbrechungen fortgeführt habe. 

Die Herstellung der Tafeln nahm indessen langsamen Verlauf, wahrend 



iritt« der Heraus- 
a Opelt zu Ures- 
e letzten Jahre nach seiner erfolgten 
Pensionirung den Correctnren der Tafeln und der Vervollständigung der 
Rechnungen gewidmet. Als dann (2!l. September Ifiiiüj dieser ircii'liche 
und zuverlässige Mann starb, war es ein Glück, dass dessen Sohn, Herr 
l'romicr-Lientenant Opelt. welcher seiion seit dem Jahre ISSÜ an den 
Arbeiten seines Vaters sich belheiligt hatte, in kemitnissvollcr Würdigung 



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1870 der grosse Krieg alle derartigen Plana vorläufig in der Hintergrund 

Im August 1874 fand ich in Leipzig zu meiner lieberraschung, dass 
inzwischen die Arbeiten nicht geruht hatten. Ich traf auch den jetzigen 
' "hrl" der Wilii^LiLiiillung, Herrn Job. Anibr. Harth, udlig eiiiveislamleii 
mit den Absiebten deiner Yc-^iinger, und erfüUt vou der üeberzeugung, dass 
ein von Seiten des Hauses volle 34 Jahre lang gehegtes Werk endlich ab- 
",eseh hissen un,l unter allen Uiuntandi'H seiner üesl immmig w.^fiihrt werden 



. r nahen l'ubli- 

niili™. die denn auch im November 1874 zu Leipzig definitiv verhaiideli 
werden konnte. Ich besorgte die ltevisiuti und letzte Currectur ulier Tafeln, 
und begann alsbald mit der Hesel) reihung derselben. 

Hekauntlieh hat Lührmann die erste Abtheiliuu; seines Werkes i,eeh 
selbst veröffentlicht unter dein Titel: „Tör.O-'ianhie der sieht luvei: .Müiid- 
( .ln-itl;ieti... vo:i Willi. Uotlln-If Lohi-mmm. Inspcctor bei der K. S. Gameral- 
Vermessung, I. Abth. mit VI. Kunfert.ifek. :u.if Kesten des Verfassers. 
Dresden bei Demselben. Leipzig bei J. Fr. Hartknoch, 1824."*) Sie ist 
dem Könige Friedrieh August von Sachsen geividmei, und enthält auf 130 
Quartseiten die Eutwickluiig der Messung- und lieebniingsnielhodeu, Histo- 
risches, und die lSese.breibüng dar 4 ersten top^uii.hise.heii Seet innen, deren 
25 zusammenfielt, die H.inpUiUte mn " 1'arisMf hiss lli.idiraesser dar- 
stellen, ein fühl, Millionen Mal kleiner als der Durchmesse, des Mondes. 
Mehr ist seitdem, abgesehen von der spätem kleinen (Seneral karte"), die 
Werner in Dresden litogiaphirt hat, nicht veröffentlicht. Diese erste Ab- 
theiluug, wegen der in ihr enthaltenen Uessuiigsiiiellioden und Üerechnungs- 
Eöimeln noch immer von Werth, ist auch jetzt noch von der Verlagshandlung 

Lobrmunn hat seine ltescbreibun^ so wei-hiulig angelegt, dass, um den 
Umfang des Werkes nicht uunöthig zu vergrößern, ein itbgekiimes Verfahren 
ber-ebbssen werden musste. Alle [.■ciimli'iren l-.riihi runden Loiirmanns, das 
Sonnensystem und im besonderen das Mundsysiem be' reffend, werde ich mit 
Ausnahme einig,'!- Xubleiiweithe übergehen, da tirstere in jedem Lehrbnelie 
der Aslreneuiie tu linden sind. Ilbeiise blejneii ausgeselnVseu historische 
Küekblieke und biiiurai'hisehc Angaben über X innen, die den Moudbergen 
beigelegt winden. Dagegen si.di ulles N^lhige. was sieh auf die I tiiisirllnngs- 
methode der Karle bezieht, mit l.ahrniiinn's Worten, und ein CaUilog der 
von Opelt berechneten stenographischen rositionen beigegeben werden. 



••) Gleichfalls Verlag v. 



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sl'iihrliehkeit jode See- 
len Kritlfj- oder Hügel 
iielsstidieu oder /alVern 



Stilixle für die allermeisten Killle iilieMlnssi;; eisehrinen iiisst, weil Alles klar 
und deutlich vor Augen liest. Hei kurzer Charakteristik jeder Tafel werde 
ich diu wie.htigeren llidiiümutvrsehioile bezeichnen, auf merkwürdige l'unkte 
aufmerksam machen, und mieli so vom der ermüdenden rinsuinilkchkeit. 
l.ohrmaun's und Miidler's frei halfen, die nur noeh dnreh die \Veit seil Widrig- 
keit. 1 1 öl- L-H-L*' u n : j.[;i.iilLi: u:iujj Ii iigmetiU' Schröters li her troffen wird. Im Text« 
zu meiner eigenen spfltoi- erscheinenden Karte wird mau jene, ivonn auch 
stark beschränkte Ausführlichkeit linden, die einer neuen nu..l selbständigen 



9, ähnlich der ganz 
[ Werth man noch 
ich viele Ergebnisse 
sich um streng kri- 
leren Nachweis um 



scheini. 



In der Vorrede zu der vorhin erwähnten eisten Ahthcilung suiuer Be- 
s-.-hieibimg hat Lohrmaun mitgethcilt, nach welchen (Jinudsatj.cn er ijli-.iihtc 
verfahren zu müssen. Weine Aufsähe wir, „die Mondherge und die Momi- 
laibc möglichst treu darzustellen. Messungen und Zeichnungen auszuführen 
nach Methoden, welche von der Wissenschaft anerkannt sind". Wo wühlte 
er die orthographische Protection der sichtbaren Halbkugel des Mondes und 
die mittlere Lihratiiiti, zeichnete die Oeljirgc nach dein Lehm Jim 'sehen Ver- 
fahren, und iiiihm dabei auf die wechselnde L icli-;:. :1j t u 1 1 lv keinerlei Kücksicht. 
Das Onlorii, die Mmidfarbe aller Gegenstände genau anzugehen, würde zwar 
Iii i die Darstellung des mittleren Vollmondes einen besliminlen Sinn haben; 
für die toTiogni [dusche Karle aber inuss man sich mit Mdiei nnei-ii b-vim/Hi, 
und sonach dürfen nicht unbillige Anfordernden au derartig Karten be- 
richtet werden. Weil die .Seetieneu des Werkes von Lohrmann erst nach 
und nach im Laufe eines halben .luhrhimderl; hergestellt würden, weil r, oder 
d [üipferstceiier daran arbeiteten, und die von Lohrmaim selbst eobrirten 
nnsm;ilhla:te:' keines v.ags das Verli:il:ni : ;s der llcdiekeiten überr.il genügend 
ausdrliekeii, resnltiri. eine merkliche ["iievrichiermhikeit im Ton iler l.'bitten, 
die schliesslich ohne neue bedeutende Kosten und grossen Zeitverlust nicht 
mehr zu beseitigen w;ir. Manche solcher Anoinalien hatte bereit« Opelt jun. 
angemerkt: andere, /. Th. be.tril ehrliche, z. Ii. wo die Jlitto des mare nectaris 
heller als das uinüebeiule Bergland erschien, wurden von mir noch Ende 1874 
verbessert und auf den Vlatten geändert. Idi beschniukl.e inieh jedoch auf 
die forreetur der wenigen iiullalliee:) Sieben, uinl liess auch einige Samen 
weg, um die Deutlichkeit der Zeichnung nicht /.u heeiu [.rieht igen. Das Co- 
buii. ihu fehl um m: 'scher [{arte ist weniger bel l iedi^r'i.d. als liei Mieller; es wird 
er grossen Karle i-fwas slrrnger ausgeführt sein, ebne doch für mehr als 
le Annäherung an mittlere Zustünde auch hier gelten zu wollen." 



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nauer, so ist der erste 
r Mappa Kelcnographica 
1 Mäiilar. Dieses letztere, ist ubtr uichl in Kupierst ich, sondern in Litlio- 
graphie ausgeführt, eine .Manier, die für I )iifs1.«l[« ujf gewisser 'i'hcile, /.. 11. 
der ITelligkcitstiine der grossen Fhiehcn, der Wiedergabe des niedrigen mehr 
geahnten iils si-ltiirf L'esehenen liehiigels, unbestreitbare Vorzüge vor dem 
Kupfe.sUelie besitzt. dHiisdin.ii über du. wn es sieb um klare Wiedergabe .In 
zahlreichen srharnei IVtails handelt, -all/ elllsehiedeN iiaehslebf. Man be- 
trachte nur bei Mädler die nordwestliche Hälfte der Apfiiiuinen, so wird 
Jeder, der den Mund uns eigener An-chnuutig kennt, gestehen, dass die 
Wiedergabe der Wirklichkeit gar nicht gelungen ist, dass dagegen l.nhi- 
miinn's Darstellung ein weit richtigeres Bild der allgemeinen Züge dieses 
wichtigen mit Kandgehiigeu besetzten Hochlandes in seinen verwickelten 
Formen enthalt. Nach genauer l'rüfnug seheint es ausserdem, als worin das 
in den Lohrmanii'scheii Kurien geh.dene Material ein weit luunogeneres sei. 
als das der Ma;.]« ;-cicn..grn].h:ca. 1,'Uk'ic enthalt luiliiuler manches reehl 
feine Detail, in anderen l ie^uden des M.mil.'s lebten daueren selbst, relativ 
reebl leielil. shdithare itbjecte: es /.cid sieb liier und du offenbar dus Nviuptmii 
einer gewissen Ermüdung in der Darstellung. Das gilt z. lt. vorn merk- 
würdig lerwickclleu Jiergtaudc zwisclee, IVsi, Leibis, Hemer und Littrow; 
hier ist Miidler's Karte genau s.i unvollkommen wie die /adchnuugen des 
alten Schröter. Lohnnnun's I latstellnn.' dieser liegend anl' Seei.i.m 1)1 seiner 
Karle ist. ebne allen Vergleich weit besser und gibl eine richtigere Dar- 
stellung der wirklichen lielictVerhalf nissc. Freilich, wer. wie Schreiber dieses, 
Jabre lang den Meint beobachtet lull und dadurch diese Kegion etwas nielir 
im Detail kennt, kann auch die l.ohrinnnu'sche I larsi.ellnng des Ilcrglandcs. 
besonders zwischen I 'esiilmüns um; H.emer, nicht für vollkommen erklären. 
Man erkennt sofort, dass besonders hier Lobrniaun die l.'mrisse des liomrges 
in hoher lielenchtuug maa:ss und zeichnete, dadurch ist ein gewisser typischer 
Zusammenhang in die Wallverbindungen gekommen, der in YVirklidii;ek. 
wcuUMens in dieser Form, nicht csistiii. Alier, wie bemerkt, die Dar- 
stellung dieser Gegend ist bei I.olirmaun immer ohne allen Vergleich 
besser als bei Mädler. Noch Fines ist. hemny.uhoben, weriu sieb l.ohr- 
manti's Darstellung v.iitbeilbal':. von derj eiligen in der Mappa Selenographica 
unterscheidet, Lehrmanu zeichnet automatisch Iren überall das, was er ge- 
sellen hat; hei Mädler findet man dagegen, dass er nicht selten das undeut- 
lieb lieseb,.!!,. inteq.retirt, ein scbwaeli.'s iiidillteekehen zu einem Berge oder 
ZU einem kleinen Kraler macht oder Trennungen in einem Gebirgswnlh' 
mehr andeutet als durchführt u. dgl. Bei Lohrmann ist dies anders, wo er 
einen Hügel eder eine kleinu Kuppe hin/eiclmet, da bat sich das betreffende 
nlijeet unter der Form einer solchen in seinem Fernrohre dargestellt, ganz 
gl e:e Ii gültig, ob andere Ueberlegung, und- vielleicht die riebtigere, liier einen 
Krater halte annehmen bissen. In vielen Falles waren Maliters Interpreta- 
tionen allerdings richtig, in andern nicht; jedenfalls fuhrt sein Verführen zu 
einer gewissen L'nsichcrheit und einem Mangel au Homogenitat des dar- 
gestellten Materials, der debt angenehm ist. Das dein Ikehüditer i.'nan- 
genebiiiste an der Ma[i|:a Sd.ei'.graphica, wovon T.olumann's Karte frei ist,, 
ist aber das geradezu unverni.nftige Format derselbe u. Her Hund als 3 Fuss 

grosse Scheibe auf 4 Blattern, deren jedes einen Quadranten, umfasst, dar- 



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gestellt, gibt ein imposantes Bild, und wenn man dies« Quadranten regel- 
recht an einander klebt und .las lianze als Wandkarte diu in den Meridian- 
saal hängt ■ — wie wir dies gelegentlich auf einer grösseren Sternwarte sahen 
— so macht sieh da* ganz seli.'m: aber kann irgend .leniand bei wirklicher 
Untersuchung der Meininberllärhe diese Zeh-Inningen benutzen, vnn denen 
jede auf einem Pflpjwbogeu von 91 cm. Länge uud 66 cm. Breite steht? 
l.ohrmann's Karten sind i i a.^f ^. : 1 1 bequem, nun kann jede einzelne der 25 
Hertioneji neben das Fernrohr legen und ist in der Arbeit niebt behkdert. 
Huhon ibis ist. für den Beobachter wenigstens, ein grosser Vorzug der Lollt- 
niaun'scben Arbeit, rreilicb dürfen wir aueh deren Schattenseite niebt ver- 
gessen. Ilie Walle der Kinggebirge siud bei Lohrmann durehgehends viel 
KU breit gezeichnet, sie n.aoEicn den 1-nnilruck von gewaltigen Erddiimmen, 
wahrend sie in W irklichkoil in den meisten Fallen gewiss schrotle, zackige 
Felsmusseu sind mit allen FigenthiimiiclKeiteu der zetklitt'teten, zerrissenen 
Natur unserer vulkanischen liee-ionen, besimileis unmittelbar nach einer 
Krurition. Ferner sind in den Sectiouen V u. ff. die btugen Hngelreiben, 
welche sich wurmartig durch die grossen yiauen Mare-Flächeu winden, zu 
scharf und bestimmt gezeichnet. Dadurch gewinnen manche Uegionen in 
liohrmaun's Karten ein Aussehen, das dem mit der Mondohertläche genauer 
Ki kannten etwas licfrmndlieh entgegen (ritt. Man betrachte -t. Ii. Blatt XIX, 
das den Ueeanus I'rorellarum enthalt, 'ind man muss gestehen, dass die 
fiiigob.ugc desselben in Wirklichkeit so nicht, wiedergegeben werden dürfen; 
man sehe auf Scction XVI das Innere des wundervollen Sinus Iridum an, 
und mau wird gestehen, dass derselbe tbataüchlich so nicht aussieht. Iiieso 
halbkreisförmige nun Hechuelnrire unisehlesseno Bucht ist auf dem Munde 
nicht eben, sondern enthalt wirklieh Hügelzuge in den 1 lieh tun gen, welche 
Lohrmaun zeichnet. Aber in dieser Zeichnung treten dieselben ganz über- 
trieben hervor, wahrend leiehl sichtbare Krater im südöstlichen Tlieile des 
Sinns ganz i'eblen. Am übertriebensten erscheinen uns aber die Hügelzüge 



richtig ist. Ys. ist klar, dass sieh die Herausgeber streng an Lohn 
Haadioichnrmgen haltou muasteu, um dem Werke seine volle " " 
durchaus zu erhalten, aber iu Bezug auf das l'oloril (die llelliskeit) der 
llügcizügc in neu Ma'eji balle rrsa:i. uribcsc.hiei.d de: 1 i 'riguialiüt des (.lauzen, 
das Colorit der Mare-i'ljehe über die iliigelreihen ausdehnen können. Die 
Darstellini: niirde dadurch ganz entschieden an Trrue gewonnen und die 
nrL'inalitat nichts verloren haben. Wie dem aber auch immer sein möge, 
Tbatsacbe ist, dass I.ohrmann's Karte tfir oio fernste Zukunft jedem Mond- 
Ibrselier unentbehrlich sein wird, do|ijielt unentbehrlich, weil sie in der 
gleichen Zeile]'Oche mit Mäillm-'s Meiidauluahmen. aber völlig unabhängig 
von diesen, durchgeführt wurde. Lolirmann bat. von Maller nichts entlehnt, 
sieh nach dessen Arbeilwi durchaus nicht goilohlet, sondern -eine grussc 
Aufgabe vfillig selbslstäudh; liurchgeiiihrt. Niebt ohne t.iel'en Umdruck kann 
man die Darstel Ii lagen beider Siii'i:ogra|iben u:il eitnunler vergleichen und 
wird dabei erkennen, wie im tlrossen mnl (ianzen die tcbcrciu Stimmung der 
Formen eine so wundervolle isl. wie bei zwei L'öpien eine; (lemäldes. Be- 
sonders auf der zerklüfteten Sudhalbkugel des Mondes, wo sioh F' 



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— 79 - 

au lünggelurge. Krater an Krater drängt, /.eigt sieh sind Uebereiustimniung, 
wie sie, in Anbetraehl der ungeheuren Weh wieiigkei ten, welch« ■/.» überwinde 11 
waren, nicht grösser gedacht, werden kau». Ja, wo eiiiigerniaassen betrachte 
liehe Abweichungen in der Form und Lage grösserer Objecto vorkommen, 
da sagt uns der 'lest zur Mnpna Kelenogiapiiiea. das« der lrrtuum der 
Zeichnung auf Weite Ulidler's gewesen. Kr ist verzeihlich; ja, wer die 
SonwierLdiriten, die sieh dem Beobachter darbieten. si-li. : -t keuul, iimss sieh 
wandern, nie es möglich sein konnte, dass wesentliche Irrthüiuor über- 
haupt nicht vui-L-i-koKisunii sind. Darum sei unsere höchste Anerkenn iine:. 
unser nud^ter Hank den Männern — Müdler und Lobrmann — gezollt. 

welche i„ ibreu Karlen des M les wisseiischall Mein- Werke ersten Kaufes 

schufen. Monumente, dauernder als Kr/, welche, wenn die Menschheit, nicht 
y.urüeksinkeli Willi m die alte Nacht der Barbarei, Zeilen und Nationen 



Merkwürdige Veränderung auf der Mondoberfläche. 



dem Kister Higinus und der Kingebene Uoscowieu, befindet sich eine dunkle 
Fläch«, die im Osten ehen, im Westen aber voll einem System paralleler 
Hügelketten durchschnitten wird, die üicli im Vollmondu dure.li eine uuge- 
wöbnlich dunkle Färbung nus/eieliuen. Diese ("leL'euil wird östlich von der 
grossen Higinusrille begrenyt. su deren wesllicheni tter sich ein merkwürdig 
m^imdeiiH' llerg oder Mi-iiiiehi- ein ll-r^sicni beiludet diis, wie Madler „dir 
charakteristisch bescli reibt, wie ein Schröck eubcre. aussieht. Schröter liat 
diese (legend zuerst gewidmet und luit die Lige der westlieben grauen Berg- 
ketten im Allgemeinen richtig angegeben, ebenso den Lauf der grossen 
lliginusrille. An Stelle 'les Kidiiieck-eiihciyes /.eie.hnet. er eine:, sichelförmigen 
liergzug nebet, einem Krater, woraus man erkennt, dass er den llerg unvoll- 
ständig sah. I.ohrmann /.eiehnete die ganze. Uegcnd auf dem ersten Blatte 
seiner Moudkarte genauer, aber die beste Darstellung lieferte wenige Jahre 
spater Mädler, indem er eine Spezialkartc der Umgebung dos Higinus im 
2'/.iaebeu Maa-;ss.tabe s-.-iinr g:u,s,.|i M^dkarle l'«1>. I'iesc Snezn.lkarte .teilt 
die betreffende Gegend im Allgemeinen sehr gut dar und enthalt eine Anzahl 
feiner Krater und niedriger llcrgrücken. die den früheren Beobachtern ent- 
ganzen waren. Die grosse Mondkurte von Schmidt in Athen stimmt mit 
Mädlers Npe/.ialieic.hnuug sehr seilen ü herein luel enthält in der libene west- 
lich vom Higinus wiederum einige Krater mehr, die aber Minima der Sicht- 
barkeit sind und sieh nur nahe der Kichk'ienze in sehr guten Instrumenten 
verrathen. Der in ilcdo stehende Bezirk der .Mond oberflaehe, den man in 
jeder Lunation um die Zeit des ersten oder letzton Viertels in gleicher 
Deutlichkeit wahrnehmen kann, ist also so gilt durchforscht und mappirt als 
dies irgend wie möglich erscheint und es kann keinem Zweifel unterliegen, dass, 
wenn iiier ein Krater erscheint, grosser und deutlicher als die übrigen 
der Flache, alsdann mit einem tliade von Hiei t rlieit auf Neubildung, an dieser 
Stelle geschlossen werden kann, der sieb nicht grösser denken lasst. Dieser 



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Gegend um den Higinus gemustert ohne Gegenstände 
\\" i<Eoä- Jjiniclie mit dfll) Darstellungen der bekannte:! Kurl 
19. Mai 1877 «Dt er suchte: ich. nachdem ein ltegensehau' 
die Fläche westlich vom Higinus an 13i>-, 200- und 300fai 
iinil erblKkte lüV'hlii.'l! hier einen grossen schwarzen, schat 
ohne Wall, den icb sofort nach meiner genauen K 



Der! 



n Iii- 



sgnt r 



umgebener Flock. Nur 
Kern zu erkennen, der 

PilS Gill!«' Ht 1:11t« rfii.1l l 

Aussehen der Mi.iiii^ir^c! 
als der dunkle Fleet. 
Spater 



,"i[.1ciung verliiinl-'i ti' ui-ilr-ir 1 5i-.>i>:u l il" : .ni m :i : 
enheit ilen üfij.-ii lunler abermals zu unter- 
gut, der Mond schon im Sinken und wallend. 
> ilie kleinen Krater in der Fläche westlich 
die Hcliatten ihrer Walle stellten sieb dar. 

dunstigen Bande 



l ItiimHii.'ii 



i Ea: 



kleil 



. kre 



cht s 



hibar 



i Beg 



r'nigend.'ti Tage, den 19. Juni, waren 
h und leicht sichtbar, der n 
ielleicht zeigte sich an se 



i Orte 



die kleinen Krater ir 
Krater war dagegen versehwumle 
ein nnheslimmtor grauer Fleck, 
Ks wurde eine 200fache VergriWernii;: Angewandt. 

Nach einer langen Periode ungünstigen Wetters, wie sie ahnlich im Laufe 
vieler Jahre nicht vorhanden war, gelang es erst am 13. November, 7'/t L'hr 
Abends, die Umgebung den Highim 'M»)in'..)'m-t Ye.rijj-iisäerung zu unter- 
suchen. Die Luft war leidlich und der Kenner des Mondes ist über die 
"DeutHohkeitövei , lriHiii--r m it nlni. wenn ich bemerke, dass die kraterähnlichen 
Ki-rt-idt.-run^u der HiL-itnisrill- s.dir gut und sofort zu sehen waren. .Am 
Orte des neuen Kraters erschien ein ^-.«ser niil. unbestimmtem Hände um- 
gebener Fleck, dessen mittlerer Tlieil -dialHiariig schwarz war. Auch mit 
200facber Vergrüss erung war der Fleck auf den ersten Mick sichtbar und 
schätzte ich seinen Durchmesser zu s / 3 von demjenigen des Higinus, also 
etwa auf 4000 Meter. Am 14. November war bei ausgezeichneter Luft keine 
Spur des Kraters wahrzunehmen. Mit selleuer Klarheit, und Uuhe erschien 
der Mond am 13. Dceember, aber mit den verschiedensten VergroBserungen 
von 135- bis 4201'aeh, xcigt.e sieh von ilem neuen Krater nichts als ein kaam 
wahrnehmbarer, runder, mattdunkler Fleck. Am 10. Januar 1878 Abends 
L'ing ilie l.iclilare:i/e über den neuen Krater; ieh nim-t' 1 Ui i h ■[■ dis liaihaiditui:;: 
schliessen, als sie den Westrand desselben fast eben berührte. Ulis ganze 
Terrain erschien liier mit uiis^er'.irdentlicli KiMiviehcn. sehr kh-ineu. /erfreuten 
Hügeln oder Trümmern bedeckt. 

Am 15. März 8 L , als die Kii'ht.gn-uze östlich von Herodotus und Mer- 



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— 81 — 

senius lag, die mittleren liegenden des Mondes also unter ziemlich hoher 
Beleuchtung standen, zeigte sieh lligintis und seine Hills höchst deutlich. 
Alle Ungleichheiten der Kille k-.uvi, durch grössern oder geringem Lichtrefle* 
ausgezeichnet, auch der Lauf der Kille duiv.h den Higin selbst glänzte als 
feine Linie. In der grauen Kbcne weltlich vom Hijiu snh ich an 300faeher 
Vergrosserung sämmtliche mir bekannte, kleine Krater als lieht« Fleckchen. 
Von dem neuen Krater dagegen keine Spur; sein Ort war nicht einmal durch 
den matteste» Fleck ausgezeichnet. 

Der merkwürdige Seh n ecke uberg. dessen bereits üben gedacht wurde, 
hat gegen Süden eine breite Kille oder sogar ein Thal erhalten. Dasselbe 
ist sehr leicht zu sehen, bei hoher Beleuchtung erscheint es fast genau wie 
die lliginufrille. An der Liditgreiizi' des fniieiiirieiideri Mondes kann man 
es mit der Biginusnlle verwechseln, wenn diese nmd> ni.Jit. ans dem Schatieu 
borvorgekommen ist. Dieses Killenthal fehlt bei Schröter, Lohrmaun und 
ebenso auf Mädler's Spezialkarte. Herr Ilireetor .Schmidt in Athen hatte 
die Güte mir eine Cnpie des bei reitenden Thcile- seiner grossen Müudkurte 
zu übersenden. Auch hier fehlt das Thal vollständig und ebenso der neue 
Krater. Beide hat Hr. yehniidt nach Benachrichtigung meinerseits seitdem 
gesehen und gezeichnet. 

Ich enthalte niieh für den Aim'enbliek jeder Andeutung über die Natur 
der nach dem Vorhergehenden auf dem Monde westlich vom Higin statte 
gehabten bedeutenden Verändern neen. Vielleic.hl ist die Reihe der Vorgänge 
dort noch nicht geschlossen. Dagegen möchte ich die mit hinreichend kraft- 
vollen Ferngläsern versehenen lleobachter ersuchen, ihre Aufmerksam Veit de» 
betreffenden Neubildungen zu zuwenden. 

Köln, 17. März 1878, 



Physische Beobachtungen des Mars. 

Während der letzten Opposition des Mars sind in den Monaten August, 
Geniel über und Octohor v. ,1. eine Koihe von Beobachtungen über ubvsikiiliscln' 
Erscheinungen auf diesem l'bmelcii <. r cm;ieht wurden, die von allgemeinerem 
Interesse sind und im Nachstehende:: nach den Berichten in den Moi.thly 



eenwich wurde das Speotrum des Mars wiederholt von Heim 
geprüft, oh dasselbe Spuren einer atmosphärischen Absorption, 
einen Unterschied au den verse.hiedeiien Tlieilen der i'laneten- 
irkenaen lasse. Das Bpoetrum des Mars wurde am 23. Aug. und 
lit dem des Mondes vergludien, der nahezu gleiche Höhe hatte, 
t'raunhofer'schen Linien wurden beide Mab; im Mare-Bpflclruni 
inusc Händen gefunden, die sieb auch am 21. Sept. zeigten, wo 
nebung mit dem M.mde ausgeführt wurde. Von diesen (8) Bauden 
die drei ausgepriigtest-.m im Speriruin eins Mundes gesehen, und 
die eine nur icrmuthet. die in der Nähe von D gelegene war 
schmäler als im Mars und die bei C beiindliehe war nur ; / a so 



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— 82 — 

Am 12. September, als der grosse dunkle Heck, der „Dawes Oceai 
genannt wird, die Mitte der Scheibe einnahm, wurde das Mare-Speetrum ar 
:'maL.j Wnsdnedeuheiten untersucht. Der dunkle Fkrk L'.ib ein viel schwächen 
Spectrum als der Rest der Scheine; der Unterschied war sehr deutlich i- 
Roth und Gelb, weniger im "Violet, es zeigte aber keine Linien oder Bande; 
die nicht aueh in den anderen Theilen gesehen wurden. Das Spectrum d- 
Polar-Fleekes lind seiner Nui'liluvsi'liart. mir sehr hell von D bis F, aber . 
zeigte sehr wenig Uolh; e>r Xmdund hiu^u e;ab ein Spertnral, das etw; 



21. Sopt. 5" biß 6" vom liande und am 26. Sept. 3" bis 4" vom Baude 
entfernt (die letztere Beobachtung ist zuverlässiger). Der Unterschied in der 
Intensität war, ausser gerade am Hände, (imjeriiein gering, aber der Punkt, 
an welchem die Banden als am dunkelsten geschützt wurden, wurde stets in 
nahezu derselben Entfernung vom liande gefunden. 

Das rothe Ende des Miirs-S[K"jtir,ii;s ■.'.ur viel bhs-er an oder nahe dem 
Hände, aber das Violet schien von derselben Intensität zu sein an allen Theilen 
der Seheibe, und es war ebenso weit sichl fmr, wie im Speclritm des Mondes. 

Bei jeder gunsti^i'u ije:e;_>eiilieil iviilireinl der letzten Opposition sind 



Farbe der Flecke und Zeichnungen und die relative Helligkeit d 
der gewöhnlich das Aussehen eines hellen ltinges darbot, welcher die dunklen 
Zeichnungen innnerhalb etwa 4" vom Hando mehr oder weniger vollständig 
verdeckte. Aus den in einer Tabelle zusammengestellten Veränderungen 



Ausserdem wurde noch da« Auftreten von hellen Flecken an verschiedenen 
Stellen der Mars-Scheibe beobachtet, welche darauf hinzudeuten scheinen, 
dnss in der Atmosphäre des Mars gelegentlich Wolken auftreten; doch be- 
dürfen diese ISeo;,;!elitungen noch der Bestätigung. — 

Auf Madeira wurden von Herrn ("ireen 41 Zeichnungen des Mars, die 
sich bis zum 29. Sept. erstrecken, angefertigt und von diesen 12, welche 
;;n.oi- .i"n ji: munter. Bedin^u^e.:] erhdteu raren, der Astronornical Society 
iibers^-.it. Dir Zueli^in^n lirlrru llewoise für die allgemeine Klarheit der 
Mars-Atmosphäre, da die verschiedenen Details sich aeliön von einer Nacht 
zur andern wiederholen. Das Vorhandensein einer atmosphärischen Hülle 
zeigt sich aber deutlich in ih'm Krhlassun der Details und der Farben nach 
dem Iiaude hin und besonders in dem eigentümlichen Fehlen der Zeich- 



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83 



nungen nach dein Nordpol hin, wo in Folge der niedrigeren Temperatur und 
der kürzeren Kxposilioe der Sonnenstrahlen eine stärkere Gondeusation statte 

lu Betreff atmosphärischer Wirkaugen ist eine höchst interessante Bo- 



Strfluiou kaltür Luft nach dem Aequat«, und am üD. Sept. war eine der 
eonslantcsten und schärfsten Linien des Planeten, der östliche liand des 
„de In Kue Oecau", an zwei (Stellen durch Wolken verdunkelt. 

Dio Abnahme der polaren Schnee- Zone war sehr deutlich, da in einigen 
/.tieliamigen, v-uli-hL 1 vor der Heise nach Madeira gemacht waren, dies« /eile 
einen Kaum eiuuimml, der reichlich /.weimnl so gross, ist als in denen, die 
geijeu Ende September ausgeführt waren. Eine höchst interessante Heniiach- 
tung wurde am 1. Sepl. gemacht. Um 10 b 40™ wurde ein glänzender l.icht- 
lleck in ■■inen; liedi'Ul enden Abstünde von dem Kandc > Schnees gesehen 
an dem westlichen Theih: der Kllipse; iluwi wurde deutlich wieilcrges.'h.'U 
am 2. und 3. des Monats und am S., während welcher Nm-lil die Si-iiiii )'■■ 
superh war, war ein zweiter funkt in der Nähe des ersten sichtbar; und 
ferner am 1U. Hupt, wurde dun Keihe bJiiHSj'rer funkte- abgebildet, die eine 
mil der SelineiV'.ine cotlci'r.risellc Linie bilden. Diese isüli::.en 1 ,i ■. : 1) t (■ b 1 L« i: IT i rl 
zweifellos her von der Uegenwart hoher Punkte, die ihre Sehneedecke be- 
hielten, nachdem diese von deu lieferen Fliehen gesell wunden war. Die Grenze 
der Zone war ferner unterbrechen 1011 dunklen Tlnilcru, die sieh in dieselbe 
erstreckten, uinl einige unregelmässig' Fieoke bildeten Yurspi enge, welche 
eine weitere Zusammen/ ich uug als vorliegende Schneefeldei fiinickg'liisscu 
haben mag. 

Es ist bemerkt, weiden, duss niese !iel ekiiiipen nicht genau mit den 

Poleu der Umdrehungsacb-'' öbereinsiiniincu. A!s liest iiih(iuig dieser Ansieht, 
sei erwähnt, dass die Zone am 18. Sept. nur eine Woche, nachdem sie so 
gross und deutlich erschienen, bedeutend in ihrer Grösse reducirt und in 
iiireu Grenzen unbestimmt erschien, während sie am linde des Monats zu 
ihrer früheren lieshüt und tii^-so :'iirtiekgekehrt war: die Schnelligkeit und 
Grösse dieser Aondotuug ist zu bedeutend, ab dass sie einer einfachen 
Aonderung der Temperatur zugeschrieben werden könnte. 

Herr John Ltrott beobachtete vom 2. Aug. bis zum 8. Oetober mit 
einem Ozölligen Keflektor an der südlichsten Spitze von England unter 
günstigen, atmosphärischen Bc;linguugei, : die Güte Jet Instruments wird dllruh 
Jeu Uusinnd erwiesen, dass mit demselben der äussere Mars-Mund und der 
Xeptiin-Moud gesehen werden kennten. Die Hesidlat.e, y.u denen Herr Brett 
gekommen, sind aber insoweit waie befriedigend, als sie die Schlüsse, diu 
bisber allgemein angenommen waren, wesentlich erschüttern. 

Im Ganzen muss der .Mars als ein schlechtes telesLopisehes Objeot be- 
zeichnet werden, da -ein lühl L'ar Leinen \'>'IljIe.ü-Ii mit Jupiter in lie/ug 
auf die Menge und Schönheit, der zarten Details aushiilt; und selbst Sat'.ux 
ist unvergleichlich besser. 

Bestimmte Theile der dunklen Flächen der iMarsscheibe sind bedeutend 
dunkler als andere, besonders iier runde Fleck im Acuuatorialgchict und Ute 
auffallende Spitze, die ihm unmittelbar vorangeht. Die Thatsache aber, dass 



oi.aer 
Uuibt 



M< 

Wt 




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I, uiid das 

!:■ I ipilritM 



Absorption in der Atmosphäre herrührt, ist ofl'enbar unhaltbar, 
, wo die Atuiusj'iiarc allein Mcbtbar ist, ist uaheiu weiss, 
ntrala Thail der Scheibe ein glühendes ilotb zeigt, sehr ähu- 
iiliiilii'.ln.'u festen Küriier, der auf dunkle Kotbglid envännl. ist. 

That rotbglühend ist, vertrügt sich freilich uicht mit der 
Theorie von S eh neeu lassen und Meeren, aber es giebt Gründe 



lirett in keinem Moment zweifelhaft filier die wchlbekanulrn A. 
Boge nannten Meere. Keius von ihnen wurde verdeckt oder verzerrt, dass es 
nicht hitte erkannt werden können. Nimmt man nun au, dass Land und 
Meer oiistiren, dann würde die Verdampfung und die folgende Abkühlung 
in verschiedenen Gogendan ungleich sein, und es miissien Strömungen ent- 
stellen und somit Wolken hierhin und dorthin siifiiiirt werden, und die Meere 
würden dadurch zuweilen verdeckt weiden, itie Wölken der Erde sind so 
undurchsichtig, ivio irgend etwas in der Natur; der Unterschied zwischen 
Land und Meer kann durch Wolken hindurch nicht erkannt werden. 



Ii'lukIu ihi^c^en vorhanden. 



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— 85 — 

Irradiation die» erklärt. Aber die dunklen Details der festen Oberfläche 
verschwinden lauge bevor sie den liand erreichen, »Hörend die weissen Details 
iilicr denselben hinausrageu. 

„Ich behaupte nun, dass der weisse Fleck nicht zusammenhängt mit der 
Oberfläche des Kesten, sondern über ihr steht, und der Beweis, den ich dafür 
beibringe, ist ein Ii ie. Ii <h-r Sehe.ti mi des weissen Fleckes, der jüngst nach 
Osten hin gesehen werde]] konnte, nachdem der l'lancl durch seine Opposition 
gegangen war. Meine erste Notiz von diesem Aussehen ist datirt vom 
28. September 9 ühr — Die einzig Hypothese., die ich in Betreff des 
weissen Folartlockos nul'sielle. ist, dass er aus Wolken besteht: die Nähe des 
l'ols, wird vorausgesetzt, sei die einzige Gegend, die kühl genug ist, um don 
Dampf zu condensiren. Ii ist kein Zweifel, dnss Wolken hell, compact und 
scharf genug sein können, um alle beobachteten Eigentümlichkeiten zu er- 
klären... Diese Hypothese erklärt sowohl die scheinbare Projection wie den 
sichtbaren Schatten." 



Die Entfernung der Sonne. 

Der von Airv ans ileu iniiiMdien lleukiclitiiagi'n ;li-r- Yinusdurohganges 
abgeleitete kleinere Werth der Htmiü'ii i';ii-;iltnxi' lindel durch die Berechnung 
anderer Beobachtung!'!!, 'Iii' ji:iig-l vii'Uentlichl wurde. Heine Bestätigung. 

Die in Australien aiigeslellli-u IlcobaeJi! Hilgen des Austritts der Venus 
aus der Sonueuselieil^, wcle.he hei der früheren Keehnuii!; nicht mit ein- 
geschlossen waren, sind jetzt unter der Oberleiinug den königlichen Astro- 
uouieu ebenfalls roducirt worden und geben ein mit dem früheren fast 
identisches Resultat. Diese Bestätigung ist um so wichtiger, als sie jeden 
Verdacht systematischer Fehler /wischen den Resultaten des Killtritts und 
Austritts beseitigt. Diose letztere Phase hängt, wegen des Misslingcns der 
Beo blich tungeu auf Xew-Seeland. nach dem l'ailameiitsbcri eilte Airy's theiis 
von don unter ungültigen Umstünden gemaehtcu ilco Pachtungen auf der 
Kergiieleu-Iusel ab, wo die Beschleunigung nicht bedeutend war, thoils von 
jeuer auf Kedriguez, wo eine kleine üeliidaUun slaUiaud, lind diese Be- 
obachtungen wurden coinbiiiirt. mit jenen in Egypten, wo der Auatritt durch 
die Parailaie verzögert m sdiieu. Der l'arid:i-.\eii-I'i.ei(i:- ist demnach klein 
und daa Gewicht erscheint imch mehr verringert durch di(! geringe Zahl der 
Heobach taugen auf Kerguelenluud. .letzt wird dirse In Vollständigkeit durch' 
die australischen l!ei.h;n:h:i!age!i g> ■hohen, di,' in d;is l'rograiiini den Königl. 
Astronomen als Ergänzung der gehoffteu Beobaclitungeu auf New-Seeland 
aufgenommen worden waren. Die von den früheren Wertheu vollständig 
unabhängigen Itesukate sind von Cirpiiän 'L'unman in Form einer Tafel mit 
doppeltem Eingänge arraugirt worden. Kie zeiL't die einzelnen für die Parall- 
axe gefundenen Weithe aus der i.'ombinatiou jeder eiii'/.eluen der 7 Stationen, 
au denen der Austriii InsehhunigL war, mit jeder der sechs, au welchen er 
verzögert wurde. In den beion lolgendcu Tai'eüen sind die Eiuzelrosultato 
für jede der Stationen iu Anfallen und am Cari, sowie jeuer für Egypten 
und Indien enthalten, so dtua man die Abweichungen der einzelnen Ergeb- 
nisse unter einander sofort übersebeu kann. 



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— M ~ 

Das ilssullal, gegeniitier jeder Station der ersten Tabelle wird erhalten 
durch Com bin innig dieser Stallen ml jmler Station in der zweiten Tabelle, 
und Aobnliches gilt für die Werthe. in der /.weiten Tafel. Bozeichuet mau 
den Parallaxe ntactor mit f, das I'roduct der Anzahl der Beobachtungen mit 
p, die Summe der Beobachtungen mit s, so gibt — das iu der letzten Co- 
lli muc stellende Gewicht 

Ergebnisse des Austritts. Phase £ 



Stationen 


Ai-celeration 


Famllav 


Zahld.Beob. 


l!ev,'i<'lit 


Sjdoej (NSW) 




H".7W 


5 11 


77 


Llonlbiiri; 1NKW1 


388 


a.ssi 


2 11 


54 


Woodford (NSW) 


382 


8.801 


1 11 


36 


Victoria 


406 


8.900 


3 11 




Adelaide 


339 


8.778 


3 11 


57 


Oaj -Steru warte 


187 


8.4B5 


2 11 


30 


Port Elizabeth (CGH) 


165 


8.385 


1 11 


21 


Ketardatiou 


l';ualia\i' 


Zabld.Beob. 


flfwiehl. 


Mokattam und Suez 


594 fi 


8 .774 


4 17 


96 


Luior (Egypten) 


562 


8.780 


3 17 


78 


Abbasseyah (Cairo) 


594 


8.780 


1 17 


45 


Boorkee (Indien) 


544 


8.804 


1 17 


45 


Madras (Indien) 


426 


8.918 


1 17 


31 


Hnssooviu (Indien) 


503 


8.597 


1 17 


45 


Ergebnisa a> 


13 den Allstritter 


8\770 


Gewicht 340 






is don Eintritten 


8.739 


Gewicht 174 





mittleres Resultat 8". 700 
Das Ergebnis* ist insofern iinivisurLjeh, als die einzelnen Gleichungen 
einlach mit einander twnihinirt wurden au l'aaren nach Delislo's Methode 
und nicht nach der von Air; voigesrhlagen'']! .NMlmdi- behandelt wurden, 
die freilich zuletzt durchgeführt werden tuuss. Inzwischen ist das einfachere 
Verfahren hiurcich-.'Li' L die .Hiweieliungen der einzelnen Ergebnisse unter 
einander zu zeigen. Dieselben türmen niei:l durch einen möglichen kleinen 
Irrtbum in dem prf'iisonseli angenommenen Länge nun terschiedo zwischen 
Australien und Egypten erklär, werden, denn die parrri laotische Wirkung 
bewirkt hier eiue relative Accelcratien veii PS5 S , so dass ein Irrthum von 
4 9 in Lange nur einen Fehler der T'urnlhue von <)fi»d' hervorruft, wahrend 
der Unterschied zwischen Sydney und Victoria anf 0,132" steigt. Vielleicht 
ist die Abweichung auf die sehr u:igii listigen Lnli.verhältniss« während der 
Melboumer Beobachtung zurückzuführen. Die Beobachtung zu Madras ge- 
schah durch dichte Wolken und ist nur von geringem Werth; sie wird indess 
unterstützt durch diejenige an Mu.-iseevie und hat in jedem Fall nur geringen 
Einfluss auf das liesult.il. In einigen Fällen haben 'Ii.' licobjchtor nur ein- 
fach bemerkt „Berührung", und dies wurde durchweg als correspondirend 
mit der Phase f angenommen. Mf : 'gliehenvei.-;e dürften einige Resultate vor 
einer definitiven 1 i i ■ i : . iiceh kleine Veränderungen erleiden, aber es ist 
unwahrscheinlich, du-s dw Fmhe.s.illat nierkliel: abweichend sein wird. Bei 
dem grossen Interesse, welches der Gegenstand besitzt, schien die obige 
vorläufige Untersuchung deshalb gerechtfertigt. Das l-hgebniss der Beobach- 
tungen an einer grösseren Anzahl von Stationen kann als nahezu frei von 



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— 87 — 

einem systematischen Fehler betrachtet werden, nährend gleichzeitig die zu- 
fälligen Fehler sich lir-iualie pi-giTifeilif; 

Die Untersuchungen der photegrapbisehen Darstellungen des Venus- 

<i b.'90f ■ nt<J n- ■'■ Iii u-im;!!.!^ i -i l.ooi* -10 •i*tiiiii>.< - u- ■ 

sultat daraus noch nicht abgeleirel uciilen. ]>W ^.'nt.iiiouelleii lirikhlc 
'verschiedener Zeitungen in dieser Beziehung entbehren jeder Cjruiifllajrf. Dil- 
vorth eilhafteste Anwendung einer solchen neuen Methode ist eine Frage, die 
sorgfältigen StiiJkiiis und /„ihlieidier Versuche bedarf. 

Es bleibt noch v.u bemerken, dass der aus dem Venus durchginge ab- 
geleitete Werth der Sonuenparallaxe f.hi-: I 'ii[ersl.iit/.ii:ig erhält durch jüngst 
veröffentlichte Ergebnisse, die auf anderem Wege erlangt wurden. Aus 
Differential - Beobachtungen des Mais östlich und westlich vom Meridian, 
wenn der parallac.tisriic Ktlii-t in etil gc^HiL^M-f zier Helming wirkt, hat Hr. 
Maxwell Hall auf Jamale.;* bei der letzten Oupnsirion dieses Planeten den 
"Werth von 8".78D + 0".060 gefunden. Dieses Itesullat basirt auf 11125 
einzelnen Durchgangen durch den Meridian uud die Grösse des wahrschein- 
lichen Fehlere bJliigt beinahe ganz von dem Fehler des Uhrgangos ab. Lord 
Lindsaj und Hr. Gill halnn anderer sei ts 1874 aus Heliometerbeobachtungeu 
der Juno auf Mauritius einen Werth von 8".77 oder 8".76 für die Sonnen- 
parallaxe gefunden, dessen wünsch emUi-hiT Fl-IiI^j- U".04 betragt 

Mau "kann dcmiiadi Iiis mr delinitivoi] tSe.recl ng des gesammten Ma- 
terials den Werth der Soiinenparallaxe mit sein grosser Sicherheit auf 8\8 
annehmen und sicher sein, dabei nicht um 0".05 in irren. 



Die wichtigeren und interessanteren Doppelsterne, 
mit besonderer Berück siclitigiing der schon in gewöhnlichen Teleskopen 
sichtbaren Objekte. 

(FortaotaogO 

I Wage a9B8) 

Roctaca. 32ä J 14'. Daklin. + 10" 49'. 
Bin dreifaches System, von dem nicht weit entfernt ein Doppelstern 
(1999 des Struvc'schen Katalogs, 10.6" Distanz) steht Heide Fixstern Systeme 
sind wie es scheint zu einem Connes höherer Ordnung verbunden, da ihre gegen- 
seitige Distanz und Position sicli nicht iwsuivtlidi ändern. Das dreifache System 
besteht aus den Sterueu A = 4.9 Gr., B — 5.2 Gr., C 7.2 Gr.. der Doppel- 
stern aus den Coiuponenten D = 7.4 Gr., E = 8.1 Gr. Sämmtliche Grössen- 
angabeu nach Struve. Die gegenseitige Lage von A und D ist gegeben durch 
fulu'uiidir Messungen: 

South 1822 D^tan/. 281.5'' Pos.- Winkel 108.05» 
Mädler 1834 „ 280 „ 168.9 

Jakob 1847 „ 280.3 „ 169.4 

Der nähere Begleiter (B) des dreifachen Systems vermindert seine 
Distanz von A ziemlich rasch, ebenso sind die Verändeinugeii des l'os.- 
Winkels beträchtlich: 

Nach Struvo war 1836 Distanz 1.162" l'os.- Winkel 8.08° 
Secchi fand dagegen 1855 „ 0.463 „ 53.13 



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— 88 — 

In den Jahren 1856 und 1863 vermochte Dembowski den Begleiter 
nicht mehr zu messen, dagegen fand er 1868 die Distanz 0.89". Thiele 
IülI eine tSaliiibeiecbiiune versucht und findet 

Umlaufszeit 49.05 Jahre 
Periastrum 1860.591 
halbe gr. Ate 1.7492" 
Eitentricität 0.9698 
Der entfernt«-!' Begleiter (C) bewegt sich scheinbar in der entgegen- 
gesetzten Hiehtung nie der minore. Seine Dislanz scheint sieli seil, den Mess- 
ungen Strnvo's isidit verändert zu haben: diese ergaben 

1836 Distanz 7.067" Pos.- Winkel 74.70« 
Der Position*- Winkel hatte 1864 bis auf 69" abgenommen. 

ß Skorpion 
BecUfic. 839" 15' Dcklin. — 19" 2-i'. 
S :_- j : ■ : i Tu)>iüs Maver i-:-k;in u 1 1 ■, dnss iliescr Stern 2. Grösse eine Begleitern 
hat, aher erst W Herscbel maas* 1779 Distanz u. Position des Letztem. 
Der .Satellit, ist Ii. Gresse. die Distanz betrug nach Dem bowsk i's Mi-ssuuL'en 
1858 llUltP", der Pos.- Winkel 25.R«. Eine Veränderung lässt. sich in der 
Lage des Begleiters mit Kh-lierhtit nicht nachweisen. 

i Herkules (2010) 

Flamsteed sah bereits den Itegleiler, ilr: aber auch mit einem Fern- 
rohr von 18'" Ooftnung erkennbar ist. Der Hauptstern ist 5., der ISendeiter 
6. Gr, und beide schimmern gelb. Die Distal!/, bat seit r'tamstnod fort- 
während abgenommen und betrug nach Dembuwski 185S 30.589", der Pos.- 
Winkel 9.86". 

v Sko rpion 

Reetaac. 2*0' 54'. I>ol]in. - 19- 4: 
Bereits von Tobias Mayer als Dop]nds(eni guselien, aber 1 KIT zerlegte 
Jakob den Begleiter abermals in zwei Sterne, so dasa liier ein dreifaches 
System vorliegt Weder die beiden llersehel noch South vorroochteu die 
Duplicität des Trabanten zu erkennen. Der Hanptsteru ist 4., der Begleiter 
B ist 7., C 6. Gr. Jacoh fand 

1847 Au.lt: Distanz 40.S7" l'os.-Winkel 330.55 11 
H „ C „ 1.80 „ „ 42.17 

a Krone (2032) 

Itccbiac. 242" IS'. Dckliu. + 34' 14'. 
Ein Doppelstern mit zwei schwachen licL'leitern in der Nahe, die wahr- 
scheinlich aber nur oriliseh da/u irehören. \\ . liersrlicl sab diesen Doppci- 
strrn zuerst am 7. Aug. 178», als die Distanz betrni;. Seitdem hat sie 
bis geyen die Mitte der dreißiger Jahre abgenommen, wachst, alier nun wieder. 
Deulbowaki'a Messungen zeigen dies allein schon deutlieh: 
1855 Distanz i.'AZi" l'es.- Winkel 180.09" 
1858 ., 2.665 „ 183.20 

1863 „ 2.759 „ 190.06 



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,lnl:.,.,l,.ill,.|, 

sind diu Itahneleme 
ermitteln. Doborc 



ball« gc 5.885" 
Ksxraitrinitilt 0.7515 
Ein Stern 10,5 (it. sl.uiJ IS t(i in 13.7" llistiui/. , dioselbe war nauh 
Itembuwskis Messingen auf :■]" gestiegen llji.I .li-r Posili,.nswi:ik.-l 

betrug 88.35». Kiu zweiter Stern 1 1,1 lir, (turh Sl.rnve's Skala) stand Wir<i1)>e 
iter Angab.- .1. Ite.iL-ln.ls 1*32 in etwa 20" Distanz in dem IV-Winkel 2UM". 

Die l'nHenbewcgmie, n>» * "»d seines Hegleilnrs betragt nach A rgclaii der 
jährlich 0.3(15" in llogcn gros sinn Kreises. 

Rwlnsc. 848° W. Ifcklin. -f 211" Bl'. 
Ffmf Sterne auf einem kii'isli'inniL'rii Ifüiime von 2' Dnnilimflsser. Oer 
Haiiptslern A ist 5.5 Gr. und imt naeh W. H ersehe! in 50" Distanz einen 
seliwaehem llfgleiter I!. Kineii /weiten Heglerter V- beobachtete f4f.ul.li IS23 
in 88.7" Distanz u. dein IWWink-el 22.4. r >». Seine Helligkeit ivnnle damals 
13. Gr. geschätzt, was Struve's 10. Grösse entspricht. Der ilrii.it-. lidit- 
schua.dic lie.gleiter D wurde, von Itersclic! 17H2 in einem Abstände von 8" 
Iiis Iii" von (.' in dein IV- Winkel 'Jlli.'J" gesellen. Der rieile lie^leiler V, 
stand 1823 nach Kontti 12li.il" von A entfernt im l'os.Winkel 35.1«. 

a Skorpion 

Ifectaac. 24:1" G'. Deklin. - 25" H'. 
Der Hauntatein isl naeli Heis 3. bis 1, Grösse, den Hegleiter, der etwa 
9. Gr. igt, sali »«erst W. Hörschel aiu 3. März 1783. Jak ob's Messungen 
«gaben dafür 

1840 Distanz 20.5G" Pos.- Winkel 272.2», 

1 Herkules 
ßectuc. 2-tfl" 53' Dell. + lfl° 30-, 
Von W. Hörschel am 4. Se|il,. 17S0 als doppell erkannt. Der Hanptstem 
ist 3. Hr., der ISefrlfiter 8. tir. Sunih fand 1821 die Dislan/ 3H.32.V, den 
l'os.-Winkel 24.31». 



Dieser, für nnfere l'rcileii ,-i'lion ziemlich tief ^tiduüiiie. Doppelstern winde 
.im 2. Mai 1.780 von W. liersehel entdeckt. Her Hanptstern lir. ist nach 
Jacob veränderlich; den Begleiter l'aud Soutli 8. l.ir. Man hat Iuvenile 
Messungen dieses Doppelsjstems: 



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— 90 — 

Sonth 1822 Distanz 4.065" Pos-Winkel 2=30' 
Jacob 1846 „ 3.73 „ 0 54 

Powell 1853 — „0 22 

Jacob bat 1846 in der Nähe noch zwei Stcrnr. <l. (ir. jüihiümd um! iwar 
A Distanz 152" Pos. -Winkel 1"0' 
B „ 161" ., 253*48' 

v Krone 
Rectasc. 244« 13'. Detlia. + 34° 10'. 

Zwei Sterne, von sehr nahe gleicher Helligkeit, aber selbst vom schärfsten 
unbewaffneten Auge nicht mehr zu trennen. Ihr vereinigtes Licht stellt sich 
als Riem 5. Gr. dar. Struvo fand 

1835 Distanz 371.88" Pos.-Winkel 165°33.7' 

Der vorangehende beider Sterne hat nach W. Hörschel noch einen licht- 
schwachen Begleiter. 

o Skorpion 
Bectasc. 345 ° 8'. Dsklin. — 26° S'. 
Ein sehr schwitrigtu- Dii|ij>LrlHi.;'ni. H-cgüu Jen grossen Glanzes des Haupt- 
sterns (1 — 2. Gr.) und der tiefen Lage desselben am Horizonte. Den Be- 
gleiter 8. Grösse sahen fast gleichzeitig 1840 Pater Rosa in Horn und Mitchell 
in CiiKunimti. SewJii gibt- für den Begleiter folgende Messungen: 
1855 Distanz 3.007" Pos.-Wiukel 273.85 

H Drache 

Kectaac. 345' 81'. Deklin. + öl° 49'. 
In Pulkowa entdeckt und schwierig. Der Hauptstern 2.8 Gr. Der 
Begleiter nach Pewbowski 10. Gr. Letzterer Beobachter gibt folgende 
Messungen: 

1856 Distanz 4.847" Pos.-Winkel 143«.38" 
l Ophiuchus (2055) 

Bectasc. 245' 54' Dekl. + 3° 18' 
Von W. Herschel am 9. Mai 1783 als Doppelstern entdeckt. Nach 
KLrum isi. der gidhr Huuptsteni 4. Gr. Der blaue BegleiJer 6. Gr. Im Jahre 
1825 als Struve seine Messungen dieses Doppelsternes begann, war die Distanz 
des Begleiters sehr klein (0.8"), seitdem hat sie fortwährend zugenommen 
und betrag 1864 nach Engelmann 1.8", Pos.-Winkel 23.4°. Eine Bahu- 
lieiiiiJiuiiug von Seeliger ergab: 

Zeit des Perihels 1800.7Ö 

Umlaufsdauer 122.51 Jahre 

mittlere Distanz 0.8095" 

Ejcentrieität 0.8191 

Anonyma im Herknies (20G3) 
Kectaac. 240° 52'. Deklin. + 45° 56'. 
Von W. Hörschel ;im 11. August 1782 entdeckt Der Hauptateru ist 
nach Struve 5.7., der Begleite]' 8.2. Gr. Demlwwski findet 
1857 Distanz 16.20" Pos.-Winkel 194.5». 



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— Ol — 
16 und 17 Drache 

Rectaäc. 248" 12' BOX + 53° 12' 

Dem blossen Ango als Stern 4.5 Gr, erscheinend, im Fernrohre dagegen 
aus zwei hellen StiTJio« begehend, von denen 17 ein Doppels lern für sich 
ist, das Ganze also ein dreifaches System. Nach Struve hat man für die 
gegenseitige Lage von 16 und 17: 

1833 Distanz 90.419" Pos.-Winkel 14« 42.5'. 

Beide Sterne haben fast die gleiche jährliche Eigenbewegung im Baume 
(iIit I ntersdtied beträgt mir 0.02'', also völlig innerhalb der Grenzen der Un- 
sicherheit). Der Begleiter von 17 ist nach Struve 6. Grosse und seine Position 
war: 1832 Distanz 3.743" Pos.-Winke! 116.47" 

Dombowslri fand 1854 „ 3.708 „ 113.23 



Üwi helle- Slorne {'<. Gl. dir wüln-si-lieinlich ein physisches System 
bilden. Ihre Position war: 

Struve 1835 Distanz 09.672" Pos.-Winkel 230.14" 

Engelmann 1863 „ 69.314 „ 229.55 

42 Herkules (2082) 
Kectasc. 248° 42' Dekl. ■+- 49° IS'. 
Von W. Hörschel am 11. August 17S2 entdeckt und ein gutes Prlifungs- 
object fBr die Lichlstärke eines Fernrohres von 4 Holl llelVrmii^. [i e v 1 1 ;i.n [.; - 
slern ist nach Struve 4. Gr. und gelb oder goldfarbig, der Begleiter 10.7 Gr. 
1828 Distanz l:l>.:1<W' IW-Wiukel 02,35" 
Wcbb sah 1851 mit einem Refraktor von 40" Oeffnung den Begleiter 
als aufglimmendes Pünktchen; 1871 sah ihn Birmingham mit einem 47izolligeu 
Fernrohre und schätzte ihu 10. Gr. 

J Herkules (2084) 
Ktctasc. 248° 58' Dotl. + 31° 52'. 
Dieser interossuK.e l.toppe^tein wurde am 1«. Juli von W. Hersobel 
entdeckt. Er besehreibt ihn in seinem Kataloge mit folgenden Worten: 
„Scböne, aus zwei sehr ungleichen Sternen zusammengesetzte Gruppe. Der 
hellere i;;' weiss, <1lt amleie crsoie.'int .L-eliiarbi^. Mit einer l'jOi'jeliMi Ve:- 
grflssernng ist der Abstand, welcher die Ränder der beiden Scheiben trennt, 
kleiner als der Durchmesser der kleinem." Im Jahre ISO:! mnl eliense 1 S03 
vermochte Hörschel den Stern nur rund zu sehen uud schrieb in sein 
Beobachtungsjournal: „Meine Beobachtungen dieses Sternes gewähren eine 
Erscheinung, die in der Aslroneniie neu ist, iiiiEiilieh die Bedeckung eines 
Fixsternes durch einen andern." Seitdem konnte der Begleiter nicht wieder 
gesehen werden, seihst .lohn Iterscliel und. South sahen in den Jahren 1821 
bis 1823 keine Spur desselben. fCrst als der Oiölljge Fraunhofer'sclie liefraktor 
in Dorpat aiil'gr^lclll war, klIi Hlrm-i 1 H'Jti Im l'legleil er H-\ i^Oüir.her Vcr- 
grosBening wieder, 1828 bis 1831 war derselbe aber auch für dieses Instmmcnt 
zu schwierig. Im Jahre 1832 glaubte Struve bisweilen de.utlieii die Uuplieitiit 
zu erkennen, allein erst 1834 gelangen genaue MesBungan. Dass unter solchen 
Verhältnissen eine [liUmliiirmmniung irir jeht mir beträchtlicher Cnvieiierlieit 
12- 



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verknüpft sein muss. ist klar, folgende Bahnelemeule von Villareeau sind 
daher nur als iunudiernd« zu betrachten: 

UmlaulHZeit 30.350 Jahre 

mittlere Distanz 1.254" 

Exceutricität 0.44821" 

Zeit des Perihels 1880 
Dieser Doppelelem hat eine eigene Bewegung am Himmel von jähr- 
lich 0.549". (Fortwtning folgt.) 



Vemusciite SaöMoliten. 

Die November -Sternschnuppen im Jahre 1877. Auf Veranlassung des 
Herrn Daniel Kirkwood haben wi Studenten auf der Sternwarte zu 
Blooiuiugtou in der Nacbt vom 18. zum 14. Novbr. die November-Meteore 
beobachtet. Der erste Tbeil der Macht war zn wolkig für Beobachtungen, 
aber vor 2 Uhr wurde dm- Himmel ziemlteh klar. In einer Stunde und 50 
Minuten, von l' öS™ bis 3* 45™ wurden von den beiden Beobachtern 54 Meteore 
gezählt; das macht für die Stunde Slein^limippcu. Fast sämmtliche 
ivarou Leonidcn, das beisst itir Sirnhlungsiainkt lag im Sternbild des Löwen. 
Einige aus dieser Zahl waren so gross wi-; steine erster iSi-rw und hintcrliessen 
Sehweife, welche einige Suenmlen leuehteml blieben. „Das Erscheinen einer 
so gTOSB en Anzahl, zehn oder elf Jahre nach dem Maximum der Erscheinung 
im Jahre 18Ü6 oder 1807 ist ganz unerwartet." (Ainoriean Journal of 
Science Ser. 3, Tel. XV. No. 85, Janunry 1877, p. 76.) 

Flecke und Rotation des Man. Wahrend der Opposition des Mars von 
1877 sind von Herrn Binz Cnils auf dem Observatorium von Rio de Janeiro 

augestellt, welche er der l'ariser Acadcniie vorgetegl hat. Hie Flecke und 
das Uesammtaussehcn des Mars vom Iii. August bis 28. .September siud in 
28 Zeichnungen wiedergegeben. Widirend der ganzen Ueobachtungszcit hat 
sich der Südpol des Planeten m-standig von hb-ndr nrter Weisse gezeigt 
Dieser Tolarfleck hat sichtlieh ai: Ausdehnung ^lb^-nminiei], wie dies auch 
der Fall sein muss.to, da. in dieser Zeit de: betreuende l'ol von dor Sonne 
erwärmt wurde, und da Alles dafür jpricht, ilass seine weisse Farbe her- 
rührt von einer Sboliilrn A::li;'inlinL'. wie dus Kis und der Schnee der Erd- 
pole. Die Abnahme nur eine solche, dass am 13. Oetbr. der weisse Fleck 
nicht mehr den Rand des Planeten erreichte, lioi den Heobacblnugeu des 
Mars, die von versebieilene], ü^idgchleni nüd in verschiedenen Zeiten aus- 
geführt worden, überr;isehte am meisten die Aehullehkeit im Aussehen der 
Hauptflecke, wenn auch nicht in den Details, die interessante Aenderungen 
zeigen, so doch in der Üe^uiimtheir. ibrer ( 'c.üliguration. Aus combinirten Be- 
obachtungen mehrer Flerke, die in längeren Zwischenräumen gemesseu wur- 
den, erhalt Herr Cruls für die Bauer' einer Mars - IMation im Mittel den 
Werth 24 h - 39 »■ 34». Für diese (Wisse hatte W. Berschel den Werth 



sich wundern über die Bemerkung des Herrn Cruls am 13. October habe 



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der weisse Flock im ('/.i'dli^ea Kcl'raktt.'r nicht mehr den It'iuid des Planeten 
erreicht, d. h. also doch wohl nichts anderes als er sei unsichtbar ireworcen. 
Dem war aber dnrchaiiH nient sc. Noch am l!l. Hehibe»' war der Pclartlerk 
be.-.rachtlieh: denn diesem Tage 1 0 Ii" 1 - mittlerer Zeit von Köhl habe 
ich deu l'liLiiL-t.jn a» :Hniiiiali-ri- V.ifr.T^ru:;-' nczeicbnot und finde ia 



C,.|,.K,:i,fl].'li lialn: m den letzen /«-.■: Jahr.-., Stimm eher Mcrii^i.pivn 
cnnvi'd.'i; und auf diese Meise eine Samiiilimy von „Prospecteil aus dem 
l'iNslenihhtiiticl" erhalten. Durch verschiedene l'*igureu oder Zahlen sind die 
Mcrne an selben und mit mißlichster Genauigkeit ncifirt worden. 

Wie bekannt bilden die beiden e Oriouis die zwei südlicheren Sterne, 
von welchen ich den lietlcivn mit A, den kleineren mit 11 ia-y.eichne. Aber 
7.winf-iiäii c 1 und c 1 steht ein Steruiein C, ein wenig nördlich. Letzteres 
war 1877, 17. Januar, gewiss Meiner als A und sehr nalie gleich 13. Jetzt 
abor ist er auiliillend ln'11 und iihertrili! A heim ersten Blick. Ich ver- 
muthete eine rirtbliche Farbe, darf aber nicht etwas Entscheidendes darüber 
«äff"». „ , , m 



mit der Kahl 9 bezeichnetes Paar. Deide Komponenten sind hier gleich 
gross gesetzt uml so. kommen sie auch in meiner Skizze vom 21. Soverabcr 
187i.i vor. Jetzt aber ist der nördlichste von ihnen weit kleiner und wird 
beinahe mit dem Stern 1-1 auf de: Zeit h-mii« verglichen werden können. 

Schliesslich erlaube ich mir die Bcmerkcnu'. dar; folgende 3 hellere 
Sterne, welche nicht im S ehjel lern p 'sehen Kataloge enthalten sind, jeizt einen 
rothlicbeu Schern neigen. 

1878, März 13. i Aurigae goldgelb. 
„ 22. n Herculis rötlilich. 

„ 22. Kili Stern 6ter Grösse, Pos. V-S* ■ + 50", Üefgelb. 

Die goldene Medaille ist von der köuigl. astronomischen Gesellschaft in 
London dein Herrn liaron Dembo ws ki zuerkannt werden und zwar für 
seine ausgezeichneten und langjährigen \les-u:igcn der 1 Joppi-Werne, Diese 
en in lic/.ug auf ( leuauigseit in erster Linie und sind den- 
;cn"des älteren Struve n'illig gl eich wert big. Leider sind die Ergebnisse 
Ion letzten 2t) llüiuicn der astronomischen Nachrichten zerstreut und es 



Stellung dor .lni>itmmcmde im Jon 
Phasen der "V 


i um Ii) 1 /," mittl. Groenwicher Zeit, 
er 1 i ns lerungen . 




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PlariCtcustfitling im Monat Juli 1378. 



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47 

2 













Verfinsterungen der Jupiteri 



Slernbedeokungen 



58-2 . 

- a-i 



Planelonoonstellslionen. Juli 1 
Mh.ii.1." in CJ liji] mirt i .ni in iiodasi 
jnnctiou in Bectascen«ion. Juli 
Juli 11. aaii Jupiter " " 



Tun. Juli a. H Mars 1 
tu n b mit dem Mnndc 

r CotilmuHott 



mit dem 



u RectascL-nrioii. 



Reotasmrisiiin. Juli 20. 1 1" Sil tum 
■ Merkur mit Mira in C.m- 
Nejitnn mit dum 



t Jupiter 



Merkur II 
n Hoctaactn» 

ii 20. 22» Venus mit ili-in Hmi.ie in rujui,. in Her tust .... 

iiu.ii'litliiir In'! im.'. Juli :in. 171-M.ir-i mit 1 , il.'ui Jf.mili' in Oijun.-I i. 
usctascunsura. juß 30. 21H Mure in der Soummfiraft Juli M. Ob Urunus mit 
Monde in ('"ujunutitin in Iiec lassen n 
jumti-.ii] in R..--tiia een.su> ti. 

( Alle Zeitangabe 

Redaktion: Di 



l. Oh Merkur mit dem Monde kl Om 



Band XI oder neue Folge Hand VI. 



5. Heft 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 

Zentralem für alle FreoMe M Föröerer der Himmelstiuide. 



htürorragender Fachmänner und astronomischer Schriftsteller. 



Dr. 0. lohse's Beobachtungen des neuen Sterns im Schwan. 

Bereits im vorigen Jahrgänge dieser Zeitschrift sind die Beobachtungen 
miti.MheLt werden, welche iii. ])r. Voga! über den von Jul. Schmidt ' im 
Vrve.nlier 1H7<; eutd fetten „.mich Siern im Sf.liv.-Jin, lüiitelM. ,ier 1 iist.umenie 
der Berliner Sternwarte angestellt hat. Nunmehr hat auch Hr. Dr. 0. Lohse 
.;ri:H- i:iiierfue],ii::eei] .1 Reiben .Sterns der Beil Ltiui Acaelemie varijelegt. 
Dieselben sind Mar mit denselben Instrumenten angestellt mit de::fn aueli 
Hr. Dr. Vogel gearbeitet, aber sie jiesehahee. vCUi- mul.li.m^g und von 
«t.wa.j i«nlu:-.::i Gcsichl^.imki.eiL Bei du: L'it^.j- Wicliii^keit de* Gegea- 

atatidu! ist es von hohem wissenschaftlichen! Interesse imiglichül viele selb- 
suudige 15i;.jl[L(:hluun=rt'ili.ni über ein so seltenes Phänomen zu besitzen und 
unter einander vergleichen zu können, und soll Jeshitlb der Bericht des 
Hrn. Dr. Lohse in seinem Hauptinhalte lieblichst voII^üluhI:^ nachstehend 
milevlheill Wl ;iden. Hie i.n denselben yi'ti. ici L^t-;! Kj-...eti nl/eiehiieiiL'e:i fol^un 
in einem spateren Hefte. 

Es kam Hm. Dr. Lohse hauptsächlich darauf an, den Totalcharakter 
de» betreffenden Stenispee.t.i'imis -im studiien, und besonder.. AutiueiLsainkeit 
auf die Veränderungen zu richten, die das K { n;<-h-iim im Verlaufe der Er- 
sclifimiug erleiden würde. Auf diese Weise glaubte derselbe am besten die 
von anderer ~eiie anncfti-llten l"nte]sv,eluin:.'en e::;i'iii/.e:!, und :1ns ^eeipiotste 
Material für den von ihm lieabs.iehii^ieii Versuch einer Erklärung derartiger 
Phänomene sammeln zu können. — Hr. Dr. Lohse berichtet nun l-'olprwnles 
über seine Wahrnchmim;:;:!!. 

„!u Folge ungünstigen Wiulerwctters gelan-; ei erst am 3. Ifecember 
die Beobachtungen zu heginnen. 



I87Ü, Decbr. 5, 4" 30". Nach Emst-cllung des Sien» mit Hilfe des 
Berliner f)-' Refraktors hob die Ib-traohtune; des Speetitnlis jeden etwa noch 
vorhandenen Zweifel an der Identität des Dbjuktct mit dorn von Schmidt 
entdeckten Sterne, da es durchaus eigenar: iif war und sich uielit mit einem 
der bekunden StcrtKVpcn veiiilrieheu liess. Hcsondors auffallend war eine 
breite belle Linie im lioih, die nach dem Gelb bin \on einer breiten dunklen 
Bande begrenzt war, welche letztere nach dem Gelb verlief und bei schär- 
ferer Betrachtung äieh in Linien auflöste, sodass der rotbe (.irimd noch etwas 
zum Vorschein kam und der Hände einen bräunlichen l''av beuten verlieh. 
Ausserdem sah ich noch mehrere besonders belle Stellen im (leib, flifm Und 
Blau, biell dieselben aber ihrer Breite ive^en nicht l'fir belle Linien sondern 
für freie Stellen im crtntiiiuirlichcn .Spcc.truni dieser Lichtquelle. 

Eine helle Stellt im lilaugriin wurde besonders hervorgehoben durch 
eine andren -/.ende, breite, lief dunkle Hände, welche, nach dem Ulan hin verlief. 
Das Speetnmi war auch ausserdem noch von mancherlei Banden durchzogen. 
Die Spotliiiltr.rbcn waren hüehsl dim/end. Die breite belle Linie im Kolh 
hielt ich Air identisch mit iler Wasscrsioll'linie C. 

Fig. 1 stellt da.s Specuum des Sterns vor, wie es mir am 5. December 
tinter Anwendung eines kleine:! Stcm-sp^aro-kops ;i vision directe erschien, 
die gezeichneten Linieuabstände basiren nicht aul Messung sondern auf 

der Beobachtung am ». Docenihcr i'in nesen.n'rer i . lurksumstan(I zu nennen, 
zumal da das Speetrum, wie weiter unter: auscvfuhit worden wird, gerade 
in dieser Zeil eine wesentliche Veränderung erlitt 

Es blieb am 5. December nur kurze Zeit klar, ebenso am 8. December, 
au welchem Tage von Hrn. Dr. Vogel die Lage der hellen Linien des 
Spec-trines durch Messung festzustellen versnebl wurde. December 14 fand 
eine uugiinsiiee Beobachtung des Sterns statt. Das IVetter hatte sich im 
Laufe des Xachniitlaa;s aui'üvki äit und versprach man sich eine klare Nacht, 
indes* gegen r. 1 ' ]nizog N'ehel den ganzen Himmel. Derselbe veisebwaud 
einige Mal auf kurze Zeil, sodass der Stern gesehen werden konnte. Im 

lMili-e -ti-.Tici, ■...■ie beTäeliilieb die \„ v ;; Lll i Lieb Märkisch dem 5. I leehr. 

ahgenom n hatte, ihr Speetrum war dem entsprechend im Allgemeinen 

matter, indess traten ausser der reihen auch noch andere helle Linien mit 
grosser Deutlichkeit hervor r.iul zwnr an denselben Stellen wo früher am 
5. llec.embor die breiten bellen Händen gesehen wurden. Die hellen Linien 
waren jetzt schmal und hoben sieb vorn lirunde des Spectrums mit urosscr 
Deutlichkeit ab. Auf diese eingetretene Versehinälermig der Linien soll 
Unten nochmals im Besonderen zimickgokoiu uteri werden. 

Die vorbaie lenen A lise,rp:io:ishinden konnten in der kurzen Zeit der 
mg nicht, spocioller heifict sieht igt worden, inib'ss niaebte sich die 
i Blau, welche die eine belle Linie zur Begrenzung hatte, durch 
ihre intensive Dunkelheit bemerklich. 

1870, December 20 fand eine kurze Aufheiterung des Himmels statt, 
die aber nur hinreichte, um sich von dem Vorhandensein des Sterns sra flher- 



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Himmel sich wieder iiii! Nebel und Wolken bedeckte. 

18715, Dceember 21), 8" konnte der Stern wieder neseheu «erden, Hei 
sltenirer Killt, war es den jjair/en Tay und die garnic Nacht über klar. 
Audi an diesem Abende besMti^ie sieb .Ii'.' 1j.tcU.-i [remmhtc \\ ahmeiiiniuiL., 
dass in der Abnahme der Lichtstarke ein.' Kcta-diitiun stiiit.Lfriiimlcu haben 
musste. im Spectrum wäre» die Indien Linien noch irnt. zu sehen, wenn- 
gleich, insbesondere die rotbe, lange nielit. so glänzend wie anfänglich. 

Die Absurritiuiisbande, welche von der hellen Linie im liotb beginnend 
nach dein (leih hin sieh erstreckte, liess noch deutlich ridhes Lieht durch- 
s.himmern, sodass ieh wie bereits am 5. Docember an diese, SUdle Jas 
Vorhandensein y.nlili riet:,., dunkler Linien veininl hele. Di, kle Hände im 



genommen, er erschien heller, als der benachbarte Stern, »vidier in der 
Huiiner Durchmusterung 7,(1 Grnsse anheben ist. Der neue Stern wurde 

6'. n i> gescMtat 

Xaeh den bisherigen lieübnchtuiigen des Steins erschien es mir als 

wenn derselbe neben der fortschleifenden Lichta dum- seenndareu Helligkeits- 

■ch'.mukniweii nntei werfen sei. eine Wahrnehmung, die Lineli von Schmidt. 



sieh, daas entweder eine Vcrzilgcrung dieser Verminderung des Lichts oder 
vielleicht selbst eine Zunahme stattgefunden hatte." 

1877, Januar 1, 7— H B . »er Stern hatte seit der letzten Beobachtung 
nur wenn: an Lichtstärke abgenommen. Das Spcetrum zeigte die Indien 
Linien, indess war die rothe Linie ziemlich schwach L'cwnrden, sie stand 
last ganz, iaolirt, da eine Fortsetzung des rothen Spedi-algrumi,* nach Ultra- 
reih nielit mehr wie früh er wahrgenommen werden konnte, und der rötb- 
liehe Toll der dunklen Hände im Helh und liothgolb nur iu besonders gün- 
stigen Jloinenlrii bemerkbar iwirde. Das I lelligkeilsmaximnin des S[>eH nnils 
befand sich im Blau, iu der Nähe der beiden nahestehenden bellen Linien 
3 und i. 

Neben dem lioth war auch das Violen, gegen früher verblichen, und 
waren die Karben des Reckums im Allgemeinen sehe matt, Hit Denl.lieh- 
keit. waren "> Indle Linien wahrzunehmen, je eine im lioth, im Gelb, im 
tflangriiu, im Blau und im Violett. Zuweilen schien mir eine fernere helle 
Linie im Uruu aufzublitzen. 

-) Arir. Nadir. Ho. 2113. 



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— 100 — 

1877, Januar G, 7". Im Vergleich zur lebten Beobachtung am 1. Ja- 
nuar konnte ich eine Helligkeiisalmahme iiii'lit i;iins(jil iren, fast scliien es, 
als wenn der Stern wieder i'in wriiig h.'11-r «i-wordeü wäre. 

Bei einer Beobachtung des Speetrmns mit. einem Ocularspectroskop 
nach Zöllner wurden nur die beiden hellen Linien im Blau gesehen. Wei- 
1 1 : L'i!ir--iK , lii.uif.'iL v."i!ii len durch Wr.Sken verhindert 

1877, Januar 16, 6 1 '. Der Stern war wieder etwas schwacher geworden, 
er stand in Bezug auf Helligkeit zwischen den beiden benachbarten süd- 
lichen Sternen, welche in der Bonner Durchmusterung 7.6 und 7.0 Grösse 
u:;i;'.'i!i hi-.a sind, mitten inne. 

Die hellen Linien im Si itüidil wilitu uui-h zu sehen, mit Schwierig- 
keit die rothe, am deullichslen die Linie im Dlaugrfln. Die Farben des 
c..ji:timii;-lh'hi.'ii Spektrums waren nicht mehr zu unterscheiden, alle Theilc 
desselben erschienen dem Auge in matt weiblichem Liebte. 

1877, Januar 17, 5— 8 1 " wurde der Stern bei vorzüglichster Luft und 
andauernder Klarheit nieder brnbaehtet. Ks li.'l auf, dass derselbe, als er im 
Sucher mit anderen Sternen vei glii lnn wurde, auffällig starke Schwankungen 
in tief Liditinfcn-itiit iw'iütc. eine liigenschaft, die jedenfalls bisher mmier 
die. l'rsaelie genesen war, das;; di. 1 'J^^'i.seSu'ir^irig <'iiii : 'e Se:inie-i;;k.'ir 
bot Im Spectruin konnten diesmal von mir sechs helle Linien walr^enoits- 
men werden. Je eine im Roth, Gelb, Blaugrün, Blau und zwei im Violelt. 
Wie sich aus Vogel's Messungen und Vergldohnngwi mit irdischer Licbt- 
ergab, ^.'buitea. wie ;.u vemvithe:) ; : tau.l, ■> Lhiu:: i.le:u Wii^sursiufV 
an. [liiuilicli die [i.tlie. die blaue und die bredi barere im Violett. Letztere 
war mir, wegen ihver Krln 1 , [iu!:e mal der gr..'..~l ni'.h.'ili im günstigen Luft- 
bei-eliaiVetihi'il, hei den voiheegeliend.e: Hei ■Sinei nuiii^ni zumeist entgangen. 
Von allen hellen Linien die iulejisivsle, uämlidi diejenige im Blaugrün, 
coiuoidirte nach Vogel's Messungen sehr gut mit der hellsten Linie des 
Lnl'isiiediums. Jedenfalls ein bedeutungsvolles Resultat. 

Keine plausible Deutung konnte die eine Linie im Violett und die gelbe 
Linio erfahren. Die Coincidenz ili-r letzteren mil l) ä , wie- sie von anderer 
Seite behaupte.:, wurde, seinen ziemlich zweifelhaft. 

Die Licht-Inlensitfit der hellen Linien wurde von mir an diesem Abende 
geschätzt und in Zahlen ausgedrückt, wobei 1 der grössten Helligkeit ent- 
sprach. Ich fand für die Linie 

So. 1. im Roth 0 

2. ., Gelb b 

3. „ Hlaugrun 1 



Von C aus bis nahe an die gelbe Linie heran war ein dunkler Zwischen- 
raum im Speetrum, eheuso von F bis nach der Braten Linie im Violett. 
Zwischen der gelheu und lda^i-iiiicn Linie sewold, als /wischen den beiden 
violetten Linien war ein si-be,;r.dier Lichtschein zu bemerken. 

1877. Januar 25, 8 l — 8" 20". Die Nova erschien mir immer noch 
etwas heUer als der benachbarte Stern 7,6 Grösse, Sümmtliche helle Linien, 
welche am 17. Januar beobachtet wurden, waren noch vorhanden, indess war 
es nöthig, die Cylinderlinse. vom Speetrüskop zu entfernen, um die Linien 



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— 101 — 

i köuncn. Die relative Hclli^kcitf-ichützisui: ergab folgendes 
No. 1. HelL 4 



Iiistarke nl- 
ren die oben 

erwähnten ti hclli-n Linien mit. Kidierltcit, zu sehen, auch schien im Grün 
noch eine schwach helle Stelle zu sein. In Figur No. 3, welche negativ ge- 
zeichnet wurde, sind die hellen Linien nach vorgenommenen Schätzungen ein- 
getragen, dieselbe zeigt iiiisHi>ril('in die Ausdehnung und Nüancirung des con- 
tinuirlichen Spectnutss. C erschien ganz isolirt. 

1877, Februar 6. Die Nova nur wenig Schwächer als 7.6 Grösse. 
Die rothe Linie war trotz Anwi-tutung verschiedi'ner .Spectroskoiie nicht 
mehr wahrzunehmen, sonst waren keine wesentlichen Ye Hinderungen zu con- 
statireu. 

1877, Februar 115. Wiederum hatle das Licht des Sterns etwas ab- 
genommen, was sich auch an dem contiiiairliclieu Spec-trnm erkennen liess. 
Die hellen Linien mit Ausnahme von C konnten noch gesehen werden, 
die letztere war verschwunden, auch wurde nur mit Anstrengung be- 
merkt Die vci-geiiiimm 'iii' HL-liiL'keitssehutzttug der Linien ergab folgendes 
Eesultat: 

Nc 2. Hell. 5 
3. 1 



1877, März 1, 7 b . Der Ster 
an Lichtstark« abgenommen, er wu 
wenn auch schwach, war imme 
sah ich noch mit Bestimmtheit.. 
Violett No. 5 nur miit.hm;cLsslirh 
für mich H> (No. 6). Die blaugn 



Die Beo 



i Wae 



. Abel 



i ersten Male wieder nach langer Pause 
aufgestellten 8" Refraktor ' 



u letzten 14 Tagen merkt, 
c geschäl/t. Das Speetrii] 
essant. Drei helle Lini 



], und wurde der Stern 
»ktober iu Potsdam mit 
Grubb in Dublin beobachtet, 
den benaehb 



Der Stern unterschied sieh zu difvi- V.i'W wesentlich 
Sternen durch sein mntks nehekriiges Lieht. Das SpE 
nehmlich eine helle Linie, ausserdem noch eine Spur von contiui 
Spectrum, letzteres von der hellen Linie aus nach dem Blau etwas deut- 
licher als nach dem Both hin bemerkbar. Diese noch übrig gebliebene 
helle Linie wird höchst, withr-i-ln'inlinh iih'n tisch sein mit der in den vor- 
stehenden Beobachtungen mit No. 3 bezeichneten Linie im Grün. (Nitrog.?) 



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Ifli Auscliluss an vursth^H']! il b- Itroliarhtuugeii werde ich nun etwas 
naher auf die l'Yage über .Iiis mögliche l. T rsaohe des Aufleuchtens von 

Siemen eingehen für Lünliige Beobachtung ün.'S solelu-ii l'tinnomoiis. 

einige ( i t v~ i i ■■ 1 1 1 spi [ i l k t ■. ■ an/ugidicii, weleäie mir von W ielu iitkeil »'.i .-ein 
scheinen. 

Wenn wir an einer Stelle. des Himmels, die bisher dunkel war, einen 
fixen Lii-litp'iiL-il ]il'i:/lieli entstehen sehen, sn müssen wir folgern. Juss sich 
i T. . ■ l- bei. reuenden Kicütuug, in welcher iintfernung ei auch sei. eine Au- 
1 j ;Ui i u c i VC Vfii .Materie beilade!, uiiii liel'unden hat, von der wir bislang keine 
KcLiutuiss haben konnien. du sie nicht gci.ugcnd leuchte'. e. innerhalb welcher 
alier Verhältnisse cingctictcu sind, diu eine starke »"'.Linie- und I.ichttmt- 
wickclutig nir Folge Iilh.1i.-h. Ks entsteht nun die Frage, wodurch kann das 
Kinl.ieien einer so hohen Teiu|ier.ilur und glitti /.enden l.ichterseheinung er- 
klär! werden? Die Beantwortung wird sich im Wesentlichen auf die Vor- 
stellungen y.n stülv.en haben, welche wir uns von den verschiedenen Ent- 
wicloduiigsi'lnisen der Wcltkfupcr mii /iqi' l 111 i'i i-l,'^rn ug de; lleohachl iiiil,"'" 
machen kennen. Je ;;rös.er die, U'alirscheinüclikril Ist, dass die diese l'lnt- 
wickeluugon bcgicilondcu l-lisidirj hl! [Lir.'ii richtig- iu-urt heilt, werden, um so 
eher wird sich eine der Wahrhcil nahekommende F.rklüruug liir das Auf- 
leuchten von Sternen finden lassen. 

Der sichtbare Theil der uns umgebenden Fixsterne zeichnet sich da- 
durch ans, dass die Malerie. aus welcher ilie Keiner bestehen, sich in einem 
Indien Gliilr/usinude beiindet. Ks soll hier nielu mite: -uelil werden, ub, wie 
immer angenommen, die flrav iiatinn und die dadurch bewirkte VerdieM iiiil,' 
der .Materie die ein/ in/ Ursache für diese Wiinneeul Wickelung ist, oder, 
ob sie noch in anderen liigenschuftoti der Materie gesucht werden kann 
sondern es gelte dieser an un/[ili ligen Beispielen wahrgenommene, also wie 
es scheint unvermeidliche BlÜh/.usland für den vorliegenden Fall als Aus- 
gangspunkt. 



E««S»« kW, ut Hl« Abllhteigjf^d™ Punkte mikotiiml. », *, 

den ist. In diesem .StLidiuiu musstc sieb ■i.fnv.'iuli lt ein Stein bereits seil, 
geraumer Zeit beiluden, der durch irgend, welchen Vorgang von Xeiietn auf- 
letuditet, es fragl sieh nur, unter welchen Yeriiältnissou und auf welche 
Weise kaan die.-es V.-i s.di w indeu eintreten, liei der grossen F.iitl'ei iiuug der 
Fixsterne von der Knie sind wir gi/.-iung-en anzunehmen, ihtss ilie Masse 
eines Sterns, wenn derselbe üherhaupl für uns sichtbar sein soll, in sehr 
hoher (ilulb sich befindet, und dass es durchaus nieht geboten er.scheiiil, 
sieh jeden Stern, der dem Auge verschwunden ist, bereits mit einer aus 
olieniisi-hen Verbindungen gebildet e-.; compacten, ;i hgekiihltcn Kruste versehen 
zu denken, welche das Lieht der darunter heliiidlieheii i'eurrlhbsigen Maiorie 

loh möchte behaupteu, dass es hierfür ausreicht, sieh den Storn mit 
einer staik I.iehi. abiorliiieudcu. aas Liligckfililten Hamiden bestehenden Atmo- 
sphäre umgaben vorzustelleil. Unter Voraussetv.uns; einer Abkühlung, die 
nur dieses Stadium erreicht hat, scheint, es mir weh, eher möglich, das Auf- 



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i ehe Ii holie I.iuhtetlekte bewirken kennen, 
n Reiner Bntffickelang, wo sieb bereits eine 
r dichten Atmosphäre toii Dämpfen um- 
•en, welehe auf der kompakten Oberfläche 



■/.iemlicli holn-r 'JViii]H'iiitiir sinli bilden kfiüiieu, hin Dämpfe dieser Ver- 
] i i 11 1 1 u äJij;. Et wiii-ili'ti mit der Zeit, ive. entlieh A;r/.n beitrage]], den hmvhtfui^ 
des Lichtes 7.11 hemmen und ilun-h ihn- Vcrmehru])!; tfir uns das endliche 
Yevh'si'hi-ii des Siems hmbeiiiiliiliveii, bis ciimn später, ivenn die. Temperatur 

so weit gesunken ist, dass die Vm fhiiynnsj ■ I ■-'.]-•!■ L-4 lementareti Stolle 

M-l'riljjiMi kann, die einen belräe.htlirtien ISrm-htheil des Kiirpi'rs ausmachen 
und eine bedeutend!' Verbrenimngsn-ärmr entivicteln, ein ]ijöt?,licties Auflodern 



l. jriL-i II» T>: 1 1 1- ■ lt 1 r 1 u'- 1 1 ii I S V-iih; i Kl-nieuli' imf.l,-r> 

mit Kiiirtsiflit auf iii.' ili-(a]l.>i'clr. .L in n si.'li > 1 1 ■ l; . ■ r i i u iifTn Mich H. Drn]i 
;n haben adwint. Lt . 1 1. 1 1 1 — 1 1 1 j . . - r lin.l:ji'l]t.in:;.r; Ikft III. S. 33 ff. 



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des Siems erfolg!., wobei nicht ansgeschloaaen ist, dass sich dieser Vorgang 
bei ein und demselben Ivirper in Folge der verschiedenen Diasoeiationa- 
temperatur der Stoße mehimala wiederholt, bis alle mf'glicbcn Vereinigungen 
erfolgt sind. 

Um einen Jlaassstab für die Gesainmtwirkung derartiger chemischer Vor- 
gänge in haben, inuss man die Tempera lurerholiung iu Betracht lieben, welche 
Gasgemische crlahren, deren Componenteii eine chemische Vereinigung cin- 
gehea, und feiner, welche Volumina vnn beieits glühenden Gasen auf einem 
Wi-Uli.'iqier 10 r;iiiL- sichtlich dabei in Aktion treten. 

Die neueste]] Arbeiten Km M. ISerthelot aber die Verbrennungs- 
temperatur von Wasserstoff mal Saucrste-fi' haben den Werth als zwischen 
;S.MKI« und IMijtl» liegend ergebe]]'). Weldios ungeheure W.iiincquaiK.uin mag 
hiernach allein auf der ihde frei geworden sein, ;il = ,1er vorhandene Wasser- 
stoff mit dem Sauerstoff aich vereinirrte und das Wasser sieli bildete. Ks 
evkliirt sich hieraus, dass ein neuer Stern noch lange nach seinem Auf- 
flammen sichtbar bleiben kann, denn der Wurme /usciniss. «-denen die niolit- 
ijeilieitisrtc Materie erhält, ist do gross, dass ein Nachleuchten für längere 
Zeit bewirkt weiden kann. 

Was nun die Erklärung der venuiMelsl, des Spectroskops an neuen 
Sternen beobu. -bieten Lischeimmgeii b-dillt, so würde vor allen Dingen das 
Auftreten beller Linien, wie sie sowohl der Stern in der Krone als der- 
jenige im Schwan gezeigt hat, mit der voienvälmteii Hypothese in Einklang 
zu bringen Sein. Im Allgemeinen erfolgl Jas Auftreten beller Linien dann, 
wenn die glühenden Gaamassen sieb über einem rciiitiv weniger leuchtenden 
Grunde befinde», so z. B. auf der Sonne über den Flecken, Die apectro- 
skopisehe lieoflitchtuag der leb.teren") bat ergeben, dass die dunklen Wasser- 
Moülii.icn aich über den Kernen in helle Linien verwandeln können, wenn 
die Bedingungen günstig, d. h. wenn einerseits die Kerne genügend dunkel 
und die glmieiidcii Vi";e-s;r-;;oi : jir,^.-i.ii ulh.r ibaen duivdi heftige Ein Wirkungen 
eine genügende Yereidrcjuc erführen lieber.. Lle! der Sum.c sieh also 

das Auftreteu heller Linien beobachten, iudess nur für ein isolirtes ver- 
Indt-mssmässig kleines Stück der Oberiläcbe, Die hellen Linien würden nicht 
gesehen werde», wenn die Sonne so weit von der Erde enl.ternt wäre, dass 
ihr Durclnues-ei keine »icssbare iiiusse nn-hr ausmacht, wie das bei Fii- 
sternen der Fall ist. Unter dieaer Voraussei /ung würden nur danu helle 
Linien gesehen werden kinneu, wenn die giin,.o oder doeb wenigstens ein 
beträchtlicher Theil der Oberfläche der Sonne mit dergleichen abgekühlten 
Dämpfen, wie solche die Flecken bilden, bedeckt würe. und über dieser ah- 
aorbirendeu Schicht glühende Gaae, inabeaondere Wasseratofr', sich befänden. 
Der Vorga»<r. welcher das Umslehen beiler Linien beding, würde hiernach 
in den äusseren atmosphärischen Hüllen Je* betreifenden Körpers, beispiels- 
weise der Sonue, stattfinden müssen. 

Genau diese Verhältnisse müssen aber der vorerwähnten Hypothese als 
ümii dienen, da wegen der v Olli usgegauge neu Cnsicbtbarkeil. oder .Schwäche 
des Sterns eine Jen gan/.ca Körper umhüllende, stark absorbireude Gas- und 



*) Ciuipi. >™l. T, LXXXIV p. 407. 
"j []„tl,V,.]„]„:r IlL-uWhlimj,™ III, p. 8. 



Dampf hülle als vorhanden angenommen werden muss, über der sieh der 
Yurgatig abspielt. 

Die hellen Linien des Wasaerstßlfa waren bei dem neuen Schmidt'- 
scheu Sterne sowohl am Anfangt! d<:i Krscheiuens als dann noeh /u hcIicii, 



Menge dea bauerstolls nicht entsprach, sondern im (jeberschuss vorhanden 
war, und dieser tiebersehuss durch die Vorbrennungawärme zum Glühcu ge- 
kiiidit 'wurde; denn verbrennender Wasserstoff gibt hckaunllich nur ein conti- 

ludest) es konnte die bcobac.hl.eLe Liehterschcinuiig aueb von der Ver- 
brennung anderer elementarer Stolle, von JIctalleu lrerruhien, in diesem Falle 
würde diu Vereinigung von Wassei'stori' und .Saiiersluff unmöglich sein, da 
glühende Midalldiiiiijil'H ilie Hildimg von Wasser verhüten. Her auf diese 
Weise isolirte Wasserskil!" würde, hei hiuroiidieudi.L- l'lrliil/uiig das Linien- 

P Die toii "mir bei dem SchmidtVbeu Stern anfänglich beobachtete 
auffallende Hreite der Waaserstofflinien, die sich sehr bald ver- 
ringerte, ist f.n '/if'iiiliHi -i-.-h i';-!^ A n/.eichen dafür, dass dem Aufleuchten 

plötzlichen und heftigen Actien eine Verdichtung, durch die erzengte Hitze 
eine nachfolgende andauernde Verdünnung der vorhandenen tiasmasseti be- 
wirkte. Es braucht kaum erwähnt zu werden, dass diese Wahrnehmung im 
vollsten Einklaugo mit der vorstehend™ Hypothese steht, ebenso wie der 
Umstand, das- das Spectru:n eines neuen Steins total von den Spectreu der 
l'ixstcrnc im gewehulicheji Zustande verseliieden ist. 

Die hei neuen Steracn beobachteten nulhiiligen Schwankungen in der 
lle'lurk.dt. tüiiii^eu viidleiebl. durch ein sneeessives Umsichgreifen der chemi- 
schen Aclion erklärt weiden. Ks wird hei einer derartigen F.xj.dosion in 
grossem Maassstalle niebt die gall/.e, chemische AlVildlii! beMtv.eude .Masse 
mit einem Scillase siel; zu Verlundungeu \ e:ein:gi'ii, sondern die Keakliou 
wird au einer bestimmten Stelle behielten, sieh allerdings raseh ausbreiten, 
in folge der erzeugten buhen Temperatur aber mäcbliu'e Ib-wcgiingeii 
in der Atmosphäre des Korpers hervurrul'eu, welche die Stolle durch 
Wegacbleuderung an einer sofbrligen allgemeinen Vereinigung verhindern. 
Andererseits werden auch durch die Ihhiuung leciiie nissriciatiouszusiünde 
wiedorerzeugt werden, wodurch die lncienirtr iihit.hma.sse starke Schw-;ui;;üiiger. 
in der Intensität des ausgesandten Lichtea erkennen lassen wird. 

Um die hypothetischen Anschauungen, welche ich mir über die Ursache 
des Krseheiricus neuer Sterne gebildet uU'i im Voistrheadon in eingehender 
Weise eiiirter: habe, möglichst üii praeisiren, sei es jjiiv gestattet, in kurzen 
Worten den Inhalt der Darlegungen zu wiederholen. 

1. Das Aufleuchten neuer Sterne lanat sich uuter Zugrunde- 
legung der bisherigen Üeubaehtuagen mit nictu. geringer Walir- 
seheiuliclikeil als die Wirkung der den e I eine u tare u St uff eu inne- 
wohnenden Affiuitatakraft betrachten. 

2. Die Vorbedingungen und der Vorgang des Aufleuchtens würden 
dabei folgeudemiaassen gedacht werden können: 



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— 100 — 

„Dftrch die fortschreitende Abkühlung der aus glühenden 
Dämpfen uud Gasen bestehenden Mass« eines selbstleuchtendea 
Weltkörpers (Fixsterns) wird schliesslich eine i atmosphärische 
Hülle erzeugt, die das Licht in so starkem Grade ahsorbirt, daBS 
der Stern von der Knie, ans nicht mehr «der doch nur schwach ge- 
sehen werden kann. Wenn dann durch weitere Wärmeausstrahlung 
der ürad der Abkühlung erreicht wird, welcher für Bildung der- 
jenigen chemischen Verbindungen erforderlich ist, die einen we- 
sentlichen Theil des Ganzen bilden, so wird bei Vereinigung der 
:H:ti , i ;" i'nndc Ii l!lrm: ]i t;irs x-iiii iUw heilen; end.! ^Y firme- und Licht- 
ontwiekelung stattfinden, welche den Stern plötzlich auf grosso 
Entfernungen hin für längere oder kuriere Zeit wieder sichtbar 
macht." — 



"nliTi'iise, einige alten- Beobachtung!.'!!*) neuer S 
.1 iinieEsuclien. wie sie sieb /.u der hier aufgebt 
■ weit sie überhaupt mit den Erscheinunge 
ii Uehereinstimmiiug sind. Es stellt sich 
ehnlichkeit des Verlaufes aller Erscheinu 
äse berechtigt, dass wir es bei denselben 



dos unbewaffnete:! Auges Inzell hinkt waren, sind Tycho's Ai 
die Eigen seh alten des Sterns so ausführlich und genau, dass sie 
Beobachtungen dieser Phänomene an die Seite gestellt wen 




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und die im guten Eiuklangu mit den oben dar- 
aucli die Beobachtungen Tyeho Brahe'« Ober den 



Diese l-ielmn;; hidu.dt der Stern bis zu seinem Verschwinden Im, mir wurde 
sie allmählig trüber und matter. 

]>]<:■ Viiideiriuitii; ilifi-'s Favhenwechsels, mit der Lirhteuive '.'[gibt, ila.ss 
diö ausgesprocheneren riiibiiii^ii Weiss, tlelb und Kotbgelb, die in der 
Keiiletilyl^'e Hii' die auftraten der beknnilien A !ikiih[liug.-;a.ala e nl Hjirfi Jj i ri , 
in das erato Drittel der Sichtbarkeitsdauer des Siems fielen, wo die Liobt- 
eurve ein iteiles Abfallen zeig!. Spater eiicliiei) der Slern in einer uu- 
hrsliimtitcieu Farbe, etwa, wie Saturn. Audi bei dem Seil in i d ('sollen fitem 
sind ähnliche WalimetamiLigeü gemacht wurden, und ",ab das Spedrosku]i 
hierüber den gewünsddcii Aufschlnss. R- zcigle sich niimlidi, dass das 
coiitiuuiriiciie S|ieclium, welche, litii'nu^s. äusserst, glänzend war, allmiiiilig 
veililiissl.'', sii dass sebliesslieb f'.i-t uai norii die hellen (iasliiiien bei vor traten. 
Diese. Aiifeinaudcrmlire der Erscheinungen, wie sie sowohl bei Jen, TvflllO- 



in Folge dessen ein Succcssivcs Verlöschen in's: iiuuiter Farbciit'ine im Sin-drum 
her vorgebracht wird. 

Die Damplc fester Körper werden im Anfange der Erscheinung, wo die 
entwickelte Hitze am srri'iäiteii ist. ein intensives Leuchten in allen Theilon 
des Spectrums bedingen, während später nur uueii die Oase, als ?.. lt. Wasser- 
stotT und StiekstolT, merkbar fortglüben. Dieser letztere Zustund durfte 
mehr oder weniger stattgefunden haben, als Tyeho Brahe seinen Stern 
nicht mehr rötblich, sondern in einem unbestimmten matten Liebte leuch- 
tend fand. 

Noch verdient das starke Scinlillireu, dessen Brahe in seiner Be- 
schreibung Erwähnung thut, hervorgehe heu zu werden. Kr sagt, dass der 
Stern beständig seintillirte. selbst bis /um letzten iUnmentc seiner Sicht- 
barkeit. 

Der zuerst am 10. Oktober 1GÜ4 im Ophiuchus beobachtete neue Stern 
war ebenfalls eine herviimeiende l'äschciniuig dieser Art.. Kepler schreibt 
darüber, dass der Stern in allen seinen EügciiS'-bi^'ti ii v.illkeiiimru ruii -.lern 
'i'jthouisrliea Sterne iibeivingestiinnil habe, liesouders iiervomvtiobeu wird 
an verschiedenen Stellen die starke Scinlilkmou des Sterns, die diejeuige 
der übrigen Fisstorne übertraf und die iiGobacbter in Erstaunen versetzte. 
(Diese auffallenden Lichtvibrationen seheinen allen auflodernden Sternen eigen 
zu sein.) 

Von dem am 27. April 1848 von Bind entdeckten Sterne wird be- 
richtet, dass er eiuo röthlich gelbe Färbung halte, die zuweilen plötzlich 
viel starker zu werden und dann ebenso schnell wiodur , zu, verschwinden 



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— 108 — 

Sellien*) Also auch hier die charakteristischen flsnillutionen ih der Aus- 
stralilnny des Lichtes. — 

Der erste von den neuen Sternen, der mil (Im Hilfsmitteln der Spectral- 
Analjae untersucht wurde, war der 186G am !2. Mai von Birmingham 
entdeckte Stern in ik'r uerdlichen Krone. Derselbe muss sehr plötzlich auf- 
getreten sein, denn .1. Schmidt in Athen behauptete, dass derselbe am 
12. Mai vor 11 Uhr nicht vorlüLinlen ltcwcsch sein, oder, genauer ausgedrückt, 
die 5. bis 6. Grösse nicht überschritten haben könne, während doch der 
Stern nach Aussäst- des lhil.dcckei-s /.wischen 1 I h :}0 : " mirl II 1 •15"" in Tuaui 
(Irland) gesellen und heller als a Corotuc ■ ■ ■_■ ] i ii T--it- wurde. Unter Berück- 
sichtigung der Lünge nü i ITe ce i r/ würde hiernach zu folgern sein, dass die 
Grenzen, zwischen denen das Erscheinen eii.ge.-chl'iiscn ist, nur etwa drei 
Stunden auseinander liegen. 

Die Farbe des Sterns war mich den Angaben des Entdeckers bei seinem 
Erscheinen nahezu weiss mit einem bläulichen Scheine, später wurde er 
von anderen Beobiieh'.iTn rithlich »dei- orange gefunden. Nach dem 24. 
Mai liess sich aber die Farbe nichts mehr aussagen.**) Die I.ichtcurve 
des Sterns, welche in No. 1597 der „Astronomischen Nachrichten" von 
J. Schmidt verü 11 entlieht wurde, zeigt einen ungemein steilen Abfall fQr 
den Alifang der Erscheinung. Die tägliche Abnahme betrug regelmässig 
2.09 Stufen. 

W, Huggins***) fand den Stern am 16, und 17. Mai mit einem 
leuchtenden Nebel umgehen, der später nicht mein- gesehen werden konnte. 
„On the first evening I saw the star ithe 16 ,b ) a faint ncbulosity snrroundcd 
iL A comparative esamiinitioi; «!' uciuhhouriiig stars on tbat evening showed 
that a von- faint lumiuous haze reallv exisied ubout die star. On the 17«* 
tbis nebulÖsitv was snspected only. Ö« the and 21 lt it was not seen." 
Da das Vorhandensein diese; Ivin.-iitemlei; X-lels von einem anerkannt ge- 
wissenhaften Beobachter mit solcher ISestimnnhcii angiwi.rrt wird, so liegt 
kein Grund vor, an seiner wirklichen Existenz w zweifeln, und diese wichtige 
Beobachtung zur weiteren Krkieruct: des f'hiiiHinnms, wie es auf le Lichte Ilde 
Sterne darbieten, zu benutzen. Aus der vorübergehenden Erscheinung dieses 
den Stern umgebunden selbsl.leuchtenden Nebels würde nothwendig zu folgern 
sein, dass bei der Katastrophe die Volumerweiieniui: ih r (lasmassen eine so 
bedeutende war, dass (roh der grossen Knt.fenmng des Objecto der schein- 
bare äussere Durchmesse] des lrt/lerou ii.ieh eine lues-diave (I rosse war. Dies 
würde aber einen Anhaltspunkt bieten, um sich von den bei derartigen Br- 
scheiliungen obwaltenden Itauimcrhältuissen eine nuci t';i!i] e Vorstellung zu 

Gesetzt, der Durchmesser des von Huggins beobachteten Nebels sei mir 
1 Bogensecunde gros; gewesen, während derselbe, damit er bemerkt werden 
konnte, in "Wirklichkeit ein Vielfache-; dieser IVumti'iit »nuti sein mns.s, 
und angenommen, der intern sei so weit entfernt wie n Ceiitauri, so resultirt 
für den Halbmesser der Xcbelhüllc 0.54 der mittleren Entfernung zwischen 
Sonne und Erde. 



*) Auto. Nachr. GSG. 
*•) Aatr. Nachr. IGOa. 
—) Arte. Haohr. 1592. 



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— 109 — 

Zieht man die Jahresparallaxe des Polarsterns in Rechnung, so müsste 
die Nebelkagel bereits einen HalbrticsSfr von 5.50 Sounenweiteu haben, um 
u du noch oiiic Seeunde grons 711 erscheinen. Auf unsere Penne angewandt 
ergehen diese Kahlen im erstercu Falle eine Ausdehnung der glühenden 
(Jasmassen (Iber Merkur, im letzteren Fülle eine solche über Jupiter hinaus. 

Man durfta vielleicht geneigt sein, ans diesen Zahlen zu folgern, dass 



hohe Werth« resultiren würden. Jedenfalls wirrt es sieb empfohlen, bei der 
Erscheinung eines neuen Sterns den Versuch einer Parallaxenhestimmung vor- 

Was nun die np. t M nsV: n [ti Hi ln 1 1 lieola. 'Ii Innren*) lies Steins in der Krone 
anbelangt, so haben dieselben ergeben, dass liehen dunklen Absorptionsstreifen 
im conti nuirlicheu .Spce.trum ."> helle Linien vorhanden waren, von denen drei 
als dem Wasserstoff nngoherig erkannt «urden. Im weiteren Verlauf der 
fecheinung wurde das conti ruiirlicbc Speetnini immer schwächer, so dass 
die hellen Linien Yerhaltnissmässig glänzend erschienen, genau so wie es bei 
dem Schmidt'se.'aei: Stern der Kall war". 



Das ultraviolette Spectrum und die chemische Constitution 
der Sonne. 

Im Auschluss an den klassischen Atlas des Sonnonspeetrums von 
Angström hat Herr A. Cornn die Ikwimyen di-r Wellen längen über die 
Grenzen des Bichl baren S>'i'Uums hinaus fortgeführt und hat diese Unter- 
suchung nun bis zum äusserst ea linde des wahrnehmbaren S[ieetrums ausge- 
dehnt. Der erste Tbeil dieser Messungen wurde bereits im Jahre 1874 
veröffentlicht; er umf'asste das Spectrum von der Linie h' im änssersten 
Violot, deren "Wellenlänge .110.10 hclrägt, hin zur dunklen Linie 0 (Wellen- 



Jii/ser i'iegeiL'l nii; den lliseiilkiieu überzeugt hatta 

Die Wellenlängen, die Herr Omni in diesem zweiten Theile des ultra- 
violetten Speetrums für iiie Hauidihuen gefunden, sind naeh seinen Messungen 



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- 110 — 

iu Mi]]iontel-Millimotor 0 — 343,07; P = 335,93; Q = 328,49: R = 
317,90; r = 314,42; S s — 309,95; T = 301,97; U = 294,80. 

Die Greil/.' dieses Siieetrums ist ji iulit wie bei der Anwendung von 
Glasprismeu, wo das Sjmiitnini bei der Linie 0 aul'br>rte, durch die Absorp- 

Mon der luv,:! len Kubst.n.z bediuut: vielmehr lii-jri dieselbe naeh den Be- 

obaehtungeu des Herrn Cornu in der Ali.sm-in.iim der Almosphäre. „Mau 
braucht in der TM nur methodisch das photoyrnphische liild des ultravioletten 
iviniier.spcrtinms während ntups ganzen ia<_res zu benh;!ebleii, um zu erkennen, 
tlasa die Aiisd:d:niin:,> des Sneciiuiiis sich ändert nie die Höbe der Sonne 
über dorn llnri/onl. Ilie liiiatirniiü lehn, da*s die uiT'sst.e. Ausdehnung sich 
zwischen 11 Uhr und 1 Uhr 30 Minuten zeigt. 

Wie zu erwarten war, erhält, man zur Zeit de« Somnior-Solstitiums die 
allorgrösste Ausdehnui]<i des Spectrums; durch Üeubaeiiiun-jen in dieser 
Jahreszeit bat die llcschieilmiit.' lies .Spfetrums bis zur Linie C aus-edebnl- 

werden kennen; aber was man nicht vei;;usschen « ,U. ist die A^sd-hmin l; 

des Spectrums, die mau noch im Winter erhält, selbst in der nebolreichen 
Almesphäre von Paris zur Zeit des IViuter-Snistil iuins. Kur/, nach Miliar 
bat Herr Cornu jün-sl phuti^iapbischo Abbildungen erlialleu, die fast diu 
Linie T erreichen. 

„Es folgt ans diesen Tbntsaclicn der sein- interessante Sehluss, dass bei 
^bueiiet 11,'die der Senne das bee buchtete S,miienspcctrum iiu Winter wwer- 
übde.lilii-l, ausgedehnter ist als im Kommer. 

Dieses Ergebnis* erklärt, sieb in sehr einfacher Weise, wann man dem 
iu der Atmosphäie enthaltenen \\ a.se.dampl das A lisoijdionsverni"geii zu- 
selireilil, welches das nlt.r.ryioleile Spectrum der Senne beschränkt. Bs ist 
iiiiinlii. li die Menü,. \\ asserdanipf, die in einem Cubikmeter der Atmosphäre 
eufbalicn ist, im Sommer viel grosser als im Winter. Nimmt man bei 
mittlerem [''eueiitiLTkeitf^rad von 0,75 und mittlerem Druck von 7U0 mm, 
die Temr.rt.iun s leieb Null im Wimer-Solslii ium und ;t() Grad für die 
Temperatur am Mittag des Scmnur-Selstitmms, so findet man resp. 3,6 g 
und 25 g, das ist fast Tnuil mebr Wasserdnmpf in den [leieren Sebalden 
der Erd-Atmosphäre im Sommer als im Winter. 

Die absuibiieiide WirkuiiLT des Wassetilampfes auf die Sonnenstrahlen 
ist übriL'eus vi.ii mehreren Pbvsikeru bereits bei d.cm Stu.lium lies: sichtigen 
Spectrums herbeigezogen worden zur Krklärung der Linien oder Räuden, die 
man mit dem Namen der atmosphärischen Linien he/eidme'. bat. Iu dem 
uhtau.detlen Speclrmn srbeiu! diese Absorption nicht luealisirt zu sein in 
r'orm von Linien oder Banden: die Wirkung ist vielmehr eine continuirliehe 
'ohne wirkliche Maxi in a." 

Nachdem Herr Cornu noch kurz die instrumenteHen lliillsmittd und 
Yerbessr rillen ii:iL!elührt . welche es ihm enie^lieliten, seine Messungen 80 
weit ins Ultravinlet hinein auszudehnen, geht er zu den l 'on sc mioirien iu 
üelreil" der chemischen < easl il utien des Sonnen kiirpers ülier, die er aus seinen 
ilri.biiebtiingeii ,!,,[■ ,| 1U |kli,]i Linien im Soi.neuspootrum ableiton zu dürfen 
glaubt. 

„Man weiss, dass in dem siebtbaren Spectrum der Sonne fast allo 
dunklen Linien Lieaau cutsptichen bellen Linien in den Speetren der MctaR- 
dampl'c: diese Umkehr im Aussehen de: Linien ist nur eine Cent rast wirkijng 
und erklärt sieb durch die Esistenu einer Dampfschioht von verbal tu issiuassig 



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Untersuchung dieser Spectra hat eine Methode qualitativer Analyse geliefert 
und dahin geführt, die I-Aistcnz. einer bestimmten V.M irdischer chemischer 
Kleinentc auf der Sonne ausser Zweifel zu setzen. 

Die Ausdeli Ii itus; dieser l'nlersuehmig auf die dunklen Linien des ultra- 
violetten Spectrums machte es mir durch Vergrösserang des Vergleidisite- 
Ide-tes möglich, diesem Wege ivcilcr zu L.>ehon :ind Iii.- KU i-inr.-:n üewissen 
Grade die quantitative Analyse der Kiemente dieser absorbirenden Scliicht 
ans/.n führen, der.']; Wirkung die dunklen Linien lies Soui)cnspi.'ctrumS üUge- 
schriebeu werden. felgi-tules int- das Resume dieser Studie: 

Man bemerkt zuuäi-hsl. dass Om 1 1| -t'ii von starken Linien über die ganze 
Ausdehnung des Soiiii«[iht m-iiüjs ungleich verlln-ilt sind: der weniger brech- 
bare TheÜ enthält deren last keine einzige (wenn man die atmosphärischen 
Linien unbeachtet lüsst); erst vom lndigblau heginnen die dunklen Gruppen, 
von denen die Gruppe G ein Muster ist; dann trifft, mau die beiden breiten 
und scharten Linien lf und K, welche sieh auf einem vi i luiltnLssmüssig hellen 
Grunde abheben, dann die sehr dunklen Gruppen L, Ii, i\, 0, 1*: weiter 
kommt ein noch hellerer llaum, auf dem sieh die Linie Q abhebt, dann die 
Gruppen K und r: ein weiterer ziemlich heller Kaum führt Ml den dunklen 
Gruppen S, T, 0. 

Die vergleichende rntcisuckuiig der ^pectra der Mctalldlmpfc zeigt 
sofort, da-s diese llas^n dunkler Linien im Allgemeinen den bellen Linien 
des Spectrums des Eiseudampfes entsprechen, vvehdies allein last alle Gruppen 
G, L, M, N, 0, Q, S, T, U und mehrere Gruppen in der Xiihe von R umfasst. 

Die beiden dicken Linien lf und K entsprechen dein Calcium, ebenso 
die beiden analogen Linien, nelrbe lf bilden und die Gruppe zwischen lt und r. 

Auf Nickel beziehen sich die meisten starken Linien «wischen 0 und 
P, wie eine beträchtliche Anzahl der Linien in der Gegend S, T, U. 

Die übrigen magnetischen Metalle, i'ohalt. Mangan, Chrom gehen minder 
bedeutende Linien; das Titan zeigt eine grosse Anzahl von i'.'oincidenz.en, 
aber mit im Allgemeinen sehr schwadern Linien, ausgenommen zwischen (J 
und H, WO ihre BedcntnnL' grfisser ist: dass '/.in» zeigt f 'niiieidenzeii, welche 
trotz ihrer geringen Anzahl nicht zweideutig erscheinen. 

Das Magnesium liefert vier dreifache Linien von identischem Aussehen, 
welche ich nennen werde: b im Grün, b' zwischen IC und L, b" zwischen 
P und Q und b'" /.wischen ti und T: sie sind im Sonuenspectruui mit Ans- 



zwei andere ähnliche zwischen S nad T. Das Natrium, welches die Linie D 
im sichtbaren Spcc.lrum gibt, erzeugt im ullraviolelteii Speetrum nur eine 
ziemlich blasse lloppcllinie /wischen P und (J. l-bidlich scheint das Beryllium 
durch einige blasse Linien repräsentirt III sein. 

Fügt man noch den Wasserstoff bin/.u, der vier dunkle Linien gibt, 
CFG 1 und /», so sind dies die ehemisehen Elemente, welche die bemerkens- 
werthesten Coineiden/en mit den Innien des Sonncnspootniiiis liefern. 

Der allgemeine Charakter der (Irnppen vnn dunklen Linien im Souneu- 
speetrum, welche ein und demselben Metall entsprechen, ist, dass sie eine 
relative lutonsität zeigen, die genau im Verhältniss steht zu der Helligkeit 



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entsprechenden In-llea l.inii-ii des ll-'tiillsiiwtriims; es ist. also zwischen 
dem Emissionsvermögen der glühenden Mehilhlämpfe uüii ihrem Absorptiinis- 
vermögeu eine wirkliche I ' rtt[iLH t i.inal i r ;i :. vorbänden, welche übrigens die 
Basis ist für du: Erklärung der fmkeln der flonucnl imen. Wc:m man dieser 
Bemerkung hiu/.nfug;. die l S,-i iL.-k sirb i i -i, ti - der mittleren Helligkeit des Spec- 
trums eines jeden eheinisolieu Kleme.iues in den zu ver^leidn-uicn (iebietcn, 
so kommt mau v.u. uv.ii Schlüsse, d.iss die Intensität der dunklen Linien 
de; Siijirn'iiäpi'CIriims ch ara k te ri stisoh ist für die relative Menge der 
Metalldampte. welche im der Oberfläche der Sonno die Ursache dieser 
dunklen Linien sind. Ilie Herstellung einer Melhiidc quantitativer Analyse, 
die sich auf diese Betrachtungen stützt, wird noch viele Untersuchungen er- 
fordern; weuu man aber sucht, sieh eiae annähernde Vorstellung zu bildeil 
von der Zusammensetzung dies-o- absorhircuueii Schicht, ivelelie die äussere 
Hülle der Sonne bildet, so genügen die vorliegenden Beu nachhingen für eiua 



iLisc.hcn Linien // // blitzt. 01™™!*™™' 

als die Intensitäl dieser Linien es voraussetzen lassen konnte; dann kommen 
das Aluminium, das Karmin;, der Was seist et], endlieh Mangan, l'elialt, Titan, 
Chrom und Zinn. 

Dies wäre annähernd die Liste der Ilüchtigeu Elemente au der Ober- 
llüehe der .Sonne, nach ihrer Menge goordneL Prüft man diese Liste, ill 
welcher das Eisen, Kickel und .Mjtrnesinm eine so grosse Hülle spielen, so 
wird man sofort ülierraseht von der Analogie dieser Zusammensetzung mit 
ilerj eiligen der Meteoriten, deren grösser Theil aus Eisen mit '/',,, Nickel 
vcrhmiileu I, enteilt; in den Meteoreiseu ist diese Leerung fast rein; in den 
Mcleorsvohieii ist das Xiekelei^en gemischt mit Maguesia-Silicnteu versohie- 
dener Zusammen wtaung. 

Dieses Studium des S|,eclitu.is führt somit, s-u Ugandern Schlüsse; Die 
Lage und die relative Helligkeit der dunklen Linien des Sonneuspectrunrs 
erklären sich durch die Wirkung einer auf der Sonne exislirenden, abaor- 
hireiulen Schicht, deren Zusamiucnsoi.züng analog wäre derjenigen der Ver- 
flüchtigten Aorohthen. 

Die Conse.uueny.en dieser Thatsache. welche durch die Spektralanalyse 
der Sonnenstrahlen aufgedeckt worden, lieriihreu in so directer Weise die 
grossen l'rohleine der kesmischen l'hysik und der Astronomie, dass es mir 
nützlich scheint, sie mit aller Reserve anzudeuten, welche ein so delicater 
llegensijud erforderL" 

Es ist von besonderem Inuuvsse an die vorstehende Mittheiluug eiue 
andere anzuknüpfen, welche von Herrn ,1. .Norman Loekyer 111 derselben 
Sifctung der Pariser Akajeuue gemacht worden. Obschon die Untersuchung 
des Herrn Loekyer sich mehr mit der qualitativen Analyse der Sonne be- 
schäftigt, werden die von ihm gefundenen Tbataaehen nicht hlos eiuo Er- 
gänzung der ih:n iiulMkanulen ltesuliate des Herrn t.'urnu hihlen, sondern, 
wie sieh auB deu zum Sehluss angeführten Bemerkungen über die uhotogra- 



113 



phischen Speclra ergehen wird, in gewissem (irade eine [hnschränkung der 
von Herrn Com« gesogenen Schlüsse. 

lrn weiteren Veihdgc seiner Untcrsndiniiiieu üiier die kurzen und langen 
Linien der Spectra der Metalldämpfe bat Horr Lockjer in diesen langen 
Linien die Mittel gefunden, die Esistenz von Elementen in der Sonne nach- 
zuweisen, die man vorher nieht hat ideutifieiren können, weil aio in zu ge- 
ringen Quantitäten vorhanden sind, um besondere sehr ausgesprochene Linien 

Zu den bisher bekannten Metallen: Natrium, Eisen, Calcium, Magnesium, 
Nickel, Barium, Kupfer, Chrom, (.'«hall, Wasserstoff, Mangan, Titan, Alumi- 
nilliri nnd Zink, hat Herr Lockyer als sicher in der Sonne vorhanden 
erkannt die Metalle: Slriiiit.iiim, [11. 'i. I 'ndmiiuu. Kalium, Cerium und Uran, 
Und als wahrscheinlich die Metalle: Vanadiiuii, 1'alladiiim, Molvbdän, Indium, 



Herrn Thalen ihre Helligkeit nnd ihr Vorkommen im Speetrum von Ang- 
ström angegeben sind. Die eigenen Messungen sind an Photographien 
.Hpedreu aufteilt, und zwar sind es umist längsten Linien, welche in 
dein ph.itographirtcii Theile der rcialivei! Sjuetra sichthar sind. Bin end- 
gültiges Urtheil über das Vorkommen der als zweifelhaft bezeichneten Metalle 
muss noch verschoben werden, Iiis die Speclra der M.'tiille vollständig unter- 
sucht sein werden, hesiiuders im ull rayudelten Theile, in welchem noch lauge 
Linien vorkommen können. 



ms üesieu, wekie.ü' mu-i r ( besieh tilgen siarker allicirt als der pboto- 
che Theil. VieDcicht können auch die Betrachtungen, die ich in einer 
Uuug über da* Sped.rmn des Calciums aufgestellt hübe, auf diese Pili« 
nilet werden; weil eine empfindliche Platte von gewinnen Strahlen 
»fticitl. wird, wie n.u einigen anderen, darf man hei ISeslinimung der 
der photographisehen Linien nicht liegenden des Spectrums mit 
■r vergh-iciicn, die durch einen ',u grossen Zwischenraum ^clrcunl sind. 
.6 Thatsache ferner, dass diese milien Linien der l.ichachiung im 



weniger brechbar ist; mau wird eine grössere Di 
wenig scharfe Linien sichtoar zu machen, d 
Theile leicht beobachtet. Ich denke später d 
Untersuchung uiilenverfcn zu können". 

(Compt. rend T. LXXXVI 



— 114 - 

Der neue Krater beim ffiginiis. 



umgeben, der eich gegen Sutten zungeuartig verlängert und dort noch eine 
kleine schwarze Oefl'uuug zeigt. Zu Zeiten erschien der Krater völlig schwarz 
und scharf und ich glaube, dass der graue Itiiud (die Penuiubrs) nur der 
Abhang des triehterartigeu Absturzes ist Allein, wenn dies der Fall ist, 
so erscheint es seltsam, das* bei hlilicri'm Sonnenstände iier trichtararlige 



tieit in die Karte eintragen zu können. 

'er neue Krater int l,i eiset™ an und scharf. Westlieh von ihm liehen 
nehrere niedrige Hügelzüge hin; zwischen diesen und dem Krater 
erscheint eine äiissi'rsi sehmale neharfiandige Rille. Sie ist entschieden 



Krater ist Prisser als Higinus h, aber kleiner als Triesneeker d. 

Die Verbiadnngsfarche zwischen der Ariadäus- und Higinusrille war 
au diesem Abende wieder sichtbar. Auch sah ich abermals, Jass ilis Higinus- 
rille nördlich von Agrippa zwei Arme besitzt, die 'sieb vereinigen und da- 
ilinvli iiir- I liiiHUrilif- htlilcn. Ks winden im diesem Abende VergrSsserungen 
von 200. 300 und 420 Mal ansewandt. 

Lprä, erschien zwischen 8" und 9" Abends 



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Beobachtungen der Sterne in der Sähe des Äingnebels in der leyer, 

angestellt mit dem 2lizi>l!igi':i Hi'fru.-^ t der Sternwarte a Washington. 

Die Bemerkungen, die jiiugst Herr Tempel über die beträchtliche Zahl 
von Sternen gemacht, welche ei rings um den wohlbekannten liiugnebel in 
der Leyer erblickt, veranlassten Herrn Prof. Hall die Kraft des Hieseu- 
refractors der \\ii?hitij;tinu'i N itt imin Ist l'iii rto auf die Unters Heining jenes 
merkwürdigen Ohjectes anzuwenden. 

Der genannte Nein'], «igt Ni'rr Prof. llull, wird umgehen von einem 
Hinge feiner Sternchen und um so viel uls iiu'igür:]! jrrle Unbestimmtheit in 
den Angaben zu vermeiden, habe ich die Poäitionswinkel und Distanzen die- 
ser Sterne durch Mikrometermiüniup'ti )xn immt. Der hellste Stern unter 
iltuwi imil der Einzige, welcher mtbe dem mich folgen den Endpunkt.! d\s 
Kebels steht, wurde als Aas^ittij.'si ^uultt i[>.'tf Ciior'liuat'nuy-tems der Messungen 
betrachtet, Distanzen und Lagen sind also auf ihn bezogen. Herr Prof. 
Hall bezeichnet diesen Stern urit a und die fiebrigen, nach der Hoilienfolgo 
der Ponitionswinkel mit iltüi ii>!j;eiuli'i-, Hitclistiiln-it de* Alphabets. 

Der Stern f ist ein dreifacher Stern und Prof. Hall's Messungen der 
Begleiter beziehen sich in diesem Falle auf den liauptstern und nicht auf a. 
Jede Messung ist übrigens da- firgt'lmiss von zwei l'liuslellungen am Posi- 
tiouskreise für die Winkel und zwei Ablesungen der doppelten Distanz. 
Prof. Hall bemerkt, dass Beitie Grössen Schätzungen der Sterne wahradiein- 
licb diese zu hell ergebeu, doch theilt er sie, so wie sie gemacht worden, mit. 





e , ; Positiona- 
öwra . »inkel 






Juli 30 


b 


225.6» 


93.93" 


14 • 


31 




225.4 


93.87 




30 




268.2 


115.85 


13—14 


31 




267.8 


115.82 




Aug. 3 




287.0 


138.08 


12—13 


4 




286.8 


138.49 








292.6 


123.15 


12 


4 




292.6 


122.66 




Juli 30 


f 


313.7 


101.43 


13—14 


31 




313.7 


102.16 




Aug. 3 


s 


351.1 


77.18 


13 


4 




350.1 


77.18 




3 




255.1 


3.73 


13—14 


4 




251.1 


4.19 




3 


f, 


5.9 


17.81 


14-15 


4 




3.7 


16.82 





Prof. Hall schätzt den Stern a zur 10. Grösse, hebt aber hervor, dass 
derselbe möglicherweise nahe 13. Gr. sein könne. In der That ist es sehr 
schwer in einem lichtstarken Instrumente kleine Sterne bezüglich ihrer Grösse 

15* 



zu 'ii'liiltwn; besonders in einem so mäntitigni Ketinctor ivn' derjenige, zu 
Washington, dürft«, dir ürhal/mipi kwM ho.* mfrlkn. 

Während der Xuehr :i. Antust. Iiis du- i.ült im^ wohnlich kirn- war, 
vormochte Prof. Hall weder innerhalb des äussern Sterne uriuges, noch inner- 
halb des Nebels selbst irgend einen ytern m erkennen. 

Die folgenden Sehii'v.uiiL'in ivlu-J.'Ij icigedteiU, um die Lage, des Kiug- 
iie.bcls gegen die eben bestimmten Steine 1'csl/usr.ellen und man kann hier- 
nach leicht eine Zeichnung entwerfen, welche die Position des Hiugnebcls 
unter jenen Sternen wiedergibt. 

1) Eine gerade Linie von a nach h bleibt 11" ausserhalb des Nebels. 

2) Ein? Gerade von a nach c tbeilt sehr nahe den dunklen inneren The.il 
des Nebels in iwei gleiche Haltten. 

3) Die Gerade von a nach f tangirt sehr nahe den Nebel. 

4) Die Gerade von b nach o bilde: ziemlich du Tangente des Nebels. 
Das Ergebnis der Beobachtungen ist, riass Prof. Hall mit dem grossen 

Clark- Rofractor im Stande war nur !J Storni; ii. der un mitte', b.uen Nahe des 
lf E jj lti-j-i ■■ crki:ii])..j]i. ob^rhoii natürlich eine unbestimmte Menge von sol- 
chen ausserhalb des eigentlichen Ringes von Sternen steht. 

Zuletzt bemerkt Herr Prof. Hall noch, dass er wi.tdi rltolt im Deeember 
187C den Polarstern beobachtet und nur den bekannten Begleiter desselben 
gesehen habe. Die Wahrnehmung eines oder sngar nudireiw anderer Tra- 
banten des Polaris, welche ein brillier Beobachter gemacht zu haben 
glaubte, dürfte demnach irrig sein. 



Vermischte Nachrichten. 

Leber die mittlere Temperatur der Sonnenob ertliche hat Herr J. Violle 
Vulersncbungcii angestellt. Kiii in l''nn fiel grade ltc* h« 1 ] 1 ( TJjorjuomi-tt.'j-. dessen 
kugelförmiges Reservoir, von 5 — 15™ Durchmesser, mir Ru-r bedeckt, dessen 
cyliudriseher Stiel an der Ansatzstolle auf etwa IS 1 " 0 Lauge äusserst ver- 
engt ist, befindet sich genau im Mittelpunkte r.v.eier nmeen frischer kugel- 
("■"."■ j nii^er Messingschalen, von denen die innere, von 15"" Durchmesser, innen 
vollständig geschwärzt, die Süssere vi.m 2c!™ Durchmesser, aussen gut polirt 
ist. Itadii.1 gehen durch h,::de Schalen nur M.ssingrohre hindurch. Das 
eine derselben, das ^ 17,5™ weite AdiuisHiinisreh;- ihn- >enueustrahleu. tragt 

durchbohrtes bewegliche;; Diaphragma; das /weile iiohv befindet sich in der 
Verlängerung des ersten "int ist durch ein nicht polirfes, leichl herusstes 
Hpir-gclirhis ver. ; f Itlüioi'ii, durch welch es hindurch I >■ ■ i genauer ' irient in; lin- 
des Apparates der vollständige .Schatten der Tliemiomcterkuge] sichtbar ist; 
durch eines der letzten beiden Kohre. die um 45" und um 90" gege:) das 
Admissionsrohr gedreht sind, ist der Stiel des Thermometers hindurchgefühlt. 
Die Umgebung des Tbernnimelci-s wird durch schmelzendes Eis oder Schnee, 
die durch eiue in der [inneren .Me^ingsciialc befindliche versehliessbare Oell- 



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halten und durch Schirme, welche uur die Admissionsöffnun;,' dar Sonneu- 
s(r,)hlen frei lassen. Ki]- jeder ['n'iiid.'ü llest[;ihiui:<; ffescMHüi. Vor jedem 
Yersnehe vi iid der Vieht t ■■ n 1 1 - 1 ■ i liüe'le Apparat I ;« ■ L versehlussenei Ailniissions- 
iillniinjr fesl aiif^stclll Min] die Tenl]ieintm- des Thermoniel eis während 
lauerer Z.'it. ersinnt erhallen. Hann lrisst man durch ein vorher in die 
Mille des Kuhie^ :rcsi -Im ln'iii's l.orh lies ]iiii]i]ira^mns die Siziliens; r.ible]] 



ando die Tcd 



Her 



kommt ? 

lere Temperalur der Sonnen olierilächi!, weicht' 
2500" C. betrügt. Ilies.'r Werth ist betrieb 
Bestimm uiif,' Seoclii's und selhsl. als Züllni 
mit unseren Kenntnissen iil.er die ('oiisth.nt.imi der Sonne, besonders hinsieht- 
lir.li der I >:snieiaiiii]isr:seh<iiiii:i<;i'ii, ([herein. Herr Lommel bemerkt: „Dass 
die Zahl 2500° aber nur die mittlere Temperatur ,1er Honnenolierll.inhe an- 
gibt und diese an ein Keinen hinkten eine viel hellere Temperatur hedl/en 
muss. beweist eine HeoliaeMinig Herl heloi's. nach der mittelst 'einer den 
Sonnenstrahlen ausgesetzten starken Linse, Kohle iiher die Weissglnt hinaus 
/um H'isiigliilieri erhinf, also schon in dem 11 renn punkte der Linse eine 
Temperatur von etwa -Jöi.n)" erwusfc werden kann." 



Der Veränderliche U Gen 

merkwürdig ist, hatte im C 
Helligkeit. Herr G. Knott 



i, dessen Licht we 



Folgen iles sind die einstfii 



3 des Herrn Knott, 



1877. ileeember 12. 10 k 15™ Der Stern ist 13.7 Grösse. 



27. 8 10 13.6 
1878. Januar 7. 10 15 13,7 



wurde im J. 1827 von Sir .lohn Herscliel wieder beobachte, nml es svinimt, 
-eine Ite Schreibung mit der seines Vaters sehr nahe iiberein. Im .lahr« lH'.ri 
ist der N'eliellleck mit einem l-'ernrohr von nur ,">2'' Oftiiiiiij; von d'Arrest 
in Leipzig mikre metrisch bestimmt worden. Als aber 1'ri.d'. Sehönfeld den- 
selben am 2. Dec. 1861 mit dem unv.üii'.ich liehtrtarkeu lizolligen Itefractor 



DigiiizMB/ Google 



zu Mannheim beobachten wollte, konnte er sich, bei guter Luft, nicht mit 
Sicherheit von seiner Esklums üb. zeugen, [u den Jahren 1S63 und 1864 
«■unk der Nebelfleck m. vier verschieden«?» Tagen von Prof. d'Arrost und 
Prof. Schönfeld mit Leiditis^eii lv..l.;sdi(d: aber im November 1865 
suchte Herr Vogel in l.fi[«ig hei nn/.iigiidi «landisiditi.;.'!- Liifl den Nebel 
an zwei vers.-l i i i-m Tagen vergebliid,. Im Januar 1877 endlidi hat Herr 
Winuecke diesen Nebel" mit Leichtigkeit buohi.diten k.iiluen und seine 
Ibdligki-il grfeer gefunden, als die eines Diircii-e.liüiltsijehds /weiter Classe. 
„Die Thataaehc", bemerkt Prof. Winnei^ke, „dass /.we.i Nebelflecke im Stier, 
wdd.e ffiiliüi- lir:.timii,t sollen und gemessen waren, jetzt, selbst in den 
grasten lu-rnr.ilirei], vdlis! undditlar geworden sind, ist von grosser Be- 
deutung für unsere Anschauungen über die Natur der Nebel geworden. Die 
hier in kurzen Umrisset! skizzirtu Erscheinung orfordert aber die Annahme 
von periodischer Veranderliehkeit du* z;i uns gelaugenden Liohtqnantuins 
des Nebelfleckes 11 278 in relativ kurise» 1 nl Indien. Holletitlkh wird die 
Anwendung grösserer ..|>[is«dier Hiill'stidttel und .du häufiges Beobachten die- 
ses interessanten Himmelskörpers uns über die Dauer der Perioden die wei- 
tere« Hftnscliensweithen Aufsdilüsse verschaffen". 

Stenographische Gesellschaft. In Kurland hat. »ich. wie wir vernehmen, 
eine selenographische Gesellschaft gebildet, um das Studium der Moodober- 
flächo zu förd-.Tii. Wir heg Hissen diese Nachriebt mit grosser Freude, da 
die möglichst »vstenrntedir und exakte rrit.er-ndiuug des Details der Mond- 
ohi.rti.idi" zu den ■iit-ü-i'Stiiiiti'.-tci; i:ini «.viehtig-deü Resultaten fuhren dürfte. 
Herr Birt in Buckhurst HiU, Esses, wird Interessenten gern nähere Mit- 
teilung über dk' sjie/ii'lleji 7weeke. «ler Geselk-ekiit li.adiex 

Piner lins su eben «igeheneen Mklkdlüug des Herrn Nelson out- 
nehmen wir noch, dass der .lahred.eitrai. der M il Nieder ,],. r ^.„ouraj.liiseheu 
lies.dkdiuli hin 1R79 auf dne halbe (.iuinee festgesetzt ist. Von jenem 
Termine ab erhöht sich für neue Mitglieder der Beitrag auf das Doppelte. 
Behufs Aufnahme hat man sieh an Pines der Mitglieder zu wenden, worauf 
die Wühl durch Ifallotirung innerhalb des Vorstandes erfolgt 

Die Gesellschaft braluidnigl neben einem monatlichen Journale (Seleno- 
graphical Journal) auch „Verbandlungen" und „Origiiial/eiennnr.p'n'' -n i.u- 
bliciren. Die ersto Nummer des Journals liegt uns vor, sie enthalt neben 
einigen Notizen von Neison, Birt uud Webb zwei Umrisszeichnungen von 
Mondlandschaften als Cuterlageu für Spemlkaiten dersdhen. Wir werden 
über den wichtigern Inhalt dieses selenographischen Journals die Leser des 
„Sirius" auf dem Laufenden halten. 



DioilizM Oy Google 



Stülliinf,' der Jupitmiiinndc im A 
Phasen tlcr V 

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g. Lim ll h mitlL firecnwicher Zeit 
'i'liusioiungen. 

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— 120 — 

PlaaetenateUmig im Monat August 1878. 



I 31 28-2!) — 0 9 10-5 • 1 ! 

1 37 5388 l 41 36 4 1 ! 

1 38 15-81 ; — ä 9 12'5 ! 1 

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i; sa an-ßfj +aa 18 52 3 21 : 

7 18 17-28 ! 21 5S 20 7 22 

7 44 0-20 i 21 12 23-5 1 22 

8 0 32 30 ! 20 10 0-2 1 22 

" ü 1S28I 19 5 M-2 22 ! 

9 47-64 +17 41) 414 22 I 



13 4-90J— 1 u 28 1 15 18 

11 34 06 I 26 24-0 14 37 

9 33 57 | — l 41 30 3 | 13 55 

Uranus. 

4 35 Ö6 I +12 35 9 91 1 ' 9 

10 0 57-tt ; Iii HB 11-9! 0 32 

9 2I-2S|+12 9 1-2 1 23 55 



I 56.14 1+13 4 15 51 17 39 
1? ül r,i.i-:>s 13 3 30-41 1« 41 
B Hl WIHl+13 1 19-3| 15 54 



Mondphasen. 

1 Krstai Viertel! 

Mund in Erdferne. 
! Letztes Viertel, 

2 Neumond 

.V.. ml in Erdnähe. 



12. 12 4t! 12-8 



25. 13 12 524 



Sternbelle okungen durch den Mond (für Berlii 



I I " 



Munde in Conjnnctien 



i: in Conjuript.iui] in 



us<.vii^li>3i. Aug. HH. ITil- Uriiilllü 

juil <l>.!ii Jl.iii'lt in >\ Function in ... . 

in Redaw. imi-m. Aug. H.-i. II'» 



Ang. 2it. A 
rliuer Zeit) _ 
Kedaldänn: Dr. Herrn. .1. Klein in Köln. 



Band XI oder neue Folge Band VI. 



G. Heft 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 



Zentraleren für alle Freunde in" Förderer Hünielstaiifle. 

Herausgegeben onter Mitwirkung 

hervorragender FncliniSnncr und astronomi scher Schriftsteller. 




Die Sternwarte au G-reenwict. 

(Fortsetzung.) 

Zwischen 1770 und 1780 Hess Maskelyne auf den beiden fiankirendon 
ThQrraen Dachkuppeln anbringen, unter denen swei Aequatorial-Sectoren 
Aufstellung erhielten, auch liess er den sehr schmalen Meridianspalt im Saale 
des Passagen instrumenta erweitern. Um diese Zeit begann er Verdacht zu 
schöpfen, dass sein ijuailraul eine mcrklidn: [■ViimTiiiiiiiirurig erlitten haben 
müsse und besehloss, ihn durch einen Volikreis zu ersetzen, dessen Aus- 
führung der berühmte Troughton übernahm. Doch hatte Maskelyne nicht 
die Freude das neue linl.nmienl vollendet zu sehen, denn er starb vor dessen 
Ablieferung, am 9. Februar 1811. 

Ihm folgte John Fond, ein bewundernswürdiger Beobachter, aber im 
iihvisi'ii riii im: ir.itti"!mi!FPicii!' Astronom, Er ww geboren 1767 za London 
als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns der City. Seine wissenschaftliche 
IjrKii'lmiiir ■.vui 1 v:ijl:ik'li in t'olsr ■? l ;]i , .varln:v ('icsmhlhi'it liii^rbioi'.lii'ii. j:i /weimri 
musste er die Universität Cambridge verlassen, um den Süden von Frankreich, 
Spanien und selbst Egypten aufzusuchen. Im Jahre 1806 kehrte er aus dem 
letzteren Lande zurück und lies* sich zu Wostbury in der englischen Graf- 
schaft Somersetshire nieder. Hier stellte er ein Tronyliioifsches Azimuthal- 
und Höhen -Instrument auf. bei dem er eine sehr wesentliche Verbesserung 
angebracht hatte. Bis dahin waren nämlidi ilic Knl-p mittelst Nonien ab- 
gelesen worden, aber Fern! erkünnte, da.-* die Ahle.iny weit genauer sein 
müsse wenn mau den Abstund vom nächsten T hei bt riebe jedesmal scharf 
messe. Zu diesem Zwecke brachte er in gleichen Abständen von einander 
sechs Mikroskope senkrecht über der silbernen Kreistheilung an. In den 



Abstand vom a^h^n 'J heil-ui.-he den Kreises mit aller erfovdi 
PiJiiirf« messen und in der That ist diese 111ikmske.jii5c.l1e Ablesu 
Position der Kreise ttueh beult; bei den feinsten asti-otiuniiseheii Mes: 
mctilen s;e]nfmetili(.'h. Pond unternahm sofort eine Reibe von Deklii 
beslhmiiiini^ii eiiii}:"!' KuwIamwilaLsterne um seine Ergebnisse ni 
früberen von ISratlley und Miiskelvne m verglciclien. Übgleie.h sei] 
kreis nur sehr ii]:issi:;e nitwnsi.me'n l.esa-s it:i Verylrii-h mit ili'i! !ii|f 
<(nadianten m I ireeinvicli, so Centn l.tete ihm decli seine < lesehickhelil. 
tieekifliwr, die üebeiK-jjenlieit des Vcllkreises an sieh und die 
tier miktesküpisetieti ,\ iih-.sur.i?. mit Sicli;»ilirit tirieli/mveisen, rlass das 
wicher Instrument gewisse liefiäeliilie.lie lhifonnatiunen erlitten habe 
Verhau itenscin Masiiehne nnr sehr entfernt zn atmen vermochte. In. 
1808 machte Pond seine t :itr-fMii:fnLTiii lief:;::! Iii, dieselbe e:ie!;te 
Aufseilt:,! und erwarb ihm mit einem" Sehlde den Hang des gen 
ast'i) Uelleben TS....J KnuLtri itt knrlan-. Mit Tiv.||-1lD>ii durch intii-c i 
Schaft verbunden, ühenvucMc fand Sellin, ilif He,,ttl - eitler ^üss 



die Ueobachlum 
dass die Kahl 



poo! der Sternivnile iie.-rheakles HitiHsiifii'win'S Acmialtinal 
nslrumente dienten nun da/u, die l'arallaseu einer grossen 
n zu uiiteisitelieii. 'J-stülzt üiil seine laneen l.rlal: i ni^en 
i 1818 eine bemerkeuswerthe Arbeit, in welcher er die 
tioden zur Conatructioii von Sternkatalogen untersuchte 

kann noch heute mit giosscm Knlzen sttidirt werdon. 
outl damals und mit Kecbt als einer der sc schick toten 
ti^. ii lSeobachtcrn und Bein Itath wurde von Astronomen 
Künstlern vor/ u^w eise gesucht. Als er im Jahre 1825 

Ton Jones für die. Cap-Stcrnwarto construirtea. Mauer- 



Digiltzed Oy Google 



[23 



kreises beschäftigt war, erdachte er eine neue, sehr bemerkcnsworthe Methode 
zur Vcriticirang dieser Instrumente und diese ist der Ausgangspunkt amen. 
g-,mz min'« Verfahrens zur ISestimmuiig der Deklinationen gi worden. Der 
Kreis für die Cai'-Stemwaiie wurde an der entge genges etilen Seite der 
Aluiior neben dum Gruemvmhur Kreise befestigt; jeder erhielt ein (iaeeksi Iber- 
Niveau und beide bildeten geviissermuas-en nur ein einziges Instrument. 
Indem glciehzeilig lm |„, 1( i,.„ luidsen dieselben Kleine direkt aad durch 



Sterne an dein einen Kreise direkt, am andern .hgegen im relleel irten Itilde. 
so ergaben sich, combinirt mit den vorhergehend.'« Messungen, die Hüben 
der betreffenden Stenn;. Diese Urdien, verglichen mit. den liesnltaten der 
ersten Untersuehnngen Ii, 'leiten die l'nsiti'iu des iiorizoniai"]] Durchmessers eines 
Juden Kreises und jr-E-iul trien deren iT-spective rngriiiiuigkeiten zu bestimmen. 
Auf Ersuchen l'ond's kaufte die britische liegieraug das neue Instrument 
für Greenwieh an und von da ab wurden hier fas; alle Deklinationen au 
diesem doppelten Mauerkreise bestimmt. Die Lirgebnisse der Beobachtungen 
iTsebieueu 18:W unter dem Titel: i'atalOBUo of the uord ]>0lar distane.es of 
siitv stars. redueed tu 1330 Jauuarj 1 derived from Observation: ma le at 



.M ;l sl,K'.'ue. die liivJachlung der l'b.nei.un svsl.ennd iseh lenulohlässiyle. In 
der That wurden 1SU und 1H15 auf de: Sfeim.arte zu (Ircenwicli im Ganzen 
nur zwei PlnnetenheuhachkngHi angestellt! Dies gab der Königlichen Ge- 
sellschaft Veranlassnag zu Kluger., .liighdch diinebi'u auch der Grand maass- 
gehend war, da.es l'ond — ähnlich wie später Ken.rrier in Paris — keinen, 
eigentlichen Astronomen von Fach jemals zu einer Assisteutelistelle y.uliess. 
i)ii' Klagen gingen j,| ! s .Mim ssli.se. Nicht nlleiu zog man die wirkliche. 

Genauigkeit seiner Beobachtungen ii; /«-eile], sondern man ging sogar soweit, 
dun königlichen Astronomen zu verdächtigen, als verändere und corrigire er 
seine Beobachtungen vor der i.d'nc'.de-gnng .ler-elhen. Wahrlich, koin sehönoros 
Zeugrjiss für die innere Uebereinstimmung dieser Messungen konnte Pond 
erlangen, als diese rkische Beschäl. lignng! Aueh /.'«erte der grössto damals 
lebende Beobachter, Dussel, nicht seine gewichtige Stimme zu Gunsten des 



Durch königliche nrdouuiiz ivur nämlich i.cs'iinmt worden, d;i-s diese f.'um- 
mission ..Iiis lt.er.ht halle, durub den k.'uiigliebeu Asiivnomen diejenigen lle- 
ohachtungen anstellen zu lassen, welche ihr geeignet schienen, uiss sie ferner 
die Insneotiou der Instrumente besitze imd der Admiralität, Vorschlage zu 
machen berechtigt sei zu allem ivas ihr nützlich dnnlce, endlich dass sie 
berechtigt sei vierteljährlich von dem Direetnr der Sternwarte eine Copie 
derjenigen Beobachtungen zu verlangen, welche im vorhergeb enden Quartale 
angestellt norden. 



OigjtizM Oy Google 



Pond 

gegen Ende 1S3J 

von 12. ' 

ber. 18: 



Alter 



.In. 



dah 



Arbeiten glücklich gehoben, die mit den Anforden 
p moderne Sfrrnivarte nicht, mehr m vereinigen n 



1 der Inspectionscom- 
i Kiüiiklicit nahm er 

au- jährlichen Pension 

schon am 7. Septem- 

nwarte George Bidell 
;e und bereits damals 
ler der bedeutendsten 
>it begabt und ausge- 
u warte zu Greenwich 
uiiFvirigkcit der dor- 
i der Gegenwart 



Die Photographie himmlischer Objekte. 

Von Professor R A, Gonld, 
Direktor äe,r ütcniwarts zu CtirJolja. 

Im Jahre 1850 liul William C. Bund, Direktor des Harvard- Observa- 
■.■.niiiii), iI.mi nmiiyi-iiiilicii JohB A, Whipple tu Boston ein, eiue Reihe 
photographischer Versuche mittelst des grossen Teleskops jimer Sternwarte 
auszuführen, also mit Hille eines [iistrurnerites, das neben dem Refractor 
von Pulkowa das grosste damals evi-tiren.l.' Objektivgla* (tun 38 Centimeter 
Durchmesser) besass. Ks wurden bei diesen Experimenten verschiedene 
photogiaphische Bilder des Mondes, sowie der Sterne Wega und Castor er- 
halten. Der letzter« b'ixstisni ist doppell uiifl sein [.holographisches Bild 
erschien länglich. Diese Ycrsuolifl gelt™ tVir die ersten ihrer Art, die 
publicirt wurden, aber ich habe seihlem gebunden, dass schon zehn Jahre 
früher Dr. John W. Drayar in Ncw-York Bilder dos Mondes anf Silber- 
platten erhielt. Ebenso darf ich erwähnen, dass bei Gelegenheit der Sonnen- 
finsterniss vom 20. Mai 1854 in Intervallen während des Fortschritts der 
Verfinsterung photographische Bilder unter Leitung des Professor Barkett zu 
West-Point erhalten wurden, und dies ist, so viel ich erfahren konnte, die 
erste Gelegenheit, bei weleher die Photographie in der That mit Erfolg zum 
Zweck astronomischer BeoLa-.-fiiiiiiijeii ai^i'uerulet wurde. 

Im Jahre 1857 erhielt Whipple mit dein ir.csse-i Cambridger Teleskop 
Kindrücke der Sterne Alkor und Miziir im grossen liären, von denen der 
letztere ein Doppeltem von 14 1 .', Secmulen Distanz der beiden Componeu- 
ten 3. und 5. Grösse ist. George P. liond, dar »schlierige Direktor der 
Sternwarte Cambridge, hat über den Gegenstand verschiedene Abhandlungen 
publicirt und zahlreich.' M' ^uigrii der [lisliinz, sowie drei des Positious- 
winkels, an den photoginpl.n-. :r"n .HihWn ausgeführt. 

Beim Gebrauche gewöhnlicher Teleskope zu photographiseben Zwecken 
wird übrigens eine ernstliehe Schwierigkeit angetroffen. Die grossen In- 
stramente, welche allgemein anf den Sternwarten gebraucht werden, sind 
Refraktoren, also solche Fernrohre, bei welchen, das Dicht von dem betrach- 



Glü;era v-..ii 

dass' sie sie" 
Lichtstrahlen 
welche die 8 
Photographie 
(U-uin;it-!i ein. 

Strahlen 
matisehei 
Dies 



i Lin 



lichtenden 



I bei 



igclteleskops ver- 
.fiectirt der Spiegel, 
' Art nach einem 



r Gattung von I 
«Richer das Licht empfängt, alle auffallen. 

sremeiiKime:: I5mit]]''.iiil^u. Au? diesem Grande wurden Eefleotoren zur 
Photographie himmlistber Objekte in Anwendung gebracht und gleichzeitig 
die Vervollkommnung dieser Gattung von Instrumenten wesentlich gefordert. 
Soloher Art wurden schon früh bewunderungswürdige Photographien des 
Mondes von Draper in New- York uud De 1* Kue in London erhalten, und 
ebenso später durch Ellery in Melbourne mit dem dortigen prachtvollen 
" " 1 Spiegele" 1 



Frei! 



> he. 



toleskop 
Sicht allein ist ihr 
gleicher optischer 3 
erfordert der Spieg 
Fläche in gutem '/ 
jektiv konstruiren 
den Strahlen in i 
wurde, das wünsch- 
aoefübien? Bei 1 
Krümmung der 

lieh. Rutherfur 



netrt 



i tue 



-dltvii-il^K 



K^llWl'llälli.u'. ■ 



! Dia 



1 bei 



»ständige Sorgfalt behufs Erhaltuli., 
ande. Es ist einleuchtend, dass, wenn man ein Ob- 
nce, welehea die ohemischen stalt der optisch wirken- 
m Punkte vereinigte, wie dies schon oben erwähnt 
wcvtheütii Resultat o ' ' 



lerflilc 



iuf optischen 



oatisehen Objektivs 



vährend geprüft und 



Nachden 



Ruthel 



rd l 



für 

in Rede stehenden Art im Jahre 18G4. Ihr Durehmesser betrug 28.5 Cen- 
timeler und die Birten V ersucht zeigten bereits, diu» sie im Stande »ei, 
photographise.he Bilder in liefern, die an Kraft und Schärfe völlig denjenigen 
gleich sind, welehe Draper mit seinem wtiniinn Süherapiegelreflector von 
2 l''u.äs Spiegel durchmesser erhielt. 

Rntherfurd nahm mit seinem Instrumente eine grosse Zahl von Photo- 
graphien der Sonne, des Motive», sowie herv firm gen der Sterngruppen auf. Die 
Photographien des Mondes, welche von ihm an den ungewöhnlich klaren 



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— 126 — 

Abenden des 5. und ö. Wirt. 1865 erhalten wurden, also um die Zeit des 
ersten Viertels, durften auf hinge V.e\i Iminn- siii-Ll leicht- ühertroffen werden. 
Abdrücke derselben sind der va-senächaitliehen Wi'll. liingst bekannt und 
hoben allgemeine liirwundH-un» hti-jt. A n-kTi'iHcit^ k-sitzen die Bilder von 
Sterngruppen fiir weitere Kivi=r nur jr.'iimyivs Inreie^e. Sie stellen sich 
dar als schwarze Recke auf der ulbuiuiuirton Oberfläche der Glasplatten 
und ihr Werth besieht einzig in der Genauigkeit, mit welcher dio relativen 
Positionen der verschiedenen Punkte gemessen werden kennen. Dies ist 
freilich kein geringer Vorzug. Denn wenn :;:Muu:<i]le Vorsiehtsmaussregcln 
angewendet wurden, um schädliche Ye]7.crruii_'en zu verhüten, so kann das 
phn toi: rapid sehe Dokument rtii'di'rh'dteu Mi'is-.u unterworfen und für 
abermalige Untersuch liu^'ii in künftigen Jülirmi mil'ljHwalirl werden, ja, noch 
nach Jahrhunderten kann es zu neuen Vergleich engen mit dem Himmel 
dienen, um mögliche llrtsycräudeniugen unter den einzelnen Sternen zu ent- 
decken. 

Dm die Messungen zu erleichtern. k™st rnirte Knthorfurd verschiedene 
bewundernswürdige Mikrometer, die mit scharfen Mikroskopen versehen sind, 
und mittelst deren, von ihm seihst und unter seiner Leitung, die relativen 
Positionen der Sterne sorgfältig gemessen wurden. Dio Genauigkeit der so 
genommenen Me^iiu^eu rrheiid diejenige je:ler anderen mikrometrisehen 
Methode zu übertreffen. Phötflgr»phiBoh9 Eindrücke, in wenigen Minuten 



in unjunsfeen Positionen und mit utlen a[!h.i],L'cv,.loii rube.iiicmliehkeiten 
angestellt zu weiden, können bequem zu jeder Zeit uud an jedem Orte, 
seihst iu einer anderen Heuiisi.haiv, üusgcluhn v.vrdeu. und zwar mit aller 
Bequemlichkeit und allem lieh;c_>eii, reiche der Füll iiherhaupt ZLiläSst, und 
ausserdem gestatten diese Messungen eine unbegrenzt, hantige Wiederholung. 
Auf diese Weise kann in einer einzigen N'aclit hinreichendes Material ge- 
sammelt werden, um die ganze Kruft eines Astrou'me.n auf ein Jahr und 
mehr in Anspruch ■/.» nehmen, uud dieses Muterial kann ausserdem für zu- 
künftige Studien aufhewahrt werden. 

Schon im Jahre IHiiti hatte Neu Hiitherfurd ilie Hüte, die Resultate 
wiederholter Messungen von Sternen der Plejfidengruppe zu meiner Dis- 
position zu stellen. Messungen, diu er an verschiedener, in Jen vorhergehen- 
den Jahren erhaltenen Photographien ausgeführt hatte, teil hatte das Ver- 

fast S 50 Sternen^dLser Grnppe "ableiten 'zuliflnnen, sondern mich auch von 
der Kleinheit des mittleren Fehlers zu überzeusen, dem eine einzelne Be- 
stimmuue unterworfen ist, sowohl bei Berücksichtigung verschiedener 
\ Platte, als auch hiusiebtlich der Posi- 



tionen der Bilder uiif verschiedenen Pliiti.en. im August jenes Jahres theilte 
ich die Kesultate der N'iitionul-Akudemiü der Wisse lisch afteu mit und sandte 
eine kurze Mittheilung, welehe diu erhaltenen i'tssitiuneu der zehn hellsten 
Sterne der Gruppe enthielt, an die „Astrunoniischen Nachrichten". Diese 
Ergebnisse bewiesen nicht allein die ausserordentliche i ieuauigkeit der fast 
ein Vierteljahrhmidcrt äl1ci"ii IScsümnntng™ des grossen Astronomen Bossel, 
sondern lieferten gleichzeitig die wichtige Thatsacho, dass seit jener Zeit 



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— 127 - 

die relativen Positionen jener Steine keine nachweisbaren Veränderungen er- 
litten haben. 

im Jahre 1H70, kurz vor meiner Uebersiediung nach hier, stellte ich 
ein? ähnliche Untersuchung an über die IViiitiou der Steine in der grossen 
Gruppe in dem Sternbildc des 1\ c l ■ 1 ■ j ■_ -■ . welche den Namen Prflsepe fuhrt. 

seinen eigouen Platten erhalten. g Den Händen dieses Freundes ubergab ich 
nun eine Abhandlung über diesen iie;;iiist.i]Ld, damis dieselbe zu geeigneter 
Zeit veröffentlicht neide, da es unthunliirh nur, diu Resultate dieser Be- 
rechnungen zu verc-lfent-lichen, ehe der Autor die Ueschreibung seiner photo- 
graphiseben Methoden und der Konstruktion seines Mikrometer- Apparates 
selbst piiblizirt hatte. Ich hatte indeas die Vorlage der photegraphisoheu 
Methode genugsam kennen gelernt, um von ihr gefesselt zu werden, and 
ebenso kaunte icli hinreichend ihre Leisl iingsiiihigkeit,. um iiir mein vollstes 
Vertrauen zu schenke;*. Die verschiedenen iinlim?;.. gegen das pbotographische 
Verfahren bei astronomischen IViihneiiluigen erhobenen Einwürfe haben sich 
als unbegründet lieruiisgesMit: Verbuche haben gezeigt, dass ein Schrumpfen 
oder Vorziehen des CoUodium-Häntchcns wenig oder gar nicht zu fürchten 
ist und dase seihst der beträchtliche UiKersrhied in der Greese der Jfilder 
bei helleren und sdiwiichertti Steinen nicht unvereinbar mit den inikro- 
metrischen Vergleich im je n ist. die voilig so iMiari sinil. ;l!s wenn sie direkt am 
Teleskop gemacht worden wären. Ich hegt-: daher iie:i lebhaften Wunsch, 
eine Reihe von !d],iloLTj[)hisebcu Aufnahmen süiHietier Sternhaufen zu er- 
halten, welche mir in den letzten Jahren Material zu Studien lieferten. 
Gewisse Verhältnisse seidenen diesen l'tan zu begiinstijren. Rntbei'furd hatte 
eben ein neues Teleskop mit einem Dhjekliv von WA ein. Oetl'nung vollendet, 
das um ein Drittel krallvoller als dus frühere Instrument war, und hatte 
seine Anwendbarkeil, selbst durch eine neue Methode unterstützt, nämlich 
durch eine Korrektionslinse, die, an den achromatischen Objektiven an- 
gebracht, eine zusammengesetzte Linse erzeugt, die in ihren Wirkungen 



nahm, nicht minder die geringen l'iir dessen Konstruktion und Erhaltung 
verwendbaren Hilfsmittel, machten es uumüglid], irgend einen Theil der 
vorhandenen Fonds der Photographie zuzuwenden. Als ich jedoch meinen 
Wunsch bekaunt uiaehLe, versicherte]] midi mehrere meiner Verwandten und 
persönlichen Freunde, dass die [ekiuiiiireu .Mittel niehl fehlen sollten, und 
ermunterten mich auf diese Weise, in Ausführung meines Planes vorwärts 
zuschreiten. Ich suelde lidglich ilie iVeim, Hiebe Mitwirkung Rutherfnrd's 
zu Gunsten meines Vorhiilieiis kli gewinnen iiml erhielt von ihm die be- 
reitwillige Zusage, dass er jederzeit,, wenn ich dies wünsche, praktische 
Photograpben l'iir mich engagiren und ihnen auf seinem eigenen Privat- 
Observatotimn die theoretische und piakt.ise.he Inslruki.iim ertheilcn werde, 
die zur Anwendung ihrer Kunst für astronomische Zwecke erforderlich ist. 



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Als ich iu Iiuenos-Ayres anlangte, theihc ich meine. Hoffnungen und Pläne 
(lern Präsidenten, Harmiento, und dem Minister des öffentlichen Unterrichts, 
Dr. Avellaneda, mit, und fand bei beiden selche Krmuiiterung, dass ich 
sofort nach Erriehtuig des liiiscivaloriiims und Aulstellung der Instrumente 
das offiziell« Gesuch stellte, die Inatramente zu meinen eigenen photo- 
graphischen Zwecken hennf/on zu dürfen, soweit dadurch die regelmässigen 
Beobachtungen uielit beeinträchtigt würden. Nachdem meinem Gesuch gern 
willfahrt worden, wandte ich mich an Herrn Untherfurd mit der Bitte, mir 
einen Pbotographen als Frivatassistenten, sowie die nöthigen Chemikalien und 
Apparat« zu senden. 

Der ursprüngliche Plan, auf dem Wege der Subskription 12,000 Doli, 
in Hosten zur Unterstützung meines Projekts aufzubringen, war nicht zur 
Ausführung gelangt, indem er, utifuntrs als noch nicht dringend, zurück- 
gestellt, später in Folgt finanzieller lüisen und anderer bald darauf ein- 
tretender öffentlicher Kalamitäten, nituz unausführbar wurde. Meine nächsten 
Verwandten baten mich, durch diese LmsüLnde niidit zui ück zu schrecken, und 
boten mir die gesuchten Mittel ans ihrem eigenen Vermögen an, ein gene- 
röses Anerbieten, welches anzunehmen ich mich weigerte, welches mich aber 
zum Vorwärtsgehen auf dem betretenen Wege ermnthigte, da ich im Noth- 
falle auf jene Offerte zurückkommen durfte. 

Im Mai 1872 langt« ein Photograph an, der in Kutherfurd's Observa- 
torium die nöthige Imtcnvcisime; erhall en hatte, und brachte verschiedene 
Apparate, sowie die erforderlichen chemischen Stoffe mit. Ich richtete nun 

in ■l-iii < I-rH.i.J. It-r ^iM.inkii. . ,u kl- T «l-ri'-n-iij -e. im- M-w 

alles beroit, die Auspackm.g der pliotegraphischen Linsen vorzunehmen, die 
ich bis dahin unberührt in dem Kasten gelassen hatte, in welchem sie aus 
den Vereinigten Staaten unuehnirt, waren. Der Leser kennt bereits die 
furchtbare En Häusel nun.', die meiner wartete; ich fand die Flintglaslinse in 
zwei fast gleiche Stücke zerbrochen! W ie dies (.''-'kommen war, wusste ich 
nicht, noch konnte mich eine Untersuchen;: zu etwas führen. Es war dem 
liisiko eines gewöhn! ich- n Transportes nicht nnienvinl'en gewesen, sondern, 
wie ein Ohronometer, iu der Hand getragen weiden, und zwar in einer 
eigens sin diesem Zwecke koustriiiilcu lüielise. Da alle Klagen hier zu 
nichts nützen konnten, that ich das Beste, was unler diesen Umstände« zu 
thun war. Versuche, die Bruchstücke mit der in'thigen Sorgfalt aneinander 
XU kitten, blieben IVuchlhis; schliesslich knrist.:nir:.' indess unser geschickter 
Mitbürger, Herr M. Perriu, mu h Zeiehnnngen des Herrn Davis, einen Appa- 
rat, mittelst dessen jedes Stink der Linse durch drei Paar Schrauben sehr 

Weise wieder hergestellte Objektivglas erwies sich hinreichend scharf, um 
leidlich gute Photographien des Mondes und Eindrücke von einigen Stern- 
haufen zu liefern. Inzwischen tinit ich Schritte, um ein neues photographi- 
sehes Objektiv zu erhalten, indem ich mit meiner Mutter wegen der not- 
wendigen Kosten Rücksprache nahm, Hr. Fitz unternahm die Konstruktion 
unter Leitung Rutherl'urd's. der auch die i ib.TfhLelicn-Kriimmungen, die den 
noch brauchbaren tihtssdteihen entsprachen, berechnete. Auch in diesem 
Falle gewahrte die National- liegienmg grcssmülliige Unterstützung, indem 
sie mir, bereits vor Vollendung der Linsen, volle Autorität gab, dieselbe 
für das Observatorium anzukaufen, ghdehz.eitig mit der Zusicherung der 



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nstellung eines photogniphischen Gehilfen ulme weitere Unkosten 
its. — 

Das neue Objektives kam um die Miile. des Jahres 1873 in 



verwandt, die ■ 
.eh dreijährigen 
Tausend Dollar 



graphischen Assistenten. llc:rn .!e,im A. Ilcard, l,™ innen, dem ich für 
endliche Erreichung des Zieles sei,,- v .-pH :<-,l it. t Inn. S^hon damals besass 
er den Ruf eines geschickt..]) Arbeiter;, und, ivi„ sein Vcrgängor, verbrachte 
er eine gewisse Zeit nnf Itutherfunl's i Hjdoi-vaJ oriiiin. um sieh dort mit den 
vorzüglichsten Eie;cnihüni]icbk.-ilcu Jit aMivtuinische:! Photographie vertraut 
zu machen. Früh im Jahre 1875 kam er in Cordoba au und blieb hier, 
Iiis seine Gesundheit, ihn nach Hause /ainic.kiukehiy.u /.ivaug. Mit der stets, 
so lange es die Verhältnisse ühcrhauia ermöglichten, bewiesenen Bereit- 
willigkeit, wies die Kegiernng ,1ns (Limit für -in..» beständigen pbotographi- 
scheii Assistenten an, und ol.schon icl: gegenwärtig uhui' einen solchen Ge- 
hilfen hin, Sü helle ich. dass die (iesmi.lbeil des ftin. 11 'd hald hinreichend 

wiederhergestellt sein möge, um ihm die Etöcklreur 10 gestatten, und ich hin 
sicher, dass die friiher erbalfcuei] Itesuhafe mich übe] I rollen werden. 

Dies ist die Geschichte dieser neuen Itcobacb tu lernet hodo und der in 
Conlolii. angestellten Bemühungen zu ihrer Vervollkommnung. 

Von der IJuiiliMt. .icr e:'j);)ltcne:i Kesi.ltatc fühle ich mich befriedigt 
Alle Photographien wurden auf i ilasnlntten von Ii! Zentimeter Länge und 
0 Centimeter lireite gemacht, die Bilder des Mondes haben 3.52 Centimeter 
Durchmesser, vor ihrer Vcrgrösserung. Die i'lioiOL'iaj.hien des Vollmondes 
und des letzten Viertels dürfen, wie ich daubc. nicht zu ihrem Nachtuolle, 
mit denjenigen derselben Phasen verglichen werden, welche ich gesehen 
habe; auch können die vergessenen Bilder, vuu iS Centimeter im Durch- 
messer, die in Koh>Jiuck a^^iuhit sind, uiehl erbleichen. Herrn Ruther- 
furd's Photographie des ersten Mondviertels ist tdlenliugi schärfer begrenzt, 
als die unsrigen, und wird auch noch auf lange hiinius die Palme Itir sich 
' schöne Darstellung des 
mrne war ebenfalls in 



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— 130 — 

Philadelphia ausgestellt- Dieselbe stellt den Mond nenn Tilge nach dem 
Neumonde dar und zeigt i-iiLcn bcLiiiiditliclicn Tlicll seiner Oberfläche unter 
der sehnigen lieleiieklung, '.velthu IVir künsrhriside; Wirkung und für den 
Kontrast von Berg und Thal so wünscheuswortb ist Hütte ich diese ele- 
gante Photographie vor der Einsendung der uusrigen zur Ausstellung ge- 
sellen, so hin ieh nicht gewiss, ob ieli gewagt hätte, damit zu wetteifere. 

Ein beträchtlicher Kinfluss auf die Stern -Photographie ist der reinen 
T.uft f.'ordiiliii's /n/usi/lireitii'ti, die bei den nicht sehr zahlreichen tlelegen- 
heit.'n, bei welchen der Hinmirl vollkommen klar erscheint, uiigbiiihliiii 
durchsichtig ist. Ich habe Darstellungen auf Glas von G verschiedenen 
St,i'::!]i.i;;l'i'[i aingcsb-ill, unter denen die 'l'al'el des Haufens X farinae, zwei 
Hilder, jedes mit, ls.'i Siemen, und die Darstellung von ^ Argus. 180 
Sterne enthält, leh glaube, man kann vermmft iger Weise nicht bezivrifehi, 
dass verschiedene dieser Sterne v.illig so lieht -a:h',vncli sind, wie diejenigen 
9. Grösse, und ich kann mit Genugthuimg bitixu fügen, dass auf anderen 



10 Minuten dauern musi. ndbreild welebe: Zeit die lfene-ua-; des Trlcsk>|.s 
nicht merklich von derjenigen des Sternes abweichen darf, und das prä- 
parirte Collodium in der trockenen Atmosphäre zur vollen Wirkung 23 
Minuten erfordert, so ist klar, dass das Problem keineswegs ohne Schwierig- 
keiten ist. 

Bis jetzt wurden hereil.-; ph'itiOTii'hi-chr AlibiMiHnren von nicht wenigst 
als 84 himmlischen Objekten ereilten, dariinler 19 linppel sterile, während 
die übrigen Sternhaufen sind; ... dass, seihst wenn der Fortgang des Unter- 
nehmens ^..renwärtig üeliemint werden sollte, die erlangten Resultate als 
reichlich, die Mühe, das Geld und die übrigen (M.t aufwiegend, angesehen 
werden dürfen, leb füge noch hinv.u, dass die 1'ianeten .Icipiter, Mars und 



Lichter und ihrer Farbe bei den zwei erst- 
.s liir.ges beim letzteren zu erkennen. In- 
te genügende Scharfe, um mit Erfolg eine 
\ ertragen. 



ffeue Beobachtungen über die Constitution der Sonnen-Oberfiaehe. 

Die Photogrii|.lu'e der Himmelskörper, die bereits seit Jahren geübt 
worden, bat in neuraler Zeit dureli die lieniübunL'i'ii des Herrn J. Janssen 
derartige Fortschritte gemacht und Verb. '.-..ein m„<en erfahren, dass sie ganz 
neue, bisher den Herlii:chliingeri völlig uuyiigämili./he Thatsuchen zu ermitteln 
gestattete. Während bisher die besinn l'hiitoL.'raphieii der Sonne nur ein 
getreues Abbild der Heeke und Fackeln ihrer i iberlläche darboten, haben die 
Photographien, die Herr Janssen zu Meudon erhalten, eine Reihe hSchst 
wichtiger Details erschlossen, auf die bereits in diesen Hlättern kurz hinge- 
deutet worden. Bevor wir nun auf diese neuen Aufschlüsse über die Be- 



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— 131 — 

sebaffenheit der Sonnen-Oberfläche, welche der Pariser Akademie am 31. 
Dezember milgetheilt minien, naher eingehen, müssen wir uns kurz mit dum 
Princip bekannt machen, das diesen l'cilschrin in d->r l'h.dui;:ajdiii[ herbei- 
geführt hat 

Betrachtet man das Sounenbild mit dem Auge, so muss dieses, trota 
der Illeud gläser und llelioskone. die sieh .inr]ii.':.'iidi>:i Details der nheriliiehe 
in einem blendenden Medium erfassen. Die Verhältnisse der l.iehllnt.ensität 
der verschiedener, Theile des Hildes k -.mien nicht wnhiitcuomiiien werden, und 
der Schein entspricht daher nicht mehr dem wirkliehen Verhalten. Dies ist 
'eine Schranke der Wahrnchium^siuliigkeit, welche in der Natur unseres 
Sehorgans begründet ist. Das photographisebe Bild hingegen, wenn es unter 
|ii^'--riil'.:ii ISc. Hebungen der Liclit Wirkung erhalten worden, ist von diesen 
Fehlern frei uud zeigt genau Ii: Verhall ii'ilc der ^ii-ril s ui- ■i.sLtiltoii der ver- 
schiedeneu Theile dea Objecto. Um aber ein solches Bild i.u erreichen, ist 
es nöliiig, dass wahrend der Lich:«Lrkui:g die emidiudliche Schiebt sieh 
gleich Ideih", d. Ii. dass der Theil der empfindlichen Substanz, welche wäh- 
rend der ganzen Dauer der Exposition heeiaflnssf wird, nur ein geringer 
ISriiciiiheil iler ganzen veihaudenen Masse sei. Wenn man diLher die Zeit 
der [nc.hlwirknng so abmisst, dass ti'ir .Iii- hellsten Theile der Sonnenscheibe 
keine I "eberevpeniniiiL; siutlgciundeii. so hekonimt man ein liild, das nicht 
nur die Details iu ihreu wahren Umrissen, snndern auch das richtige Ter- 
lultniss der lidcnsüfiien zeigt. Ks ist also die Kürze der Lichtwirkung, 
'.verlier die erzielten li-'si.iliate zu verdanken sind. 

Neben der Kürze der Exposition, welche im Sommer bis auf '/, 000 
Se-cunde r.\kd:r w-arcic. wandte Herr Janssen noeli die Ycrgiwserung der 
Bilder an. deren Dim-nsionen nach und uueh auf Iii. lö. 20. 30 ein. yolit^clit 
wurde und erhielt dadurch rhiduL'ruphieji. deren 1'™r'ii:i<t über die Constitutioti 
der Photospbäre Folgendes ergeben: 

„Die Phe.(ogra|.hi«n /eigen die Oberfläche iler Sonne Ledeckt mit einer 
allgemeinen Granuiiiiing. Di« Gestalten, die Dimensionen und die Vcrtbeü- 
uug dieser Ginaalalioncü slimmeu nicht mit den Verstellungen, die man sich 
nach der optischen Uiilcisucliuiig von diesen Elementen der Photosphäre 
gebildet hatte. Die idndugra]diischeu Bilder l>es;äl igei; keineswegs die Idee, 
dass die Photosphaiv ans Elementen besteht, 'leren ennsiante Formen an 
Weidenblätter, Ifeiskörner a. dgl. erinnern würde. 

Diese Formen, die man wohl zufällig an diesem oder jenem Punkte 
ant rillt, siml nur Ausnahmen und k'inuen ni.'lit als der Ausdruck eines all- 
gemeinen ( leset zes ul'pr die Constitution des paotosvdiari sehen Meciunis 
lii'trachtet weiden. Die phnto'.-inidii.-rhca llih.ler führen uns vielmehr ZU 
viel eintaeheren nnd rationelleren Vorstellungen über die Constitution der 
Photosphäre. 

Studirt man nämlich die Gi-auulirung an den Punkten, wo sie am besten 
au-gehihlct ist, so sieht man, dass die Keiner sehr verschiedene Gestalten 
hüben, die sich aber mehr «der weniger auf die sphärische Gefall beziehen. 
Diese form ist im Ailgcmeincii um so hesser erreicht, je kleiner die Ele- 
mente sind. In den sehr zahlreichen Karner n, bei denen die Formen mehr 
Od« welliger m) regelmässig sind, sieht mau, dass diese Keiner gebildet werden 
durch die Anhäufung kleinerer Klemeul.e, wekhe an die Kugel erin 
Selbst dort, wo die Grauulirimg weniger scharf ist und die Körner ii 
IT 



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Lang« gezogen Schemen, merkt- man, dass die Kugel ilic erste Form der 
Elemente gewesen, die niübr oder weniger durch dir.- auf diese Körper wirken- 
den Kriiltu nmdilicirt worden. 

...Aua der tdossen Tliabacbe der f-rosA-u M;ini]ieblalligkeit der Formen 



Ii fiek sieht auf atn.l''re Erw[iL<miL;ei: jedneb, die wir später entwickeln werden, 
kommt mau dabin l'iir die Giatiuialionen einen Ztisiand anzuuobmeu, iler 
selir analog ist dem unserer at n ] OS pluri sehen Welken, d, Ii. sie als Körper 
111 betrachten, welehe gelnLM sind aus einem Staube fester oder flüssiger 
Substanz, der in einem ^;islV"nuii- 1- 11 Medium seiiw'immt. 

Wenn die Sonuenscbiehl, weldie die 1'hele.si'liare bildet, " ' 



stund der Kuh« 

lirkiiiinton t'liissigl^il, < 
bilden würde. Die k- 



den 



liruen 



. Zoll 



■ Pbi 



Ulkten: 



Bphäi 

daher ilie K"il'/i-l^i -l:ill. ' 
sondern relativen llleic 
siilistiiiiK, die sieh nicht 
zertheill wird, von denen 



r Oe.-iundtli.'ile: 
tande absoluten, 
ie Pbotospbäie- 



e Gleiehgewirbisli^nr iLii/.iiuebiin.'ii sirrhi. 
Aber auch dieser individuell,- fileii-bgett ienis/usl.iud ist ziemlich selten realiäirt; 
:i zahlreichen TiMiktcii reiben die Striimuiigen mehr oder weniger stark die 



k.'nü;:ei: demente t'.ni nud ibre k"n;;tdfiiriH 



ändert, bis sie gwa 
sind. 

Ii der die Klemente der 
:, haben gewiss l.ieb- 
irer Hube imd TliiUit;- 



AbsorptionsvormöLrens des Miliums, in dein diese Elemente schwimmen, d« 
grosse Üntersohied der Helligkeit der Kömer auf deu photograpüiselieu 



dazu, unsere Vorstellungen von der rinde- iibihv bedi-ulend zu modificireu u" 
die Gesammtheit der [lata, weleiie -ie uns liefern, führt uns z.n der so eiu- 
iauheii Idee über die Constitution de; Elemente der Phütosphiire und Über 
die Umwandln ngeii, die sie erleiden dnreb die Wirkung der Kräfte, denen 



Wir wollen noch uns der rebitiven Seil eubeii der nellsteu Körner in den 
nlndugiiijiliiselieii Bildern den SehUiss ziehen, dass ilie l.eueblkraft der Sowie 



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— iss — 

vorzogsweise ihren Sitz hat in einer kleinen Anzahl von Punkten ihrer 
Oberfläche. Mit anderen Worten, nenn die Sonnenobeiflüxbo vollständig 
bedeckt wäre mit den hcll.-aen kr-rui^i-ti ['.dementen, die sie uns zeigt, ao wäro 
ihre Leuchtkraft nach einer ernten annähernden Schätzung zehn Iiis zwanzig 

Endlich" werfen die vorstehende]) Tatsachen bedeutendes Licht auf die 
so oft debüttirtu Krage um der Variation der Leuchtkraft der Souno. Es 
ist klar, dass die Flecke nicht mehr Leirachlet werden können als das 
Hauptelemeut der Schwankungen, welche das 'lestirn erleiden kann. Und dass 
man ausserdem berücksichtigen muss die veränderliche Zahl und die Leucht- 
kraft der körnigen Mlumenle , welche hier eine überwiegende Holle spielen 
kennen."*) 



Die Beolacutungsn der Marsraonde. 

Die Leser des „Sirius" werden sich des ungeheuren Aufsehens erinnern, 
welches im vergangenen Jahre durch die rhu deelmng zwe>r Satelliten des 
Mars in der ganzen -duldeten Welt erresit wurde Mit Recht wurde die 
Auffindung dieser .Minii.mr- .Munde als ein Triumph des 20zolligen Clarl- 
Rofraktur's belraehlel und mau glantne anfangs, dass ausser diesem colossalen 
'i'eleskime vielleicht mir nueli einige w.'iiinv Instrumente (elwu lOisse's und 
l.assel's Teleskope, der Liresse Hetlettur zu .UelUmrue. der 2t'ze.lligt; Clark- 
Kel.akt.or der \ u-giiiia-U/nivcrsität, der 2Szclligc Cooke'schc Hefraktor in 
Gatesliead und vielleichl n..ch der 1 Sy.elli L <e i'kirk-lielrakti.r zu Chicago) die 
Trahantea «einen dürften. Hin gewichtiger Orund für diese Ansieht war 
die Th.itsiiche.'dnss J 1 Arrest mit dem ausgezeichnet en 10 ■'..zolligcu Kefraklor 



steht), bei Gelegenheit, der .Uarse^e-sitic-u von 1 H.iLi. vergehlieh nach Mars- 
niondcn gesucht halle. Allerdings kam Mars damals der Urdc nicht naher 
als his auf te-HJO [■irdhahnhall.messer, al.er seihst hei gif.ssrivr Auuahcraue; 
konnte man für ein Teleskop von diesen llimen-ionea nur wenig mehr 
holVen, da die Helligkeit de; Mars selbst hierdurch bedeutend zunehmen 
muss und damit die Wahriielimun" seh. schwacher lall: [.unkte in seiner Nähe 
ausscrerdeullich Lehmden. Xiin wvisa allerdings jeder Bedachter, wie sehr 
die Auflindung eines liehtsebwaclicn Iclcski.iibschen ObjeWes erleichtert wird, 
wenn man eine, selbst nur vage Andeutung darüber hat, wo es unge- 
fähr zu suchen ist; nichtsdestoweniger ist es aber deeh im lad.sten Ürailn 
überraschend, zu vernehmen, dass wenigstens der äussere Marsmond, mit 
ItelVakt-uen vm 7 Zoll I edViuing und selbst, hei theilweise bedcr.klem Ob- 
jektive, sowie mit einem With-lh^wniiiüVlien Ketleett.r von 9 Zoll Oefl'nnng 
leicht beobachtet wurden ist. Au l Vhen-asrhiingcn wird mau allerdings nach- 
gerade gewöhnt, so ■/.. Ii. iveiin man bort, dass Herr .1. W. Ward in Helfet mit 
einem Teleskop von +;!" Oellming im Oktober und November vorigen dahres 



*) Coinpt. runJ. T. LXXXV, p. Vitö i, Naturf. Nu. !> V 



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— 134 — 

den Neptunstrabanten gut beobachtet bat, selbsl bei Mondschein; ebenso im 
Frühling 187ti di« beiden äusseren Uranusmoiide. (?!) 

Nach Eintreffen der ersten Nnehrichteii alter die Entdeckung der Mars- 
monde hat man in Paris mit dem dortigen grossen Spiegelteleskope nach 
denselben gesucht und anfangs Niolds, iLae.hiie;- aber den äusseren Mond gesellen. 
Am 13. September nah ihn auch Herr Alphons Borellj in Marseille mit 
einem Refraktor von 9 Vi Zoll Oeffnung. Herr A. A. Common hat diesen 
Mond mit einem Irt/nlli«™ .silhersi.ie^el-licllei-toi- um! Vergrößerungen von 
170 und 272 beobachtet. Der .Mond war steis sein- gut sichtbar, wenn der 
Planet durch ein im Brennpunkte des Fernrohr.. ;u ,gf brachte« i'lättehon 
verdeckt wurde; am 15. und Kl. Seplemliev wurde er sogar mit dem Plaue- 
ten zugleich gesehen. Die Kar he des T:aliaute:i war deutlich dieselbe wie 
diejenige der holleren Theilo der Marsscheibc, auch hatte derselbe nicht den 
Glanz der inneren Mocde de. .Saturn. Der innere Marsmond wurde, freilieh 
uur aufglimmend, am 17. Oktober gesehen. Die Beobachtungen des äusseren 
Mondes reichen bis zum 10. Oktober. Auf Lord Rosse's Observatorium 
zu flirr Castle ist der äussere Moud des Mais zwei Mai mit dem (ifüssigeu 
Hellector gesehen worden, die weilere Xaehforsduuig wurde jedoch aufge- 
geben da der stark« Hl.ni/. de- Hauptplam-ten genaue Melsungen verhinderte. 
Auch der grosse Helleitor im .Melbourne bat bc*figli<'h der Marsmonde nur 
mittel massige Leistungsfähigkeit gezeigt und wenn Herr Professor Hall, als 

er die Nachforschung iiaeli diesen M len bi-ganii. seinen eigenen Angaben 

zufolge, anfangs Iii r«h tele, das Melbourne! liiesentelefkop würde günstigere 
Chancen haben einen etwa vorhandenen Satelliten des Mars zu zeigen, so 
hat sich diese Voraussieht gar nicht bewährt. Am 17. August sandte Herr 
Airv in Green wich ein Toleeraiiim über die Ihmleekmiü der Marsmonde 
nach Melbourne, aber einem Briete de:- Herrn Kllerv vom 3. Oktober zufolge 
war das grosse Spiegelteleskop wegen einer liesehiidiguiic; der Deklinations- 
axo „liors de combat". Nachdem der Schaden wieder erhoben, wurde der 
Hellector seit dem 2o'. September so dt als thuiilich auf den Mars gericlitet 
aber mit einer einzigen Ausnahme keine Spur auch nur eines Mondes ge- 
funden. Diese ein/ige <Megi.'i:hei1. fand sieb in der Nacht des IG. Oktober 
als Mars einen Stern 13. Grösse hedeekte. Nach dem Austritte desselben 
erschien, etwa "/s Miirsdiuchmesser südlich vorangehend, «in sehr feiner Punkt, 
den man etwa 20. Grösse schätzt«. Man beobachtete ihn fast eine ganze 
Stunde hindurch, aber ehe eine siehere Ihdsehehhmg i\b«r seine Zugehörig- 
keit zu diesem l'Ianeten getiofl'eii weiden konnte, bezog sich der Himmel 
und seitdem ist niemals mehr di« geringste .Spur eines Marssatelliten im 
Melbourner liefiector gegeben wind«", lleihinlig bemerkt, gibt diese Probe 
abermals einen Beweis, dass «s nicht richtig war, ilie beträchtlichen Geld- 
mittel die für das Melbourner L-rosso l'ein.ohr bestimmt waren auf einen 
Eeflector — und dazu noch gar einen solchen mit Metallspiegel! — zu 
verwenden, sondern dass besser dafür ein möglichst grosser Refraktor he- 
sehaitt worden wäre. 

Wie dem aber aiudi immer sein möge, früh im August begann Pro- 
fessor Hall die Nachforschung nach Marsmoiideii, sobald die geoceutrische 
Bewegung des Planeten, die-e Nachforschung überhaupt aiissichtsvoll erschei- 
nen liess. Zuerst suchte Professor Hall in einer gewissen Entfernung vom 
Mars alle kleinsten Objekte ab, allein diese erwiesen sich stets als Fii- 



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0 Nähe des Planeten 



ein feines Objekt an der nach fol gen Jen Seite des ] rict.-n und etwas nörd- 
lich von demselben, aber es blieb kaum Z.-it nicii i-iru-r Positionsbestinimang 
desselben zu vergeh cm, als dichter Xebel, der vom Potoiuac-liivw aufstieg, 
der l.tcoiculitmii." ein Ktnlc inachle. Nuu trat für mehrere Tasro wolkiges 
Wetter eiu und erst am 15. August konnte diu Arbeit nieder aufgenommen 
werden, allein ein tiewitlersl urm, iirr Abends ausbrach, hatte dir Atmosphäre 
in einen schlechte u zhislatnl Versetzt und Mari erschien so verwaschen, 
dass eine genaue Prüfung nnisichlslus war. Am IG. August wurde das 
Objekt wiedergefunden und zwar auf der nachfolgenden Seile des Planeteu, 



lioilgers vL-f.-.:!,nr.|iH-li:. M.e.rcrc Tage hindurch war ■ innere Satellil ein 

liäthsel. Er zeigte sieh in ein und dr^elbrn Nachr. ai; verschiedenen Seiten 
des Planeten und Prof. Hall dachte mtolerc .Lw-ti anfand an zwei oder drei 
innere Monde, da ea ihm sehr unwahrscheinlich erschien, dass ein Satellit 
in iiiir/.erer Keil um seine:. I.Vril.t'alkc.rper r.itiiv, ah dieser um seine Axe. 
Um hierüber in's Klare zu kommen, verfolgte er den Mond während der 
Nacht des 20. und 21, August unausgesetzt und fand, dass in der That nur 
ein innere; Mond verbanden -ei der seinen Umlauf in ivenii.'er ah ein Drittel 
der Zeil, vollführe, die Mars zui" Rotation bedarf, — ein Pal), der einzig in. 
S.ii mens Vätern dasteht. Di.- 15c"barhiiii:c.eii der beiden Satelliten kennten in 
Wnsliin."«e, bis /.nur :!]. nkt.cber fci^-setzl. werden, also bis die Entfernung 
des Mars bereits auf fl ,'tld! K.idhdiiihallmie-.e:- .^stiegen war. Kein anderes 
Fernrohr, weder Refraktor noch Ketleclnr. ba( die Satelliten bis m diesem 
Zeiipnnkte zu verteilen erstattet und diese lange lieobac.htungsreihe, die- 
allein ausreichende. Halen zur lialinbercchnung der beiden Monde lieferte, 
ist vielleicht der grösste Triumph für den grossen Refraktor in Washington, 
Uebrigons wurden die beide:: Trabanten hahi nach Verclleallichting ihrer Ent- 
deckung auf der Sternwarte des Hai vat'd College in Cambridge mit dem dortigen 
l-ly.c. Ilgen Mnz'-cheti iir:'ral;tor beobachtet ;:i,d zwar der äussere vom 28. 
August bis zum 5. Oktober, der innere vom 4. bis 23. September. Im 
allgemeinen erschienen diu .Monde in diesem Teleskei'C Sehr gilt, der äussere 
selbst bei Vollmond. Als der Beobachter Herr Leonard Wolda, aur Rath 
des Direktors Herrn Piek, ring, den Mars im Gesichtsfelde hinter ein farbiges 
Glas brachte, um seine Helligkeit zu iennituie:ei, wurden die Messungen der 
Satelliten sehr erleichtert Auf dem Morrison-ObBemtorium zu Glasgow 
in Missouri beobachtete. Herr H. S. Pritcbett die Monde mit einem Refraktor 
von 12 Vi" Oeffnung vom 2S, August bis fast zum Ende des September. 
Ilie Satelliten erschienen, selbst- bei nabeln Monde, äußerst deutlich und der 
lleohacbter zweifelt nicht, daran, dass er sie auch während des Oktober habe 
verfolgen künueu, wenn ihn nicht das schlechte Wetter daran verhindert 



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- die Satelliten mit klei 



zeigt, ebenso ein Kefraktor von 7 Zoll Oefthung solche 13.4 G 
jedoch niolit zu vergessen, rtass der heile tUmr* des Mars nn. 
Scliein der diesen t*l;ii)i-t.i=:i im l'ernrohre umgibt, hinderlich w 
Kflcksicht hierauf glaubt l'rol'. Hall, dass der äussere Mond 
Opposition als 12. finisse anseht Kurilen könne. Dieser Mo» 
im Washingtoner Refraktor wann er s-ich dem Mars auf n 
näherte, der innere war dagegen noch in 8" Distanz vom 
l'lanei.e.u sichtbar. 

Die europäischen Beobachtunsea der Marsmonde sind nichi 
Belange. In Greenwich sali mau mit lism l'JzolM-jeii Kefrakto 



Hr. -VV<Mitv 



1 Enceladn 

snd, als das Objektiv mit einer Kappe bedeckt «ai 



n'kiLi.', ä?k'iciis..'i'i^'. Ueimmi;; hilf. der Suite eine Liiii^ von G Zoll 

besitzt. Heu imie.m idlileu sali der «euamite Iteobneiil er nicht, vielleicht, 
weil er in der ersten Hälfte des September, also wahrend der gÜDatägstra 
Zeit Mi seiner Iteolinjilitimg, an dem [Irl'ul^e verzweifelnd, nielit nae.h dem- 
selben suchte. Iii. Key fand den äussern Mond am Abende des 19. Sep- 



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gewöhnlichen, negativen Okulare und eitlem Kutdien zur Verdeckung des 
Planeten war der Tralant nur mühsam von Zeit m Zeit in dem zerstreuten 
Lichte, das den Main umgab, siebtbar; dagegen erschien der Mond bei An- 
wendung eines Okulare mit eomiave.n Linsen, «elcbe :ii]^r-miir dieselbe (180- 
fache) Vergrössernng gab, sehr deutlich trotz des (llanzes »elcher den Planeten 
nmgab. Zwei oder divi Niicliw späte: sah der IteoliachLer den Tabanten 



Der Meteorstein von 1 



steiufall wirklieh beobachtet. Derselbe eMuuete sieh um 17. Mai 1877 
Morgens 7 Uhr in der Provinz Obertassen im Wahle /.wischen Steitiheim 
und Borsdorf, 5 Km. von Hungen. Das gewöhnlich einem Meteoriten fall 
vorausgehende douu erahn liehe, ürtr-fe wurde an verschiedenen Orte» der 
Nachbarschaft geliert, selbst in Langsdorf ^fällig gmü gerade der Schreiner 
Herr Schnrmann von Stein Ii eim auf dem Weg nrieh iioiMlovt. ane.h er h; K[i > 
das Donnern gerade über sich, ohne eine Spur von Wolke zu sehen; dann 
beim Eintritt in den Wald hörte ar ein Brausen, Zischen, Pfeifen, als wenn 
viele Steine durch den Wald Hegen. IU sdilug unmiltelbar neben ihm ein 
Stein gegen eine Fichte, hraeb einen fingerdicken Ast ab und fiel ihm vor 
dio Füsse. Der Mann war so sehr erschrocken, dass er erst nach einiger 
Zeit und nachdem er sich üburzeii^t Latte, diss es nichts Lebendiges, sei, den 
Stein aufnahm. Er war kalt. 

Doch gab der Steiu nur zu Wirtbshausgesp rächen für die liauorn Ver- 
anlassung. So hörte ich erst Ende August von dem Ereigniss; da ich den 
grössten Theil des Septembers abwesend war. konnte Mi erst nach der Rück- 
kehr an Ort und Stell« die Thürsaehen feststellen. Durch Ungünstiges 
Wetter verhindert konnte ich dann erst am 15. Oktober mit einer kleinen 
Atizahl von Gollern und Kehülcru nochmals au den Fallort gehen und 
waren wir gleich heim l!e,;inn .1er Kae.be so gliirklieh, imoh einen kleinen 
Stein von 26 Gr. zu linden; das weitere 2y, utundige Al treihen des Waldes 
war aber fruchtlos; das frisehgefallene Laub verhinderte .las Auffinden weiterer 
Steine, die ohne Zweifel noeh gefallen sind. In der Richtung von NW.— SO., 
in welcher das Getöse viefach gebort wurde, müssen nach Aussage des Zeugen 
und nach dem Augenschein auch die. Steine gelleren sein, Oer erste gefundene 
Stein wog über 86 Gramm. Doch brach der Finder ein oder einige kleine 
Stüeke davon ab; eins von 3,32 Gramm konnte ich noch von ihm erhalten. 
Um eine politurfähige ebene Stelle zu erhalten, liess ich ein kleines Eckchen 



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von 10 Gramm absägen, und so wiegt der Hauptstein jetzt 73.2G Gnu. 
Er ist in die Mineraliensammlung dm- Cuiversitüt Glessen übergegangen, 
lteriellie hat ein« ■ 1 1 1 r^fr« 1 m :irf.sii ^» dreieckige, plattenförmige Gestalt, ist tl.R um. 
lang, 4,3 cm. breit, er bat 2 cm. an der dicksten und 1.2 cm. an der dünnsten 
ÜSlrllc. Ks scheint, dam kaum '/* des ganzen Steines abgebrochen ist Sonst 
ist er ringsum mit einer millen, di'moen. Hekivf.rMii Sdinielzrinde über/.ogeu; 
Orientdrungsleisten fehlen. Einzelne Eisenkörnchen Bind auch in der Binde 
sichtbar. 

Die Bruehfläche zeigt eine graue, stellenweise bräunlich getSrbtc Grund- 
masse. Besonders auffallend ist ein quer dureh den Stoin und schief zu den 
l'htieo sei teil gestellter, schwarzer, glänzender, sehr dünner Blätterdurchgint;, 
der auch bei dem zweiten, 5 Monate nach dem Fall gefundenen Stein vor- 
handen ist, obgleich dieser offenbar nicht von dem Hauptstein abbraoh. 
Eine andere kleinere Stelle anf dem Brueb des Hauptsteins, zeigt einen 
ähnlichen Gang parallel mit dem Vorigen, aber weniger schwarz und weniger 
graphitartig glänzend. Mit der Lupe erkennt man eine ahnliche schwarze 
faserige Masse, ilii' Überlagert ist von gliuizeodem. yauigelbem Troilit in fei- 
nen, aber zahlreichen Körnchen. Sie zieht sich als feine schwarze Linie durch 
d'.'i, giiii/en Stein. 

Der Chondritcharakter des Steins läsat sieb selbst mit der Lupe auf 
der Brach fläche nur schwer erkennen; sie erscheint gleichmässig grau mil 
sehr zahlreichen Hin lag« rangen von Eisen und Troilit, die namentlich auf 
der polirten Fläche deutlich hervortreten. Auf derselben durch Säure Aete- 
figuren zn erzeugen, misslitog, es wurden die dilniLi r, l'attikelcb'n iiitfsjei'it, 
aber Figuren entstanden nicht. 

Doch trt-roa diu ehindi-itiprlie.o Kiigelebeo sehon mit der Lupe deutüeh 
hervor. Zahlreiche undurchsichtige Partien bestehen aus deutlich erkenn- 
barem Eisen, schwer davon zu unterscheidendem Troilit, andere aber sind 
schwarz und undurchsichtig wie die Rindenmasso und in grösserer Menge 
vorhanden; kleine schwarze Körnchen mögen wohl Magnet- und Chromeiaeo 

Die mikroskopische Prüfung zeigt, dass die Rinde etwa zur Hälfte aus 
Eisen besteht und sehr wenige durchsichtige Partikelchen (Olivin) emschlieast 
Die Grundmasse des Steins ist farblos und durchsichtig und nach allen 
Riebtungen hin von zahlreichen Sprüngen durchzogen; ich halte sie für 
OHvin. Nur an wenigen Stellen siod einzelne hutien M'livi;,ilibräunlich ge- 
färbt, namentlich in der Nähe von Eisen, doch enthält Pultusk diese brennen 
Stellen weil, zahli eicber. Deutlich sin,! eim ; ;e i Iii. iu'Migeln nntersch eidbar, difl 
theilweise von der erwähnten schwarzen Masse, theilweise auch von metalli- 



radial-strahligen Krjstallmassen, denselben, die Tschormak bei den Meteorite« 
von Sehergoiiy und Gopalpnr als Bronzit erkannt hat, Kndlich finden sich 
noch Kügelehen aus einer gleichmütig »mu durchscheinenden, nicht oder 
kaum von Rissen durchzogenen Masse. Auch hier erinnern selten vor- 
kommende geradlinige Umgrenzungen an einer oder z'.vd Hoit-ju. üu h'vy- 
stallbildung, Im Gauzeu genommen erscheint also der Meteorstein von 
Hungen als zu den häufigst vorkommenden Meteoriten gehörig, und doch 



lässt er sich nicht mit Agou, Girgenti, Buschhof, N. Concord, Knyabinya, 
Eusislieim, Pohlitz, VonillÄ, Bremervörde, Krehenberg, Seres und Pultusk 
verwechseln, mit »eichen ich ihn verglich. 



Vermischte Nachrichten- 

Einige Folgerungen aus der Constitution des Sonnenspectrums hat Herr A. 
Cornü gezogen. Nauli den spi'elroskqiisidiia l;[Liersnehii!:g<'n enthält die 
Sonneuatmosphärc Eisen, welches demnach ebenso auf der Sonne wie auf 
der Erde, wie, nach der (sehr schwachen) Einwirkung des Mondes auf die 
Miisrnr-tnadnl, auch auf diesem und in den Aerolitben sich vorfindet, also 
auf allen Himmel skCrpern gemeinsamen Ursprungs sein dürfte, ünulc-itli 
das Eisen bei sehr hoher Temperatur seinen Magnetismus sehnell verliert, 
könnte es doch immer auch noch bei der Temperatur der Sonne eineu ge- 
ri:L.£ruji Ma^ne'.ism'.is heividireti. diireh '.veleben die [unliebe YerLU;deriiUL- des S'.ai:- 
des der Magnetnadel bedingt sein könnte. Die bei der Bewegung der Kisen- 
massen der Sonne erzeugten Inductionsströme könnten bei ihrer Entladung 
durch den die l'rd uberan/eii bildenden, sehr verdünnten Wasserstoff das 
Glühen derselben bedingen, welches viel energischer ist. als der Lage der 
Protuberans« entspräche. (Pogg. Beibl.) 

Ein Fixstern mit sehr bedeutender Eigen bewegung ist auf der Sternwarte 
zu t'lirisfiaiiiü i'utri-'.'kt worden. Kr ist fi.tir. und stand lSö.'> in ll h 12° 27" 
Ali. und 37.5' D. Aus der Vürgleirlimig der eigenen lli'i.h.uhi nngeiä 

mit denjenigen von Argelander, schliessen die Herren Eearnley und Geel- 
muyden, dass der Stern in üS.Sö Jahren seinen Ort in Kectascension um 
— 1464" , in Deklination um | 8" »erilndert hat. Dies gibt eine jährliche 
Eigenbewegung im Bogen grössten Kreises von 3-04". Her Stern steht von 
dorn Punkte, gegen welchen sich unsere Sonne hewegt, etwa 60° ab. „Seine 
Lage", bemerkt Herr Prof rä'aniley, ,.i=t also der parallaktischen Abspiege- 
lung dieser Bewegung sehr gunstig. In der That entfernt sieb nun auch 
der Stern vom Apei in einer Richtung, die nur wenig von der parallakti- 
schen Beweguugsriubtung abweicht. Die Le'd.ae'dete Ort-iveriOiUTiisig de; 
Sterns dürtte daher wohi sriwslelitlieils der Sumu-nbewe;.'!!]];.' /-.i/.usdiieiben 
sein und' daher zu der Hoffnung berechtigen, bei diesem Sterne eine ver- 
hältuissmäflsig grosse Parallaxe constaureu m können." Mit Rücksicht auC 
die Eigenbewegung ist der Ort des Stern für 1875'0 

AB 11» 13» 30-08- D. +66« 31' 2495". 

Ein neuer Begleiter des Aldebaran ist von Hrn. S. W. Burnham mit 
dem 1 8 V? zolligen Refraktor des Dearborn -Observatoriums entdeckt worden. 
Er steht dem Hauptsterne bedeutend näher als der von W. Hörschel entdeckte 
Begleiter 10.5 Gr. und ist ausserordentlich liebtsehwach. „Neben dem sehr 
glänzenden Hauptsterne bildet er ein Objeet. das an Schwierigkeit dem Mars 
und seinem äussern Monde vergleiehhu: irr.." 

Hr. Burnham gibt folgende Messungen des Begleiters: 

18* 



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— 140 — 

1877 Oktober 31. Poe.-Winkol 111.6" Distanz 30.16" 
Not. 10. „ 103.3 „ 30.61 

Dez. 30. ,, 112.1 „ 30.27 

Der früher bekannte Hegleiter ist :iu r optisch mit Aldebaran verbunden; 
die nächsten Jahre dürften \' E ■ ■ 1 ] . ■ L ■ - j j i sdioLi zeigen, ob dor neue Satellit in 
physischern Comics mit. dem C.'i-sit mlIhI im-cl t.tfl.1. oder nicht. Hr. Burnham be- 
merkt, dass der SiihislKu'leiler ein leichtes Objekt ist im Tergleicli zu dem 
neuen Trabanten des Aldebaran, doch hat er letztem auch mit 12 Zoll 
Objectivöffnung gesehen. 

Beobachtung von Mira Ceti. Hr. Edwin F. Sawyer bat um die Zeit des 
letzten Maximum im Dezember 1M77 diesen Stern in Bezug auf dessen 
Helligkeit aufmerksam verfolgt und dieselbe nach Argelauders Methode be- 
stimmt. Kr bediente sieh /u deinen Hochachtungen einea schwach vergrössem- 
den Opernglases. Die Beobachtungen begannen am 27. Oktober; am 30. 
wurde der Stern dem blossen Auge siehtba) und nahm nun mach und gleich- 
massig zu bis zum 20. November. Von da ab bis zum 1. Januar blieb dia 
Helligkeit scheinbar stationär, nahm aber dann mit geringen Schwankungen 
ab und gegen Ende Februar verschwand dir .Stern für das blosse Auge. 
Hr. Sawyer setzt das Maximum auf den 13. Dezember und findet, dass Mira 
dieses Mal 42 Tage brauchte, um von der ersten Sichtbarkeit mit ;t i.be ■.«iirl- 
uetem Augo bis zum griissten Glatze zuzunehmen, 77 Tage dagegen um 
wieder dem blossen Auge zu entschwinden. 

Eine neue astrophometfische Methode. Um die Lichta ntensität der 
Planetensch ei ben zu messen, wollte Herr Ch. V. Zenger die Zeit bestimmen, 
welche sie brauchen, um in der Dämmerung zu erscheinen resp. zn ver- 
schwinden, und verstrebte dieses Verfahren zuerst im April v. J., als der 
Jupiter am Morgenliimine] sichtbar war. Kr wurde mm im höchsten Grade 
überrascht von der grossen Kegclmässigkcit der Heihenfolge, in welcher die 
Details der Planetensehcibe verschwanden, und von der Uebereinstimmung 
der so gemessenen Liehtintensitat, sowohl der vier Monde, wie der Details 
auf der Planetenscheibe. 

Es ist klar, dass die Zeit des Erscheinens und Yerschwindens verschieden 
sein wird, je nach der lesfliiderea Hi ili-knr der Himmelskörper, und dass 
das Objekt in dem Mom.ml vrs-ebwin.ien wird, wo der Himmels-Hintergrund 
durch das reflektirle Licht drese^W Inten sitiU «buirl. wie der beobachtete Stern. 

Diese Methode ist so leicht, und das Verschwind™ des Lichtes ist so 
deutlich, dass die lleüioile seilet mit linwiü'lei]. aber «vuiii/end empfindlichen 
Augen gute Resultate geben und so jeden Besitzer eines Teleskops von 
2 Zoll OelTnung anfwTtits befähigen wird, mit demselben werthvolle Arbeiten 

Höchst überraschend ist das Resultat , das mit. dieser phatoinetrischen 
Methode heim Jupiter erhallen wurde; sie macht es möglich, die relative 
Helligkeit des Hundes, des I'i.metci'.ceiilnmis. .li-i- verschiedenen Thüle der 
Gürtel und dor Polarzonen und endlich die Helligkeit der Jupiter-Monde zu 
beurtheilen. 

Herr Zengor gibt die Formeln, welche bei der Berechnung der Hellig- 
keiten aus den Zeiten ihres Verschwindens maasägebend sind, und die De- 



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' — 141 — 

obaehtungen selbst in 3 Tabellen wieder. Das Resultat dieser Messungen ist 
das folgende: 

„Den ersten Hang in der Helligkeit nimm!, ein der nördliche Hand der 
l'lanctemchi'ibe, nahe dem Aequator, dann folgt der mittlere Theil des nörd- 
lichen Aequatorgürtels, die nördliche i'olarzone, der mittlere Theil des süd- 
lieiien Gürtels, die südliche Polarzone; demnächst kommt der dritte Mond, 
dessen Helligkeit sich nur nm 5 pCt unterscheidet von der Helligkeit der 
Plaueteiiseneibe nalm den.: SiMpo!, der zweite und der erste Mond haben beide 
nahezu dieselbe Helligkeit, zutveilrn Indern dieselben die Helligkeit gegen 
einander, und eiidlieb kommt der vierte Mond, der der schwächste in der 
Helligkeit, aber sehr viriiidiirlidi int. imU™ er /mvcilen nahezu die Hellig- 
keit des zweiten Mondes erreicht, bald aber zur Hälfte der Helligkeit des 
dritten Satelliten herabsinkt. Die Mittel, wie sie aus den Beobachtungen 
berechnet wurden, sind die nachstehenden, [Als Einheit ist die Intensität des 
Zwielichtes genommen, wenn die Sonne zur Aequ atonal zeit im Horizont ist]: 
Hand der Plauetenscheibe = 1,555 swa 
Aequatorstreifen N. . . = 1,110 dritter . . . 1,000 

PolarKone N = 1,124 zweiter . . . 0,970 

Aequatorialstreifen S. . . = 1,110 erster .... 0,961 

Polarzone S = 1,091 vierter . . . 0,820 

Eine Periode des lleljykeitsweelifcl- steint angedeutet beim vierten und 
zweiten Monde, und es ist die Periode im Mittel für den ersten 16,6 Tage, 
für den zweiten nahezu zwei Tage, beides in (Jeberein Stimmung mit der 
Umlaufszeit. Die geringe Anzahl der Beobachtungen und der kleine-Betrag 
der Aenderung heim ersten und dritten Monde gestatten nicht, die Periode 
des Helligkeitsweehaela för diese abzuleiten." (Monthlj Notices of tbe Royal 
Astronomical Society Vol. XXXVIII, No. 2, p. 65. D. Satorf. Ho. 18.) 

Die Sterne um den Ringnebel in der Leyer. Mit Bezugnahme auf die 
(aindi im Sirius S. 115 in deutscher Ueberiemim.' mitsei halte) Abhandlung 
des Hm. Prof. Hall über die von ihm mit dem 26zolligen Clark-Eefraklor 
gesehenen Sterne in der Nähe des Hinguebels in der Leyer sehreibt Hr. 
W. Tempel an Hrn. Prof. Peters: „Als gestern die So. der astr. Naohr. 
ankam, worin eine Messung von 9 Sternchen vom Prof. Hall angegeben ist, 
machte ich mir sogleich eine Zeichnung mich diene» "Messungen und fügt« 
den Nebel nach D'Arrest's Angaben hinzu. Da das Sternchen g — von 
Hall — das Entfernteste vom Mittelpunkte des Nebels ist, so schlug ich mit 
diesem Halbmesser eineu Kreis um den Nebel und fand, meine frühere 
Zeichuung mit Hall's Messung vergleichend, dass nur ein Stornchen meiner 
Skizze ausserhalb dieses Kreises lag, aber die Sternchen: a, c, d, e, f, f2 
und g ganz vorzüglich in ihrer Lage um den King mit der Messung über- 
einstimmen; nur b ist zweifelhaft, da meine Skizze auf dieser südlichen Seite 
des Ringes zwei Sternchen zi>i«t, wovon 'Iiis eine etwas entfernter und das 
andere näher am Ringe liegt als Hall's b, naeh dessen Messung dieses Stern- 
chen in der Mitte von meinen zweien sich befindet. Es fehlt auf meiner 
Zeichnung blos das Sternchen f 1, das mir, da es nur 3" von f entfernt ist, 
bei meiner schwachen Vergrößerung entgangen ist; ich hoffe es aber nun 

Ich machte Ihnen wohl lieber eine Zeichnung als eine Beschreibung von 



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— 142 — 

der Lage meiner G übrigen Sternchen, die von Prof. Hall nicht erwähnt sind 
und innerhalb jenes Kreises liegen. Doch will ich versuchen sie anzugeben; 
da sie in der Nähe sind von den Sterneben die Hall mit Huehstaben be- 
zeichnet bat, so füge ich meinen Sternen nur eine Zahl hinzu, cl geht 
südlich c voraus, in der Entfernung von ungefähr 26"; c2 liegt auf der 
Linie von c nach b in 22" Entfernung von c, ist also ganz nahe dem voraus- 
gehenden Rande des Ringes, el folgt südlich in 20" Entfernung von e, 
ist also näher dem Ringe als e; f8 geht in f in der Entfernung von 18 — 20", 
nahe auf demselben Parallel voraus; U ist südlich von f, in ebenfalls 18—20" 
Entfernung, also zwischen f und dem Ringe; al geht a auf demselben 
Parallel voraus, ist "ranz nahe dem Kin^e und liest etwas eingehüllt in den 
Nobelbarte, dor auf den Ring folgt. — Moin 16. Sternchen, das nahe ausser- 
halb am Kreise liegt und das kh mit Ii iiewinbnen will, folgt südlich auf 
Halls b, dasselbe ist näher an a als f an a, und eine Linie von f nach h 
tangirt den nachfolgenden Hand des Hiiiiies. Meine Ski/./.e zeigt ausserhalb, 
doch ebenfalls nah.' de;- KivWini ■■, 70— SO"' südlich dem Ringe, vorangehend, 
noch eine kleine feine Slenigiuppe, die in dem verwaschenen Nebelseheine 
liegt, welcher dem Ringe vorangeht. 

Meine Grüssenschätiung dieser Sternchen ist wenig verschieden von 
Hall's Angaben: a = 11 — 12™, b (mein entfernter Stern) dann d und f 
= 18—14-, g = 14". die anderen 15—16», (D'Arrest schätzte das Stern- 
chen d, das gut mit Hall und mir stimmt, — 19™.) 

Ich zweifle nicht, dass Prof. Hall nach diesen meinen Angaben die 
übrigen 6 Sternchen in der Nahe des Ringes noch sehen wird und vielleicht 
auch, — bei sehr schwacher Vergrösserung und grossem Sehfelde, auch den 
grossen vorangehenden feinen Xebelschein mit der kleinen Sterngruppe sowie 
den nachfolgenden kurzen aber etwas helleren, Nebelbart wahrnehmen WLiii." 

Direotion der Pariser Sternwarto. Der Hinister des öffentlichen Unter- 
richts hat voll der Pariser Akademie die hesid denn igle Einsendung einer Liste 
von zwei Candidaten für die Stelle des Directors der Pariser Sternwarte 
verlangt Die Aufstellung diene.- ( 'audidal.'u geschieht von den vereinigten 
mathematischen Si-cr.u.neii der Akademie, Der Verwaltungsrath der Sternwarte 
hat bereits zwei Candidaten präsentirt und /.war in erster Linie Hrn. Mouchez, 
in zweiter Linie es aequo und in alphabetischer Reihenfolge die Herren 
Loewy tiud Tisserand. Nach uns zugekommenen Privatnachrichten hat wio 
es scheint Hr. Tisserand die grösste Aussicht auf die wichtige Stellung. 



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— 143 — 



Stellung der Jupitersmonüe im Se 
Phasen der V 

1 o = 


pL um 9 b mittl. Greeuwiehcr Zeit 
srl üisler un gen. 

- Q-.: 


■ Q : 


"O ! : 


Tofij West Ost 


1 

•i 


.3 2. -1 0 ■* 




■3 -2 O * Ol- 
-30 Ol -2 -4 


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,a o -i s. 4- 




.1 0 2 3- 4- 
3- O -1 2- *• 
3. 2. .1 O + 


9 


3 2 Ol' 




0 

13 


-10 4- -SO -2 


4- 1- o a- -3 
4- .2 0 -1 3- 




3 


-20 4 .1 O 3- 

■4 3- O 1- 2- 




6 


•4 3- -12 O 

■4-3 -2 0 1- 




7 


-I -3 -lO 2 
-4# l-O 3 -3 




18 


2. O ■! 3 * 


21 


20 1- O 3- -4 

3- O I- 2- -4 
3- .1 2- O 4' 




3 -2 O 1- 4 
■3 -1 O 2 4- 


25 


O 2- % 01 




2- 4 0 1 S- 


an 


4- 1- 2 0 8. 
4- 0 -1 2- 09- 
4- 3 .1 O O-*' 


S 


4- -3 -2 O 1. 



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Plaaetenatflllimg im Monat September 1878. 



i S3 G l I 23 17 



S 1803 
8 29-75 

t aroii 

0 63-87 



+15 42 43-7 22 32 
13 52 5-6 22 30 
11 51 37 0 22 40 



i + 5 5 17-7 22 El 



11 13 54 09 - 

5 4318 
11 37 81 
11 43 1! 



2 31 28.23 j-J-1.1 
| 2 29 52-39 +12 



S 30'7 23 37 



—21 16 29 21 9 7 



3. 9t ;tO" 50-0- | Beptbr. 0. 9* 52™ 130« 



PUnetenoon-i-llallonen. Sept. 2. *■ Morknr in grössd -•: sii.l]. 1, ,:];■. ,^iit.-i.r]„r Ii: 
Sept 6. aiHIi-rlur n.it y.m in < - . . . ..j . i . i . ■ L m in ^-lIü -..■[^k.ji. Sept. 0. 23* J upiter 
dorn Hönde in -Otiini'-ti"]! in l- ti . .-l j ! L -S-.- p L . ü _ j " M ■.■i ki: r in unterer O.jrijun. 

mit der S.inne. Sept. 12. 10k Saturn mit .Via V 1, in f. ,.,j„n.-...,n in I_«tu.n..n 

Sept. 14. Sk Venns mit Drama in i:..ujt.i...t...n i ■..ii.KmiKiu... _e.pt 15. I.tNoi 

ruit dem MunüY in tj.i.iinu.li']. in i;-. .r: :L Tl. M-pi... I".. !■' 'il ll i in ul-i-r 
jiiTi^tun. mit ii.T .inuie. S.']it. lü. Y..ims im IVritn'l. Sept. 21. 4k Merku 
aqfstuii-endon Kneten. Sept. __. 1'' Saturn in i .]!|:.siü.m tuii der Sonne. Snfit. _■>. 
Bonne tritt in -la. ...ieniu der W;if.'i-. Ii-; Bi[i.. •Ii. 3k Urantis nüt 
Hundt! in f.iinji.neuin in I::'. Uu-i.-.Ti^i. n . ?:■:■( _l. M.Tknr mit Venus in Ounjun. 
in lioctflacenaiee. Merkur _S' _-.ii]]. Sep.. ZU. ü" Murkur mit dein Monde in 
jniii-rain in ].-.L.-ei ri'ii-n. Se;ii. il. Venns mit dem Jl.in Ii; in O .iiurii;..inn in _&____ 
a ,,.näi..i. fii-|.I. ZU. 17!. Merkur in s;i-iisst. r ..v.lielar III. ■ns_rji.1_j.il, 17" 51'. . .'].t. _... 
'■ ' "m Porihel. Sept. __. Mars mit dem M.jh.Il' in C-njnnct"- ' 



Morknr im 

Ecpt 30. 3k Merkur mit Mars in .'<'[.jun..ti.ii in IJ.cüiM'.nsimi. Merkur 17' nöriU. 
{Alle Zeitangaben nach mittlerer Berliner Zeit.) 

K_dt.lct.on. llr. Ilcrni. J. Klein in Köln. 



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Band XI oder neue Folge Band VI. 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 



Zenlralorp für alle Freifle dM Förderer der HiMaeMe. 

Heran igcgebeu unlor Mitwirkung 

hervorragender Fiit-liüiKniicr and astronomischer Seliriiistelli 



Sie Beobachtung des Meikiirdiiichgangs in, fJordamer. 



Mr. Paul von dum Hmln; drr Wasbiiiütutiei' fVi'iyaiti; war diiiulbit statiomrl. 
Nirfit weit duvon ist die iinlli.ilie Skilimi: Ambersl. im nellien Stjiüti-. 

Iliro Lajje isl: 71'/s' W. L. uud 42"/ t ° H, Br. Prof. Esty beobachtete hier 
auf dem Observatorium des Amtierst Cnlii^'e. In Washington wurde« Be- 



reiteten Tabellen (welr.tie ohne Hiieksie.ht nnf L's llyvintliese eines intra- 
erkuriellen Planeten berechnet wurden) fluid das Phänomen sogar mehr 



Auch auf dem Privatob, nat^ani .5.-:, In: llenrv Draper in Hasfmss 
am Hudson in der Nahe von Neu- York wurden mit vier verschiedenen In— 
slrumenten Beobachtungen gemacht. Di» Beobachter, die auch 20 grosse 
Photographien aufnahmen, waren Prof. Holden von Washington, Prof. John 
W. Draper, Dr. Dan, Draper von der mcleorob>L.'i-ehea Station im hiesigen 
Cent.ralpark, Prof. Barker von <]er Penney Iraiiki-l'iiiv.-^iirit in Philadelphia 
und Prof. Coakley von der New-York-ÜniYeräilr. Der Besitzer des Obser- 
vatoriums und seine Gattin dürfen Lei dieser Aufzahlung nicht fehl™. 

Der Sonnendurchmes«er beträgt auf den obenerwähnten Photographien 
;> Zoll; de, Merkur ist nicht gifeer :i.ls V a , Zoll 

In Hastings wurde trotz ainmerlifriiii-vi lted, ;! eiiton; kein Hof um den 
Merkur beobachtet, der nur' eine Atmosphäre schlichen lie=se, wahrend, wie 
schon erwähnt, anaere Beobachter u. a. f.ueh die Uumen des Vassar- College 
(der hosten wcildicbce Huchstbnh. i:n Staate New- York) eine solche Beob- 
achtung machton. Das "Wetter war im grossen Ganzen günstig und an allen 
Orten wurde wenigen* ein <;Tü;;er Thfil des Transits beobachtet. In Dtali 
fiel das Phänomen in die Zeil- von 7,1! bis ;i.l7, wahrend es in N.-Hamp- 
shire dio Zeit von 10.26 bis 5.55 in Ansprach nahm.*) 



Der M< 



Das Studium der Erscheinungen, welche die MondoberMelie dem be- 
waffneten Blicke darbietet. In-buo mein- und mehr in Aufschwung zu kommen. 
Bei den smsserordonllieh y.n'bl reichen Mo.neui.n] höchsten wissenschaftlichen 
Genusses, die dasselbe liefert, nniss mau sich in der That wundern, weshalb 
die Selenogiaphie niehl längst in weil, ^-'jsserem Maasse l.ieblingsgegenstauil 
der Beschäftigung in den Kreisen der Fachmänner wie der Freunde der 
Wissenschaft wurde, als dies t,h anschlich der Fall ist. Denn gerade die 

erforderlich erscheinen, sind nur massig; Fernrohre von 8 oder 4 Zoll Oeft'n'ong. 
deren Beschattung die Mittel eines Prival mnnnes nicht uherstcigl,, genügen 



Rrunzt nlin» ihm [Si'rili^slo AnW L.On 11 r.t.]niM|i]iäm. Inn Ullliiill] uii^, objjli.'ii 

darauf si'lir aclltiiam war. liVljri^'ji-i w;ir d,-t Knsian.1 des TTiiiinida wSlirull 
gang* keineswegs »in gliuiitijrrr. I>r. 



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- 147 — 

vollkommen, ilio wichtigsten llesultate bezüglich der Mondobertläebe au 
liefern; ja, solche lustrumente sind besser geeignet, wert h volle astronomische 
Ergebnisse bei Anwendung auf den Mond zu liefern, als nach irgend einer 
andern Richtung lt in, denn was 5 1 l u r iiire Aufgabe ist liegt durchaus in iliteui 
Bereiche. Es iai, sehr -.viil n=i;S;v'i :il Jv.1 1 , des- das geringere praktische 
Interesse in der Beobachtung dys Mondes /um Tlieil wenigstens dem Maugel 
eines Werkes z umschreiben ist, diis in müglirlisl umfassender Weise deu 
demialigeu Zustand unserer Kenntnisse der MLitideljerllfeche behandelt. Das 
grosse Werk vou Beer und Mädlor über den Mund, das freilich als die 
Unindlago der Selen »«raplrie zu betrachten ist, erschien vor beinahe einem 
halben Jahrhundert, abe: es bedarf guneuwiirt.ig sehr ■ -inur Kevision und Er- 
güitf-ung, um den kenlL>eu Sbmii.iiukt .bu-znstcllen. Unter diesen Umstanden 
ist es von allen Fre unden de. S.de:e.g,,inbie mit großer l'reude zu begrasson, 
dass unlängst Her, Edmund Ncison, der viele Jahre liinduieb an starken 
Teleskopen die Me.ie.ischcii..e dmvld'oiscliie, .-iiiu uml'as,ciidc Arbeit über den 
Moud publieirto, die in eingubuudster Weise den gegenwärtigen Znstaud 
unserer Kenutuisse der Mondidierilüche darstellt. Dieses wichtige Work liegt 
mm auch schon in eiuur nulurisii-tcn denlsebcn l'ebcrsctzung vor und ent- 
hält ausser dem Teile eine vollständige Mondkarte in J3 Blättern, 3 Speeial- 
kurten und ü iarbigen Darstellungen einzelner M endt egionen, die aa Ver- 
grüsseruugou bis zu 530fach gezeichnet müden. '1 Die Moudkarte ist ausser- 
ordeutlieh reichhaltig, denn sie einhält nicht nur Alles, was Mädler'a Mappa 
.Seleuograpliiea oder l.e.hi-niaun's Muudknite gibt sun lein ausserdem mehrere 
Wusend neuer Objekte einschliesslich vieler neuen Killen, die Schmidt's 
grosse]' Katalog nicht aufzählt Das Werk ist, für jeden Beobachter absolut 
unentbehrlich, aber atieh der Freund der Astronomie, der nicht im Besitze 
von Instrumenten ist, liude.t sieh mit diesem Werke und dessen Karten in 
der Hand in der Lage, den Mond gewi>:ermaasseu zu bereiseu, alle Merk- 
würdigkeiten seiner Oberfläche kennen zu lernen und sieh auf diese Weise 
einen edlen und stets neuen llenuss zu verschallen. Dazu kommt, dass die 
Darstellung ihrer Natur nach populär ist, besonders in dem Überwiegend 
grösstou Theile des Buches, welcher die Topographie der einzelnen Mond- 
ländur gibt 

Es wiiil augezeigt sein, au diesem Orte einen raschen Blick auf den 
ersten Abschnitt des wichtigen Werkes za werfen, da der Verfasser unter 
gewissenhafter Berücksichtigung des gesammten zur Zeit, vorliegenden Ma- 
terials zu Ergebnissen bezüglich gowissor physischer Verhältnisse der Moud- 
oberfliltiho gelangt, die keineswegs nnl den Ansichten gegenwärtig gang uud 
gebe sind und die Ihiicr dein Andern iucIh]'] icht. dl civinsibmitu. 

Sehr richtig hebt Neison im zweiten Kitpitei seines Werkes hervor, dass 
die Aelieliebkeit, ja die L'eljei'ei:t-tinimunL,' der sl edlüclieti Bescliatlcnheit der 
Erde mit derjenigen ihres Trabanten nach den neuem Fortschritten der 
Wissenschaften als ein Beweis der Thatsadie angesehen werden mues, indem 
nachgewiesen werden kann, dass sie die einzige zulasse Voraussetzung ist, 
der zufolge dio wahrgenommenen binaren rbänotnene mißlich sind. In zwei 



•I K. Nets. in, der lli'ml und ■ t l - ■ lii'srliatiVnlicit um: '.lill.ib'i.' 

turiairlo iteutsrfie Ans—'-- 

liüliuii durch die Vortag! 



Autoriairte deutsche Ausgabe Mit 'äi Karten und B Tafeln in Farbendruck. Zu be- 



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wesentlichen Eigouthümliehkeiti-u ladd indess die Mondoberfläche einen aus- 
gesprochenen Gegensatz zur Oherliäehe der llrdi-, insofern Jiiimlicll bis jetxt 
weder Wasser noch ein« Aliije.Hi'hiire mit Kidierheil auf dem Monde nach- 
lud, obwohl ollt'iiliar die entschiedensten An/eichen der Wirkung 
'' werden kfuiiicu. Dies bildet eine der haupt- 
äntwerfimg eines einheitlichen Umrisses der 
■es Trabanten, obgleich will reiche Hypothe- 



lächo des Mondes herrscht ki-iu /.wtdel. nhv.-ohl für das voll- 
:hlen des tropfbar flüssigen Elements kein Ueweis geliefert. 

Ebenso sprechen viele wohl begründete Thatsachen gegen die 
.1 Jlondalmesfhere vor. dnei liidili^kei:, die derjenigen der 
e gloich oder amifLhemd gtüiiii ist. Doch kann man nur 
vielleicht kaum gauz zwingende Beweise sieben die Eiistonz 
rnosphäro anfüliren, die eine wicidiee. fust derjenigen der Erd- 
acli den respectii-en Massen verhall uissen beider Planeten, 



; der Masse der ursprüng- 
lichen Moudatmosphäre m der Masse des Munde, den enl sprechenden Ver- 
hältnissen auf der Erde ;ilmlidi sei; über ,11«. Verhältnisse auf der Mond- 
ohertiäehe sind solche, dass die dorti«-.- A1m..sphäre nur Vm dtsr Dichtigkeit 
besitzt, welche sie nach den Müssenverhälhissen mischen Erde und Mond 
haben müssto. Die Oberfläche des MondeB ist rümlioh im Vergleich zu 
seiner Masse nicht nur weit erriwer. sonder:; diü Schwere ist dort auch weif 
Seringer, so iliiss aus diesen Ursachen die Atmosphäre einen verhall niss- 
miissii; v.ck ^snr:i Kimm einnehmen und folglich von sehr geringer Dichtig- 
keit sein musH. Eine Atiiioii'jiiiv.-, '^eldic derjenigen . Li l Erde ii. licziii: auf 
Uiehliekeil .in ..L (■kysikidisdiea Eiiiliuss vermeid: hur wäre, kann somit a\lf 
der MuiiileUTtliiche iilj:.iii:u,iit nicht er.v;;:ict itcrj. und es lallt damit die 
Xoth wendigkeit einer Erklärim-; fort, warum der ilond keine solche Atmo- 
sphäre aufzuweisen hat. Die vielen, in rtiaiif.l 1 1 -:i Fällen tsojrar (,'ei.streicheu 
[hlmiheseii. «ee.lhe zur Krsläriuej; der Nidi(e\isteü/- atmus|-härisdier Zustünde 
aut dem Mond.- erdadii worden sind, brauchen also unsere Aulinerksiuukcil 



würde, wenn beide Atmosphären in demselheu Verhältnis!} zu einander stän- 
den wie die Massen von Mond und Erde, erinnert er aber auch daran, dass 
diese Moudatmosplwre dem Einflüsse einer sechsmal so uroasen Oberfläche- 

an^ese-ut isl unu daher durch deren Wirkung weit schneller und in hoher 

Grade vermindert werden muss, wie die der Erde; wenn mau ferner den 
bedeutenden lletrae ihrer atm.0H]'liäi-i sehen llcsiaiidt.herle erwägt, welche in 
eine permanente Verbinden!: ini! der Obertiädie getreten und auf diese 
Weise absorbirt werden sind, so ist es leide he^reiilidi, wie die atmosphä- 



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keit der Kril;i.tiiii>qib;in! hisitynn würde. Doch kann diene Atne.r|>1iou nir.lit 
lertA-li reiten bi* die ganze Monilatniiisphäri! durch den liinfiuBts der Oher- 
tliidu' entfernt »mden ist, wcuig^ens rüeht. wenn man an der Aehnlichkcit 
mit den entsprechenden VVrlKdtmsseu. der Kide festhält. Wvnn dabei- der 



auf die detaillirti: iViit'iing der MotiLltdjerlläebe verwandt, babeu, erkanntau 
mehr oder weniger direete An/.eidien der leisten-/, fä (Ti?r feinen Mondatmo- 
Bjdiäre, ganz abgesehen von dem indirekten Beweise, der durch die in der 
beschaffen heit der Oiierlbiebe daa-obuteuen Ursi-hri minien , geliefert wird. 
Iis ist daher in der Ife^l anerkannt worden, das* der ilmid eine wirkliche 



,fit- in kdien scheine, als die th 
.'i'ix-hiedenlieit, die dem ganzen 
i-iinlit sri!Hvlnilir:li ungene-nmien. i 

ilUT der (l) J rlila.-iL,.l],li..l,ri,;kl;Li d«r 



■er und Mndlnr, und es war vielleicht der einzige Grund, der sie ver- 
werte, die Existenz einer Atmo-snliiLre von «nViori'r Dichtigkeit xu erken- 
i, die ihre I5eu buch Innren zu eu'enbmen ,-ebien. Die in jener Untarsuch- 
g gezogenen Schlüsse wurden durch eine ün Vollkommenheit in der Gleichung 



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— 150 — 

illusorisch, welche die Bremen der 0bertlj:ehenilic,hli_4;ei[. iler Atmosphäre 
die einer gegebeneu horizontalen liefrnkiioii entspricht, bestimmt, eine Un- 
voilkomiiienheit, die von. der Auslas; ulil: eines Faktors hurt Qhrte, der von 
der DiÜ'erouz der Gravitation hei der Oherlläehe der lüde uud des Mondes 
abhängt. In Polira dessen muss der grössto als möglich ^el'undene Werth 
irgend eitler limtireii Atmosphäre unter den un', r eiu.imiiie!i-ii liedin^'ungen sehr 
bedeutend vermehrt weiden und zwai nahezu bis auf ein Dreihundertffinf- 
zigslel von der Oberrlächendicbtigkeit der Erde. Diese beiden Resultate 
Illingen vnn der Temperatur der Atmosphäre tili, wobei diese als durchaus 
lilehbniiissi;.' belraelitel wird, wahrend es bekannt is(, dass die Temperen r 
mit der Zunahme der Hülm beträchtlich abnimmt. Aber da es schien, dass 
die llieiiti'_*keit. ven diesem ( 1 1 ■ h i i ■ i 1 1 ^ i ■ 1 J : i !■■ : ■ aus am sehiiellsteti ahnelmic inj 
daher dio Oborllaeheii.lichtiijkeit am i»rüäfil 011 sein würde, wenn oine gleich- 
massige Temperatur angenommen ward, behielt Hessel diese Voraussetzung 
bei. Hierbei wurde aber der Kinrluss der Temperatur Veränderung anf dio 
Refraktion übersehen. Denn wenn dio Abnahme der Temperatur waeJrst, 
schwindet die lio:iM:;tale Retraktion für eine ^ebenc Dichtigkeit an irgend 
einem l'unkto sehneil. und dies compunsirt mehr als vollkommen die kleinere 
( >':!erti:ielie!nlkli^leit. die einer ^ebenen Dichle in bestimmter Heile ent- 
spricht. Um daiier das .Maximum der tilierlläeliendieht.i^keit für oine ge- 
gebene liutLwnbiie iielr;iki.i'.m auf den 1 ii-Ee;^ t] . lein ui erbalten, die liessei 
zu etwa, fünf Meilen annahm, und als den Kund des Mondes bildend ansah, 
müsste man, stall, eine Lileielitua-si-e Temperatur voraus/iis-L/.cn, den wahren 
\la<iiiiiihvei1li .(er Temperal arabnalmi'' in lietrnrht ziehen. Unter diesen 



grüssei'. als die von Hessel berechiiele. Iis ist bereits erwähnt v,„i,| wie 

nach den bekannten lledint/un^en , welche die Ulierflächendichtigkeit der 
Mondatmosphärc rtyuliivn. veinnrl'ti<_''-: Weise riieht i-nvartet werden kann, 
dass das Maximum der i>bcr(!;n-i:e:mieht^*,a--il mehr als ein Fünfzigste! von 
derjenigen der Erde betrage; wahrend es wegen des biindusje^ einer yeiiüli- 
nissmässig grösseren ul.ei Ibiehe u'ahrsehoinrich iat, dass dio Dichtigkeit ein 
Dreihundertstel von derjenigen der Erde niebt weit über« /breiten mag. Somit 
scheint uutor Annahme der von liessei aui'-os teilten beschrankenden lic- 
diniMie: eine soiehe Atmosphäre auf dem Monde möglich zu sein. Ware 
dieser richtige Werth trüber gefunden worden, 
rangen, zu welchen verschiedene Selenograpbeu, 
langten, wesentliche Aeudernnireu erfahren. 

Neison geht nun dazu über, die für die DI 
atmosphäre erlangten Resultate nicht nur mite 
von Bessel vnriiiisgesely.len liedingving zu prüf 
durch dio neueren Resultate der aslroiiomisehe: 
frage gewnrleueii Lichte v.u berraehteu uud so ai 
den nun bekannten I5cdiai:u:i:. f cn in '«liehe Maiiii 
keit ft ' 



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im VerbfLltniss noch ungefähr ein Zwanzigstel der unserigeu i 
aoleho Atmosphäre würde ihhIi fiilii^ Weihen, den merklichsten 1 
die Oberfläche aus/nahen, wiilirend sie sicher in Bezug auf Düu 
den Vergleich mit dem Vacuum einer guten Luftpumpe verdient. 

Unglücklicher Weise, liemeeta Xekiti. erfordert die beieiuhn. 
die Kenntniss des genauen Weitlies des Mondhalbmessers. Geg* 



iuiselieu dem sie-h rtus diesen Heili'ekunu'en ergebenden M lliallmle.nsei' imd 

dem Werthe der nach den Gree.Jiwie.her ISenWJil linken als der «Miauest.' 
fjull, esistirl. Diesen Keniaten zufolge nnlmi der kfmiediehe Asl roiieni 



Airy a 



D Hngli Dreen, Greennicli Ohsen, IBM Apjwwtix 



die Difiereuz zwischen dun beiden Halbmessern zu vermindern. Spater*) 
wurden die zu Greenwioh, Oxford und Cambridge zwischen ISliO und 1872 
angestellten Beobachtungen reduurt u:n; mit den günstigeren zwischen 1850 
und 1860 zu CJrccuwk'h ti-Ln] r i l eoitibinirt, um: üüdi den Resultaten einer 
Keiiie von ;■'(;! UoJrtLiiiULiL fthieu es. da;: die t.'orrcr,:.in:i des angenomme- 
nen Miuiinallialbincssers — 2-1" und diejenige des in der vorhergehenden 
Beobachtungsreihe angewandten Halbmessers — 2-8" betrage, wahrend die 
Differenz bei stärkeren Instrumenten und unter günstigeren Bedingungen be- 
deutend grösser erschien. Es scheint Huhn, da-; /wisehen dem Werth der 
Mondbedeckuug und dem gemessenen HiLÜiuii-sssr Uns Moiides eine Differenz 
von einigem Belang existirt, die einer nedeckmigsrdiirdaliuu von gewöhnlich 
fünf bis zehn Zeitsel.-ninUn ents(iri<-hf und diiieb Wieling der Irradiation 
nicht vollständig erklärt werden k:uin. folglich int iiii- Kiisteuz einer luna- 
reu Atmosphäre von genügend.;]- iiidiligke.it. um die gefundene Differenz 
hervorrufen zu können, zweifellos möglich, ja, die I hntsächliehe Existenz 
einer solchen Atmosphäre ist wnbrsel:einlii-:i :;eniaebl. wenn mau die über- 
einstimmende Natur der ans den fSeöhaehtmi'.'e.n er/hdten Resultate uud die 
offenbare Unmiiglickken eine:- i/Wimng uns .mdiron krsachen erwägt. 

Betrachtet man den angefühlten Werth als deu Maximal betrug der ho- 
rizontalen Hcfraktion, so ergibt sieb daraus die mögliche Maximaldiuhte 
der Mondatmosphiire zu Vioo von der Oberflächendichtigkcit unserer irdi- 
schen Lufthülle. Doch weist Xeison mit Hecht darauf hin, dass die wahr- 
scheinliche Dichtigkeit der MuiekitmosphiLre au der Oberfläche unseres Tra- 
banten etwas geringer ist, weil in Wirklichkeit ■,vai:r::ch':ii;ieh eine wem!- er 
rasche Tempora turabnahme zu erwarten ist als die, welche das Maximum 
der Obern acheudiehtigkeit bewirkt. Iu Folge dessen ist er geneigt,, die Maii- 
jualdichto der Mondatmosphiire auf >/ M , von jener der Erde zu schätzen. 
Man darf hierbei aber daran erinnern, tass diese Dichtigkeit in den unge- 
heuren Tiefeu der Ringgebirge wie etwa Theophilna »der Copernieus be- 
trächtlich bedeutendur ist. Merkwürdig ist iiKcrdings, dass mittelst des 
Speetroskops keine Andeutung irgend einer Uunilaime.sjdiun: wahrgenommeil 
worden ist Derücksrclitigt. man aber, sagt Neison, die lange Schiebt der 
ungleich dichteren ICrdaimosphare, wekhe die Lichtstrahlen durchlaufen, so 
erkennt mau, dnss sic-h jede Vermehrung der durch den ilintiuss der Mond- 
atmosphäre in dem rtju-f .t-r« ui erzeugten Linien in der ungleich starkem 
Wirkung unserer eigenen atmosphärischen t'iuliiillutig verlieren musste. Wenn 
also nicht irgend ein neues Element in der Moiid;itnus;ik;he e:]t;:alleu ist, 
was höchst nnwahrse heinlich, so muss das Speetroskop zur Enthüllung ihrer 
Existenz unwirksam seiu. 

Schröter glaubte DämmerungserscheitniLiL'e:] auf dem Monde zu erkennen 
nnd schloss daraus auf das Ynrhu^en-eiu eiuer Moudatmosphäre , deren 
Dichte '/ äs von jener der Lufthülle unserer Lrde sei. Miidler sah auf dieses 
Resultat geringschätzig herab und wies darauf hin, daas auf dem Monde 
niemals auch nur eitie Spur von Trübung wahrgenommen werde. In Wirk- 
lichkeit hat diese Miller' sehe lieh;Lii|dung genau eben so viel oder so wenig 
Gewicht wie die Seh reit er' sehe. Madler war gewiss der beste Kenner des 
Mondes was das leichter wahrnehmbare Debil anbelangt., aber die feineren 

*| Montlilj Nnfiraa .if the Royal Astron Sm. vol. XXXIV. 



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— 153 - 

Obern 1 ach entheile entgingen seinen Hilfsmitteln, die in einem 3'/iZ0lligeu 
Fräuenhoferschen Fernrohre bestände';, da iiir I it juir. und seinen grossen 
Refraktor der Meint keine geeignete Sr.jtl-.ujLr behufs anhaltender Detailstudien 
hat. Schon Gruithuisi'n sprach es aus. dass „selcii.wphätisehe Bedeckungen" 
vorkommen und nenn er auch in seinen Ansichten entschieden zu weit ging, 
bo darf man doch heute mit voller Sicherheit, behaupten, dass gewisse Ke- 
gionen der Mond ob erl hieb« zu Zeilen ,. gehabt' erscheinen, mag min die Ur- 
sache in damiifarticHM I^halatic,::,.!) oder i„ nehelanigen Concrctionen 1«- 
Stehen. Diese „Decken" entstehen imd vergehen äusserst langsam, sie ziehen 
ninht wie unsere Wolken rasch über üerg uml Thal, sondern ruhen tief am 
Boden, das gröbere Detail freilassend oder doch nur wenig verhüllend. 
Mädler hat hiervon .aar nichts gesehen, auch nberhaupt Ihobachtungen dieser 
Art nicht ansteilen können, schon weil er dann mit seinem grossen Unter- 
nehmen der Mappirang des. ganzen Mondes in absehbarer Zeit nicht fertig 
geworden wäre. Schmidt dagegen, der last ein Menschenleben auf die Dar- 
stellung der Mondobcrllächc verwarn!! hat und sehr tief ins Detail eindrang, 
fand thatsächlich IVisphdc solcher liedreknrgin de:- Moiidrcgionou, obgleich 
er von Anfang, befanden in Jlüdlev's Anschauung, gar nicht daran glauben 
wollte. Wie wenig stichhaltie: sich bei näherer IHraihLung manche Aeussc- 
rungen Mädler's über spezielle Verhältnisse der Moadobertlächo erweisen, 

im. '.:[■ .l-i- L-rUnui Rahmig' einiger Mondregionen gedenkt, sehr bestimmt 
behauptet, dieselbe kremo wohl nicht als Mbil/e flu die Behauptung einer 
Vegetation auf dem Monde dienen, „denn bei so verscliie denen Katurverhält- 
uisseu wäre Uebeieinsfiiiimung der Farbe ein reiner Zufall. 11 Thatsächlich 
ist es genau umgekehrt und man darf .heis! f j i > !: i i nr. j ■ f ■ ■ u . dass Nichtüberein- 
stimmung der Farbe ein reiner Zufall wäre. Wenn man die weite grüne 
Fläche des Mars Serenitatis um die Zeit des Vollmondes in entschiedenem 
Grün schimmern sieht, wahrend bei schräger Kelenchiiuig keine Spur davon 
vorhanden ist, oder wenn man die merkwürdigen, von der Sonnenhöhe ab- 
hängenden Farben Veränderungen im l'laio verfolgt und erkennt, dass sie rein 
optisch nicht ZU erklären sind, so wird man etwas weniger zuversichtlich 
dein Monde eine gewiss« ertlich« vegetative llcacc^ing absprechen, als dies 
Mädler gethan, besonders, wenn man ähnlichen l-arhcnwechscl anoh noch an 
anderen Tunkten der Mond.-rbi^tic.che r.iu; luv eben kann. Sicherlich ist es 
thöricht auf dem Monde heute eine voll-tacdiae I'.'tici-ciiiötirainnng mit den 
Verhältnissen der firdo suchen zu wollen, aber es ist eben so onvrifHen- 
schaftlieh, in das andere Extrem m vorfallen und um jeden Preis dem 
Monde eine Ausnahmestellung ze, vindiciren. _\eiso:i liebt sehr richtig hervor: 
Eine eingehende i'rfoschnng mi( 1 1 5 1 l v. ■i^.-.l i .. ; L ..i krafi.v ollen Hilfsmitteln 
Iflsst diesen Eindruck der l'nähulichkeit zwischen den ISibUnigcn der Mond- 
und Erdoberfläche viel an Kraft verlieren und gestatte! grossere Aehlllich- 
keiten festzustellen. Wie Chaeomuc faml, enthüllt eine genauem Prüfung 
mit Hilfe starker Instrumente in der Stiudur des Mondes viel grössere 
Analogien mit der llrde, als selche sonst, oisebemeu, während zwischen ver- 
schiedenen vulcan Ischen lirdregioiien nrnl den unrein 1 massigeren Thcileii der 
Oberfläche häulig «ine allgemein« Anabigic nachweisbar ist. In den ebeneren 

(legenden des Mondes, lies lers in den grossen grauen Hachen, welche 

Hevel als „Meere" hezeiehnete. obgleich sie b«kaun|.Iicb lang« von jeder 



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- 154 - 



Wasserbedeckung frei sind, erscheinen viele Spnren der Wirkung derselben 
wie die Formation diluviale: ALilageimgcu. welche Sir Jolm Hörschel ent- 
deckt bat und dio von vielen S.-büii ^aidiei, we.bi genommen worden ist. 
Ferner bezeichnet Professor Phillips, also keine jjOL-Ln.m: Autorität, viele Ana- 
logien zwischen den vulcan Ischen Bildungen der Erde und denen des Mondes 
und fand zahlreiche Andeutungen der Wirkung einer /ersinrenden Atmosphäre, 
Hl deren Erkennung er mit ?rl ; L ■ ; 1 1 ■ j und ;.udr:r;; Sclenograpben übereinstimmte. 

Ea ist bekannt, bemerkt Meisen, d;ns Schr.'.ier mittelst, seiner kraftvollen 
Instrumente viele KrM'beiuungeu wahrnahm, die ihm ;-ls sichere Beweise der 
Existenz einer atmend -eine Inuhullung des Mondes galten, beitdem hat 

Einflüssen herrühren und -/war hau|.t-i!rhlich vnn lith-neLtungs- und Libra- 
tionav erschieden Ii eilen , deren volle Wirkungen zur Zeit der Schröter'schen 
Beobachtungen nur zn wenig berücksichtigt wurden. Einige Wahrnehmungen 
Schrfltcr's bleiben aber noeh unerklärt, und haben durch spätere Beobachter 
weitere Bestätigung erhalten, obgleich sie von Mildler nicht wahrgenommen 
wurden, der, selbst wenn sein.' ^p-ir-i ben 1 Ii LtV-=:j] :t t-=?1 hiurrv-heniL gewesen 
wären, vielleicht zu sehr mit ZMer.inngTn jrsebiiftigl war, um soleho winzigen 
uml vorübergehenden /!ügu au neiirtn. \''.n:i man Kchrüter's Beobachtungen 
mit denjenigen von Beer und Mädler vcrgleitnt. dan' i'erner nicht übersehen 
werden, dass ihr Frauenhofer'scbcr Refraktor von 3>/ t Zoll Oeffbung, welcher 
Sehröter's grosses Teleskop an Schürft.' beüenlemi übertraf, in Bezug auf Licht- 
stärke keinen Veriricich mit dein giurseu Kellccior abhalten würde, und die 
Kleinheit seiner Objektive 11 nun g mag es verschulden, dass Heer und Mädler 
nicht im Stande waren, manche von SchriUer beschriebenen Gegenstände und 
Erscheinungen zu entdecken, die seitdem mit späieren Beobachtern mit 
besseren uptisrhe-n lli1r l: ]:i unlirge;i(,u]inen worden sind. 

Die hauptsäidiliflisit' von Sidnider gesehene und von ihm als unwider- 
legbarer Beweis der leisten-/, einer Mundil: ni. Sphäre hl raeht.ete Erscheinung 
war das Dämmerlicht an den Hörnern der .Mondsichel und seine Beobach- 
tungen desselben sind von (Jrml buisi-ri und Anderen heslötiut worden. Mädler 
dagegen erkannte das-clbe nicht sicher als verschieden von der durch das 
Liebt der Erde hervorgerufenen Beleuchtung, obgleich er geneigt war, die 
Hsistcnz dieses ZwieliriiT.-; 'v.raiirhen. welche;; er durch liellesion von den 
Thalsciten der steilen und hohen l.'sihuil.'.gcbirge zu erklären suchte, — sicher, 
bemerkt Xoison, eine wenig zutreffende Erklärung. Es wjU scheinen, als ob 
Mädler in diesem wie in manchem tuideici, Talle dureh die Annahme des 
Besscrsehou Werthos für die Maximaldiohtigkeit der Mondatrnospliäre dazu 

vermeiden, und glaubte, dass sie möglicher Weise durcli locale Coudeusiroiig 
die von ihm erkauni.'ii rlniiumiene lutivonufc Viele andere Ueobachlu Ilgen 
wurden von Schröter erwähnt, in welchen gewisse lleii.liehkeiten dunkel und 
undeutlich erschienen, während Alles ringsum scharf und klar war. Hierin 
stimmte ihm Mädler bei, der indess der Meinung war. dass jene Veränder- 
ungen durch Lihrations- und lleh'iirhtimgsiinl.iTSeliteLlo, die besonders einige 
Formationen afficirten, erklärbar sein möchten. Beer und Mädler erwähnen 



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einen blauen ve.ru hergehenden Hclicin an KratorwiLndeD bei Soiin<-iiL(iiiV:in.^. 
der schnell Verschwindet und gais/lieh loral erscheint, indem er sich auf ein 
oder zwei uhjekle h,'sdiiäiikt, während andere y^iiiiu ähnlich liegende oLno 
eine Spur desselben »ijCnüili'ii werden. Amdi Scbme.li hat diese Erscheinung 
beobachtet, und schreibt sie der Wirkung des secundären Speetrums aller 
achromatischen Objektive ssu. Es ist jedoch fraglich, inwiefern dies als Er- 
klärung des Phänomens bei seine]' biciilen und Hellenen Sichtbarkeit gelton 
kann. Di« Ki sohciiumg ist. al.ui ^'i-jis auch villi späteren Beobachtern gesehen 
werden. Bisweilen erscheint von zwei benachbarten ( H j j u 3-: ' t- j i in i L > i ül i ■ - / ■ ■. ■ j ■ 
Lage lind vini gleicher Helligkeit und Gestalt tian eine schwach und dunkel 
i;ad von i'hier id;mlii-!i' r: l'aibr s uj i; ■■■i- n . wahrend das lindere scharf, klar 
urnl farblos ist, Schröter und Schmidt haben aueJi einen grauen Ifcind um 
ihm schwarzen Schalten einiger der tieferen Krater gesehen, den Letzterer 
ibb.ii'ch erklärt, (lass derselbe von einer sehr /erMiiflef cn Wand gewotien 
wird, Diese Erklärung kiitin indess nicht für genügend gelten, da man siebt, 
liaas es immer der innere und nicht, dm- äussere Schaf Ion ist, während man 
ihn unter sehr variirenden Beleuohtimgsbedingungoii wahrnimmt. In keinem 
sind diese voransgescty.teu I "lirie'ehiiassujkcilru wah:vcu.)mi]icn worden, 
'irnii'id sie /nr HeryoiTufung eines solchen klVe-.ts sehr in'ilenl eii'l sein mibsteii. 

verschiedenen i !e!. : _., iilieit, n hat man bei S.>iiue.nfiufg;.ng in den tieferen 
Theilen der Mondoherifärhe. eine nebelig IC-rschciiiuiig wahrgenommen, die 
um total.')« Verschwinden der gewöhnlich ;lii der ' iberiUchi; sichtbaren Details 
1 cgieilet wird. Das i'b;i:i.iiiien verschwand nllnüblk Ii nüi dem Steigen der 
Swine, indem das Innere seil) gewöhnliches Aussehen wieder annimmt. IM 
anderen i Iclegcnliciten wurde ein breiter huliischui: J - - l' . v cIiclii enr.deekt, der 
den wirklieben Schatten begion/te und ebenfalls nach Sonnenaufgang ver- 
schwand, oder das Innere erschien einen beträchtliche.!; Z"ilraun) nach Seuneu- 
aulgang nebelig und undeutlich, wahrend Alle!- ringsum scharf markirt und 
deutlich war. 

Diese sümmtlicheii Kcidjarbtuhgen, führt Xeisoli fort, sind in jedem 
Falle von bedeutende)' Feinheit und in keiner Weise von entscheidender Natu)', 
indem sie nur in mächt inen Instrumenten gelingen lo'hmeii und dann allein, 
Wenn die Kej>ion eine durchaus bekannte ist, wobei der Kinlluss dieser letz- 
t Ten Iteiliiigung sein 1 in- llcwicht fallt. In l'olye ihrer 5ns-eis1 serini;e:i 
iUehlheit müssen alle auf die Wirkung der Moudaiinosphüic zu nick/u ffihren- 
l Erscheinungen zu den feinsten und flüchtigsten girieren, welche die 
Voransset'.nng einer bedeutend grössern 
;eu, die wir nadi unseren beutigisn Kennt- 
i daher von vorn herein envnrtet uerder:, 
dass sie nur unter ausunhnis weise e.u: , .;ti_'c:i Veilül:ui- ; -en zum Studium der 
Details der Mondoberfliobe nachweisbar sind. Sur wenn nach sorgfältigen 
«nil fortgesetzten Beobachtungen die Details irgend einer bestimmten Kegion 
der Moudoberfläche genau bekannt sind, bietet sieb Aussicht, die erwähnten 
leinen Erscheinungen zu bemerken und ihren anormalen Charakter zu er- 
bauen. In einer weniger genau bekannten liegion würden sie sieher der 
Vi'iibnndiiuiini.' entgehen, und da- entspricht durchaus der von den Seleuo- 
graphen erkannten Thal.sache, dass erst nach genauer Vertrautheit mit deu 
raarkirlereii Theilen einer Mondlandschaft die schwachen Verschiedenheiten 
der Lichtabstufll Ilgen , welche die kleineren Unregelmässigkeiten andeuten, 



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r Dichtigkeit. 

a Dichte aus 
einen würden 



wie diu Ki-da.tiuo^i']jM Ii: zur Masse der Lrde. i;ml dnss sie endlich hin reicht, 
die Itildungen der Moiuk'ljerth'irhe jiH'rklicli mi niödificiren. 

Nelson wendet sich auch zu der Frage nach gewissen rein localeu 
atmosphärischen Zuständen auf dem Jlonde. Verschiedene Beobachtungen 
haben ssu der Annahme geführt, dura in'~'L.'lirbrnvrise durch letale Einwirk- 
ungen Dämpfe diu- nlirrllärjii.' t l 1. 1- leiern und ;ml dem Monde eine wichtige 
Holle spielen. So weit wir dir Erde-bnilaebe kennen, ist es nicht unwahr- 
scheinlich, das» hier unter dein Einlasse eine, beträchtlichen Temperatur, 
wie solche zum Thrill' die Moiidolieiilädie lirrinihisst, Ideale Bedeckungen 
in lieferen Uegionrn rülsiehou iviinlrii. indem liesiandtbeile der Oberfläche 
zuerst durch die llil/e ausgetrieben und dann durch dir Abkühlung wieder 
ooudensirt würden. Von den Keluchleu di-r llrdolierllä.r.ho sind i. lt. wenige 
— wenn überhaupt eine — zu linden, die den gleichen Bedingungen aus- 
gesetzt, unter welchen der iUend e\istin. niehl, sulche Ursch ein engen in ge- 
wissem Grade ei-warlen lassen, und denselben Vertilg könnte man natürlich 

im Innern der tiefnen .Vbirdfini^tii n annehmen, bei welchen der letzte 

liinfluss irgend welche:- Witsserdäiupfo /u vermutheii steht. 

Es. ist unzweifelhaft, tlass die ursr.rün^lirben Ulnaren Oecane, von deren 
früherer Wirkling scheinbar so viele aus^rsFOciirncii Anzeichen /nräck blieben, 
höchst wahrscheinlich in l'ol^r der starken Absorption der Mondoberfläche 
verschwunden sind, wie auch die Wasseruurssen der Urde in gleicher Weise 
wesentlich vermindert wurden: iiniess scheinl es wahrscheinlich, dass noch 
ein sehr geringes Kesidiumi von Wasser dampf xe:t- und stellenweise auf der 
Mündobertlächi' ev.ist.irrn mag. Denn in Folgr der Kraft, mil welcher das 
die Oberfläche zirs:iiimirii-:r'/ri;di> Material 'iir fViehtigkeil /.urückhült, scheint 
es nicht annehmbar, dass durrli dm Kinflnss eines Theilcs dieser Oberfläche, 
welcher scheu einen gewissen .lb'trag von Ivuüluigk.rii entliidt, die äussere 
Scbiclit, die /,ur Absoibirung des Wasaerdampfes am günstigsten liegt, 



desselben ganz entbehren sollte. In diesem Falle aber muss eine gewisse 
Quantität Feuchtigkeit sieh frei machen, sobald die Temperatur der Ober- 
fläche über einen bestimmten Grad hinaus wachst, um bei der Abkühlung 
nieder leohaft eingesogen zu werden, und so eine zeitliche oder örtliche Um- 
hüllung zu liefern. Wie ?xhnn bemerkt, innren sich die letzten Spuren der 
lunaren See in das Innere der tiefen Formationen zurückgezogen haben, und 
hier würden folglich die günsfeien Yerhiilliusse für die Freimachung einer 
dampfförmigen Bedeckung in Folge der So:ii;.'nhitzc i.Mstircn. Unter diesen 
Bedingungen sind in dei Thal Anzeichen eddeckl werden, welche die Gegen- 
wart einer gewissen Iwjl.-n Bedeckung di.v.er Ali andeuten. Es ist nicht 
«all rschein lieh, seihst wenn der Wasserdauipi' reichlich über der ganzen 
Mond Oberfläche verbreitet wfire, stall mehr oder weniger lucalisirt zu sein — 
itenn WO die Fläche «ross. ist. der I'rozess der Vorbreii.uiig verhäll.uiss massig 
langsam — , dass dan Kpedroskop zum Nachweise desselben ausreichend 
wäre, weil bekanntlich ,iie Lichtstrahlen eine sehr bedeutende Dampfsäiilo 
durchschneiden müssen, ehe irgend welche entdeckharen Absorptiouslinien 
entstehen. Den Dampf, der in diesem Falle in dem Innern einer tiefen 
Itingebeno angenommen wird, würde die llherlläehe bei der Abkühlung lang- 
sam wieder ganz einsaugen. Aus diesen Gründen ist es daher nicht unmög- 
lich, dass ein gewisser sehr kleine,- Keirag vnn Wasserdampf auf der Mond- 
oberfläche existiren mag, der einige auf andere Weise unerklärlichen Er- 
sehe hm n gen. die man hcmcik;: hat. erklärt. 

Wie unrichtig die noch vielfach vorherrschende Meinung ist. auf dorn 
Monde herrsche eine absolute Hube, eine vollkommene [■nboweglichkeit des 
Todes, zeigt Neison sehr eingehend, indem er sich über die Temperatur- 
Verhältnisse der Mondobciiläche verheilet. In der Thal haben Diejenigen, 
welche sieb bisher mit dem Monde bcschMiigkn. gerade diesem l'nnkte 'zu 
wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ilie nngshenren Kraftmengen, welche, 
genau wie unserer Erde, so auch dem Munde von der Sonne an unterbrochen 
zugesandt werden, bringen aueli dort mechanische Arbeil in grösslem Maass- 
stabe zu Stande, nntüiiich mit. denjenigen Modilicaliunen. welche von den 
individuellen Eigenllmmliehkeit..,, der Uon.lobeslhiche bedingt, worden. Wenn 



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Der dreifache Sebel im Schützen. (All. 17 b 54'«. D. — 23" 2'.) 



Dieser vun .Mussier /neM ;>Ij.t äusserst, mit ollUiiiiiien ■ ^^'iitiK- Xcbol, 
ist ueuerdiiiL,'- Otfenstund einer wldili^ii Untersiiehim;; des Herru Prüf. 

Jloljell tfl'WCBCIl. *) JlcSSllH- beobachtete diesen N'rliel zuerst Hill 5. Juiii 

17(11 und beschreibt iliu. merkwürdiger Weise als einen ..Haufen Sternu, 
ehvus Über der kkliplik, /.wise.hcn dem längen Jes SiJhii/eii um! dem Fusse 
des Optiiue.lms". Am 22. März 17.91 will er ihn wieder. Diu Bezoiuh nun»; 
als Sternhaufen ist, wob! nur dem jml telinäs-igen Hernie lue Messier's. zuzu- 
schreiben, das dem Deubachter die ein/einen Tlieile des Nebels und den 
eenlralen drcitächel) Nie.ni als schlecht, bekreuzte steinige l'ruililis /eiglu. 
William flersehel sub iL;is Objekt mit seinem liellector besser. Kr beob- 
achtete dasselbe am 12. .luli 17yd und beschreibt ei mit. Mgondcn Worten: 
„Drei Nebel, zart verbunden, bilden ein Dreieek. In der Mitte ist ein 
|ii.'|il'el:dein. Hehr /url und von grosser Ausdehnung." N'aub einer auilur- 
ivcitic.u [icmerkuuu: W. Jlcrscliel's erschien ihm die Mute iveiii^er nebelig 
oder vielleicht frei von Nebel; der Dc|>pe!stern sei vou der zweiten oder 
dritten Klasse und mehret^ dünn: .Ncbclniasseii :iii^|..|.. 

Herr Prof. E. Holdeu bat nuu nachwiesen, duss sich dieser Nobel 
mit I1i?k(ijt auf Jen dreifachen Stern merklich um Himmel fortbewegt bat. 
Diese wichtige Thatsachc liut Hr. Prof. Holden aus einer sebr siWjrfiill ie/ert 
/jnsainmens(ellun<; und Piüfuni; des gcsammlcit über di'U Nehei verlieiieiideii 
Materials , einschliesslich s-üuer eigenen üeulüieliiuaireii gewonnen. Mau 
nmss gestehen, duss gerade dieser Nebel mit besonderer Sicherheit, selbst 
i'line Messungen, eine OrlsYcräudcriing zu cnuslut ircn bestallet, weil diu 
Lüge des dreifachen Sinns im .Mittelpunkte der drei dunklen Kanäle zwi- 
schen den Nebeln i niss i :r..nl l ii1 Il> Ii chnrukieristiaoh ist. Das Aussehen den 
Nebels den vorhandenen /.■ielumiiyeii zufolge gibl die Ib-ila-c m lieft 7 



spricht Sir Jotn Heiscliel veanuthete 182G zuerst, dass der Nebel eine 

l',.'i,'.al irin^en. Ja. aus iiducu Ii.. nnikunaeii 1927 ~::ueiu: hcinir/u^elien, dass. 
er an oilie uähwe physische I!e/iehuiig des mehrfache!) SLcres J.u dem Nebel 
daebte. Er saute inimlich Jamals in seiner Jtescbrcibnug dieses Oiijekles: 
„Ein Hoppe lstern, genau in der eenlialeii Lütke eines grossen uu regelmässi- 
gen Nebels siebend, der in drei Tlieile /u zerfallen scheint, Jureh drei vou 
si-inem 1'etitrum /um ["mh'iuge sich erstreckende Spalten oder Risse, deren 
Richtungen in dem 1 loppelstcruc zusammentreiben. Im limi/en Heyen zwei 
Ücobacht.iiiigen von Hörschel, dem Vater, Und vier Beobachtungen VOU Sir 
.lohn llersohel vor. am denen IVof. Holden ersah, da— vom .labre I7S1 bis 
/.um Jahre lH:i;.l der dreifache Stern in der Mitte des dunklen liaumos aiob 
befand, der von den drei Schein umgeben wird. 

*) Americ. Juuni. of Seienco and Arts. Vol. XIV. ltotir. 1877, u. 43a u. ff. 



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Kaben eine Zeichnung daum nnd heben ausdrücklich hervor, dass der drei- 
faelie Stern durchaus nicht mehr in der Milte des dunklen Kaumeg stell«, 
sondern niebr dem östlichen Nebel anhänge, ja recht eigentlich von diesem 
Nebel umgeben sei. 

Her jüngere Herschel pal) während seines Aufenthaltes am Cap eine 
zweite Zeichnung des Nebels itinl aneh nni' dieser sieht: man deutlich, dass 
der dreifache Stern gegen den Nebel ostwärts verschoben ist 

Von höchster Widiritrkeit sind zwei Z'ir.bmiitgeti Hessels, die unter den 
günstigsten Verhaltnissen auf der Insel Malta mit dem liellector von 4 Fuss 
Spiegcldui-c Ii tm^.i u l- erhalte;: wurden und in welchen sowohl der Stern als das 
Aussehen des Nebels mit größter .Sorgfalt e iL getragen sind. 

Hr. Prof. Holdni hat durch Venniit hing des Hrn. Dircctcr Piekering 
M:irl:i il-.;ti.' 1. r T!tul 1 1 1) i^.-ti erlitt Lteu, wolci.e l'rol. fi:ieg:-y ISfn i::it dt'tti 
15'iiilligen Reilector der Sternwarte des Harvcid-i'.'oilegs über deu in Eedo 
slrlieiulen Nebel anstellt hai. Auch diese, ebense, wie ritte von H. Trou- 
vö..t 1874 mif demselben Instrument rrhüil nie /eiclmimir. bestätigen die 



Ton Sternen, darunter in erster Linie den mehrfach genannten dreifachen 
Stern, mit der heilsten llcgion des Ketek Y,r kommt /« dem völlig siohem 
Resultate, tlass von bis 1871 der dreitache Stern nicht mehr im Mit 

t:-l] ■milde des dunklen Kauines zwischen den drei Nebeln stand, sondern von 
'ler Neb einlasse A umgeben war. 

Nachdem dies eiimiiil festband, boten sieh drei Annalimen zur Erklär- 
ung dieser Veränderung, nämlich: 

a) der dreifache Stern hat eine bcl.:ärl:lliohe F.i^eiihtwegung, oder 

b) der Nebel A hat, eine heir;.H, Hiebe L'igenbewcirii:::;. eder endlich 

c) dieser Nebel -rleid-t b-Uächtlhdie Vcrämh-riiiisien seine:- Helligkeit 
Von diesen Annahmen /.'igt sich die erstere als sein- uu wahrscheinlich, 

«■ibtrfs lV-f. H.lden ,u dein Ihgehnisse -daiej/i. df.ss der itt liede stehende 
Kehel während der .lab..' 1 7H4- bis IST? h-rüch-liehe Veränderungen seiner 
Lage oder seitler Helligkeit, eder aneli heirler zugleich erlitten habe. Prof. 
Holden zweifelt durehnus nicht, dass .leder, der das zusammengebrachte 
Material einer gründliche:, IMifnng mitei/iebt, vm demselben lirgobnisse ge- 
langen werde, obgleich man freilich in. i l'iitersne.|i;iii^eii selelier Art niemals 
f.u vcrsiehiiir sein k.mne. Zur Krlcicht.crnng einer solchen Arbeit, bat Prof. 
Helden seine eigenen Heohac.hl ungen mit allem Ke.tail uTolfentlieht und 
ebenso vollständig jede oin/-'dnr /cichenie; ;i na l.ysirt. so das; jeder einzelne 
l'mikt stets aul's netie <_*i |>:nlt werden kann. 



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Die wichtigeren und interessanteren Doppelsterne, 

mit besonderer ilitnii'lisii'liliüiiu:: der m-Iuhi in gewöhnlichen Teleskopen 
Kitbtbaron Objekte. 

19 Ophinchns (209G) 
Beetuc 249» SR'. Dekün. 2" 20'. 
Von W. Herschel am 9. Mai 1783 entdeckt. Der Hauptstem ist naeh 
Stmve (i. Gr. uiul weiss, der liegleiter 9.3 Or. und aschfarben. Für den 
llr'L'li'itir fand .Strnue 

1832 Distanz 22.253" Pos,-Winfcd 92.58«. 

/i Drache (2130) 

Bectaac. 265° 35'. Heldin. + 54° 40'. 
Ein schöner HuiJj-.elstern, heilte t.Vunputir'nteii ä. Gr., von W. Herschel 
am 19. Okt. 1779 entdeckt. Diü Hintan/ des licj|lci(era nimmt ziemlich 
rasch ab, nar.h Miuller jährlich O-OIT'. Dembowski fand: 
18,',(! Distanz. 2.93(>" I'ns. -Winkel 187.03° 
1863 „ 2.634 „ 2.42 

Für einen vier/rdligen Hefraktor ist, dieser 1 )--iiijii ]^lcrn wegen der Hellig- 
keit seiner Componenten gegenwärtig ein H<:]im»rig»ü übject 

36 (u. 38) Ophinchna 

Bwtue. 256" 37'. Deklin. - 26" 23'. 
Zwei merkwürdige Do pnelstern- Paare in 12' Abstand von einander. 



schwacher Stein ), 



Maximum 3.1, im Minimum 3.9 Or. Der Begleiter i 
blau. Diatanz und I'osilionswiukcl scheinen sieb m< 
t'nlnviiili' l!estiiniiiiin<;cri zeigen: 

Struve 1829 Distanz 4.648" Fns.-Win' 



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— 161 — 

<* Herkules (3127) 
EacW 257" 17'. Dekün. + 25' V, 
Von W. Hörschel am 9. Aug. 1770 entdeckt; der Hauptsteni nach 
Sinne 3.0 Gr. und grünlich, de: .tieglmter H.l und graulich oder nach Dem- 
howaki bläulich, audere Beobachter sahen ihn röthlich. Die Distanz nimmt 
seit Hörschels Zeiten fortwühreud ab: 

Struve 1829 Distanz 26.11" Pos.-Winkcl 173.7» 

Madler 1841 „ 24.17 „ 175.05 

Deinbowski 1863 „ 20.502 „ 179.39 

e Herkules (2101) 
RfiOtasc. 259" 40'. IWdto. + 37" 17'. 
Schon von Christian Mayer als doppelt erkannt Der Hauptsteru ist 
unch Struve 4.0 Gr. und grünlichmeias, der Begleiter 5.3 Gr. und grünlich. 
Slruve's Messungen ergaben 

1830 Distanz 3.00O" Pos.-Winkel 307.22° 

Anonyma im Ophiuchus (2173) 

Ituctanc. 260" Tieilm. - 0" 56'. 
Nur für Fernrohre von mindestens 7" Oeffnung bisweilen auflösbar. Der 
leiter u'.l Gr. und beide sind gold- 



ioppelt erkannt. 
Vinkel 191.44°. 



d beide erscheinen 



Ein interessanter dreifacher Stern, indem der Hegleiter doppelt ist. 
W. Hörschel und Struve vermochten den l^glnitcr jtulocli nicht zu Beilegen. 
Struve hat p. 1832 und ISlin vrrschi.'.ir-Ei* Male mit dem Dorpator Kcfraktor 
untersucht, 1851 auch mit dem MznlHgen Refraktor zu Pulkowa, ohne auch nur 
den Verdacht einer Dnplicitüt des Hegleiti'i.; -m gi'winiMi. Erst im Juli 1S56 
erkannte Alvan Clark mit einem selbstverfeitigten Kefraktor von weniger als 
7 pariser Zoll Oeil'nung, dass der Itegleiter doppelt ist. Ein anderer Clark- 
Refraktor von 7" Oeltming und x ', 2 l'uss HivnmvruV l^sUiti^te die Kntdeeknng. 

Bi.imi. 11dl 7. 1878. 21 



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— 162 — 

Dawes forderte Lassei auf mit seineu) grossen Spiegelteleskope de» Begleiter 
von /t KU betrachten und zu suchen, welche Eigentümlichkeit derselho dar- 
biete. Am 11. November 1856 sah ihn daraufhin auoli Lassei doppelt 
Clark schätzte die Grassel] beider Componenton 10.5 und 11; die Distanz 
beträgt 1.8". Der Hauptstern fi ist nach Struve. :! H O, und gelb; die ver- 
einigte Helügkdl beider Hesr>ilcr' schützte derselbe Astronom 9.5 Gr., die 
Distanz betrug 1864 31.5", der Pos.-Winkel 244.4" und beide nehmen 
langsam za. 

V Drache (2241) 

Rectal!. 280° 8' D«M. + 72° 13'. ■ 
Ein sehr leicht zu zerlegender Doppcistcrn 4.0 und 5.2 Gr., dessen beide 
Componenten schon Flamsteed mit seinem urnidinimitii^lieiL. b Uli roh rälui liehen 
Femglase erkannte. Die Distanz beträgt 30.9", der Pösitiouswinkel nahe 15°. 
Beide Stern« sind physisch mit einander verbunden. 

67 Ophiuchus 

Ifcctaät 3S8 D 16' BckL + 3' S7'. 
Ein Stern 6. Gr. hat in 55.3" Distanz und dem Pos.-Wiukel 143° einen 
Begleiter 8,5 Grosse. 

(Fortsctiuiig folgt.) 



Sie totale SonneiifmslemisB am 29. Juli und die partielle 
Mondfinsterniss am 12. August d. J. 

Am 20. Juli diesem .laines ereignet sicli eine totale Sonnenfitisteniiss, 
die zwar für unsere Gegenden unsichtbar sein wird, die aber in den Ver- 
einigten Staaten, welche von der Zone der Totalität durchschnitten werden, 
zu. beobachten ist. Dem 4. Hefte dieses Bandes des ^Sirius" ist eine Karte 
il."ijp:iigr]] Cci_!i']:i!-'i] beigegeben, welche noch etwas von der Finsternis» wahr- 
nehmen, auch sind die einzelnen Siclitbarkeitsknrven beigefügt, so dass die 
Karte einer besondera Erläuterung nicht bedarf. Dagegen sind noch einige 
allgemeine Angaben beizufügen: 

Die Finsterniss beginnt auf der Erde überhaupt mn 8 h 5 m ,6 Wahrer 
Berliner Zeit in 143° 51' O. L. Gr. und 40» 511' N. 1fr. 

J)io Totalitiit beginnt auf di r Erde überhaupt um 9 h 13» ,0 W. B. Zt. 
in 116» 16' 0. L. Gr. und 54" 18' N. Br. 

Dio Totalität endet auf der Erde überhaupt um 11" 56» ,1 W. B. Zt. 
in 2S0° 58' 0. L. Gr. und 17» 46' N. Br. 

Die Finsterniss endet auf der Erde überhaupt um 13" 3 ra ,4 W. R 7.1 
in 269« 34' 0. L. Gr. und 3« 17' N. Br. 

Die centrale Verfinsterung im wahren Mittage findet statt um 10* 10.2" 
W. B. Zt. in 220» 50' 0. L. Gr. und 00» 2<F N. Hr. 

Was die Dauer der Totalität anbelangt, so bat man an den Funkten 



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iuf der Linie der centralen Verfinsterung welche die folgenden nördliolieu 
Breiten haben; 

58« 34' Dauer 1» 50' 60° 29' Dauer 3 1 " 10" 

03 12 „ 2 5 55 5 „3 14 

64 30 „ 2 19 50 6 „3 12 

65 42 „ 2 31 42 40 „ 3 1 
65 50 „ 2 42 34 28 „ 2 40 
05 12 „ 2 52 20 30 „ 2 13 
03 27 „32 

Die MondfinsternisK iu der Nacht des 12. August wird ljei uns iu 
Kuropa, iu der WestMilite Asiens, in AfriLi. Siiiiiim^rikü und der Milchen 
Hälfte Nordamerika'« sichtbar sein. Iii« allgi-memeu Liemeute derselbeu, 
aus welchen mau die Einzelheiten des V »[-ganges durch IWinung oder 
X leicht ermitteln kann, sind folgende: 

Opposition iu AR Aug. 12 13 37 1,8 

Des Moudos AB. 21 30 3,10 

Des Mondes DeeL —14 C 53,9 

Der Swine „ + 14 47 33,9 

Des Mondes, stündl. liew. in AK 28 58,7 

Der Senne „ „„„.... 2 21,3 

Des Mondes „ „ „ Deel. ... +12 18,6 

Der Sonne „ „„„.... — 45,4 

Des Mondes Acquatorial- Horizont.- Pftrallase 54 50,2 

Der Sonne „ „ „ 8,7 



Erste HeriiliruiLs d,-s 1 killiHnhim.ens August 12 10' 16'1° 

„ Schattens. . „ 11 36'2 

Mitte der Finsternis» „ 13 1,8 

Lebt« Berührung des Schattens . „ 14 27,2 

„ Halbschattens „ 15 47,5 

Die grösste Verfinsterung beträgt O'-jÜ Monddiiichi:k';;iT.. Z:\ d'.ii 
vorstehend angegebenen Zeiltn steht der Mond im Scheitelpunkte derjenigen 
Orte der Erdoberfläche, welche resp. folgende geographische Position haben: 

39° 5' Oestl. L. von Greenwich und 14" 54' Südl. Breite 

19 3D „ L. „ „ „ 14 37 „ 

1 7 Wesü. L. „ „ „" 14 20 „ 

21 54 „ L. „ „ „ 14 2 „ 

41 20 „ L. „ „ „ 13 45 „ 



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- 1G4 — 



Vermischte Nachrichten. 

lieber den Sonnenrand im Jahre 1877. Die fortgesetzten spcctroskorii- 
schon Beobachtungen des Sonnenrandos, weloho im Jahre 1877 an 50 Tagen 
möglich waren, führten Herrn Tacohini nach einer Mittheilung an die 
Pariser Akademie zu folgenden Schlussfolgcrungon: 

1) Die mittlere Anzahl der Orte, an denen die hellen Linien b (Magnesium) 
und 1474 K gesehen werden, ersahen im Jahre 1877 ein Minimum, ent- 
sprechend dem Minimum der Sonnen flecke. 2) Ton der Epoche des Maxi- 
mums zu der des Minimums war die Ahnahme der Sichtbarkeit der Linie 
b grösser als die der Linie 1474 Ii. 

„Unter den hellen Linien, welche von mir im Sonnenspectrum an der 
Itaais der Chroniosphäre gesellen wurden, haben die dem Eisen entsprechen- 
den ein bedeutendes Uebergewiebt gezeigt, d. h. die Dämpfe dieses Metalls 
verbreiten sich am meisten und erhalten sieh am längsten an der Oberfläche 
der Sonne. Nach dem Eisen kommt das Magnesium, obwohl sein Atom- 
gewicht bedeutend kleiner ist Für die anderen Substanzen ist die Häufig- 
keit stets relativ gering gewesen, und sie waren fast verschwunden zur Zeit 
dos Flecken -Minimums. 

Das Eisen herrscht in der Tiefe vor, und sein Vorherrschen wird noth- 
wendig aneh in den hohen <>bii^n der Soimeii-Atmospbäre wiederkehren 
mit demselben Wechsel der Maxiina und Minima, wie die i'eriodo der Flecke. 
Die Thatsachon. kennen nach meiner Ansicht den Parallelismus erklären 
zwischen den Curven der Sonnenflecke und des Erdmagnetismus um! kwtiiti^.u, 
dass jedes Sonnenphänonieu periodische Schwankungen mit ausgesprochenen 
Maxima und Minima zeigt, entsprechend den grossen Bewegungen der Son- 
nonmasse in der Ej.t.chr di's rirekeii-llusinnmis uuii ü« relativen Ruhe iu 
der Epoche des Minimums." (Compt. rend. LXXXVI, p. 756. u. Natf. No. 20.) 

Mondatmosphäre. Während der Sonuenfinsferniss am 2. Februar d. J. 
wurde auf dem Olisi'-rviiluniiiii m Melbourne fine wichtig-. 1 .Beobachtung ge- 
macht, als die Beobachter damit beschäftigt waren, zu untersuchen, ob die 
Linien dos Sonnenspectrums, in der unmittelbaren Nähe des vorangehenden 
Mondrandes vielleicht eine Veränderung erlitten. Eine solche wurde in der 
That wahrgenommen, indem sich eine ganz entschiedene Verdickung ver- 
irl'.ieih-MCr Linien umnit:..'lha: am Muiifluiidi- mit. Sii-hnlimt erkennen liess. 
Eine solche ist bei KiinvirkiiN-r rvn .\[')r.i;atinosphäre zn erwarten. 

Schon Schroter und Gruilhui^n staubten an den Hörnern der Mond- 
sichel einen feinen DSmmerschein zu gewissen Zeiten wahrgenommen zu 
bn:x'!. mi'l hij!:ik-1.hj:i ii..'i]-i;]b!Ti --hi l B er und Madler 

sahen nur etwas Aehuliehes und erklärten jene Wahrnehmungen für Täuschung, 
ohne jedoch sich darüber auszusprechen, auf welche Weise sie selbst sich 
versicherten, dass skr «idif iu L^rikU- f ; . t ^ l' l' :i I /.t ■ 1 :■ ^' iri ü.- durch die dem 
Sonnenlichte glänzenden Moudregiouen, getauscht wurden. Es ist hekannt, 
dass ein sehr schwadier HHicm u.'b.ii i-iiu-iti hüllen Lichte verschwindet und 
so könnte auch Beer und MädU'i'n das schwariir llitniiiii'rlii-lit entgangen sein. 
Webb glaubte einmal Spuren einer solch™ DimmH-rune wahrzunehmen, doch 
ohne Gewissheit darüber erlangen zu können. Scliriiter's Behauptungen haben 



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— 165 — 

nun neuerdings durch die, als Asteroiden -Entdecker bekannten Gebrüder 
Henry zu Paris, eine gewisse Bestätigung erhalten, indem diese aui grossen 
Refraktor des dortigen Observatoriums beslimmte, wenngleich schwache An- 
zeichen einer Dämmerung der Mondatmospbäre erkannten. Das Phänomen 
soll nur unter den günstigsten atmosphärischen Verhältnissen wahrnehm- 
bar sein. 

Ich selbst habe unzählige Male, bei den verschiedensten Mondphasen 
mich nach Spuren der Sehröder'schen Monddämmenmg umgesehen, aber nie 
etwas davon wahrgenommen. Wenn ich aueli nicht im geringsten daran 
zweifle, dass der Mond wirklieh eine sehr dünne Atmosphäre besitzt, so 
scheint es mir doch oinigermaassen seltsam, dass diese, die sich dem Lichte 
dar Sterne gegenüber nur in den allcrfcinstcn Beobachtungen eben anzeigt, 
sich beim Sonnenlicht dureh Dämmern ngeers eh einungen verrathon sollte. Ich 
möchte eher an eine Art von feinen Nebeln denken , die zeitweise an ge- 
wiäsen Oertliehkeiten des Mondes vorhandeu sind und an die Liehtgränzo 
reichend, sie von den ersten Sonnenstrahlen erhellt werden. K. 

Der neue Krater beim Hyginus. Der im ,Siriun' bereits erwähnte, neue 
Mondkrater westlich vom Hyginus, ist nun auch von den englischen Mond- 
beobachtern gesehen worden. Das Wetter war indess während der zur Be- 
obachtung günstigen Tage, in England nicht recht klar. Nichts liestoweuiger 
sah Hr. Ward in llelüst den sehivatv,™ K"r;iti*r sofort als ihm eine angeu- 
blickliche Lücke in 'den Wolken eine Iteobaclitung gestattete. Arn 11. Apri! 
beobachtete Hr. Commow mit, seinem 1H/iillii_'eri ltetlcctor die betreffende 
Mondregion und sah sin Orte <\?.< kr.iler.s eine]-, brauen, dunklen, kraterähn- 
lichen Fleck. Die Herren lMiliouscr und X-isnn haben in der Nacht des 
9. Mai, den Krater als t.-J Ii t.-t ä =5::fn ■ graue l'liielie -eschen. Am 11. Mai be- 
obachtete Hr. Kno'.t da- Olijek; und erkannte eine ril'.irmigo, graue Ver- 
dunkelung, abor,keinon eigentlichen Krater. Ebenso untersnehte Hr. Sadlcr 
zu Clapham die angegebene Mondrogion am 10. Mai und sah dort einen 
dunkeln, ovalen grauen Fleck, der aber nicht wie ein Krater aussah. 

Die Leser des .Sirius 1 wissen ans meinen im 3. und 4. Hefte d. J. 
mitgetheilten Beobachtungen bcrei'.s, dass der Krater, wenn die Sonne höher 
steigt, seinen Schatten merkwürdig rasch verliert nnd slatt einer absolut 
schwarzen Oeffnnng nunmehr ein grauer, /.iemheh ausgedehnter Fleck erseheint. 
Etwa einen halben Tag vnr dem Kesten Mimd viertel liegt der Krater voll- 
ständig mit schwar/em Sidiaiteu eiliilll vor ileit Augen des Beobachters, 
dann beginnt der Kernsclialteu alr/mielmicn, der Muh] wird grau und schon 
Ein Tag nach dem Ersten Viertel ist kein eigentlicher Kernschatten mehr 
zu sehen, .sondern nur der dunkle, graue, elliptische Fleck den die hrittischen 
Beobachter jüngst wahrgenommen haben. Am fl. Mai war die Luft um die 
Zeit des zur Beobachtung besten Uocd^tande.s, schlecht, gegen 10V heiterte 
sich der Himmel anf und ich sab mit einen 4 zolligen Braehyten von Fritsch, 
bei 150facher Vorgrösserting am Orte des Kraters einen grauen Fleck. Am 
folgenden Tage, den 10. Mai, war die Luft Abends sehr gut und ich 
betrachtete an meinem gru-sm Heh-uktw bei 30»- u, f20iacber Vergrösaor- 
nng. Gegen S h 20'" war diu betreffende Mondgcgeud sehr deutlich. Der 
Krater seihst war nielit sieht bar, sondern uti meiner Stelle erschien ein matter, 
ziemlich grosser Fleck, so dass man unwillkürlich zu der Ansicht kommt, 



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das Terrain senke sich rings in grosser Erstreckung triohterartig gegen einen 
centralen Schlund. In grösster Deutlichkeit und durchaus als grossen mit 
schwarzen Schatten erfüllten Krater, wird mau das Objekt am Abende des 
6. Juli sowie am 4. und 5. August sehen. 

Der Enoke'sohe Komet. Hr. Dr. A. v. Asten in Pulkowa hat soeben 
die Elemente und eine Ephemorida des Encke'scben Kometen bei seiner dies- 
jährigen Rückkunft roröffentlicht. Am Schlüsse seiner Iti'jjriiulieij 
lung bemerkt Dr. v. Asten: „Die Verfolgung des Kometen nach dem 1878 
Juli 2G stattfindenden Durchgänge durch das Perihel auf der südlichen Halb- 
kugel ist dringend wüngehenawerth und zwar würde es für die weitere Aus- 
bildung der Theorie dieses Himmelskörpers besonders werthvoil sein, wenn 
dort wenigstens zwei vollständige Beobachtungsreilien mit möglichst kräftigen 
Instrumenten erlangt werden könnten. Eine Motivirung dieses Wuusehea 
wird eine grössere, unter der Presse befindliche Abliandlung liefern". Uni 
' n Allgemeinen über den lauf des Kometen am Himmel sgewälbe bei 



gende der oben 



seiner diesmal i^nn \Vicil.:rkelii- zu unlcnii'liten, kann n 
SP!i;iu:iti>n Ilplh'iii.'riile entlehnten Oerter des Kometen ii 
eintragen : 

Juni 15 



A T 29 
Sept. 13 



Der Planet 158 hat von Hrn. Prof. C. H. F. Peters den Namen Eunike 
erhalten, wie der Entdecker bemerkt gab er ihm diesen Namen, „weil seine 
Entdeckung mit dem Epoche machenden Friedensverträge von San Stefano 
lmonfölit." 



tasc. (i0° 


49' 


Deel. + 27« 
28 


15' 


82 


6 


57 


110 


45 


25 


26 


„ 143 


27 


,, + 12 


22 


172 




„ — 4 


37 


199 


32 


18 


50 


„ 224 


4 


26 


53 


„ 243 


32 


29 


57 


258 


30 


30 


30. 



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- 167 — 



Stellung der Jupitersnonde im Oktober nm 


7'/»' mitU. Greenwicber Keif. 






Phasen der Verfinsterungen. 


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— 1G8 — 
Planetenatellimg im Monat Oktober 1878. 



10 IS 27 20'ß7 1 - 0 58 40-9 

" 12 50 3-24 1 4 40 57'4 

-}! :Sl> 1M-14 8 20 303 

4 l 16-70 11 IS 578 

■1 32 -■Iii -15 1 199 



lu r,S .»'.Mil i -21 21 1-5 I 
20 1 583 21 14 398 
20 4 31-04 | —21 4 28-4 | 



i; .',:) i!H-s 

12 l:\ 4-51 

12 35 57-<!6 

12 5S 57-61 

]:: i-j ü-!7 



+ 2 39 50 8 22 I 
+ 0 II 530 22 i 
- 2 17 2-5 21 



2:i 53 i: 
23 66 1 
28 63 61 

10 18 
10 20 
10 21 



- 2 54 4S-0I 11 
S 11 20-7 10 '. 

- 3 25 33*6 | 9 ■ 

21-03; +11 19 15-11 21 ! 

15-15 11 8 50-7 20 ■ 

54-51 1+10 SO 451 50 
Neptun. 

3 H.S2 +12 47 S4-S n : 
7 äfi-äG ■ 12 41 2:c7 ■•]•> - 
<> -i. 1 '.':; -1-12 34 Sf~ 



12 24 53-45,— 1 




< WiiWiT 
, ?,-,.iiiim:.- 



Okt. U. 2I> Merkur 



Merkur 1" nflnll. 



3i' Mtirku 
«■""J ■<"" 

!■'■ ■ .■ 



Mfmdu. Ott. 12. 211' Neptun mit .1™ Muii.ie 
Litt. 2(1. ÜLih Venns mit Marli in Coniraictbn in K.vt- 
□ Mnis. Okt. 21. löi. Urinsus mit .let:i M..H-.U- in C.n- 
21. 171' J u|,i f.-r in (liuulmtnr mit .1« Ni.ui>.'. Okt. 21. 



d Itectiucenmiii. Okt. ;M. 2::'' Venus mit M,,u,le in Oonjauction 
Ott. 25. Kit Merk in n.il. .1-in M-Tiii,' in r,.|,j.im'fi..ii [n ll.wtSHWiisw 
Merkur im nicilcr t i-;ic...| 1 ,lL'i[ Kiiulcn. Okt. 1 1 11 Neptun in Upp-Mtii 



Band Xr oder neue Folge Baad VI. 



8. Heft 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 
ZenMorp dir alle FrenMe mi Förderer der EimelskrÄ 

ticrToiragciidcr Fucliinliniicr und astronomischer Schriftsteller 
von Dr. HERM. J. KLEIN in Köln. 




Uener den hellen Fleck in der Naottseite des Merkur und den 
diesen Planeten umgebenden Lichtring. 

Ton Dr. Harm. J. Klain. 

Dar jüngste Vorfibergang Jas Planelen Merkur vor der Sonne, hat Ver- 
anlassung geboten, einen Gegenstand wieder auf die Tagesordnung m brin- 
gen, der davon seit langer Zeit abgesetzt war, mimlich die Frage: Ob Licht- 
erecheinungei) in der Nachtseite des Merkur stattfinden? und in unmittelbarem 
Kusammen hange damit die weitere Krage: Ob dienen l'buioten eine für uns 
direkt wahrnehmbare Atmosphäre umgibt? Heide Fragen sind in der Sitzung 
der Astronomischen Gesellschaft zu London am 10. Mai mit grosser Leb- 
haftigkeit erörtert worden and so mag es angebracht sein, hier durch Prfif- 
i:ny dessen was mar, eis^tirlicli Iii- jetut von dem Gegenstände weiss, einen 
kleinen Beitrag dazu zu liefern. 

Die erste Krwäbnung eines hellen Flecks auf der dunklen Scheibe des 
Merkur, findet sich gelegentlich des Durchganges von 1799. Der Fleck 
schien nicht unbeweglich, denn Harting sah ihn seine Lage auf der dunklen 
fichrsibo verändern und später sah ihn Schröter bald hier bald da. Andere 
Beobachter sahen bald einen, bald zwei graue, kleine Flecke. Schon hieraus 
icheint mir IM Genüge hervorzugehen, dass der belle Fleck nur ein sub- 
jectives Gebilde, viflli'ictil. eine l{dl>j\e[^ei]eii,LI:i^ iiiU'. Im ]$'■'■>, 
ebenfalls gelegentlich eines Mai-Ümvhgangi's des Merkur, sah Prof. Moll 
einen hellen Fleck smllieh vom (Viilriini der Merkurscheibo, dessen Hegrenz- 
nng etwas verwaschen war. liei den Noveniber-niiieli^i'riL'i-ii riat nun Iiis 
zum Jahre 1848 niemals etwas von einem hellen Flecken bemerkt; erst in 



- 170 — 

dorn genannte]] Jahre Düren wir von einem grauen Schimmer, der von einem 
helleren Mittelpunkt* nach dem Hände zu abblast«. Beim November- Durch- 
gang von IStil sah J. W. Jeans einen aschfarbenen Sebein zwischen dem 
Mittelpunkte und dem Gstlichea lvandu der .Uerkii.-si.-iieibe. in. November 
1868 bemerkte Huggins einen lichten Punkt in der Nähe des Ceutruma der 
Seheibe, der keinen wirklichen Dai-clmies-er ln^n.-s und seinen Ort nieht 
veräaderte. Browning, der denselben Durchgang beobachtete, bemerkte zwei 
helle Punkte, nahe bei einander, von denen der eine beträchtlich heller war 



Bei dem im vergangenen Mai stattgefundenen Durchgange sahen die 
Beobachter Baren van Eriboni und iie linp mit ii- mnl -k'illigen Morz'schen 
Ilefraktoren einen sehr hellen Heck auf der dunklen Scheibe gegen 5 Uhr 
Nachmittags. Ks scheint hieraus herrorzu gehen, dass dieselben Beobachter 
vor diesem Zeitpunkte von dem Flecke nichts wahrgenommen haben. Dies 
letztere stimmt mit meinen ceeeien li.'obüe binaren v.hr-niii, indem ich von 
3*/, bis 4'/» Vhi an einem Brach y-Teleskop von Fritsch bei läOfacher Ver- 
größerung den Merkur aufmerksam betrachtete. Der Zustand des Himmeis 
war nicht sehr günstig; dennoch erschien der Planet in dem Reflector mit 
einer, meine Erwartungen sehr überraschenden SuLiii-i^ und Klarheit. Er 
stellte sich als ein aui bcerren/icr, 'jh-iclilnrmi!; schwarzer Punkt dar, ohne 
Spur eines bellen Flecks oder einer diffuse]! Umhüllung. 

Herr Cbristie in Greemvich kennte, in Folge des schlechten Wetters, 
uur in Inten'allen zwischen Wolkenlüoken beobachten. Er .sah sofort einen 
seiir kleinen, sterniihiiliehen Punkt im Ceulrum der Scheibe, dessen Lage, 
soweit der iteol'in-lit m- henrl-heilcn konnle, nicht von der Stellung seines 
Auges abhing, doch mochte, er diese Behauptung nicht gerade in aller 
Strenge festhalten. Der Beobachter bediente sich jioliLi isirender Okulare, in 
welciien dos Licht der Sonne durch drei Kefleiionen an Glasoberhachen ab- 



Capitaiu Tupman beobachtete mit Vergrösserungen von 110, 140 und 
240 und sah keine Spur eines weissen Flecks. Nur bisweilen schien ihm 
eine Art nebeliger Stelle auf dem Planeten sichtbar zu sein, doch war die- 
selbe bald an dieser, bald an jener Seite, bisweilen au Leiden zugleich. Das 
stimmt, wie auch Herr Christie bemerkt, mit dessen Beobachtungen nicht 
üboroin. Ueberbauut war in Green wich eine w.nze Batterie von Fernrohren 
auf den Planeten gerichtet und etwa 14 Beobachter standen bereit, das ge- 



widerspriebt dem auf das Bestimmteste- „so thal there was a charming dill'e- 
rence of ojnnion 1 ', wie Hr. Christie sagt. 

„Mein Bericht", hemerkie Hr. Diinkin, in der Sit/.img der Astronomischen 
Gesellschaft, „war niedergeschrieben, bevor ich irgend etwas wusste was ein 
anderer Beobachter gesehen hatte, nnd er kann daher als eine unabhängige 
Darstellung gelten. Merkur war, als ich ihn wegen Bewölkung znerst sah, 
schon etwas innerhalb der Senne. Der Himmel klärte sich für einige Mi- 
nuten auf und die Bilder der Sonne und des Merkur waren ausgezeichnet. 



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— 171 - 

Ich darf sagen, dass ich in ■meiner langen Praxis die Sonne nie mit grosse- 
rem Vergnügen hei räch lel habe: kaum jcniiils ?ah ich die Granulation ihrer 
Oberfläche deutlicher, Die Heobacbtungcn wurden mit einem Gzolligen Ke- 
fraktor von Simms angestellt, welcher bei den I .(i I n. n-Ji h :i ri lt> ■ ii .Ii-- Ycniis- 
durchgangs gebraucht worden war. Die Scheibe dos Merkur erschien intensiv 
schwarz, doch bemerkte ich von Zeit m Zeit einen kleinen Lichtpunkt nahe 
am Gentium etwas gegen ileii [tach tiii^'^u iIl-ll iuiud des Planefeu hin. Es 
kann, wie ich denke, an der licnlitat des Phänomens kein Zweifel sein." 

Hr. Praetor bemerkte, er habe zufällig seiue sechzehnjährige Tochter 
hei Sieh gehabt, welche von d-r guu/.'n Sarin, absein! nichts gowusst. Als 
sie durch das Teleskop sah, war ihre eiste Bemerkung, ihr Vater habe ihr 
einen Streich gespielt und das (iesiehl.nfeld durch eine Karte verdeckt in 
deren Mittelpunkt er mit der Zirkelspii/e eine kleine (lefl'nung gemacht. 
Das beweist, sagt Hr. Procter, dass sie den hellen Punkt sah und dass der- 
selbe central war. Als Welken kamen, Idasste der Punkt merklieb ab. 
Procter hiilt ihn deshalb für eine sulueotivc Krsclicinung. I'jr sah ihn auch 
nur mit einem Kellner'schen (orthoskopi sehen) Okulare, mit einem Browning'- 
schen ebenfalls achromatischen Okulare war er nicht zu selten, wohl aber 
anfangs eine helle Srelle in il'ir Mitle der Plancleuseheibe. die rasch ver- 
schwand und dabei une dreieeki'_'c (lestiüt anzunehmen schien. 

Hr. Hanyard beobachtete auf Lord Lindsay's Obsemterimn am' 15»olli- 
gen Refraktor, dessen Objektiv auf lü Zoll abgeblendet war. Er vermochte 
keine Spur eines hellen Flecks wahr/uuehrm.'n. Hr. Common dagegen sah 
mit seinem lSzolIigen Reflector einen grossen, verschwommenen hellen Fleck 
südlieh vom Mittelpunkte der Merkurseheihe. Lord Lindsnv sah mit einem 
Üzolligen Refraktor hei auiiirc/.eidiuctcu Bildern keine Spur eines hellen 
Flecks. 

Aus der Gesammtheit der < vorstehend initgetheilten Ueobachtungeu, 
scheint mir bei nnpartheiisclier l'rüfun;; als sieher lierun zugehen, dass der 
helle Fleek nahe der Mitte der Scheibe des Merkur keiner realen Erschein- 
nng auf diesem Planeten entspricht, sondern nur eine optische Täuschung 
ist Diese Ansicht wird auch von Huggins ausgesprochen, der bei dem 
Durchgänge von 18H8 einen hellen Fleck sah. Auf welche Weise die 
Täuschung zu Stande kommt ist /nr Zeit nor,h nicht mil aller Bestimmtheit 
zn sagen, vielleicht durch Ketleviun an den verschiedenen tilasoberflächen im 
Fernrohre. In dieser Beziehung erzählte Hr. Airy in der Astronomischen 
Gesellschaft eine iut'nssante Wahrnehmung, die er vor vielen Jahren ge- 
macht. Damals befand er sich in I .lese 11 sc ha it. seiner hreundo Francis Baily 
und Admiral Smyth Nachmittag.; in einet:! Unumc des Observatoriums und 
betrachtete durch ein gegen Westen liegendes Fenster die Gegend. Plötzlich 
rief Admiral Smith aus: „Ei, da ist ja ein Doppelstern!" Francis Baily sab 
sofort naeh der Stelle und sagte: ,,Ja wohl, ein DoppersternI" Auch Airy 
sali denselben und fand nach kurzer Zeit die Qsache der Erscheinung, in 
einem von der Sonne erleuchteten hellen fleck im Augenwinkel, wobei durch 
die nicht ganz parallelseitige Scheibe des Fensters, zwei Reflexionen ent- 
standen. 

Noch einen anderen Fall erzählte Hr. Airy. „Zur Zeit", sagte er, „als 
die Frage nach dem Ursprünge der Sonnen pro tuberanzeu auf der Tagesord- 
nung stand, kam ein Astronom in grosser Eile zu mir und sagte er hätte 
22* 



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- 172 - 

dieselben gefundon nnd könne sie jederzeit zeigen. Id der That zeigto er 
etwas dergleichen , allein ich fand nach kurzer Prüfung, dass diu Ersehoio- 
ung gänzlich Jurdi Ui'lli'xion im Innern der Okularrflhre hervorgebracht 
ward." Beiläufig bemerkt, inuss dieser Astronom noch ein vollständiger 
Anfälliger im Beobachten gewesen sein. 

Der oder die hellen Flecke i;: lUt Nachtseite des Merkur Bind also mit 
:;ri'^ti:r U'i-Jns.rlirhiliclikeif oj.ti-rlit' T;ii;;diu:L^en , Trugbilder im Fernrohre 
und Auge entstanden. Wenden wir uns jewl /.a dem Eiuge, den mau nur 
Heit der Durchgänge um die dunkle Plauetenseliejbe gesehen hat 

Die erste Erwähnung einer solchen nebeligen Umhüllung finden wir im 
Jahre 1707, indem der Assistent des Köni^lii-Sn'n Ariironomen i.u Green- 
wieh solche gesehen zu haben meinte. Eine analoge Erscheinung sahen 
üinibai-litvi- I7."i;t und 1780. Ich glaube indes*, das* man diesen Wahrnehm- 
ungeu, die mit Hilfsmitteln gemacht wurden, welche gerade für Sonnen- 
beobaelitungen äus5s.:i>t unvollki-irimirii waren, von vorn In 1 rein kein Gewicht 
beilegen kann. Erat Schröter's ISeobnebtuug verdient spezielle Erwähnung. 
Hiiiv r'ol^t lJ l-i- nriijiiiallioridit ilicses Beobachters vom Jahre 1790: „Am- 
merkwürdigen 7. Mai d.J, war bierselbst der Himmel des Morgens dunstig 
und mit GewiMcr.volkim bewLieu. Xacii y Uhr vertrieb mar sich erheben- 
der Wind die Gewölke, allein er verhiuderie die grossem Teleskope zur 
l>:'ol.(id:h:uj: ;iu!ni.s teilen. leb bediente mich daher eines 7f. Teleskops uud 
sah damit, bei sehr guter Luft, die innere Berührung der Bänder uin 0 U. 
45' 45". G M. Z. Hr. ILlrÜii- ],.-oljiui]itele mit dem lOf. Uolloild 121». 
Vergr. Die äussere Berührung um 9 0. 42' 52" 7, die innere um 9 U. 
45' 47" ö. Merkur ernJiieu in allen l'Vrmoliti'n wdiari' beginnt und voll- 
kommen rund. Bald nach dem Eintritt entdeckte ich um ihn einen i-caiviieln')) 
Xeliulriii.ir, seiiiHJ I huvli nieder- breit, er dem Mebe! der ijewnlinlieJi 

den dunklen Kern der Koiiuenlhrken inn^ilil, war aber nicht verwaschen, son- 
dern scharf begrenzt. Hrn. ffm-ding war im hl f. Delli'njt diese* Erscheinung 
entgangen und konnte selbst mit dem lL!f. Betleetor kaum eine Spur davon 
bemerken. Ein anderer Beobachter aber erkannte diesen Nebelring durch 
ein 4f. Teleskop beim ersten Blick." 

Ich glaube, gerade der Umstand, dass nicht alle Teleskope, sondern 
unr die schwächern und schlechte™ den Hing zeigton, beweist, dass die Er- 
scheinung nur Täuschung war. Eimbke in Hamburg sah den Lichtkreis um 
den Merkur nur, wenn die Luft dunstig wurde. Bodo in Berlin sah mit 
einem guten Dollond'selien Fernrohre njohta davon. Ebenso sah Eimbke bei 
dem Durchgange am 7, Dezember 1S02 nur als es sehr dunstig wurde oinen 
grossem grauen Schein um den Planeten, auch sogar doppelte Bäder 
den Merkur, die nürli zuweilen zum Theil deckten, dann aber wieder ans- 
einandargingen. Selbstredend waren Jiese keine "biektiven Erscheinungen, 
sondern solche, die auch gelegentli 
treten, besonders wenn der Beschauer „ 
Sonne betrachtet! 

Im Mai 1882 sah mau auf der Sternwarte zu Greenwich den Merkur 
auf der Sonne von einer dunklen Färbung umgeben, gleichsam wie von einem 
violetten Hauche, der nahe beim Planeten am kraftigsten war. Bei dem 
Durchgänge von 1848 wollen einige Beobachter etwa» Aehnliohes bemerkt 
haben, aber Breeu sah absolut Nichte davon. Hr. Jenkins scIiIosk aus diesen 



! 



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- 173 - 

nnl einigen iöi-iisu iiiisieiieiii \Vu]]nii']]niuiiL!i'i), dass bei dem Durellgange 
am G. Mai dieses Jahres Merkur mit einem dunklen Singe Hingaben er- 
scheinen werde. Lassen wir nun die Hi-o1i;h:Iot s|'iW;ieii: 

Hr. van Krtlmrn nebst seinem Mitlieoiiiichier h Li Ii den Merkur irou einer 
Aureole umgeben, die heller war als der Hintergrund der Sonne, auf dorn 
sich der Planet projicirte. Die Breite dieaer Aureole wurde dem Kndius des 
Flaueren gleich geschätzt Die angewandten Vorgrosserungen waren 100- 
und 150 fach. 

Hr. Christie sah rings am den Planeten einen Lichtring oder Hab von 
etwas uu rege) massiger Gestalt und von einer Breit« etwa dem halben Radius 
des Merkur gleich. Dies könnte jedoch, nach Ansicht dea Beobachters, eine 
Wirkung dos Contrastes L'ewcseu 'ein. Innerhalb dieses hellen Scheines sah 
er jedoch einen King von etwa einer Sekunde Breite, der vollkommen kreis- 
förmig war. Der [SeJuiehLer beiinUte versehiedeno Okulare. 

Capitän Tupman sali keine Sjuir weder eines hellen noch eines dunklen 
Kiuges. 

Hr. DunkilL erblickte einen liing odor eine Corona um den Planeten, 
die seiner Ansicht nrn-h sicherlich weniger liell nur als die Sonne. Sie war 
vollkommen gleich breit rings herum und hatte das strahlige Aussehen der 
Sonnen corona. 

Hr. Praetor erkannte den Hin- aneh, jedoch nur dann, wenn er nicht 
ili»*! nueli ,1er liet.relVeuileii Weite des Haneten aal). 

'Hr. Chambers »ah. als der Himmel sich für etwa 10 Minuten auf- 
heiterte, keine Spur eines hellen Klecks, wohl aber einen King um den Pla- 
neten, dessen Hreit.e etwa dem Duidimcssei- des Merkur gleich war. Die 
Üattin des Beobachters erklärte den Hins als dunkel, er selbst ist nicht 
sicher ob er als dunkel oder als lieller wie der Hintergrund zu betrachten aei. 

Hr. Brett sah den King ebenfalls und schützte ihn doppelt so hall als 
den Grnud der Sonne. Der Beobachter Hr. Walter Pye homerkto, dass, als 
der Planet zuerst nahe am Sonnenrando erschien, derselbe sich exceutrisch 
darstellte. 

Hr. Ranyard sah mit dem grossen Refraktor des Lord Lindsay keine 
Spur eines Ringes oder einer Art Corona um die schwarze. Plauatenscheibe, 
ebensowenig sab Lord Lindsay in den verschiedenen Teleskopen etwas der- 

K Hr.' Christin bemerkt, dass bei einem Versuche mit einer schwarzen 
Scheibe auf weissem Grunde, eine Art von Hab) imi die Scheibe ziemlich 
klar gesehen wird, wenn mau sich eines dunklen Glases bedient, sodass hier- 
nach der Hing um Merkur sehr wohl einer Coutrastwirkung zugeschrieben 
werden könnte. 

In Krakau beobachtete Hr. Prof. Karlinski den Durchgang an einem 
Plflssl'scheu Dialyten von +4" Oelfnuug mit 240facher Vergr. nnd zwei 
verschiedenfarbigen Sonnengläaern. Mit dem schwach bläulichen Glase be- 
trachtet, erschien die ganze ^ehwaize Merkurs eh ei he von einem 1" bis l'/i" 
breiten Nebelringe umgeben, der sichtbar dunkler war als die Sonnen Scheibe; 
— dagegen mit einem oiiiiv.'ef'.irlii^en Honni'iijrlasc war dieser King nicht 
sichtbar, im Gegen theilo schien die unmittelbare Umgebung des Merkur 
etwas heller als die Sonnenscheine. Hei se-tuyat/heren \ ergrSsserungan 180 
und 110 war seihat mit dem bläulichen Sonnenglaso kein Nobelring zu sehen. 



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- 174 - 



Vergleicht mm diese B&mmffichen Wahrnclimunf 
Beobachter mit einander, so findet man, mei 
niclit zwei überein stimmende Wakrnehnrunijoi 
sah einen hellen, der Andere einen dunklen Ii 
rona, Jenet einen Halo, oder einen sehr sei: 
der Farbe der Sonnenloser war der Ring ba 
Sellien aaelr gar nicht Solche T'u t-== i - 1 1 i l- i.l .. ■ i : l j 



oder Natur dieser Störung und der Er- 
i an der Oberfläche der Sonne offenbart, 
die iinUnvemligei] Hut™, aus denen wir 
1 Grade sie Emfluss haben kaniL auf die 
lie Sonne selbst direct oder indirect auf 
ie Aewlernngen im physischen Zustande 



periodischen 
nen Phasen 



abgeleitet werden könnte, ob zwischen ihnen eine innigere Beziehung statt- 
finde. 

Für derartige Untersuchungen brauchen wir ein« genauere Kenntniss 
der Natur und der Gesetz« der auf der Sonne vor sich gehenden Störungen, 
und es müssen daher nicht blos die Flecke untersucht werden, sondern alle 
Erscheinungen, durch wddie sidi die ütuning charakterisirt. Hierher go- 
hüren die sicherlich mit den Störungen des Scnnonkorpcrs in innigerem Zu- 
sammenbange stehenden Fackeln und die anderen durch das Fernrohr und 
das Spectroskop wahrnehmbaren Erscheinungen, 

Zur Erklärung der Constauz der Wanne- und Licht-Strahlung der 
Sonne haben die Astronomen angenommen, dass die innere Masse des Son- 
nenkörpers sich stets mit der äusseren mische, dass eine Circulation existirä," 
in Folge deren die abgekühlten äusseren Massen durch die ans dem Innern 
ersetzt werden. Von dieser Uwhung und Circulation, welche die eigentliche 



:n zeigt das Spectroskop, dass 
ionne aufsteigen, die Oberfläche 
und Wallen der Oberfläche er- 



s gleichmässig aufgelagerte Oaa- 
t kleiner Strahlen, die bald mehr 
echsolnder Höhe und Dicke sind, 



Höhe unterbrochen oder durch in grosser Ausdehnung zerstreut« Gasmasseu, 
welche ganz ei gen Iii (im Ii die VH/ivNL-u: 1K eu und sehr schnelle Aenderungen 
ihrer Gestalt zeigen. .ledodi muh in den mehr gleichförmigen Tlieilen der 
Chromosphäre beweist der conti nuirliche Wechsel, dass die Masse der Chro- 
mosphäre sich in einem Zinlimde b/sl findiger Umwandlung befindet, indem 
immer wieder neue Strahlen an die Stell,' der alten iret™, die sich entfernen. 
Jeder, der sich längere Zeit mit dem Studium der Chromosphäre beschäftigt 
hat, muss tn den Kisdu-itimi^en, wHi-lte dieselbe durliietet, den Mechanismus 
einer wirklichen Emission von glühenden Gasen und Dämpfen erblicken, 
welche in Gestalt von Strahlen aus dem Innern der Sonne an ihre Oberfläche 
kommen, um diese mit Licht und Warme zu speisen. 

Von dieser Araotanang hat sich Herr L. Kespighi vollkommen über- 
zeugt, nachdem er diese Beobaohhüigcn fast acht -Tahre lang, sowohl unter 
den normalen Bedingungen der Sonnen-Oberfläche, wio untar den eseeptio- 



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- 176 — 

nellea Bedingungen, die dem Flecke a -Minimum entsprechen, fortgesetzt hatte, 
so dass er es für unnüti und irrationell bült, ausserhalb dieser Erscheinun- 
gen die Ursache zn suchen, welche der Sonneno bertlache Licht nnd Wärme 
zuführt: Diese CirCttlaüon oder dieses Mischen in der Sonnenmasse ist im 
Stande, an ihrer Oberfläche die Constanz der Warme- and Lichtstrahlung 
zu erhalten. Die Flecke, die Fakeln und alle sonstigen Erseheiunngen an 
der Sonnenoberfläehe müssen als einfache Wirkungen der mechanischen, 
physikalischen und chemischen Thätigkeit der Chromosphäre aufgefasst 
werden, und ihre Erklärung kann nur in einem Verstandniss der Vorgänge 
in der Chromosphäre gesucht werden. 

Obwohl die regelmässig]] inul systematischen Beobachtungen der 
Chromosphäre und ilnr l'rotu beranze n nur wenige -lahre umfassen, beweisen 
sie doch schon, dass die Besch ailenh ei t der Chromosphäre einer periodischen 
Störung unterworfen ist,, weldie mit der i''lerlfii- Periode -/.wanimenfällt, dass 
die Hänrigkpit der Pro tuberanzen oder der Anomalien in der Chromosphäre 
zusammenfallt mit der Häufigkeit oder der Zahl der Flecke. Die Beobach- 
tungen des Herrn Itespighi, welehe die Epoche des letzten Flecken-Maxi- 
mums umfassen und jetzt die des Minimums berühren, geben für diesen 
Parallelismus die sichersten Belege. Würde man über die Chromosphäre so 
lange Beobachtungs reihen besitzen, wie über die Flecken, so würde man mit 
viel Lnü:;.!^ ;'i Schärfe und Sicherheit die Perioden der Sonnauthätigkeit er- 
kennen und fiiiren können. , 

Allgemein herrscht die Ansicht unter den Astronomen, dass die grossere 
Frequenz der Flecke und der Fackeln ein Beweis sei für die grossere Thä- 
tigkeit au der Sonnenoberfläehe. Wenn man aber unter Sonneu-Thätigkeit 
den Zustand der Bewegung oder lebendigen Kraft an ihrer Oberfläche vor- 
steht, so kann man nach Herrn Kespighi aus dem blossen Ansehen der 
Oberfläche und ihren Aeuderungen noch nicht sebüessen, dass die Thätigkeit 
wirklich eine grossere sei, wenn die Anzahl der Flecken und Fackeln eine 
grössere ist; die letztere kann nämlich sehr wohl bedingt sein von einer 
uugloiehmässigeri Vcrtheilung der Bewegung nnd der Thätigkeit, die 
an einer Stelle gesteigert, an anderen aber dafür vermindert ist. Die Beo- 
hai-iiliiiis; lIit r;!tiiri).-.-}'liiire nnd ihrer Erscheinungen scheint diese Ansicht 
wesentlich zu stützen. 

Die Intensität derSrni heme^e» wi-niiui uns 

der grosseren oder geringereu Anzahl der riesigen Protuberanzen, noch aus 
der Zahl der Protu beranze n überhaupt; sie ist nicht proportional der Zahl 
und Grösse der Protu beranzon, weil in der Kegel diese abnormen Eruptionen 
begleitet sind von einem Zustande relativer Kühe, die sich durch eine ge- 
nu^ri: i'n/ijiiruz juiisr klcmon .Strahlen verräth, welche an der Sonnenober- 
fläehe vorherrschen, so dass man sagen könnte, in den grösseren Strahlen 
seien die normalen Eruptionen eines Theiles der Oberfläche zusammen- 
geflossen. An den Stellen der Flecke, wo sich häufiger dio lebhafteren und 
grösseren Eruptionen zeigen, trifft mau in der Chromosphäre gewöhnlich 
wenige nnd sehr lebhafte Strahlen, und aus seinen vielen Beobachtungen an 
den Stellen der Fleekenkerne hat Herr Kespighi das Fehlen der Strahlen 
in der Umgehung dieser Kerne als besonderen Charakter der Chromosphäre 
erkannt. 

In der Epoche des Fl ecken- Maximums 1870 und 1871 zeigte sich die 



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Chromospbäre gewöhnlich von vielen und riesigen Pro tu beraten besel/.t nnd 
häutigen bedeutenden Eruptionen unterworfen, tumentlich in der Genend fli-i- 
Siecke, mid von /.eil. v.ii Zeit, war sie auch auf weiten Oebielen mit kleinen 
und lebhaften Strahlen beseta.t; aber dafür waren andere Theile runter und 
weniger leblinit. (legeuwärlig zur Zeit des Klecken-Minimums zeigt sich die 
(Jhromosphäre fast ganz frei von Protaberanzen, grossen Strahlen oder Erup- 
tionen, aber in ihrer ganzen Ausdehnung ist sie reicher an kleinen Strahlen 
wie in der Epoche dea Maximums, so dass der mittlere Zustand dor 
Eruption oder Thätigkcit in derselben in beiden Epochen ziemlich 
^leieh oder r.u: 1 wiriiig ve^eliieilen stin dürfte. — 

Das Auftreten von Eruptionen an der, ihrer Form nach sehr regel- 
mässigen Sonnenoberfläche setzt nothwendig eine oberflächliche Schicht von 
einer solchen Consisteuz und Cohäsion der Theilchen voraus, dass sie der 
■lühenden Giise und Dämpfe des Sonnen-fnnern einen 



Widerstand bietet 
Gasblasen den Üu 


und sie zwingt, Ah 
refamner m verschaffe 


Herr llespighi an, dass die Oberfläcl 


Flüssigkeit bestehe 
stets bildet und ai 
Druck und enorme 
und diese Auffasav 
bestätigt. 

Durch diese 


, welche sich durch 
1 der inneren Seite fc 

ng haben die seitden 

resistente Schiebt drl 


Sonne die grossen 


und zahlreichen Gasb 


die kleineren Strahl 


en oder ausuahmsweisi 


bilden. Im Innern 


der Kugel ' sind die 


nach ihrem Molecu Urgewicht übereinande 



.lasen, welche in der Chromosphäro 
e die Protuberanien und Eruptionen 
■ rauhenden Gas» und Dampfe nicht 
der geschichtet, sondern in Folge des 
enormen Druckes und der enormen Temperatur durch einander rremisdiL 
Die durch die resistente Hülle dringenden Wasen enthalten daher stets viele 
verschiedene Gase und Dämpfe, welche aber zu um so grosseren Höhen 
empnrüesd.le.udert. werden, je kleiner ihr Mo lecularge wicht ist 

Obwohl nun die Zustände der im Inneren der Sonne hetiiuilielicu (iase 
gkiebmfietög bleiben, so kann man ilieht behaupten, dass auch die conden- 
sirte, oberflächliche- Schicht stets genau von .lerselheu Du-htiakoit, Dick.! und 
Cohäsion in all ihren 'f heilen bleibe, iftd dass sie stets und überall dein 
Austreten der inneren Hase denselben Widerstand entgegensetzt. Abgesehen 
von mannigfachen Ursachen und Umständen, welche diese Gleich mässigkeit 
der Soniion-Olierilädi,: stören kennen, kennen wir oino sichore Ursache der 
U^leiehmflssigkeit, Hamich ..Ii.. 1 Rotation des Sonnenk.ii|.eEs. Diese muss 
innerhalb gewisser Grenzen die Constitution der ehe) lürelilielieii Seliichl. und 
damit das Auüti'ig.ni der liasblaseii. ilire ( iesehwimli'.'keit. nn.l Richl.niiü be- 
ernlinsseu; sie wird in den mittleren Weiten der .Senne die liervoiluee.hemlen 
Gaso zu grösseren Wasen und Strahlen vereinen. 

Die vom Oktober 1809 bis Mai 1877 am ObservatorilUI] zu Cumpidoglio 
le,t-ese[ ? .en UenbneJituueen , welelie ,1er uns vorliegenden Abhandln im des 
Herrn Itespighi in Tabellen und in Abliildmv.;rn beigeben sind, neigen 
in der Tlint, dass die Kntflehiiug nnd die Ce^enwart der grossen Strahlen 
oder l'rotu beranze n in einigen Zonen viel wahrselieiiilieher, dass ihre Frequenz 
veraiide.Hie.il ist mit den lireiteu und Längen der Sonne, dass sie an den 



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- 178 — 

Polen am seltensten und in den Zone» mittlerer Breiten am häufigsten 
aul'treU'n. Die Curven der Protuberans für die ganze in 10 Periode» 
gct.lit.dhe Xüitj mil Ausschluss der !.! l'e[inile:i, welche in die Zi-if. lies l'leckcn- 
maximums (1. >[ai 1870—1. Se|>t. 1871) fallen, lehren, dass ihre l)'rH|uni/ 
am kleinsten ist, in den Pokirealotteti, dass sin iillmälidi bis Ü0 U der Breite 
vr.'U4i jr. »o die absoluten Maxima Hegen, und dass ein weniger imsgesniocIieiKV 
Miniuram am A.equ.Uiir erscheint nie gr'is.-cn 1'ic.lnli' ranzer f'diien in den 
PolarcaloUnn Ins :W" vom Pole gäii/.licli und orreiehen ihr Maximum in 110" 
Breite; man muas daher schüosson, dass nicht nur die Frequenz, sondern 
auch die Intensität der Pro tub« ranzen von der Rotation der Soune ab- 
hängig ist. 

Vergleicht man die Curven der einzelnen Perioden mit einander, so 
sieht man in der von der Sonni'iih':a:.io:i alilninnigeii Ynrthc ilung der Trotu- 
heranzen eine gk-irh massige und eont-inni fliehe Acnderimg, die trotz der 
Kür/e der l!e..i'achime.is/.eit ein entschiedenes Mumhiuiu und Minimum der 
Intensität erkennen liissl, der Art, dass diu IVoinlieratizen sich allmälich den 
Polen nahcin und dann sich allmalich tun ihnen t- ut 1 t-rii pii. Das Maximum 
dieser Störung fallt auf die Mitte 1871 und ist charakterisirt durch die 
griissle Frequenz grosser Protubcianzen und Kraritiouen und ihre vorüber- 
gehende Invasion in die I 'oliu gegen il . nährend 1870 und 1 H7T die Ull- 
ri-gclmä;-; igkeiten 1 1 ■ ■ j" Hi im mitplane beiieutciiil an Zahl und Starke abge- 
nommen, die grossen l'rotnberanzen fast günz verschwunden sind. 

Der Zustand, verhältnissmässiger Ruhe, der jetzt in der Chromosphare 
herrscht, spricht dafür, dass die störende Ursache bereits auf ihr Minimum 
zarOafcgegtngen oder ganz aufgehört hat Andererseits lässt die schnelle 
Zunahme der tlmegclmnssigkciii u der OhrOuies |häre uud namentlich das 
kurze ver übergehende Eindringen derselbeu iu die Polargegenden vermntheu, 
dass ihre Ursache nicht in einer regeln lässigen und conti uuirliehen Wirkung 
einer auf die Suuiienmasse nach bestimmten (.IsseUen der Zeit und des 
Ilanmes wirkenden Knut, liegt, Mindern vielmehr in einem vorübergehen- 
den lieber wiegen der Wirkungen, welche den thütigen Zustand der Holum 
zu stören strehi'ii. über die. m-lcho ihn zu erhalten bemüht sind. 

Die Hcohae.h dingen der Chromi>s|ihare umfassen einen zu kurzen Zeit- 
raum, um diesen Schlnss besti'iligen /,n kcnmen, aber die bereits, genügend 
luge fortgesetrten Beobachtungen dt!r l'leeke kennen 1 1 L ■ ■ i- einigoa Aufsclihus 
gehen, so weit eine Vcrgieichung 'ler Ih'ur'tionen der .Soimeuoberrlücuo mit 
:]■■: lläimg'ieit der rlnlie und Fackeln eine Zasamiuengchüiigker: all' dieser 
IV-chcmungcn ergibt, und sie als die verschiedenen Wirkungen ein und 
derselben periodischen Störung der SounonoberMeho zu betrachten gestattet, 

Dass golcho Beziehungen vorhanden sind, dafür spricht das gleichzeitige 
Zunehmen und Ahnehmen der Zahl uud der Häufigkeit Beider und der Zu- 
stand abnormer !a'ii]d.inri . der gcivfdnmch den Stellen der Flecken und 
Fackeln herrscht, (ileiidi'.iohl kommen zwischen diesen Phänomenen wiehlige 
Verschiedenheiten vor: So sind die I'rotu he ranzen oder grossen Störungen 
des F.runtionszustainles gi>\i\diiiiir.h viel hünliger al<i die Fackeln und Hecke; 

sie umtässen t'in grösseres (leidet der Sorna d nehmen zuweilen die ganze 

Oiierlbirlh' ein, während die Fackeln sieh nur auf 50 — 00" und die Hecke 
nur Iiis 40" der Breite erstreckon. Dies scheint, darauf hinzudeuten, dass 
die Bedingungen für die Untstehung der Pro tube rannen au der Honueiiober- 



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Hache teichler nuft.reien. Hie Kacke! n ireivnlmlich von l'nil ulicraii/fii 

hcgleilct.. welche sich durch ein« gri.sscro Helligkeit und HertigSseil der 
Slrahlen auszeichnen; für die k'nt Stellung der Tackeln scheint somit ein 
Zustand intensiverer und grösserer [;ni|ition notbweudige Bedingung zu sein. 
Ferner macht sich der Ort der Flocken bemerttich durch eine eigentüm- 
lichere Art der Eruption und durch eine ausgesprochene Abnormität in der 
Beschaffenheit der l.'lireniüs|.'härc. niinilioh durch sehr heilige Eruptionen. 



reichen Strahlen in der Chrouiosphäre. von den liese im normalen Zu- 
stande besät ißt 

Trotz dieser innigen Heuchlingen scheinen die I ledingiingen für die 
liutsiviuui" iji ■;■ lYMiibeinii/ci) einerseits und der Klecken und l-'aekelu an- 
dererseits weh nicht gleich heilig einzustellen. Die Ueol>a.ditum; ergibt viel- 



lUclmng der (lesekc ■ ä i ■■-.-=■' l - iieriodi-choii Si'lrung der Wunne berücksicht 
verde», und Herr liespighi halt, jede Theorie der Kleekenperiode ffir i 
(einigend, wenn sie nicht auch jene zeitweilige und allgemeine Sprung 
iruptionszusUiude der Hennenolierlliie In: erklärt. 

' ' " lor Flecke auf eine periodic 



Schwankung der Thütigkeit oder der Wirsing au: die Üncrlhulicnmaäse der 
Sonne zu bestehen, sondern einfach in der Verthoiluitg dieser Thatigkeit auf 
die verseil k' Jen ee Theile der Oberfläche. 

Die Ursache dieser Unregelmässigkeit der TbStujkett in der oberfläch- 
lichen Masse der Sonne kann gesucht werden entweder in einer periodischen 
Variation der statischen und dynamischen Bedingungen der verschiedenen 
Theile des Sonnen-1 niierri , oder in einer Veränderlichkeit der Con>! iluti»n 
der oberflächlichen WchicM, oder endlich in einem l'ä'ntlusse cilni-idarer 
Massen, wie der Tlaueten. Herr Kespighi hes|>ncht die ['ii.vahrseh.'iülich- 
keit der ersten und letzten Annahme und behandelt dann ausführlicher das 1 
zweite Moment: die Constitution der Soriiienobei-fläche. 

Ihre Besohaflenheit hängt ab von der Ocgcmvivkm-.g der Strahlung, welche 
die Tempera tür zu cniied! iL'c:i ^reht, iiu.l des Znstr.imens ghih'nder (his- 
massen, welche die im Innern aufgespeichert.' Wftrme hrvbeiführon. So 
lange die Sonne in constanter Thatigkeit begHfFeu ist, halten emh die beiden 
'■nt.gcge:ii:eset:zt»n Wirkungen d;cs Ulciehgewidf : aber dieses li leidige wicht 
kann kein dauurndes seiu, wenn die durch Strahlung verlornne Wunne der 



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- 180 - 

Sonne nicht wieder ersetzt wird. Gibt es keinen solchen Ersatz, so wird 
sich die Sonne abkühlen und ihre Thätigkeit an der Oberfläche modificiren; 
die Menge dar im Inneren der Sonn-' niii^i-tiäiiK.'ii Wärme kann jedoch so 
gross sein, dass die Abkühlung in Folge der Strahlung auch in einer langen 
Reihe von Jahrhunderten unmerklich bleibt 

Nimmt man die Sonne in einem Stadium der Entwicklung au, in dem 
sie in Folge der Abkühlung au ihrer Oberfläche eine so cousistente Schicht 
ijjiilitft i.r.t, das? sie die Au Ii tiniii; arid das Ansiliessi'n der inneren Gase 
lunl Dämpfe verhindert, so ist es leiei,r, die U-L'liehk-i'it tnyivo rarer rftiirum;o:] 
ii: dem 'Hi:i::;i!aitsiustnnde der Sounenoborfläcbc mit jenem Anseheine von 
Periodicität, den man in den Phänomenen der Flecke und Protubaranzen 
trifft, nachzuweisen. 

Nehmen wir au, dass die Strahlung der von einer flüssigen Hülle um- 
gebenen Sonne couslanl, ist. so iiiiisseu wir voraussetzen, dass die Wärme, 
welche durch die Eruptionen au die Oberfläche gebracht wird, gleich sei der 
durch Strahlung verloren gehenden Menge. Einen Ersatz für den Wärme- 
verlust den das Somi^u-Iiinere leidet, kennen wir zwar nicht, doch dürfen 
wir annehmen, dass sein Vorrath so gross ist, dass dieser Verlust keine 
Kiillt: spielt, wenigstens in dem jeliigen Stadium der Eutwickeluug des 
Soimeukörpers, 

Dies sehliesst aber nicht die Möglichkeit theilweiser und temporärer 
i ll.'i :;])£!' vii:l it. -;tiini!;<:!'ii in ihr Scniientliiitigkeit an Yii.=e biedenen Theileu 
ihrer Oberfläche aus; sie kann in einzelnen Thailen verstärkt sein durch 
iId; fti'.rk.jri: l^paiisunski all der l..;ise. oder rkirch einen geringen Widerstand 
der Oberfläche, und sie kann vermindert sein durch Abnahme der Expan- 
;iuiiskr;iv! i.'iter bessere Cousistonz der Oberfläche. 

Die Sounenrotation bietet nun ein ausreichendes Moment zur Verände- 
rung das Widerstandes der Oberfläche; sin vermehrt direct die Resistenz der 
Schiebt, durch welche die Gase und Dämpfe dringen, bosouders in den Zenoa 
am Aequator und in seiner Nähe. Dadurch weiden di« Eruptionen beschränkt, 
die Abkühlung schreitet weiter vor. und di- Gase und Dämpfe sammeln sich 
an, um an weniger rerfi st etilen .SrclKoi dutvli/aibredieü. Die Abkühlung und 
diu Consisien/ di'i- uberftiieh« nehmen noch mehr zu; und dio Gase können 
gar nicht mehr, oder nur mit gesteigerter Anstrengung in mächtigen Strah- 
len durchbrechen. Diese an Licht, und Wärme armen Tbeile der Oberfläche 
bilden die Flecke, und so wäre die Abhängigkeit der Flecke und der Pro- 
tuboranzen von. der Sonnonrotation verständlich. 

Diese Erscheinungen und diese Anomalien im Eruptiouszustaudo der 
Senneiiobertladie können aber nicht ins Unendliche zunehmen; es werden 
vielmehr die stärker abgekühlten und condensirten Tin iL: der ÜLei-tlädie. 
untersinken, die Gase losen die schwimmenden Insolu auf und die Oher- 
iliichi' er.nngt ihre iirsprüngliilie D'rehalVeulieit wieder; damit kehrt auch die 
Eruption in ihr normale- Verhallen zurück, die grossen Eruptionen wurden 
seiteuer. Nun beginnt von Neuem die stärkere Abkühlung in Folge der 
Rotation, und der ganze Vorgang spielt sich von Neuem ab. 

„Es ist nicht schwierig zu erkennen, dass die simeüssive Ileprodnction 
dieser Erscheinung dieser Störung eine, geivi-se Kegehiiässigkeit gewähren 
iniiss, sowohl in Betreff der Intensität, wie der Dauer, und dass sie das 
Ansehen einer periodischen Erscheinung annehmen wird, deren lutensitüt und 



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— 181 - 

Daner abhängt von den jetzigen Bedingungen dar Sonnenmasse, and welche 
bei fortschreitender Abkühlung, grössere Verhältnisse und eine wahrschein- 
lich kürzere Dauer annehmen wird." 

Diese Auffassung von dem Wesen der Periodicität der Sonnen-Phäno- 
men« stützt Herr Kespighi durch seine Beobachtungen, indem er die Grund- 
bedingungen dersulln'!! al.-i ridni« nachweist, näuilicb den Ernptiousnustaud 
der Sonne uud deu localen Widerstand der Oberfläche gegen die Eruption 
besonders in der Gegend der Flecke. 

Den Eruption szustaud der Sonnen thätigkeit beweisen die kleinen Strah- 
len, welche die ganze Chromospbäre durchziehen , und welche nur in der- 
selben Weise wie die gießen IVoUiBoriinzeii, als ilnipfinnen kleiner Gas- 
blasen, erklärt werden können. Eine andere Deutung dieser .Strahlen ist un- 
zulässig. Der Widerstand der Oberfläche gegen das Austreten der Gase 
wird erwiesen durch das Fehlen der Strahlen über den Flecken [die zahl- 
reichen der Abhandlung beigegebenen Abbildungen geben hierfür- sehr viele 
Itelege] und durch das Auft.rL>i...:n :-t:irke.tvr Eruptionen rings um den Hand 
der Flecke. Es wird forner die hier entwickelte Theorie gestützt durch diu 
von Herrn Rospighi in allen Fällen constatirto Ebenheit der Photospliäre 
und Kegeluiäsaigkeit ihrer Grenze, besonders au den SteUeu, wo Fleoke 
sichtbar sind; auch die maclii i.L;jk'u I.'K'mlii'ian/.eii erzeugen uur sehr un- 
bedeutende WddiliialiiiLii-:! iIit l'hotoapbire. 

„Die Gesammlheil dieser Tliatsaehen sdn-iiu mir genügend KU beweisen, 
dass die Störungen im Eruptiouszustande an der Ubei-lliudiK der Sonne haupt- 
sächlich nurückgeliihrt werden müssen iiul' 1 orale. Widerslände der oberllncll- 
licheu Schicht gegen die Kraptiim und ^egon das normale Ausströmen der 
inneren Gase und Dämpfe; Widerstände, die liiiclut um Ii im; Ii ein lieh herrühren 
von einem Zustande grSsseror Conden-ation oder stärkerer Cohäsion ■ und 
Zähigkeit in der oberfläe blichen Masse dieser Schicht in Folge sehr starker 
Abkühlung." 

Herr Rospighi hält das Problem der Sonneuflecko uud ihre Periodicität 
noch keineswegs für gelöst; aber er •rhult den Weg gefunden zu habeu, 
auf dem die weitere Forschung zur richtigen Krküuntniss gelangen wird,*) 



Der Mond 

und die Ik'schiill'nilH'il und (lesüiliung seiner Oberfläche. 

Voo Edmund N'eisun. 
[PeiiMtiuneO 

Dein periodischen Charakter der Variationen gemäss, welchen der Mond 
unterliegt, kann man, sagt Nelson, annehmen, dass er eine mittlere Tempe- 
ratur besitzt, die nur ausseid, langsame siikulaiv Veränderungen erleidet. In 
Folg« des erb il senden Flinllnsses der Sonnenstrahlen wird die Temperatur 
der Mond ohe rtliiohe periodisch über die.-eu Mittehveitli erhobt und durch die 

•) Atti dellu 11 Acnul. .lti I-inusi. Mpiu.irie. Str. II, Tal. I. \>. 1271. Sa Naturf. 
No. 23, Dd. XI. 



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Wirkung der Ausstrahlung in den Kaum unter denselben '■: , :iieilriL;t Be- 
trachtet maa die Fiayi.' zuerst, üe-. entert hui ^■■iu !\intt.:rs der Menihihii'j- 
Hphiire, und lli-st man dk- durch die Neigung der Moudaxe gegen die Ekliptik 
erzeugte G/iindicutinii ausser Achi, so kan:i ( : ■. ■ j- eitiit/'.'iiilo fliulUis; der Smi- 
uemiliahhui au:' irgend einen Tln'il des Mondes uls lediglich von der steno- 
graphischen Breite dieses Pnuktua ahhani.'i;.' angesehen werden, indem mit 
mu eh inen der Breite die Strahlen schräger auf die ubnlläche fallen, sich 
daher über einen grosseren Kaum muhn-iten 1 auf der Flächeneinheit so- 
mit eine verhüll uissmäs^! ;;cri]iger>> Wirkuni; er/,eiii;e.u. Ilie erliil/.endi' 
Wirkung der Sonnenstrahlen wird daher ihr Maximum am Animator, ihr 
Minimum an den i'olen erreichen, Die Wärmeausstrahlung der llherllädm 
aber kann im Wesentlichen als unabhängig von der Kielte und als ab- 
ttan^iLT von der Temperatur der Oberfläche betrachtet werden, folglich 
würde die Oberfläche dea Mondes, wenn man keine Atmosphäre voraussetzt, 
während ihrer laugen Nacht alhnälich kühl, bis sie einen diirehgohends 
last gleich massigen Grad von intensiver Kälte erreichte, iudess iviLtirmiil des 
langen Tages diu Temperatur der Kcirmiicn in der Nahe des Aeomators be- 
deutend sleiL'cn, aber ge^en die Pole hin idne immer geringere Totiiperaltlr- 
;.u nah im- ^tuttti luK'ji würde. Wus die .Maximal- und 11 iii in lall eu ■■[>■■; ati in' a 
angeht, deren KiTeichuug man unter diesen timsläuden vemünflmer Weise 
auf der I ibc> Ihiehe erwarten Lum. so bleiben dies.dl.i4L für uns -ehr i.n, Ide- 



als nicht sehr niedrig voraussetzt, so sind dm Wertlie von + 300° und 
— 75° des hnnderttiioiligeu Thermometers als der Wahrscheinlichkeit am 
nach-kn kemmr-tul ant-einnnmen worden. 

Die Gegenwart einer Atmosphäre auf dem Monde ändert dieso Schlüsse 
gätmlieli. Denn die Wirkung derselben wird darin bestehen, dass sie nicht 
nur den erhitzenden Kiutlnss der Sonnenstrahlen, zumal in hohen Breiten, 
bedeutend vermindert, sondern auch die. Ausstrahlung der Oberflaehe näh- 
rend der langen Mondnacht beträchtlich verzögert, und so die Temperatur 
durch Herabdrück uiu; des Maximums und i'edenleiule llrtüdinug des auf der 
Oberfläche sonst mißlichen Minimum- gleich massiger macht Durch iure 
verhältnissmässiy weil, gniffnv A usdehuung würde eine Mondatinosphäre die 
Temperaturabuabme der Oberfläche durch Ausstrahlung eben so Vollständig 
verzögern, wie eine hundert Mal so dichte Atmosphäre auf der Erde, und 
ebenso würde jeder locale Eiuiluss, der aus der erhitzenden Wirkung der 
Sonnenstrahlen auf die Oberflftehe hervorgeht, sehr bedeutend zunehmen. Ein 
anderer Umstand, der darauf gerichtet ist, die. Temperatur der Moudober- 
fläche gl eich massiger zu gestalten nud die Veränderungen, welchen die dor- 
tigen Formationen ausgesetzt sind, m beschranken, resultirt aus der Existenz 
einer Atmosphäre insofern, als diese durch mehr oder weniger bedeutende 
Temperaturstoigerung das Sinken während der Mondnacht wesentlich ver- 
hindern würde. In Folge der durch ausseist dünne Dämpfe entstehenden 
Abnahme der Ausstrahlung, fällt jede Notwendigkeit zu der gewöhnlichen 
Annahme fort, dass die Temperatur der Mondobertläehe gegen Ende ihrer 
laugen Sacht sehr niedrig sein müsse, selbst wenn dem Monde eine Atmo- 
sphäre von äusseisfer Feinheit fehlen sollte. Wenn mau erwägt, dass die 
wahrscheinliche Atmosphäre in ihren Wirkungen denjenigen der Erdatmo- 



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— 183 — 

sphäre nicht viel, wenn iik'ilmni'i, unLerevordnei tein würde, und ferner 
den Umstand lierüekeichtigt, dass in der langen arktisoheu Nacht der Erde, 
welche weit länger dauert als die des Mundes, dir A LisniL-;Ll il 1 1 ijiii eh 
rchitiv geringen Hinken der Tcmpci-idm- ln'iviuv.iiinfi'ii im Stande ist, so er- 
scheint die Aiiiiiikme einrs beträchtlichen Sinkens der Temperatnr auf dem 
Monde nnnätlii^ und dies rindet seine Hfsläl isruiig in der wahrgenommene!] 
Veränderung der WänneftiiLhlimg dt» Mondes. 

Nach den von Lord Rosse erhaltenen Resultate» kann der durch die 
Erde von dem Mond aufgenommene totale Wiinnebotrag Eowto dessen an- 
nähernde Variation eiuigermaassen als bekannt gelten, nicht aber das Geselz 
der I\4iip.:ru:u:T;iri:;tiuu iv.üi-:id eines Tbeilos der Oberfläche und selbst nicht 
dessen annähende. Mj\iiu;i!- eder MinitLK.^K-mpi.'r.Ltur- Um eine Idoa von 
dem wahrscheinlich'.':! Werth dieser letzteren zu erkalten, ist es nöthig, sieh 
auf theoretische Betrachtungen zu stützen oder nach Analogien auf der 
Erde die Weilhe verstlm-dener Co i [stauten anzunehmen, und eine bezüglich 
der Mond Oberfläche und der dorr.ijre!: 1 ? i ■ 1 1 Ii ; tr : n i i; i - r t v.ihv* l l ■ ■ i : 1 1 i i - ] i ^ ( h • llv[<i- 
l.liesr iinliiisfidlen. Jede uns Lord l'ijsse's Resultaten erlangbare Folgerung 
katin daher btos als vielleicht mögliche aber roh» Naherang betrachtet wer- 

bestimmtem Vorstellung gelangen. Ans seinen HcMiit.iir.nii findet Lord Hosse, 
dass der durch den Vollmond der iirde zugesandte Wärmebetrag demjenigen 
ungefähr gleich ist, der von einer Kugel von gleicher Grösse und Lage aus- 
gesandt würde, die eine eonstante Temperatur von 110° C. besitzt. Hier- 
nach möchte es scheinen. dans diu OberflächentemperaraT des Mondes im 
Maximum 200° C. nicht überschreiten kann, während es wahrscheinlich ist, 
dass sie bedeutend kli-ium- sein mtiss. Der angegebene Werth mag daher 
als die auf dem Monde höchstens erreichbare Muiimaloberflächcn temperatnr 
angesehen werden und muss schnell abnehmen, mmn Jk Breite des be- 
trachteten Punktes auf der Oberfläche beträchtlich wird. Mit Rücksicht auf 
die vou der Oberfläche erreicht.: Miiiimiilternperaiiir würde dieselbe Beob- 
iiciiliiiig /.eigen, diiss nie nidit viel unter 0° (!. sein kann, um die währeud 
jedes Mondwechsels /.wischen' der Variation des' Lichtes und der Wärme be- 
obachtete Uehereiostimiunng einzuräumen. Bis jefcrt ist es indess noch nicht 
möglich, aus Lord Rosse's Bestimmungen ein irgend i'cfricüigeiidcs 'lesel:'. 
dir die T c m peratur Variation der Mondt-iliHtLirhe abzuleiten. In der That 
deuten die i:rlii[i!_di-r; lir.-nitntc entweder Zustände sehr ungewöhnlichen Cha- 
rakters auf der Mondoborflaehe an, udrr aller die, leisten/ von Einflüssen, 
die den vom Mond empfangenen Total wärmebetrag in den Beobachtungen 
afficirou. Es seheint nicht unausführbar zu sein, eine Reihe von Reobacht- 
uugen über die von dem Monde ausgestrahlte Wärme in der Absicht an- 
zustellen, mit Hilfe einor vollständigem theoretischen Untersuchung der 
llrilin^tiiii;'.'ii diu -.sulii-i dichilieli de;: min Muhl": erhaltene!] Würmehetrag 
reguliren, nähenmgsweise iVerlhe llir die in der nuahl ischen Rehaudlung 
des Gegenstandes entbotenen ' 'iiiislsriten zu bestimmen, und es so zu er- 
möglichen, dass bezüglich der Variation in der Temperatur der Oberfläche 
befriedigende Resultate erlangt werden. Gegenwärtig nimmt Lord Rosse von 
seinen Resultaten an, das? sie kein einigennaasseu zuverlässiges Mittel zur 
liesliinmnng der 'l'niiiiieiatur der Mnndoher Hache gewähren, und sie seheinen 
nicht genügend entwickelt, um mehr als eine Hilfe für die durah theore- 



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I'",n\;ili iihui;. nSLraliuli die, uass dii-su Warme nur naeh dum gän/liclieii Ver- 
schwinden der WassarmMSen von der Erdoberfläche entstehen konnte, so 
dasa die Temperatur des Mondes während der früheren Perioden seiner 
Existenz ungefähr die glridse wie die der Erde war. Denn sobald die Tem- 
peratur ln'tiTii'-tillh-li übe: i'n'-M miltlerei; Worth ma elwn 2~i" bis 3ri " ('.. 
stiege, wurden sit ungeheure Mengen von Wasserdiimpfen sich in die oberen 
Hehiehlon il-r Moiidatmuspuüie mhebeu, d;iss sie die Mondoberfläohe gfiu/.- 
lie.h unihüliton und ili'.i y r : j ~ 1 r- 1 , j'hiil der Honnenwärino absorbirten. Anf 
ähnliche Weise würde das Hinten der Temperatur wahrend der langen Naebt 
des fdo:v.]es verhindert würden, l'ie vorhältnissmässig weit grossere Höhe 
der Immren Atmosphäre müaBte diese Wirkung viel ausgeprägter machen, 
als dios bei ähnlichen Ursachen auf der Erde der Fall sein würde. Die 
wahrscheinlichen physi kalisehen Zustände, welche auf der Mondoberfläche 
herrsehen. sind wegen ihrer Wichtig i-it im die llildungen des Mondes und 
ilii' Erscheinungen der Mondoberfläche zuletzt betrachtet worden und /war 
aus den an sich und durch den bekannten Zustand der Oberllaehe unseres 
Trabanten wahrscheinlichsten Gesichtspunkten. N'uehdem die :il i ; L i u i ■ Uph- 
tität der stuHlii'hi'i; Zus : ini]iuaMUunL' von Grdfl und Uond BUgestiindi'ii 
ermöglicht die Anwendung chemische: imd phvsikal isolier (.b'sctue auf das 
Problem des Zustandes der Mondoberfiache viele Folgerungen, welche die 
Astronomie allein niemals gewähren konnte. 

Werfen wir mit Neiaon einen raschen Blick auf die verschiedenen 
Mondformationen, so finden wir zunächst drei grosso Klassen derselben, 
Ebenen, Krater und Berge. 

Die erste Klasse, welche mehr als dio Hälfte der ganzen Mondober- 
uache einnimmt, liisät sich in die zwei grossen Unterklassen, dor dunklen 
und dor hellen Ebenen theilen. Die erste dorselben uini'assr. die sogenannten 
Maie nebst den kleineren Formationen, für welche ■ die Namen Puhls, L'acus 
und Sinus in Auwendung gebracht norden sind; ; während die in die letztere 
Klasse gehörigen Formationen keine liegendere Namen erhalten haben und 
Kelten so bestimm! in-gren/t erscheinen, wie die der ersteren. Unter dem 
Namen Kraler wird in l"ct>ereiustimmuuL: mit dem oomvnl iiuiellen (iebrauebe 
des Wortes die ganze Masse derjenigen Formationen des Mondes znsanniien- 

geringer Oelraung, einen unseren vulcarischen Kratern ähnlichen Anblick Ed 
gewähren scheinen, obgleich sie von der veiaehiedoimrtigsten Natur sind und 
in den meisten fallen durchaus keine licreehtiguug zur Traguug dieses 
Namens besitzen. Diese Formationen -(erlnlleu in nenn Klassen, und zwar 
in \\'all!'lji:jji^t), lin gi-mire, Kingebcnen. Kinterebcnen. Kr.it er, K raterei Ii ebn Il- 
gen, Kratorhohl ungen. Kratcrheccl und Vertiefungen; jede derselben licsiti.f 
bebildere Züge , obwohl die Unterscheidungen im Kinwlneu nothwendig 
H.'.vas vi i II kii flieh sind. Ilie I!' 1 : gbema! tonen kennen L.'leich:'iills b.'i|u..iii in 
zwölf Klassen gelheilt werden, uamlieh in die grossen Ketten. Hochländer. 
Hebirge und liergspiUeu als die bedeutenderen Erhebungen : Hügelländer, 
Plateaus, lliig'd u:i.i Itetgiiickcu, als die weniiier holn-n, wälireud die zahl- 
reiehen kleinen Uiiregidmüssigkeileu der Oheiii ilele' die vier Abtle-iliingen, 
kleine Hügel, Wälle, Hucken und Itodenaiischwelluiigen bilden. 



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— 185 — 

Die Bezeichnung Mare, welche liierst von Hevelius gebraucht wurde, 
ward von Riedoli für die Verhältnis amässig ausgedehnten horizontalen Ebenen 
dea Mondes beibehalten, die einigo Aehnlichkeit mit den Seen unserer Erde 
bieten, ohwobl es schon zu des Hevelüis' Zeit bekannt war, dass sie gegen- 
wärtig kein Wasser mehr enthalten. Im Vollmonde sind diese grossen 
Flächen dem blossen Auge als dnnkalgrano Heckfl sichtbar, die theiis von 
dem reiuern Lieht der heileren Theile «chaif getrennt sind, tbeils allmälich 
in dieselben verlaufen. Bei genauerer Prüfung sieht man sie vou zahlreichen 
li-.:n;cii liiicku, dm fli^i^'u, uiiil es iv.inlcii niedrige HQge! und Dftmme, 
untermischt mit kernen J\ i ;ii.,-rl k'.IiI iici l^h 11 ln-inri-H;:;-. wahrend diff Oberfläche 
an einzelnen Stellen in wogenartiger Form steigt und fällt, ähnlich den 
wellenförmigen Flachen Amerikas. Obwohl das Wasser auf der Hondober- 
fläehe fehlt, bieten die Marea an manchen Stellen das Aussehen von allu- 
vialen Niederschlügen, und können an vielen Theilen ihrer Ufer bestimmte 
Spuren der offenbaren Wirkung von Wasser deutticn erkannt werden. Die 
awei Mare, welche vollständig abgegrenzt sind, das Mare Humor um und 
Mare Criaium gehören zu dun kleinsten. Besonders das letztere ist von 
hohen Bergen eingedämmt und an manchen Stellea dmch immense Ab- 
gründe begrenzt, während Ersteres von dem benachbarten Oceanus Proeel- 
larum mir leicht getrennt ist. Die grösseren Mare — wie z. B. das Mare 
Serenitatis — sind wie die Oceane der Erde untereinander verbunden und 
vereinigen sich stellenweise allmiüiijh tone bestimmte Daniarcationslinie mit 
den umgebenden helleren Regionen. !)a.- ist !>e.«mdi:rs hei dem Mare Nu- 
bium und Mare Frigoris der Fall. An anderen Stelleu hiugegen sind sie 
ao zu sagen von einer schroffen Küstonlinio umsäumt, die sich voller Klip- 
pen und Spitzen, von Thälern und Seblm tivn diüTh/ogr-n erhebt, wie es bei 
der hauptsächlichen Umgreuzung des Maro Serenitatis und dem grössern 
Theiie des Mare Imbrinm der Fall ist. Die zwei kleinsten Maro sind das 
Mare Vaporuni und Mare HLuiiliuhLiimiiiii: LTii-sk ist der Oceanus Pro- 
oellarum, während das Mare Crisium vielleicht als das tiefste gelten kann. 
Für den aufmerksamen Beobachter, der das kleinste Detail aufzunehmen im 
Staude ist, unterliegt i's ki-iiiL'in Zweifel, da« die Maren in einer vergan- 
genen Epoche wirkliche Meere des Mondes gewesen sind. Würden unsere 
irdischen Oceane trocken gelegt, so dürften >de vom Monde aus einen ähu- 
licben Anblick darbieten wie dessen Mare von de. Erde aus. 

Palus (Sumpf) und Lacus (See) siud Bezeichnungen, die von lticcioli 
für die kleineren Miichrn ^einaucbl wurden, die eine dunkle, aber vielleicht 
etwas heUero und nicht scharf begrenzte Farbe besitzen als die grossen 
Mare, während sie im Allgemeinen mit kleinen Erhebungen verschiedener 
Arten bedeckt sind und somit eine grössere forsohiederjartigkeit der Schat- 
Üruug zeigen, als die Mare. Sinus (Bucht) ist- als Bezeichnung tiefer Buchten 
in den Ofern der grossen Mare benutzt worden, deren Forin gewöhnlich 
durch die Umgebung einer helleren Keiriuii nuh\ ausgeprägt ist oder aber, 
wie bei dem prächtigen Sinus Iriduin von einer Cnrvo ungeheurer Gebirge, 
die eb weites Hodiliiud umgrenzen, gebildet wird. Es ist merkwürdig, 
dass diese Buchten (Sinus) ihre offene Seile i-iiii. gegen ein Mare kehren. 

Die grossen Mare und die kl, 'innen analogen grauen Ebenen nehmen 
ungefähr zwei Fünftel der sichtbaren MondobeiHäche ein, siud am zahlreich- 
sten im Norden und Osten , kleiner und scharfer umgrenzt gegen das 



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— 186 — 

Contrum und im Westen, nnd fehlen gänzlich in den hohen südlichen 
Breiten. 

Die hellen Ebenen bilden einen wvii, i.leinern und bedeutend weniger 
hervorragenden Theil der Mon(!.;l'erll[idi>', indem sie vielleicht ein Sechstel 
des Qaozeo bedecken und durch ihre Aehnlichkeit in der Farbe mit den 
i ] : 1 1 ltc ■ 1 1 1 ■ ] n 1 1 ■ u Hciifilistdt'ti'ii, in Vi'r)ji!i-.lu:is: nii* iiirer yeiiiuern Ansärlnmnif. 
leicht der Beachtung entgehen. Diesem Umstände ist es zuzuschreiben, dass 
sie keiue besondere Benennung erhalten haben, obgleich Kiccioli vieKeicbt 
eheu sie im Auge hatte, wenn er einige Regionen „Toriao" benannte. Die 
Hauptsächlichste dieser hellen Ebenen .dehnt Mich vom Heaaala. bis zum 
Endyinion aus und vom Atlas hia zum Mondrande und ist grösser als das 
Mai-e Crisiuui, Doch ist sie, wie es stets bei diesen hellen Ebenen zutriiit, 
etwas undeutlicher als die dunkleren Mure. Eine andere, aber kleinere, er- 
streckt sich vom Gauss; aus eine dritte Millich vom l'operuicus und eine 
Anzahl gegen die südwestlichen und südöstlichen iiegiouen des Mondes. 
Gegen Norden sind diese hellen Ebenen hauptsächlich von Wüllen, Hügeln 
und Kücken unterbrochen , im Süden aber vnu [[iigr-iri ntiii Krater] n'Hilen, 
und sie gleichen hierin den grossen Wallebenen, bei welchen dasselbe der 
Fall ist 

Die bemerk enswertheste Ciasso von Formationen ist die unter dem 
Gattungsnamen ivriiler ziisaimnengeiVisate. Sie zeigt als allgemeinen Typns 
eiue nahe kreisrunde Form, von einem nach Ausseu schwach abfallenden 
Walle umgrenzt und von genn-cr HJili«, wahrend das Innere zu einer be- 
deutend unter dem Niveau der iituuilli'Huireii iius;eren Umgebung liegenden 
Ebene steil und lief abfällt und im Centrum eine oder mehrere Bergmasaeu 
aufsteigen. Die Spitzen der leideren erreichen menuln diu Höhe der Wälle 
und sind ebensowenig jemals mit, ihnen verbunden. Die vorstehende lie- 
schreibung kenn/eich rief den ullgemi-ini'ii Clinmkli'i dieser (lebilde SO' wie sich 
letzlere mit schwachen Instrumenten durstellen; au starken Vergrosserangeu 
bieten sie dagegen bei genauer Kcirpolmiii; verschiedene abweichende Züge, 
nach weloheu sie leicht in geeigneter Weise in mehrere Abthailungen grap- 
pirt werden können. 

Wallebenen haben eine Grösse von 40 bis zu 150: englischen Meilen 
im Durchmesser und sind selten von einem einzigen Wall umgeben, 
gewöhnlich hingegen von uimrisi vcrwii-kyltüii Systeme von Bergketten, die 
durch Thäler getrennt, von Schluchten durchkreuzt und au verschied (tuen 
Punkten durch Querwälle uud Streb wände mit eliiauder verbunden sind, wäh- 
rend sich meist alle einer oder zwei Hanpikelten, die einen massiven Kamm 
bilden, unterordnen. 

Gegen das Aeujsere und Innere erstrecken sich zahlreiche Arme, die bis- 
weilen seihst über die Wälle hervorragen, bisweilen aber niedrig, kurz uud un- 
bedeutend siud. Hier und da erstrecken sddi diese Arme, win bei Schiller uud 
Fosidomus, durch den jirilsscrn Thcil des Innern oder trennen dieses sogar 
in zwei Theile. An der Ausseiinite verein ii.'e;i diese Gebirgsarme uud Wände 
bisweilen zwei oder mehrere Wailcbencn und erheben sich häufig, lange 
Thaler einschliessend, zu beträchtlichen Kücken. Das Innere der Wallebeaei) 
ist in der Hegel verluiliiils^niii^iu' eben, oft, wie beim tlato uud Arebimedes 
nur von wenigen Dämmen oder vielleicht Kiiitcihegeln und ähnlichen Ge- 
bilden unterbrochen, gewöhnlich aber von einer Anzahl kleiner Uuregel- 



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— 187 - 

mässigkeiten, Böcken, Damms oder Kraterhiihluugen gestört, wie beim 
Maginus und l'loli'ijulns. Dhw ['litvirt-liiiLissigki'itwi nehmen bisweilen be- 
trüchtlicbe Dimensionen au, wie in Poddonioa, Gassendi und Calharina. 
Wahrend viele Wallebenen eine runde Gestalt besitzen, sind andere von 
höchst unregelinässigen Uniris.rn und f-rsol'ifiiiüii eher als verschiedene zu- 
sammeufli essende l-lh. ti.t:, oder ^.ls ein von sioli du [ctiHrtii leidenden Bergketten 
eingeschlossener Raum, wie als wirkliche selbstständige Formationen. Manche 
Wallebeneu sind bis fast zur l.':iki'iii,tlkhki'it vuriiiJü-t durdi neuere, kruti-"- 
ithnüclie Bildungen, die sich in ihren Innern wie auf den WiLüiui ei-kol^u li;ib<:ii. 

Obwohl gewöhnlich unter die kraterartigou Formationen des Mondes 
gerechnet, scheinen, meint Neiso-n, die echten Wallebenen eher mit den 
Maren oder Ebenen verwandt zu sein, besonders mit denjenigen Maren, die 
gleich den Mare Crisiuui nnd Maie Serenitatis von grossen Hochländern und 
Bergen begrenit wurden, Kii«; beninder.-; ; l > l IVi l 1 ! i' 11 i [ < - Ai'lmlii-iikt'ii mii ■ ] it'hi jl 
besitzen gewisse grosse Walli'li.'iien, Clavius, Maginus, Ptolemäus, Hip- 
parchus und Hehiekhardt, irennglfödi in Heinerm Maassstabe, ein Umstand, 
der schon Mädler nicht entgangen ist. Eine eingehende Prüfung solcher 
Wallebonen, würde diese eher als tiefliegende, helle, von Bergketten nnd 
ausgedehnten Hochländern umgebene Ebenen erscheinen lassen, wie als 
wirklieh unabhängige Formationen, die mit wahren Vulkanen irgend welche 
Verwandtschalt besitzen. Hütte Clavius ein dunklos Innere besessen und wäre 
derselbe dem Coutrum näher gelegen, so würde, wie Madler bemerkt, lliceioli 
ihn wahrscheinlich unter die Maren aufgenommen haben, was ebenso auch 
bei einigen anderen der Fall ist. 

Die Wälle der Wallehenen sind häufig von sehr verschiedenem Charak- 
ter, und markiren sich die Unterschiede am sclifirfsteu, wenn eine Seite 
gegen ein erhobene.-; geliirgi^e- l'l;denn umt die andere an ein Mare anstaust. 
Unter diesen Umständen pfeift vine Weile oft zu einem hohen Walle auf, 
der durch Thäler und Sdilnehten nnli'rliroelie:! wird, nährend auf der an- 
dern Seite der Wall allmälich verschwindend klein wird, und bald von 
engen Pässen, bald von weiten Spalten durchsetzt ist Die meisten Wall- 
ebenen liegen auf der Südhälfte des Mondes und dehnen sich vorzüglich 
vom Hipparcbns und Ptolemäus bis in die Nähe dea Magium und Clavius 
mit einer kaum merklichen Ablenkung in meridionaler Richtung aus; von 
dort an findet sich eine Fortsetzung in der Gruppe des Moretus. Aehnliche 
meridionale Reihen grosser Wallebcneii liogcn im Westen und Osten in der 
Nähe des Randes. Im Kordon und Osten, wo sich die grossen Mare aus- 
dehnen, sind die Wallebeneu regWnifi^i'r und isolirt, aber von geringerer 
Anzahl und sie bieten hier mehr Aehulichkeit mit der nächsten Gruppe, als 
irgend eine der sogenannten -kralerartigen Mondformationeu. 

(Fortsetzung folgt.) 



Veränderungen in der Richtung der Lotnlinie. 

Vun Antonie d'AbbaJiB. 
Seit Lalaudo seine bezügliche Abhandlung pnblieirte, ist mir kein astro- 
nomisches Werk bekannt s^wontoii, welUu'ä die Ibivc rinde rliebkcit der Rich- 
tung der Lothlinie ausdrücklich behauptet«, ludess nimmt man dies stilt- 
8*' 



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schweigend allgemein im, denn sul,ald die Iteiihnchluuu-eii u'cwisse Abweichungen 
licxii-licli der yvographischen Ureite eines Ortes oder der rohlislnnz eines 
Mtcrne- aa;eigeu. schreibt man diese unrichtigen Messungen oder gewissen 
uncrklfuion Instrumontalfohleru ku. Man vereinigt die auf Zenith oder Nadir 
I.L-a^eJii'ii Wr:d;c:tnessungan zu mittlem Bonitäten und verdeckt dadurch 
eine L'rseheinuug, die Genauerer Liilersneliuiii; wohl würdig ist. 

Die einfachste Art und Weite die Fra»u -im untersuchen, scheint die. 
Beobachtung eiues Niveau's zu sein. Ich führte diese aus 1837 zu Oliuda. 

in Biatiili 1842 und 43 zu Goudur null Saga in Aethiopien lind später 

zu Auilaus in Frankreich. Aber die N'ivellirivagc ist nur j^eii eiu.'ii Klus* 
ausseist, einpiludlieh und ich erdachte deshalb einen m^icich emptiiiilticlicm 
Apparat, dem ich den Namen „Nadirane" gah und welchen ich sofort be- 
schreiben werde. 

Km abgeschnittener Kouus von StoiiimMel, 10 Meter lioeh und mit 
einer hohlen Ase versehen, wurde auf einem Feigen m Ahbudia bei llendnve 
errichtet. Dor Gipfel desselben hat ■> .Meter' im Durchmesser und bildet ein 



Durch diese fMluuiig wird ein Lichtstrahl in vcnicalei' Richtung abwärts 
gesandt, au! einen in 10 Jleler linll'ernuii^ an<;e!,iacbl ei> kleinen Spicke] am 
lknlen den Schachtes. Her Strahl pus-irt, eine schwere, fest eingerahmt« 
Linne um 1;! f enti.ueLer 1 tiirchmcs-er und wird vuii der ( tberlläclie cii.t-s 
(jdeeksillMi-liudr-H /nrüek^worten. Da die Linse die l'latinafäden genau in 
ihrem lirennpunkte hat, und da sie nicht ganz genau horizontal liegt, so 
relickti'-, slc das lliid der Fäden in der-n Nachbarschaft. Damtier befinde!, 
sich ein vertieul angestellte; mit einen Filarmicrometer und Pcsitiouskre:.^ 
vciscbeues Mikroskop. Wird die Lampe angezündet und besitzt das Queck- 
silber eiue klare, refiektireude, reine Dberllacbi:. s.. erblickt mau im Gesichts- 
felde des Mikroskops die Kreuzfadeu uud daneben ihr reaeetirtes Bild. Es 
ist einleuchtend, duss, wenn die Quecks) Iberfläche stets ihrer Lage parallel 
bleibt. derAbsi.aud der Faden vmi ihivm Bilde unveränderlich erscheinen muss. 
Findet die* nicht statt, so misst man den Abstand beider zuerst im Meridiane, 
dann im erste» Vertical uud, wenn erforderlich, in jedem andern Azimut)]. 
Wegen der beträchtlichen F. u Henning des (Quecksilbers von den i'lati.iaiaden, 
wird die gelinge Abweichun;; s-iuei ( Iherlhiebe uns ihrer früheren Lage 
bucht bemerkbar und der Messung ^ugäuglieli ; doch wird vorausgesetzt, dass 
die relative Law der großen lause und der Ilatinaläden unverändert bleibt. 

Es ereignet sich selten, dass der Eröffnung einer neuen Uutersuchungs- 
richtung nicht neue Resultate folgen, und in der That sind einige derselben 
erwähnenswertb. 

(icrinec Lrdcrschütteruugen, die nirgendwo atuLrs erwähnt wurden, sah ich 
oft von meinem Apparate .mye/ci-l. lli-weilen cd-schwund das Bild gänzlich 
aus dem Gesichtsfelde und kam nach einigen ^cbwauknugcii. die saeeessive 
kleiner wurden . wieder zurück. Schwache Dudcn-lossc lassen das Bild im 
Gesichtsfelde, dessen Halbmesser 20" belrägi. Mein interessantester mikros- 
kopischer Krdsl.uss liefert« dieselbe verschlungene Curie, welche in Algier 
neb '-entlieh der unheilvollen Erschütterung im Januar 1807 von Cocbard's 



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Pendel losch rieben wurde. Her damalige Ausschlagwinkel betrug 18300", 
der meinige in drin gedachten Falle nur 7". Dies nur im Ait^uut 1H69. 

Ein seltsames Phänomen ist dasjenige, welches ich „Schlängening" 
nenne. Das Bild vibrirl. ilalici wie eine ungeschlagene Stimmgabel, bleibt 
aber an seiner Stelle, dann springl es, um:!! schwingend, pliit/.licli 1" oder 
2" mit fort und bleibt einige Zeit hindurch an dem neuen Orte wie fest- 
gebannt 

Diese unerwarteten Veränderungen bereiten uns vor auf andere, wich- 
tigere in der Richtung der Lotlilii.ic. folgende sind einige der von mir erhal- 
tenen Resultate, welche die Winkel viM-äudt'iimg der Veitiealeil im Meridiane 
gaben, ich bemerke jedoch ausdrücklich, dass Verändern Ilgen nach allen 
Richtungen vorkommen. 

1867 Von Okt. 28. bis Dzbr. 1. bewegt sieh der Nadir 8.6" gegen Nord. 

1868 „ Not. 21. „ „ 1 O.Ii 

1869 „ Okt 12. „ Nov. 20. „ „ „ „ 4.2 

1871 „ Okt 10. „ Dato. 1. „ „ „ „ 2.9 

1872 „ Jan. 30. „ Mär/.. 26. „ „ „ „ 13.9 „ Sud. 

1872 „ Okt. 12. „ Nov. 26 0.5 „ Nord. 

1872 „ „ 10. ., Dabr. 1. „ „ „ „ 2.1 „ Süd. 

Ich habe mehr als. :201M Ablesungen ;m meiner Nudinine registrirt; nie 
beweisen, dass die Lottalitüe beinahe stets in Bewegung ist innerhalb noch 
unbestimmter Grenzen. 

Am 27. Okt 1871 ward ihre Position cm mehr als 7.4" verludert in dem 
kamen Zeitraum von 6 Stunden. Selten ist das Bild der Kreuzfaden einen 
ganzen Tag hindurch vf.llii: iicwe:;uugs]es. Iiis jel/l fand ich es stets gestört, 
wenn die See unruhig ist, und es ergibt sich, dass in einer Entfernung von 
400 Metern die Wellen dem Ufer eine zitternde Bewegung ertheilen. 

. Während seines Aufenthalts auf der GimpbeU -Insel, mir Beobachtung 
des Venusdurchganges, machte Bouquet de In Grye, ohne von meinen Ver- 
suchen zu wissen, ähnli.-hc llc'ili;i:;h!unge!i :\n einem schweren Pendel, wo- 
dareb erwiesen wird, dass ahnliche kleine Abweichungen von der Vertiealen 
also mich auf ■.in 1 üdlLc'ucn 11cui:s;i:ul!C "h.iicii. Sonach wird es wahr- 
scheinlich , dass analoge geringe Veränderungen im Stande des Niveau's 
allenthalben vorkommen. Was ihre Ursache anbetrifft, so kann diese offen- 
bar nicht der Temperatur zugeschrieben werden, den die Thermometercurve 
stimmt nicht mit derjenigen der Verticalliuie überein. Es bleiben nur zwei 
V li in us sei zu ngen: 

1) für gewisse unerklärte Ursachen, die Annahme dass das Gravitations- 
eentrum unserer Knie in B.'iyeguüg ist. nies würde nuhc.u erwiesen werden, 
wenn das Quecksilber- Niveau, an verschiedenen entfernten Orten beobachtet, 
zur nämlichen Zeit, dieselben Variationen nach Richtung und Quantität 
ergäbe oder 

2) die Veränderungen müssen der Erdoberfläche zugeschrieben werden. 
Diese letzte Annahme ist die wahrscheinlichste, weil Erdstösse zu Genügo 
beweisen, dass die äussere Kruste unsers Planeten nicht ohne oiuo gewisse 
relative Bewegung ist 

Meine grösst« Fluctuatiou der Lothlinie stieg 1872 auf 4.5". Grossere 
Abweichungen haben iudess einige Astronomen beobachtet. Im Jahre 1870 



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zwischen Marz 9. und Juni 8. zeigen die Greenwicher Beobachtungen ©ei 
t im Drachen eine Veränderung von 7.1". Yvon Villarccau erhielt in der 
llff-itü von Strassburg Altweichlingen von 6.9" und zog neuerdings Klkia für 
denselben Ort Uesultato die bis zu 8" von einander abweichen. Diese Abwei- 



sdiittilcn \A eine Verjr.Lile.niän:. : 
obachtungen beweisen in der Tbat 
des wahren Azimuths. 



dessen geographische Länge 00° ver- 
A/imuth darHlelleii. (Irccuwieher Ee- 
s Vorhandensein kleiner Veränderungen 



Vermischte Sachrichtaa. 

Der Fischrinne], No. 3165 in J. Herschel's Generalkatalog, (h 1397.) 
Die auf Beilage No. 7 gegebene Zusammenstellung der Zeichnungen dieses 
Nebels sowie des Planetarischefl Nabels (G. C. No. 4628) verdanke ich der 
Güte des Herrn W. Tempel. W. Hersellers Figur ist die einfachst«, doch ist 
die Entfernung des Sterne vom Nebelrande anllBllig. Lassell, der sonst alle 
feinen Sternchen gut sieht, macht von dem Nebel keine charakteristische 
Figur. Von den in Lord liosse's Zeichnung angegebenen Spiialun sieht Herr 
Tempel keine Spur. In der Kosse'schen Zeichnung des 1 'lau etari sehen Nebels 
G. C. 4628, sieht mau Straliliii, die, LnssfU niel.t hr.r, gleich als wenn das 
Okular nicht im Brennpunkte ist. Hr. Tempel sieht auch diese Strahlen 
nicht, die vielleicht nur subjective.r Niliui- sind. E. 

Umgebung des neuen Kraters beim Hyginus. Die Karte (Heilago 8) 
enthält sämmtliche in der beti-eHernleu Kegion Iiis jetzt beobachteten Ob- 
jekte, wie dieselben nach und nach von Lohrmann, Mädler, Schmidt, Nelson 
uud dem Unterzeichneten aufgefunden worden sind. Die feineu Killen, von 
denen sich die gross te von dem neuen Kraler gegen den „Selm eck enherg" 
hinzieht, sind bis jetzt und nur einmal von mir gesehen wollen, r.u einer 
Zeit, als bei günstigem I.nl'tzusi.ande die ganze Flüche in nie gesehener 
Deutlichkeit erschien. Die kloinen Krater südlich von N sind schon für 
müssige Fernrohre lr'ieJite Objekte. Bei schräger Iteleuchtung zeigen 8ie 
sich wie warzenartige Erhöhungen über der Fläche. Der Wall des Hyginus 
ist sehr nach nnd niedrig, so dass er nur selten sich als vorhanden verrätli. 
Wo die grosso Kille im SW aus ihm hervortritt, stellen auf dem Walle 
rechts und links ein kuppelfürmiger und spitzer Hügel, die nach Sonnenauf- 
gang ihre Schatten in die Tiefe werfen. Sio walir/.utielmicii aiud kraftvolle 
uud sehr vollkommene Ferngläser erforderlich. Der innere Durchmesser des 
Hyginus betrügt- ISOftO parier Fusj, mnl der innere Ibuchmessor dos klei- 
nen Kraters auf seinem Walle mag 2000 Fuss nicht übersteigen. Diesen 
Krater konnte Sehröter nicht mehr wahrnehmen, heute zeigt ihn ein Fern- 



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röhr TOD Reinfelder und Hei tel, das 3 Holl Oeftnung hat. Dio Breite der 
grossen Hyginusrille ist in dem dargestellten Tbcile etwa 350O bia 4000 
Fuss. . EL 



Darstellungen des Mars. (Heilage 8.) Dieselben bedürfen keiner wei- 
tern Erläuterung. Interessant ist, dass Hr. Professur BiYiiiehm im lthshi-h 
.Refraktor zu Moskau den SiidpohuhVok so ljetriidhilid: i;bir di-n liu.id iUt 
Plauftenscheibe hervorragen sah. Das ist wohl nur ein Irradiationsphäuomen, 
bei dur schwachen Vergrößerung des sebr lichtstarken Fernrohres. Am 
27. SepL erschien mir der grössere der drei Flecken oben links ebenso in- 
tensiv wie der längiiehe ((iici-jüilkiüi. /.tischen beiden und dem Südpols 
sah ich ein unentwirrbares, Oemisrh ilunkier und h allerer Flecke, fast aualog 
den Fackel bezirken der Sonne, das durch Zeichnung nicht wiederzugeben ist. 

Am 24. Oktober erschien der grnsse dunkle Flock nicht homogen, son- 
dern deutlich gesprenkelt, mit einer grossern. vorwiegend danklen Stelle. 
Der Polartleck wir nicht s hr klein, aber merklich schwach. Die Phase dos 
Mars war schon recht ueiitliuk; sie ist in der Zeichnung nicht berücksichtigt. 
Der Rand des Mai? erschien ein klein wenig beller als der Mittelpunkt, 
jedenfalls aber nicht dunkler. Zu Zeiten schien der Polaifleck etwas über- 
zuragen, aber bei sehr guien Bildern überzeugt« ich mich, dass dies eine 
Täuschung sei. EL 

Saturn. (Beilage 8.) Die Streifen erschienen sehr schwach, am dunkel- 
sten war der Mittelst ich 1 ; die l'olc. waren entschieden nicht heller als die 
übrige Scheibe. Der Mittel streif hatte, eine y.iemlieh leicht bemerkbare Neig- 
ung gegen die Ringeftane. Die Breite des zu einer schmalen Linie rodu- 
cirten Ringes nahm --"fgen die I-l-de.n merklich ab. Auf der oberen Fläche 
(im umkehrenden Fernrohre) zeigten sich halbkreisförmige Erhöhungen, ähn- 
lich Bergen. Am 24. Oktober erschien Saturn rings um den Raud merklich 
weniger hell; als in don centralen Theilen; an den Polen war keine grössere 
oder überhaupt abweienende Helligkeit zn erkennen. Die Fläche des Ringes 
war breiter geworden und ich sali den dunklen Zwischenraum zwischen Ring 
und Planet mit grosser Deutlichkeit. Der mittlere Streifen des Saturn 
hatte auch dieses Jlal wieder eine deutliche Neigung gegen die Itingebene, 
er lag (scheinbar) im W. etwas höher als die obere Hegreuzungslinio des 
Ringes, im 0. etwas tiefer, als dieselbe; der Streifen lag also auch etwas 
südlicher als die Kingase. EL 

Sirius und sein Begleiter sind am 20., 22. und 23. März d. J. am Me- 
ridiankreise des Naval-ObFervürory v.u Wellington von Hm. Eastman beob- 
achte: n-erdiei. Hirse Kefihicn: ■ingf-n hsaeü r.amrlien tveni^cr lSciler.tnnr; für 
die Ortsbestimmung des Begleiters, aber sie sind von höchstem Interesse, 
weil sie neigen, dess Lebten? an einem Jli'näiuuitiilriiiiieiitc von t", crgl. 
Zoll Ocffuuug beobachtet worden kann. Im dunkeln Felde gesehen wurde 
der Begleiter auch ii. kleinem Fernrohren, so in einem Ozolligen Refraktor 
von Reinfelder & Hertel, in München. 

Der Doppelstern J im Krehs. Hr. Bumham macht über denselben 
einige Mitthei hingen, woraus sich ergibt, dass dieser Doppelstern einer der 



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— 102 - 

*q seltenen optischen Doppelte nie ist. Lamont fand 1836 den Positions- 
H-inkcl 123.8°, die Declinationsdifterenz mit dem Hauptstern 27.94". Laasell 
gibt folgende Messung: , 

1852.3 Positionswinkel 121.1" Distanz 45.82" 
Burnham findet 1878.2 „ 113.9 „ 40.97 

I'ip- l-ul>-r, M-i-noi' *• «r«1- mir -l. m l>',i--lUiVO fcfati-r LinuU-ni- 
Observatoriums erhaken; der Ilcgleite.r ist aber schon mit einem ßzolligen 
Objectiv (rat zu sehen. Die Eigenbewegung von 3 Krebs betrügt jährlich in 
Ali + 0".D03 in NPD + 0.24". Zeichnet man den Ort des Begleiters, 
i'iir ilii; '.TTpi-liio.k'üi.T] l^'Odicu, so findet man, dass seine Bewegung gcrad- 
linigt ist, und die Veränderung um- der Eigenbowcgnng des Hauptaterna 
zugeschrieben worden nmss. während der Begleiter ruht. Die grösste An- 
[liilienuiL; beider Sterne dürfte um dasJabr 1970 stattfinden und 32" betragcii. 

Der vielfache Stern ß im grossen Löwen. Hr. Knott hat hei diesem 
Stern 3 Begleiter gesehen und 18G4 folgende Messungen ihrer Lage aus- 
geführt: 

ß und A: Distanz 232,12" I.'os.-Winkel 206.4» 
ß „ C: „ 303.50 , „ 115,4 
ß „ I): „ 1134.3 „ 301.5 

Dur lehtere Stern ist 7. Grösse und wird bereits vom Admiral Smyth er- 
wähnt. Hr. Burnham hat ß mit dem 18'/ ; zolligen Kufraktor untersucht uud 
einen Trabanten gesehen, der diesen] Sterne näher stellt als die Iiisher be- 
kannten. Derselbe U sehr lidiU'hv,a.eh und e^rndeat «eai^tHia ein 12/ull. 
Ohjectiv; seine nahe; lin^iveirfe .Stellung ist 

1878.21 Distanz 76,r,<>''" Posilimiswiuksl 345.0". 
Der von Knott gemessene Begleiter B erschien seihst als ein sehr enger 
[lupi-lslei-ri von im<;lde.h.-r Ht-lii:;ke:t, ilt.eh war er für (Ins grn.^r Objr-die 
ein sehr leichtes Ohjeet. Y.:vm Messingen ersahen 

1878.21 Distanz 1.52" Positionswinkel ;137.7" Crosse 6.7 und 11. 
wdt ^^li',viiTLL;i ] ! i<r= [ij... ■ L~ t ntaar hat 11 r. Iiurnham I!,V jiürillich ven 
ß Leonis und diesen Stern 2™ 17 a in Reet.ne. vnranl.üdi.tnl, enteeekt. Ii? ist, dir« 
der Stern Lalandr; 22202, der f;t=t S. Gr. ist. Ein Messute.;si'eis;e.:L ei^ak 

1878.15 Distanz 0.57" Positionswiukel 73.4« 



ii iiiiti^iit iL- IciiU-r im V. Horte Jis Sirius ynrkone- 
LiJuuurliuber Weise stcLni geblieb™ sind: 



muten BchiWuMuB. 



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Band XI oder neue Folge Band TL 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 
Zentraleren für alle Freunde anä Förderer der Hindu. 

Heramgcgoben unter Mitwirkung 

hervorragender 1'neliniiinncr und nstrononilscher Schriftsteller 
von Dp. HERM. J. KLEIN in Köln. 




Wiederum der iatiamerkuriaJe Planet. 

Die Tagesbliittor haben dio übcrvase.hende Xnchrie.ht gebracht, dass 
Professor Watson gelogentlidi der totalen Sonnenhnsterniss, die er in Wyo- 
ming am 20. Juli beobachtete, den so lange gesuchten Hauptplaneten 
„Vulkan" zwischen Merkur und der Suuu-.: als Stern 1. Grösse endlich auf- 
gefunden habe, Dieso Nachricht gnuelet sieh auf eine, bei der Berliner 
Sternwarte aus Washington eingelaufenen Depesche, die aber etwas ver- 
dächtig ist, indem sie „Ji>s(r|ili Heury, .Sccrctary, Smithsonian Institution" 
unterzeichnet ist, wahrend Prof. Henry bekanntlich schon a,m 13. JJai ge- 
storben und am 17. Mai Professor S)>eucer FuU ertön Baird zu seinem 
Nachfolger ernannt worden ist. Die nächsten Wochen werden liolfentlich 
Aufklärung hierüber bringen. In Paris hat die l'hildeekimg bereits grosse 
Freude verursacht, ihi man dort, darin eine Bestätigung der L'ntersilcbungen 
Lererriers sieht; ja ein Herr Gaillot, „der dem verstorbenen Leverrier bei 
seinen Itechnmigen über den Vulkan assistirte", hat bereits erkannt, dass 
eine der hypothetischen ISahnen sieh gniau der ISeolinebming vom 20. Juli 
ausehliesst. So verlautete wenigstens in der Sitzung der Pariser Akademie 
vom 5. August. 

Im Ganzen ist es mit der T.cverrier'sohcn Voratishercehnung des „Vulkan" 
aber nicht weit her; Dcliumay. der. an tiefem Kindriairen in die Theorie der 
plane I arischen Bewegungen. Leverrier vidlig ebenbürtige Meister, bat vor 
Jahren in aller Ausführlichkeit gezeigt. ..iuas ■■venj^leus von einer „Errechnung" 
des „Vulkan" absolut keine Kede sein kann. I.evonier's Schlüsse basirten 
auf gewissen Anomalien in der Merkurbeweguug, die sich allerdings durch 
die störende Einwirkung eines iulrauierkurialou Planeten erklären lassen, 



194 



diesu Erklärung aber koiuoswegs „zwangsweise" verlang«]. Wenn also 
„Vulkan" esistirt, so gehührt das Verdienst seiner Uutdccknng ganz allein 
Demjenigen. iI'.t ilni zuerst sieht! 

Verschiedene frühere Sonnen Beobachter ««.Ihn in der That gelegentlich 
den Vorubergang du« plautt;i iI^c]i:r L i K.ujh-ls vor der Senne wahrgenommen 
haben. Der Fälle dieser Art sind viele, aber folgende scheinen allein nur 
Beachtung zu verdienen: 

1761, Juni C, Ein runde., aohwareer Pieck, ein Viertel Vennsdurch- 
messer gross, gellt heim DurcligiLiige dieses Planeten ebenfalls über die 
S..LUM- (Scheuten). 

1762, End« Februar. Runder, schwarzer Fleck, am folgenden Tag« 
verschwunden (Stand ach er). 

171)2, Novemlier 11'. Nai-1) Si.umeuautgaiig. Grosser runder, schwarzer 
Fleck, verlies« die Schrine, nachdem er die Chorde von 70" beschrieben 
(Lichtenberg). 

1764, Anfangs Mai. Grosser runder, schwarzer Heek, welcher selb- 
ständige Jlcwugimg in haben schien r Hoiliimiiu).*) 

1800, Marz all. Schwarzer, kleiner Fleck, last ohne Peuumbra; seine 
Distanz vom Sonucuraude warhsi. in ü 1 ' um 18".' (t'riüäch}. 

1802, Februar 7. Fleck mit schneller, aue-malcr liewegting (Fritsch). 

Monthly Magazine f<du... lll iea Kerkdil: „leb S5Lli"«ä<-n Fleck gegen 11" Vor- 



Er erschien als ich ihn zuerst sah etwa 'h Sonnen du rohmesser vom öst- 
lichen Käuide entfernt, klein, dunkel und elli|ili?eh, »legen 3'/j h Nach- 
mittags erschien er Herrn Aden sehr vorgerückt und etwas westlich vom 
Celitrum der Sonne und ich schätzt« seinen Durchmesser auf Ii" oder 8", 
Am 4, und 8. war kein Fleck zu sehen und selbst am Ii. vermochte ibn 
Herr Criokmore kurz vor Sonn.'iiuiilcrc/aiig nicht wahrzunehmen, obgleich 
das vorhin erwähnte T.'lcsko]. seine Heu, iih innren sein erleichterte. So lange 
der Flock sichtbar war, schien seine liuhu einen kloinen Winkel mit dem 
Souueuüquator zu machen. Die Art seiner Bewegung schien nicht mit der 
Hotation der Sonne übereinzustimmen. 

1819, Oktober B. Gut begrenzter, runder Fleck, dem Merkur au 
scheinbarer Grösse gleich (Stark in Augsburg). 



T in llnmi'i .v,. k ,ti Ij^Wkh-n Hill. 
i, sn thrt in™ iv.dil nielit leicht 1" 
Ii »tili ivinl, iils iVAiij-in j;t:wcS''n , 



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Ein von den (Ihrigen Sonnen flecken ver- 
eisrnnii, orangeroth um] von einer Nebel- 



IS50, Mär?, 2ti. Kleiner iluriklf r Krn-pev, j'pjjfii :f Duictmiesser, ein 
Theil der Sounenschcihe kreuzend. Austritt 4-7'" (Lescarl>ault). Es 
(lies die ihrer Zeit so sehr auigehauFchf.e lieoriachlung; aber dieae Wal 
nebmung, mich Levern er ilie sicherte von allen, ist die unsicherste, j;i 
ist absolut falsch, denn ihr steht das )io=itiv.i ZniLrrviHs eines geübten Ästi 
nomen, F.. Ums entgegen, der genau zur Zeit wo der Fleck nach der a 



■ phvsische Constitution der .Sonne, diejenigen Theile derselotu sywMl 
terauehte, weiche der dunkle Punkt durchlaufen haben soll. Nach Liais 
nue Beobachtung fiugirt uud Leverner hintergangen. 
Vormittags. Scliarf begren/.ter, runder, sdiwur/er 
Fleck von 7" Durchmesser, 20 Minuten lang, über die Sonne fortschreitend, 
beobachtet (Lcimucis in Mani'licuter. Auch von einem Freunde gesehen). 

imi, Februar 12. 8 11 20™. Fleck von 8" Durchmesser, durchzieht 
die Seime in der Art wie. Merkur (Riswick in Nnu-York). Zwei fei Ii aft! 

1 865, Mai 8. 28». Uunder, schwarzer Fleck, der sich über die 
Ronnenscheibe forthewegt, heim Verschwinden 4S" 1 später, genau oval (Ooilin- 
bary in Conataotmopel). 



Heber das Auftreten heller Linien im Sonnenspectrom. 

Für die von Herrn Draper gel'nndeiie. (von anderen ISeohachtcm, so 
besonders von Herrn Christir, noch sehr hc/ncileltc) 'l'hal suche, dass im 
Spectrum des Sonnenlichtes diu Linien des .Säuerst »Ha und wahrscheinlich 
auch die des Stieksteil's iicll erscheinen, gibt Herr Kaphael Meldola eine 
Erklärung, welche eine allgemeinere lied-nilung dudercn gewinnt, dass sie 
auch eine Hypothese enthalt, um manche ainlere F.rscbcinungen der Astro- 
physik kh deuten, und in höchst i nte res.su ulor Weise mit einer, Herrn 

25" 



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Moldola, wie oa scheint, noch unbekannten, von Herrn Lohse jüngst aufge- 
stellten Hypothese über das Aufleuchte!) neuer Sterne übereinstimmt 

Ausgehend von der jetzt e.ll^enieiu iilr. l^tsu-benil iingenouiuienen All- 



an, dass in der Sonnenalni.s|d,;::e dl- Ye 1 -.eUe..l<-tie:, klm-ni sieh zu Hüben 
erhellen, welche sieh umgekehrt verhalten wie die Dampf dichten. Danach 
«■■hin!:: die Metalldämpfe die untersten Schichten ein, während die Oase. 
Sauerstoff, Stickstoff und namentlich Wasserstoff sich durch die Cbromo- 
sphäre Iiis in die Coronahülle und wahrscheinlich noch weiter hinaus er- 
strecken. Mit der Erhebung fiter dir l'h'-tosjdeitv nimmt alier gleichzeitig 
die Temperatur ab; während sie in der Photo sphäre, der umkehrenden 
Schicht und in der Chromcsphiiro so hoch ist, dass die Elemente sich ni.dit. 
verbinden können, vielmehr im Znstoiide dor Dissociation verharren, wird 
dieselbe in einer bestimmten Höhe sc weit gesunken sein, dass die hier 
vurhaiul i.'n; 11 Elemente i^Nmsidj:: \'.'i-l.:iiilun^en eingehen kSnuen. Der we^en 
seiner geringen DampfdieMe bis in diese Höben gelangende Sauerstoff wird 
den Wasserski!', und vielleidi; iiüch KtiukilufV, oder andere leichle Substanzen 
verbrennen; die Temperatur steigt durch diesen Verbren nungsprozess und 
liriii;;; .Ii i, Sauersten', den Htieksteii", ihi-i Kl'.'itiriit Helium i « i-K'iies die Linie 
I), gibt) und den Wasserstoff Kum Glühen. Lieber dieser Schicht nimmt 
die Temperatur nieder ah und hier in den äussersten Schichten der Sonncn- 
atmosphäre linden sich nur noch der Wasserstoff und die leichteren Sonuen- 



Wäre man im Stande, das Sonnenlicht zu untersuchen, nachdem es 
eben durch die umkehrende Schicht getreten, so würde mau auf einem cou- 
tinairliohen Hintergrunde von allen Substanzen, aueh von) Sauerstoff, dunkle 
Linien erhalten. Nachdem nun der Lichtstrahl durch die Chromosphüre 
gegangen, kommt er in die Verbrenuungsschicbt, wo die Linien der Sub- 
stanzen, die hier vorkommen, weg in 
helle umzuwandeln streben. Die Sauerstoff- und Stiekstofflipieu, welche 
vorher nur schwache Absorption gezeigt haben wärden, werden jetzt stark 
leuchtend, und die Wasserstofflinien , die bereits eine starke Absorption er- 
fahren harten, werden weniger dunkel. In der äussersten Schicht, die im- 
mer kälter wird, ist wahrscheinlich nur wenig oder kein Sauerstoff vorhan- 
den, die Linien dtsselk:* bleiben ihber im Seumiispeelriim bell, während 
der Wasserski!' die Linien dieser Substanz wiener stark verdunkelt, SO dass 
das Spectrum des Sonnenlichtes, wenn es auf der Erdo beobachtet wird, das 
bekannte Aussehen darbietet. 

Wir beschränken uns auf diese kurze Wiedergabe der von Herrn Meldola 
ausführlich ent wiegelten Hypo-tsese von der Ursache des Erscheinens heller 
Linien im Sonneuspectrum, und knüpfen uarnn die anderen l'nnkte, '.reiche 
durch die Annabino einer „Verbrennungs - Schicht' 1 möglicher Weise, 
ihre einfache Erklärung finden können. 

Zunächst ist die bekannte Thatsaeho zu erwähnen, dass die Linie D a 
{Helium) in der ChrOJimsptuiic intcnsii bell isl, während i:n S<iniienspi.'otrum 
die ihr entsprechende dunkle Linie ungemein schwach erscheint. Das 
Element, welches diese Linie gibt, erhebt sieh nachweislich i:\ sehr beiieti- 



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— 107 — 

tcnder Hohe und tiat ein sehr starkes Ausstrahlung vermögen, also auch ein 
grosses Absorptionsvermögen; es ist dahw nnbeg.eitlieh, warum im Sonneu- 
sjiee.trum die Linie so schwach ist. Xehtneu wir aber eine Verbrennungs- 
scliicht an, so ist dies i'iir alle t.lase, dir sich bis in dieselbe erstrecken, die 
Leuehtquelle, und für die Absorption ist nur die fiasschicht maassgehend, 
welche Aber der Verbren nungsschicht liegt, diese kann nun eine zu geringe 
Dicke besitzen, um eine starke Absorption hervorzurufen. Umgekehrt 
scheint die Substanz, welche die Linie 1174 (Kirchhofe*) gibt, die sich weit 
über den Saucrstoll' tiünuiä erstieek;. nuth aussen, von der Verbrctinuugs- 
schicht in genügender Menge vorhanden zu sein, um eine deutliebe Ver- 
dunkelung der Linie im Seui]eus|ieetrmii zu erzeugen. 

Ferner liesse sieh die l'hseheinung, dass im Sonnenspectriim unter allen 
Umständen „tellurische' 1 Linien, die vom Wasserihini]d' herrühren, angetroffen 
worden, auch in der Art erklären, dass sie theilweise erzeugt werden von 
dem Wasserdanipf in den höheren Schichten der SoniiL'iiii.musnhSre. Es sei 
hier daran erinnert, das* tteeebi die leisten/ von Was.erdampf in der Nahe 
der Rotmenfiocke behauptet und dass Herr Janssen denselben im Spectram 
mehrerer Fksterne beobachtet haL Wäre ein Zusammenhang zwischen der 
Lebhaftigkeit der Verbrennung und de: ISiblnte,; der Sonnen Hecke vorhanden, 
so würde eine genaue Yrru'leielniiig der JelhiriseheL" Linien des Sonuen- 
speotrums in den verschiedenen h'b-eki.'n- Perioden von grossem Interesse sein. 



düngen sich zu bilden anfangen können. Eino solche Vorbindung wird an- 
fangen in den äusseren kühleren Theilen der Stein-Al.mesidtäre, wie dies die 
vorliegende Hypothese fordert, und wird begleitet sein von einer Wärme- 
Entwickelling, ivcleho die Enei<.'ie chemischer Trennung darstellt Indem 
der Stern sich weiter abkühlt, wird die Verb reu minus «nie, die anfangs eino 
blosse Schale bildete, allmählich naeb den eentiaLn (legenden vordringen, 
und es wird ein Stern mit permanent hellen Linien in seinem Spec- 
triim resultiren. In den früheren Stadien der Periode, die man die „che- 
mische" nennen könnte, einer Periode, in welche die Sonne eingetreten zu 
sein augenommon werden darf, werden die Linien de: nicht metallischen 
Elemente allein hell erscheinen, aus den oben entwickelten Gründen und 
wogen ihrer relativen Schwäche gehen sie bei den grossen Entfernungen, 
welche das Licht des Sternes zu durchschreiten hat, um unsere Speetroskope 
zu erreichen, verloren. Wenn aber die Verbrcnnungszono genügend vorge- 
drungen ist, um die metallischen Linien umzukehren (hell m machen), so 
werdet, diese mit viel grosserer Helligkeit leuchten, als die nicht metalli- 
schen Linien, und wir wenden einen Hintergrund eines eoiitmuirlicheu 
Spectrums haben, der durchzogen ist von deu hellen Linien der 
Metalle kleinster Dampl'dichte. Solehe Sterne kennen nur erwartet werden 
unter denjenigen, welche so zu sagen, in der letzten Phase ihrer chemischen 
l'eriode sind. Es i-t be/.eiiJinend, dass y Cassieneiae, ß Lyme und tj Aigo, 
drei Sterne, welche belle Linien in ihrem Sneen-nm /eigen, sämmtlich ein 
so verwickeltes Speelrum haben, das; sie den (Hauben unterstützen, dass 
sie in die letzte Phase ihrer Kxistcn/ eingetreten. Vor der wirklichen Um- 



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— 198 — 

kehruug der Metall-Linien maas eine Periode in der Lehensgeschichte, vieler 
Sterne existiren, wo die Temperatur und die Ausdehnung der V« ihren im ngs- 
zone eine, solche ist, dass sie die dunklen Linien derjenigen Metalle ver- 
wischt, welche schliesslich als helle Linien auftreten werden. Dies scheint 
der Fall zu sein mit dem Wasserstoff in a Orionis; und nach den vor- 
liegenden Ansielite.il kann es vielleieht verberge sagt, werden, dass dieser 
Stern früher oder später ein permanentes Wasserstoff- Spectrum mit hellen 
Linien /eigen wird. 

Man kann sich vorstellen, dass in manchen Füllen die Znsammensetzung 
einer Stern- Atmosphäre eine = elehe sein kann, dass sie eine heträchtlicbe 
Abkühlung gestattet, bevor eine Verbindung ihrer Bestandthoilo eintritt; 
mit'': 1 midien iiedingr.UL'on wird ei:;e :■] ''Izliche Katastroiilie die Teriirle der 
Verbindung markiien. und ein Stern sebwaelien LioMes wird plötzlicli 
auflodern, wie es 1860 mit i Ouonae. ilorealis der Fall war (und 187i> 
mit der Nova im Schwan). In anderen Fallen wiederum ist es mdglich, 
dass die Zusammensetzung der Sloni-A hai.spi.äre von seleher Beschaffenheit 
ist, dass sie zu einem Zus'nade [lei indi-idier Unbeständigkeit im chemischen 
Gleichgewichte führt; das lieis.-l, währen, I ehier bestimmten i'eriode kennen 
Verbindungen vor sieh geben mir, de» begleitenden Winne - llnhvickolung, 
Iiis mit der Zeit die Dissoe.iatiori wieder i'latz greift. In dieser Weise. 
Ivanen vieileieat viel., veränderliche Sterao urkliirt werden. Im Ganzen 
sebeini. die Me;;lu'aL-'at, das.; eine wirkliche Verbronauug Kar.: greift in der 
Ati;i''-i>h;iie. eines langsam sieb abKdii enden Sternes, der iViiber eine Disso- 
ciations-Tempcratur besessen, nicht genügend Beachtung auf sich gezogen 
ZU haben; und KUm Schlips riieekte udi auf den wichtigen l'akler iiiinleai mi, 
der hierdurch in die Berechnungen eingeführt wird, die sich auf das Alter 
der Sonuenwänne beziehen."*) 



Der Mond 

und die Itacliatleulieit nud Gestaltung seiner Oberfläche, 

Von Edmund Nelson. 
(Fortsetzung.) 

Bergringe. — Diese Fern liit knien, wolehe in einigen Fällen eine aus- 
gesprochene Aehnlichkeit mit alten, verfallenen Wallebenen tragen, hangen 
mit diesen gewisi-ennaiis-i'ii eng /.nsninm-n. Zuweilen isf. der Wall zusam- 
mengesetzt und von bedeutenden Spitzen unterbrochen, wiihrend sich im 
Umkreise zahlreiche Spaltungen finden und das Innere viele Anzeichen auf- 
weist, als wäre es mit den Trümmern der zerfallenen Wälle und hineiu- 
gestnrtztem Material aHs den äusserer, Helenen aiu'efiilil worden. In an- 
deren Fallen erscheinen sie als wirklie.be Hinge von I Sergen und Bügeln, 
die unter einander gelegentliili dnre.li einige kurze Kücken und hervorragende 
Arme verbunden sind, wahrend das Innere von «ililloscji Hügeln, Dämmen 
rjnd ltücken ausgetollt LI. Line dritte Vurietiit e:sebeint als ein einfacher, 
atrf einer Kbeuo oder einem Marc liegender Kreis von niedrigen Bergen, 



•) riiilomiidncsl Marino. f«r. S, V«]. 6, Jaly 1878, ]>. 50. Nnturf. Ro. SS. 



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— 199 — 

dessen innere und äussere Oberfläche in einem Niveau liegen, durch zahl- 
reiche Spalten iu dein Walle mit einnr.d.T in Verbindung stehen ute.; ouau 
dasaell» Aussehen tragen. In einigen Fällen, licsumkii gegen Nordwesten, 
Südwesten und Osten, in den gebirgigen Disdicleu, erscheint eine vierte 
Varietät, die aus der Durchschueidung uTschiedencr llcigrücken und Spitzen 
resultirt und eine aus'.'esnruiheuo Achnlichkeit. mit den unregelmäßigeren 
Wallebeiieu besitzt, obgleich ihr wahrer Charakter zu deutlich ist, als dasa 
man sie je für Kraler irgi'nd weither Art haiton konnte. 

Die ilinggebirge genannten Formationen (welche Neison stels als 
Uingebcnen bezeichnet), welche von der .Mehrzih! der sogenannten lunaren 
Krater und sowohl von den Maren wie von den wirklichen Kratern sehr 
verschieden sind, werden doch durch die grossen Wallebenen und die klei- 
neren Kraterehe n en so zu sagen mit Heiden in unmerklichen Abstufungen 
verbunden. Gewähnlich von einem Umfang von 20 bis 30 oder selbst üO 
bis 0i) o:e;i- Meile;), eiciclmnu-ige; u:id kr vi ^ L- ■■: uii i.h die \> [■.: I. oul-1; 
und meist von einem einzigen Hunpl wallt umgcbi ti. bieten sie vielleicht eine 
der unerklärlichsten aller Muudf": , nialioiieu. Ihre Wälle sind erträglich 
regelmässig und vollkommen, wenn auch von sehr ungleicher Höhe, indem 
sie stellenweise in liehe Spitzen entsteigen ur.d gelebt tiltich zu blossen 
Dämmen zujänimeushiken. während sie hiiniiir von Kniierli eh hingen und 
Kraterloohem durchbrochen und von Schluchten und Pässeu durchkreuzt 
werden. Bei genauer l'rüliiii.; erscheinen -ie iudess eher polygonal als kreis- 



■ Bichtungen ausbreiten. Der innere Al.hnug ,1er «Tille ist stets heiler und 
regelmässiger als der äussere und wird im Allgemeinen nur von wenigen 
Hervornigungeii und vielleicht von einer oder zwei niedrigen Terrassen 
untei brechen, ubwoh! bisweilen die Gr<*M und Anzahl dieser Ilervorragungen 
und Terrassen so zuniinnii, uass beide Abhänge einen höchst verwickelten 
Charakter erhalten, und sieh von den Wallen seihst bisweilen Arme gerade 
über die innere Fläche ziehen. 

Die wahren Umgebenen gewäliren ■/. Unterschiede von den Krater- 
ebenen nicht das Aussehen von wirklielien h'raieru in der allgemeinen Be- 
deutung des Wortes. Dies ergibt sieh, wenn mnii sii' kritisch mit geeigne- 
ten optischen Mitteln und anhaltend genug beobachtet, nm mehr ihre wirk- 
liehe als scheinbare Conälrnttioii zu verstellen, wobei nicht, zu vergessen ist, 
dass hei jeder llelouctuim^penodo «wohnlich kaum ein Viertel der that- 
säcblichen Details erkennbar ist. Dio mässis tiefen, an Höhe sehr uerleielu ii 
und mit vielen Spitzen versehenen Wälle, sowie euch die allgemeine Cie- 
stuliuiig iler äusseren Abhänge lassen veriunl heil, dass die liiugelienen eller 
mit den Wallebenen als mit den Kratern von gleichem Ursprünge sind. 
Die Schwierigkeit zw isehei: ihnen und den Kraiereheiieti eiuo bestimmte 
Grenze zu ziehen, resultirt aus der Existenz inniger wenigen Formationen, 
die wegen ihrer allgemeinen Analogie mit den übrigen als Ii ingebe neu. bo- 
tiaehtet worden sind, ivähreiul sie in niaiiehen l'utiHon gleichfalls der Natur 
der Kratereheueu entsprechen. Dieser Mangel einer deiillielien Trennung 
zwischen den beiden Fonnatiuiisklesseii ist indessen in keiner Weise ein 



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Hinderuiss für die Vi.i^ii.M.i/iiu-, di.sn -ie auf ve.-^-hienene Weise entstanden 
sind; denn unter diesen Umständen könnte man niil Hecht annehmen, dass 
die beiden äusseren Glieder in der nämlich/n liichüniu; vieles gemeinsam 
besitzen, während koiii Grund vorliegt daran v.u xweifehi, dass zur Bildung 
einiger l'tn-iniLtiH.n.'n iM-t.ii- Mcthmlcn in AVirkim- yetreten sind. 

Bezüglich ihrer i n, i iv i-hn-1 1 ,-n hnjc t.ivtetL [{ iii-,.iHiif n sehr verschie- 
den auf. Kinige, wie Conen und Capeila, sind von ungeheueren Bergmasacn 
umgeben; währen. I andere, wie Mayer, Viiclln und llcntdaus, an den Greu- 
ßen der grösseren lle.chlim.ler liefen neler >oih!. am iir.de einer grossen Berg- 
kette, wie Tieeolomini und taltKtheu^, vielleicht auch auf dem Boden 
eiuer der grossen Wnl [ebenen, wie Chrvius. und endlich isolirt in den grossen 
Maren, wie Beasel, Lambert und Kepler. Häufiger als bei den Wallebeuen 
erschoint in dem Innern der Kindel) er.!']] ein bestimmter centraler Berg oder 
seltener ein centrale: Krater oder eine centrale Kratern Ohl ung, wie im Cassini, 
während letztere auf den Wallen, lind /.war sowohl auf dem Gipfel als auf 
deu Abhängen zahlreicher *ind und sieb gelegen tlieli auch auf der inneru 
Flache finden. Der Central bei-..: ist um seltenec. Aiismihmen niemals mit 
dem Walle verbunden, wenn nicht durch last im merkliche Formationen, 
während der innere Boden, der freilieh zeitweise vollständig eben erseheint, 
oft voll von vielen kleinen Hucken, Dämmen und Hüsteln ist Ks bieten 
sich indes) in dieser Ikv.Klmne und lie.on.ler- l»v.üL-lirb der allgemeinen 
Unabhängigkeit des Ccntralbcr^s von dem Walle viele bemerkenswert he 



i bedeutende liii-vlene-u. an Gestalt, Durch- 
■cr*t. ähnlich, dich! bei einander und mehr 
I, wie Atlas und Hercules, Aristilhis und 
Antolycus, Azophi und Abenetvii, Godin und Agrippa, lütter und Sabine, 
und Scheiner. An andere« gellen eivelieinen lleiheu oder 



ippeu von liiiigeben 
zum Alhategnius. 
Viele Umgebenen > 



samen EiulltlSS der Zeit und solche verwitternden und /erbrü ekelnden Kräfte, 
wie sio auf der Oberlläehe unseres Trabanten existiren mögen, zerstört 
winden. Zahlreiche Itingeheiien, wen« ;ineb uTbälfm-Mmis^ig nicht so häufig 
"e grosseren Wallebenen, tragen in ihrer I''orm den deutlichen Beweis, 
■ ■ i aus dein Ziisammenlrflii'ii verschiedener Heranlassen 

■cheint die Höhe der Wälle der Umgebenen an der 



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stets stattfinde ist indess mindestens sehr zweifelhaft Dczüglieh der mitt- 
lem Neigung des Abhangs der Wälle herrscht noch sehr grosse Ungcwiss- 
lieit, da es hierzu noeh vollständig an Messungen fohlt., die ausserordentlich 
schwierig und mit grosser Arlioit und weil fauligen Berechnungen verbunden 
sind. Um den mittlem Abhang der steilsten Tin-ile du- Wällo zu bestimme», 
die sich in der Xä.be der Oiptid befinde», hat. nun Heobaclitungeti über iliu 
Dauer der Suhuttctt angestellt. Dueh lül- lekle Sichtbarkeit des Sehattena 



Schätzung ist die w.ihiwhcinliehere. Die Annahm,; einer mittlem Keiguug 
von 1" bis 3" am Fusse und von 2" bis ti" gegen den Gipfel, iat vielleicht 
die beste bezüglich der äussern Aldüngc der W'jlII- und Itingebeiien. Was 
dio inneren Abhänge betrifft, deren Steilheit fdädler häufig übersehätzt*', 
so scheint eine mittlere Nei-urn; \uii 6" bis guiren den Fuss und 15° 
bis 25» in der Hube des Gi^is, am geiiaturslen d.'ii «.ihren Verhältnissen 



unter verschiedenen Union 
Die Kraterebeuen 
lieh zu den Ringebenen 
von Anzeichen oines vult 

die Trenuuugsliuie iwiscl.._ . 

mässiger Grosse, im Durehmesser selten 15 bis 20 engl. Meilen ubersteigend, 
gewöhnlich inmitten einet- /et], Iii fielen uttd /erfitlleni-tt Regien gelegen, er- 
heben sich die Kraterebeuen steil aus der Schntliiiassc, die den Fuss ilirer 
Wälle umgibt, zu einer belrächtlicht'ii ]|j>iie, uinl IHlleti dann uaeli dem Innern 



■ zwischen Melsungen 
luit't für diene Ansiebt, 
mationen, die gowöhn- 
ä durch das Aufweisiu 



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Uligleieh dies.: kralerebei Wiilirseheinlieh v.-.^ui.lirli Milkamsohen Charak- 
tere sind, ist es zweifelhaft, ob sie wirklkhui vulkankobcti Kratern von so 
grosser Ausdehnung en(s[He;.lien, Es iHflelitu viiil eher scheinen, dass hie 
A'.-ti!i;i(.-liliul mir vulkankebmi licgioiieu hosinen. deren gaim- Uberlhicbe in 
die Hühe gehoben, zerstört und von gew-alfi-eii vulkanischen ErselniitormiL'on 
in ungeheuero Zuckungen voisct/.t wuri.lt', die dureb die ^'.'WulinUdi zahl- 
reichen Kratcrhehlumreii und K.aterkcgel einen Ausiveg gefunden haben, 
ein Zustand, welcher ähnlich auf der Knie vorzukommen scheiuL Die 
Kraterebenen besitzen yewohi.lkh eine -unsere Stei'Jieit. als die Eingebend), 
besonders in den äusseren Wällen, die' vielleicht zweimal so steil sind als 
die durchschniltlkho Xeigutiü, ikr Kin-ebe:ien; ebenso sind sie in der Hegel 



eng mil den kraloriber.en verbunden, vcuieileieli hier, nie b.'i den mn-ien 
Immen Formationen, keine scharfe 'ireuuungslinic zu ziehen ist. Sie er- 
scheinen von kreisrunder i.iostah, stehen von der Itberiliiehe bis zu einer 
massigen Höhe steil um' und füllen mieli .Urnen regelmässig ab, während der 
ganze Wall im Allgemeinen schiirf, regeln lässig lind »enig gebrochen er- 
scheint. Ein Jeu Kratern eieiencliuinlklie' iiiic:e;;iL.kr charakteristischer 
Zu- ist ihre Helligkeit, die in einigen Fällen mit den hellsten lunareu Ob- 
jekten i'ivalisiit. Dieses Kennzeichen isi gewöhnlich auch in gerin^erm 
Grade in der iiniLvlienilo:) i »Inn Hiebe skhlbur. w ...durch das Mir.liuni iki.sor 
Formationen etwas erschwert wird. 

Der Name „kleiner Krater" ist bisher nicht nur als Bezeichnung für 
die kleineren Krater gebraucht worden, sondern auch für die /.aldrekheu 
^blutigen welche von Beer und Mndler iniulig uuler den. Namen „Grüb- 



w eiliger ak einer halben .Heile und 5 oder d engl. Heilen im Durdntiesscr. 
(.lewidiiilkh sehr versehicd.uiaitig gelegen, ist ibie Gegenwart, ein allgemeines 
Anziehen einer zeilalloneu G.'ua ad. von irehkh selten sein 1 umfangreiche ni 
1' hiebe.! räum, lind auf der andern Seile eiitiialleu fast all' yorialh.-ncii Iii. _ionen 
cillull Oder mehrere s.dchei' kleinen Krater. Sie werden nicht nur auf den 
Wallen und Abbalgen der liiu-eb.'iien und Klatcrebeueu. sundern aueb üi.er die 
Maren und Kbeiien /erslieut. Licfiindcu, und sieben geivolmlkh in Hcziehum; ui 
Spuren einer unter dm- nbeiiläehe wirkenden Knill, wie bei uer Voreiukniug 
voll zwei oder mehreren Kücken, "der sie liegen an wisch iedmen Stellen 
ketlenweiso eng aneinander an dem Kaiunie eines Kückens. Die kleinen 
Krater erscheinen in der Tliat als die Andeutung geringerer sublunnrer Zur- 



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— 203 — 

idmitng. wälireml die Kruli-i und [v i uti-i ^F>i'in die Wahr/eichen der pressen 
Convulsioneu siml, welche diu M o:n5ol icrl^u-lin aufweist. 

Die Kratorgmben gehören einer Ulasse von liildungen an, die vou 
der vorigen verschieden ist. Ihre Dimensionen mrnren von nur einigen 

ebenen und Kratern, ^mifihernd kreisrnnd! wenngleich bisweilen olh|>iiseli 
oder seihst von fast (|iiadrnlisoher Kmin, sind ihre äusseren Vi alle so schivaoh 
e'-'neigt. iiilr-v sn kleb, dass sif kaum nrieh ln'riioi'i, ; weiden kernten, (legen 
das [ niif-i-i-s ist (iiir Ahlii.ll ctivas steiler, doch ist, diu Tiefe so gönne;, dass 
dir?« Gebilde ivv.-.iliiilie') ii-r.n;] J i Mumien r.r.oii SMiueraufgang unsichtbar 
werden und auch vielleicht niemals als weisse Hecke in höherer Beleuch- 
tung erscheinen. Stellenweise. bosondei-s- im Süden des Mondes, sind sie 
sehr zahlreich: um Läufigsten auf bor iwutaleti Kbeiien oder im Innern von 
Willi- oder Ri unebenen, nie im l'lavüls, westlich vom }laginus, im Tyoho' 
und l.'o|ieiiH''.ns etc., i.'elegonl lieh bilden sie, wie in der Nähe des < 'on«|-uieiis 
und ltiilliabius /.usamm.'uhäiiio'cd« Reihen, In den heller-m Regionen des 
Mundes isl es hisivi'ilcn schlier, /ivischeu kleinen Kratern und K'ial m^rnlien 
zu iiniei-soheiden, zumal sie huldig vermin hl- auflreleu lind die steileren 
Wälle - iivie die hellere Erscheinung der kleinen Krater nicht markirt genug 

panne Oberfläche sehr hell ist. Viele dieser Gebilde sind gleich den Meinen 

seihst die kraftvollsten Instrumente keinerlei Detail bei ihnen erkennen 
lassen. 

Kinen Unterschied mischen den äl-eren und weniger vollkommenen 
kleinen Kratern, die viel von ihrer nrspninii'.icli.'n Steilheit und dem lilanxe 
ihrer Käthe verloren haben, und den K rnl ergruben m machen, ist eine Arbeit 
von nicht geringer Sdr.ueri-ikcic hei welcher in Folge der Geringiiigiedicit 
des Ganzen eine lud räch! liehe ['lisicln-rhui! herrschen muss. Hass diese 
liratergruben nicht, wie die kleinen Kraler, wahrscheinlich wirkliche vul- 
kanische Oellhun^en siml, ist inst sicher; [a in manchen Zögen enls]ireidieii 
Sie mehr den < thcrlläciieiieiiisriikuiigen. wie sie häufig auf der lirde vor- 
kommen, Mini darauf M-Ii'dnf nmdi die Art ihrer Verl hei hing, die ullgemeinc 
lilentitiit aller Kenu/.eic.hen mit der umgebenden Hhertlnche und manchen 
Andere hinzudeuten. 

Kraterkegel. — Dies sind vielleicht, die wahren !!e.ii rasen tau ton unserer 
irdischen Vulkan:', am' dem Monde, deren unterschiedliche Hildiinc: erst s]iäfor 
erkannt worden ist, lind die seihst, wenn sie ausnahmsweise günstig liefen, 
nur mit llühe von den heilen JScrgsjritzen und den kleinen weissen über 
die Mouih'iieillaidie v.ersti'cnten Klecken ■/.» unl erscheideu sind. Steile oder 
conische Htigel oder Bergapltsen vou einer halben bis 2 oder 3 Meilen im 
Durchmesser, mit kaiiin halb mi grossen steilen kcirolarTagen ccntrnliMi Ver- 
tii'r.,tmen i'leihen sie hei hoher Kclciichtung als weiter, da n/rnder Kleek von 
winzigen Dinierisjeiien sichtbar, um! iiire eenlrnle (Vtl'nmig kann nur unter 
günstigen üediininiiL'eii mit Hille der kraftvollsten Instrumente entdeckt wer- 
den. Gelegentlich sind sie auf dem Gij.lcl einer llorgmasso ivie im Pallas 
Oder Gassendi, gewöhnlicher aber auf den Abhängen der K rul.erhe.rge oder 
2G- 



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— 204 — 



Krater oder selbst der ltinggohiige, ninhl seilen auch auf der innem Fläche 
eines Ringgebirgrs oder cii.r-j- Wnllele-ne. wie Inn l'iato und FracastoriiiH, xu 
Bilden. Uütcr allen Umstunden lassen sie sir-3i schwor von Bergspitzen und 
weissen Fleeten unterscheiden, deren viel« auch zu dieser Ciasso gehören 
mögen. In mancher Hinsicht haben sie bedeutende Aehulichkeit mit ter- 
restrischen, vulkanischen Kegeln und es ist deshalb nicht ohne Interesse, 
zu Snden, dass viele Phänomene, die vielleicht thätige binare Veränderungen 
andeuten, sich bei Beobachtung flies« Objekt« zeigen. (Schluss folgt). 



Fernere Beobachtungen des neuen Sterns im Schwan, 

Anschliessend od seine frühere!) lSedbachtunsen über Schmidt's Nova im 
Meli wiiii hat Herr Vogel tincli weite:, ■ [Inplmi^e erhalten und dieselben durch 
Herrn Auwors der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorgelegt. 
Folgendes ist der Inhalt dieser Mittheilung nach dem Monatsbericht iier 
Akademie (April 187S): 

„Heine Beobachtungen über den neuen Stem im Schwan, welche in 
dem Monatsberichte der Köngl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin vom 
Mai 1877 abgedruckt worden sind, erst: eckten rieb bis zum 10. Mar?. 1877. 
l 'i'i Stern war damals sehen bis zur 8. Gröps« heiabgesunkeu, und ie.h hoiiuie, 
bei der schnell«] Lichl.abnniime. kaum hellen, weitere i'.i'uhieh Hingen zu er- 
halten, da der Stern sieh Abends, wegen m geiiiiL'ei' Krhebung fiber den 
Horizont, nielil mehr beek-iebten liess. und erst, einige Monate später, gün- 
stiger für die Heobach taugen, am .Vio^enhlmniel wieder zu erwarten war. 

Am 25. Oktober 1.477 nvlmig es mir jedoch, hier in Potsdam, eine 
sehr sichere Beobachtung über das Spectnim dieses merkwürdigen Objects 
anzustellen und zwar mit einem l'erurolir von G:nbb in Dublin von 8 engl. 
Zoll Oeffnung, also mit noch geringeren Hilfsmitteln, als die waren, welche 
mir auf der Berliner Sternw.nte zur Yerrugung standen. Der Stern unter- 
schied sich durch sein nmttes Lieht von iluileren in de: Nähe siebenden 
Sternen, er war etwas schwächer als 10. Grösse. 

Das Spectnim war fast gan;. monochromatisch, es bestand aus einer 
hellen Linie, von der nach beiden Seiten ein überaus seh waches continiiir- 
licties f![:eetiim. sieb wahrnehmen liess. Verbreitert.: mau das K].eeimm 
mit Hilfe einer Cvliudeiiinsc etwas, so Vfi s.-lnvjinl da- eieitimürliche Spectrum 
günülich, lind es blieb mir eine eiu/.ige helle Linie übrig. 

Es gibt diese lleohaeiLlung yimileh-l eiv.e Bestätigung der am 2. und 
:1. Ke]iir-mber 1 M 77 auf dem Observatorium des Lerd l.indsay angestellten 
Beobachtungen über das Speeiruin von Sclimidl.'s Nova (Aslr. Nachr. 2158). 
Ferner wird durch dieselbe jeder etwa imch vorhandene Zweifel gehoben, 
dass eine wesentlich« und wirkhe.he Vera n dem m; nnd nicht eine blosse Ab- 
sehwäebimg bei dem allmählichen Ablassen de; Sternes stattgefunden tiabe. 
Die Abbildungen lies cetiums in liini verschiedenen Zeiten, welche ich 
der oben erwähnten Abhandlung beigefügt habe, /eigen deutlich die Ab- 
nahme des mntiuiiirlieben Knrcirum.i. =e. w j.-- einige: heiliüi Linien, sie /.'igei: 
Aber ferner eine relative Zunahme uiuer Linie im Uriin /wischen b und F, 
für welche ich die Wellunliing« 499 Hill. Mm. f+ 1 Mill. Mm.) aus meinen 



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2< 



den neneu Stern ir.ii !riikt.T ^+-11 h n l - benimmt h:it 
gefunden, es war t^nil nhne Ziveilrl d/r bi-diad: 
suelito Objeet. Wegen Ungunst der Witterung - 
Himmel, Mondschein — konnten die, wenige Zi 
Stern entfernten, Sterne 12. und 13. Gräse uicbl 



■im; äiiiii'iiiirtigo Speetra. Es war der neue Stern mit Prisma so- 
i- xn ücIk'ü :lU ulme Prisma, weil durch dieselbe ein Tlieil des 
l dilt'ii-en Hinimelsliehtefl zu einem Speetrum auBgedcbnt wurde, 
las Hellt des HUtiu'* im verändert blieb und sieb dasselbe ;mi' di-m 



an deni Hohlusse- gelauert, dnsa da« «pectrum dpa Siems von dem eines NuklÜiTki. ver- 
schieden int, also li'.ir Siri-t, svli ain-li ni.-l-.t ir, .■: ri-'i> NYMmVi-I- verwandelt Int. Diu 

S)ieetniiii der plaiwrurisrtuTi Xeljel ist .';n G und l.isi-eht tickanntlicli meint 

uns drei bellen Linkn ;W. [.. i((>.::. .mä.7 und 486.1 Hill Mm.). n«r «''II' 1 " '■■.vmi d.-r 
Nel.d s-lir bell ist. si.'l.l. nun im,* , i'brif Linie (IV. L. l:M.II Mill. Hm : - 



.X? 



id dritte Linie., wi'ücn i/iTingcr II 



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— 20G — 

trum nur ans piner ein/igen hellen Linie hestohl . ist jedenfalls höchst he- 
mp.fkwiswerl.il und sieht Iiis jetzt i'uv/.ig da. Der neue Stern von 18G6, T 
Coronas, dessen iSpectrum anfänglich eine grosso Aehnlifihkp.it mit dem 
neuen Stern von 1*70 erhallt haben iiiuss. ist .-ogoiiwärtii: 10. Grösse und 
zeiüt, wie Iteohachtungen vom 2$. Jliire dars-dban luben. ein coutinuirlielies 
Spactruro, welchem von ilem anderer Sterne nicht auffallend verschieden ist" 



Sie wichtigeren und interessanteren Doppelaterne, 
mit besonderer iieriieksieliii<-iiii!: der schon in genTiim liehen Teleskopen 
sichtbaren Objekte. 

t Ophiuch.ua (22G2) 
Bcctasc. 2Ü8" ■18' DeU. — 8" II'. 
Giner der schwierigen lioppelsiernc. von " \V, Hersehel am 28. April 
17^2 entdockt. Der grosso Astronom bemerkt, dass hei diesem Sterne die 
beiden l.'olnpotleliteu unter allen von ihm heoklehteten nii|ipe]stenion einander 
Lim midisten standen, llei 'IGOfttcher VertfiMSserimi: sah Hersehel den Stern 
nur etwas länglich und erkannte die Trennung erst, alB er eine !)32inalige 
Yergrössening anwandte. In den Jahren 1S25 zeigte auch der Dorpater 
Refraktor nur einen runden Stern, 1827 eine liim-tiebe (icsklt desselben ninl 
erst 1835 gelang es Struve hei KOOmtLliger Vere;r. , '.ssernni; den lle<-leiter 
vom Hanptstern getrennt zu sehen. Seitdem hat die Distanz heider Slerne 
Kii^.'iiiiüimen; nach Jlemhowski's Messungen betrug sie 18Git 1'4". Der 
lliLiipistein isl .'j., ilei liegleiler :,.7 Kri'.sse und beide sind gelblich. Die 
Hahn ist noch ausserordentlich unsicher; Jlinil linilet eine I'mlant's/eif von 
104 Jahren, Mädlcr eino solche von 87 Jahren und eine mittlere Distanz 
des lirtflfsitwa vom Hnuptslern von 0-83", 'Doberk neuerdings: t inlanl'.v.il 
217-S7 Jahre, mittlere Distanz 1*103". 

95 Herkales (22G4) 
Rcctesc. 208° 51'. DekHn. + 21" !17'. 

Bereits von Christian Mayer als doppelt erkannt. Hehle Sterne sind 

4 1V tlrüsse, der voranj-eheade eiv/as selvvöeher. Slrnve fand: 
1S20-ÜO Distanz 0-002" l'os.-Winkel 261-75 11 . 



Scholl von Ohrisliau Mayer als doppell, erkannt und eines der interessan- 
testen Objekte, her Haupt-Stern ist ■!. liivsse und sf<;tb. iler Heyleiter Ii. Grösse 
und purpurrot)!. Die jährliche l-ayenhe-iiiviiiiir des l'aarcs im Itanm be- 
trägt 1-118". 

HerscIlD.'s erste ileoliaehtnniien diese- seltnen 1 ioppehvtcms gehen bis 
1770 zurück, seitdem lütt iler Ilc^leitcr einen iratiKeii Cmlanf vollendet. Der 
Abstand desselben vom Central:) turn war lSti:j nach Dcmbowski l>'G7". Die 
Ijaliiil.'eree'lniaii^ V'in Iilinkerfu.es ergab: 



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— 207 - 

Umhiufszoit 05*97 .Talire 

mittlere Distanz 4-958" 

Kstrüitriätat 0-49353 

Zeit des Perihcls 1808-729. 
Unter Voraussetzung (jloipJicr Masse mit der Masse unserer Sonne findet 
sich üie Parallaxe dieses Dop-ielsternes au 0237". Professor Kröger bat 
genaue Messungen behufs directer Ermittelung der Parallaxe dieses Sterns 
angestellt und findet auf diesen Wege leUiere itn 0*1 r-2", entsp reellen d einer 
Entfernung von 3.". Billigen Meilen. Als «ussu des .Systems vou 70 im 
Sehlangenträger ergild sieh hieraus 37 t ^unneiiitiasseii. Ferner findet sich, 
dass der Haitptateni diesen Paares nur etwa % der absoluten Leuchtkraft 
miserer Sonne besitzt, der grossem .Masse entsprielit alao liier durchaus keine 
grössere Leuchtkraft. 

iii Schütze 
Bectrue. 271" 18' DekL — 21" 6: 
Vier Sterne auf einer Flache von weniger als V tfadius. Der Haupt- 
stein A ist 3-4 Grösse und weiss; der Begleiter B 14. Grösse (nach J. 
Herscbel's Scala), 0 9. bis 10. Grösse, !) 10. Grösse. W. Heische! sah die 
drei helleren Sterne zuerst am 19. Sept. 1779 und John Herschel erst den 
srfiwii.Jioii Satelliten. 

Folgende Messungen geben niiheruugs weise die relative Lage der Sterne 
u'-'lvi; einander an: 

A mit C 

Jacob 1847-3 Distanz 48-6" Pos.-Winkel 312*9" 

A mit D 

Jacob 1847-3 Distanz 50-5" Pos.- Winkel 115-4° 

A mit 11 

J. Hersehel 1830 Distanz 12" Pos.-Winkel 3ü2\"i». 
40 und 41 Drache (2308) 

E«tMo. 212" 45'. DeUin. -f- 70» B9'. 
Von Flamsteed am 9. Juli 1703 zuerst getrennt gesehen. Genaue 
Hesslingen lieferte erst, St.ruve. Hiernach bat mau für 

1832-95 Distanz 20 022" Pos.-Winkel 235-133». 
Ileuiiwivski fand 

1S58-IG „ 20-285 „ 234*78. 

Der llauplslerii ist 5.4, der Begleiter 8.4 Grösse und beide sind weiss. 
Jolm Hörschel hat in 106B" Distanz und deu Pos.-Winkel 120« einen 
/weiten, sehr sdiuadicn Ik-gleiter gesehen. 

39 6 Drachen (2323) 

Eectasc. 275" 27'. Dekiiu. -f- 58" 45'. 

Ein dreifaches System. W. Herschel sah am 3. Oktober 1780 nur den 
nahoren Begleiter, der cistlV-tniere wurde, von .1. Herseliel und South ge- 
messen. Der gelblielnveisse Iiuu]'istein ist 4.7 Grösse, der nähere blüulioh- 
Woisau Begleiter 7.7 Grösse, der entferntere 7.1 Grösse und aschfarben. 

Für den inneren Begleiter liegen folgende Messungen vor: 



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Sontb Distanz 3-5'W" l'ow.-Witikol ;!■!)» 

Sttuve 183830 „ 3-141 „ 5-91 

Donibowski IK5<i 25 „ 2-974 „ 0-96 

1858-54 „ 3-122 „ 2-26. 

Den äusseren Begleiter haben South unJ Stnive gemessen : 
South 1S2:M0 Distanz 00-201" l'os.-Winkel 2192" 
Stnive 1834-27 „ 88-991 „ 21-69. 

Auonyma im Drachen (2348). 

Bcctiuc. 377° W. DekJin. + 53» 15'. 
Von Lalande am 20. Juli 1797 wierst doppoll psdieD. Dur Haupt- 
slom ist nach Stnive .',.9 Grösse und stark iielb, der üi'gk'iter 8.1 Grösse 
und entschieden blau. Derselbe Astronom laud 

IÖ30-02 Distanz 25.089'- l'os.-Winkol 272-21". 
Hin« Bewegung des Begleiters ist bis jetzt nicht zu coustatircil, denu 
Di-mljiiwnki'» .Mi-.^iin^n ergaben 

1857-7 Distanz 25.53" l'os.-Winkel 272*7». 

a Leyer (Wega) 

Rectasc. 278" 0'. DalUa. -f 38" 33'. 
Dieser praohtudle Sk'i-ii eisli'r Grösse hat in hhhut un mit Lei baren Nähe 
mehren;, von den beiden 1 lersi-lii'l uiiiik'ckLi- sdiwnL-hi.' Sternchen, die jedoch 
nur optisch zu ihm gehören. Die ijachsLelieiui™ M^sshii^üi liefern die noth- 
wendigou Daten über die lWlieneii '!ie-er Nrliensteine in Drang auf Wega. 
A und Ii 

Stnive 1830 Distanz 42-964" l'os.-Wiukel 137» 507' 
Der Begleiter ist 10.5 Grösse. Kr wurde zuerst von W. Hörschel am 
24. Sejit. 1781 gesehen. 

A und C 

J. Hörschel 1830 llistanz 150" l'os.-Winkol 3'J-Ö". 
Dieser Begleiter, dessen Distanz nur geschätzt ist, ivird von Hereunel als 



5 Adler (2379) 

Hcctssc. 270" 45'. Deklin. — 1" T. 
Von W. Herschel am 22. Juli 1784 als doppell erkannt. Der Haupt- 
stern ist 5.0 Grösse und «i-iss, der He^leiter 7.4 Gr. und bläulich. Letzte- 
rer scheint seine l'iisitiim nielit merklich in verändern. 

Strnve 1832 45 Distanz 13-222" LW Winkel 121-18" 
Dembowski 1858*01 „ 13*217 „ 12008. 
(Ftttotaing folgt) 



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Faruenänderungen beim Funkeln der rothen Sterne. 

Die augeublieküehen imd tortwährwidcn 1" i r be r i ii 1 1 c Ic ru ugon T welche die 
Storno beim Funkeln /.-igen, können vollkommen gesondert werden, wenn 
man die funkelnden Sterne in einem Fernrohr beobachtet, in dem die Bil- 
■.li j- liiiLiil: ::rni;;ii:ii:i;ini.'e[i dos Iiisrni meines, i.der in Folge der Wirkung des 
viiii ll'j: , : , i: Monüiiny beieliiiebeneii Sciu'.ilh'inoterj kreisförmige Linien be- 
schreiben, die iu reibe, orange, ^'Nn , grüne und blaue Uogeu getbeilt sind. Herr 
ilontiguy hat sieh nun die Frage !res.(.ell[, ob die l'arbeniinderungon regel- 
mässigen Gesetzen folgen; ob ■/.. 15. ihre rula-.ii ■■ HiLuligkeil, numerisch aus- 
gedrückt, Differenzen zeigen, welche von der Natur des Eigenlichtes der 
Sterne oder von ihrer Krhebunt; über den llurizcnl oder von der Beschatten- 
heil der Atmosphäre abhängen. 

Um diese verwickelte Frage /u bisen, bat Herr Uontigny zunächst den 
lünfluss des Eigenlichtes der Sterne mir! de« des. Zustande» der Atmosphäre 
auf die Farben unt.ersneht, weiche das Funkeln der Htcnic des sogenannten 
dritten Typus charakterisiren. Diese Sterne *ciohneii sich bekanntlich aus 
durch Spcetra, in denen mau sowohl nebclarl.ige Händen wie schwane Linien 
findet; sie besitzen feiner «ine ina Roth oder Orange spielende Farbe und 
sind meist veränderlich. In dieser Klasse, »iht es. mdil viel schöne Sterne: 
die bemerkenswerl.hesten sind hüebstens dreissig, und von diesen hat Herr 
Montigny nur die folgenden liinlV.-.'hn untersucht: ß Audromedae, a Ceti, 
g Persei, Aldcbaran, Bcteigeuze, a Hjdrao, ö Virginia, d Coronae, Aretnrus, 
a Serpentis, Antares, a Herculis, y Auuilae, ß und e Pegaai. Die Beob- 
achtungen sind mit denen der beiden anderen Typen auf 476 Abende ver- 
theilt, vom Oktober LS70 bis Februar 1878. 

Die Beobachtungen selbst wurden wio folgt angestellt: Nach jedem Be- 
obachtuugsabend wurde« für jeib'ii Stern nicht nur die Werths eingetragen 
für die Intensität des Fuukelus, reducirt auf t.10" Zeuithabstund (die Inten- 
sität wird ausgedrückt durch die Anzahl der Aeudenmgen in einer Secuude), 
sondern auch jede einzelne Farbe, die in dem kreisförmigen Bilde gesehen 
wurde. Es wurde« feiner luv jeden Stern die Beobachtungen bei regneri- 
schem Wetter gesoeile,! von denjenigen bei trockenem Welter; und dann in einer 
Tabelle, die nach dflll sieben Parten: rotli, orange, gelb, grün, blaugrün, 
blau und violett getheilt war, die be treffen den Korben eingetragen. Die 
Summe der einzelnen Columnen gibt somit an, wie oft man die bestimmte 
Farbe an dem betrelVenilen St ene gesehen. So wurde z. B. am Aretnrus 
bei 131 Beobae.liluii^n wühlend regnerischen Wetters 130 mal die rothe 
Farbe und 118 mal die blaue wahrgenommen. Dieso Zahlen drücken 
somit die absoluten Häufigkeiten dieser beiden Farben aus. Vergleicht man 
die Zahl 130 für Roth mit der Gesammtzahl aller Farbenwabrnehmungeu 
am Aretnrus bei liege «netter, die -l!'l be'.rägl, so .'rhält man die relative 
Häufigkeit des Roth, welche Ü,J(i5 beträgt, oder, mit 1000 mulöplicirt, 
= 265 ist. Diese Zahl bedeutet somit, dass der' Aicturus bei Regenwetter 
unter 1000 Farbenänderungen 2G5 mal das Roth gezeigt hat; für Blau 
findet man so die Zahl 240. 

Iu der nachstehenden TaheUe sind r.na diu "Milte! der einzelnen Farben 
für die genannte« 10 Stenn' des dmten Tvjius enl hallen; und zwar sind 
unter A die Farbenhäufigkeiteu bei Regenwetter, unter B die bei trockenem 

Silin, HtflS. 1B7B. 27 



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Wetter angegeben, die <!es;nmn(/atil (Iii- le.iliaelii.iingeii hetnig für A 800 
und für H 308 uinl die (.icsiimiiHziilil der Kirfenand<nm<_'e.u für A 2082 
ond für 1! 1368. 

Grlln Grünblan Bim Violut 



272 



194 



278 218 



57 



230 



Mittel 52 275 204 230 60 5 223 4 
Aus dieser Tabelle sieht man: 1) Die relative Häufigkeit des Roth 
ühertriut lim Vieles die jeder anderen 1'arhe, sowohl heim itegeirwettiT, wie 
in der Trockenheit. 2} Das llot.li, das (irüii und namentlich das Orange 
werden in grösserer llänfigkcil gesellen hei troekencin Wetfer, als hei reg- 
uoriseheui. :() Die Häutiiikeit des Mau und dos (.leib ist hingegen grösser 
hei Kegeuivetter. 

Obwohl die llilloHw, in der Häufigkeit ein und derselben Farbe, je 
nach dem Zustande der Atmesphan 



Ittel 



Es 



loth 



Seintiliometer ersolieiut. bedeutend i 
Blau ist auch oft beobachtet worden, 
Von Interesse ist ferner folgend 
Sterne des dritte» Typus die Fwbei 
Kunkelns enthält. " 



i..:hn 



Aide 



■eito, 



i Litt 



Indes 



urus-, der zahlreiche starke, 
ie nicht in Zonen vereinigt sind, IV. dem gelben 
i Linien, V. dein rolben Auhires mit weiten Zo- 
nen, VI. dem gelbrothcn a Herculis mit schwarzen 



I BetejgenüO 

II Aldebaran 
III Arctnrns 
[V a Hydra« 
V Antares 
vi a Hercolis _ 

Mittel 57 



106 202 13 



284 162 25;! 
206 121 245 130 



275 225 



51 217 — 



265 167 240 106 209 15 



Diese Werthe zeigen, da>s die relativen Haunleiten der drei Haupt- 
l'nrbeu Hot.li, Orange und lihui inncrtialli /iemlie.h enger (Ivenzeii für die 
sechs Sterne schwanken. Gleichwohl scheint das Korb zuzunehmen bei eleu 
ilrei lef/.ten Sternen, hei denen das Kunkeln am seh wachsten, und von denen 
■/.wei überhaupt rot Ii sind. In IHMf der Wirimig der Kiuenl'iiriio isl noeh 
erwäbneu, dass die relative lläufi;;keil dieser 1'arbe oder einer ihr nahe 
stehenden oft sehr gross ist: so 7,. 1). das (.leih hei dem gelten Sicrn a Hjdrae, 



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— 211 — 

das Orange bei Botuigeuzu uud a Hurculis. Di« Cii'aujitiKt/ab! der Beob- 
achtungen für die.ne sedis Sin tis betrügt 574. 

Des Verglichen weguu bat Herr Mnuii^iiY die relnliv« Häufigkeit der 
Farbe» bei zwei Sternen des /.weiten Typus, dem bekanntlich auch die Saune 

angehört, berechnet, näinlieli für IV.ltn\, dessen Si'ech- charakteristisch ist, 

and für Capelk, die sehr regelmässig fanltelb Beide Sterne, sind gelb 
und ihre Spcctra neigen seliivarw ungemein leine Linien. Das Mittel der 
Karben h äufigkeit für diese beiden Sterne ist gesondert angegeben A für 
Jtegenwetter und 1( für trockenes Wetter au« einer (le.-ammtMhl von 2I>7 

Iii r,l,.i,lll'.llg^! ,1er V.h-«<> Ulli! KU lleobaehtim^en des I'ollui. 

InteDä. K. Ü. Gb. ür. GiM. EL V. 



und Violet sind bei diesen beiden Sternen gi^ser, als bei den 15 Sternen 
des dritten Typus; rtalir-cheiulii:!] werden ijiese l'arlieü überhaupt an Be- 
deutung gewinnen bei den Sternen der zwei ersten Typen. 

„Die hier auseinandergeht ?,teii Resultate beweisen über allen Zweifel, 
dass die Aeiiijcrimgcri der Karben, welche das Kunkeln der Sterne charakte- 
risier, allgemeinen riesetf:; unterließen, diu ebenso regelmässig sind, wie 
die Aendemiigen der Intensitül den l'iiärmmen? von einem Typiis zum andern 
und unter den Einflüssen des Eugens und de- seltnen Wetters beherrschen."") 



Vermischte NaoMsMaiL 



geführt wird, auf dem sie At 
Das Ringgebtrge Stadim 



ind. Weder Schröter noch 
.Madler und Lohnnann zeich- 
indesa Dr. Dobia v.n Cheater 



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— 212 — 

an, dass er mehrere Krater in jener llingiläch,' mil eiüem '/i-filssigen Re- 
fraktor seile und etwa 2 Jahre später s.;ih Wehb mit einem Ferurohr von 
nahe gleichen Dimensionen 10 oder 12 Krater im südlichen und westlichen 
Theile der Formation. Auch Schmidt's grosse Karte enthält zahlreiche 
Krater im ütadius, dieselben sind aber sicher nicht in einem Instrument, wie 
s. 'Ii. Lohrmann und Madler besassen, sichtbar. 

Der Doppelkratar Massier auf dem Monde, der schon längst durch seine 
unerklärlichen Gestaltänderungen merkwürdig ist, zeigt seit Kurzem eine 
neue Anomalie. Während nämlich Iiis dahin dor westliche der beiden Krater 
der kleinere war and nur höchstens von Zeit zu Zeit dem östlichen gleich 
wurde, fand ich ihn am 0. Juli 4 , / 1 li dem letzteren an Form ähnlich, aber 
ungleich tiefer und weit leichter siebtbar. Aul folgenden Abend 7 1 /!— S'/i 1 ' 
erschienen beide Krater halbmondförmig, aber der westliehe übertraf seinen 
Nachbarn ganz entschieden und augenfällig an Grösse. Ich beobachtete mit 
einem liefrakta von 5'/s" Oeffnung an lOOfacher Vergrössening eines neuen 
von Herrn Dr. Schröder tonst iiiiiti'U ^hn^'h-iiii/ii Uknkrs von ausgezeich- 
neter Schärfe. Schon am 8. Juni erschien mir an 90- und 150facher Ver- 
grössening eines 4"-Brachyten von Fritsoh :1m 1 westlich-; Missh-r uri sso: 1 itn.1 
ebenso am 10. Juni, wo sie beide als völlig ähnliche, elliptische weisse 
Flecke erschienen, aber damals war die Luft schlecht und ich mochte der 
Wahrnehmung kein entscheidendes Gewicht beilegen. Nach der Beobachtung 
vom 7. Juli ist an der Vergrössening des westlichen Kraters aber gar nicht 
mehr zu zweifeln. Dr. Klein. 

Der Tempel'sohe Komet ist bei seiner gegenwärtigen Rückkehr am 

■2<\ .h;li vor. lir::. l'rof.\-=nr Wimt^U in Htut==hti-j hiTilim-litr-t v.onldi. fsVj'n 
Ort war Juli 20. 0" 50 ' 10': Kectaae. 15 h 17" 42.G2» 

DekL —4» 37' 44" 
so dass er also 5 Tage später sein Ferihel erreicht als Schulbofs Rechnung 
ergab. Der Komet erschien 2' — 3' gross, noch ziemlich sehwach, aber gegen 
die Mitte kernartig verdichtet. 

Neue Sondirungen des Sternhimmels nach Art der ncrschel'schen Aicb- 
»Ugen, hat Professur i'iiov.imii (Worin ausgeführt und in einer ausführlichen 
Schrift mitgetheilt*). Diese Sondirungen sind das Ergobuiss dreijähriger 
Arbeit und umfassen den Ihiimi des Himmels vom Aei[ii;:iur bis zum G.° der 
Deklination. Die Zahl der einzelnen Aichungen beträgt 27216. Dem Be- 
obachter stand nur ein Teleskop von PISsal ia Gebote, welches 44"' Oeff- 
nung hat, aber, wie alle Instrumente dieses ausgezeichneten Optikers, von 
hoher Vorzüglichkeit ist-. Ks -zeigt, nach Prof, Celiiria noch .Sterne 11, Grösse, 
jedenfalls dringt es über die Grenzen in Argelander's Durchmusterung hinaus. 
Die Vertheilung der in diesem Instrument noch sichtbaren Sterne fand sich 
nicht wesentlich verschieden von derjenigen, welche die nur dem blossen 
Auge sichtbaren Sterne zeigen. Die grossen Unterschiede beginnen erst hei 
Anwendung dor mächtigsten Teleskope hervorzutreten. Hr. Celoria kommt 



*) Soiirn alcani salndngli dal Ciclo . . et snllft Distribuiione geDCinlc äollo atcllc 
ncllo spazio. Milane 1B7M. 



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21S 



i dem Ergebnisse, die Milchstrasse bestelle aus zwei Sternringen, die sich 
nter einem Winkel von 18" kreuzen. Die Sonne soll in diesen Hingen 
icontrisch stehen. Diese Schlüsse scheinen uns äusserst bedenklich, That- 

at; Ve ist rielmebr iimTw. HereX^DrttdklnnKgrtadiiok' 1 ""^ 



-. ohne eine Anziehung ele^-lben zu vevs[»u.en; der zweite liegl somit 
jenseits mul viel entfernter vrim ersten, ;ils dieser ydn der Hrde ist, 

i er bleibt unbeweglich am Hinunelsgrunde. Gleichwohl ist er sehein- 
ebenso hell. ]■]■■ komm™ sogar fülle vor, wo wegen der Grosse seiner 

mbewegnng der kleinere naher zu sein scheint. 
Wenn die Knlie-mi:^ der A (.■im Ii nie der IMIi,:I<eil e^.^näeiie, ho müss- 
dio Winkelahstr.n.ie der phv^e.hen Paare im lhireh.wlinitt abnehmen 
den Grössen. Dies ontsjirui.t nicht, der Beobachtung. Man bemerkt 



igt 



theils kleinen au. Hingegen bieten helle Sterne, nie Canonns, lligel, Iietel- 
geuse, Achernar, Antares, die Kornähre, nur eine kaum merkliche Bewegung. 

Mit Ausnahme des Sternes a des Centauren, zeigen die bis jetzt be- 
stimmten Parallaxen, dns? die iiüetnceii Sterne. 61 des Schwans ö'/iter und 



5 ter Grosse kommen 
;t gemessenen Sternen 
den drei ersten Ord- 



der lteu, 2 tan und Ölen (küsse keine merkliche Parallaxe. 

Von der 7 ten Grosse an nimmt die Anzahl der Starue in einem viel 
schnelleren Verbältniss zu, als für i 
sache lässt sich erklären, wenn m; 

kleiner Sterne gibt in den Ii e nach harten Zonen des IJaumes, wo man sich 
gewöhnlich nur belle Sterne vorstellt. 

Diese allgemeinen Ttmlsaelien werden noeb beslätigl, durch gewisse 
■wichtige Details, welche sich beim Studium der Zisterne von selbst auf- 



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dringe) 
struirt 



nah« Lei ihm der Slrni S'ultr Gro-^e, 21 2öS ! - . l 1 n 1 1 1 1 u , nach Westen mit 
«iiier Geschwindigkeit von — 0,38ü- und —1,36" u. s. w. 

Sttlilicsslitdi «im: Bcumi liiiiij;, die von di-ii v(ii>(i'lii'iid«ii unabhängig ist, 
und sich darhietet bei <kr l'rii'f'mia der /.ah] der Kcenir aller Grossen im 
Vergleich« mit dem IJuadrafi! <U'V ilimiiudskugel: statt- nämlich im Baum« 
nach einer gleich massig«] i Verth. :tlim<; vsrl teilet m sein, sind sie in ge- 
wissen Gegenden reichlicher und in anderen spärlicher verthoilt. Ks gibt 
Punkte, die von Sternen ganz leer sind, und andere, wo sich alle Grössen 



fcrnuug basiren nitisä. Di« jihotiüiuilrirte.hi-ri ,1Si'H.*nng>'ii, dir Krgebnis.*« der 
Spcctralaualysc ehüiiso wie die bestimmten Massen vereinen sieh mit den 
vorstehenden Betrachtungen um zu bestätigen, dass die. grasten Unterschiede 
der Helligkeit, der Dimensionen und der Massen zwiselien den Sternen 



;'t die allgemeine Verkeilung derFixsle 
llegelmfissigkr.it, unter der man sie betrachtet hat; 
und Kelielmasseu können von uns weniger entfernt 
und die Constitution der Himinslsräume zeigt einen 

rakter, als ili aclt den tel es kopi sehen Aichurigeti 

gleichmüssigen VertheiluDg zuerkannt war."*) 



") (lumpt, real. 1 



DER MOND 



Mit 2U Kart™ iiml r, Titeln in I.\.rliundni<:t. 
Brtmnscliwcip;, im Juli 1878, 

Erär. Viewog & Sohn. 



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— 215 — 



Stellung der Jnpiteramonik im Novoinlier um G b mitfl. Grconwhcr Zeit 




Phasen der Verl inster ungen. 




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- 2IG - 

Plaaetenstellung im Monat November 1878, 



lü 12 ■•■r.M üä :,'> 

Iii LI 'J-i-^ii 21 21 7 i> 

17 Iii ->i '.n 2,', 21 22ii 

17 -17 -2. f , :,') 17 7 



i 38 83-84 18 1 



12 11 HU 22 «8 

13 20 510 22 21 
Ii 28 8-5 22 15 

-15 32 53 2 22 8 



3 20 9 6-32 1 —20 5. 

IS 20 14 43 04 i 20 3- 

23 20 21 16 01 i -20 1 

8' 23 51 50-67 I — 8 » 

13 23 50 34-47 j 3 

23 23 49 48 41 1 — 3 
Urin 

3 10 23 17-781+10 



5 48-1 [ 
i 12« 1' 

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I -:-ln -12 30ö! 18 ltl 



r. 1 1» 44-3 

8 !lO ( — 

0 IS 27 5 

17 i U 51 Ii 



Hund in Erdferne. 
Vollmond. 
Letztes Viertel. 




ssccnnion. Nov. 8. l-t Merlair in .Irr Simi lenreruc. Xov. 0. Ii' Neptun mit dem 
Mumie in Üoiijiiiietii.ji in [J.vr^.vn-ii.n. N..v. IS. (d. l'ri..iu.s m ;t .k-m Monde in Cun- 
juiietimi in KedituYn^Lini. N'.'V. 22. 1[ ,J Muts mit hI i ■ i it ^f.iii.l.: in < "inijiTiintidii in Eoet- 
oscensioD. Nov. 23. U"' V ..- » n h mit .iem MtuN- in i '..njmvtim in Itrctaacension. Nov. 
25. 4' Merkur mit ilcm M"inli' in (',,»jiiii,.|iin in i;.vtru.n iniim. Nov. 2(i, 1" Uranus 
in ([Liadratur mit der Sniiiie. Nuv. 2*. II' 1 ,1 vi ]' i t i:r miL . L . -j i j M.n,i!u in Ciinjuneliwi in 
Keetaseensiun, Nov. 2:i, Iii .Merkur in tfriisster aüdl. Ireliueontri schar Hielte. 

(Alle ICeiUogaben nach mittlerer Berliner Zeit) 



Digiiizcd byGoOgli 



Band XI oder neue Folge Hand VI. 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 
Zentralen für alle Freunde M Förderer der HiMelsSMe. 



hervorragender Fuchniitnncr und astronomischer Schriftsteller 
von Dp. HE RM. J. KLEIN in Köi.n. 



— 218 - 

noch dne lange und wisseu.icbamic.h eit'o[._> reiche Laufbahn bcscliieden sein 
würde; da machte unerwartet ein l.oberlchlcn diesem nur der Wissenschaft 
gewidmeten Leben ein linde. Leicht sei dem cdlt.ii 1 > rL I: i i i l l; i ■; l > b L 1 1 l ■ ; l ■ ■ ci ■ Llt-= 
Erde! Kl 



Die veimuthlielie Entdeokung des „Vulkan." 

Herr Lewis Swift in Rochestor, Ncw-York, schreibt an den Heraus- 
geber des- .Obsenut.iry' unter dein 13. Antust, I\ ach folgendes: 

„Während der Totalilüt der lei/bm Sumii'idmsieniiss. die icli 7.u Denver 
In Cdoradn beob;icbtt-(c, hatte ich den Anblick eine* himmlischen Objektes, 
welcbes nieht in Argelander's Kurien enthalten nud welches, meiner Mei- 
nuilg nach, der hing i.'csn<-hle Planet Vulkan ist 

Es erschien im OesicLtstchie jj^idizeitii; mit einem Sterne derselben. 
(irf'Bsi), wuhi Feh ein lieh # im Krebs. 

Sobald die Totalität vorüber war, schrieb ich in mein Not.i7.bnob Fol- 
gende: „Zwei Si.erne nr.be 3" SW von der Sonne. scheinbar von 5. Grösse, 
etwa Iii' von einander |in der Jiiehtung gegen die Sonne bin; beide roth." 
leb machte sofort Herrn Professor Hough, ohciunli.-i.n Dircclcr des Dudlcy- 
Observatoriums und meine beiden Assistenten mit der Entdeckung bekannt, 
l'r.-nee ho rasen als m.:'g];..di He:Tn llurnham, den berühmte;: i H^pelsi trn- 
Beabachter und verschiedene Andere. Keiner von ihnen kannte einen Stern 
in der meiner HeMihndbu-u; enls]irechemien Position. 

Auf dem ltiiekwcge kam icli iint die V.irslellnng, dass die Distanz, 
hei. irr Sterne etwa gleich, violleirbl jedoch rin klein' wenig grosser sein 
möchte nls die Hiüflc des Abstaudes von Mi/nr and Alkor. Zu Hause fand 
icli, dass Webb diesen Ab-tond zu Ii 1 ,' angibt, va? die Distanz von 9 
im Krebs und dem neuen (deckte zu G' oder 7' machen würde, statt der 
12' die ich iu Hast und oherüächlieh schätzte. Am folgenden Morgen er- 
fahr icli durch den Telegraphen . dess Prüfe--'..!' Watson zu Reparation, im 
Wenming-Teriterium, einei! Stern 'J"'." SW von der Sonne und von 1-5. 
Grösse gesehen, de, in keiner Karte enthalten ist. 

Die beiden Pcobuchl r m .„.„ |,„,1 ül i-on also einiinder. Da die Totalität 
etwa 5 Minuten früher für Prof. Wabion be»ann als für mich, so ist er mir 
um diesen Zeit!) ei mg voraus. Mein Teleskop bat. -f V s Zoll Oettimng, wnr 
mit einem poriskopi-chen Kometen-! »kukir v . n i 'JÖfaeher \VigröSSernng ver- 
schen und hatte ein Feld von l'/i"-" 

An der Thatsnchc, dass zur Zeit der Tolalität SW von der Sonne in 
2 T /i his 3" Abstand ein Stern i. bis ö. Grosse sichtbar war. ist sonach 
iih-hi mehr m zweifeln. Ob dieser Stern mit dem verniutheten „Vulkan" 

identisch ist, müssen wcilero llnteisncl e,;n ergeben: es könnte möf;licber- 

iveise ja auch ein an jenem Orte sichl.bar gewordener neuer Fixstern sein. 



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— 319 — 
Die totale Sonnenfiiistenüss vom 29. Juli 1878. 



,, u i auf dieser gewaltigen 
Kugel wissen, — uli<:leieli »der viülli-iuhi, am-li gerade weil dies erst jetüt 
der Fall ist, — finden wir, dass diu allgemeine Tlipilnabme an dem Erfolge 
der.lieobaehtuiigiii polier vHihilini.iii.a^ig sidt:i. ! ii LI i vi g niese, eine über- 
raschend grosse ist. Nicht jlnfs i.ielehrl.-, Sm-zialhcen dler nainrwisaeuBchaft'- 
liehen Zweige, solidem iinch thü jL'.-amiui.' T.aientbum, insofern es oinigor- 
niaasaen von .dam Wesen der iira-li-xinurj- n:id den m erwartenden Kcsultaton 
uuterriebtat ist, aoigl ein eifriges lnLeres;e bei flehen Vui'komniuisaeji, wie 
es noch vor wenigen .liilirzerusien :iiehl iür mißlich gehalLeii worden wäre. 

JMe totale Sjounwiiiiislej-nk-i. d.-reii li.snlui.e den l.eaern dea „Sirius" 
in aller Kürze vorlüulig milwiliriit weilen sollen, war aber um deswegen 
von besonderer Wichtigkeit für aim-rikiriiäeliü Asi.rono.nen , weil ,is die letzte 
ist, welcho auf unserem (''-'iitiiiiüilc i:i diesi-m .lahrhiMidert zur Deobaohtung 
kommt Denn die nächste rindet erat wieder am 9. September 100-1 
statt und ist .nur in Südamerika in ihrer Tolalitat zu beobachten. Kein 
Wunder also, dass die giinze ainer:luiei-ehe ijni.Jiil'iuwclt, soweit irgend 
i Westen pilgerte, um die totale l'h.ise m stuJii\jii; 



spectrani festzustellen. Atlr-rdiiijjs horchte in Khennan hewölktos Wetter 
vor, jodaeh war an klaren 'Ligen die v.>i:i l'inuamoiito veHoetirte Liolrfaneiige 
uiuo weit geringere, aU unier gleich. m Umidiinden an tiufor gelegenen Orten, 
ein Vortheil von eminenter ISedeiiÜmg bei ^onncnhcehaclituiigen. 

Der CODgresd der Ver. Staaten hatte zun! Zwecke der Tie... Lucht nug der 
Soiiuejmnsternkj S SOÜU henilligt und kannten daher vun .der Washingtoner 
Seewürfe fünf K\!mii(iijin:;i an;gL-iii.-dcf. Herde» und z-war; 

1) In Creswu, Wyoming Terrilorv nahe der .Station lUwIiilgS an der 
Uniou-I'acific Ii. B. waren atationirt: 



■!ic:i beliul; | rior os_'lm- 
•Lcnda „tationirto Ab- 
deiche l!ce»nektllngci] 



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— 220 — 
2) Professor Win. Slarknoss, 



Professor J. A. Ho^or 
Mi. St, F. Gar.lner u 
Mr. A. B. Wheeler. 



Dieselben sind lmLiiflii'!.;; li.'iii, 
(Pachtungen <]<>r l'nrona tu uiiidmi 
5) Von Central City aus in d( 



'olariskop zu beob- 



Wyoming Territory stationirt ist. Derolh 
Mrs. Draper, 

Professor Harber von Pennsylvania Univeraity, 



rtogy in 
linell in der Käuzen Welt 



iuceton College ausgerüstete , welcbe von dei 
C. F. llrae.kett beaufsichtigt wird. Mrs. 1 
od, so wie eine Anzahl Studenten sind voi 



i) Die einzig von Europa gesandte rAisedition. nämlich Professor 
Norman Lockyer, Professor Thorpe, Dr. Arthur Schuster und die 
Herrai Ponroso und Haskins. allo vou England, werden in der NAlio 
von Port Lyon Col. stationirt sein. Professor Watson von Aun-Arbor, 
Michigan in Separation heliimlid], wird sieh ihr,™ ansrfdiessen. 

5) Die astronomische lii'seiW.hait von Chicago schickt die Professoren 
Hough, Uolbcrt und Swift nach Denver und ebendahin den bekannten 
Entdecker doppelter urnt n i. l:i t':LH^h . ■«- Sterne, Herrn S. W. liumhsm. 

6) In Fort Worth, Texas sind stationirt: 

Professor Kees von St. Louis, 

Leonard Waldo vom Cambridge Observatorium und Andere 

7) In Central City « erden drei Patres vom .IesiiitoncLdlei;iiim zu George- 
town, [I. (.'. ISci.iuchtim^en anstellen. Aifösei'dom sind alle melonroli.ii^elien 
Stali"iieii im Bereiche, der Totalitat angewiesen, die Contakte genau zu 



Zwischen 30° und -\2" westlich um Witsliiii^Um tritt sie auf das Gebiet der 
Vereinigten Staaten über. Von da in einer Breite von etwa 116 (engl.) 
Meilen führt sie in siiilesilidM-r Kli-1hihi.lt ''"i'ch Montana und Wyoming 



, I": etwa' 1(1, 



ainl über Cuha und llav 



V.n-krrn aher wind., klarrs Wcticr vrrsimicheu, I ilcckliehcnveisc ! 
l'nih jnloL-h diesmal UriM.-c-ht. was ilim allerem!;; nicht oft (etwa 8 
HmcLet) [üissii-t. Im Weiten war das schönste Wetter und wir i 
sahen nichts. 

Was nun die Resultat" anhohm^, soweit sieh dieselben jebt ü 
lassen, so sind dieselben sc widersprechend, wie sie wohl -eilen 0 
nie bei gleicher oder ähnlicher 1. Iclc^enheit gefunden worden sind. 



") Üld Trob ist der im YuLk-iMLn.L <.vljv;in,.|Lli,l,,- S|,it/nimi.:- Jiosou vorzliplidicn 
l'ljffs ik'H bii'.-isiei iiiit l i.|-.i|i>s.'i- -1 . . ■ 1 1 lli!|-..!r,r.. I>. ifllv ist. .- : r:" AUiiivill]!." it;I Ui'W 
si-livifi i(it tri-lii-in-ii fiulV-liii V iliL'-.'r Vu.,M(.'lie]i".i i:...-;,Tii-i--:;ri-t.d',: Prol>alnlitira(Widir- 



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-- 222 — 
Alle Beobachter berichten Folgendes: 

Die Corona war, total verschieden von den früheren Beobachtungen, 
von blendender Helle; ihr Ghmz i?lLu dem einer äohteu Perle. flire 
Struktur war etwa die folgende und knuile deutlieh gesehen und photo- 
graphirt werden: Die iiebelfieckartige (Inindinnsse ist fast regelmässig ge- 
streift und /.war sind in der Ebene dor i : klj j>i i k die Streife« last conslaut 
geradlinig und radiitr gestallt. Ober- uml uui.erhalh ueiselbcii jedoch zeigen 
sio eine spiralige Anordnung, deren Krümmung bis zu einem Winkel von 
30" gegen den radiären Sonnenstrahl anwächst. Wahrend jedoch Professor 
Colbert in Denver ciue nur 26 1 Soge mni unten (71.M.00U engl. M.) breite. 
Corona beobachtete, sali Professor Langley auf Pikn's Peak dieses Gebilde 
auf einer Seite liin auf zwölf Sou neudurehmesser '10,000,000 engl. M-), 
nach der andern auf dn-i sich erstrecken, l'roies-inr Luilu'lcv constatirt, dass 
ihm die Corona die grösste Aehuliehkeii. mit dem ThieikreislichtB zu haben 
schien, so dass also Pater Seoehi's Vcnnutlning sieb bestätigen würde. 
Unterstfitzt wird diese Ansicht vo:i Professor Neweomb, welcber telegraphirt, 
dass er auf beiden leiten des Mondes l.i.Jitk.^rl beooaehtot habe, die sieh 
in der Ekliptik auf sechs (Jnul Abstand verfügen liesseil und wahrscheinlich 
dorn Tbierkroisliebtc angehören. 

- Die widersprechen Jeu Angaben (i Ijur 'Ii-.' Ausdehnung der Corona lassen 
sieh nur dureh atmosphärisch a Bedingung' u erklärt!«. Das Gleiche gilt von 
der Dauer der Sichtbarkeit der Corona; während au allen andern Beobach- 
tungsorten dieses Geliilde zugleich mit der Totalität verseil wand , wurde es 
auf Piko's Peak (14,000-) noch fünf UiruiLcn lang nach Aufboren der Tota- 
lität beobachtet. Aeussersl auffallend aber isl der (.'instand, dass so gut wie 
gar keine Protube ranzen zu sehen waren. Alle Beobachter stimmen darin 
iiberein, dass nur eine, einzige gicssere und noeb eine kleinere am westlichen 
Hände des Mondes zu sehen waren. l'telessor llor.gb in Denver City ist der 
einzige Gelehrte, welcher die Oirumosiii ärc deutlich wuhr^cuomineD und auf 
2000 eng!. M. Hoho geschätzt hat. 

Professor Leck vor tiiuiel kaum Worte, um seine Verwunderung dar- 
über auszusprechen wie verschieden diese Reniiculiustemiss von deu in den 
Jahron 18(59, 70 und 71 beobachteten war. Die Erklärung sucht der eng- 
lische Gelehrte in dem rmstaude. d;is- das gegeuwäri ige Jahr ein Minimurii- 
jalir für Somiciillecke ist. während jene Jahre M im uniui jähre waren. 

Am widersprechendsten jedoch sind ilie speclroskupisclien IScohaehtiiugs- 
resultatft /.war ist die [.'mkchrutig des S;i L ,..truui3 mit dem Eintritt der 
Totalität fast von allen Astronomen bcoliach;.e.t vorden. Duch sind die hellen 
Linien, wie z.B. die beiden H.-Linien, die l'.-Linic und die 1474 (Kirchhof) 
nur ganz nahe der Sonno, also der Cbromospbäre augobarig beobachtet 
Horden. Das eigentliche Coronaspcctriiin ist ein coiitinuirliuhes 
mit dunklen Linien. Dies ist weiiigs-lcns .Jus rb-gebuiss, welches Professor 
Henry Draper als über alle Zweifel erhallen veikfnuligl und zwar sind es 
die gew Ähnliche iL Fraunhofers eben Linien des gewöhnlichen Sonilenspectrums. 
Das Lieht der Corona ist also relleciirtcs Sonnenlicht, wie dies durch die 
yon Professor Holden nachgewiesene vollständige Polarisation des Lichtes 
bestätigt wird. 

Wie sehen oben angeileiitet, bestellt diese; Gebilde h.-chstwahrschoiulich 
aus unzähligen kosmischen Korpe rohen, Meteoriten, die in grossen Spiralen 



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in die Sonne stürzen. Professur Neweomb erwiilud schon, dass ein solches 
kleines Körpcrcnen pro Kubikmeile genügt, am in dem von der Sonne aus- 
strahlenden Licbtnicore einen solehon Anblick zu gewahren, wie die Corona 
ihn uns zeigt. 

Professor titu lier isl jede-.-h der einzige Gelehrte ausser Draper, welcher 
die dunklen Linien wirklich beobachtet hat; die andern haben entweder gar 
keine oder nur helle lüm.ler gesehen. Sollte Tre-osf) Recht haben und 
Dr. Draper einen zu engen Spalt in «jnem Instrumente angewandt haben? 

Um genauer urtheilen zu können, müssen wir jedoch die Bearbeitung 
der direkten, spectroskopi sehen und polariskopisehen Photographien und Zeich- 
nungen abwarten, die in solch' nussorordentHciier Fülle gesammelt worden sind. 

Eine ganz neue Verwenden i_> fand die Sonuenfiusterniss, indem man 
während der Totalitat auf den intramerkurhilen Pinne' w Vulkan (Leverrier) 
fahndete. Derselbe ist denn auch wirklich von Professor Watson, dem be- 
kannten Asteroidenentdecker von Ann Arbor, Mich, und von Mr. Lewis 
Swift von Rochester, New-York, in Rawlins gesehen worden. Die Beobacht- 
ungen wurden unabhängig von einander gemacht. Watson sah den Stern 
als von 4'/» Grösse 2<k u südwestlieh von der Nonne; Swift beschreibt ihn 
als von etwas weniger als vierter Gwm: etwa ;!» südwestlich von der Sonne 
2' von V Caneris. 

Professor Lookjer ist uberzeugt, dass es sich hier nm einen neuen 
Weltkörper bandelt. Dabei hiebt es immerhin merkwürdig, dass kein Ge- 
lehrter einer andern !<K|iuditkui aen^di.nii wahrnahm, obgleich während der 
Periode der Totalität alle Stenn: sechster Cir.isse deutlich sichtbar waren. 

Was nun endlich die rcbei-einstimmen.; der berechneten mit der wirk- 
liehen Beobachtnugszeit anbelrill't, so idi.d nur sniirlielie Nachrichten bis jetzt 
darüber vorhanden. 

Professor Kaslmnn iiftiehtet von West Las Animas, dasa der erste 
Contakt etwas später stattfand und die Totalitat etwas woniger lang dauerte, 
als dies nach den IS i 'r.-< i iii:ni,<ic:i ;l .itte der fall sein sollen. Auch in StPau) 
fand der eislr i 'onükt eine Secunde si.iit.er als berechnet statt 

Eine interessante Nachricht in Bezug auf den vom Mond beschriebenen 
Weg schickt Professor Colbert von Denver, Col. Kr nahm wahr, dass der 
Mond scheinbar eine etwas si-dliehere Huhn einhielt. -,ih dies nach den Ta- 
bellen hätte der Fall sein müssen. Vielleicht, meint er. ist auch der Durch- 
messer des Trabanten etwas zu gross angenommen: vielleicht ist beides der 
Fall — 

Das Tasimeier, mit welehem Thomas Kdison während der Periode 
der Totalität experinienrirt.\ /eide iturh l'ndes-.ir l,ne.k v er eine ausserordent- 
liche Schärfe und Kmpriiid':irlik(-it. Km-s.dl.e ist. ..ins Vorbild von dem Hughes 
„Thcrmopile" und glaubt Helsen diimii ivf-nigntens Vsuiooa, vielleicht sogar 
'/»äartoo eines Grades Fahrenheit messen zu können. Jedenfalls hat dieses 
l:i:-tnu]ie:i: zuevil Uli: lie-;:i:u::it];eil i.i u:li gewiesen, dass die Corona nicht nur 
Licht-, sondern auch Wärm es trab! en aussendet und zwar ist dies schon in 
der Kntl'eüiiiti.u- vhi inehneen Gruden von der Sonne der Fall. 

Professor Newcomb, der Herausgeber der „American Ephemeris", ist 



*) Traut, NmJiw.iis .li;r Fr 



'rnnl;iii:'li.'hk,![( ,l,.-r Ki r.-Tili- rli.';i Erklärung: Act Ent- 
«Ii™ Linien im .Seiineiisi.MlruiN, L«|>zijr, Alwin Georgi. 



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jetzt in den Stand gesetzt dio Differenz zwischen den Mondtabellen von 
Hausen und Foirco /u reclilieirou und dadurch die Abweichungen zwischen 
den Angaben des britischen und des amerikanischen nautischen Almanacbs 



Was endlich diu Ui-ulü-.rjiiiiü- der ^m/.ea Krschoinuug selbst anbelangt, 
so wird nur von einem Punkte gemeldet, diu* die Dunkelheit während der 
Totalität so gross war, das; man bi'i künstlicher Beleuchtung ablesen musste. 
Dies war uatürl icher weise auf dem südJmhHen Punkte "des Coutinentes, am 
Lake Charles an der Golfkiiste LouisTana'a. Der Mond nahm daselbst eine 
stahlblaue Färbung an. In Denver City und anderen Orten wurdo dor Mond 
pechschwarz gesehen und ein merkliches Sinken der Temperatur wurde wäh- 
rend der Totalität beobachtet An einigen <i r |,. n linge:!. einer alten Tradi- 
tion folgeleistend, die Hähne au zu krähen, sobald die Totalitat aufge- 
hoben war. 

In Denver City, Col. war die Erscheinung die folgende: 
Iiis 1 Uhr Mittags war der Himmel klar und wolkenlos; um diese 

Zeit jedoch zeigten sich einig« Cumuli im Norden und Nordwesten. Der 
Zustand der Atmosphäre war ein änderst srü listiger zur genauen Beobachtung 
des Phänomens. Die Hachen Dächer der Häuser waren gedrängt voller Men- 
schen und namentlich von den näheren Gebäuden ans gewährte pb einen 
herrlichen Anblick, als der schwarze Schatten der Totalität über die Gegend 
dahinzog. Um 2 Uhr 20 Min. fand der erste Contakt statt. Um 3 Uhr 
hatte das Sonnenlieht schou ganz bedeutend ali^caummen und alles bedeckte 
sich mit einem fahleu Gelb. Bald darauf zog ein lii.s'.crer Schein herüber 
von Long'a Peak, welcher schon in dunkle schnitt-:] g'dn'iüt war. Die Sonne 
strahlte bald weit weniger Hitze aus, als vorher und die drückende Schwüle 
machte einer angenehmen Temperatur*) Platz. Iis wurde immer dunkler 
und dämmeriger. In kurzer Zeit hatte der schwarze Schatten die 75 Meilen 
von Long's l.'eak mich Denver zurückgelegt und in seinem Wege glich er 
einem grosseu Bahrtuche, das sich in südöstlicher Kiohtung über dio Gegend 
:li]:.Uv:1;:U:. Hin im herrlichen Gegensatz dazu bildeten die im Nordosten auf- 
gelhürmten Cumuli, welche im tcheu.-iOcn lloieniutli crgtän/.ten und einen 
Sonueuujitergang vortäuschten. Während der Totalität erschien der Mond 
wie eine grosse sclnvar/c Scheibe, die um einem herrlichen Lichtkreise um- 
geben war. Bald darauf erglänzte Long's Peak wieder im Lichte der partiell 
verfinsterten Sonne und auch Denver empfing wieder die direkten Strahlen 
unseres segenspeudenden Tagesgestirns. 



Der neue Heliograph des Astrophysitaiischeii Obsemtorrams 
in O-flyalla (Ungarn). 



1 U. 2:1 Min. III" F. (■!!,•., 

3 „ 35 „ I-'. (Ü7', 

4 „ SÜ „ 100» F. (117% 



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ratur im Innern des ]■ i.-rn rolvi^ (v.vlebc istdi v,m k"onk„]v's Iii Äsungen, im 
Inneren des Rohres r'w» die uinK^I'etiJe Lull seil«! eine Diilerenz von 
10 — 12» Celsius erreichen kann) — hat er ITir spezielle. Sonnenbeobacht- 
nngen ein Fernrohr krastrnirt, welch« auf seiner Sternwarte sonst zu 
keinem anderen Zweoke dient als stur Beobachtung der Sonne. — früher 
wnrdo daselbst die Sonne durch ein »e'.v.dmliehcs Steinbe-irschas Fernrohr 
von 4 Fuss Üronnweite und i" Hoffnung beobachtet, bei weichern ein ge- 
wöhnlicher Somwnpno/ktionfanpaia'. anstatt des Okulares au den Okular- 
auszug geschraubt wurde. Du, das Fernrohr auch zu anderen Zwecken ver- 
wendet wurde, war man ^r/.Hiiii^ri: Jedesmal den Projektionsapparat anzu- 
üofimulien »der abzunehmen je naeh den Bedürfnissen. Dies war aber nieht 
nur lästig, sondern man fand den Projektions -Apparat auch nieht stabil 
genug. — 

Das neue Instrument, ist seit dein ersten November 1877 in der öst- 
Uehen Kuppel der Sternwarte aufgestellt. Ks isl paral laotisch montirt mit 
nur Kill«']- «etheilten \H resp. Centimeier im nurebmesser hallenden 
Kreisen, den nöt.higcn Nonien, Lonpcu und CoirecfioiM - Se.hrauben. Ob- 
wohl alles dies (die Kreise nämliehj für den jetzigen Zwerk wegfallen 
konnten, wurden sie loch der Vollkommenheit des Instrumentes wegen bei- 
behalten. Das ganze Instrument steht auf einem soliden Steinpfeiler. Ks 
bositzt ein sehr gules Uhrwerk, mit Watl'sehcm Pendel und dureh Sebraube 
korrigirbarem Hegulutor. Das Uhrwerk (welches auf der Zeichnung nicht 
ersichtlich weil die- sxiter au hl- fertigt wurde als beiliegende Zeichnung, an 
welcher iioi'Ji das alte' Uhrwerk sichtbar ist) ist, so gross, dass es mit dem 
Instrumente nur spielt. Kh ist ein soldies wie es John Urowning für seine 
r, Iiis l'm'illigen Kemrohre baut. 

Nachdem wir jetzt die Aufstellung kennen gelernt liaheu, wollen wir 
zu llum iiliet^elien, wns am Inslvumeule neu isl: IIa- < ihji.;,-|jv ist aus dein 
n|,tisehen Inslitute v ,m Iteinlehler und Heitel in München, und hat eine freie 
Ocffnnug von MI) Millimetern; von Kuukoly hat diese Dimension hinreichend 
befunden, da die Sonne so lieht.srark ist, dass man kein grosses Objektiv zu 
diesem Zwecke zu verwenden braucht. Ks hat bei dieser Oetlhung 1 Meier 
21 cm. Brnnuweito und ist vortrefflich. 

Das Gerüst (denn mau kann es nicht Fernrohr nennen, da kein Rohr 
vorhanden ist) bestellt aus I Hau pi (.heilen, und 'zwar: 1) dem MittelstQck, 
2) dem Objektivträgor, 3) dem Okular oder Projekt iensliusensyBteinträger, 
und mit diesem verbunden: i) dem IVojektionsapparal träger. 

Das Mitlelslück bestellt aus 2 starken ScililMeclischeiben, welche in 
ihrer Milte eine sn presse ( »ell'unilij haben, dass durch seihe der ve.ni Ob- 
jckti\ -eliildet,,', Sirableuke^'l durchgehen kann, sie wirken also gleiehzeitig 
als lltaphiairmeu. Diese zwei 1'lntten sind durch (1 gedrehte Stahlhofen 
verholzt, mir, aussen liegenden M uil erschi ;nibi n. ausserdem ist, die untere 
Hälfte mit. I Millimeter dickem Stahlblech belügt, welches in der von der 
Declinationsaxo getragenen Wie^e Vir.ui, und mit ihr durch 0 Schrauben 
' " a ist. 



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am Ende mit Mntterscliraubsn zur Stahlplatte befestigt. Die oberen Kaden 
der Röhren sind durch eine runde Platte verbunden, in welche die Objektiv- 
fassung eingeschraubt ist 

Wegen der Länge dieses Theiles sind zwei Gegengewicht tragende 

drehungspunkt in einer eardanischen Aufhängung in der Mitte des Mittel- 
sh'iekes au<;ohracht ist. Diese Stanze ijelit .imvli .las Mittelstück gegen das 
llku'ar-ll:i(ii' dnivh und (ragt zwei nni Ulm LM'iUlIo Kugeln. Letztore ver- 
hindern in jeder Lage eine Durchbiegung dea Objektiv - Kopfos. Auf dem 
oberen Stück befindet sieh noch ein Laufgewicht um die vollständige Balan- 
cirnng des Instrumentes herstellen zu kennen. — 

Am unteren Ende des Mitlelstückes sind ebenfalls vier Rohrsireben von 
de'selinu I * lti n>r: hIhii lj lidesli^t w'w. ok'l], nur viel kürzer. Diese tragen eine 
Platte, an welehe:. der le^hien l.'e:d tirt.arhe ir. wegen, mit drei Zug- und drei 
Diurkscliiaulicn das okular mit sieuiem 'fliehe li.'MLd ist. Dieselbe Platte 

h-äm- anHi nach nnt.eu zwei Rühren, welche a ul.eren Kn.li- eben falls durch 

eine Hatte verbunden sind. In der Mitte dieser Platte befindet sich eine 
Axe, welche die l'rojectionsscheibe führt. Diese Asc ist die genaue Fort- 
setzung der optischen Ave. des Instrumentes. Der obere Theil dieser Ase 
tritst eine Scheibe ans Kupferblech von 22 Cm. Dnrchmesser und etwa 3 Mm. 
Dicke, auf diese ist ein Nnssbolzfonrnior von 1 Mm. mit etwa 400 Nieten 
ndo sind die beiden Platten mit eiuem Mossing- 
imen gedrückt. Auf diese* liob-foui-iier ist die 
PiniersMiiiiti-' auf^wo.Ltni, auf ivelctu.T das Set/ gezeichnet ist 

Die Scheibe lässt sich um ihr Centrum drehen, um die neklinataons- 
fiulen genau der täglichen Bewegung parallel stellen m kennen und ist mit 
einer Schiaula: versehen, damit- mau die a" usscrsleu Kein liehen heim Parallel- 
stellen ausführen kann. Iis befinden Bich an de.r Scheibe, 9 Antrittsfäden 
und Ileklinanonsfiidcn, wovon ein liiteiviill einer llf.ycmnimil ealspriefd.. 

Das projicirte (mittlere) Sonnen bild hat einen Durchmesser von 134 Milli- 
metern. 

Die Sonnenbilder sind Lei (li.'-äüiu Instramente viel ruhiger, als bei einem 
anderen Fernrohre, da nirgends eine Temperaturerhöhung eintreten kann. 
Nach /ehumcnatüidi.'m lieorarndu scheint es sich vollkommen zu bewahren. 

Die paral laotische Montirung des Instrumentes stammt aus 0. SchcMer's 
Werk blatte in IVion her, diu neue Instrument, saiiimi dem Uhrwerke ist in 
der mechanischen Wcrksiiitt,! der riiernwarie in O-i'.ivalla unter der Aufsicht 
des Coustrncleurs von Koukoly selbst ausgclührl worden. 

Im astropliysikalisrhen ' ibservatorium von ()-(iyalln sind jetzt in drei 
Drehthfirmen folgende 1 nsl t umeiite anfgestellt: 

1} ein Kellector von lO'/i Kol] Oeifnung, parall actisch mit Uhrwerk 
von .lohn Browning ia London, welches sich vortrefflich bewahrt; 

2) ein Refraktor von ausgezeichneter Leistungsfähigkeit, von 6 Zoll 
ncji'niiii«, fi Fuss Brennweite, von Merz, parallaetisch montirt mit Uhrwerk 
(Foucault'scher licgnlator). 

3) Der eben beschriebene Heliograph. 

Ferner i'in .Meridiankreis mil Pornrehr, von nahe 3 Zull Oetfumig tiud 
Kreisen von 50 Ceidinidcr, snwie ein Komeionsucher von 51 Linien Oclihung 
und kaum 3 Fuss Brennweite. Letzteres luslrumeut steht frei im Parke, 



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— 227 — 

unter einem Häuschen, welches ;in vier UjiJeni bei Ijclii-aueh des Instrumentes 
weilei-gesciioben wird. 

Au Spoetrut-Ap[iaiavn be^il/t Sterinviii'te etwa z-ehn Stück von ver- 
schiedener ConstruiSk-n V'in Jk'iv. im! üjwviiiiii;. misuTtiem Huden Bich liucb 
sehr viele kleinen' l'ei-mübiv. Uhren und Hunstig e ilili'sayparate vor. 



Die wichtigeren und interessanteren Doppelstenie, 
mit bissouderer berück siditigmig der schon in gewöhnlichen Teleskopen 
sichtbaren Objekte. 
(FDitutemg.) 
f und 5 Leyer (2382) 

KoctaBC. (ton t) 270" BB'. Dotlin. + 39" 81'. 
Ein sehr inteiessiinr.es Don'e]sti';-;iiir;ar. m-lehes zuerst von Flamsteed 
beobachtet wurde, ungleich ein sehr sehurfe; Auge unter besonders günstigen 
Verhältnissen t und 5 iu der Leyer deutlieh u'etiem.t sehen kann. Der Ab- 
stand beider betrug nach Jeu Messungen von Auivers im Jahre 1S62 208". 
Die Thatsache, dass jeder dieser b.-i.tuu Sterne wiederum doppelt ist, kon- 
statirte Christian Mayer, und Jnhn Herdebel fand im Jahre 1823 zwiseheu 
i und 5 in der Leyer neeh drei sehr licbtse.lnviedie Sternchen. Der Abstand 
der beiden Komponenten von * beträgt nach Dembowski's Messungen im 
Jahre 18(53 3 045"; die Distanz der beiden Srerint von 5 Leyer war in dem- 
selben Jahre 2*48" und scheint- Iniigsnm .ib/.imehiueu. Hei diesem Doppol- 
Btwne vermindert sieh auch der l'ositionswinkel ziemlich merklich. 

fi Leyer 
Ittolasc. 2SS1» 11'. Dokliii. + as° 12'. 
Dieser verä nde Hiebe Stern bat in seiner unmittelbaren Nähe mehrere 
Sterne von geringer Helligkeit, die ji'doeh nieht physisch mit ihm verbunden 
zu Mein sehoinen. Der hellste (7. Presse uueb Struve) bnt folgende Messungen 
geliefert: 

South IS-22 Distanz .I5-D31I" l'os.- Winkel 150" 1' 
Strnve 1835 „ 45-770 „ HO 48L 

Der zweite Begleiter ist '.>. Gressc und seine Position bestimmte South: 

1S30 Distanz -12" l'oj.-Winkel 321-8". 
Der dritte Begleiter ist 9. bis 10. Glesse: seine Distanz betrug nach 
J. Herschel 1830 etwa 45", der Pos.-Winkd 1&8". 

& Schlange (2417) 

RectaSc. 282° 15'. DoM. + 4" V. 
Schon von liradley getrennt. Der indbliiili!' fh;iE]i|sleni ist 4., der noch 
mehr gelbliche Ileghuter 4.2 llriisse. Di.i jehvliriir Kigenbewegiing dieses 
physischen Systems im liaimie iiei nn.di A igi-tumii-r li'llO". Distanz und 
l'os.- Winkel haben sii-h hin \i-:r.. nieht gi'i'.udt']-!, wie fuhjfiidii .Messungen /.eigen: 
Sonth 1822 Distanz 21b7<!" I'os.-Wiukcl 104-43" 
Struve 1830 „ 81-647 „ 103-84 

Demfaowski 1S57 „ 21-66 „ 104-00 

Engelmann 1863 „ 21-608 „ 103-38. 



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47 o Drache (2420) 

Ewlaac. 282» 10'. Detlin. + 50° 13'. 
Ein optischer l'oiiy'litoni, von Hcrechel am 3. Oktober 1780 zuerst ge- 
sehen. Der Hiiurilslern 1.6 firüssc ist sehr ^clli, der HegleikT 7.ti Griissf" 
und aschfarben. M-.m hat folgende Messungen: 

Sonth 1822 Distanz 2!>-!'lS' Tos. -Winkel 349-18» 
Struve 1832 „ 30-2G0 „ 340-55 
Mädler 1843 „ 30502 „ 344-24 

Dflmlwwski 1858 „ 30-901 „ 341-48 
1803 „ 31012 „ 340-G7 

n Lojer (2487) 

Ecctnac 387" Vi: DcUin. + 38° 54'. 
Gin hübseber, schon von Chr. Majm- gesell euer I >up| leisten 4. und 8. 
Grösse. Der Hauptstem ist blau. 

Slrave lKJO-Hi! Distanz 27-K'lf." 1W Winkel S4-%". 



pleiter 5.3 OiinsU ist li!*u. Kinu Sielliiiip.veriiiidej-iiin; des- letzteren deuti'n 

folgende Messungen nicht au: 

Slruvo 1S32 Distanz 34-205" IWWinkel 55" 43 7' 
Auwers 18G1 „ 34'3S3 „ 55 20-0 

6 Sohwin (2579) 
Roctaac. 395" 7'. Dallia 44" Vi;- 
Von Hersehel ;mi 20. Sept. I7S3 ;ils iiei!|'nlt erkannt. Der linuptstern 
ist 3. llrüsse und sjjiiülii-.li, d>'i' negleit,^ H. H in'issc- uint iwilifurbon. Zur 



< i ". der I'ositions- Winkel ;i 
aleitet: 
Jahre 



Zeit des Perihels 1004-10. 

9 Pfeil (2037) 
Roctnse. L100» 53'. Doklin. + 30" 30'. 
Dreifach; den nähern iiegleiter sah W. Eersohel am 8. August 1780 
zuerst. Der Hauptstcrn ist 6., der niilieie Iiegleiter S-.i, der entfcratc 7-1 
(.iröääi!. Stmvo gibt folgende Messungen: 
A und B 

1832-82 Distanz 11-105". Pos.-Winkel 326.71». 
A und 0 

1832-82 „ 70-080". IV- .-"Winkel 22tWA". 



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y Delphin (2727) 

Beutow. aOO» 6D'. Deklin. + 16° 86'. 

wurde bereits von Iiradley 1754 gesehen. Der 
Hauptstem ist -1. Grtlsse und naeli Hlrii\P goldireli). der liei.'lciter ,'). Grösse 
und grünblau, Distanz 1-J''. Xue.li Deiubowski's Messungen scheint die Distanz 
langsam aW.imolimon. Merkiviirdii; idt ili.'i' Stern deshalb, weil ihn William 
Heisuliel nfs weiss lie/eiebiiel. Lic^L liier ein Irrtlmiu vor uJer hat sieh 
die Farbe geändert"! 1 Diese Frage wird die Zukunft zu beantworten haben. 

61 Sehwin (2758) 
Ittclosc. 315' C. Doklin. + 38* 3'. 
ISeroits Bradley erkannte im Oktober 1751 diesen Doppolstern. Der 
llauptsLern ist naeli Ki.ruve 5. «rOsse, der He-rleiter ii. Crosse und beide sind 
goldgelb. Die Distanz, linul derselbe I il.iinlih-r ltlJS: I .vlil", den Positious- 
Winkcl Sic:!». l>eml>ow-;ki inasü IKi'.-J: Dislanz IS-:t7", l'osiiii.iiswinkel 
10D'5°. Kin« ileivei;i:ii^ des flegleitcrH um den 1 [ iiupt-l •.■rn ist unzweifelhaft, 
.liier eine Bahniiestimmiui!; aoeti uielii m.i^lioti. llnreli Hessels und genauer 
durch Struvo's Messungen kennen wir die l'aiallasn dieses Doppolsternsystems 
ziemlich sieller; sie ist 0-511" und daher die Distanz von der Eule 8 Billio- 
nen Meilen. Die Masse uiuhs jeiier.falls Heiner als die Sonuenmasse sein 
rou Gl Schwan botrfigt nur V»mi der absoluten 



Struve 1833-83 „ 27"677 „ 38-33 

1836-65 „ 28-007 „ 37-39 

Madler 1843(53 „ 20-884 „ 34-87 

Dembowski 1813314 „ "33*762 „ 27-04. 

v Schwan 
Boetan. :I18" 0'. Dakl. -|- Sl" IT. 
Hin dreifaches System. Der Hauptstorn ist 1.5, der nähere Begleiter 
ID., der entferatere 11. Uiüsse. Jener stellt in 12", dieser in 14" Distanz. 
Heide liejrleh.er sind sehmerige Objekts für kleinere. Instrumente. 

ß Füllen 
Rfctiisc. 318" SS'. DcMiö. + Ii" 12'. 
Dieses System ist vierfach. Der llauplstcrn ist, ä. linVse und hat einen 
schwachen Begleiter (14. Iiis IS. ("irf.Hso, naeli .Tolin llerfetiel) in 2" Distanz. 
Hin ebenso, sehwaelier Stein stellt naeli .1. flersehel in 
Distanz 40" Pos.-Winkel 314-4» 



Dislaii/. 50" I'us.-Winkel 278'0 



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ß Ccphous (2808) 

Ifectaae. 321' 42'. Dcllin. + 09» 5G*. 
Von W. Hersehel am 31, August 177!) als doppelt erkannt. Der Haupt- 
steni ist Ii. Grosso uurt grünlich weiss, der Begleiter 8. Grösse und blau. 
Distanz und Cos.- Winkel MM^eu nur guriiiErn \'crändcruugen. 

South 1823 Distanz 13-163" Pos.-Winkel 250-42° 
Stmve 1832 „ 13-574 „ 25030 

Dembowski 1854 „ 12944 „ 252'70 

3 Pegasus 

Rednac. 322" 37'. Dokliu. + 5° SB'. 
Voa W. Hersehel am i. Okloher 1 7Kü ;ils Doppebtern entdeckt. Der 
N^ipt-stcrti ist 6, Grosse. Der Begleitci 1 7.J (ir.'issn und beide sind weiss. 
Hin selmncs Objekt für ein 3" oder 4" -Objektiv. Man hat folgende Mes- 
sungen: 

W. Hersobel 17S2 Distanz :.!i-7-J" i'üs.- Winket MW 

Struve 1835 „ 39-146 „ 349-44 
Eugelmann 18Ü3 „ 30-129 „ 349-43 

e Pegasus 
Bedra 324° 10'. Dcklin. -f !>■ 18'. 
Der Hauptstern ist 2.5 Grösse, der H(^H.iti. r 7.S (in.ss h =. W. Hörschel 
hat diesen letztem zuerst am 20. November 1782 gesehen. South gibt 
folgende Messung: 

1825 Distanz 1D8-5" Pos. -Winkel 32-3° 



liedasc. 824" 25' Ddd. + 28" 5'. 
Der Hauplstern ist 4. ('.rosse und weiss, der üegleikr 5. Grösse und 
bläulich. Diesen sab bereits Biadlej. Die Distanz nimmt langsam ab 
während der l'os.-Winkel wächst, wie iolL-ciide M e:;.~nnL:en zoigen: 
W. Hersehel 17S0 Distanz' 0-927" Pos.-Wiukel 109*27° 
South 1823 „ 5-744 „ 11806 

Struve 1831 „ 5-557 „ 114-55 

Dembowski 1856 „ 4-508 „ 115-Ö3 

1802 „ 4-407 „ 116-40 

In 214" Distanz und dem Tos. -Winkel 5«-9" steht noch ein Stern 
7. Grosse, den sehen Chr. Mayer beobachtet hat und der wahrscheinlich mit 
H verbunden ist 

Anonyma im Cepheus 
Rectase. B2S' iV. Dekliu. + 55" 7'. 
Von W. Hersehel am 27. Se-ilc-nber 1782 entdeckt. Der Hauptstern 
ist 6. Grösse uud grünlich, der Begleiter 7. ürifssu und bläulich. . 
Struve 1832 Distanz 20*012" Pos.-Winkel 104-06" 
Dembowski 1857 „ 19-599 „ 194-43 

Bngolmann 1364 „ 19-68 „ 194*50 



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— 231 — 

£ Cephens 
Itoctanc. 329° 54'. Doklin. + 05° 65'. 
Der gelbliche Hauptstern ist 4.7 Grösse, der bläuliche Begleiter G.5 
Grösse. Strave fand 

1831 DiBtonz 5-600" Pos.-Winkfll 288-90° 

t Wassermann (2909) 



i und auch der Pos.-Winkel acigt starke Veränderung. 

Distanz 45G" Pos-Winkel 18-39« 
— m UM 

„ 4-989 „ 0-76 



Becta 



8 Eidechsi 
hc. 3.17° : 



DeklliC 4- 38" 53'. 



Ein fünffachn- Slent. Jic/^i^lnii'l man den T!aop[>lrrn mit A, die I 
gleiter der lttilie nach mit B bis I! so bat man folgende Angaben 
A nnd B 

South 1823 Distanz 22074" Pos.-Winkel 355-65° 
Struve 1831 „ 22-467 „ 185'GS 

A ist 0. Grösse, B 0.5 Grösse, beide glänzend weiss. 
B nnd C 

Distanz 28155" Pos.-Winkel 15517° 
G ist 10.2 Grösse. 



Strnvo 1 
Slrave 1 



B v 



1 D 



i-Winkel 181-65" 



Von W. Hörschel am 18. August 1783 als Doppelst* 
lliiu|'lsU-iii i~t O. (iiiisKü. d:T Hi-.L'li'iti'i 1 Ki-itr jt']iv.ai-li (12. ( 
Koutli fand 

1825 Distanz 72-07:1" Pos.-Winkel 10» 



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Dor HirapLätarii ist, 5.(5, der IWlciicr 1.0. Ms II, Ori*se, erfordert also 
ein liclit starte IVriihibi 1 um L't^ebuii zu wurden. Pin Pistiiuz beträgt bei- 
läufig 12", der Pos.-Wiukel ist 133«. 



Astrophysikalische Beobachtungen in grossen Höhen. 

•eben im Jalirc 1871 bat Herr l'rnfrsior Tai^hini zu Palermo 
agen auf dar Höh'.: iUü A-;:li:n asiniiioiiiini-hc liiMbaebtnugen anzust 
i] Falle eiaes yi"msii:;i)i lf-j?iillatfr? ein blribcnjpü mit dun erfoi 



Lil'.lll^LlI -.'l^llil.,!! llir llEl^i'stl'llleH 



4. In Folge der Bedeckung 
iliiei) der leuchtende ]!iu<; du 
■ klar und Hnu fast bis v. 



in es aelir schwache 



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der Sonne sehr klar und lie-ss ;n;i UiNkn'ise elvi- Aiire'e.iht rnregelmilssigkeiteil 
erkennen, nämlich kleine Urweiieiun^en im vier Ortuli, welche zu der ge- 
gebenen Zeit den Kndjuuililfti des huri/.ouialrn und verth-aien Durchmessers 



bild betrachtet Sehen :n:i d.™ sHiv.iiih.'i] i n =-nimr-n:.e beulten viele Einzel- 
heiten wie bei einr-r I "ro j i Lr ir.ii mifirbi des g:i-i?"'n Kel'ruktors der palcr- 
mitaucr Sterii'.vni'ii; gesehm ivertleu: es e-edaug die Zi k-li::utiL' eines blecken:; 
mit einigen sehr kleinen I'ue-kedn. und waren in dem Halbschatten sogar die 
feinen photosrihaiisedien S( v^mmi t^i-u zu iinlerscheieleu. Aufsteigende und 
rasch vorbeiziehende N'ebel bildeten bei ihrem Vorüberginge rings um die 
.Sonne eine llcilii' |>täcldiger liinge in allen Abstufungen der Farben des 
Speidiuiin, — ein i'liiiiniiiii'ii. vvehdies der Hih.i1 Felder in snloherr Sedionheit 
und tireissait.igkeit, auch nie gewinn) halte. N.icli wieder eingetretener Auf- 
hellung des llimmeds schritt man im- Imlerstudmiig des .Sunneuspeclrums. 
tjeberrnsehung hracliii' liier dir; grosse I i : i i i h i ' : t di r Linien und die gewaltige 
Lebhaftigkeit der die engsten derselben trenne:]] den farbigen Liehtbrüeken; 
das Ganze zeigte sied] von einer ausserordentliche]] Deutlichkeit, sodass i. B. 
die mittlere der Sodiumliuien, die iu Palermo schwer z.u sehen ist, sehr 
erkenntlich hervortrat 

Als en tv.il ckend schön wird von Tacdiini der Anldiek des gestirnten 
Himmels von der llergeshehe aus geschildert: die fiterue erschienen im 
ruhigem lilanze. die gresseien derselben hliukt.un wie Planeten und Sirius 
konnte liisi mil Venus u-rwcchsedl weailen; die' sel^nsten .-Ii in bilden- gewannen 
eine 1 ]] l»:liiv. eigenen Charakter ;einl ju-iiehtig -bllt-üi sieh Nebeilleeke Utld die 
Mi'.idk-tia-.-?e dem Anne dur. Diu 1 [ool«iuhtiu]g des Satnuis ergab trotz 
eines ziemlieh starken Windes ein sehr schönes Hiid und lioss die Besonder- 
heiten dieses Planeten bcst.cr als in Palermo erkemmu. Die Ruhe des 
Flatietenbildeä hei erregter Luit Ihd Taci.-hiui Kci^r auf, als es vielleicht 
bei anderen Beobiuditeiii de'; 1 Fall ui-wef-eii wäre, weil er schon in Palermo 

die Erfahrung gemaeht balle, dass (du reiner 1 roufiriiiirlitsher d. h. iu 

gleicher Direktion und Schnell! ejk.'ii. verharrender Luftzug der Anstellung 
brauchbarer Beobachtungen nicht hinderlich ist. Auf dem Aetna aber erwies 
sich der Wind als durchaus i:o:i1ii»iirlieh und in derselben Richtung bleibend, 
so dass auch bei starkem Liit't?(i(nne mil günstigem laf'.dg zu beobachten 
war. In besonderem Maassc machten sich die Yorthoiie des hoehgolegencn 
Standpunktes bei der Betrachtung der Venus gebend, ivekber Planet be- 
kanntlich wegen seiner starken Kcl'^i'iii-Iühi^keii nur durch sehr kraftvolle 
Instrumente Einzelheiten auf seiner Ol'erilüche erkeiiiien lasst und in mittel- 
müssigen Fernrohren nie klar und rein, sondern immer nur in verschwom- 
menem lind funkelndia n liilde sich zeigt, während vom Aetna gesehen er 

schon in dem kleinen Teleskope klar I sirahlrnlioi erschien und mau 

sogar am uflrdlichen 'finale' seiner 1'hase deutlich eine liingliehe weniger helle 
Partie unterscheiden konnte, die sicherlich einen 1-" L ■ ■ 3t i ■ 1 1 auf dem Planeten 
darstellte. 

Der Aufgang der Sonne fand hinter Welken statt, aus deren Umhül- 
lung sie bei einer Hobe von 10 Graden über dem Horizont hervortrat. 
Scheu bei solch' tiefem Stande üess das S[iei;trosku]i aufs Xene die wunder- 
bare Deutlichkeit der Linien im Speclrum wahrnehmen; die ChiomospliOre 



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-~ 234 — 

erschien vorzüglich schon und im Verhältnisse kii der Pdiwäclie des Instru- 
mentes mit reichem Detail; der Beobachter erhielt sofort die Umkehr des 
Magnesiums u»il der 1474-Linio was mit demselben Fernrohre in Palermo 
niemals or/ielt werden konnte. 



Hebelfleok-Beoliachtuiigen. 

Herr Wilhelm Tempel, der sich seil längerer 'Am. mit der Beobachtung 
von Nebelfleck -ri l.cschi' : .t'ii_'! . bal udängst Herri; l'rofessor C. A. F. Peters 
einige Mittheilungen über seine Ik'ebuehtungcn gemacht. Da dieselben ein 
iveii,e:-es Tuturoisf beunsj.ruciicn dürfen, bo möge hier ein Auszug aus den- 
selben, so weit es dem Zweck dieser Blätter entspricht, folgen. Herr Tempel 
schreibt u. A.: 

„Bin grosser Thei! (dieser Nebet) wurde schon von Dr. Dreyer ia seinen 
Sni,|ileme:it -i atabe.' aufgenommen und einige sind auch schon von Anderen 
früher aufgefunden worden ohne dass ich es wusstc. Dennoch glaube ich, 
die kurzen Ilcschroibungcn sind vielleicht nicht ohne Nutzen, um sie einst 
besser zu bestimmen und von anderen Nebeln unterscheiden Jin können, 
oder auch eine Yerände-echkcit daraus zu constatiren. 

„Es ist begreiflich, das.; iid: von vielen Uemerkungen über meine Nobel- 
sMzzpn vorderhand keine Mittheilnng machen kann, da nur beides zusamuieu 
publicirt von Interesse und Werth ist. Doch will ich nur einige beifügen. 
Von den HC Nebelflecken IL Clusse vniu älteren llcrschel. die seitdem von 
Niemanden ijeubnehtei. wurden, habe ich U wiedergesehen, es sind dies die 
folgenden Nummern von W. llersc.ho!, II. ('lasse: 32.84, 109,118, 152, 
IM, 2!>2, 2'tö, 44.-,. 50K, '■()!), r,3H. 5110 und OOli. I.'nl.er diesen sind einige 
höchst, interessante: II. !K. (Jen. Cat. 2388 = h 8(17 = 8(51?, ist von 
D'Arrest, — und auch von mir hier in Arcetri, — vergeblich gesucht 
worden, wo ich doch mit Anlici I den kleinen _Nchell'egl L iter von II 33,— 
der 14' nur nördlicher als II 32 und sieber 1. Classe ist, wie ihn auch 
D'Arre-l schätzt - ■ am 24. Jan. 7C aufgefunden habe med erst später nah, 
dass dieser kleine Begleiter schn:i früher von Lassell entdeckt war, und mit 
Hilfe der Chaceriur'sckei] Karte nach 11 32 suchte und ihn nicht fand. 
Später, 5. April 77 und 22. April 78 habe ich aber diesen Nebel gut ge- 
sehen und war verwundert., wie er mir früher hat entgehen können. Der- 
selbe ist. mud, III. ('lasse von 1' Durchmesser und stehl gegen 1-1." vor einem 
i.'liaenrnacYehi'i] Sternchen, das ad' seiner Karte in A.l(. = 1 1 1 ' 14™ 11* tf = 
+ 3"44' verzeichnet, ist. doch sind ganz nahe dem Nebel, ihm folgend, noch 
zwei feinere Stercchen. Im Gen. Cat. l'ag. 2C steht folgendes: „2388-= 
h 8r>7 — h 861? These are very probably tho same. But as, after all, the 
diflbrenea of the observed It.A's U snfiieicn! to tiave ntlmved ous to eaeape 
while observiug t.he other, so thal thev uiuv he dilfereut, and as moreover 
one is deserihed as „roand," and ttie öther äs „exteuded" Sinti« are retaiued." 
— D'Arrest sagt, l'ag. lf.8 (Nacht 228): Neb. Ii 867 iueonspicua, es 
errore nunieroruui prohahililcr orta. Erat um illanis, anraque defaeeatis- 
sima. Itectissime igitur Jnn. Horschelius: „these are very probably tho 



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same.." und Naclit lü-J: „Neb. Ii Sin non inventa. Snlendor Lonne for- 
tassis irapedimento "tat" — Dr. Ürevei sagt tum in seinem Supplement- 
Calaloge, l'ng. 392: .,a:i,-is to bc struek out. Lheru are hcre oulj twoNeüulao 
(Geil. Cat. 2381 and 2386)." — Also alle diese Bemerkungen fallen mm 
fort, denn der Nebel cyistirh es sind über nicht zwei, sondern vier Nebel 
uicLt weit von einander, wovon zwei i — II. Classe \\n<\ zwei III. Olasse sind, 
wenn mau den kleineu Ue^leitor von II 33 und Herscliel's II 32 zur 
III. Classe aufnimmt. Nachdem ich mm diesen I Irl gut kenne, glaube icli 
nicht dass der Nebel vciami.'ilich ist. Nui das Kuchen unter so verschie- 
denen lichtausstrableiLden Stenu-Iiea und uas Lngc/wis»'' des Ortes ist fürs 
Auge störend den Nebel gleich zu erkennen. Mut niuu aber die genaue 
Lage des Nebels zwischen uder bei gewissen StürnuJitni in Erinuoruug, so 
wird man auch den schwächsten .Nebel bei nicht ganz günstiger Luft leicht 
wiederfinden. Del Mangel an eingeibciltcn Kreisen und aller Mikrometer 
zwingt meiu Auge die umliegenden Sleineben als Leitfaden zu gebrauchen 
und llies bat zuweilen seineu Nutzen. 

II 84, Gen. Cat. ^K!!4, de. ebenfalls seit 11. von Niemandem beobachtet 
wurde, habe ich jederzeit gut grellen uml auf meiner Skizze von Mess. 100 
(Gen. Cat. 28001, daneben !:e-zeic!>i;e.-, oIük dass ieb es wusste, welch er Nebel 
03 sei. Derselbe hat nördlich ein feines .Sternchen 15 -lti"\ ist rund und 
der Helligkeit nach II— III. Classe. Aber auffallend ist es, dass dieser Nebol 
uicht vonLassell gesehen wurde der zwei Zeichnungen zu verschiedenen Zeiten 
von Mossier 100 gemacht hat, da II SS deich gauz nahe dabei ist und ich 
boide Nebel in demselben -rhfchle leicht seile. D' Arrest erwähnt nur, dass 
die zwei Beobachluiigsnächle für JIoss, 100 uiehl günstig waren, er hätte 
den Begleiter sonst gewiss gesehen. 

II 118, Gen. Cat, 3050, ist am südlichen Ende von Hess. 88 und 
wurde von Vi. llcrsebcl als getreiimer Nebel iienliuehtet. 1 1 loiehwie II. auch 
den grosson Nebel, Gen. Cat. DjCl— -ü:} in zwei Nebel tbeilt = I 56 und 

I 57 während cb nur zwei helle Knuten desselben .Nebels sind, ieb habe 
sogar drei Knoten skizzirt. die auch von Lasseil gesehen und gezeichnet 
wurden. D'Arrest hat am Orte des .Nebels II llfj ein Sternchen 14—15™ 
gesehen und meine Skizze zeiüt zwei nahe Sterne 13'" über welche der 
Nebel Mess. SS nuch weit südlicher gellt. 

II 109 (Gen. Cat. 2814) und II \CÖ (Gen. Cat. 279i) sind ganz nahe 
dein grossen Fiaeluiehul 1 :';,">. Gen. Cal. 2S0tl -- Ii 1148; der Letztere wurde 
uicht allein von so vielen Astronomen beobachtet sondern auch ton Vielen 
gezeichnet und es ist. buchst auffallend, djss diese beiden liegleiter von I 35, 
— die alle drei in einem grossen Sehfelde zugleich gesehen sind, — seit 
dem alteren Hersehel nicht bemerk; wnrdeu. 

Ich vermutbe nur, dass die.se zwei liegleiter jme Ilerse/helschen Nebel 

II 109 und II 105 sind, denn die Positionen im Gen. Cat. stimmen nicht 
mit dem Himmel fiberem, wühl aber die Ilesehreibung von dem einen, süd- 
lich vorangehenden grösseren Nebel 

Der Hind'sche veiüielerliebe .Nebel im Stier. Ich habe diesen Nebelort 
seitdem nur dreimal gesehen und folgendes mdirt: Nov. ü, 77, der kleine, 
als veränderlich bezeichnete, Stern gut 11"' hat. nie.bts .Nebliges mehr um 
sich. Am 8. Nov. fund ich einen nebligen Sehein von l'/i' Durch messe r, 
worin nördlich ein feines Sternchen aufleuchtete. Dieser feine Nebel war 



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etwa 1' südlicher und 15« dem veränderlichen Sterne vorausgehend. Der- 
selbe machte eil! ati]rii]i[n inkfiges Dreieck mit dem kleinen vei iL »der] ichun Sterne 
und (lern grossen südlich vorangehenden SLi-rnc. — Idi machte mir aufs 
neue eine Ski?™ und zeichnet« den lliiid'sel.en X-b.'l nach allen mir vor- 
bandeneu Angaben — auf 1855 redaoiit, hinein und sab, daas diese Posi- 
tionen nicht auf einen i'i:nkt zusammen kamen, se.üdern zwei nSrdlieher und 
zwei südlicher nahe ■.sein kleinen viT;'iji-.Jtrlii:f:<Ti M;ern« /.u stehetikommon; wahrend 
der Struve'sche Nebel mit meinem Ncbclsdieine. vom 8. Nov. übereinstimmt 
Meine frühere Angabe, als ob der Hind'.-che Ncbd mit einem der Sfern- 
hUufchen, nördlich nahe, verwechselt sein kennt», ist wohl nicht zulässig, 
da diese etwa iiTunJ 1 ii-Tun- sind als alle Angaben; nur die eine Position ist 
nieht weit entfernt vom uac»fd<_'endeii lh'iiit'chen. Am 12. Dec 77, bei 
reinem Himmel, sab ich kwi-l leine Sternciieii ganz nah« dem kleinen ver- 
änderlichen Sterne, aber keinen Nehelachein mehr, wie- ich früher so oft 
gesehen hatte. Ebenso war links am Nebelorte vom 8. Nov. kein Nobel 
mehr zu sehen, wohl aber zivei Sterneheu, das nördliche, war dasselbe das 
ieh sehon am 8. Nov. im Nebel gesehen und das südliehe folgte in unge- 
fähr 40" Entfernung. Alw beide Nebel, derjenige um den veränderlichen 



diese Sachen mit n 
daher dieser Hiud'f 

häufchen nicht als Nebel gesehen worden sind, wahrend nicht weit davon 
jo zwei Sternehen als zwei Nebelflecke» sich geneigt haben. Es muss also 
die Natur des nebligen Aussehens n;ir gewissen Sternen eigen sein, da ja 
andere feine Sterne). eil nieht-; Nebliges darbiden. Anderseits habe ich 
aber noch nie einen Nebel mit- Aiuici 1 gesehen, i:i welchem nicht mehr 
Oder weniger Sternchen aufe/ellimmcrl bäflen; viele Nebel, ja die meist«!), 
— wie meine Hciebninnren beweisen, — haben wgar in der Mitte oder au 
den Seiten ganz, gedrängte Stefnhüiitdien — en ininiat iir, — und dennoch 
lässt es sich deshalb nieht. bdiau|>tcii als wären die Nebel auflösbar. Ks 
bedarf wohl noch langer und vorsichtiger Iteobachliingcn nni über die Nebel- 
materie iu's Keine zu kommen und die z» schnelle Annahme gewisser Hy- 
pothesen hat die Untersuchung und Aufmerksamkeit zu einer anderen All- 
sieht vorweggenommen. -- Iis gibt ja viel« kleine gedrängte Sterubälifchen 
von äusserst feinen St.Ti.chi.'ii. die keine ritme um Nebel zeigen. 

Aus meinem Tagebr.obe i'illiie ieh noch folgendes an: d. Sept 77; ich 
hatte vor einigen Tagen mm «steil Male mit Amici 1 den drittgröasteti 
Nebel der nördlichen Halbkugel; (< ien. fat, :1;,2 -= b 131 = V 17 = MeiSS. 33 ) 
aufgesucht und flikliti» seine Knoten niel Neiielsriciteu skizzirt, nur um zu 
sehen, welche äussere tonn ich herausbrach le und wie verschieden dieselbe 
mit h. Kosss's /cicliiinng sein würde. Dil fand ich am nächsten Tage, dass 



Himmel: drei grosse Nehelkiideii i;ml eben giwsea, äusseren Nobel6treifen 
waren am Hinmiel inebr zu sehen aln L Liusse angegeben hatte, auch hatte 
ich sehr viele Sl.enicheu iiacl dingen können. Heute sehe ich null auch, dass 



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— a;i7 - 



D'Arrest's lionirrkuug über den Nebel III 15U, (ein nachfolgender Nebol- 
knolen vunMcsn. ;■]:(; nicht ri^litiir i;t, mn:i er nicuil, il'^ und h'aAngabo, die 
Entfernung von III 150 vom Ccutraluobcl von 20" sei falsch: einer meiner 
skizzirten Nebclkuoten, — der auf L. Konso's Zeichnung fehlt, — befindet 
sieh genau in 20' Entfern iini;, wenn ;hil1] ein noch hellerer Knoten, gleich 
einem Nebel [.(.lasse, in -11' l'i.l^t, den wiedeann H. und Ii. oiclit erwähnen." 
— Dieser eine Nobel böte also vielen Stoff für die Hypothese der Ver- 
änderlichkeit." 



Venniachte Sachiichten. 



von Ki.hlenHluh" in der Atnio.-|dii;.e der Sonne m spiee.lu-n schienen, llevor 
aber dieser Scltluss als Urtier hingestellt werden konnte, musaten noch zwei 
1-uukto erledigt worden. Erslrns. d;iss die <;eri..fclteu Hunden . die gewöhn- 
lich im photograniiMrliiui Hi.er.imm ,lr-s voltaisehen Iteens vorhanden aind, 
welche, je nach der f'luchtekeit des untersuchten Metalls, an Starke sehr 
beträchtlich variireu, wirklich lii-tidmi de. KohleustoDs sind. Dieser Punkt 
tat erledigt durch l'li..ilu!.'iu]iliir]i. wulcliir der gei;eiiwü rl iwn Mittheilung bei- 
gegeben worden, und in denen die liuielm Je^ Kohlenstoffs dieselben bleiben, 
obwohl das eine Spcetrum von Kohle in Luft, daa andere von Kohlo in 
sorgfältig getrocknetem Chlor gewonnen ist.. Her -zivile Punkt, der noch 
erledigt werden tnusst.e, war. dass keine Versdiichims in den Kohlenatoff- 
handen eintritt, wenn der Thei! den Üeyens, der pbotographirt wird, nicht 
genau in der Verlängerung der Aie des Collimators liegt. Herr Lockver 
hui nun eine Phetoimil'lue eriiallen, vclr.he diesen Bowoia liefert. In dor- 
nelbcn liegen neben den Kohlen^lfhanden Jl.'tuliliiiicn. welche Verlänger- 
ungen der Fraunhofer'schen Linien bilden. .Ii..' Riefen des Kohlenstoffs 
haben somit gleicbfilis keine VerHcbMiung erfahren. Die einzelnen Linien 
in dem hellsten Tlieile der Kiefen im LHiraviolet sind absolute Verlänger- 
ungen einer leinen lieilie von l'riLiinliniWWheii Linien, in denen der wunder- 
bare KhythmiiB der lientandthcile de: E{it>1V>n vollkommen erhalten ist. 

Angstrom hat bereit* ^ewigr-, d:>.- die eigentlichen Kohlenstoff- Linien, 
welche wir erhalten, wenn eine Hülle nder l.eydener Flaaoho (zur Urzeugung 
lies Kohlen lieh len} benutzt wird, in drin Spectrum der Sonne nicht umge- 



kühn sin 


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Temperatur. 


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■ i a'.VJ 


3 Umkehr. 



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Der Gedanke, deu ich vor einiger 'Ml aus<-es|>roi-,lien, dass die äussere 
Atmosphäre der Sonne (und in ügli eh erweise die ZiisammenKet-'.ung der äus- 
seren Planeten) mehr meialloid als melallbeli ist. wird durch diese lleob- 
achtung gestÜM. (Proeeedings oi Ilm II.u-ul Soeietv Vol. XXVII, No. 187, 
p. 308. D. Natal*. No. 35.) 

Kleine Planeten. Von den in diesem Jahr« entdeckten Planeten er- 
hielten folgende vier bereits einen Namen: I«» i^aiiimna, 184 Oojopeja, 
185 Eunike, 186 Celnta. Als neunto diesjährige Entdeckung wird ein Planet 
zwölfter Grösse 188 von Peters in Clinton gemeldet, dessen Ort so augega- 
ben ist: 26. Juni Reetascension IS* 37" 1 
südliche Deklination —10" 8' 
tägliche Ifeivi'^nn.L; und Deklination +B' 
Von den 188 kleinen Plam-Ien sind 5ii in Amerika, 5 in Asien und 127 in 
Europa entdeckt und 36 bisher nur in einer Krscheinung beobachtet. 

Elemente des Kometen von Swifl. Dieser von dem genannton eifrigen 
Freunde der Astronomie in der Naehl vom 7. zum S. Juli entdeckte Komot 
ist in Europa nicht gesehen worden. Aus drei Beobachtungen des Herrn 
Peters hl l.'lid.ui hat Dr. Hololselu-k Hd-eime Balm abgeleitet: 

Dureligaug durch .las Perihel 1878 Juli 21. 26 26 mittl. Herl. Zeit 
Länge des Pcrihels 280" 19' 51" 

- aufst Knotens 1Ü2 18 23 
N.'iL'iiii!.' der Bahn 78 0 50 

PeribcldisUuz 1-3908 
Hiernach stand der Komet 

Sept. 1. in 14 h ö5*3'" Rcctascens. und — 56« 38*2 Dekl. 
Sept. 17. - 14 59-1 - - — 02 105 - 

Der Doppeltem 99 Heroulis, den Herr Alvaii Clark 1859 Juli 10 mit 
einen Refraktor von 8'/i" '»ell'uung eutdeekte, W neuerdings von Herrn 
Huniham mit dem 18'/ ; zollu;en lieliaklor des Dearborn- Observatoriums 
beobachtet worden. Herr Dawes fand 

1850-63 Distanz 1*70" l'os.-Winkel 347-2« 

Herr liurnham dagegen 

1878-46 Distanz 0*99" Pos. -Winkel -24*4 

Herr Uuruham macht auf die sehr rasche Veränderung des Positions- 
iviukels aufmerksam, die uii.liey.ii 2" pro J;ilir beim;; und liebt hervor, dass 
es withtig ist, den Stern sorgfältig zu messen. Der Ueglfitar hat 10-5Grösse. 

Der Planet Venus ist von Mitte Oktober 1877 bis März 1878 zu 
Washington mit dem grossen Refraktor beobachtet worden. Die Helligkeits- 
abnahme lings der innern Liohtgrenze wurde so gesehen, wie sie von den 



nahe der Mitte des hellen The 
in derselben Lage, ohne scheinbare Bewegung, so dais Herr Prüf Hall ihn 
für ein subjectives F " 



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— 289 — 



Mtollunj; der JupitornniOTidi} im IicxeinlHT n 


n i? mittl. öreenwicher Keil. 






Phasen der "VerfThsterungen. 


L 




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3- .4 


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3.3- 


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1 .4 



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" PlanetenateUung im Monat IlBzembei 1878. 



* ;,!!■!;[ 
,■; an-,:; 



I 2 23 OM I +12 17 ?.: 
3 22 6-47 19 IS 81 
| 2 21 27-73 +12 11 i 



5 10 16*7 19 21 1 



■ -10 (fi 1701 
1!) 17 46-0 

18 -f.', :,:>■•> | 



Quadrath mit dor S.hhu:. Du*. K. Ilclur in. ^lat.iKcnJüi Kautel,. Des. 21. Üb 

Mar« mit dem Mcii-l; in r„„i Ii.,:, in K^w^i..,, TV/, 21. III Soiinu tritt in 

iliis Kmi;Ii™ ilca .Sti.inl.i'i'l^. Witit.-raiilaii);. IV/ 21. 17'-' Jl. rV.ur ira Fot-ihd. l)i:i. 
23. lDi Merkur mit iL -'IhiJ.' :n ( , ..i-.iur..;li.m in lu\'ta M ,.:i..i,iii. Dm, 23. 10t Vorn.» 
mit lim Mumie in f -n i i;m-(f- m :n l^-.l:i«i---ni,i- .n. Iva. ü:l. l:it llcrliiir mit Venu» in 
OnjuiMcien i„ ILi-ct im. .M.ikur 2" -J1C n.inll. von V-ulii. IJ«i. 25. 17" Merkur 

in unten-v (Tunjumrlii -n Iral >I<T ^Tilii'. l.VZ. Iii!. J 1 1 | ■ i ( ■: r mit .Sun Mundo in Conjunc- 
tinn in Hi'i'EiuwL'nsiim. IV/. '-','). 7-' Sii.liirn jnil. rim V.m.i.' ::i I '..iijiui.-l.i..ii in llei-Lu Elision. 
(All? /j!itiin(:ahcii lüitli iiiii.tl' ivr Hirliner Zeit) 



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SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 



ifliHmai * alle Fremd il FOrtsrer (tr HimtlitiMe. 

HeumBgegelien unter Mitwirkung 

hervorragender Fachmänner und astronomischer Schriftsteller 

von Dr. HERM. J. KLEIN in Kols. 



Sie Satelliten des Mara. 

Von Herrn Prof. Hall (irtiicltiiii wir tlcs:-cri dMinilivi* liearbcitnug der 
Beobachtungen der Marssatelliten*). J>us Nülicrc üher die Entdeckung seihat. 
ist den Lesern des „Sirius" hinreichend bekannt Die Babnolemonte sind 
folgende: 

1. Deimos. 

Enodic 1877, AiiRiist mittl. Green*. Zeit 
Uml;iufsiiei-ii)(!e 1 : ! 2(i2-12'l = :ti'i l 1 7'" 53.81]" + 0.985" 
halbe grosse Ase der Halm - - -i- 0. "0118 
Excentriätät = 0.005741 + 0.0004898 
Neigung der Itahnehenc gegenl _ r 

die Ebene des Aequatora J — 60 00 '' I Aeuuator 
ltectase. d. aufsteigenden Kno-1 | 1877. August 

tens auf dem Aequator I™ 40 a -' l 

Knoten = 40» 5S.G'±5« 4.98' 
Winkel ab. (and das Satellitenl 
vom Knoten zur Zeit d. Epoche j = - ij ' 3ü -° ■ 
a. Phobos. 

Epoche 1577. AiiKiui as.') ruiUl. <lrccnw. Zeit, 
ümlaufaperiode 0 a 3189244 = 7 l 39° 15.07' + 1.123- 
halbe grosse Axe der Bahn = 12,9531" + 0.0142" 



*) Observntiuna and orbits of tlie Satellites t.f Mars wiih Datc Cor Eplicdieridea in 
1879. By Asanb Hall, WaBbiueton 1878. 



Hxcentricität =^ 0.1132070 i 
Neigung der llahuebene ge 
die Uboue des Aequator 



101407 

'} = 36° 47.1' I 



Aequator 

^Ti^™"}-«' 13-3'1 1S77 ' AagBBt ^ 
Knoten = 45° 30.4' H- 2» ll'.lö 
Winkolabstand dea Satelliten! 
vom Knoten üurZeitd. Kpucliit J ~ ' 
Die Babuebentii Ii-jUit SlIuIUIi']] Mkn si>hr nah« mit der Ebene des 
Marsüquators zusammen. Die Balm demente der beiden Monde sind ziemlich 
genau, nur beaüglirh der [;niliUiiWitr:i «erden ii<'ub;iolitiingua in einer an- 
dern Opposition besonders wüiisdii'nsu'url Ii sein. Diu Kii-riitricitSt der Balm 
des Heimos ist so gering, dass diese Dahn fast ebenso gut als kreisförmig 
■ angesehen werden kwin. 

Die Masse des Mars findet sich: aus der Bewegung des 



3078456 + 10104 

imMittel 3093500 + 3285 
Herr Professor IbÜ hui siinimtlifilie übrigen bekannt gewordenen Beob- 
aehtuugeu der Marsinoude mit den l'ositiouni, u<dolu- 'Ii" obigen lialm- 
elemente liersi'lhpii ergi'bt-ri, verglichen. Kol^iidi: T.il'i'l t-ti-liiilt eine voll- 
st iiiuÜL'e ZuSiinuiienHli'Uniig der leiten aller Beobachtungen beider Satelliten. 





Fernrohr 


Doimon 


P h o b o a 


Wellington 
(A. Hall) 
Cambridge IN. A.) 
([,. Wallle) 
Gkagor (X. A.| 
(ITenry B. Pritdictt 
Tiilkuivi 
(Wdgn.r) 
Lata Riss (England 

SUemngton (Irland) 
(Wcntwortli Erck) 

(Geb^Nnr)) 


2G" Refraktor 

ton Clark 
15° Refraktor 
von Xirz 
12 Itcfrnktor 
vo.i Clark 
15 ■ Refraktor 
von Merz 
18" Silbcrspiegel 

7'/," Refraktor 

12™" Refraktor 

40" Silborapiegel 


Aag. 11 Iiis Okt. 31 
Aug. 23. bis Okt. 5. 
Aug. 88. bis Sept. 28 
Sept. 5. bis Sept. 25. 

Sept. 8. bis Okt. 2. 
Sept. 5. bis Sept. 29. 
Au«. 35. 


Ang. 17. bis Okt. 15. 
Scpt 4. bis Sept. 2». 
Sopt. 7. bis Scpt 23. 

Sept. 28. 



■) Der BmWlit.-r hat '1:1- Ol.j.'ktiv < 1 1 1 1- . -1 n i in.-:i i'ivi.vl i,;n. Anschnitt verkkwrt. 
io dans nnr eine Flit-u- 1'ivi lilniii. iliu .in liiü f sc .l.'ii. nirfM ..■ir.n.i sroisfuniiigon Objüktiva 
roa 4',," Diircbiuessii j,-]tiit] Uinnil. du.-. St:.Tiii; Iis ]ü.5 (irüsso icigt. 



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— - 243 — 

Die Distanzen der Moni; Y'Uli M:l>l|iiiijkte des Mars sind für Dcimos 
14500 Miles (3150 Meilen), für Phobos r.SOO Miles (1300 Meüen). Die 
Grösse der Satelliten ist nii-lit genau bekamt, mir ist, vidier, dass Sie unge- 
meiu klein sind. Eine phol emet ri seile iiestimiuutig derselben hat Professor 
Pickering, Direcior deü lli;rv:ird-< .'b-.'naloriuuis, versucht. Er findet den 
Durchmesser des Doimos ti Miles (\': s Meile), den des l'liobos 7 Miles 
{l*/s Weile). Herr Wentwiirfli F.ivk- ir. Irliuul knir.jut auf Grund einer photo- 
metrischen Schätzung zu dem Ergebnisse, dass die Durchmesser etwa 14 
II lies i;i Meilen) betrag!: niegui. 

Aua Vergleich im gen des äussern Satelliten mit einem beineli harten Fis- 
stera, welehe von den Herren Professor Eustmiiu, Frisby, Skilmer und Paul 
am 17. August an einem iH'szülligen Clark-Refraktor angestellt worden, 
sclitiesst Herr Pmf. Hall, dass Heimos in der Oiiiiosit.ion und in seiner 
Elongatiou, als Stern 12. Grösse naeb Argeiamie.rs Skala erscheint. Eine 
genaue Bestimmung der sehriuliarrn Uelügkeil dieses Trabanten ist von 
Interesse, weil sie Schlüsse über die künftige .^irhiiiarke.i! desselben gestattet 
und auch einiges Lieht über die I-Yiigc zu verbreiten im Stande ist, weshalb 
der Satellit nicht früher gesehen worden, Herr Prof. Hall hat deshalb die 
Beobachtungen Uber die SichVxirkei: e'esselbeu v.-:<<:iend der Opposition von 
1877 sorgfältig gesammelt. 

Wie bereits erwähnt sah Prof. EastmiLu den äusseren Mond am 21. 
August mit dem Ü '/j'.olligHi Aeii'.nuoriul der Washingtoner Sternwarte. 
Ebenso in der Nacht des 28. August, der klarsten Nacht während der ganzen 
Opposition. 

Am 1. Oktober sah Herr M. Paul den äusseren Satelliten, mit ver- 
schiedenen Vergrösserungen, sogar bisweilen gleichzeitig im Gesichtsfelde mit 
Mars. Das Objek-jv des bouutitir. 'Mf-sküfs h.it tl.ö' Oelraung und ist 
von Clai'k 1802 überschütten wordeu. 

Prof. Watson zu Ann Arbor sah den Trabanten am 20. August, in 
dem diffusen Lichte, welches den Mars umgab. Er schätzte die Helligkeit 
gleich der eines Sterns 12.7 Grosse. Am 2., 3. und 4. Sept schätzte er 
die Helligkeit dieses Trabanten gleich 13. (misse. Der Refraktor bat 12'/;" 
Oeffuung. 

Die Militär- Akademie zu West Point besitzt, einen lOzolligen llefraktor 
von Eitz, dessen Cläser ('link ebenfalls überselililVeu hat. Die kleinsten 
Sterne, welche dieses Fernrohr zo-igt, sind 14.2 Grösse (nach Argelanders 
Skala). Prof. Holden, der au diesem lnstrumeuto den äussern Mond 
beobachtete-, schätzt ihn auf 13.5 Gr. 

W. Burnham zu Chicago, schätzte am dortigen ISzolligeu Clark- 
Refrakfor den äussern Mond IS. Gr., den iuaern dagegen beller. 

Unter Beriicksicliiigung aller Umstände kommt Prof. Hall zu dem Er- 
gebnisse, dass der äussere Mond 12. Grosse ist, der innere dagegen aber T / f 
GrOssenklasse heller. 

Prof. Hall hat eine Tabelle berechnet, welche die Helligkeit dieser 
Monde für die Mars-Oppositionen von 178:1 bis 1 K71> enlhält. Als Einheit 
ist dio Helligkeit des äussern Mondes am 1. Oktober 1 H7 7 genommen, als 
derselbe mit dein 9.6" Aequatorial der Washingtoner Sternwarte beobachtet 
wurde. Nachstehend folgt diese Tabelle, in welcher auch die Deklination 
des Mars zur Zeit der Opposition enthalten ist. 



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— 244 — 







lMlinatitm | Bemerkungen 


1783 Oktober 2 


1.12 


—0.7» 


\V. Hörschel 


Siptember 2 




—14.3 




181 j i tktobor 17 




+6.7 
—5.9 




l*:in Si-pwinbar 13 


1.27 




1843 Juni 4 




—25.3 




1845 Angnst 18 




—19.4 




1847 Oktober 23 


0.86 


+13.8 




18G0 Juli 22 


1.21 


—27.5 




Si-])t(!mber 29 


1.13 


+1.9 


d' Arrest 


iyii-1 November 23 




+23.8 




1875 Juni 28 




—27.7 




1877 August 11 


1.14 


—10.2 


Datum der Entdeck uug 


September 2 


1.35 


—11.9 




Oktober 1 


1.00 


—12.5 




„ 15 


. 0.75 


—11.3 




n 31 


0.52 


—8.9 




1879 Oktober 10 


0.Ö3 


+18.4 




November 4 
„ 29 


0.73 
0.56 


+18.3 
+17.2 





Professor Watson's Brief über die Entdeckung intramerkurialer 
Planeten. 

Herr Admiral John Kodgcrs veröffentlicht zwei Schreiben, das Eine von 
Herrn Swift, das andere von Herrn Watson über die Beobachtung von 
Sternen gelegentlich der lrrt/le» M'.mni'ntinstfniisä, wi-iutie als intramorkuriale 
Planeten angesehen werden können. TUs -Hi-tn i. iti. i: Herrn Swift ist don 
Leaern dieser Zeitschrift bereits bekannt. Was Herrn Wataon anbelangt, so 
bat derselbe in einem fiiih^rn IWiuü die ful^rLiden l'.isitioiiea zweier Ob- 
joklt! a:ig<!gt>beri, die er für Planeten hält: 

1878 Juli 29. Keetnsc. DekL Grösse 

5 h 16'" 37" mit.tl.Wash. Zeit (a) 8" 27"' 43' + 18° 16' 4'/i 
5 17 46 - - - |b) 8 9 18 + 18 3 4 

In einem zweiten Briefe (aus Ann Arbor vom 13. August) druckt sich 
Herr Watson in folgender Weise aus: 

„Ich bin nun in der Lage genauere Auskunft in Bezug auf meine Be- 
obachtungen eines supponirten neuen rinnet™, wiiliivnd der letzten totalen 
Sonnonfinsterniss zu geben. Der Ort, den ich in meinem früheren Schreiben 
aus Denver, Colorado, angab, war aus Schätzung an den Eroisen abgeleitet. 
Ich habe sorgi;iliij;e AUr^injin i;.jmactit, sodass ich nun im Stande bin, 
den Ort des J'laiiuit'ii mit uiiiehnlMier Genauigkeit zu geben. 



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— 245 — 

Der Teleskop, dessen ich mich bediente, war ein ausgezeichneter 4zÖl- 
liger Refraktor von Ahm Clark & Sons, äqiiai.ei-cal au:i;. sMIl mit oiuem 
Okulare vuii J ,) iimtiiT Vergifis-sernni;. l"i spi-i'mgliiJ) befanden sich keine 
Kreise ,u: dem Instrumenta iui'1 ich b:achte di--]ialb solche visu hartem Holze 
daran an. Der Stumlenkreis Int 4 3 /,, der lleklinaliouskreis 5 Zoll im Durch- 
messer, Auf die.ir liolzkreise klebte ich andere von Cartonpapier und brachte 
Zeiger an, so dass ick mittelst eines scharten ÜleiMiites die jeder Lage des 
Inst! ijQit^tH entsrnvclieiute l'u.^iuin] bi'Zi '.ch nen konnte. Man darf diese Me- 
thode iu Bezug auf (ieiiaui;<koit ni.:lii mit der. Angaben lictbeiltcr Kreise ui:d 
Verniers vorgleiclieu, aber sie hat den Vo-rtheil, und im gegenwärtigen Falle 
den sehr wichiaüei!, die Unsicherheit zu viüjiiuijcii, welche aus feblerhaflcr 
Ablesung der Kreise eiilsiiriniir. Die Maikiriit^en keimen in wenigen Mo- 
menten gemacht werden, die .\lil' , -U[im , ii dangen ri j ■ iLt i - f und in aller Ruhe. 
Vor Beginn der Fiusteinlss wurde die Auisi-dhn;; des A i^juaioiials sorgfältig 
gemacht, so dass der von dieser Seite aus in befürchtende Fehler nur sebr 
klein sein wird. Ich durchmusterte nun die Regionen östlich und westlich 
von der Sonne, von 8» bis 11° Distanz, doch gewahrte ich keinen Stern. 
Un in ittelbar nach der Totalität begann ich Durchmusterungen östlich und 
westwärts, von 11" Distanz von -ler Sonne ab. Die erste Durchmusterung 
fand statt gegen Osten. Bei der fünften Duichmii.teiniiy fand ich zwischen 
der Sushi« und 3 im Krebs etwas weiter südlich, einen Stern von 4 Vi Grösse 
(ine ich gleich sehät/.le). der stigleid] in Fc^e seines allgemeinen Aussehens 
meine Aufmerksamkeit auf sieh zog. lisli halt.! die relativen Positionen der 
Sterne in der Nähe der Sonne, dem (ledaclitnisse ein^ern-agt und ausserdem 
dia Karte der betreffenden Kegion entsprechend vor mir ausgebreitet um 
sofort jode gesuchte Auskunft zu erhalten. Das im Gesichtsfelde des Fern- 
rohrs befindliche Objekt erschien mir. intensiv r.ithlichem Lichta und hatte 
eine Scheibe, dn> sicherlich L. r rüiier war ;ds die falschen Scheiben dar Fix- 
sterne. Ich bezeichnete die Position desselben an den Papierkreisen und 
notirte die Chronometer - Zeit der Beobachtung. Sie ist mit a bezeichnet. 
Der Ort der Sonne wurde, wenige Minuten vorher notirt und mit s bezeichnet. 
Nachdem ich die Aufzeichnung gemacht hatte, braehle ich mein Auge wie- 
derum an das Teleskop und land, dass keine Veränderung der Lage statt- 
gefunden habe. Ich bemerkte forner, dass das im Gesichtsfelde befindliche 
Objekt keine Verlängerung zeigte, wie man solche etwa bei einem Kometen 
in dieser Lage erwarten konnte. Die Durchmusterung dos Himmels wurde 
fortgesetzt und sclilicsslnJi brachte iah ein Objekt in das Gesichtafeid, das 
ich als t im Krebs vcrniiss. t y. < ■ ■ , obgleich es viel heller als i im Krehs er- 
sebiau, den ich näher der Sonne, anfangs der Totalität gesehen hatte. Ich 
notirte seine Position an den Kreisen mit der Bezeichnung (b). Bevor dies 
vollendet worden, war die Totalität vorüber lind ich wandt« mich iu Prof. 
Newcomb,- der iu der Nähe heel.iehlele. in der Jtoflining, dessen grösseres, 
mit getheilton Kreisen versehenes Teleskop, auf das zuerst gesehene Objekt 



Beobachtungen unmöglich waren. Datier kennte ich mich selbst auch nicht 
überzeugen, eh nicht eiu Wiudstoss das Instrument gestört habe, bevor ich 



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i Inklination gänzlich 
. Vor demWiiiil:' \v;li- 
iclifltzi. Die Ablesung 



Die Oorter der Sonne wurden wieder nmrt in {F-igneten Intervallen, 
ao dass dio Position Je; Sterns {<:), von dem ich glaube, dass er ein intra- 
"if.l.iMsl-r lUip.t ii.il B*;.i-; «<il .1» ,-ti.i. r—tnumt f. >B Im'' 

Nach meiner Rückkehr nach Ann Arbor habe ich die Papierscheiben auf 
einen gradnirten Krris aulVe/usicn um! indem idi sie mit Hilfe eines Zeigers 
so legte nie es bei der Beekn-hru,!; .!«■!■ Füll war, nahe ich die Positionen 
at>gelcM>n. Die folgende Tafel enthält die Mitfei aus je 5 Ablesungen: 
Ubrzoit: Bcob. Objekt: Kreis-Ablesung; 

■V< 30" 50» Sonne 168» 16-3' 

4 48 56 Planet (a) 103 50-« 

4 50 5 £ Krebs (1) 158 495 

4 55 10 Sonne 164 24-6 

5 4 50 - ■ 161 53 3 
Die drei Vorgloichungou von (a) mit der Sonne, geben: 

1'lanet— Sonne. Itectaseeiisions-VuT.ejsdiied. 



DeMiu. -f- 18» 38-4' 



gestattet war, erschien es nicht ausführbar, das (Jkular zu wechseln um den 
fraglichen Srern mit slärk'e.rer Vergrößerung zu betrachten. Er war sehr 
viel heller als * im Krebs und sein Lieht entschieden roth. 

So weit dio Erinnerung an sein Aussehen im Fernrohre mich befähigt 
zu schliesseu, bin ich der Atisicht, dass der Stern jenseits der Sonne stand. 

Der mit Qi) bezeichnete Steru, welcher als t im Krebs angesehen wurde, 
war nach der Bestimmung a:i '!eni i'ii|>i erweise 0° 35' südlich von der 
Sonne. Wenn ilas Teleskop durch einen Windstoß, vor Ablesung, ^eslürt 
worden ist, wird dien: Kh'inuu; lHdi<;lidi di,. Iti-daseeiiHien betröifon haben, 
da die Bewegung in Deklination ziemlich fest geklemmt war. In Bezug auf 
den Stern (a), den ii-h ;ü? den gcmelden l'lr.tieteu betrachte, ist, ausser den 
unvermeidlichen Ecobachtungsfeblern, keinerlei Ungcwisshcit vorhanden. Ich 
halte den angegebenen- Ort bis. auf 5' iu Bogen für sicher. 

Ich hoffe, He veruuiiisdea rine wuuue Untersuchung der während der 
Tetiilitiil erluilteren idk'ti'grajihisdieii Pinnen. E-.i wäre mcglich, dass sieh 
in der angegebeneu Hegi™ eine Spur des Planeten fände. — Inzwischen 



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- 247 - 

zweifle i ■. ■ 1 1 nicht., ilnss Sie mit. mir der Ansieht sind, dass die oben detail- 
lirton Beobachtungen die Existenz eines neuen Siems in der Nahe der 
Sonne feststellen, vielleicht sogar von xweieii." 



Sei Mond 

und die llcschnircnheii uiiil GcKtaitiuu: seiner Ober Hache. 
v„, Edmund Neison. 



bedeutender Tiefe und Flache «inrt, dann als kreisförmige, wenig vertiefte 
Eiusenkungeu, die sich unmerklich (■lim: wahrnehmbaren Hand unter die 
umgehende Oberfläche senken, während imdrre. zwischen zwei gekrümmten 
Hr-rgn"n.-!;(::i in der nberflncbc, üiler gelegentlich zwischen viTsehiedeilQü Hü- 
geln, Däminon oder Spitzen zu finden sind. 

In diesen beiden Fallen haben sie bei schräger Beleuchtung eine be- 
deutende Aehnliehkeit mit einem Kraler oder einem ItLij !_;>;■ -Li i ltl-. ,;e nach 
ihrem Umfange. Idese ( i [tii ijh^ miisc-bliess! auch die runden mal clliiil isch 
gutem] ien ihäler, bei :1er Verladung zweier llurrllmW nicht. imj;ev,.']iii- 
liL-.h sind, und zeigt in der Thnt außerordentlich -/abloche Varietäten, llei 
vielen Vertict'imgi'ii erscheinen i:i iger .msgel.i I ■ Ii -Tfv liesialt i[ii> l 'haraktor- 
züge derjenigen l'ornmiioaen, die. w:uiu sie vollkommener und gross sind 
Umgebener.. we:m k^m. Im;; t ergruben und bei fehlender Krcisl'orm einfach 
Tbaler heisseu. In dem südlichen Quadranten des Höndes, aber besonders 
im siid'.vesüicho'i Tbeilo des südwestlichen Quadranten, erscheinen sehr zahl- 
reiche Beispiele einer Chisso von Vir! iclim.'cu ual.esi immieu Charakters. Bei 
niedriger Beleuchtung, und wenn sie kreisförmig sind, künuen sie nicht leicht 
vou den Kratern und kleinen Uiugebi-nei: i ül! s>-n ii-i 1 1 werden, während sie 
bei Vollmond, gleich der Mehrzahl dieser Letzteren, verschwinden. Unter 
geeigneten l.'msl.iindeti hei s, dualer Ki.hiui-hiung kann man jedoch bei Ein- 
zelnen selieu, das-s sie keinen wirklichen äusseren Wall besitzen. Ubglcieh 
ort. kreisförmig, sind dich viele mehr oder weniger eliirtisch. wahrend sich 
andere zu zwei oder mehr in eine uuroL'edmassLg -cK-rmle Vertiefung ver- 
einigt zeigen. Diese Formationen, ge wc Im lieb tiefe Einsenkungen in eriudilca 
i;r"0iiilc;i. und ohne mcrklielitn aussein «all smc, re leg entlieh von Hüueln. 
Kucken und Bergen umgehen, die diesen Mangel in markirter Weise Ver- 
berg;! und dieselben leicht für Krater halten lass.'ii. Ilsnige wenige schei- 
nen die Ueherldeibsel eines Walle; '.Ii besitzen, llei aufmerksamem Studium 
lassen einige dieser Formationen IUI. hingen von grossem Interesse erkennen. 
In ihrem Innern zeigen sie gewöhnlich TrBmmermassen, gleichsam als- hätten 
sie ursprünglich Wälle besessen, die nach Innen gestürzt wären und wodurch 
sie mm das Ausseben blosser Löehcv oder Vertiefungen erlulien hatten. In 



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n Füllen kann i 
jewaltiger Triimi 

der Wälle ci ■. : r Khgelienen iiai.-ii Inno:! hY.Ien. ist durch das Vorhanden- 
sein zaLliueber Trümmer auirtzeie' . wahrend Fülle regellosen Hinabstürze 11 s 
der Walle auch nicht ungewöhnlich sind. Sebr viele von diesen Vi-riicfimsuii 
mögen daher die Ruinen alter Glieder aus der Classe der kleinen Ring- 
gebirge sein, wie es der /.ertriimnieite Zustand der Rander und des unregel- 
mäßigen Innern andeutet, Ihrer grossen Aehnlichkeit wegen mit der Classe 
der scheinbaren Krater sind wahrscheinlich viele von d™ ! f « £j«l n 1 fi ssi j j p r 1 1 
jenen zugezählt worden und dieses Verfahren wurde im Allgemeinen adoptirt, 
wenn über die wirkliche Natur der Formationen, irgend welche Ungewissheit 



mit den correspondirenden terres tri seilen Formationen, daas sie im Allge- 
meinen nur wenig der Beschreibung bedürfen. 

Die Gebirgskette:! sind /.uweilen von analoger Bildung wie die der Erde, 
besonders wo sie als einfache Helte mit stellenweisen, hohen Spitzen auf- 
treten. Hierzu gebaren auf dem Monde die Htirynisi.dieu llerge. die Cordü- 
leren und die IVr-mi^n. Meist aber erheben sie sich am Hände einer grossen 
erhöhten Masse, die von langen 1'hälern getrennt und von zahlreichen Quor- 
thülern durchschnitten wird, wahrend das Ganze ein grosses Plateau bildet, 
das sich an einer Seite zu einem holieu Kamme erhobt, Ober dem unge- 
heure Spitzen bisweilen zu 20,000 und sehr gewöhnlich zu 10,000 oder 
15.000 Fuss nufs!eige:i. Die Alpen, Api-nniuen und der Kaukasus sind Bei- 
spiele dieser Claase von Mondgebirgen und sie haben eine gewisse Analogie 
mit dem hohen Plateau und den llergieneii von Central- Asien. 

Gewöhnlieh erscheinen die binaren llerge als Massen von massiger Höhe 
aber ausgedehnte: Hasis. Sie erheben sieb j.u verschiedenen l'ieks von Un- 
gleicher Hebe, gewii Irnich nielir. über 5000 bis uoOi) Fuss. Diese Spitzen 
sind durch zahlreiche Sc-bluehteu und Thäler, welche die Basis der Masse 
du r<;h brechen, von einander getrennt, Gelegentlich erscheinen auch einzelne 
Spitzen, die sich aus einer rauhen aber zusammenhangenden Basis zu einer 
Hohe von 3000 bis 5000 Fuss erheben, jedoch cricidien sLe bisweilen, wie 
im Falle des Pico, eine Höhe von 8000 Fuss. 

Hügellands sind bedeutende Strecken der 1 >lierll;i;'he, die gewöhnlich 
erhöht und mit niedrigen Erhebungen, kurzen Kücken und einzelnen Kratern 
oder Bergspit7.cn tM-d.iekl sind, während der dazwischen liegende Kaum von 
Thälern und Querthälern jedor Form und jeden Uml'anes f in^'-uurnni n wird. 
Solche- Strecken der Mondoherfläehe sind nicht ungewolmlich, wio z. B. im 
Osten von Rode und im Norden von Sehröter, und sie sind von den Hoeh- 
landon nur durch die massigeren Dimensionen der Unregelmässigkeiten auf 
der Oberfläche zu unterscheide!;. Niedrige Plateaus mit mehr oder weniger 
sl.-iil aussteigenden Sei;.e:i si:nl in ee:i eiie^ej'e:! Theilen der ObrtfSdie häutig 
und sie enthalten oft auf ihren Giprelu einige Iiiigel. Kral er;,' 111 heu etc., so- 
wie deu Rand entlang etwa einige niedrige Hpitien. 

Die Bergrücken umgeben am häutigsten die zerfalleneren llegionen 
des Mondes, und verbinden oft zwei oder mehr Formalionen, oder um- 
scbliossen Thäler und Vertiefungen von bedeutender Ausdehnung, während 



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reichen Thälern. Basse* und Hrhlne.htea •j,kiHiu. die oft so sehmal erschei- 
nen, oder so dicht unter den Spitm-ti liege*, dass sie mir mit Mühe zu 
entdecken sind; dagegen gehen von ihrem Kusse Anne, Zweige und Sprossen 
nach allen Richtungen hin aus und verbinden .4" häniie: mit anderen Berg- 
rücken. Indem sie gelegentlich vertiefte Theile der Oberfläche umgeben, 
bilden sie scheinbar* Umgebene*, die niebt immer tod den wirklichen zu 
unterscheiden sind. Die kleineren Kücken sind in ihrer allgemeinen Be- 
schaffenheit nicht sehr von einander verscbiediM,. erscheinen aber hiiuiisi als 
Miuiatureopien der üeryriicken. Hie sind indess oft von weit geringerer 
Steilheit, haben einen breiten, bisweilen mdieid'caimecn (iipfel und stehen 
somit in der Mitte zwischen den anderen Kiieken imd ,leri Land aus chwel- 
lnngen oder Biegungen d-r nb.Hlbiehe. Auf den .Maren sind die letzteren 
drei Classen von Formationen sehr zahlreich, ebenso, rings um andere Objekte, 
wie 7. B. die Ringebenen. 

In, Bezug auf du- durchschnittlich* Steilheit dioder l'ormationen ist man 
ebenso wie bei den krat eiförmigen Gebilden dar llo* lc,berfläcbe, in ünge- 
wissheit: aber obsebon im Ei*/.cke* gewiss eine 'zn-ae Verschiedenheit in 
dieser Hinsieht staltfindet, so dürften doch die AUhänirc der lierge und der 
massigeren Erhebungen im diirdindmitliieber isrnllieit. in der Mitte zwischen 
den inneren und Hungen Ablnin-.':! d.-r Hingeben,.* siebe*. An ihrer Basis 
isl die Neigung [edoeb in allen Fülle* weil geringer, ehrend die Steilheit 
einiger Spitzen zeitweise 33» bis ftfi» erreicht, und stell, .„weise, wenn auch 
nur als Ausnahme. last 2'i-ii".in!ic(il;Lii' Klipp..:* ;tud Abschüsse zu entdecken 
sind. Die Abhänge der Heueren iieiiiatwiHii. di.r Dämme, Rücken, Pla- 
teaus und Hügel, sind ge-.™bniirh sehr sanft und in dieser Hinsicht mit 
deu äusseren Abhängen der Umgebenen zu vergleichen. Scharia und Schat- 
ten ist, wie man verschiedentlich gefunden iitit. kein Kriterium der Steilheit 
der Form, den* selbst ein runder Bull nird bei niedriger Beleuchtung einen 
scharf pointirteu Schatten geben. 

Bezüglich der Steilheit, «der des Neigungswinkels der Hergfläehen des 
Mondes,"ist es von Tutetes-e die ItrKiuteinugen, welche S*hmidt im Erliiu- 
tertmgslmnd zu seine: Mtmdkarle gibt, kennen zu lernen. Derselbe sagt: 

„Wenn man die Neigungswinkel von liergllächeti auf dem Monde mit 
grosser Genauigkeit bestimmen wollte, so wären dazu .sehr Umständliche 
Messungen und Rechnungen erforderlich. Handelt es sich aber darum, jeueil 
Winkel nur bis auf einen oder bis auf wenige Cradr sieber zu finden, um 
wegen der Steilheit von Beiden und Kratcw (Inden auf dem Monde Ver- 
gleichungon mit der Gestalt irdischer B,^ [armer im zustellen, so genügen 
dazu Beobachtungen und Rechnungen sehr einfacher Art, Nach der Höhe 
der Sonne richten sieh die Sellien der lierge, und es leuchtet eiu, dass 
die Neigung der Flächen eines eea.m keuclfninigeu oder pyrainideufilrmigen 
Berges gleich dem Höhenwinkel der Sonne zu jener Zeit sein müsse, wenn 
au der Bergseile, die von der Sonne abgewendet liegt, die Lichtstrahlen 
dieser Bergflache parallel laufen, oder mit andern Worten, wenn das Licht 



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M< 



i Ncigau« lie stimmen liisät udiI be- 



llt tl'ili'Jtt Oüil.e:! O.l'.T letzten >|.'1IIH] 

wtiriuktu LuL-ulitiitüii sio.li initiier 



bind sehr Hülilreieli und erliebru sicli oll genau im Centruin 
ärewöliulieli aiuie ir^eiel oinei: ^us;iiiiinenliiiD<! mit dem Wa 
ketten sind selten und von doli Querv/iillen utitei^liiedeii, (i 
Ciiuelh und Urahn die innere. l'Liehe in zwei oder mehr Tl 
euer zu der Clu^e der Wulhiii-löiiler ^iir^ii.' Die Centraln 
zahlreich uud erWbeu sieh zeitweise zu vetndiinlenen des 
HiÜirend die liusis von lii-ten Kddurlil.mi und Thfiiern zera. 
in Gaasendi, Theopliilus, Petavina und liiillialdua. Einige 
sitzen zwei oder mein grtrtimla (.'cntrtillierge, wie Copern: 



: im üüclisten Urade interessant machen, die aber 



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251 — 



ihrer unbekannten Katur «i 
sind die Killen oder Klü 
Spalten, dia gewöhnlich ger. 



aber jenaeits desselben wieder auf und streichen wie sravor. Sie bilden eine 
der am aehweraten sichtbaren somit auch eine der im erklärbarsten For- 
mationen des JIonde.9, und man kann wenk' AufsdiliiKs über ihren Ursprung 
aus ihrem Auftreten erlangen, iin dieses sehr verschieden ist Die iliilen 
liegen häufig auf der offenen Ubene ohne iiiomd ei:: besonderes tlorvortrafein 
des Anfanges oder Hudes oft laufen sie mitten durdi das Oebirgo oder er- 



streeken sieh von einem Krater bis sn- elfrne:) Kbeue: in andere: 
acheinon aie ein verwickeltes Ketzwerk rund um eine Formation zu 
Lider fie liefen in der innerii Fläch« einer Wällebene oder eine:' Ui 
Schröter eutdee.hte diese Bildungen mersl und nannte sie liilb' 
1787 bis 1801 fand er 11 derselben, deeh waren sein,. Teleskop 



lüden 



deutendsten dieser /allen Objekte y.a ^esbiiien. I.obniiniiu fand von 1823 
bis 1827 nicht weniger ala 75 neue Hillen, Mädler fügte zwischen 1832 
und 1841 noch 5ü weiten: dazu, während Kinau in den Jahren 1847 und 
18*8 deren G sah und Schmidt /.wischen .ISil! und K-Job ^78 beobachtete. 
Sonach kennt man im Ganzen 425, die in Schmidt's Abhandlung: „üebor 
""' i auf dem Monde" beschrieben =iud. Seit diese: Zeit ist wiederum 



eine grosse Anzahl neuer Killen 
sielUniL; der Mondkarte der Br 
„Spalte" (cleft) der Bezeichnung 



In Bezug auf die wahre Katur dieser Killen oder Spalten ist absolut 
nichts bekannt, da sie viel zn feine Objekte sind, um viel, ja überhaupt 
etwas Detail an ihnen wahrzunehmen. Man hat sie für Brüche uud Spalten 
auf der Mondolicviläelie gehalten: deeh scheint ihre l'iurchsehneidllng und 
allgemeine Bösel« Ifen heil mit einer sehnen V eräuget /um: «aiiz unvereinbar, 
besonders aber aneh ihr Yerhitllsn in Fe/irr auf die i ersduedeneu Formationen. 
In vielen Punkten hab'-:i die Itilkn einige AehnHebkeil mit den ausgetrockneten 
Bütten binarer Wassetlätife oder Flüsse, iväbreml sie in manchen Bildungen 
allerdings nicht mit. snlehem ljrs]iniii!; in I eln reiusi immun); zu sein scheinen. 
Ihre wirkliebe IteselinITenheit wird sieb erst feststellen lassen, nachdem sie 
eingehender Prftfunir mit einem kraftvollen Teleskop ersten Hanges unter- 



haben aber nachher dem /wecke u.n Flußbetten L'edienf, und ihr Zusammen- 
hang mit dem System feiner Tbaler lässt eine solche Ansieht einigermaasson 
wahrscheinlich erscheinen. So lieuiunn viele iüim-i 1 .Hillen am Ende eines 
Systems verzweigter Thäler, die von einem Hochland führen, während mau 



wieder andere entdecken kann, die sich dem Boden ausgedehnte Thal- 
gegeiiden entlaus winden, Doch Iretoti Hillen auch unabhängig von allen 
solchen Formationen auf. Schmidt gUiii!, dasa diese letzteren Reihen zu- 
sammenhängender Krater sind, und wichnet viele :l U Kratcrrillen, obschon 
es Anderen nicht gelungen ist, diese Form seiest mit smich'.igeieu toloskopischan 
Mitteln nu erkennen. Die Ahlum::.- vieler Ifill.-n sind iedech gewöhnlich Rehr 
raub, und dies wird uuler besonderer Itelcuchtung m dem Aussehen Ver- 
anlassung geben, als ob sie Kraterketten wären, in gleichet Weiss, wie enge, 
rauhe Thäler oft kaum von lünterreiheu yn rmlerscheiden sind. Dar Boden 
der Hillen, selbst, der inuliest.on, scheint last vollsr.rhnJ% llach zu sein. Eine 
besondere Erscheinung ist ihre lücikwürdice Länge, da sie sieh in einigen 
Fallen über 200 bis :H!0 pjjj-L. .Meilen erstrecken. 

Zum Zwecke der YerzciehnuriL: der Helligkeit oilr-r Lieht reflectirenden 
Kraft verschiedener Theilo der Oberfläche des MoudeB führte Schröter in 
= ; : iv.«'-!: ,,S leijov:|.'.'L:iüi:iiii:lii'ii Fragmenten" oiue Skala von 10 Graden ein, 
die er in folgende;' Weite beschreibt: 0" oder der Schatten der Berge, 
1" ein dunkles Aschgrau, 2» ein mittleres Grau. 3» ein helles Grau, 
4" eine bell beleuchtete innere Fläche, 5 D Ms 8° die hellen lunaren 
Regionen, 9° I'melus und 10» Aiislarchus, indem letztere von ihm als die 
hellsten Objekte auf dem .Monde betrachtet, werden. Lohrmann adoptirte 
ein ähnliches l'rinein. doch vaiiirt der Werth der Grade, und er nimmt 0° 
Cur den dunkelsten Schatten, l" für die dunkelsten Theile der Oberfläche, 
2° für den dunkeln Theil. :) " für einen dttnkclgrauen, 4° für einen grauen, 
5" für oinen hellgrauen . tj" für den hellsten grauen Theil der Oberflache, 
7°, 8°, D° für die glänzenderen weissen Theilc, und 10° für dos glänzende 
Weiss von Aristarehus. Beer und Mädlor behielten dieselbe Anzahl von 
Graden wie die frühen -u cVlctmgraphen bei, theilten sie aber in ihrem Werke 
„Der Mond" von Neuem eh:, und diese flinlheiliiiig ist von Xeisou als Richt- 
schnur adoptirl uis.il für alh 1 Icldgs.drsscluh /.m.gei, leu fi-balten worden: 0° die 
dunklen Ulnaren Schatten, 1« bis 3° für Grau, 4" bis 5» Abstufungen von 



kleinere schwarze Flecke auf dem .Mure Vaporum dieser Färbung sehr. 
Eine Helligkeit zwischen 1° und 2° ist gewöhnlicher und besteht aus sehr 
dunkeln) Gran, von dem in Plate, Itoscowich und Theilen von SeMckhurt 
Beispiele vorkommen, während 2». ein reines Dunkel),™» , io Julius Caesar 
und vielen Flecken rings um das Maie Vai'orum exisliit. 2° bis 3° Hellig- 
keit, ein etwas dunkles Grau, erscheint in den meisten Maren, wie im Mare 
Crisium und iu Theilen des Mare Traniiuillitatis, sowie am Rande des Mare 
Seronitalis. In allen dienen Arten des (Iran schein!, ein doppelter Ton zu 
existireu, nämlich ein reines Grau, das bis zu einem sehr dunkeln, kalten 
.Stahlgrau sinkt, sowie ein bräunliches Grau, das y.u einer schwärzlich braunen 
Farbe wird, und lunttis erscheinen Hilmi^en, die dazwischen liegen. Die 
3° hellen Theile der Oberfläche oder das mittlere Grau vaiiirt von einer 
weissen Färbung bis zu einer entschieden gelblichen und bildet die be- 
träch tlielisten Tlieile der Jessen Maren, auch trifft mau es häufig im Innern 
der Kinggcldrgc. Filiige Hügellaii 1c des Meudes. wie die iu der Nahe von 
Schröter, zahlreiche Thiller und einige Hügel bei Vvthagoras, ersebeiueu 



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Wallebenen sowie die Mehr/abl der Thalcr varürcn /.wischen 3° bis 
einem leichten Grau mit mehr oder weniger kalter (leiblicher Färbung. 

Es ist von grossem Interesse die tvlalive H ] i-k-v i- di r MMüihcrmatie 
möglichst genau zu bcsliiiime», um mit der Zeit darüber ins Keine 
kommen ob difsc Hei lir.4, eilen sicli rindern oder i 
die Selenngraphieal-SoLdety in London eine No 
ge wisset 1 Mor.dl'tciiLiI innen iinige.Mll, wodurch- ( 
Schätzungen ein« grosse Krleichtemug. gewühlt wird. Die Skala enthalt l'fir 
jeden halben Grad der Helligkeit eine Ansah! von Punkten auf. dem Monde, 
die zur Vernleiohung dienen kennen, 
hei einigen dieser Punkte der Glanz h 
Die Liste ist nun folgende: 

0° Schwarzer Schatten. 

1° Dunkelster Tlieil der Fläche von Grimaliii und Iliccioli. 
l'/t" Inneres von lieskonicli, Billy und Zupus. 

2° Innere Flächen vun Endyinioii, Leimmnier, Caesar, Krüger und 
Fourier a. 

2 1 /, ° Inneres YOn Azout, Vitra v, Pilatus, IlippalusMlnd Marius. 
3° Inneres von Taruntius, l'liuius, Xheophilus, Farrot, Flamateed und 
Merkator. 

VI," lunere Fläche von Hansen, Arohimedes, Morsenius. 
4° Inneres von Manilius, Ptolomäus, Guerike. 
i'k" Oberfläche um Arislillus. Sinus M.edii. 

5« Wille des Arago, Landsberg, Bullialdus. Oberiläeho um Kopier 
und Arehimedes. 

5Vi° Wül'ü des Picard und Titiiocharis. Strahlen des Cuperniciis. 
0» Wälle des Mnerduns. Kant. ISe^el. M.Vlin» und flainsteed. 
ii'/ a ° Wälle .les Laugveniis, l'hcäel eins und T„ihire. 



0 Inneres von Aristarcb und Lapeyrouse t 
Ceniraiberg des A^stareh. 

(Sehlua folgt.) 



Die Umgebung des neuen Kraters beim Hyginus. 

Herr Simon Bdnffay, königl. Notar in Füufkirchen, sehreibt Folgendes 
über seine Beobachtung der inerUii;di;_'fu Mondregion beim Hyginus: 

„Gestern, am 3. Oktober, Abends 6 Uhr 15 Min-, begann ich bei ziemlich 
guter Luft die Beobaohtnug des neuen K):\wi-i bei Hyginus. Ich benutzte 
die Karte von Neison und itire Skizze im Sirius. Ich fand die beiden 
Zeichnungen Bowohl von einander, als von der durch mich beobachteten 
Wicklicbkeit abweichend. Der Sehneckenberg ist meiner Ansicht nach un- 



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— 254 — 




!_Thhjj:lu L'i7.eidiuet; ich fand d 
Gegenlhoil sah iiih ihn läiiylicli nach Nor 
wo der Berg bedeuten! niedi-i^v, beiludet sidi mokier iSeobachtune; nach ein 
Krater, der theilweise offen tat, d, 1), ohne WttlL Aus dieser offenen Seite 
dos Krnlers geht unrdlidi parallel mit der Hymnus- Kille . eine Vertiefung 
bis zu der vom Hyginus zum Deuen Krater gcüadifeu wvtrn Link-. Nord- 
westlich vom Hyginus :;;inl ioli i teil in Ihrer Nirius- Skizze bezeichneten 
neuen Krater, fast so gross als Hyginus, nur nicht so tief. Die Wälle, 
wenn er solche hat, konnte iuii we^en de;; hoben Standes der Sonno Dicht 
beobachten, sah jedoeh di'iitlieh rhu.- südlich von diesem Krater befindliche 
kraterßrimge seichte Vertiefung. Die sieh gegen Ost von Norden hin- 
y.iebendc leine Hille, welche in Ihrer Skizze mit h bezeichnet ist, habe ich 
nicht Willi i-genommen. 

Hingegen bcoluidil.ele ich denllieh eine Hille, welche sowohl in Ihrer 
Skizze, als auch in der NeisonV.hcn Kurte fehlt. Diese Hille zweigt sich 
südöstlich von Hyginus, von der grossen Hille 
ah, und geht in der liidinnc n;H. ^r'ni'.ie.i: 
bis zum neuen Krater, an dessen Westseite sie 
vcrsduvindet. ISeiliiiilig in dieser Form, wo i 
die bcobaditetc Rillo ist. 

Die südliche Verl iei'unji M war um 7 Uhr 
30 Min. nicht mehr zu sehen, N war jedoch 
nooh sichtbar. 

Neiflon behauptet dass die giiwc f{i!l« südöstlich vier kleine Krater 
iinrdisdi:n'idc , die? konnte ieli nicht, beobachten, vielmehr BObien mir die 
Hille sowohl südöstlich als nordwestlich die Form eines Glas-Risses zu 
haben, an dem diu oberen K;int.c:i des Risses ausgesprungen sind. 

Ich beobachtete mit einem izölligen Refraktor und 200matiger Ver- 
prossorung. 

Dil idi rnnil.e auf eine L^instL-r liee.l.aekl un^eil helle, werde ich diese 
noch abwarten, um Ihnen die Resultate nachträglich miteuthcilen. 

Okt. 4. Die Luft war beute Abends zwar rein, jedoch sehr feucht, der 
Beobachtung also nicht günstig. Die grosse Nvi^iaus-iiiH,' war sichtbar, die 
x Rille sah ich nicht, auch der neue Krater und das Thal des Scbnecken- 
berges blieben unsichtbar." 

Dio Totstellen den _Mittiioihn;^-ri sind in mdirbiohrr Hinsieht von Interesse 
und bekunden den sehr aufmerksamen Beobachter. Ich möchte mir tblgende 
Bemerkungen erlauben: 

Dass der „Schneckenberg" am 3. Oktober iiieht in der Gestalt erschien, 
wie ihn Herr Nelson /.dehnet und wie ihn auch meint; kleine Karte dar- 
stellt ist durchaus nicht auffallig, denn das complicirte Detail dieser merk- 
würdigen [''oiirnuiuii wisrt sich nur niudi und nach, bei Untersuchung zur 
Zeit sehr verschiedener Sonnenstände. Den rdlüemeinen Eindruck, den dieser 
Berg macht, sobald die Sonne um etwas hoch über ihn. steht, kann ich nicht 
besser wiedergeben als wenn ich ihn mit einer K u gel kn bitte vergleiche, die 
aussen mit einer Kinne umgeben isi , (hier mil einer sehr [hieben Glocke. 

An dem oben genannten Tage, wie überhaupt bis zum !>. Oktober, konnte 
ich den Mond nidit be-liaehten: al.cr die flenierknng lies Herrn IMiulav, 
dass der neue Krater am 3. Oktober Abends sich ebenso augenfällig dar- 



— 255 — 

«teilt« all der llygiun; srlhnt, plimnil mit meinen fnUeieu Wahrnehmungen 
bei ähnlicher Lage der Lichtgrenze (wenn dieselbe zwischen Hyginus und 
Triesnecker liegt) überoin. 

Sehr überraschend ist die Wahrnehmung einer Rille, welche von der 
grossen Hyginusrille sieh abEwefgand, gegen den neuen Krater hin läuft. 
Ich kann m;t aller ISciummihcit ve^ebtru . da-.; eine solche Rille bis zur 
Mitte des gegen witrli^u Jahres in der angegebenen Lage nicht vorhanden 
war. Bei meinen /ablasen lie der n-juil...^ fi.-^l. hatte 

mir eine solche Kille absolut nicht enl^-heu kann™, selbst wenn sie weit 
schwächer wäre, als die von Herrn Btinfiäy erwähnte Letetera bat ausser- 
dem eine ausserordentlich ^ihlsM^p Hiditimg, sr> dass sie in jeder Lunation 
leicht gefunden werden nrnss. Bestätigt fh'h daher die Beobachtung dieser 
Rille, so wäre damit ein «cileii-r und eH,i-;inler lieivci^ geliefert, dass in 
der in Hede stehei.de.n M üiiiJri ij:«ei die H-ihc der bimvilldriigen noch nicht 
geschlossen ist. Hoffentlich ist die nächste Lunation vom Wetter begünstigt! 



Das astrophyaikaliaoliB Observatorium bei Potsdam. 

Heber den Fortschritt in der Fertigst. 'Ihng diese-; ucn.cn Observatoriums 
und das ßild der ü u tLi.-:i i cl Bcübuchtuaeeu bringt die Vieiletjahrssdirift 
d. ast Ges. feJ-cnde Miti [Leitungen : 

Der Hau de.: asttHdivsikiLlisehen Olis.TviLturinms bei Pofsdam ist zum 
Schluss des Jahre? JS77 so weil gelindert worden, dass folgende Baulich- 
keiten: 

Die 
l!ani]diu. 



Das HauntgcUiude, in welchem die Käume. im- usl : unomische Beobach- 
tungen, die UI)OnLl..H-ieu. Kecken- und sonstig« Arbeitszimmer, mechanische 
Werkstätte, Wohnung des Gasielans u. a. m. vereinigt werden sollen, ist 
unter Dach gebracht, und der innere Answin benenne]!, mit Ausnahme der 
drei grossen Beobuciitungstuürjne, deren Mauern nml Heiler ebenfalls in 
voller Höhe aufgeführt, welche aber ueeh nicht eingedeckt sind. 

Die Arbeiten zu Ucnuliimicr des Tci-.m:' siu.l gro==enthcils ausgeführt 
Noch nicht begonnen ist der Hau des mahnet ifcher. Observatoriums und der 
Diroktorialwohnung, und wird die AutlidiruiiL! diese" < dijckto besonderer 
Verhältnisse halber auch noch über das laufende Jahr hinaus vorschoben 
bleiben. Mit dienen Ausnahmen wurde neul-h-hl^L den Bau im Laufe des 



ob die Ausführung dieser drei Kl 
Meter Durchmesser erhallen, uiul 
sehen System construirt. werden 6' 



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An einstweiligen Beobachtungaloeali tüten sind im Laufs des Jahres 1377 
zu dem 1S7G nach ■.sein Giutel^iiek des < di^n alm-kim, übergeführten Häus- 
chen für Sonnen b e obadi tu ngen hinzugekomim'ii: ein pi »visu ris eher Drebthurm 
von 5 Meter Durchmesser und ein Laiioiatoriimi für physikalische und 
photograpliisclie Arbeiten, welches im Wolmimu-ii; des nlnervators Dr. Vogel 
eingerichtet ist; bis Mi Herstellung lies leidem wurde von den Angestellten 
des Observatoriums ein auf der Berliner Sternwarte von Herrn Professor 
Förster zur Vertagung gestelltes und zum Laboratorium eingerichtetes Local 

Der am Schlüsse des, Jahres 1876 im Wesentlichen auf ein 5zÖlligoa 
Stein heil'sclies Fernrohr, einen ^-o-it-ii :::■■;■;{ i-Lil-Aripiu-at und einen Apparat 
zur Bestimmung von lirechuugs- Indiens vun Sdiri"nler, einige kleinere Spee- 
troskope und drei Chrouijineier Inzell räiiMe Tiidruiiienk-uverrath ist durch 
die im Jahre 1877 zur Ablieferung gelangten Stücke ansehnlich vermehrt 
worden, jedoch bat wegen der Ha »Verhältnisse nur von einigen wenigen 
dieser ueueu Stücke beidis liebiiiuea jjem.n-lit « t-? ■ I . j . k ■" 1 1 e l e? n . Ein Refraktor 
von Gruhb von 0'."2ü;! iVliimng und 2 Ihcuuweile mit parallactischer 
Montirnng und Uhrwerk ist einstweilen in dem vorhin erwiibuten kleinen 
[iiel:'.li , .;i;]i a;ifi:v::dli ; ei:: üu^ietograph von Adic nach dem Modell von 
Kew, eine Pendeluhr von Knoblich mit Ifarometnrcompeusation nach Bessel 
und eine Pendeluhr von Kessels sind vorlaufig auf der Berliner Sternwarte 

braueli genommen. Das Hauptinstrumeut des Observatoriums, der Refraktor 
von 0?29S Oett'niing und Uieimvveilc, ist. mit Ausnahme, des erst an- 

langst begonnenen Stativs vollendet; das von B. Schräder in Hamburg ge- 
lieferte Objektiv hat bei einer mit llilre ei;. er provisorischen Aufstellung 
ermöglichten ästi\>a<Mt:isc.heij rriiitüi:; in hohem (; : adc befriedigt. 

Für die Bibliothek ist ein Summ vi.rmnld.it einer Tiansaction gewon- 
nen, durch welche die demuadi;ti:;c Ur Werbung der von dem Professor 
Erman hinterlasse ne:i werta vollen, namcntlidj ll ; : a.ü :oi.wmsehen und physi- 
kalischen Zeitschriften uud Sammd'Acrki.'ii rcidn'u ISndiersiimmluug für das 
Ohservatorium gesichert ist. — 

In dem Personal des Observatoriums sind, ausser dem Engagement eines 

Veränderungen nicht voiLjeLuumieii, da der liiiUVi'ihäIniiss« wegen dieArbeiten 
erst in sehr hesdi rankem Cmfanu'C iialem geführt, werden können uud dess- 
halb noch keine Veranlassung vorlag, den rersoniilbiitaud auf die beabsich- 
tigte Höhe zu bringen. 

Die Sonncnbeobachtungen, welche Herr Professor Spörer seit dem Jahre 
1874 als Fortsetzung seiner Ardamer lledjaditungeu mit demselben 5zöl- 
ligon Steinbeil'schen Fernrohr in Potsdam, and seit dem Juli 1876 in dem 
Intcrinislocal auf dem (l:.mds[iick des Ob-orva:odums angestellt hat, siud 
im Jahre 1877 in gleicher Weise regclndsd- fi.ttge-el/t. " Herr Professor 
Spörer hat die Sonne in diesem Jahre an 229 tagen beobachtet, wobei 
dieselbe au 103 Ta;;e:i lleekenlid befanden wurde. Auf die einzelnen Monate 
vertheilen sich diese Zahlen wie folgt: 



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Monat Jan. Fobr. - MSra Apr. Mai Juni 
Beob. Tage 11 13 17 19 21 28 
Fleckenfrei 1 4 7 8 3 II 



Fleckenfre.i 17 Iii 5 20 5 6 

Aua den Ortsbosti nun nngcu Tür die Placken auf der Pro jectio i i d i o i » e.' 
sind die ll eliographi sehen Ocrter Iiis auf die letzte» Monate berechnet. 
Danach aiud für das Jahr 187G und die Leide» ersten Drittel des Jahres 
1977 kurze Ki!s;tjiiineii!.fiJJii]iL'Mi uti.^cfi-rt l.u'* , vurtielmilich rar Herleitung der 
mittler« heliopapliiseheii fireiie -li-r Klecken, indem i'ini' l"m-| dauernde Ab- 
nahme dieses Kleiueuts zum Flecke nmininmin in gewisser Beziehung zu 
stehen scheint. Diese Zusianimensielliiniren sitiri in No. 2123, *2142 und 
21 iiü der A sl :'n ri< u i ii.->i'.h ■ -?t \ae;n iehten ver.ilTeutlicht. 

Für lieol>ai:i;1ii:i£T der 1 'reuiiir-ranz™ mir ilns Jahr 1S7T sehr ungünstig. 
In drei Monaten erlaubte die HimmBlsbeaohBffeiiheit solche niemals, in vier 
andern nur ausnahmsweise, u:nl eine lawro Itiihe aufeinanderfolgender Be- 
Liliin.-' tiiiiüen kam nur im Juni vor, wo u, a, eine merkwürdige l'rotnboranz 
beubarhlel wurde, über welche in No. 21-40 der Astronomischen Nachrichten 
berichtet worden ist 

Die Bearbeitung der Klceken- und rriiinberan/liet.baeht.iiugen vom Ok- 
tober 1871 bis Ende 1873, als Kest der Andamer Reihe und znr Fort- 
setzung der beiden Publicationen von 1874 und IH7(i, ist von Herrn Pro- 
fessor Spürer im verlaufenen .b.iire gresstentbeih an = iro f i 1 1 1 rt worden. 

Die Erscheinung des neuen Sterns im Sea>r;;n im Drebr. IcVii mit Jen 
Herren Dr. Vogel und Dr. Lobse Anlas m einer bis zum März 1877 fort- 
gesetzten spect i-os m | ■■ i y i ■ 1 1 tj lleübaditargsreihc am lierliair lieftakter gegeben. 
Ein ausführlicher Bericht über die Ikcbaelit.mireu des Herrn Dr. Vogel und 
eiue Vergleichung derselben mit dou Aukuben der auswärtigen Beobachter des 
Sterns-, nebst e'lgenn-iiicii Het Richtungen über die iiliysisi-iif llescliua' , .']meil. 
der Sterne mit bellen Linien im S|.eerruii:, ist der llerliner Academie iiber- 
reiebt und in deren Monatsbericht für Mai 1^77 abgedruckt. Mine ent- 
sprechende Zvmrn men stell u ng des Herrn Dr. 1. nh.se über seine Beobachtungen 
des Sterns mit einer Theene der l'irsdirimmgcn sog. neuer Sterne und einer 
Vorgleichnng älterer Ersehet min gen ist unliin^- der Akademie vorgetragen, 
nachdem die. lSi-ob:H-ht.ungcri im ukiober in l'otsdiLm wieder halten aufgc- 
nommen werden können, und wird in dem Daembeihelt dtr ib. n.i:^ fliehte 
mitsei heilt werden. 

Weiter hat Herr Dr. Vogel seine in Berlin begonnenen spectralphoto- 
graphiachen Arbeiten, unter lletheiüguug des Herrn Dr. Müller, fortgesetzt, 
l.d/.lcrcr hat die von Herrn Dr. Veg'-l in Herlin beinmnenen Messingen im 
SonnK:s[>ee:rum vcrmiilelsl des pressen Selm Jer'-elien Speetralapparals fort- 
gesetzt und an de. Ausmessimg der I '1 ,o> .-rü-ii 1 1 Il-is gearbeitet. Nach den 



tern, und eoUen dazu dienen, etwaige kleine Veränderungen im Sonnen- 



— 258 — 

spcctrum aufzufinden, und vornehmlich eine Grundlage für Untersuchungen 
der Spectra der Sonuenflecken bilden, welche Herr Dr. Vogel sich vor- 
gesetzt hat. 

Die Beobachtungen, welche derselbe zusammen mit Herrn Dr. Muller 
im Jahre 1870 am Berliner licfraklur mit dem Spectralphotometer, insbe- 
sondere zur Bestimmung der Absoi|'ti<iii der die Sonne umgebenden Gas- 
bulle, angestellt hat, sind 1877 bearbeite! und die Kesultate im Märzheft 
der llerliner Mfmai sliorieJii e : ei ell'entlicht. 

Die coelestisehen Itr-oliachtmirr^ti des HeM'ii Dr. Lobe, haben ausser den 
oben bereits erwälmt-.m haimt^ie.hlmh in l.'iitersuehungen der Oberfläche des 
Planeten Mars bestanden. Von Ende August ist dieselbe so ol't als 
thunlich beobachtet und gezeichnet — wobei sich auch für die Bestimmung 
der Rotationsdauer vielfache A:i]ie,itM>iiid(te ergeben haben — zum Theil in 
Berlin mit- Benutzung c 1 ■ = =-= dortigen Refraktors, da das lOfüssige Grubb'scli» 
Fernrohr erst Anfang Oktober iii.«U l't'bil.i:!i gelaugte mul bis dahin dort 
nur das relativ kleine Rieiulieil'sehe zu den Ma^beulKichtungan angewandt 
werden konnte. i.deidi/eiÜL'e neehaeh'.migen an diesem Fernrohr durch 
Herrn Dr. Vogel und am lierliiier IMidldor dureh Herrn Dr. Lohse haben 
wiederholt die Gunst der örtlichen Lage des neuen Observatoriums sehr 
deutlich hcrviHtrelen lassen. 

Jupiter steht für ein dctailliit.es Sludimn sr-i::er übertiäche hier jetzt 
zu tief; einige Beobachtungen liefen wes entliehe Veränderungen gegen 1876 
erkennen, iudem zwei breite dunkle Zonen in der Aequatorialgegond, jedoch 
merklich nach Norden verschöbe!;, gesche;i wurden! die 1S76 nicht vorhan- 
den waren. Herr Dr. Lohse bat Amvgmig dazu gegeben, dass die regel- 
mässige Beobachtung der Jupilersoberfiäebe während der Periode des tiefen 
südlichen Stande* des Planten auf südlichen SieruwarteiL furtgesetzt wird; 
es sind ihm bereits zahlreiche interessante Zeichnungen und Beobachtungs- 
berichte von dorther zur Veiwerlhm;; i.ugesblli, wm-über Näheres in einer 
besonderen Ahhundlung vcn'iiVeutlieht werden wird. 

Die Sonne hat Herrn Dr. Lohse zur l'ürtselzung filier Untersuchungen 
über die Structur der Flecken nur wenig Qelegenheil gegeben, indem im 
ganzen Jahre nur einmal ein grosserer l'"h-[-k aufgetreten ist 

f'iir die spatci cn id:otije.r„phü : ch-.'n Arbeiten des Observatoriums hat 
Herr Dr. Lohse Versuche angestellt, welche sich im abgelaufenen Jahre auf 
eine Durchprobung der den neueren photographischen Prozessen zu Gründe 
liegenden chemischen Principien erstreckt haben, eine Arbeit, die namentlich 
für die späteren |ihiil(-j.'::i].liiMdie ( > .Hmmcuaiilnahinui brauchbares Material 
geliefert hat, und al- deivn vetl'hiÜL'cs Ki-gebtiiiw! die Auffindung einer neuen 
Methode der Präpasalcm iihnk.grajihisi'lu'r f'lalien bei Tageslicht zu be- 
trachten ist, über welche im l'botuL'rii pl i-chici Archiv berichtet wurde. 
Ferner bat derselbe riLtcrsucliimge:! über (Ii- 1 ülnhersehoinungen einge- 
schlossener Metullele.M yilcn weiche iiitii'sü ncdi mit vollkommeneren 
Mitteln fortgesetzt werden seilen, -ebabl die Vollendung des Observatoriums 
dies gestatten wird, l-.in ivbenmiuirat der bisherigen Versuche war dio 
Herstellung von dünnen. .Metallniedersehlägen aller Art durch eine Methode, 
welche später vou anderer .^.dic mKucijr.nii; auigc:"iiiid.:n und bereits publi- 
cirt worden, und seitdem unter dem Namen einer neuen galvanoplastiscbon 
Methode bekannt ist. 



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lüi-clinfmii ilcs in dar i 
= rtiti;abt'ä, der Vernen 
'ema stellen, gelang es ] 
A[ [t;ir;llc zu iiiirnvindeii 



Inihadiluug d-.s Ihueks, der Temperatur und Feuchi 
1 1 - ~ h ■ ■ ■ . I ^ j o l i h l i ■■ und vo:i J tüi.ifii r . -jj^h i ;:ri- n l.;i-:ehr;u:k-i.'i 
.'e:tan:il:Mi Kjrüi.'iitc werilC!) fiiiii ii' , N n ei i mittags Ü 1 - um 
ez.de Im et, die Eodentempeutur wird, in adit vei?i.'hiedHn 
■(er, wöchentlich - an dem Wocl:e::ta;;e des 1. Januar — l 
m konnte seit dem Marz der Tiefbau. mm zi: re^limiism; 
u, Uieils der Temperatur des; Erdreichs Iiis '10 Jleter i 
l 1 isi liuliren, die \<m der i !:;in[Le:n\and i-.iDeeheii, tli-i's d'T 
:ig im Innern des liruunens und der diidmeli .^...intien 
henutzf vvnhn. Diese [! e -ol.iU:],ti i n Ln=" sind von Herrn 



Thermometer liiiui;!. in einem Hulziastru, der ;uif der einen Seite eine Glas- 
scheibe, in der gegenfibc-rlieeendeii Wand k-luifs Ablesung der Scale von 
aussen eine schmale fSlas[da[le faileiU. >..U eine lieuoaehi -. i i i ji au gestellt werfen , 
so wird der Kasten mit dem Thermometer so aufstellt, dass keine Sonneu- 



leuchtend, andererseits i-[u plih'lil ■. sieh die Itrobai/Muiigsmethcde durch ilire 
leichte Anwendbarkeit und die Einfachheit des erl'oid erliehen Apparats, so 
dass es leicht möglich sein wird, rermittelsl flwselboa ein sehr umfang- 
reiches Material nu sammeln. Aus diesem firuinle darauf hiuznweisen, und 
namentlieli die Anl'mevk.-amk'ii: einer necli gr'i.^eien Anzahl von meteoro- 
logischen Stationen, als sich liisliLiii; bereits mit ähnlichen Versuchen bo- 
sehäftigt haben, auf die Nützlichkeit dewibe:! m rieht™, isi der Zweck dor 
etwas ausführlicheren Erwähnung an diesem Orte. 



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Vermischte Nachrichten. 

Zur Deutung der Sonnen- Granulationen. Von den 

■che Herr Janssen zu Menden d a ifi. -stellt , und we 
liL'liliiääi; über das Ati-sekn der Oberfläche der Soi 
rr S. P. Langley ein sein- dchönea Positiv auf Gl 
> YeruiilaHsuui:, im Ameiican Jmirnit! ef tfeieuoe (Se 
D7) die ueueu Tbatsacheu in Schilder. 



.eicht jedoch Herr 
i Zustand in der 



die Fackeln erzeugen; die Fädea selbst werden liier und dl. diu wenig siehl- 
bar au der Oberfläche, wo sie etivus umgebegeu sind, und sind auf den 
Flecken ihiw ganzen T.iu,;-,. naeh siehllar. Mit n:i.i,Mi Worten wir keinen 
die I'hotosnhüie vergleichen mit einem Korn leide, auf dem wir von der 
Vogelschau in der liuhe nur die abgerundeten filzen der Aehren sehen. 
Wenn ein Wind sto?swei?e über die Oberfläche weht, und hier uud da die 
Hpitzor. beugt, so zeigt ea mehr von der Gestalt, dea Halmes. Dies ist, nie 
mir scheint, die pusscndc blriil.uung der verlangi iv.-:\ tjestilt der Granulationen, 
welche iü so iticereisuuiei- Weise- Herrn .Tanten':. rhotogTaidiioa dort zeigen, 
wo die Wirkung der Sounen-Strümiiagen ;.]:g,-zcii;i. und begleitet ist von 
theil weiser VeidimkeUin:_-. Dringt ei:i Wirbelwind da; Getreide nieder, so 
zeigt er die Halme überall ihrer Lauge naeh i.^iwniri. Dies sind die Fäden 
in eiuem Flecke. 

Freilich ist der Vergleich unvollkommen und darf nicht weiter getrieben 



dasa: sie nicht blosse kugüge oder bki.-aniiiänlichc Formen sind, sondern 
im Zusammenhange stehen mit Etwas unter der Oherttäche, das höchst 
wahrscheinlich verkiiQ]'ft ist mit aufsteigend, 11 und ab; '.ei senden Gas- 
•honningen, welche i:i irgend einer Weise die Warme aus dem Innern an 
diu Oberfläche Illingen und dann die Gate ziirücl;] aliicu , welche sich durch 
" t bis zu dem Punkte, wo Nieder- 



heller Fleolt im Ringgebirge Plato. Am 5. Oktober ö h 



bildenden Kratorflceken, welche man auf der Tutel iu Neison's Mond sieht, 
die den Plato zwei Tage vor dem Vollmonde darstellt. Ks wurde die 
lOOfaebe Yergressernng eines auigca-ichn-. teil Weilrod ersehen Okulars an- 
gewandt. Der helle Fleck hatte die grüsste Ärmlichkeit mit demjeuigen 



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den Schröter am 11. Dezember 1788 im Plato bemerkt« und auf Tafel 21, 
Fig. 6 seinea Werkes abbildet. Kl. 



Dia mittlere Parallaxe der Fixsterne erster Grösse. Ueber dieses inter- 
essante Problem bat Herr Hn^j (Ivlii'i) h;iu- theoretische Untenoohnng an- 
gestellt, die freiliirb um- m eii i ]i.vpüün'ti ? Hmu Wi-i ili fiiluvn kann, iminer- 

hiu aber einen lieilriLjr i.ut KliLrimj; der Ausübten über den Gegenstand 
beiträgt. Herr fiylilOn wnisiu 'lnuiul' hin, ilnss wmiii aiis liai bisher bestimmten 
Parallaxen irgend vidi-bi' iill^'nu'iürK- RiTüiliiitr ab^elc-ih-t weiden Böllen, man 
nicht nur die sclu-inbiim llf:l]ii;kvi-. itw bH Ei'H'ünd™ Sd-rne, sondern aneb 
ihn- -ii'i.oinl.iiiii'ii UrvffL'-uiiK'"! I 'i i Ii-. '1:: i ■. lit.i^J: '-il miis^is, ■:!:: ja doch, der bis- 
herigen Erfahrung nach, iln: iJrüsäü der Bewegung als ein wenigstens eben 
so sicheres Kriterium der messbaren Parallaxe als die scheinbare Helligkeit 



der direkt gemessenen PiiiiU^-n, ilie mittlere !>u inline ,1er Sterne 1. Grösse 
zu bestimmen.. Die von ihm lifimt/lcii ^enn-ssmen Parallaxen, Helligkeiten 
imtl l-üjreiibi'iv.'iiiiiiijf]] lierSlei-iid sind in der nadilulijeiiden Tabelle ZI""* 
gestellt: 







Piu-ullase 


jähr]. Elgenbeweguiiir 






0".000 


3".074 






0.511 


5.221 


LI 21185 


7 


0.501 


4.734 


34 Groombr. 


8 


0.307 


2.801 


LL 21258 


8.5 


0.2GO 


4.403 


Ooltzen 17415 


9.5 


0.247 


1.200 


o" Draconis 


5 


0.222 


1.925 




1 


0.193 


1.252 


70 p Ophiuolii 


4 


0.162 


1.108 




1 


0.153 


0.34t! 


1830 Groombr. 


7 


0.147 


7.053 


. Ursae maj. 


3 


0.133 


0.525 






0.127 


2.258 


" Draconis 




0.092 


0.0G3 


a Aurigae 


i 


0.046 


0.438 






0.04G 


0.045 



Herr Gyldcn zeigt nun, wie aus diesen Werthen als zuverlässigste 
Grosse der gesuchten mittlem Parallaxe der Werth von 0.0G2" hervorgeht. 
Allein dieses .Resultat ist sehr stark durch einige Storno erster Grösse mit 
starker Bewegung beeinflusst; läast man die aus den Parallaxen von a Cen- 
tauri. o iioi'ilr- lui'.l Si:iu-j f.iis.-ii.'ndu^ G 1 >■ i n i . n l l u : : wev, -jj geben die übrigen 
den Werth der Parallaxe = O OSG". Lasst man alle Sterne erster Grösse 
weg, so wird erhalten 0.083". 

„Diesem Resultate gegenüber wurde nun das folgende angeführt, wol- 



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ehes gewonnen war, indem die aus den Sternen mit extremer Bewegung 
hervorgegangenen Gleichungen n e^-ehssen wurden. Aua deu 9 Sternen, 
deren jährliche liew-'giirit.' v.vi-iger ;ih 2" beträgt, ergab Bich die Parallaxe 
— 0-084". 

Die nahe rebefei^limnuiri;/ dieser beiden Werthe, bei deren Berech- 
nung die eitremer, r'älle von Helligkeit, und Iiowetriing vermieden waren, 
gibt- einigen Anhalt für die Ansicht, da=? die durch Ihnrn Gvlden'a Formel 
ausgedrückte Relation zwischen Parallaxe, Jchcitiliarcr lkv.vguug und schein- 
barer Helligkeit als eine Annäherung an die Wahrheit angesehen werden 



Ueber die hellen Linien in den Speotren der Sterne und Nebel. Der 
Ansicht, welche jüngst Herr Stone ausgesprochen, dass die Speetra der 
Nebel in fielen l'fd^ji •.vuli^rln-iiilLch „in'die Spertw von Atmosphären sehr 
erntfernter Sternhaufen <ei.. n (vgl. Nif. XI. Htm. schlieft »ich Herr J. Nor- 
man Lockjer in einer Zuschrift, an die linval Hü.-ifty an; und zwar hat er 
bereits vor zwei Jahren nach Beweisen für eine grosse Uhromosphäre bei 
a Ljrae und einigen ruderen Steinen sc-a-hi. Kr dattbi, -dass er blitz- 
artige Wahrnehmungen von hellen Linien bei r oid I, gemacht „Ware 
die Discussion dieser- Frage nicht entstanden, so hätte ich noch Bedenken 
getragen, dies zu erwähnen, da ich auf einen Zuwachs optischer Kraft hoffte, 
der mich befähigen würde, über diesen Punkt Sicheres auszumachen. Meine 
Oeffuung ist nicht geeignet, ibts Resultat iil,er alten Zweifel ta heben. 

Da aber die Frage angeregt ist, ist ei besser, sofort den Versuch und 
sein Resultat bekannt in machen, und Andere mit grösseren optischen 
Kräften Ausgerüstete aiit7.uinr.lprn, nach den Linien zu suchen." (Procee- 
dings of the Koyal Society Vol. XXVII, No. 185, p. 50.) 

Thomas Grubb f. Am Ii). Septbr. starb, im 78 Jahre seines Alters, 
zu Dublin Herr Thomas Gruhli. einer der ausgezeichnetsten Optiker und 
Mechaniker der Gegenwurt. Gleich wie sein berühmter Genosse Alvan Clark, 
stand Grubb anfangs der Optik vollkommen fern und verwandte sein emi- 
nentes Talent aal Construotion von Maschinen zum Druck von Banknoten 
und auf andere industrielle Zwecke. Erst in reiferem Alter beschäftigte er 
sich mit Anfertigung grösserer Fernrohre und erlangte darin Weltruf. Grubt) 
stand darin einstig, Jus:* er neben lieiYukteren auch .{rosse Spiegelteleskope 
verfertigte, z.B. den liies.uiiviler-lci zu Melbourne. Seine liefraktore zeichnen 
Bich durch Lichtstärke nn.i i-vhfiif.! ans, weshalb ibm atteli der Auftrag wurde 
für die neue Wiener Stern warte einen Itetraktor von ^1 engl. Zoll Objektiv- 
Öffnung zu eonstruiron. Die von Grubb erdachte Construction der grossen 
beweghehen Fernrohr-Kuppeln, hat sich als die vorzüglichste bewährt 



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- 2Ö3 — 



Stellung der Juniteremonde im Janua 
Phasen der V 

" o : 


r 1879 um 5" mittl. (Ireen wicher Zeit 
BrflnsLerungen. 

- Q, 


• o : 






B 


■8 O 1- -2 4- 


:« ■] 02- 4- 
■S Ol- 4- -3 




*■ O S- 
4- 1- O 3-2- 


4- S-2. 0 -1 
4- S. 2.1 O 


■4 -3 O 1- *2 


4 -1 .3 0 2 

■4 2- O 1- -3 


-ü# -4 -Ol 3' 

■4o s; oi- 


gross» Nähe ihres HauptploMten bei der Sonne unsichtbar. E 


Verlag von Friedrich Vieweg & Sohn in Braunseshwetg. 

(Zu bciitlun ilurcli je.li' itu.-liliimilang.) 

DER MOND 

und die 

Beschaffenheit und. Gi-esta.ltu.iig 

seiner Oberfläche 

Autorittrte dtutttht Ausgabe. 
Nebst einem Anhange: 

„Hebet einige ntucie Verimilenituren auf der Mondoberfläeho" 

Dp. Hermann J. Klein. 

Kiälisi tiiidii Atlas hin 3'i V.-*rt,.:n iiml .'i TaiVln in l';i-:j::is:lrack. gr. 8. geh. 
iVeis tnif ^tfos IS Mari. 



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— 2G* — 
Ilanetenstellung im Monat Januar 1879. 



1 1 5&'6 22 : 
1 5H r!SÜ 22 ■ 
i W 29« 22 : 



18 5561 f— 18 1 
3 6-3.1 1 17 3: 
2 28-54 -16 5! 



L':l li!-i<>| — 3 Ii 3-4 I 
ü:i ,"> üü-na! a äü a'rU 
2:i r.s SO 12 — 2 35 436 



10 '21 Sil»- 78 +10 47 6-9 I 15 
10 33 42-84 10 52 57-8 14 
10 23 38-82 +11 0 IG 3 [ 14 



den Moni ;i' r Berlin). 




in ItcctoaceDnior,. 

usccnsion. Jan. IB. 
Miira mit dm Iii 
Munde in Coniimct 
Jon. 23. 2tVcnn B 

i.iil ili'in Munde in 

kt nlfl Jujiiter. Jan. 25. 12* Merkur 
in; []i. .|..TiU-i^or.ibn Kneten. Jan. Liii. Hik Sitnrn mit dem Monde in Cunjauctiun iu 
Rctawei&ii 1 i mit der Sonne. Jan. 29. 23b Newton 



[Alle Zdtaag-ibui nach i:i 



X Zeit) 



liand XI odor neue l'olge liaitd VI. 



SIRIUS. 

Zeitschrift für populäre Astronomie. 
ZuMtrpi rJr ii Frei* m( FOrleresr (er HliieMnele. 

HmiUKKUKcbcn nnUr Mitwirkung 

herrorrmgendor Fut'h in Himer und astroiionil scher Syliriftstellet 
von Dr. HERM. J. KLEIN in KOLS. 



Die Sternwarte au GreenwiGh. 

Airy's Lcituiiij. dt:r Mond, ja um ihn in iiiin; La-nn 



da der Körper unseres Sonnensystems 

0 Idrvisioii and Publikation der groaron 

1 und der Dcohachtmig der Kometen 



■rv.LtiniiiiEis vor und dieser 



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• ■m kleiner Thi'il nlnre! rennt und ;mf diesem der nulhwendi<;e neue llau er- 
richtet Dieses mar;i ieuse.be Observatorium, ob<;leieh vom alten ahbangiL;. 
wurde mi( h-l' Ilireetion von * I ] a i s h i'i' jjt-sli'llfc, eines llelehrteu voll grosser 
Energie, dessen Xamrn heute sein- populär geworden ist. Weit seiner Grün- 
dung bis -/iiiii heutigen Tage h;it sieh das niiignctisctii: Observatorium zu 
ürmmwiiili durch fortwährende Verve) Ikoinmmmg zu einer der vollständig- 
sten und grossaitigst in Anstalten seiner Art emporgeschwungen. Die. ge- 
ringsten Variationen der .Magnetnadel, der eleetrisehe Zustand der Atmo- 
sphäre, der Luftdruck, ilii' Tempi ralur und der Feue.htigkuitsznstand der 
Luft, ferner die Kiehiung und Starte des Windes, alles, '.viril durch ununter- 
brochen lliiiii);.' solbsire^triveiLde I nsi ruiiieute auszeichnet 

Dm das Jahr IS-IT hcsehloss Airv das alte 'von llradlev eingeführte 
System der Moridia sd.eobachfmigen. das'durin bestand jede der "beiden Coor- 
iliiiidou tlferlasoension und Deklination) an einem besonderen Instrumente 
zu beobachten, zu verlassen. Nachdem 'ler Verseht;!); angenommen worden, 
wurde sofort die Ünnstriielinn eines rderiiiian Preises heee.nueri, dessen Fern- 
rohr 22 Centimcter ObjektWduriiltmcsser und ;{■!) .Meter Brennweite besitzt, 
lir wurde in einem neuen Saale aufgestellt, der gegenwärtig den Namen 
Trausit-circle ltoom tnlui. Derselbe hat eine Tj:L ujiu von 11-7 Meter und 
die Oeli'niin^'ii im Dache sind ! .Meter breit. Mau siebt wie sehr viel bedeu- 
tender diese Oell'nungen sind, als diejenigen, mit de» 
" ' ; dennoch erscheinen s" 



Meridian - Instrument, ist, ein liaun 
der ISeobaclininjjen vollständig verschwänden und so der T/uft von allen 
Seiten nniiebiieirir Zutritt verstal ivteu. Die mit dem uenen Instrumente er- 
reichte üenauigkeit Mcniigic übrigens ihm kärglichen Astronomen bei weitem 
nicht Es verblieb noch in den Durchgangsbeobaohtungon ein, jedem lieob- 
aebter ..■irtiiTbumlielier Fehler, der von der Ditleren/. der pers- inliehen Glei- 
chung abhängt Um. ihn zu vermeiden, besehloss Airy den bisherigen Ue- 
obachtnngsmodiis zu verbissen und die obronogiaphische Methode „iu/nl uhren, 
die Sueben von zwei amerikanischen Astronomen Sears Walker und William 
llntid erdaelit worden war. Hewalliict. mit. einem Mnrse'seh.'ii Sehliissol, er- 
wartet, der Ueobachtcr den Moment, in vveletiem ein bestimmter l'unkl des 
Gestirns mit, dem l'iuleu des Xol.'.os im I lesieh' sfrlde des fernrohres zusammen- 
f^Llt. Dann drückt er auf don Schlüssel und das so entstehende Signal 
zeichnet, sieh iiugon blicklich auf ein Matt l'apter ab, welches ein Uhrwcrk 
mit gleii'.bt'.'.rnii^:':- i;ev;(L.'nr.ü fortzieht und ;-uf welchem, ebenfalls a.iti- 
matistMi,dicSeC.Undeusc.hläge der Pendeluhr eingezeichnet werden. Mau braucht 
daher nur den Abstand desISeobacbtuiigssignals von einem de. beiden Seeundon- 
nunkte, zwischen denen es licet, mittel*! eines gewöhnlichen Maassstabes v.n 
messen, um den genauen llrnebt.beil der Secundo zu finden, hei welchem der 
Durchgang des Steins stattfand. 

Ausser dem Altaz.imnth und dem Meridiankreise liess Airy noch einen 
grossen, äquatorial inoiitirien Kefraktor von 5-G Meter Brennweite und 
■VI 'Zentimeter nLjet.-.ivdiirehmes? er anfsi eilen. Das Instrument dient zu den 
Hriihaebtungon der Planeten und Kometen ausserhalb de-- .Meridians. Die 
lScohriehiniigen ge-a-heben auch hier nach der ebronographischen Methode, 



a Cbranogniplitii Mif.'iii 

lK:]; : llt'- Ll'.lIliilUlllf. Iii 

ial ZU Heüb;)e!:tu::e;en V 

■Uli .]LTAk'lTilti..Ji*.WI!Hl ; 

Li Studium der .Sonne 



Was das l'ersoiail de; Gr.vnwidier Kto^vnrle anbelangt., so besiebt es 
gegenwärtig ans dem Direktor, mit den Titel ..!■:. miirüdier Astronom", welcher 
auf der Sternwarte wohnt und ein jährlic bes Gelnüt von !•'). 000 Mark erhält. 
Seine Ernennung in-foH durch dm ersten Lord des Schatzes, auf den Vor- 
schlag der Lords der Admiralität. Kr d;uf keine andere Function ausüben. 



ectors durch .Ii.' L.rds d.:r Admiralität, ernannt. Ihr Gelallt varürl 
i 10,000 und 2000 Mark. Keiner derselben wohnt auf der Ht.eru- 
is \Vohimn;;;en:s-:hä.liL'Uii» b.vhbon -~\t /.nsiuiinion jiihrnoh fjijOO Mark, 
ebner werden vom llireelor angestellt, je. nach den vorliegenden 



Veränderungen in den Plejaden. 



1--=l1T verdient e/ev,bs die Auimerbsamkeil aber 11 mim,. Islorscbor. 

Schon Galilei hat eine Karte aber db; Pl-ia-leu aal' schwarzem Grunde 
entworfen (Gassendi Institute Astronomie;!, Lomkoii 10531. Sie enthält 
3(i Sterne, ist aber zur Vergleich im- iail den Arbeiten der Gegeuwart kaum 
geeignet Cassini mal Maraldi leobaddel en eine Ite.bvkuug der Plejadeu 
durch den Mond am 10. Angn4 und ;l't. n'Ji.l.or 170« und gaben in den 
„Memoires de ['Acadenrie des Sdenees ponr 1708" eine graphische Dar- 
stellung der Gruppe, «er Erste, wele-her ome ueiiuuc Positionsbestimmung 
der Plejadcnsterae nnteirabn:, war Bradloy 1755; er beobachtete aber nur 
diejenigen 15 Hauptsterne, welche Mädler in seinem „Fisstornhiinmel" an- 
gewandt bat. Im .labte !77?i lassto Jenurat den Kritsehiuss eine auf Mes- 
sungen der 6-t wichtigsten Sierße der Plejadui gekündete Karte herzustellen. 
Dies geschah mittelst; des Muralijuadrun'.en des Herrn de la Htre, und in 
deu „Memoires de l'Aeademio des Sciences pour 1779", WO die Observationen 
in pleno veröffentlicht sind, findet m;m auch eine nach den Positions- 
bestimmungen <ler 04 Sterne entworfene Karte, die mir au den nachfolgenden 
ISeiaeik.-iiigea Veranlassung gegeben hat. 

3f* 



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Als ich am 20. September diese? Jahre? durch Hilfe meines sehr guten 
Steinheil'schen Fernrohre (70 Mm. Ocf,uuin;, I Fuss FocalUuge) die Ple- 
jaden durchmusterte uüiI mit der Cuntimmitiou ih'r Gl Jciinrat'söhen Sterne 
sehr vertraut war, sah Mi nicht ohne tirsbun"]) anritt der Krn. 4 und 5 
nur einen St um. der wahrscheinlich mit .Nr. ö identisch ist. Einige Stern- 
chen belinden sich zw:.r in der Nähe dieser Sielte; keiner derselben steht 
aber in der Position iU>s fehlenden Sterns, und zudem sind sie sämmtlich 
sehr lichtschwach. — Im Dreiecke /.wischen Me.yono, Mcrope und dem 
Charakteristik» Doppelst ei n (Nr. IS, 1<>), welcher in der Mitte zwischen 
Alejonc und Celeno steh;, tut Je anrät, die Nrn.2.1 und 22 notirt LeUteren 
findet man beim ersten Blick. Nr. 21 aber gar nicht, wenn die Annahme 
nicht zulässig wäre, dass er sich Xr. IS .krch [■;ige ll bevve-.un!r genähert hat. — 
Eine letzte Bemerkung in Betretl der llellighoitsiarkLlieuen hezieht sich auf 
den Stern Nr. 42, welcher jetzt mir mit An 
als Slernlein von etwa 11. linlssc gesehen w 
vermochte ieli ihn nur dann und wann zu erb 
es aber nicht des Lienen Wetters ohugeaclitcf; allein am »:£ Oktober habo 
ich ihn bei sehr <!iiten LuitveriLÜi ui,son au dauernd ; >0eba.:-hict. Ks ist selbst- 
verständlich, dass Xr. 42 vor 1U0 Juhren z.u den heiteren Sternen der Ple- 
jaden gehörte. In .Teaurat's liabrik iiLer die relativen Sterngrossen wird 
er keineswegs zn den kleinsten der 0.1 Sterne gerechnet, aber in einer von 
mir entworfenen Skhzv über eine Zahl von etwa 170 riejadeusterne, deren 
Abstände von Alcyone nielit, 1" überstehen, wird Xr. .12 wegen seiner geringen 
Helligkeit keinen Platz erhalten können. l!ei Galilei kommt ein Stern 
vor, welcher niehl. uiiwaluscheinlvh niii Xr. ,12 identisch ist. Plejone ist 
dort als sehr selm-ae.h angesetzt. 

Durch gütige VermiUluriL; des Herrn Professor Sehjellerup bin ich 
im Stande gewesen vo:sobio..|e;:e alten; und neuer'..' Kiirteu zu untersuchen 
und sie miteinander genau zn vergleichen. Bei Cassini kommen die Nrn. 4, 
21 und 42 nicht vor, dasselbe -ik /.war auch von mehreren andern Sternen, 
die in Folge ihrer Helligkeit eich: übersehen werden inüssleu, und man darf 
deswegen nichts llestinmil.es hieraus ludern, obwohl es -eheint, dass Nr.42, 
der bei Jeaurat einen so hervorl .elenden Platz einnimmt, um 1708 etwas 
kleiner gewesen ist, Hessel hat in den „Astronoimsolieu Nuehrichten Nr. 430" 
ein Verzeichnis* von SM Sternen in den Plejadcn gesehen. Die Messungen 



IVsilionshestiuimnng zur Construrüon einer I'lejaiienkaile benutzt und viele 
kleinere Sterne beigefügt worden, so dass die Karte MO Storno bis nur 
10,5 Grosse darstellt. Die lim-egend der Nrn. 4 und 5 ist hier nicht mit- 
genommen. Bessel's Nr. 11 ist rrewiss identisch mit Jeanrat's Nr. 24; 
allein die Positionen für die Xru. 21 und -12 sind hier ganz leer. Im 
.Miro 1859 entwarf Tempel seine schone zieiehnnnL.' d.-r Plejaden, welche 
innerhalb eines Kreises von Sil' lladius nicht wenige,- als G5:t Sterne ent- 
hält (Tempel: ./tsserva/.io:» astronomische diverse", Milatio 1371 — 74). 
Hier findet man Nr. -12 genau an der Stelle, wo .ieaniat ihn hingesetzt 
hatte; er ist aber eis sehr kk in diagestelit. Nach den Nrn. 4 und 21 wird 
man in der Tcmpcl'schen Karte vergebens .suchen. Xoc.h darf ich die 
Bemerkung nicht zurückhalten, dass die Km. .16 und 48 von Jeaurat mit 



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— 2(1!) — 

einem „Nebuleuso" bez''ietinet Find: denn die 'IVmpelVlm Karte, wo der 
Nebel bei Merope ,:;i[ge.ielh. ist. gilit Lvine Anilen r .iing von etwas Nebel- 
artij.'1'm hei diesem Mtcnipaare. 

Dia von Wolf in den Jahren IST:! 1H75 crzeiehnotfl Karte über 
5T1 Flejade aeterno liabo ich leider nicht bri der lluy.d gehabt, allein die 
oben ervrfihnlen Bemerkungen werden oIiik Zweifel h itm leben um zu er- 
kennen, dass iu den Plejadeu auch grössere Helliykeits Variationen vor sieb 
gegangen sind. 

Kopenhagen 1878, Oktober 24. 



Die Ergebnisse der letzten Sonnenfinsterniss. 

Wiederholt wurden an diesem Orte bereits einige der Ergebnisse her- 
vorgehoben, welche die am ÜO. Juli dieses Jahres in Nordamerika so eifrig 
li"ih;;,'lit(ir Müntes tir.stt-iniss. ^''liefert hat. Kürzlich tut nun Herr C. A. 
Youiig eine umfassende Zusammenstellung der wesentlichsten Wahrnehmungen 
publiciit und dieselben h-endeis beleuchtet. Ks möge daher das Wesentlichste 
aus seiner Darstellung hier eine Stelle finden: 

„Es ist noch zu früh, um die ganze wissenschaftliche Bedeutung und 
Tragweite der Beobachtungen /.u sobat/en, die während der jüngste« Sonnen- 
finsterniss gemacht worden, über soviel ist bereits klar, dass sie, wenn auch 
iu manchen Punkte^ unbefriedigend, im ilauzen von derselben Wichtigkeit 



und ihnen nur Vuti Xek m Zeit unsichere Sj.nrei: 
zu sein. Wenigstens scheini-u die lirobaeli'.un: 
/.n liawlins und Swift in Denver lOiliinlig für ' 
zu müssen, ohsehiin sie die Frag« nicht üher allen 
beben .... Nimmt man Professor Watsou's i 
Planeten (4 Va- Grösse) als correct an, so wür 
solr.vadicr sein als Mereur, und erwähl u:au seil« 
es, dass sein l)ii:f!inics-ei- i.'twn zwischen ui 
Wenn er wirklich so klein ist, begreift man, 
geblieben; und es drängt sieh die Frage auf, ob n 



Leider kann die einzige Ueohachtung von l'rof. Walsen keinen defi- 
nitiven Aufschlug gelien über die ISahn und liewegnngeii dieses Planeten. 
Ks ist aber eine seliwncle: MiiL'liehkeit. dass er hei vollem Tageslicht wieder 
entdeckt werden kann, wenn nun ein grosses Fernrohr mit einer sehr langen 
Kflhre versiebt, die sieh über c;.s ülijektivgtas hiuaus erstreckt uud den He- 
obachtor in den Stand setzt, lien Himmel nincrball) eines bis zweier Grade 
von der Sonne zu prüfen, ohne das Sonnenlicht auf die Linse fallen zu 



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— 270 — 

lassen. Wenn der Versuch in einer lieträclitlielion Höhe ausgeführt werden 
könnte, wo der atiniisrihäriMdiM Pi'liriii ein Minimum ist, würde die Aussicht 
auf Krfolg bedeutend gesteigert sein. 

In Betreff der l'hysik der Hniiiic und dor Corona ist das hauptsächlichste 
und wichtigste Resultat aller !h-ohachtutu;en, die ^ i ■ ■ 1 1 an! diesen Gegenstand 
beziehen, dass eine ganz eut^-.iiir-.kut _M . Ik. n -i -1: -i t mischen dem Verhalten 
der sichtbaren Oherttäclic der Sonne, die sieh durch die Anzahl und den 



gingen, ohne dass ein einziger erschien, llie Üiromnsphäre, oder farbige 
Halle von Wasserstoff und anderen Gasen, die unmittelbar die Swine um- 
gibt, war gleichfalls euls|.ree.houd ruhig und ilii: I'roluiiMranzon waren selten 
nnd klein. Es war nun die Finge von Interesse, ob die Corona gleichfalls 
eine entsprechen de Iiiitevcim des Verhaltens zeigen würdo gegen das tob 
1869 und bei den späteren KiustMrmssen. als die, Hocne in voller Tbätigkeit 
war. Diese Fratre bat eine entschieden beeilende Antwort gefunden. 

Ueber die Helligkeit der Corona bei der letzten Finsterniss herrseht 
eitio bedeutende Dilleren/. der Memuu-cn. Der Verlader, und, wie er meint, 



L"i!li..-:i libir Jim .llekiek.'it eir.-; Oljckto-; wie ULo Corona so sehr von dem 
Zustande des Auges wahrend der lieohaciitung abhängt, dass einem solchen 
Kindtnel; kein grosses Oewicht bMievlee;! norden kann. 

Wahrend aber Bedenken me^ich sind in läct:vft' des Schlusses, dass 
die Corona in diesem Jahre une;ewühulich schwach gewesen, kann cs-nieht 
fraglich sein, dass ihr Kpeetruiii wesentlich modifieirt war. 

Die bellen Linien, welche von ihren jasig.::! ÜeM;i ndtlieilen herrühren, 
waren deutlich 1809 und in allen folgenden Knstennssen bis zur jetzigen, 
aber in diesem Jahre waren sie sc schwach, dass sie nur von wenigen Be- 
obachtern gesehen wurden, wäareiol die gro-ese Mirontiit sie vollständig vor- 



der Mitte der Flnsteraiss veinnen sie last alle aus dem Auge. Dass sie 
aller wirklich die ganze Zeit hindurch, wenn auch schwach, vorhandeu 
geweseu, ist erwiesen durch die lieolr.iebfangeit von Professor Eastman, Pro- 
fessor Brackett, Herrn Thomas und dem Verlasset', von denen der erstere 
sie rings um die Bonne bis zu einem Abstände von 10' bis 20' verfolgt hat, 
indem er zweimal das kehl absuchte und sie stet- im Auge behalten. Mit 
den Wasserstoff-Linien verhicli. es sich ähnlich; cor Verfasser hatte die eino 



Die Uutersudr.;uge!i mit den .paUlusen ^]n'i lri'sko|.en, von denen soviel 
erwartet war, gaben keine hMhieiiigctideu Hi rultate. Im .luhre 1871, S.U diese 
Instrumente zuerst angewendet, winden, sahen die Beobachter eine Ueihe 



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— 271 - 

von farbigen Bildern der Corona. Herr Lockyer B. sali vier solcher 
Bilder, ein rotlies, ein grüne;;, i'in blaue* niirl ein violettes. In diesem .lahrfl 
erschien Nichts derartiges. 

Anab Diejenigen, welche nach neuen hellen Linien in dem Corona- 
Speetrani suchten, waren erfolglos, moehten sie das gewöhnliche Spectro- 

lilti-Jlvinletto Ende ilc Kih'iiInntH der lie^juelilnii;.' /i:^:iii^]id) macht dnroli 
die Wirkung einer dünnei; Ke.hiidil IUiiii-.'-.'iri'inI'T h'lii^iiAeit, einer Lösung 
von Aesculin, die zwischen diinneu r il;i*rdal1 i'ii .■iii^csi-lilrraen ist. A her ob- 
wohl der Apparat vor der Totalität ndlkomnien arbeitete und dem Auge 
unzählige dunkle Linien in dem mvA misii-Jitf uiron 'i.'beil des Spectrums er- 
schloss. zeigt« sich, nachdem die Finstorniss eingetreten, kerne einzige hello 

Spectroskops einen Abdruck emes schwachen conti nuirlicben Spectnims im 
Ultraviolet erhielten, ohne ltinj'e oder /Heben irgend «einher ArU Offenbar 

waren keine Linien vorhanden, die man hätte sehen oder photographiren 
können. 

Eine oder zwei Beobachtungen Iii il'ii i>iiL" , ?te!lt, welche in Bezug auf 
frühere Arbeiten von Interesse sind. Prof. Heckwood, von der Purfhie in 
l'rineeton, beobaohleii- mit einem s]iulti('ten .Sjii:';u-i"^kn]i beim Beginn der 
Totalitat eine helle, reibe Linie im Stiietrum der Chiomosphiire sehr nahe 
bei B. Dies erklärt .'im- BeebnehfutiL; den Herrn l'uiisou von 18G8, der 
damals behauptete, dass er die Linie B im Speetrum einer Protuberans 11111- 

bekannte, bei 534 der Kirchho Irschen Seal», eine Linie, die ungemein schwierig 
ssu sehen ist im SpL-H-trniM der i'hiome.-i'hüre u::lir gew'd in lieben l'msl [Inden, 
aber doch stets vorhanden und liaeLweiskir in mil beförderen Vorrichtungen. 
Ihre Deutlichkeit in Prof. Koekwood's Instrument ist ein wenig über- 
raschend, aber es kann kein HiHsverslilmlniss sein, da C gleichzeitig sogar 
heller sichtbar war. Was die Substanz, welehe sie erzeugt, sein mag, ist 
ganz- unbekannt. Aelinlieb der sogenannten I ^-Linie bat sie keine corre- 
L-noudireude dunkle Linie im Sonnciispectrum. 

Derselbe llcobaeliter und nueh der Verfasser sahen beide Ii-Linien (Calcium) 
hell lenchtend im Speetrum der ( 'InemeHpbiiiv- und bestätigten somit Beobacht- 
ungen, die 6 Jahre früher zu .-lieruinu gemacht und niemals seitdem be- 
stätigt worden, ausser dnreli das jdioioe r.'^iiisidie S| eeirum, das von der 
yinju-l-Aiiedi'.ien IS7ö erhalten worden. 

Die ausgezeichnete Umkehrung der dankleu Fraunhofer sehen Linien im 
Moment der Totalität, e.nrde von \ieIcL r.:'ehiieide;ii gellen. Einige Be- 
obachter, besonders die ProIV. Burk er und Morton zu lfawlins, waren im 
Stande, Janssen's lleobnchlung vmi 1871 zu bestätigen, indem sie die 
hauptsächlichsten dunklen l'r;tu:iiie:'i-: 'sehen Linien im H[.eetrum der Corona 
sahen, was beweist, tla^ ein bet rächt lieber IVoccntsiitz der Corona- Strahlen 
nur relleetirtes Sonnenlicht ist. Die dunklen Linien waren aber so schwach, 



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— 272 — 

dass sie uur von sehr Wenigen gesehen wurden, und dies zeigt gleich klar, 
wie wir glauben, dass die Partikelcben, die das Sonnenlicht reflectiren , 
gleichfalls selhstlouchtend sind, wie sie es in der That so nahe der Sonne 
sein müssen. 

Ein grosser Thon der Ainmers-iut.kvit. i~; hei den vergangenen Finsternissen 
der Polarisation des Corona- Lichtes gewidmet worden, und obwohl im 
Ganzen eine überwiegende Masse von Beweisen criul'...'ii wurde zu Gunsten 
einer radialen Polarisation, so haben doch noch hoi jeder Fiustemiss einige 
Beobachter von liul' abnorme Resultate L-ri; idt , ganz im Widerspruch mit 
allen Anderen. In diesem Jahns kommt Dr. Hastings mit einer tangen- 
tialen Polarisation als sein Resultat. Dass er das Opfer irgend eines Miss- 
verstaiidnisses sein muss, ist fast sicher, da alle übrigen Beobachter, Wrigbt, 
Ranyard, Uarkness und Andere entschieden und ii Ii erc instimmend in 
ihrem entgegen; st/t™ Schlosse sind. 

Vorsuche mit dem TasimckT, eder dem neuen Wiirmeinesser des Herrn 
Edison, zeigten, wie es vor mehreren Jahren behauptet worden, dass die 
Warme der Corona ganz merklich ist. Mit einer Thermosäule an eiuem 
besonders eingerichtetem SpwtrosUp erhielt Herr Anderson in Princeton 
ein zweifelhaftes Resultat, das eine helle Wiirmclinie andeuten konnte in deus 
ultrarothen Theile des Cliromosphäre-Speetninis. 

Die bisherigen Theorien in Herren" der Constitution der Corona be- 
dürfen 6omit keiner Aendenirig. DicscILcn Suiisf.m/eis erschienen in der 
Corona, wio früher, nur in veränderten Mengenverhältnissen, wie es von 
den Sonnen-Physikern Erwartet werden mnsstc. in den Jahren 1869, 1870 
und 1871 waren die gasigen ücslandteile der Corona, der Wasserstoff und 
der „1474-Stofl", in solcher Menge und Hi-MjhaiTciiliciL und erhöhen sich so 
hoch Über die Oberfläche der Sonne, dass ihre Linien im Spectrum der 
Corona deutlich waren und die Aulmerksnmkei! der lleebnchter stärker an- 
zogen, als das schwache eoutinuirtiehe Spectnmi des von den kleinen, festen 
oder flüssigen KSrperchen, die gleichfalls einen wesentlichen Thoil der Corona 
bilden, ausgestrahlten und relledirteri Lichtes. Jetzt ist das Verh&ltuiga 
umgekehrt. Die Gase dinl on'.wedcr ihrer .Menge nach zu gering, oder zn 
kühl, um sichtbar zu sein. Dio hieraus Bich ergebende nichtige Lehre ist 
einfach, wio bereits erwähnt, dass in einem fewisscii Guide die Corona mit 
Sonnenflecken sympathisirt. 

Sicherlich erscheint es auch wahrscheinlich, dass, während die gasigen 
Elemente der Corona sireu.L' zur Senne ;_'chiircn , die nicht, gasförmige Sub- 
stanz, der Corona-Staub oder -Nebel, um fremdem und sehr wahrscheinlich 
meteorischem Ursprung ist. In jedem Falle war die Ausdehnung der 
Corona sicherlich nichr «criiig-'r als hei frühTen iielrg'-ulieiteri , wie es sich 
auch mit ihrer Helligkeit verhaken mag. Sie ist niemals vorher so weit 
von der Sonne weg verfolgt worden, wie dieses Mal von Langloy und 
Neweomb, welche sie sechs Grad la.iiL's der Ekliptik verfolgt haben, ein 
Hrfolg, der zum Theil der Klarbeil, der Luft und ihren erhöhten Stationen 
zugeschrieben werden muss. Dies ist vollkommen lnumoiiiretid mit der 
Theorie, dass Meteorseli wärme die neblige Materie, der Coruna-Hülie bilden, 
da sie, soweit wir es beurtheilen keimen, mit den SonnenHecken nicht« zu 
thnn hat. 

Ein sehr interessantes Problem betrifft die Wirkung der SonneukräHe 



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auf diese Meteon nasse, ivmiii nie wirklich riiif solche ist. «nd das Material 
für das Stadium derselben wird reichlich geliefert durch die zahlreichen 
Zeichnungen, die gemacht wurden von Langley, Abbe, Penroso, Host 
und Anderen und von den l , ! t .itn ! ;ra ] .l 1 ien, wiche in VonüdMikcit und 
Anmhl diejenigen i-b.rin-i^'n . wiche man h?i fiühm-n fiel Neuheiten er- 
halten. Unter den besten, die wir gesehen, sind die prachtvolle iicihe, die 
von Rogers in La -Tnnta, die von Drapor in Itaidh : ; nnd ,iic zu Ih-nver 
gerauhten; zweifellos gibt es noch andere von mindestens gleicher Güte. 

Kurz: die Finsterniss von 187S hat dun Sysi.^iti einen neuen Planeten 
hinzugefügt und hat gezeigt, dass dio unbekannt« Ursache, welche es auch 
sein mag, welche du: [.ürimliwlu-n Ki.iiiienlltvk" in luicrviilleii von etwa II 
Jahren erzeugt, auch die t'.u-mia-Atm.-.sphäi^ ,1,-r Si.na.t nflicirt. 

Dies gibt in der That eine, gewisäe Summe von Wahrsdiciiilirhkeit der 
Idee, dass diese Sonnen- i'ecicclcii .'iin-.' Wirkunu' auf die Erde ausüben 
mögen, wie sie in unseren iiieicorologisehen Zustünden wahrgenommen werden 
können; und obwohl der Verlader keuif-wr^ iii.iT<-;ii ä timmt mit Horm 
Lockyer in der Meinung, dass Herrn Meldrum's Untersuebnngon über 
die Indischen Cykloue bereit;, einen /-u Jaj i ljil. ;wh<h„:i diu Öoi:ii!'ii- 
flecken und dein Wetter bewiesen haben, vielmehr andererseits meint, dass 
der Zusammenhalt ilutv.li die Ite^Ita'e anderer Forscher widerlegt ist, so 
kann doch kein Zweifel darüber sein, dass der Gegenstand sorgfältiges 
Shiilium verlangt. 

Das Krgebnisa der letzten Finstei-mss zuigt eine solche periodische 
Aenderung in dem Zustand der Sonnen- Atmosphäre, dass sie sehr möglich 
einen merklichen Effect auf dio Erde hervorrufen kann; ob sie es tliut, oder 
nicht, ist eine Frage, welche nur durch soi-LilUlii-e und systematische Unter- 
suchungen der Thatsachen beautwortet werden kann."*) 



Heuer die Temperatur der Sonne. 

Das Problem, die Eigeutemjieratur des Sonueilkörpers zu ermitteln, hat 
in der letzten Zeil, eine ranxe Reihe von Forschern beschäftigt, unter denen 
wir mir die Harten Ericson, Vieaire, Seochi, Sorot, Violle und Crova 
erwähnen wollen. Während :n;n die ISeelie.ehliingen über die Strahlung der 
Sonne, welche diesen Berechnungen der Smiiieiileniperiitv.r zu (Stunde ge- 
legt wurden, überfinstimiiit'ii, waren die lierultate im höchsten Grade ver- 
schieden; so haben z. B. Wattorston, Ericson nnd Seochi gefunden, 
dass die Sonnen tomperatur nicht unter 1 oder 2 Millionen Grad Celsius 
betrage, während die Herrn Vieaire nnd Violle zn dem Scbluss kamen, 
dass diese Temperatur nicht über 1500 bis 2000 Grad steigen könne. Diese 
ungeheure Differenz erklärt sich aus der Verschiedenheit der Formeln für 
die Abhängigkeit der Strahlung von der Teuiperator, welche die betreuenden 
Auleieu ihrer Berechnung zu Grunde gelegt haben. Es hat daher Herr 



-1 AmtlioHJ Journal of Scioncea Scr. 3, Vol. XVI, Nr. 83, Scnttmhet 1878, p. 242 
XaturfiirsMuT. Nr. M. 

81,1.1. H«fl Ii 18T9. 35 



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— 274 - 



Francesco Rossetti hei einer neuen rtitcisueluiiig derselben Frage zu- 
u:u:lij: durch Ilx]» 1 !] nn-iiti 1 das (iofcl/, festzustellen ye-ncld. nach wulohem 
die Sii-.ililuii!;' sich mit der Temperatur innerhalb iniielithst weiter Greußen 

ändert. 

Zur Messung der Strahlung bediente er sich hierbei Theriuosäulen, nnd 
iils Wärmequellen benutze er für die Teu]|.etati].cu /wische» 0" und 300° 
einen Leslie'sclieii Würfel aus Eise«, der mit. Quecksilber gefüllt und 
dessen 8trahInngaBftohe mit liuss bedeekt war. Unter den bei solchen 
Messungen erforderlichen V^Khlsm^mreln wurden die Versuche ausge- 
führt, jede Messung zwei Mal wiederholt, und hei grösseren Differenzen 
zwischen den Leiden Wcrthen drei und vier Ablesungen gemacht. Im 
Ganzen sind zwölf fScnkiclitiiegsrcihen für Tcmperai.! neu zwischen der 
Wärme der Umgebimg |2S\>") ui;d ULH'-O" ausgcführl: 'Iii' Resultate wurden 
-ruphisch dai-sjesltdlt, indem ids Abscisso 'Iii' T^ttL, .«■!;[! ur.l i iV.- 1 enzen zwischen 

dem stru^eiiden Kerpcr I der Cmgebun-, in der Meli nie Säule hefuiul, 

als Ordinale die Ablenk« injen des i ;alYa«,«nelc.s genommen wurden. Die 
so erhaltene Ollrve wird von den bisher gebräuchlichen Formeln nicht 



Y = aT«(T — e) — b (! — ..) die b,-(d>ach[etc:i Gerthe ziemlieli gut reprodn- 
cirt. In dieser Formel hedeulct V die vm de: nt.ahhing erzeuge tliermisclie 
Wirkung, gemessen durch die Ablenkung des Guivanemeters, T ist die 
absolute Temperatur des strühlendeii Ivupers, » die Teinnemtur der Um- 
gebung, in welcher sich die. Sü«le belindei, und a und h Göns lauten, welche 
vull der Reschanenbeil den Tl, ennoel.nu.nl es anhangen und von Herrn Kos- 



kiipturingel biti'ttzt 
erhalten wurde. Die ' 
zwischen 700" und SO 
illl^i'liee.li Ii Flamme 



sn erhielt nun) etwas kleinere Ablenkungen, als die messenden Versuche 
ergabeu. Diese Differenz schwand jedoch als die Strahlung des blossen 
Kupfers mit dem des Kusses verglichen war und das gefundene Verhaltnies 
I cniclsicht wurde. 

Auch für Temperaturen über S.00" wurde die Giltigkeit der oben an- 
geführten Formel geprüft, zunächst für kleinere .Mctullkörper in der Bmi- 



Aivn von Magnesium-Uivchln-Ür sich bis mir libiO" nud 2.(00" erhitzten, 
i der Gesammtheit aller Versuche, die ausgeführt wurden, um die von 
aufgestellte Könnet zu prüfen, glaube ich scliliessen zu dürfen, dass sie. 
auensvoll angewendet werden kann in dem Talle sehr hoher Temperatu- 
und dass sie daher auch dienen kann, die Temperatur der Sonne zu 

Nun ging Herr Rossotti an die Messung der Sonnen - Strahlung mit 



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der Sonne auf das Inutruiiictit lielen: den ih-.Tiiii.eli'Mi \',\\h:t der Soiitujn- 
strahlung «rgHli di« ilill'erentf /.wischen der vierten und dritten AbliMiiiijr. 
Wegen der starken Intensität ilcr SoniinriJtmblmig musste in den Kreis des 
Galvanometers ein \\ ider^tard •■in^csdiiillei werden. Bei jeder 

Ürtfwnilikn;! wurde die Xenitli-LIutfrrnu:,^ der Sonne erst aus der Zeit be- 
rechnet, später direct gemessen, und der HiutiJ des liuroinet''i ; und Hygro- 



9 


5 


00 






92,5 


9 


35 


56 


36 


192,0 


92,0 


10 


5 


53 


21 


197,0 
200,0 


91,0 


10 


35 


50 


48 


90,0 
88,5 


11 


5 


49 


00 


201,0 


11 


35 


48 


00 


204,5 


86,0 


12 


2 N. 


40 




205,0 


82,0 


1 


40 


53 


48 


100,0 




2 


5 


56 


30 


189,0 


74,0 


3 


5 


34 


30 


174,0 


74,0 


3 


45 


70 


36 


155,0 


71,0 


4 


30 


78 


5 


130,0 


74,0 


i 


50 


81 


24 


109,0 


74,0. 


iser 1 


Tabelle fäl 


II v.uniic 


tat auf, 


dass die Ablenl 


;ii[isc]i, w 



dUellldli.'l, lee.-l.r. s^lII. jmi^'J) diu eWivn Miehlen weniger I 
wenen sein, und hnben weniger Wärmt vuii Uüii dureiiL;elie;;den St [ 
surbiil; am XndLinitiae;e desselben Tsujra waren die unteren I.uflselii 
■ni^er t'eindit, es liiilie.il diinn die uberen nielir Wassei-dnmpl' erhülleii 
ber auch mehr Wärmt! absorbirt. 



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Aus deu Yersur|.s,la!Hi cmstitiivtc Herr Kossetli Curven, deren Ab- 
sdsseu die Dicke s der dure!is;rahlhn Atme.s|diaie, deren Ordinalen die ent- 
■■liivuln udcn Ablenkungen der Galvanomeloruadel warou. lfoi diesen Ooo- 
.-itjiKitu.n^u iuu. er in <k-L- K^el diu Vornhltn^-Beeliiehiuugcti fortgelassen, 
weil sie sieb wenige:- gut durch ui tn_- c'in'.iiiLiitlicne Curvo darstellen liesseu. 
Iii'. 1 ^i'i'iui'JviLiMi Abhnknugcu i Irr Nudel sind nun aber dnreb dio Sonnuu- 
slrnlilen LT/L'llsjft, wclelie illndi die gan;.i> Alnicsphme ijegaiigcii waren, uud 
daselbsl i'ijin unbekannt Abschwächt! [lg erlitten haben. Will man die 
Wirkung der Wärmestrahlung der Kumic vergleichen mit der warmer Körper, 
die in kurzem Abstünde von der Hiiuie sich befinden, so muss man den 
Werth dieser Absorption kennen. Dieser Werth wird mich der allgemeinen 
Annähme ausgedrückt ilureli die [formcl i]="«be, in der q dio Wärme- 
menge ist, die in der Zeiteinheit auf die l-juhcit de; Oberfläche senkreeht 
/ur Ki eh tun;; der StraHeu lällt. a die Wärmemenge, welche an der Grenze 
der Atmosphäre auf die Flächeneinheit senkrecht wilfillt, ti der Absorptions- 



h Wertho für die Constauten a und b zu ermitteln, aber 
nel noch aueb einige andere emphische Wormeln, dio er 
sich auf die Daten anwenden, so dass er die l.'t ms lauten 
einzeln berechnen nmsste. Ii zeig;'' sieh dabei, das» der 
.ii Tage zunimmt mit Zunahme des WcrtliDS s, Ms mit dem 
Stimmt; dass ferner über einem bestimmten Werthe von « 
h censtant wird. Der Werth von a aber zeigt bei keiner 
; Warwe, welche, auf die firenz.e ,1er AI nie Sphäre fallt; im 
t man, dass mit der Abnahme, von * der Werth von a 



Ab.ne.Lric und du) von a die Ordinate sind, fand nun, dass die ein/einen 
Punkte sieh einer gradeu Linie nähern, und es hat daher Herr itossetti 
beim Fehlen jeder cxaetcrcii Jleiliüde zur Bestimmung von a, diesen "Werth 
ans der Cnrve berechnet, und ans den Beobachtungen der einzelnen Tage 
das Mittel von ;!:<:;,; riealenl heilen ^■.tiii.deij. Die A bi\ eichnngen von dem 
.Mi'iehwrlhe hetrageä in Wärmegradeil ausgedrüekl nicht mehr als 3 Grad. 
Diesen Mittel ivert Ii für die Wärmemenge, welche in der Zeiteinheit auf die 
l''läc!:cin'inliei( an der Grenze der Atmosphäre senkrecht aiiflalll, hat Herr 
liessetti aus seinen lieobachtuugeii dureli eine andere Aldeilnnü beseitigen 
können. Der gefundene Wenh für a — :!U:i Sealentheik: wurde, um die Vcr- 
gleichnng mit den irdischen U'ävmei|iiellen vollständig zu ermügiieben, rc- 
dueirt auf den Werth, den man erhalten würde, nenn im Kreise desGalvauo- 
luclers kein Extra widerstand helindlieh ist, und für denselben dann der 
Worth 1838,5 Scale ntbeile gefunden. 

„Man pflegt die elfcclive Temperatur der Söune diejenige zu nennen, 
welche ein glühender Kiirj.tr i'on gleicher Oivsse und in demselben Abstände 
wie die Sonne haben iniisslc. um denselben Itierniisehen tillecl hercin/uinien, 
wenn er mit dem Minimum des Kmissiehsveiiiiügeiis ausgestaltet ist. In 
diesem falle ist ohne Weiteres die oben au l'e.e.-l eilte V'enuel anwendbar , . . 
und man erbalt aus ibr den Werth für 1=10238,4?, uud daraus ergibt 



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- 277 - 

sieh die oli'octivo Temperatur der Sonne in Graden der bunderttheiligeu 
Seala. t = 9065,4°. . . 

Das von mir erhaltene liesultul bedarf jedmdi einer Modiucation, wenn 
mau auch noch dio Absorption ln'i'iii-lisiniiliiicii will, weicht! die, diu Sonne 
unigebeude Atmosphäre ausübt. Xncli den Versuchen von Secoili Übt die 
Soll neu- Atmosphäre eine krallige A Ijhi n|.L ioi] iinl' ilie Sliahlon aus, welch« 
vou der Photosphare koiiiinou, in .Kolj;e deren würden nur 12 l'rocent der 
Sonnenstrahlen die (iren/eu der Keimen- Atmosphäre iibersch reiten, während 
88 l'rocoiit von derselben absorbirt werden. Nimmt man diesen Wert 
Socchi's als osaet an, so kann min die thermische Wirkung berechnen, 
welche dio Sonno bieten würde, wenn sie keine umgebende Atmosphäre 
hatte. Es ergibt sich dann T ^= 20U53,7 und daraus t ^0380,7° C. 

En esistireii noch /.wei Ursachen, welche diese Itesultale in etwas mo- ' 
diüciren kennen, aber sicherlich nicht um viel, da die Wirkungen derselben 
entgegengesetzt sind und wich aul'liehen keimen. Kine ven diesen Ursachen 
ist der Werth des speeilischeii Kmi-shei^vcrm.JL'rüs iler Sonne; es ist möglich, 
dass es kleiner ist als die Einheit und in diesem Kall« wäre die wirkliche 
Temperatur der Sonne höher. Der andere l.'msriuui ist die Ausstrahlung 
der verschiedenen Schichten der Seuucii-Atumsphair; obwohl diese klein ist, 
so ist es doch sicher, dn;s wir auch die Strahlen der verschiedenen über- 
einander liegenden Schiebten erlmltcn, und obwuh". iiire Temperatur Kieber- 
liöll geringer ist als die der darunter liegenden l'holosidiilre, so addirt sieh 
zu den Strahlen dieser letHcren auch ein Teil iler Strahlung dieser Schichten, 
so dass tn einem solchen Falle eine niedrigere Teiimeratnr der Sonne aus- 
reicht, UJu die mit unseren [nslnuin-iiten a-messeue Krwärmung hervorzu- 

i-ufen. 

Daraus glaube ich schliefen zu kennen, dass die wahre Temperatur 
der Sonne nicht viel verschieden sein inuss vou der, welche eben die 
efleeiivo Temperatur dieses Ueslircs irenaot wurde, end diese wird nicht 
viel niedriger sein können als zwölf Tausend Grad, wenn man nur 
die Absorption berücksichtigt, die in der Erdatmosphäre ausgeübt wird; und 
nicht um vieles zwanzig Tausend Grad übersteigen kann, wenn 
man auch noch die Absmj.iiun berücksichtigen will, die in der SoiiiMJi- At- 
mosphäre hervorgebracht wird, und 0.8?} der I lose, n mit- Strahlung entspricht." 
(U nuovo Cimento Ser. 3, Tcmo III, 1878, p. 238.) 



Der Mond 

und ilie Hcse hallen hei t und Gestaltung seiner Oberfläche. 
Von KduiODii Ndoon. 

PtTTI- ) 

Zu den merkwürdigsten Krsc.h ei innigen der Mondoborlläche gehören die 
bellen Strahlen oder Streifen. Dieselben find jedoch nur dann sichtbar, 
wenn die Sonne, einen hohen Stund ülier die beireifenden Mondrciiionen hat, 
Sehwabe glaubte, dieses Siehtkuwerden =ei dadurch bedingt, dass die Um- 
gebung der bctrettcisdeu Streifen mit ;ji:Lclii;ienJer Sonnenhöhe mehr und 
mehr abdunkle, Sieheu Hauptformationeu des Mondes bilden die Mittelpunkte 



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solcher Streifen, iiiimlidi: Tvcho. t.'.ji.traicru. Kepler, [ivrniu». Alu:, Jerons, 
Aristarehus und Olbers. Weniger klirr entwickelte- St reifen Systeme zeigen 
sich bei Meyer, Enler, l'roclus, Aridillus-, Tinioc harn und einigen andere« 
Formationen. Die Streifen beginnen meist in *;eiiu.m-i Entfernung von den 
Wfillen, indem deren unmitle]lj;;re riiii;e)jiiug vorhiiltuissmässig dunkel, 
gewöhnlich mir 4° bell oder tmi Aiistiirolius nur 2 11 hell ist, und erstrecken 
Bich alsdauu 100, 2W und 500 engl. Meilen weit filier Hiicnfln, Kraler, Berge, 
Thiiler und alle Formationen oline Unterschied, ohne in irgend einer Weise 
verändert zu werden oder zu verändern. Nahe bei ihrem Ursprung bilden 
diese Strahlen durch ihre Verbindung eine Art Nimbus rings um das aus- 
strahlende Centmm und zwar von sehr iinglWehw Gr^c; hei Kepler ist 
" ' ' i kaum wahrnehmbar, danseits 

l gerade, oft verzweigt, doch 
HS, auch in gekrümmter Linie, 
zlinh bei einem Krater oder 
hellen Regionen des Bandes, 
!r zwischen den Bergeil Tor- 
rn ist das des Tyeho, wo viele 
den können, die, meist 10 bis 
a S.-W.-Quadranten dos Mondes 
nud über einen bedeutenden Tin il den H.-O. -Quadranten erstrecken. Einige 
dieser Strahlen verlieren sieh im Marc Nnbimii und im Oceantis Procellarum, 
nachdem sie eine Strecke vnn OiKl hU 700 engl. Meilen durchzogen haben, 
während einer fast: die ;.'a:i/e sk-bi lüire Hemisphäre kieii/t, bei Menelaus 
nahezu Uli wahrnehmbar ist, aber wieder sehr deultieh wird, indem er das 
Maro Serenitatis überschreitet, und schliesslich an der bellen Gegend des 
Bandes jenseits des Thaies veiaehwiudet — eine Länge vou fast 3000 engl. Meilen. 
Wann diese Strahlen zahlreich sind, verdecken sie alle Ungleichheiten der 
Lichtreflesion der Formationen, die sie durchziehe», weshalb in einem grossen 
Theile der S.-W.-Kewn de, Mondes in hoher Beleuchtung nur wenige 



och einander -ehr ähnlich 
irte Streifen verschied. ■ner 
i Winkeln von 130» drei 
titbar, der dritte dagegen 




:u Stellen, 
cken si,:b 

Imflichen 



scheinen, Die wahre Natur diese, Streife:, und der Ursprung der Strahlen- 
systeme ist gegenwärtig »r u La-k:ii i ti r- , obgleich ''s scheint, dass sie keineswegs 
bloss Erhüliuiwes) der Uberfliidie. wie lierüe. Klicken etc.. sind. Beer und 
Mildler betrachteten sie als von allen Formationen der Oberfläche vollständig 



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nit geeigneteren 
i.s hu rite nrihi-]iiVr:i'l 
ii-csscti der Oberfläche 
aiiir scheint, keinerlei 
erklärt, weshalb die 

)-A dc.l ljc iclUM.Uc;, 



u Unregelmässigkeiten der i ibertläche, s.mlmi mit Krater- 
systeman, wie bei Kepler, Byrgius iiiui im Söilivesteii, in Verbindung KU 
stehen, wahrend sie in anderen Fällen von gewissen Störungen der Oberfläche 



welche Art durch Material von .lern umgebend 

wären, verschwinden die Strahlen plötzlich an di 
jng der Frage nach dem OreprnDge dieser Streif 
rscheinlich nicht eher gefunden wurden, bis dioselt 
so gv (mi ]!,ehHi l'rüfiiiiL' L-enucht wurden, dass ati 

die sii: darstellen, erkannt sind, 
wd im Norden und Westen des Oeeatms Procellan 

von 4 bis 7 Meilen in. Durchmesser, die von eil 
herflächo umgehen sind, welche sich 10 bis 30 Meil 
n di! reckt und nllmälidi in der umliegenden 1'liir 
■, welche gewöhnlich 7» bis 9° HclÜLdieit liab 



Ausser den erwähnten Helligkoitsuntcrschieden der verschiedenen Tboile 
der Oberfläche, gibt es ebenso deutliche sueeiti-rhe Dilleretizcti in dor erkenn- 
baren Farbe, ganz besonders, wenn giii:st:<;e lteiliiii:iin!icu gegeben sind. So 
erseheint der ganze mittlere Theil des Mure Seieniintis in einer entschieden 
hellgrünen Färbmii:, wahrend im .Maro Ikmoruni ein etwas dunklorer grüner 
Ton vorherrscht und eine schwächere aber ähnliche Erscheinung im Mars 
Crisium bemerkbar ist. Dan Mare fVig-iris selieinl. ebenfalls von mattem 
schmute.ig- gelblichem iliiin. zeitweise melir brämlirli-gelh als grfln, und 
eine ähnliche rhsohcinunr; ist unter .jiinsl.i-rii I ie.lir.sn^-n im Mare Tmbrmm 
zu entdecken, während der i'alus Somoii eine eigeur.hiimlich goldbraune 
Farbe, die unter gewis-eu lm=.t.indi'ii icicät l.eiuerklich ist, zeigt. Mädler 
lonkt auch dio Aufmerksamkeit auf einen ■■ö.tl:licl:en Schimmer der Ober- 
fläche nahe bei Liebtonberg, doch ist diesei gcgrawü.lig kaum zu entdecken. 
Die Oberüäcbe dos .Mondes zeigt jeden Ton von blassem Gelb, Grau und 
Weiss, und an vielen Stellen geht ilus Gelb fast in ein blasses BraUB über. 
Ein sehr bemerkensv.ert.hei ( JnilrasL tindel. si.att zwischen dem Grauweiss und 
Weiss der helleren Theile der liehen lierggcgeuden nn,l der Wälle der grossen 
Itinggobirge, sowie dem i liauv.viss und Weiss der Mtreifen; ersteres erscheint 
von bedeutender lulcnsität. mit einer deutlichen l'itrbnng von Gelb, während 
letzteres ein dünnes bläuliches Weiss von geringer Intensität zu besitzen 



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— 280 — 

scheint, fast als wenn es opa!ä?firr:iid wäre. In Lrlc-ithL'i 1 Vvei-t d^licir.t da^ 
Weiss der helleren Krater nn>!i r bkinlieh zu sein, als gelb wie hol den Bing- 
gobirgen, obgleich es diese an In;.en:dtät der Färbum: üburtriftl. 

Es ist nntlmulir.il -.-.-.t die-i-m nri t weiter auf die Ausführungen Neison's 
Ober die einzelnen KiMheinuiievn der Miiiidjile'itläehe i 'in /Hielten, es muss 
iu dieser lleiiehuu:; auf üits w L- --1 it iiro Werk selbst vurwieseu werden. Nur 
möge der Scbluss de- Kapitels iiiirr die Geschichte der Mcndheohachhitigen 
hier I'latz finden soweit er sieh auf d;is letj.t.verllossene Jahrzehnt bezieht. 

Seit 181)8, sagt Ncisou, sind viele Beobachtungen von Formationen der 
Mondoberflachc angestellt worden, doch hu Allgemeinen ohne bedeutend« 
Ergebnisse. Kino Ausnahme bildet die systematische Keduction einer Anzahl 
von Beobachtungen des Plato in deu Jahren 18G9 bis 1871, durch ei» 
1870 und 1871 von der British Assoeialinn ernanntes Comite. Dieselbe 
enthält verschiedene hoehiiitere-;-aii(e Thal-neben . welehe Veränderungen tili 
Aussehen gewisser Objekte dieser Formation andeuten, die weder durch 
Erleuohtungs- nnc.li durch l.ibrüririiiKiiulerse.hi.'dc erklärlich sind. .Hit dem 
Schlüsse des Jahres 1874 knnu die Sc h:no "rapide als auf einem liuhepunkte 
angelangt betrachtet werden, von dem aus sie zu neuen Fortschritten ge- 
langen möge, da dio Ergebnisse der vorhergehenden Epoche die Fragen, 
weicht! ihrer Lusimg harren, deutlidi brfliiiiinl IiuIümj. 

Während der Periode von 1864 bis 1874 ist vieles von bedeutendem 
Interesse ermittelt worden, /um Tlieil durch weitere Beobaeb langen, zum 
Theil durch Vergkir-liiiiig iler liesiiltme und Zrichtusngeii der früheren Be- 
obachter, und es liat sieh eievlm,. ilass .Mädler's Srhlnssc iu vielen Punkten 
der Modifikation liedürfen. Schmidt und Andere halem lleispiole physischer 
"Veränderung auf dem Monde nachgewiesen, doch haben diese nur in einem 
Falle dio verdiente Aufmerksamkeit gelinden. Niehl minder liegen zabl- 
roicho Beobachtungen vor über eigeatluiniliclK Ve];Lnde:iii]i;e:i ii.:r Sich: kuk-ej: 
und Erscheinung veiichiutlerer Formationen, die iiieht von Veränderungen in 
der Beleuchtung herrühren, auch sind viele neue Objekte entdeckt worden, 
die gegenwärtig so gut sichtbar sind, dass man es kaum für möglich halten 

graphen übersehe» wurden; sehlier-slirb -iad /.wi^chea den Karten von Lohr- 
mann und Mädler an Stelle» bedeutende Differenzen entdeckt worden, wo 
besondere Genauigkeit angestrebt worden und wo solche sehr leicht zu 
erlangen war. In Kürze kann als da? Resultat der letzten Periode seleno- 
graphischer Tbätigkeit bezeichnet werden, ilass, ehe die wahre Beschaffen- 
heit der' lunartn Detail durchweg verständlich wird, fast alle Fragen wieder 
als offene betrachtet werden, dio man zuvor von Beer nnd Mädler ge- 
nügend beantwortet glaubte, in Bezug auf welche diene aber der kleinen 
(letlimiig ihres Teleskups weL'en in beil.'iiteaiie») Nachtheil waren. 



Der ebub Krater beim Hyginus. 

In der englische» Zeitung The Mail vom 2. September befindet sich 
ein grosserer Aufsidz über den neuen Krater beim Hyginus. Hie. er Aufsatz, 
stammt offenbar aus der Feder eines mit dem Stande unserer Mondkennf- 



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Dr. Klein's Krater eiligen 




als das umgebende Mure. 


I'iiAtAlii:; 


Kraters unter höherer Be: 


Lenchtuug . . 


den Krater N beim Hygi 


uns bet.reffe]). 


die liutherfurd'scbe Phot. 


■giaphie des 


untersucht, bevor ich das 


Hrseln-inen i 


selbe Heck, den der engli 


■«.•he Herichtei 


anderes als der Hügelzug, 


welcher sie; 


und der in hoher Beioucht 


UN- lebhaft < 


dass die kleineren Krater 


u:it?r Itohün 


Kecke erscheinen; dies ii 


it aber nur i 


Wüllen, nicht bei solcher 


i, die bloss 



therfurd, (Je la Kue, Ellery und Drapcr, erscheinea manuichfache Objekte 
von weniger als 2 englischen Miitn im Thiichmesser. Da nun der Moild 
iu jeder Phase bereits photographirt worden ist, so ksmite man vielleicht 
horten, dass diese Photographien Dr. Klein's lvra-.e.r /fk>e:i, falls dieser wirk- 
lich vor 1877 cristirte. Wir finden indes nicht, dass auf irgend einer 
Photographie des Mondes der Krater sich dirsic;ii als sflr.virr.or oder grauer 
Fleck. Aber auf ltutherfunl's s].k'udhlor ['bo-.o^r.Lpliio des Mondes vom 
6. März 1865 (als dor Mond erst 9 Tage C alt war) wird der Orl von 

"mein kleinen Hecken, der heller ist 

gewöhnliche Aussehen eines kleinen 
" Diese Ausführungen, somit, sie 
sind itidess irrtümliche. Ich habe 
Mondes vom G. Mär/. 1 8.>r. ^nan 
as neuen Kraters ankündigte. Der- 
itatl«- für den Krater hält, ist nichts 
wt-tlir-h von dem Krater biur.ic.at 
an;'.;. !i;M- lieri.^trmatter bemerk!, 
r lielenfhlani; gewöhnlich als helle 
er PaB bei Kratern mit deutlichen 
•rosse niude Vertiefungen darstellen, 
ohne umgebenden WaR Diese letzte ruFormaüo neu bilden die sogenannten 
Kratergruben, Kelche Herr Xeison so stliSu beschrieben hat (S. Sirius 
S. 203). Der Krater N ist eine der givsslcu diese: Kr« [ergruben und ver- 
schwindet bei hoher Beleuchtung vollständig. Seine Sichtbarkeit beginnt 
ungefähr 1 Tag vor dem Ersten Viertel und wenn dann die Lichtgrenr.e 
über ihn gegen Westen hirlsi -eich tea ist. erscheint er als grosser nmder, 
mit tief schwar/em Schatten eriülUor Schlund, an Deutlichkeit und Augen- 
filligkeit dem Krater Hyginus, der bald hernach aus der Nachtseite knmmt, 
fast völlig gleich. Diese schwarze Beschattung erhält sieh noch einen Tag 
nach dem Ersten Viertel, dann riebt sieb der Chatten mit steigender Sonne 
Misammen, der Krater zeigt im Innern ei in.- kleine kreis ■ormie.e schwarze Fläche, 
von graubraunem Halbschatten umgeben. Etwa einen Tag später ist der Kern- 
schatten vollständig verschwunden und man siebt uitii am Orte des Kraters 
einen matten, grauen Fleck, der rasch vflllig unsichtbar wird. Aehnlich 
sind die Sichtbark «itsvorhaUnisso bei abnehmendem Monde. Im Ganzen ist 
der Krater N bei jede,- l.unaf.ion etwa Tage hln.lareh bequem anfzutinden, 
theils als völlig sebw.ii7.er Kreis, Iheifs als grauer Fleck. Es ist hiernach 
schon von vornherein durchlas verfehlt, dieses Objekt auf einer Mond- 
i'i'.. Sil;!-;. pale sinke'! ■/» «oller, auf welcher ilie l.ichigrcu/c Schölt iellsejl.s 
des liraiesr.'ier.es licet! kh habe dun:!; üi-naue? Stiidr.im einen sehr hohen 
Begriff von dem Werthe der Kutlierturi.rschcii UundphoM^aphien erhalten, 
aber man kann offenbar nicht verlangen, dass eine selche Photographie 
Objekte zeigen solle, die bei direkter Ji.e.bachlung mil den schärfsten lle- 
frakloren zur Zeil der phologiaiibiscben Aufnahme unsichtbar sind! 

Bei dieser Gelegenheit dürft« es geoiguel sein. Einiges über die Beob- 
achtung der in Rede siebenten M' lre-iiiu 'lmoli Herrn Mehmidl in Athen 

zu erwähnen. Nach einer gelallten M ittbeilimg dieses langjährigen Mond- 



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beobaehters hat derselbe an narhsieaen.i v^rzeiehiieieu Tai,™ die betreffende 
G'^'i;]^.! i in t und den Krater nicht gesehen: 

1842 Septbr. L3., 23., 25. 1868 Juni 11. 

1 ^ in iliu 8. Ausist 17. 1869 Februar IS, 

Novbr. 12. 1870 Juli 5. 

1853 Mai 15. Juni 13. 1871 Marz 28. 

1860 April 27. 1872 Dezember 7. 

18fi2 Jwü -1. u. 17. 1873 Juni 2. 

IKlhi Januar 23. 1875 Marz 14. 

1867 Juni 8. 1875 August 13. 

Dagegen ward nach meiner ficiuvlirioiitiiiung 1877 Juni 2, Juli 19 
und 1878 Febr. 9 das flache Rillen tbal und der IvYater von Herrn Schmidt 
sofort gesehen. Ware der Krater viel..! Jahre früher vorhanden gewesen, so 
hätte er 1867 Juni 8, 1870 Juli 5, 1871 Män 28. 1*72 Hev.br. 7, 1873 
Juni 2, 1875 Jliirz M TTi-rin fStlniii.lt absolut ali-lit onfgohen können, da 
er zu dieser Keil sich vi. 11 beschallet daislelkn itmsste! Klein. 



Die wichtigeren und interessanteren Doppelsterne, 

mit besonderer Jlerikksldilisiiiii!: der .-dum in <:i: Heimlichen Teleskopen 
siebtbaren Objekte. 

(Schluas.) 

f Pogasos 

Rectasc. 339" 52'. Drtlto. + 11° 25'. 
Von John Hörschel zuerst als Do: feiste in lieobachk-t. da der äusserst 
schwache Begleiter dem altera Herscliei eutjrangcn war. Der Hauptstern ist 
0. Grösse, der Sat'dlil 12- lin'i't. Wi-uves Me^mieru ergaben: 

1828 Distanz 1241" Pos.-Winlel 119-6« 
J.jIiii Herseliol fand 

1830 „ 13-5 „ 122-3 

G9 Wassermann (2943) 
Beotuc 3«° 0'. Loklin. — 14° 4(1'. 
Dieser Doppolstern wurde am -Jü. August 17H2 von W. Hörschel zuerst 
gesehen. Der glürm;iid ueiwe Hau Idstein ist o. Grösse, dar Begleiter 9.2 
iiri'.sse. .Man Int i'ul^endo Messungen: 

W. Hersehel 1TSJ Dislau/. \iW i'os.-Winkel 109-9« 
SourJi 1825 „ 30.536 „ 1128 

Struvo 1831 „ 30-703 „ 11222 

Dembowski 1803 „ 28-492 „ 11*66 

71 t Wassermann 
Reclosc. S40° 29'. Dctlin. — 14° 21*. 
Von W. Hörschel am 28. August 1782 zuerst als Doppelstern beob- 
achtet. Der Haunlsiem ist ridiilicii und nach South 5. Grösse, wahrend 
Heia ihn 4. Grösse ansetzt. Der Begleiter ist sehr sehivach. South's Mes- 
snugen ergaben: 

1824 Diatauz 133-4" Pos.-Winkol 292= 24' 



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— 283 - 

Anonymi in der Eidechse. 

Von John Berschel zuerst beobachtet. Per Hanptsteru ist ö. Grösse. 
11,4- ]ii'«li!i;.<>r H, Grösse. Die Distanz k'trii"; mich Jen Messungen des Jün- 
gern Hörschel 1S30 4.7', der Pos. -Winkel 247-5 0 

IG Eidechse (29G0) 

Eoctaac 34B" H7'. DekKn. 4- 40° 51'. 
Min dreifacher SLe: 1 ;!, dessen H'_'l-i:..T jclorh dclnver zu sehen sind. 
Nach -Stnivc ist <i.T H:iup1stiTii ü. (.iN'ifi' und iveisii, der eine Hi-gleiter (b) 
12, Grösse, der uinlere (c) Ii. Grösse. Für cistorou fand: 

Struve 1831 Distanz Ü051" Fcs.- "Winkel 4707» 
Der zweite Begleiter steht im Fos.- Winkel von 34415". Die Distanz bat 
Struve nicht gemessen. 

ß Pegasus 
fojetaso. 344" 11'. Dalli». 4- 27" 18'. 
Der HiiiiiilsliTii ist verandn-lieh. Im .MaNimum ern-iebt i-r 2.2., im Mi- 
nimum 2.7. Grösse. Per LiehhwcliS''] {jfschirhi /iniilh-h uiircsrclmiissig und 
wird von einer Verändern iig ..!er :■ ■ 1 1 i 1 1 L ■ ■ ] h : n Färb'.' de;; Uterus begleitet (oder 
hervorgerufen). Her Begleiter, von Jiihn Berschel beobachtet, ist sehr 
schwach und stand 1830 in 80" Distanz und dem Pos.- Winkel von 2041°. 

83 Wassermann 

B«Ctuc. 344" 24'. Deklln. — 8° 28'. 
Der gelbliche Xb:.ni ."u'>. Griese hat I:i st'itn'i- Nähe einen andern Stern 
7. Grösse. Siran- irtbt dessen rusitiuu wie folgt; 

1835 Distanz 202-1" Pos.-Wiukel 146«. 

4 Andromeda 

Von John Hersihd als Uoi'iicisi.ürn hoofm-liM, der Heclciter ist schwach. 
1830 Distanz 50" Pos.-Wiukel 347«. 

57 «i Pegasus (2982) 

Itectasc. 345- 33'. Dokhn. + 7" 53'. 
Von W. HerscheJ am 12. November 1784 entdeckt. Der Hauptstern 
ist 5'9. Grosse und goldfarbig, der Begleiter 10.5. Grösse. Struve hat fol- 
gende Messung: 

1831 Distal)/. 325fi2" I'es.-Wiukel 19810« 
Heide Sterne bilden ein physisches System. 

r Cepbeus 

Kectaac. 345" 40'. Doklin. + 74° 36'. 
Von Jolm Berschel als Poppelstcm beobachtet, im liefraktor zu Pul- 
kowa abor als dreifach erkannt, indem der Uauptstern selbst ein Doppel- 

Dec Ccntralstem ist, 5. Grösse, der entfernte ic Ih-^ieiltr Iii. Grösse ' 
(nach John Hölschers Skala). Der nähere Bogletter, den erst der 14"-Re- 
86» 



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fraktor zu Pulkowa darstellt, ist nach Strnvc 8.9 Grösse und stellt in 1-5" 
Distanz. 

2 Cassiopeja 

Rectase. S45° S4'. Dikl. + 58° 34'. 
Von W. Herschel am 6. Sept 1781 als doppelt orkaunt Der Haupt- 
Btern ist nach Hois 6. — 5. Grösse uud rothlich, den Begleiter schätzte Soutli 
9. GrDasa. Dieser Beobachter fand ferner: 

1824 Distani lCfiV Pos.-Winkel 103-33» 

Ol y Wassermann 
Rec-tosc. 347" 4'. Deklin. - 9° 58'. 
Ein leicht m beuW-bierider !).'i'i'i''sh'[iL, den seku: i'lir. Mayer erkannte. 
Nach Slruve ist der Hanvdi-Ieiii 4.5. llnisse und entschieden gelb, der Be- 
eleifcr 8.5. Grosso und blau. Eine SMnngsreränderung ist mit Sicherheit 

' 2 Ejgirtibi'Y,T-;;iiri;;, 



Nach A i'ffi'huuk'i' k'triisrl die phrliche Ei^enbewegung: 
in Keetascension + 0'393» 
in Deklination — 0 015" 

94 Wassermann (2998) 

Rectaac. 347° 53'. Dcklin. + 14" 15'. 
Von Vf. Hprüdii'I iiui 20. August 17S1 als l\.p|>el~lern entdeckt. Der 
Hauplsteru ist 5.2. Grosse «ml tfi-IMinh weiss, lLi'i- Begleiter 7.2. Grösse und 
blau. Die Oit-veründeiuiig des HeL-lciti'r.s ist jedenfalls nur gering," doch 
bilden beide, wikii-ii tr ii-ii-:ii'V lü^iriilir'.vi <r.in-_', einen physischen Counel. 
Struve 1831 Distanz 13307" Port-Winkel 345-15» 

Dembowski 1858 „ 13709 „ 34480 
Nach Argelander hat man J'ftr die i ü i ■ i r l i . : '■ e D'Lrenbcvtegung; 

in Keetascension + 0 279" 
in Deklination — 0-116" 
im Kaame 0294" 
34 o CepheuB (3001) 

licctasc 348« II'. Detlin. + 67' 1D'. 
Von Fr. W. Struve als Doppdatero erkannt. Her stark Reibe Haupt- 
stern ist 5.2. Grösse, der si'lir Iduue lieglcile.i- 7.8. (irösse. Der Begleiter 
-iln'int 1 1 ■■ Sti'Hu:;«; /iHidit-h mrirh t.a verändern: 

Struve mvi Distanz 2 353" Pos.- Winkel 174-97 
l'embosld 1850 „ 2*635 „ 186-07 

Doberck 1877 „ 268 „ 191-7 

Anonjma in der Cassiopcja 
Rccti.se. ,150" Bf. Dskl -f 57" 5fl'. 
Hier stehen mehrere Steine sein 1 nahe bei einander und bilden ver- 
schiedene L'aare. Der hellste Stern isl 5. (Inisse und hat einen Begleiter 



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nochmals zerlegt, doch beträgt der Abstand des innersten Begleiters nur 07." 

19 x Andromeda 
Bectiisc. 350" 19'. Doklin. + 43" II'. 
Von John Hcrschel beobachtet. Der Hauptstera ist 5. Grosso, der Be- 
gleiter 13. Grflsse. 

1830 Distanz 85" Pos.-Winkel 181-9° 

107 Wassermann 

Hectaao. 364" 87'. DekBn. + 19" 2V. 
Dieser schöne Doppelstern wurde am 23. Ausist 17-0 von W. Hersubel 
/.nüi-st- erbtunt. Der Hauptstera ist 0. Grösse, der Begleiter 7. Grosse, beide 
sind weiss. 

South 1823 Distanz 5-05Ö" Pos.- Winkel 143« 30' 
1880 „ 612 „ 141 15 

Jacob 1846 „ 578 „ 140 30 

Powell 1856 „ 5-65 „ 138 55 

8 tf Cassiopaja 

Bectaso. 857" 5G'. DeU. + 54° 57'. 
Von W. Herschel am 31. Aug. 1780 als doppelt erkannt. Der Hauptstem 
ist 5.4. Grösse und i-ifmlii:]), der lli-yli-ilrr 7..1. Griiwn; und stark blau. Die 
Farben sind intensiv. Der Begleiter scheint seine Stellung nicht zu ver- 
ändern: 

Struve 1833 Distanz 3-012" l'os.- Winkel 3J3-47" 
Demboireki 1858 „ 3'01 „ 326*47 

9 Cassiopeja 

Ikcfasc. 858" 13'. Dellfn. + ul' 29'. 
Der Hauptstern 5.0. Grösse, hat iii ^ri'ss>!inr l'^iilViuung einen schiva- 
clien Begleiter. South j-il.t dr^u Sl-Ilim- wie folgt an: 

1824-3 Distanl 245-4" Pos.-Winkel 195» 37'. 



Vermischte Schnelten. 

Sonnen -Beobachtungen im zweiten Vierteljahre 1878. Im Laufe des 
weiten Quartals d. J. sind diu Flecke. K;u;ki;ln und Granulationen au 60 
Tagen, die Chromosphäro und die l'rotuberauKu an 43 Tagen, die Linien 
des Magnesium und die Linie 1474 K an 27 Tagen vou Herrn Tacchini 
beobachtet worden. Ks leig-e sien da-Lei, dass dir Tiiiiligkeit der Sonne 
:-ii;li ;:ch: scijivMcli erba I leu , und wenn man nur die Flecke als Index der 
Sümieiitbiiasikeil nininil, hütte ■ if .--sc 1 ! dv;ji Ku^en.mmien ; aber man muss 
auch die Tage ohne Flecke berücksichtigen, deren Zahl bedeutender ist, 
mau hatte einu uiiL-tMeh^Iii-hu l'eriinl!; vuii U5 Timm, wälirend welcher kein 
Fleck beobachtet worden. Am Ende dieser Periode netten sich die flocke 



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plötzlich mit einer metallischen Eruption, die man gerade in dem Moment 
beohachtet hat, wo die Fleete mit den Fackelu an dem Westrand ankamen; 
die'Gegeud der Fackeln, innerhalb deren die metallische Erruption sichtbar 
war, hat während 4 Sonnenrolationen angehalten. 

Die Protnheranzen war™ sehr selten und sehr Mein; sie zeigten wie 
früher zwei Mtixima Eni' den b-:iili ii f [i-ini^ilifüi-ii z',vi-a:hen :.!0 und lii) tirnd 
der Breite. Die Chromosphäri) hlieb schwach, und die Untersuchung ihres 
Spectrums lehrte, dnss im Vergleich mit (!-'iu ^eieben '.Quartal dos Vorjahres 
die Liuio 1474 K die Häufigkeit der 5-Linien mehr übertreffen. Dia 
Granulation war fast immer glänzend, begleitet von einer grossen Anzahl 
vuu verschleierte 11 Flicken und Lochern mit kh'iacn Farkoln. Eine grosse 
Anzahl der verschleierten Löcher und Flecke bildete besondere und häutiger« 
Gruppen auf der uönllioacti n'an>.j>aärc: üit-ae ErsobeÜHUIgeil waren sehr 
deutlich auf der ganzen Si u) rn-n. >l,f ill fii-h.- , .dVeubar we^en der allgemeinen 
Stille. „Wir sind Zeugen der elr-mciitai en Arliil. »ekhe iiiiaunierlich die 
I'hotospMre erneuen durch die Corona- Hülle, die dur.di sichtiger ist, weil 
man in derselben nicht mehr diese enorme Menue von lh'mict.'u tindet, die 
sich in der Epoche- Je; rieeken-.Maxiiua nliebrn und sieb ausbreiten. 

Ich glaube heliaur-te.ii zu kSmieu, das« die Souuoii-Thät.igkeit noch ab- 
nimmt, und daää ihr Minimum vielleicht nicht muv/, übereinstimmen wird 
mit dem Minimum der Fleeke. .Vach dem 20. Juni hat sich die Ab- 
wesenheit der Flecke fortgesetzt und dauert noeh an." (Comp, rend. 
T. LXXXVH, p. 257.) 

Auffindung eines neuen veränderlichen Sterns. Am 21. April d. J. fand 
ich, dass der Stern 1S2 .Selij. nicht von der rin.sse g.5 wie die Donner 
Durchmusterung arrgibt, sondern kaum 10™5, folglich wohl im Durch- 
musterungs- Fern röhre vulli«; ri i isii-hilm f war In Fcl^e dessen glaubte ich 
schon damals an eine Veränderlichkeit, und schloss kurz, nachher den Stern 
einigen in der Nahe stehenden sidiwaelien Sternen au. Ich kam erst am 
20. September wieder dazu den Stern zu beobachten, und fand ihn IM meiner 
Ueberraschung heiirr als den vorangehend. 'u Stern H 1) + 40.2028, also etwa 
7 m 8. Der Stern is' wohl jet/.t nahe im Maxime, und uar ivcnig sdiv.ächrr 
als &D-j-40»2931, der 7™5 ist. Meine Schätzungen geben tilgende Hellig- 
keiten in Stufen: 



April 22 


7 


Mai 5 


6 


9 




Sept. 20 


39 


„ 21 


39 


x 20 


40 


Okt. 1 
5 


41 
41 


Beobachtungen i 





Herfichel in den Caid>..vl..;ii'hlii:t-,> n ^ibl die ("lii.isso 0 n, 5, und 
Birmingham bat am 14. und 19. März sowie 20. A|>ril 1S73 und 10. Apri! 
1S74 den Stern nicht, sehen kennen, und am 1. August 187ü hat Ball am 
Orta keinen Stern S-ü gefunden. 



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— 287 - 

Da folglich ilie Veränderlichkeit ganz sicher ist, und für andere Ver- 
änderliche in der Krone schon die linchsiaheii 11, S, T, U in Anspruch 
;n ■nominell idiel. i\ii\i die ÜezeiHiuniii; die-e^ Sterns wohl Bein: 

V Coronao Bor. 

Lnnd, den 7. Okt 1878. N. C. Duner. 

Bildungsweise von Sonnenfischen. Einem alten , mir vorliegenden 
Manuskripte entnehme ieli Imgende» interessanten 1 5 e rieht über eine merk- 
würdige Sonnen flecken- Beobachtung: 

„Entsteliungsprozess eim:r Wounenflccken-Gruppe. Beobachtet 
am 2(i. Sept 1815 um V>1 Uhr NaohmillaL; m Miüilring. Von Steph. 
ümntiu'r, Vic. etc. 

Auszug aus dem VI. Hefte der Tagebücher meines l'hjsikalischeu 
Bureau ad diem 26. Sept. 1815. Wörtlich. 

Schon gestern (20. Sept. i.8101 sah ich um Mittagszeit dio Sonne 
mit dem zwoifüssigon Roiehonb. Achromaten an, fand sie aber ganz rein, 
nebel- uud fleckenlos. Heule, clwa gegen 13'./, Uhr N. M. tbat ich ein 
Gleiches, und sah am südlichen Theile der Sonne, eine, ihrer Länge, 
llreite, und besondern Aussehens wegen mir besonders auffallenden Nebel- 



diess dauerte bcilaul^ :iu Sekunden liiivj. und gleich war der Wolken-Nebel 
mit einer Menge schwarzer Pünktchen, be^tnde:^ läii den Rändern getüpfelt 

Die Gestells- Veränderung wurde imuiieiiiai: seiuielJer. heftiger, wimmelnd, 
einige schwarze Kernpunkte wurden wie mit braunem Giebel wiederum über- 
gössen, einige verseil Händen ganz, und es wurde wiederum licht dazwischen. 

Nach noch etwa einer halben Minute, war min eine ganze Flecken- 
Gruppe in der Sonne gebildet. Die 1'ewegimgeii und Veränderungen verloren 
sich, und das Aussehe» der Gruppe hielt Bestand. 

Ich kann dieüe lirselieinung, der ich mit freudigen Erstaunen zugesehen 
habe, mit aller Gewissheit verbürgen." 

Der Beobachter fügt ilrm viritelieiidni Berichte, der von 4 sauberen 
Zeichnungen begleitet ist. die Worte hinzu: 

„Welch* ungeheure MeüniKTj. hosen müssen daher nicht in sehr kleinen 
Zeiträumen unendlich schnell und l:e:"':g ;ml' dein preisen Sonnenkörpor vor 

sich gehen!!" Kl. 



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— 288 - 



Planetenatellung im Monat Februar 1879. 









Merkur. 

5 ISO I 26B3 —21 48 108 1 23 1 

10 au :<;! UM au 30 4-0 23 13 
Li ai 1! 12-12 18 38 3-9 23 28 
20 |21 40 11-42 16 11 31-8 | 23 10 
25 22 U 8-19 —13 10 IB.? 23 54 

E [22 14 30-31 —12 30 41-81 1 14 

in ■ aa :is i-i-ar. 10 12 i 1 18 

15 a;l 1 31-15 7 47 33-2' 1 21 

au a:; 21 aii-sa r, 17 320 1 24 

25 23 47 13-58 — 2 44 14 I 28 
Mars. 

5 1 18 1 4-87 —23 47 0 01 31 0 

20 1« H 171 2:i ii\ 572 20 48 
25 19 3 41 Öl —33 15 27-9 20 44 

11 1 21 31 24 08 15 2!i 'fl-l 0 Z \ 

21 1 21 40 40 99 | —14 40 49-4 | 23 37 


11 

31 

Sl 
15 


0 1 51-14 j — 2 12 18-31 3 17 
0 5 35 03 1 46 38-7 2 41 
0 9 37-72 — 1 19 17 0 2 8 

10 21 a 02 i +11 8 42-5 | 13 36 
10 17 49-67 1+11 27 20-6 j 12 14 

Neptun. 
2 21 2178 i +12 12 48-6 1 5 28 
2 21 57-97 12 16 35-8 4 42 
2 22 51-82 +12 21 47-5 3 55 


Fubrusr 0 [!• 

13 h 
20 16 
25 13 
28 120 


5G-! 

51-n 


Mondphasen. 

Vollmond. 
Mund in Erdnahe. 
Letztes Viertel. 
Nonniond 

Mond in Erdferne. 
Krstca Viertel. 



V t !rtiiiKtf-rniiffr:i der JupiliTsiunriik- sind i:n Mürel Fi'Lr'jnv 1,->71> we^en Ju grosser 
Nähe dca Phri*™ bei der S-mine nieiit vn oeobscblcn. 



Stcmbedeokunnen durah den Mond (für Berlin). 



..... 








il reite. Febr." 

hi.;. i'i." 71- „ 


125 Stier 

iiolrjßccnBion. , ' r F(l 
im Bkorpkwi mit de 


5.E 
1. 11" V 

l" M.T..1.- i 


14 45-3 

15 53-2 
13 13 3 

nus in giouter nBd 

i:,,,,:,],,.-!],,,, in l; L . 


s at 

1? . 13-5 

"mit demlSutn 
Ion mit der Sonne . 
ucennoD. Febr. 16. 



tetir. 14, 1" a im M...r|.|.. Km ..link 1:1 I .11 1 11 11 in l,iitj...TN.-iii>i]. l'i-lr. Mi. 

13b Miira mit dem Mi.mli- in *" j nnr-c j-i-n in V.-w- n ~:«, a . Kehr. 10. 231. Merkur 

mit Jupiter in tlonjunet.ii'n in iiei'U^eii-ii.!.. ,M . rk 11 1- !" 2S 1 i.r.iliiilier als Jupiter. Fcl.r. 
20. Ol. Merkur mit 'Ith M..rul'j in C<.iijii]i.<(i..n in I m ' 1 ' 1 ü-" 1 ' 1 i.-i in. E'Vbr. 20. O b Jupiter 
mit dein Munde in Cnnjnnetii.n in KiTl;i»i'.Ti-ii,iii. K.tir '!■". Iii 1 ' Mrnini in Opposition 
mit der Bonne. FrLr. aa. KK' Vfinu mir .Km JKunLi. in 1 Y.njun.-ti.in in liectascenaion. 
Febr. 23. 9* Saturn mit .i.-m Mmilr in i:,.iijn]i,-Kiii in L;.-.-iu.-.vnsii>ii. Febr. 2,>. 2' 
Merkur in griwtter .-iiilliitier helKir, nWli.T llrt'ite. Fein-, Uli. 81. Neptun mit dem 
Munde in Cunjnnetion in iii-et-iseen-duii. 

(Alle ^■ilnli(iiili'::i mu-li mittlerer iK rliuer Üoit) 



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Der mittlere Theil des Orion n lb e ls 




MIT DEM REFRACTOR MIO !• Dil STERNWARTE ARCETR! 
GEZEICHNET VSilW TEMPEL. 
BEHAUE ZUM .SIRIUS ' 1M HEFT 1 



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SIRIUS BEILAGE N?3. 

April 1SL 14- h 30 m 

(tkiilirl mit Amici K Vergrößerung 75) 





Olgmzad b/(Jooglc 



SIRIUS BEILAGE N°5. 




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OigiliztMl Oy Google 



SIRIUS BEILAGE N°6. 




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I 



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SIRIUS-BEILAGE N? 10. 




Der neue Heliograph 
des astrophysikalischen Observatoriums in O.Gyalla | Ungarn). 



DigifcMtttapHsueglü 



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SIRIUS-BEILACE NM2. 




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